Ich könnte mich freuen…wenn die Hannover Scorpions nicht wären
So, es geht dann hier nach kurzer Pause wieder weiter im gewohnten Rhythmus. Hatte die letzten Tage viel Arbeit um die Ohren und musste mich nebenbei auch noch auf meine mündliche Prüfung vorbereiten. Das ist soweit ganz ordentlich gelaufen und über die anstehende Arbeit habe ich jetzt auch wieder den Überblick, sodass jetzt wieder Zeit zum Bloggen bleibt.
Ich hatte gestern Nachmittag nochmal intensiv für die mündliche Prüfung gelernt – und dann mach ich das meistens so, dass ich alle Geräte ausschalte, sodass ich mich komplett auf meine Notizen und Buchtexte konzentrieren kann. Frei nach dem Motto: Zwei Stunden konzentriert wiederholen anstatt ständig abgelenkt zu sein. Wenn man dann nach knapp drei Stunden wieder Anschluss an die Öffentlichkeit bekommt, Mails liest, bei Facebook vorbeischaut, habe ich eigentlich mit allem gerechnet – nur nicht mit der Meldung, dass das Aus der Hannover Scorpions kurz bevorsteht. Erst dachte ich wirklich, es wäre ein Fake, aber relativ schnell entpuppte sich die Meldung dann als ganz traurige Gewissheit. Einen Bekannten angesimst, der gute Kontakte zu den Scorpions hat. Antwort ein paar Minuten später: “Ich war auf der Pressekonferenz, ich bin nicht fähig zu kommunizieren gerade. Schock.” Und plötzlich bricht eine kleine Welt zusammen. Traurig, nach Erklärungen suchen.
Ich dachte, ich schaue dann mal, was die lokalen Medien so schreiben, aber habe es gleich sein gelassen, weil die Indianer wieder mit Häme und Galgenhumor wirklich alles zumüllten, was nach Textfeld aussah. Nicht mal in einer so großen Krise ist die Eishockey-Fan-Gemeinschaft in Hannover vereint. Ich habe diese Auseinandersetzungen zwischen Skorpionen und Indianern nie verstanden. Und Ausnahmen bestätigen die Regel. Dass ein Ende der Hannover Scorpions für den gesamten Eishockey-Standort Hannover dramatische Folgen hätte, scheint den meisten Indians-Fans egal zu sein, die immer noch von alten Zeiten schwärmen. Doch es ist kein Geheimnis, dass auch bei den Indians das Finanzielle nicht auf Rosen gebettet ist und schon mal mehr Einigkeit zwischen den Fangruppen bestand. Aber egal, das ist nicht das Thema.
Ich könnte jetzt noch einmal alles erklären, wie es zu den Problemen Hannover Scorpions gekommen ist – genau genommen ist der Eishockeyverein ja gar nicht die Schwierigkeit, sondern die Betreibung der Tui-Arena (nebenbei ein Projekt, das vor 10 Jahren von Stadt, Land und Messe AG vehement unterstützt wurde) – die Scorpions sind nur die Drohkulisse von Günter Papenburg. Im Moment fehlt mir dazu aber die Lust und Motivation. Immer noch geschockt. Dass die Situation der Scorpions nie einfach war, dürfte jedem Fan klar gewesen sein. Dass aber so plötzlich der Stecker gezogen wird, hat mich völlig unvorbereitet getroffen. Habe ich noch Hoffnung? Nicht wirklich. Und ich hatte mich schon so auf die neue Saison gefreut.
Nun ja, immerhin noch einmal Meister geworden. Wie bitter es klingt. Abwarten, was die nächsten Tage bringen. Vielleicht sehe ich mir dann in der Lage für eine ausführliche und detaillierte Analyse. Bis dahin vergesse ich einfach die Scorpions und freue mich über alle anderen schönen Dinge.


Samstag, 24. Juli 2010 18:09
Ich kann den Groll der Indians verstehen, schließlich sind die Scorpions zugezogen. Das wäre genauso, als würde Hoffenheim nach Freiburg umziehen.
Trotzdem wünsch ich den Scorpions viel Glück im Kampf ums Weitermachen.