Premier League 2009/2010 Preview #37

Aus Zeitgründen nur ein paar einleitende Worte zum vorletzten Spieltag in der Premier League, der von Samstag bis Montag gespielt wird. Ausführliche Betrachtung in diversen Live-Blogs über das Wochenende hinweg.

Der Fokus der letzten beiden Spieltage liegt sowieso nur noch auf dem Meisterschaftskampf und der Qualifikation für den Europapokal. Die Frage des Abstiegs ist geklärt. Der FC Portsmouth und der FC Burnley sind definitiv abgestiegen, Hull City hat noch theoretische Chancen, muss in zwei Spielen gegenüber West Ham aber sechs Punkte und 23 Tore aufholen. Man ist also kein Hellseher, wenn man auch die Tigers bereits in die Championship verordnet. Sportlich ist bei Hull City also nicht mehr viel zu erwarten, der Verein könnte in den nächsten Wochen aber noch mal in den Wirtschaftsressorts der Zeitungen auftauchen. 35 Millionen Pfund Schulden, es kursieren schon seit Wochen Gerüchte, dass der Verein Insolvenz anmelden muss. Die Spekulationen haben in den letzten Tagen noch einmal zugenommen.

Von daher gibt es dieses Wochenende eigentlich nur noch vier Spiele, die unsere Aufmerksamkeit bekommen sollten. Na gut, Herr Moyes, ich nehme ihre Partie auch noch hinzu. Im Kampf um den vierten Platz haben die Tottenham Hotspur die beste Ausgangsposition. Man liegt derzeit auf Platz 4 mit 64 Punkten, mit einem Spiel weniger als die Konkurrenz von Aston Villa und Liverpool und hat am Samstagnachmittag die Bolton Wanderers an der White Hart Lane zu Gast. Sollten die Spurs gewinnen, gehen sie definitiv als Vierter in die wichtige Nachholpartie gegen Manchester City am kommenden Mittwoch. Apropos Manchester City, die im Topspiel des Spieltages Aston Villa empfangen. Da spielt der Fünfte gegen den Sechsten, beide getrennt durch einen Punkt, City mit einem Spiel weniger. Das Team von Martin O’Neill aus Birmingham war eigentlich schon abgeschrieben im Kampf um den CL-Quali-Platz, hat aber zuletzt 13 von möglichen 15 Punkten geholt, just nach dem 7:1-Demontage beim FC Chelsea. Da scheint der Trainer die richtigen Worte gefunden zu haben. Zum sechsten Mal könnte O’Neill an diesem Samstag dieselbe Startelf auf den Rasen schicken. Villa ging letzte Saison immer die Puste aus, diesmal scheint es anders zu sein. Außenseiterchancen auf den siebten Platz, der zur Qualifikation für die Europa League berechtigt, hat auch noch der FC Everton, der zu Stoke City reisen muss. Everton muss selbst gewinnen und auf einen Ausrutscher der Stadtnachbarn von der Anfield Road hoffen.

Und das scheint zumindest nicht völlig ausgeschlossen, womit wir beim nächsten Themenschwerpunkt dieses Spieltages wären: dem Kampf um die Meisterschaft. Der FC Liverpool empfängt am Sonntagnachmittag um 14:30 Uhr den FC Chelsea an der Anfield Road. Es ist die letzte große Hürde für die Blues aus der englischen Hauptstadt, die mit einem Sieg einen großen Schritt in Richtung Titel machen können. Liverpool muss weiterhin auf Torres und Ngog verzichten, von daher wird Ryan Babel wieder über die linke Seite kommen. Das Spiel in der Europa League hat gezeigt, wo derzeit der Schuh drückt beim FC Liverpool, in der Offensive nämlich. In Abwesenheit von Torres und mit einem formschwachen Steven Gerrard fehlen die Alternativen, die Variabilität und der Überraschungsmoment im Spiel nach vorne bei den Reds. Das reicht dann vielleicht für vier Tore bei Burnley, aber Chelsea ist ganz offensichtlich ein ganz anderes Kaliber. Ich sehe derzeit wenig Gründe, die gegen einen komfortablen Sieg der Blues in Liverpool sprechen. Aber Chelsea hat diese Saison schon häufiger spontane und nicht zu erklärende Aussetzer gehabt. Und wie verhält sich der FC Liverpool? Bloß nicht gewinnen, damit man Chelsea zum Meister macht und ja nicht Manchester United zum alleinigen Rekordhalter im englischen Fußball? Das wurde in den letzten Tagen häufiger diskutiert in den englischen Medien. Ich verstehe es nicht. Angesichts der Tabellensituation darf es sich Liverpool gar nicht leisten zu verlieren, will man zumindest den siebten Platz halten und vielleicht von Stolperern der Konkurrenz profitieren. Und da ist dann noch der Faktor Rafael Benitez, über den italienische Medien heute Morgen schrieben, dass er bereits einen Vertrag bei Juventus Turin unterschrieben haben soll.

Von all diesen Geschichten sollte sich Manchester United nicht verrückt machen. Die Red Devils können bereits auf das Ergebnis von der Anfield Road reagieren, spielen direkt im Anschluss beim heimstarken FC Sunderland, der diese Saison im Stadium of Light schon Arsenal und Liverpool besiegt hat. Und Black Cats Trainer Steve Bruce hat schon mal vollen Einsatz seines Teams angekündigt. Gleichzeitig hofft Sir Alex darauf, dass sich Liverpool leidenschaftlich in ihr Spiel einbringen. Alle sind mehr oder weniger voneinander abhängig – und das macht den Reiz der letzten beiden Spieltage aus.

Mehr dann am morgigen Samstag ab 13:00 Uhr im Live-Blog, zusammen mit dem Endspurt in der Bundesliga. Schönen Start ins Wochenende.

Autor: medispolis
Datum: Freitag, 30. April 2010 21:54
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