Beiträge vom 29. Juli 2010

Premier League 2010/2011: News in Kürze (VI)

Donnerstag, 29. Juli 2010 20:51

Schock für Newcastle United heute: der Aufsteiger muss drei Monate auf Steven Taylor verzichten. Der Verteidiger hatte sich vor zehn Tagen im Freundschaftsspiel gegen Carlisle United an der Schulter verletzt und wurde jetzt operiert und fällt bis Oktober aus. Unklar ist noch, ob Newcastle aufgrund der Verletzung noch einmal aktiv auf dem Transfermarkt wird. Positive Nachrichten gab es hingegen auch aus dem Lager der Magpies. Man konnte den Vertrag mit dem dritten Torhüter Tim Krul um vier weitere Jahre lang verlängern. Der 22-jährige ist bereits seit 2005 beim Verein.

Um David Beckham hat sich dieser Tage vor allem West Ham United gekümmert. Der 35jährige hat aber über seinen derzeitigen Verein LA Galaxy aber mitteilen lassen, dass er sich in Kalifornien wohl fühle und es keinen Kontakt zu den Hammers gab. Derweil kursieren weitere Namen im Upton Park. Die Besitzer Gold und Sullivan würden wohl gerne noch den ein oder anderen großen Fisch angeln. Auf der Interessentenliste stehen – glaubt man dem Rauschen im Blätterwald – Thierry Henry und Guti. Aber West Ham wurde ja auch mit Raul in Verbindung gebracht.

Der FC Liverpool sucht nach Ersatz für Xavier Mascherano, der seinem alten Trainer Rafael Benitez zu Inter Mailand folgen wird. Ganz oben auf der Wunschliste bei Roy Hodgson steht Stiliyan Petrov von Aston Villa. Martin O’Neill dürfte alles andere als erfreut sein und überlegt schon mal die Forderung von Pool in Höhe von sieben Millionen Pfund in die Höhe zu treiben.

Die BBC meldet, dass sich der FC Fulham und Mark Hughes mündlich auf einen Vertrag geenigt haben. Innerhalb der nächsten 48 Stunden soll es eine offizielle Einigung geben. Hughes war zuletzt bei Manchester City angestellt, wurde aber wegen “Erfolgslosigkeit” im Dezember 2009 vor die Tür gesetzt.

West Ham Trainer Avram Grant hat die Tottenham Hotspur in die Schranken gewiesen, sie mögen doch bitte jegliche Bemühungen unterlassen mit Mittelfeldspieler Scott Parker zu sprechen über einen möglichen Wechsel zu den Spurs. Es gab bereits ein offizielles Angebot seitens der White Hart Lane, welche von West Ham zurückgewiesen wurde. “Wir planen für die nächsten Spielzeiten und Scott Parker ist ein sehr wichtiger Bestandteil in unseren Überlegungen”, so Grant.

Spielerberater und ihre unkontrollierten Handlungen. Uli Ferber, unter anderem für Serdar Tasci zuständig, hat der SUN mitgeteilt, dass sein Schützling englischen Fußball über alles liebe und große Achtung vor dem FC Arsenal habe. Und schon dichtet der englische Boulevard einen möglichen Wechsel zu den Gunners vor. Interesse seitens der Londoner soll es aber schon länger gegeben haben.

Das Kapitel Arsenal-Fabregas-Barcelona wollte ich eigentlich zu den Akten legen und die Seite meines Notizbuches nicht noch weiter füllen. Da kam mir die Absage von Wenger an jegliches Kaufangebot des FC Barcelona gestern genau richtig. Blöd nur, dass ich da mal wieder zu optimistisch war. Denn Cesc Fabregas hat in einem spanischen Lifestyle-Magazin noch mal seine Bewunderung für die Katalanen deutlich gemacht:

“I am from Barcelona. I am a club member, along with my grandfather, my uncle and my cousin. I feel those colours and have since I was young. I am Catalan, I am from Arenys, I have come through the Barca youth system.”

Alle Aussagen gibt es bei ESPN Soccernet zusammengefasst.

Derweil äußerte Arsene Wenger heute Zweifel, ob Robin van Persie und Cesc Fabregas schon rechtzeitig für das erste Saisonspiel beim FC Liverpool am 15. August ausreichend fit sein werden um zu spielen.

Testspielergebnisse:
Manchester United – MLS All Stars 5:2
Manchester City – Club America 4:1
Wigan Athletic – Genclerbirligi (TK) 0:0

Thema: Premier League | Kommentare (0) | Autor: medispolis

Honesty is the best policy

Donnerstag, 29. Juli 2010 16:43

Es sind Fälle, die eigentlich gar nichts miteinander zu tun haben, die sich in ihrem Ausmaß, ihrer Tragweite und Konsequenzen vielleicht auch erheblich unterscheiden und deswegen gar nicht miteinander verglichen werden können, aber trotzdem stelle ich mir seit Tagen die Frage, warum es Wirtschaftsunternehmen, Veranstalter und Organisatoren von Großveran-staltungen oder Verursacher von Umweltkatastrophen so schwer fällt, auf eine angespannte Lage oder gar Krise so kleinhäutig zu reagieren, indem sie die Kunden oder Betroffenen schlicht die Wahrheit vorenthalten. Von bewusstem Lügen möchte ich an dieser Stelle gar nicht sprechen.

Erstes Beispiel: die Rheinbahn, die Düsseldorfer Verkehrsbetriebe. Die haben derzeit nämlich Fahrermangel, bedingt durch einen erhöhten Krankenstand, zahlreiche Zusatzschichten wegen Großveranstaltungen und der Düsseldorfer Kirmes und den Sommerferien mit vielen abwesenden Mitarbeitern. Und wenn man nicht genug Fahrer hat, hat man nicht genug Fahrzeuge, die gefahren werden können um den Fahrplan zu erfüllen. Ich bin die ganze Woche ins Büro mit der Bahn gefahren und konnte jeden Morgen von Ausfällen einzelner Verbindungen berichten, teilweise sogar zwei Bahnen am Stück. Das ist für die Fahrgäste eine ärgerliche Situation, wenn man darüber nicht informiert wird. Wenn ich von den widrigen Umständen weiß, stelle ich mich auf die Situation ein. Ich habe auch gar kein Problem damit, dann ist es halt so und man muss mit den Gegebenheiten so gut wie möglich umgehen, Rheinbahn wie Fahrgäste. Für was ich allerdings gar kein Verständnis habe, ist der Umgang der Rheinbahn mit dieser Situation. Die Rheinische Post hat ein paar exklusive Informationen und Statements veröffentlicht. Fahrer wie betroffene Fahrgäste bestätigen Ausfälle, die Rheinbahn nimmt als vorübergehende Ausrede Fahrzeugausfälle. In der Werkstatt ist davon aber nichts bekannt. Da geht die Unternehmenskommunikation voll auf. Wieso ist es so schwierig, den Fahrgästen mitzuteilen, dass sie sich auf Ausfälle einstellen müssen, weil es derzeit nicht genügend Fahrer gibt? Wenn ich das weiß und ehrlich vom Unternehmen kommuniziert wird, gibt es meinerseits dann Akzeptanz für die Situation. Doch bei dieser Strategie des Vertuschens und Lügens kann ich nur noch mit dem Kopf schütteln. Zumal jeder, aber wirklich jeder in Düsseldorf von den Problemen berichten kann. Nur die Rheinbahn nicht. Unverständlich. Und den Ärger bekommen dann wieder die Fahrer ab, die sowieso schon durchweg einen intensiven anstrengenden Job haben.

Und man könnte die Liste dieser Fälle fortsetzen, angefangen beim einen globalen Konzern wie BP bis hin zur Deutschen Bahn oder den Veranstaltern der Loveparade und der Stadt Duisburg. Ich kenne wenige Fälle aus dem Bereich der Krisenkommunikation, wo Verschleiern oder bewusstes Verschweigen von Tatsachen sich irgendwann ausgezahlt hat. Es kommt ehe irgendwann alles ans Licht, Medien und effektiven Ermittlungsbehördern muss hin und wieder auch mal gedankt werden. Wie fühlt man sich, wenn man ganz offensichtlich kein tragfähiges Sicherheitskonzept für eine Großveranstaltung hatte? Wer dafür letzlich zuständig ist und in wessen Verantwortungsbereich dieser Sachverhalt liegt, ist das Aufgabe der Staatsanwaltschaft herauszufinden. Für mich als Bürger oder direkt Betroffenen ist das in erster Linie völlig egal. Für mich wäre es ein Zeichen und angemessen, wenn man Fehler, die ganz offensichtlich begangen würde, zugibt. Sie passieren, es ist ärgerlich und sogar tödlich. Leider. Aber es ist keinem geholfen, wenn man als Person oder Führungskraft in der Öffentlichkeit ein desolates eigenes Bild abgibt und sich keiner Schuld bewusst sein will. Menschen lassen sich nicht für dumm verkaufen. Und als Chef eines Unternehmens, einer Institution oder Behörde hat man immer auch Verantwortung für seine Mitarbeiter und Angestellten. Denn die sind es meist, die in Kontakt kommen, mit Fahrgästen, normalen Bürgern, Freunden und Bekannten. Und die müssen sich dann erklären und rechtfertigen und werden von der Chefetage im Stich gelassen.

Ich hatte eigentlich den Eindruck, dass durch die Finanz- und Wirtschaftskrise das Bewusstsein für eine faire und ehrliche Unternehmenskommunikation auch zum Schutz der eigenen Mitarbeiter wieder erheblich gewachsen ist. Die letzten Tage und Wochen lassen mich daran wieder mehr zweifeln. Auch wenn es nur Einzelfälle sind, die gar nichts miteinander zu tun haben. Aber wie heißt es so schön: Honesty is the best policy.

Thema: Düsseldorf, Wirtschaft | Kommentare (2) | Autor: medispolis