Beiträge vom Juli, 2010

Und er fährt seine Runden

Samstag, 31. Juli 2010 21:43

Samstagnachmittag. Ich liege auf dem Sofa und schaue das Qualifying zum Großen Preis von Ungarn in Budapest. Das erste Segment der Qualifikation läuft noch ein paar Minuten, da ist Michael Schumacher mit seinem Auto zum ersten Mal im Bild. Die Stimme von Sky-Kommentator Jaques Schulz hebt sich, denn Schumacher kämpft ums Weiterkommen für die zweite Runde. Er schafft es knapp, scheitert dann aber kurze Zeit später im zweiten Durchgang auf Platz 14. Sein Teamkollege startet morgen fast 10 Plätze weiter vorne. Und Schumacher fährt morgen wieder seine Runden.

Warum ich den Blog-Eintrag schreibe, sind meine Gedanken seit heute Nachmittag, als mir zum ersten Mal richtig bewusst wurde, dass da zwar noch ein Rekordweltmeister mitfährt, aber ich ihn überhaupt nicht vermisst habe. Ich habe nicht geschaut, wo der Kerpener fährt und war fast schon überrascht, als er für ein paar Augenblicke im Bild war. Zumal 30 Minuten lang vorher auf Sky nicht einmal sein Name fiel. Ferrari gegen Red Bull, dazu ein starker Niko Hülkenberg, die beiden heute schnellen Renault, dazu ein Lewis Hamilton, der seine Runden mit einem starken ersten Sektor begann, dann die gute Performance aber nicht vollständig ins Ziel bringen konnte. Es gab genug spannende Duelle und Blickwinkel auf diese Qualifikation, Michael Schumacher war nicht dabei – und er hat mir auch nicht gefehlt.

Was wurde nicht für ein Theater, eine Begeisterung um sein Comeback gemacht. Im März stand die ganze Formel 1 Welt Kopf, auch ich hatte mich sehr gefreut, weil die in den letzten Saison ehe schon spannende und dramatische Formel 1 noch eine weitere Bereicherung bekommt. Die TV-Anstalten hofften auf neue Rekorde bei den Einschaltquoten, Sky gründete einen eigenen Silberpfeilkanal, den ich beim Saisonauftakt in Bahrain zweimal benutzt habe, danach aber nie wieder angesteuert habe. Große Hoffnungen und Erwartungen wurden in das Comeback von Michael Schumacher gesteckt, zur Halbzeit der aktuellen Saison wäre es wohl angemessen zu sagen, dass die nicht erfüllt wurden. Vielmehr ist es mir zumindest heute zum ersten Mal wirklich bewusst aufgefallen, dass ich ihn gar nicht mehr richtig wahrnehme oder gar explizit auf ihn schaue. Diese Aufmerksamkeit gehört jetzt Sebastian Vettel und dem spannenden Kampf um die ersten 10 Plätze, von denen Schumacher eben weiter denn je entfernt ist. Und auch Sky schenkte Schumacher heute explizit nicht eine Sendeminute. Da platzt gerade eine Blase. Schumacher ist – wenn überhaupt – einer von vielen, vielleicht will er das ja auch nur noch sein. Doch das reicht momentan scheinbar nicht mehr aus, um im Rampenlicht der deutschen Medien und in meiner Aufmerksamkeit zu stehen.

Ich will gar nicht bewerten, ob es richtig war von ihm noch einmal in die Formel 1 zurückzukehren. Das steht mir nicht zu , das kann ich auch gar nicht, und es wäre ein Leichtes ihm jetzt zu belehren, dass er nicht mehr mit der heutigen Anforderungen der Formel 1 Autos zurechtkommt und mit den anderen Spitzenfahrern mithalten kann. Es mag offensichtlich sein, dass Schumacher auch im Vergleich zu seinem Teamkollegen Rossberg deutlich langsamer sein, er mag die Reifen nicht so auf Temperaturen zu bringen, wie für einige schnelle Runden im Qualifying nötig, er macht insgesamt zu viele kleine Fehler, hat immer mal wieder einen kleinen Aussetzer drin. Perfekte Runden, wo man aufhorchen würde, wo man mal wieder sagen könnte, das war annährend der uns vertraute Schumi, kommen äußerst selten vor. Das konnte ja auch keiner erwarten, dass Schumi um den Weltmeistertitel mitfährt, aber ich und er wahrscheinlich auch hätte ihn schon weiter vorne gesehen. Und das Auto hat ja ganz offensichtlich das Potential um die zweite oder dritte Startreihe mitzufahren.

Als man im März lesen konnte, dass Schumacher durchaus länger bei Mercedes GP noch fahren könnte, teilweise war ja sogar die Rede von bis zu drei Jahren, hielt ich das noch für ein realistisches Szenario. Heute würde ich Schumacher großen Respekt für die Entscheidung am Ende der Saison wieder aufzuhören entgegenbringen. Vermissen würde ich ihn in der jetzigen Form nicht.

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Zitat des Tages: Freitag, 30. Juli 2010 – Not winnable

Freitag, 30. Juli 2010 21:18

“In my personal opinion, the way the war is being fought, it doesn’t seem winnable.”

Abdullah Hussain Harron, Botschafter Pakistans bei den Vereinten Nationen, im Gespräch mit Pamela Falk, Expertin für Außenpolitik bei CBS News.

Ausführlicher Bericht zur Lage in Afghanistan aus Sicht der USA bei CBS News. 66 tote Soldaten im Juli in Afghanistan, so viele pro Monat wie noch nie in diesem Krieg, der seit neun Jahren andauert. Die alte Rekordmarke lag einen Monat zurück.

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Premier League 2010/2011: News in Kürze (VI)

Donnerstag, 29. Juli 2010 20:51

Schock für Newcastle United heute: der Aufsteiger muss drei Monate auf Steven Taylor verzichten. Der Verteidiger hatte sich vor zehn Tagen im Freundschaftsspiel gegen Carlisle United an der Schulter verletzt und wurde jetzt operiert und fällt bis Oktober aus. Unklar ist noch, ob Newcastle aufgrund der Verletzung noch einmal aktiv auf dem Transfermarkt wird. Positive Nachrichten gab es hingegen auch aus dem Lager der Magpies. Man konnte den Vertrag mit dem dritten Torhüter Tim Krul um vier weitere Jahre lang verlängern. Der 22-jährige ist bereits seit 2005 beim Verein.

Um David Beckham hat sich dieser Tage vor allem West Ham United gekümmert. Der 35jährige hat aber über seinen derzeitigen Verein LA Galaxy aber mitteilen lassen, dass er sich in Kalifornien wohl fühle und es keinen Kontakt zu den Hammers gab. Derweil kursieren weitere Namen im Upton Park. Die Besitzer Gold und Sullivan würden wohl gerne noch den ein oder anderen großen Fisch angeln. Auf der Interessentenliste stehen – glaubt man dem Rauschen im Blätterwald – Thierry Henry und Guti. Aber West Ham wurde ja auch mit Raul in Verbindung gebracht.

Der FC Liverpool sucht nach Ersatz für Xavier Mascherano, der seinem alten Trainer Rafael Benitez zu Inter Mailand folgen wird. Ganz oben auf der Wunschliste bei Roy Hodgson steht Stiliyan Petrov von Aston Villa. Martin O’Neill dürfte alles andere als erfreut sein und überlegt schon mal die Forderung von Pool in Höhe von sieben Millionen Pfund in die Höhe zu treiben.

Die BBC meldet, dass sich der FC Fulham und Mark Hughes mündlich auf einen Vertrag geenigt haben. Innerhalb der nächsten 48 Stunden soll es eine offizielle Einigung geben. Hughes war zuletzt bei Manchester City angestellt, wurde aber wegen “Erfolgslosigkeit” im Dezember 2009 vor die Tür gesetzt.

West Ham Trainer Avram Grant hat die Tottenham Hotspur in die Schranken gewiesen, sie mögen doch bitte jegliche Bemühungen unterlassen mit Mittelfeldspieler Scott Parker zu sprechen über einen möglichen Wechsel zu den Spurs. Es gab bereits ein offizielles Angebot seitens der White Hart Lane, welche von West Ham zurückgewiesen wurde. “Wir planen für die nächsten Spielzeiten und Scott Parker ist ein sehr wichtiger Bestandteil in unseren Überlegungen”, so Grant.

Spielerberater und ihre unkontrollierten Handlungen. Uli Ferber, unter anderem für Serdar Tasci zuständig, hat der SUN mitgeteilt, dass sein Schützling englischen Fußball über alles liebe und große Achtung vor dem FC Arsenal habe. Und schon dichtet der englische Boulevard einen möglichen Wechsel zu den Gunners vor. Interesse seitens der Londoner soll es aber schon länger gegeben haben.

Das Kapitel Arsenal-Fabregas-Barcelona wollte ich eigentlich zu den Akten legen und die Seite meines Notizbuches nicht noch weiter füllen. Da kam mir die Absage von Wenger an jegliches Kaufangebot des FC Barcelona gestern genau richtig. Blöd nur, dass ich da mal wieder zu optimistisch war. Denn Cesc Fabregas hat in einem spanischen Lifestyle-Magazin noch mal seine Bewunderung für die Katalanen deutlich gemacht:

“I am from Barcelona. I am a club member, along with my grandfather, my uncle and my cousin. I feel those colours and have since I was young. I am Catalan, I am from Arenys, I have come through the Barca youth system.”

Alle Aussagen gibt es bei ESPN Soccernet zusammengefasst.

Derweil äußerte Arsene Wenger heute Zweifel, ob Robin van Persie und Cesc Fabregas schon rechtzeitig für das erste Saisonspiel beim FC Liverpool am 15. August ausreichend fit sein werden um zu spielen.

Testspielergebnisse:
Manchester United – MLS All Stars 5:2
Manchester City – Club America 4:1
Wigan Athletic – Genclerbirligi (TK) 0:0

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Honesty is the best policy

Donnerstag, 29. Juli 2010 16:43

Es sind Fälle, die eigentlich gar nichts miteinander zu tun haben, die sich in ihrem Ausmaß, ihrer Tragweite und Konsequenzen vielleicht auch erheblich unterscheiden und deswegen gar nicht miteinander verglichen werden können, aber trotzdem stelle ich mir seit Tagen die Frage, warum es Wirtschaftsunternehmen, Veranstalter und Organisatoren von Großveran-staltungen oder Verursacher von Umweltkatastrophen so schwer fällt, auf eine angespannte Lage oder gar Krise so kleinhäutig zu reagieren, indem sie die Kunden oder Betroffenen schlicht die Wahrheit vorenthalten. Von bewusstem Lügen möchte ich an dieser Stelle gar nicht sprechen.

Erstes Beispiel: die Rheinbahn, die Düsseldorfer Verkehrsbetriebe. Die haben derzeit nämlich Fahrermangel, bedingt durch einen erhöhten Krankenstand, zahlreiche Zusatzschichten wegen Großveranstaltungen und der Düsseldorfer Kirmes und den Sommerferien mit vielen abwesenden Mitarbeitern. Und wenn man nicht genug Fahrer hat, hat man nicht genug Fahrzeuge, die gefahren werden können um den Fahrplan zu erfüllen. Ich bin die ganze Woche ins Büro mit der Bahn gefahren und konnte jeden Morgen von Ausfällen einzelner Verbindungen berichten, teilweise sogar zwei Bahnen am Stück. Das ist für die Fahrgäste eine ärgerliche Situation, wenn man darüber nicht informiert wird. Wenn ich von den widrigen Umständen weiß, stelle ich mich auf die Situation ein. Ich habe auch gar kein Problem damit, dann ist es halt so und man muss mit den Gegebenheiten so gut wie möglich umgehen, Rheinbahn wie Fahrgäste. Für was ich allerdings gar kein Verständnis habe, ist der Umgang der Rheinbahn mit dieser Situation. Die Rheinische Post hat ein paar exklusive Informationen und Statements veröffentlicht. Fahrer wie betroffene Fahrgäste bestätigen Ausfälle, die Rheinbahn nimmt als vorübergehende Ausrede Fahrzeugausfälle. In der Werkstatt ist davon aber nichts bekannt. Da geht die Unternehmenskommunikation voll auf. Wieso ist es so schwierig, den Fahrgästen mitzuteilen, dass sie sich auf Ausfälle einstellen müssen, weil es derzeit nicht genügend Fahrer gibt? Wenn ich das weiß und ehrlich vom Unternehmen kommuniziert wird, gibt es meinerseits dann Akzeptanz für die Situation. Doch bei dieser Strategie des Vertuschens und Lügens kann ich nur noch mit dem Kopf schütteln. Zumal jeder, aber wirklich jeder in Düsseldorf von den Problemen berichten kann. Nur die Rheinbahn nicht. Unverständlich. Und den Ärger bekommen dann wieder die Fahrer ab, die sowieso schon durchweg einen intensiven anstrengenden Job haben.

Und man könnte die Liste dieser Fälle fortsetzen, angefangen beim einen globalen Konzern wie BP bis hin zur Deutschen Bahn oder den Veranstaltern der Loveparade und der Stadt Duisburg. Ich kenne wenige Fälle aus dem Bereich der Krisenkommunikation, wo Verschleiern oder bewusstes Verschweigen von Tatsachen sich irgendwann ausgezahlt hat. Es kommt ehe irgendwann alles ans Licht, Medien und effektiven Ermittlungsbehördern muss hin und wieder auch mal gedankt werden. Wie fühlt man sich, wenn man ganz offensichtlich kein tragfähiges Sicherheitskonzept für eine Großveranstaltung hatte? Wer dafür letzlich zuständig ist und in wessen Verantwortungsbereich dieser Sachverhalt liegt, ist das Aufgabe der Staatsanwaltschaft herauszufinden. Für mich als Bürger oder direkt Betroffenen ist das in erster Linie völlig egal. Für mich wäre es ein Zeichen und angemessen, wenn man Fehler, die ganz offensichtlich begangen würde, zugibt. Sie passieren, es ist ärgerlich und sogar tödlich. Leider. Aber es ist keinem geholfen, wenn man als Person oder Führungskraft in der Öffentlichkeit ein desolates eigenes Bild abgibt und sich keiner Schuld bewusst sein will. Menschen lassen sich nicht für dumm verkaufen. Und als Chef eines Unternehmens, einer Institution oder Behörde hat man immer auch Verantwortung für seine Mitarbeiter und Angestellten. Denn die sind es meist, die in Kontakt kommen, mit Fahrgästen, normalen Bürgern, Freunden und Bekannten. Und die müssen sich dann erklären und rechtfertigen und werden von der Chefetage im Stich gelassen.

Ich hatte eigentlich den Eindruck, dass durch die Finanz- und Wirtschaftskrise das Bewusstsein für eine faire und ehrliche Unternehmenskommunikation auch zum Schutz der eigenen Mitarbeiter wieder erheblich gewachsen ist. Die letzten Tage und Wochen lassen mich daran wieder mehr zweifeln. Auch wenn es nur Einzelfälle sind, die gar nichts miteinander zu tun haben. Aber wie heißt es so schön: Honesty is the best policy.

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Zitat des Tages: Mittwoch, 28. Juli 2010 – Kleinere Autos

Mittwoch, 28. Juli 2010 9:01

“Notfalls fahren wir noch kleinere Autos – wenn das noch geht.”

Scorpions-Kapitän Tino Boos zu möglichen Hilfsmaßnahmen der Scorpions-Spieler für die Rettung des finanziell angeschlagenen Vereins. Momentan fährt das Team mit VW Golf und Polo.

Vielleicht kann man sich ja Smart als neuen Premium-Sponsor holen.

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Ein paar Gedanken zur angespannten Lage bei den Hannover Scorpions

Sonntag, 25. Juli 2010 12:04

Die Nachricht über das Aus der Hannover Scorpions vom vergangenen Donnerstag hat mich extremst getroffen, vielleicht weil sie auch einfach so unvorbereitet kam. Drei Tage später realisiert ein Fan die Situation so langsam. Von daher habe ich mir mal ein paar Gedanken gemacht zur aktuellen Situation der Hannover Scorpions, formuliert in einigen Thesen, welche ich nach und nach ausführen möchte. Derweil gibt es – ich bin seit gestern früher Nachmittag in Hannover – noch keine Neuigkeiten aus dem Umfeld der Scorpions. Ob es Lösungen, Verhandlungen oder sonstige Anstrengungen gibt, weiß derzeit wohl nur ein kleiner Zirkel an Beteiligten. Für die Öffentlichkeit sollten sich dann mehr konkrete Nachrichten in den nächsten Tagen ergeben.

1. Es geht gar nicht um die Hannover Scorpions, das Team ist nur Drohpotential.
Wie sehr ist der Konflikt um die Betreibung der Tui-Arena eigentlich auch eine Krise der Hannover Scorpions? Direkt ist sie erstmal keine, denn die Mannschaft von Trainer Toni Krinner hat die Lizenz für die kommende Spielzeit erhalten und damit alle finanziellen und strukturellen Anforderungen der DEL-Geschäftsführung erfüllt. Indirekt ist sie dann aber eben doch eine Krise, weil der Eigentümer der Scorpions, Günter Papenburg, gleichzeitig Betreiber der Tui-Arena ist, also aus seiner Sicht eine exzellente Drohkulisse aufbauen kann. Jetzt sagen die eine, es wäre ein strukturelles Defizit, dass Papenburg beide Funktionen gegeneinander ausspielen kann. Das mag schon sein, nur vergessen die meisten Beobachter in diesem Fall, dass es die Hannover Scorpions und die Tui-Arena ohne Günter Papenburg vielleicht gar nicht mehr geben würde. Und eines ist ja auch klar: Die Arbeit, welche die Hanover Scorpions in den letzten Jahren unter Hans Zach, mit Geschäftsführer Marco Stichnoth und eben Eigentümer Papenburg geleistet haben, verdient größten Respekt und Anerkennung. Von daher wäre es vorschnell zu behaupten, es wäre jetzt eine Krise der Hannover Scorpions. Dem Verein ging es in den letzten Jahren schon viel schlechter als dieser Tage. Natürlich hatte die unerwartete Meisterschaft auch finanzielle Belastungen dank Prämien und des neuen Vertrages für Torhüter Travis Scott. Aber Günter Papenburg war eben auch bereit weiter in die Hannover Scorpions zu investieren. Trotz zurückgehender Zuschauerzahlen, die aber immer noch über dem Niveau der Krisensaison 2007/2008 liegen. Dass gespart werden musste, dürfte jedem klar gewesen sein, deshalb gab es mit Paul Manning von den Hamburg Freezers nur einen Neuzugang. Aber es bestand ja auch kein Grund für Neuverpflichtungen, weil das Team der Meistersaison komplett in die neue Spielzeit ging. Also keine Krise der Hannover Scorpions, aber – auch im Hinblick auf die Meisterschaft – eine schöne Drohkulisse für Herrn Papenburg. Und welcher Unternehmer würde diese Chance verstreichen lassen…

2. Die Tui-Arena als Sinnbild für Hannovers Umgang mit dem Expo-Gelände
Die Stadt Hannover feiert diesen Sommer gerade das 10-jährige Jubiläum der Weltausstellung Expo 2000, von der die Stadt damals in Zuge eines neuen Nahverkehrssystems extrem profitiert hat. Gleichzeitig erweiterte man das große Messegelände und baute auf dem Weltausstellungsgelände die Tui-Arena, den gläsernen deutschen Pavillon und schuf Platz für die anderen Nationenbauten. Zehn Jahre später hat man immer noch kein durchdachtes Konzept entworfen, wie man eigentlich mit diesem großen Gelände umgeht, es gestaltet und in das Stadtbild integriert. Zehn Jahre danach. IKEA baute eine Niederlassung, BMW bekam Grundstücksfläche für ein Autohaus, die Fachhochschule hat sich in einigen Bauten niedergelassen. Aber ansonsten liegt das Gelände brach. Da hat die Stadt eine riesengroße Chance vertan lassen. Ich kenne das Weltausstellungsgelände in Lissabon sehr gut , wo man es zum Beispiel exzellent geschafft hat, die weiträumigen Anlagen auch nach der Expo sinnvoll zu nutzen, durch Ansiedlung von Wirtschaftsunternehmen, Parkanlagen und Wohnräume. Heute ist in der portugiesischen Stadt der Park der Nationen entstanden. In Hannover hat man sich nie wirklich Gedanken gemacht, wie man das Gelände nutzen kann und der Stadt dadurch einen Mehrwert zu schaffen. Das Gelände ist jetzt einfach da. Und auf diesem Areal steht auch die Tui-Arena, die vor zehn Jahren alle in Hannover wollten, Stadt, die Messe AG. Und jetzt will keiner mehr etwas von ihr wissen. Zehn Jahre danach.

3. Wenn es gut läuft, jubelt Hannover. Wenn es schlecht läuft, interessiert es einfach keinen.
Lena, der Bundespräsident, der Klassenerhalt von Hannover 96. Wenn es Hannover gut geht für ein paar Tage, haben sich alle ganz schnell lieb und die Politik sonnt sich im Scheinwerferlicht. Treten Probleme auf, zieht man immer ganz schnell den Schwanz ein und geht allen Schwierigkeiten aus dem Weg. Und das über viele Jahre hinweg. Das fängt bei so grundlegenden Entscheidungen wie die architektonische Umgestaltung der Innenstadt an und hört auf bei ellenlangen Diskussionen um ein Feuerwerk beim Maschseefest, dem größten Fest der Stadt, das fortan ohne Feuerwerk auskommen muss, weil die Bewohner am Maschsee es zu laut finden. In dieser Stadt gönnt man sich nicht den gemeinsamen Erfolg, es sei denn Lena oder 96 machen von sich reden. In Hannover dauert eben alles viel zu lange. Das lähmt die Stadt, macht sie unsicher in ihren politischen Entscheidungen. Bloß nichts verändern, bloß nichts anpacken. Es könnte ja schief gehen. Und wo sich andere Städte im letzten Jahrzehnt verändert haben, ist Hannover stehen geblieben. Das mag seine Langweiligkeit erklären, die viele Außenstehende der Stadt zu schreiben. Für die Einwohner hat das Charme. Die Stadt könnte noch so viel mehr aus sich herausholen, wenn alle mal mit anpacken und nicht ständig im Weg stehen. Die Politik genauso wie die vielen Bewohner, die sich über Hannover scheinbar immer nur freuen, wenn es was zu feiern gibt.

4. Hannover Scorpions vs. Hannover Indians
Dazu gehört auch das Verhältnis von Fans der beiden Eishockeymannschaften, der Scorpions und Hannover Indians. Rivalität finde ich gut, macht das doch auch sehr reizvoll, zumal ich zu beiden Vereinen sehr gerne hingehe, weil das Stadion am Pferdeturm schon einen besonderen Charme hat. Ich finde es klasse, dass Hanover zwei Eishockeyprofimannschaften hat. Von daher geht es mir auch immer noch nicht in den Kopf, wie es nahezu alle Indians-Fans schaffen mit Häme, Galgenhumor und Fundamentalkritik gegen die Hannover Scorpions zu stänkern. Wie kann man so eindimensional denken? Ist es vielleicht einfach nur Freude am Leiden anderer Fans, weil es selbst einem nicht mehr so gut geht, weil die Fanzahlen zurückgehen, weil die Harmonie zwischen den unterschiedlichen Fangruppen auch schon mal größer war? Ich weiß aus gut unterrichteter Quelle, dass auch die Indians finanziell nicht auf Rosen gebettet sind und bei einigen Sponsoren um vorzeitige Überweisung von Geld gebeten haben. Das ist mir aber auch erstmal egal, ich hätte mir gewünscht, wenn von den Indians ein großes Zeichen der Unterstützung gekommen wäre, für den Eishockeysport in der Stadt. Aber so kocht jeder wieder sein eigenes Süppchen. Made in Hannover.

5. Ticketpreise in der Tui-Arena zu senken, ist keine Lösung
Eine Forderung, die ich in den letzten Tagen immer wieder gehört und gelesen habe, ist die Forderung nach Senken der Ticketpreise für Spiele der Hannover Scorpions. Das mag zwar populär klingen, aber irgendwie muss sich ein Verein ja auch refinanzieren. 10-15 Euro für eine ermäßigte Karte sind völlig angebracht, vielleicht gebe es aber ein wenig Spielraum bei den regulären Preisen, gerade in der regulären Saison. Ein dauerhaftes Senken der Ticketpreise wäre aber keine Lösung, zumal es von Firmen schon zahlreiche Freikarten gibt. Und ob dann die Arena dann sukzessive mehr Zuschauer anlockt, ist auch fraglich. Dazu kommt diese unfassbare Story, dass sich die hannoverschen Verkehrsbetriebe und die Hannover Scorpions nicht auf die Kombiticket-Regelung einigen konnten, also Eintrittskarte gleich Fahrkarte. Die Arena erreicht sich aber fast nur mit öffentlichen Verkehrsmitteln, wenn man bequem anreisen möchte. Das passt eben ins Gesamtbild für diese Stadt.

6. Die DEL-Rahmenbedingungen verschärfen die Situation bei den Klubs, auch bei den Hannover Scorpions
“Das ist eine unschöne Situation”, meint DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke. “Wir basteln derzeit am Spielplan für die nächste Saison. Dabei gehen wir wie bisher von 15 Teams aus. Die müssen erst einmal in Hannover ihre Angelegenheiten klären”, hört man aus dem Ligabüro in Köln. Es ist wie ein Zu-Kenntnis-Nehmen der Situation, beunruhigt scheint es die DEL nicht zu haben. Natürlich sind die Probleme bei den Frankfurt Lions, den Hannover Scorpions, den Kassel Huskies, den Krefeld Pinguinen und auch die Krise bei den Kölner Haien im Frühjahr immer vereinsspezifisch, auch in der Interaktion mit den jeweiligen Städten. Doch die DEL scheint immer noch nicht erkannt zu haben, dass sie zwar nicht Auslöser der Probleme sind, aber zu einem großen Teil auch Ursache. Das fängt bei der unermesslich großen Anzahl unbedeutender Spiele an und geht über mangelnde Free-TV-Präsenz und dem Wille zur Veränderung an. Alle weiteren Probleme sind bekannt.

7. Was weiß der neue Trainer Toni Krinner?
Ich habe das Gefühl und den Eindruck, dass Toni Krinner als neuer Trainer und Nachfolger von Hans Zach vielleicht noch eine kleine Schlüsselrolle bekommt. Jedenfalls werte ich so seine Aussage, dass er sich erst in den nächsten Tagen äußern und die Vorgänge kommentieren möchte. Es dürfte vielleicht noch interessant werden, mit welchen Aussagen, Forderungen und Hintergründe Krinner nach Hannover geholt wurde.

8. Wie geht es weiter mit den Hannover Scorpions?
Es dringt wenig nach außen. Donnerstag wurde die Öffentlichkeit über die Schwierigkeiten informiert. Freitagmittag soll sich Geschäftsführer Marco Stichnoth mit einigen Spielern getroffen haben um das weitere Vorgehen zu beraten und zu erklären. Über das Wochenende soll verhandelt werden. Bisher dringen keine Informationen in die Öffentlichkeit. Zu Beginn der Woche soll es erste konkrete Infos geben. Es bleibt spannend und interessant. Vorerst. Denn es könnte auch ganz schnell vorbei sein.

Thema: Sport | Kommentare (2) | Autor: medispolis

Ich könnte mich freuen…wenn die Hannover Scorpions nicht wären

Freitag, 23. Juli 2010 17:49

So, es geht dann hier nach kurzer Pause wieder weiter im gewohnten Rhythmus. Hatte die letzten Tage viel Arbeit um die Ohren und musste mich nebenbei auch noch auf meine mündliche Prüfung vorbereiten. Das ist soweit ganz ordentlich gelaufen und über die anstehende Arbeit habe ich jetzt auch wieder den Überblick, sodass jetzt wieder Zeit zum Bloggen bleibt.

Ich hatte gestern Nachmittag nochmal intensiv für die mündliche Prüfung gelernt – und dann mach ich das meistens so, dass ich alle Geräte ausschalte, sodass ich mich komplett auf meine Notizen und Buchtexte konzentrieren kann. Frei nach dem Motto: Zwei Stunden konzentriert wiederholen anstatt ständig abgelenkt zu sein. Wenn man dann nach knapp drei Stunden wieder Anschluss an die Öffentlichkeit bekommt, Mails liest, bei Facebook vorbeischaut, habe ich eigentlich mit allem gerechnet – nur nicht mit der Meldung, dass das Aus der Hannover Scorpions kurz bevorsteht. Erst dachte ich wirklich, es wäre ein Fake, aber relativ schnell entpuppte sich die Meldung dann als ganz traurige Gewissheit. Einen Bekannten angesimst, der gute Kontakte zu den Scorpions hat. Antwort ein paar Minuten später: “Ich war auf der Pressekonferenz, ich bin nicht fähig zu kommunizieren gerade. Schock.” Und plötzlich bricht eine kleine Welt zusammen. Traurig, nach Erklärungen suchen.

Ich dachte, ich schaue dann mal, was die lokalen Medien so schreiben, aber habe es gleich sein gelassen, weil die Indianer wieder mit Häme und Galgenhumor wirklich alles zumüllten, was nach Textfeld aussah. Nicht mal in einer so großen Krise ist die Eishockey-Fan-Gemeinschaft in Hannover vereint. Ich habe diese Auseinandersetzungen zwischen Skorpionen und Indianern nie verstanden. Und Ausnahmen bestätigen die Regel. Dass ein Ende der Hannover Scorpions für den gesamten Eishockey-Standort Hannover dramatische Folgen hätte, scheint den meisten Indians-Fans egal zu sein, die immer noch von alten Zeiten schwärmen. Doch es ist kein Geheimnis, dass auch bei den Indians das Finanzielle nicht auf Rosen gebettet ist und schon mal mehr Einigkeit zwischen den Fangruppen bestand. Aber egal, das ist nicht das Thema.

Ich könnte jetzt noch einmal alles erklären, wie es zu den Problemen Hannover Scorpions gekommen ist – genau genommen ist der Eishockeyverein ja gar nicht die Schwierigkeit, sondern die Betreibung der Tui-Arena (nebenbei ein Projekt, das vor 10 Jahren von Stadt, Land und Messe AG vehement unterstützt wurde) – die Scorpions sind nur die Drohkulisse von Günter Papenburg. Im Moment fehlt mir dazu aber die Lust und Motivation. Immer noch geschockt. Dass die Situation der Scorpions nie einfach war, dürfte jedem Fan klar gewesen sein. Dass aber so plötzlich der Stecker gezogen wird, hat mich völlig unvorbereitet getroffen. Habe ich noch Hoffnung? Nicht wirklich. Und ich hatte mich schon so auf die neue Saison gefreut.

Nun ja, immerhin noch einmal Meister geworden. Wie bitter es klingt. Abwarten, was die nächsten Tage bringen. Vielleicht sehe ich mir dann in der Lage für eine ausführliche und detaillierte Analyse. Bis dahin vergesse ich einfach die Scorpions und freue mich über alle anderen schönen Dinge.

Thema: Alltägliches, Sport | Kommentare (1) | Autor: medispolis

Premier League 2010/2011: News in Kürze (V)

Sonntag, 18. Juli 2010 21:46

Ich hoffe, ich schreibe jetzt das letzte Mal über mögliche Gerüchte eines Wechsels von Cesc Fabregas zum FC Barcelona. Arsene Wenger hat gefordert, dass die Diskussionen über einen Wechsel endlich aufhören müssen. Gleichzeitig haben Klubverantwortliche der Katalanen zu Protokoll, dass sie nicht länger bereit sind über Ablösesummen zu diskutieren und das Werben vorerst einstellen. Mal sehen, wie lange. Nichts Neues auch in Sachen Torhüterverpflichtung bei den Gunners. Wenger will sich auch noch nicht festlegen, wer als Nummer 1 das Tor in der kommenden Saison hüten wird.

Der FC Fulham könnte nach langem Suchen auf dem Trainermarkt fündig geworden sein. Die Cottagers haben die Verhandlungen mit Martin Jol so gut wie abgeschlossen, glaubt man diversen Medienberichten. Eine offizielle Einigung gibt es aber noch nicht. Für Jol wäre Fulham die Chance zu zeigen, dass er nach seinem unrühmlichen Abgang bei den Tottenham Hotspur ein richtig guter und erfolgreicher Trainer in der Premier League sein kann.

Der FC Liverpool und der AC Florenz haben sich auf einen Transfer von Emiliano Insua geeinigt. Der Linksverteidiger der Reds hatte seit 2007 bei Liverpool gespielt, war unter Trainer Benitez aber selten erste Wahl.

Der FC Sunderland verstärkt seine Bemühungen Stephen Ireland von Manchester City zu verpflichten. Derweil hat sich der Torhüter der Blackl Cats, Craig Gordon, im Training den Arm gebrochen und wird den Saisonstart verpassen.

Owen Hargreaves hat sich auf der USA-Reise von Manchester United schwerer am Knie verletzt. Er wird definitiv nicht rechtzeitig fit zum Saisonstart, genauere Angaben über die Länge der Verletzung liegen aber noch nicht vor.

FC Chelsea-Trainer Carlo Ancelotti hat Berichte dementiert, wonach Ashley Cole zu Real Madrid wechseln wird, meldet der Daily Telegraph.

Werder-Star Mesut Özil wird Werder Bremen aller Voraussicht nach verlassen. Und die Klubs aus der Premier League stehen Schlange, berichtet der Daily Telegraph. Interessenten sollen Manchester United, der FC Arsenal und Manchester City sein. Ablösesumme in Größenordnung von 20 Millionen Pfund.

Zwei Neuzugänge für West Ham United. Der mexikanische Nationalspieler Pablo Barrera wechselt von Pumas Unam für vier Millionen Pfund zu den Hammers. Er bekommt einen 4-Jahres-Vertrag mit der Option für eine weitere Spielzeit. Piquionne wechselt von Premier League Absteiger FC Portsmouth in den Osten Londons.

Testspielergebnisse:

Blackpool – Tiverton Town 2:0
Manchester United – Celtic Glasgow 3:1
FC Chelsea – Crystal Palace 1:0
Barnet – FC Arsenal 0:4
Brisbane Roar – FC Everton 1:2
Bournemouth – FC Fulham 1:1
Sunderland – Darlington 1:0
Newcastle United – Carlisle United 3:0
Wolverhampton Wanderers – Bohemians 3:0
Blackburn Rovers – Fleetwood 2:0
Hong Kong XI – Birmingham City 2:3

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Der Patient NRW(III): Make me Mehrheiten

Freitag, 16. Juli 2010 20:47

Nun ist es also doch vollbracht. Über zwei Monate nach dem Wahltermin am 9. Mai hat Nordrhein-Westfalen eine neue Landesregierung, die Minderheitskoalition von SPD und Grünen. Jetzt darf man gespannt sein, wie beide Parteien versuchen für ihre Positionen und Programmatiken Mehrheiten zu finden. Dass das nicht immer einfach ist, haben schon die ersten Tage gezeigt. Und das ist, liebe Medien, keine Schwäche der Koalition in den ersten Tagen, es nennt sich Demokratie. Denn wenn man sieht, dass man für seine Politik erstmal keine Mehrheit hat, macht es wenig Sinn zum Beispiel über die Abschaffung der Studiengebühren abzustimmen.

Blieben wir bei dem konkreten Fallbeispiel der Studiengebühren, weil es ganz schön zeigt, wie schwierig die Arbeit der Koalition doch sein wird. SPD und Grüne haben sich dafür eingesetzt, die Studiengebühren in Nordrhein-Westfalen abzuschaffen. Am Donnerstag wurde nun die Entscheidung bekannt gegeben, dieses Thema auf die Zeit nach der Sommerpause zu vertragen. Was mir ganz gut gefällt, bin ich doch ein Befürworter von Studiengebühren – solange man, und das haben Sozialdemokraten und Grünen noch nicht erleidgt, überzeugen darstellen kann, wie die Einnahmeausfälle für die Hochschulen und Universitäten ausgeglichen werden wollen. Es darf also im Herbst noch einmal über die Abschaffung diskutiert werden.

Ist der Auftakt nun eine Schwäche für die neue Koalition gewesen? Eine der zentralen Forderungen aus dem Wahlkampf zu Beginn nicht umgesetzt? Bei weitem nicht, zeigt dieser Vorfall doch nur, dass Regieren in einer Minderheitskoaltion extrem schwierig, zeit- und diskussionsaufwändig ist. Und nicht immer zu den gewünschten Ergebnissen führen kann. Am 26. Juni schreibt die Rheinische Post in ihrer Online-Ausgabe noch, dass Rot-Grün sich “schnellstmöglich” auf eine Abschaffung der Studiengebühren geeinigt habe. Schnellstmöglichst heißt sicherlich nicht am ersten Tag der Regierungsübernahme. Warum das Düsseldorfer Blatt dann heute von einem Fehlstart von Rot-Grün spricht, wissen die Chefredaktuere wohl selber nicht. Politik, gerade in einer Minderheitskoalition, ist nicht immer so einfach, wie sich das manch Journalist vorstellt. Und schade, dass es nicht immer die Gelegenheit für Wortspiele gibt.

Eine Schlüsselrolle kommt der Linkspartei zu, kann sie mit ihren Stimmen Rot-Grün dauerhaft zu Mehrheiten verhelfen, die auch die Verabschiedung von Gesetzesvorhaben und des Haushaltes möglich machen. Da ist schon schon verwunderlich, warum die Linkspartei sich am Donnerstag nicht zu einer Abschaffung der Studiengebühren durchringen konnte.

Man möge an dieser Stelle doch mal den 8-seitigen Rahmenvertrag der Linkspartei NRW zu Rate ziehen, den die Partei am vergangenen Wochenende verabschiedet hat. Dort steht unter dem Kapitel “Wir werden der Politikwechsel aus der Opposition vorantreiben” auf Seite 4 folgendes nachzulesen. Ich zitiere wörtlich:

“An der LINKEN wird dies nicht scheitern. Im Gegenteil: Mit uns könnten sofort die Studiengebühren und die Kopfnoten abgeschafft, ein neues Personalvertretungsgesetz und ein neues Ladenschlussgesetz verabschiedet werden. Wir werden jeder Maßnahme, die auch in unserem Wahlprogramm steht, sofort zustimmen, wie wir bei jeder anderen Politik „Nein“ sagen werden.”

Da werden Rot und Grün noch einige Schwierigkeiten bekommen. Diese Koalition aber schon vor der eigentlichen Arbeit vorzuverurteilen, wäre falsch. Eine Chance hat sie verdient. Es wäre ihr zu wünschen, wenn sie durchhielte und ihre vielen Kritiker in Zukunft überzeugen könnte. Denn das Ringen um Mehrheiten, die Diskussion, das Überzeugen von Politikinhalten – das ist Demokratie. Unter diesem Gesichtspunkten ist eine Minderheitsregierung schon eine Bereicherung. Blöd nur, wenn sie für ihre Politik dauerhaft keine Mehrheiten findet.

Und bitte keine Wortspiele mehr.

Thema: Wahlen und Umfragen | Kommentare (0) | Autor: medispolis

Aber was macht Cantona da?

Freitag, 16. Juli 2010 16:13

So funktioniert eine ordentliche Einbettung von Online-Aktivitäten in das Gesamtprofil eines Senders. Das britische Sky Sports hat seine Kampagne für die HD-Sender und den Start von Sky Sports News HD, der künftig nur noch verschlüsselt empfangen werden kann, gestartet. Und den Spot zuerst den Fans auf der Facebook-Page gezeigt, bevor das ganze dann auch in das Abendprogramm im TV gelangen konnte.

Netter Werbespot, der die besonderen Moment im Sport zeigt. Und wohl deshalb hat man auch Eric Cantona genommen, der durch den Werbespot führt. Anything can happen in sport, auch Fußtritte, die man sonst einfach nicht für möglich gehalten hat.

Den Spot gibt es hier zum Anschauen.

Thema: TV und Radio | Kommentare (0) | Autor: medispolis