Premier League 2010/2011: News in Kürze (VIII) – Transfer Deadline Day

“High Drama as well as High Definition”, so beendeten die Moderatoren von Sky Sports News um 18:00 Uhr englischer Zeit ihre Sondersendung zum Transfer Deadline Day. Sky Sports News ist seit einigen Tagen auch in HD empfangbar. Es war wieder ein Tag voller Gerüchte, Mutmaßungen und Spekulationen. “By my sources” wurde zu einer häufig gebrauchten Floskel. Blicken wir abschließend fein säuberlich, Stand kurz vor Mitternacht, auf die wichtigsten Entwicklungen und Transfers dieses Tages.

Stoke City konnte nach dem miserablen Saisonstart vier Neuzugänge verpflichten. Eidur Gudjohnson kommt als Saisonausleihe vom AS Monaco, ebenso Jermaine Pennant von Real Sarragossa. Marc Wilson kommt vom FC Portsmouth. Der 23-jährige hat einen 4-Jahres-Vertrag bei den Potters unterschrieben. Im Gegenzug wechseln Liam Lawrence und Dave Kitson an die Südküste Englands. Und bereits am Morgen konnte der senegalesische Nationalspieler Salif Diao verpflichtet werden. Der 33-jährige spielte bereits ab 2007 zwei Spielzeiten für die Potters und bekommt jetzt einen 2-Jahres-Vertrag.

Den wohl größten Coup veranstaltete der FC Sunderland. Die Black Cats investierten das Geld aus dem Verkauf von Kenwyne Jones (zu Stoke City) in den ghanaischen Nationalspieler Asamoah Gyan. Er bekommt einen 4-Jahres-Vertrag und kostet 13 Millionen Pfund. Neuer Rekordtransfer für das Stadium of Light.

Um den FC Liverpool gab es heute auch zahlreiche Gerüchte. Ryan Babel stand kurzzeitig vor dem Abflug nach London, der Niederländer bleibt aber an der Anfield Road. Liverpool hat es geschafft keine weiteren Stammspieler abgeben zu müssen. Dafür konnte Linksverteidiger Paul Konchesky vom FC Fulham geholt werden. Der 29-jährige bekommt einen 4-Jahres-Vertrag. Trainer Hodgson kennt Konchesky noch aus gemeinsamen Zeiten bei Fulham. Teil des Deals sind Lauri Dalla Velle und Alex Kacaniklic, die regelmäßig in der zweiten Mannschaft der Reds gespielt haben und nun ihr Potential bei Fulham weiter entwickeln sollen. Emiliano Insua wurde für die Saison an Galatasaray Istanbul ausgeliehen. Und Damien Plessis gab man an Panathinaikos Athen ab. Spült immerhin etwas Geld in die klamme Kasse der Reds.

Nichts Neues in Sachen Torhüter beim FC Arsenal. Shay Given bleibt bei Manchester City, Mark Schwarzer beim FC Fulham. Und Arsenal hofft auf eine sehr starke Saison von Manuel Almunia. Wenger hatte die Transfersituation am Wochenende bereits als schwierig und teilweise sogar als “tot” bezeichnet. Jetzt hat sich da also nichts mehr getan. Derweil wurde eine 1-jähriges Ausleihegeschäft von Armand Traore zu Juventus Turin verkündet. Ruhiger Nachmittag im Emirates Stadium.

Dass Birmingham City mit dem chinesischen Besitzer Yeung im Hintergrund ausreichend Geld für auch kurzfristige Transfers hat, ist seit längerem bekannt. Drei wichtige Verpflichtungen konnten heute in den St. Andrews Park gelotst werden. Alexander Hleb wird für eine Saison vom FC Barcelona ausgeliehen. Zudem bekam der tschechische Mittelfeldspieler Martin Jiranek beinen Vertrag für ein Jahr. Zudem konnte – und das ist wohl die nachhaltigste Spielerverpflichtung – der chilenische Nationalspieler Jean Beausejour unter Vertrag genommen werden. Der sollte den meisten ja noch von der WM bekannt sein. Beausejour bekommt einen 3-Jahres-Vertrag, über die Ablösesumme mit seinem ehemaligen Verein, Club America aus Mexiko, wurde Stilschweigen vereinbart.

Viele Dramen und Gerüchte gab es heute auch um Manchester City. Man hatte erwartet, dass die Citizens um Kosten zu sparen noch einige Spieler abgeben. Immer wieder wurde um einen Wechsel von Emmanuel Adebayor spekuliert. Der Togolese bleibt jetzt aber ebenso bei City wie Roque Santa Cruz und Shay Given. Alle haben angekündigt, dass sie um einen Stammplatz kämpfen wollen. Das bietet Konfliktpotential für die gesamte Saison, wird sicher nicht uninteressant. Zwei Spieler hat man immer abgeben können. Robinho beendet seine wechselhafte Zeit in Eastlands und unterschreibt beim AC Mailand. Vor zwei Jahren noch als ganz großer Hoffnungsträger tituliert, konnte er die großen Erwartungen selten erfüllen. Nun bekommt er in Italien einen 4-Jahres-Vertrag, Ablösesumme soll bei 22 Millionen Pfund liegen. Wahnsinn. Zudem angelte sich Leeds United City’s Mittelfeldspieler Adam Clayton, der bereits an die Ellen Road ausgeliehen war und jetzt einen dauerhaften Kontrakt bekommt.

Kein Transfer Deadline Day ohne viel Brumborium durch die Tottenham Hotspur. Bereits am frühen Morgen hat man mal ausprobiert, was an Gerüchten so möglich ist. Angeblich hatte man die Fühler nach Steven Pienaar vom FC Everton, Adebayor, Scott Parker und Ryan Babel ausgestreckt. Nichts ist davon passiert. Einen neuen Torhüter gibt es aber. Stipe Pletikosa wurde von Spartak Moskau für eine Saison ausgeliehen. Damit haben die Spurs jetzt drei erfahrene und stets einsatzbereite Torhüter. Eine Stärkung des Mittelfelds und des Sturms hat Harry Redknapp aber nicht erreicht. Dachte man bis zum Abend. Gegen 19:00 Uhr meldete der Sky Sports News Reporter, dass ein Wechsel von Rafael Van der Vaart bevorstehe. Redknapp soll auf dem allerletzten Drücker in Gesprächen mit dem Niederländer gewesen sein. Am Abend gegen 21:00 Uhr hat Redknapp gegenüber Sky die Bemühungen um VdV bestätigt. Spanische Medien meldeten daraufhin, dass ein Wechsel zu den Spurs bereits fix sei. Van der Vaart solle für acht Millionen Pfund zu haben sein. Da die Anstrengungen aber sehr kurzfristig geschen sind, weiß man nicht, ob alle Formalia und Regularien seitens der Premier League erfüllt worden sind. Ein Wechsel erscheint sehr wahrscheinlich, kann aber noch ein paar Stunden auf sich warten lassen. Redknapp – der alte Fuchs.

Wigan Athletic hat sich die Dienste von Franco Di Santo gesichert. Der Stürmer vom FC Chelsea bekommt einen 3-Jahres-Vertrag. Keine genaueren Angaben zur Ablösesumme sind bekannt. Von Manchester United kam Tom Cleverley für ein Ausleihgeschäft für die laufende Saison.

West Ham United stand ebenfalls stark im Fokus an diesem Dienstag. Finanziell nicht auf Rosen gebettet, waren die guten Spieler der Hammers stark begehrt. Liverpool hatte die Fühler nach Carlton Cole ausgestreckt (im Gegenzug sollte Ryan Babel in den Upton Park kehren), die Spurs wollten mit aller Macht Scott Parker. Alle Spieler bleiben bei West Ham. West Ham gab hingegen den schweizer Verteidiger Fabio Daprela an den Serie A-Aufsteiger Brescia ab. Der 19-jährige bekommt dort einen 5-Jahres-Vertrag.

Mit ganz wenig Geld ist hingegen der FC Blackpool ausgestattet. Der Aufsteiger konnte dann auch keine großen Summen ausgeben, konnte aber zwei Neuzugänge vermelden. Vom Zweitligisten Leicester City kommt DJ Campbell jetzt auf permanenter Basis. Er war bereits letzte Saison an die Seasiders ausgeliehen. Im Playoff-Halbfinale gegen Nottingham Forest erzielte er einen Hattrick. Großer Publikumsliebling, kein schlechter Deal für Blackpool (11 Tore in 18 Spielen). Über die Ablösesumme für den Wechsel des 28-jährigen liegen keine Zahlen vor. Zweiter Neuzugang ist Matt Philipps vom Viertligisten Wycombe Wanderers. Der englische U19-Nationalspieler kostet 325.000 Pfund.

Die Wolverhampton Wanderers haben Marcus Bent von Ligakonkurrent Birmingham City ausgeliehen.

Aus Portugal gibt es Verstärkung für die Bolton Wanderers. Der spanische U19-Nationalspieler Rodrigo Moreno wird von Benfica Lissabon ausgeliehen, nachdem er vor ein paar Monaten erst von Real Madrid an den Tejo ausgeliehen wurde. Mit Marcos Alonso, der im Juni von den Königlichen zu den Wanderers gewechselt war, hat er einen guten Freund beim Verein.

Joseph Yobo vom FC Everton wird für eine Saison an Fenerbahce Istanbul ausgeliehen. Die Türken können am Ende der Spielzeit die Option für einen längeren Vertrag ziehen.

Bereits am Montag hatte West Bromwich Albion Paul Scharner verpflichtet. Der 30-jährige österreichische Nationalspieler spielte letzte Saison bei Wigan Athletic. Dort wurde sein Vertrag aber nicht verlängert. Nun hat er doch einen neuen Verein gefunden. Er bekommt einen 2-Jahres-Vertrag.

Die Blackburn Rovers – eigentlich im Stillen zumindest zu Beginn des Monats dank Übernahmegerüchte noch heißer Kandidat für große Transfers – hatte einen ganz ruhigen Dienstag heute. Man gab lediglich zwei Spieler ab. Alan Judge, 21-jähriger Mittelfeldspieler, wird bis Ende Januar an Notts County ausgeliehen. Er war bereits letzte Saison von den Rovers an Plymouth Argyle ausgeliehen. Mehrere Zeitungen meldeten ebenso, dass Lars Jacobsen zu West Ham United geht. Eine offizielle Bestätigung wird es aber wohl erst am Mittwoch geben.

Keine neue Entwicklungen gibt es bei der Trainersuche von Aston Villa. In einem Anflug von Hyperventilation wurden am Morgen gleich drei Trainernamen in den Ring geworfen. David Moyes vom FC Everton, Sunderlands Steve Bruce und Alex McLeish von Birmingham City. Das waren drei Enten. Villa sucht einen Trainer mit Erfahrung in der Premier League. Deshalb werden immer wieder auch die Namen Mark Hughes von Fulham (aber das wäre ja Wahnsinn, wenn er da jetzt wieder weggehen würde) und Sven Göran-Eriksson. Aber bisher sind alle Bemühungen von Villa-Besitzer Lerner ins Leere gelaufen. Mittlerweile hat auch Interimstrainer Kevin MacDonald seinen Hut in den Ring geworfen und hat im Umfeld und bei den Fans von Villa durchaus Befürworter, die ein dauerhaftes Engagement von MacDonald als Villa-Trainer sehen würden.

Premier League 2010/2011, Power-Ranking #1

In Zukunft werde ich in regelmäßigen Abständen meine Eindrücke aus den Spielen in der Premier League einfließen lassen in ein Power-Ranking. Die Tabelle ergibt sich aus eine Summe der Spielergebnisse und meinen Beobachtungen während der Spiele. Das ganze soll nicht nach jedem Spieltag geschehen, sondern alle drei bis vier Wochen. Ich möchte also kein kurzfristiges Stimmungsbild zeichnen, sondern durchaus die Entwicklung über ein paar mehr Spieltage berücksichtigen. Zeit also für das erste Power-Ranking nach 270 Minuten Premier League, rechtzeititg vor der Länderspielpause.

1. FC Chelsea
Es war ja irgendwie auch ein dankbarer Saisonstart für die Blues. Die Gegner hießen West Brom, Wigan Athletic und Stoke City. Dass man danach neun Punkte auf dem Konto haben würde, hätte man ohne viel Sachverstand raten können. Es waren aber nicht unbedingt die Siege, die den FC Chelsea an die Spitze des Power-Rankings gebracht haben, sondern mehr die Art und Weise, wie diese Spiele gewonnen werden. Zurzeit ist das Team von Ancelotti das spielstärkste der Liga. 14 Tore, noch kein Gegentreffer und jederzeit in der Lage auch nach verhaltenem Beginn einen Gegner zu überrollen. Interessant wird zu sehen sein, wie Chelsea gegen stärkere Mannschaften ihr Spiel durchbringen. Und das in den nächsten Wochen erstmal ohne John Terry und Frank Lampard.

2. Manchester United
Mit Ausnahme von knapp 30 Minuten beim FC Fulham hat mich Manchester United bislang überzeugt in den ersten drei Spielen der Premier League Saison. Auch wenn man nicht stets am Limit spielt und über 90 Minuten ein Spiel beherrscht, reicht es stets für komfortable Siege, spielerisch gut herausgespielt. Und wohl der größte Vorteil: Man Utd braucht wenig Chancen für die Tore. Nani mit einer hervorragenden Frühform.

3. FC Arsenal
Mehr als ordentlicher Saisonstart auch für den FC Arsenal, im Vergleich zu Manchester United aber noch zu anfällig in der Defensive und stets die bekannten Probleme beim Torabschluss. Wobei das im Vergleich zur letzten Spielzeit schon erheblich verbessert wurde. Ganz schwache zweite Halbzeit beim Auswärtsspiel an der Anfield Road, überzeugender Pflichtsieg gegen Blackpool und eine ordentliche Leistung in Blackburn. Macht sieben Punkte aus drei Spielen. Theo Walcott bisher ein Kandidat für den Spieler des Monats, ihm scheint die Sommerpause richtig gut getan zu haben. Fabregas braucht noch etwas Zeit, Nasri ist erst in in vierzehn Tagen zurück. Zudem fehlt van Persie für einige Wochen. Wie immer keine einfachen Rahmenbedingungen bei den Gunners, aber viele positive Anzeichen für eine starke Saison.

4. Bolton Wanderers
Aus den Wanderers werde ich noch nicht so richtig schlau. Überzeugender Auswärtssieg bei West Ham (aber, wer würde derzeit da nicht gewinnen?), zudem zwei allerdings hart erkämpfte Remis vor eigenem Publikum gegen Fulham und Birmingham. Trotzdem ist Bolton bisher die kleine Überraschung nach dem dritten Spieltag. Vielleicht schafft es Johan Elmander endlich mal über eine ganze Saison hinweg Tore zu schießen. Verbesserungspotential noch in der Defensive, vor allem nach Standardsituationen. Dafür umso vorbildlicher der Kampfgeist. Nach 0:2 gegen Birmingham mit 10 Mann und 20 Minuten Zeit noch ein 2:2 erreicht. Das sind bisher andere Wanderers im Vergleich zur letzten Saison.

5. Aston Villa
Ich bin mir immer noch unsicher, ob das 0:6 von Villa bei Newcastle United nur ein Ausrutscher war oder doch Anzeichen für defensive Schwächen, welche diese Saison eine vordere Platzierung verhindern könnten. Beim 1:0-Sieg über Everton wurde dies wieder deutlich. Man hatte viel zu viele Chancen zugelassen und wirkte in der zweiten Halbzeit defensiv ungeordnet und unstrukturiert. Das Glück wurde auch dank der mangelhaften Chancenauswertung der Toffees überstrapaziert. Offensiv gibt es viel Potential, viele gute Spieler. Im Moment braucht man aber zu viele Chancen für ein Tor. Weiter positiv aufgefallen Newcomer Marc Albrighton.

6. Birmingham City
Ordentlicher und erwartbarer Saisonbeginn für City. Heimsieg gegen Blackburn, zudem zwei Remis gegen Teams auf Augenhöhe. 2:2 bei Bolton (dabei schon 2:0 geführt) und 2:2 in Sunderland (dabei schon 0:2 zurückgelegen).

7. Manchester City
Fassen wir erstmal zusammen: Glückliches Unentschieden gegen die Tottenham Hotspur, überzeugender Sieg gegen den FC Liverpool, unglückliche Niederlage beim FC Sunderland, auch weil Tevez freistehend aus kurzer Distanz das Tor nicht getroffen hat. Das Potential für große Spiele und um jedes Team der Premier League schlagen zu können ist definitiv da und größer geworden als letzte Saison. Neuzugang Milner hat sich sehr gut eingefügt, das Zusammenspiel klappt schon ausgezeichnet. Aber insgesamt stimmen die Ergebnisse noch nicht – und nur das zählt am Ende. Ich will da nicht zu viel hineininterpretieren, aber man hätte sich nach dem dritten Spieltag sicherlich mehr als vier Punkte gewünscht.

8. Newcastle United
Die Magpies fahren ein wenig Achterbahn an den ersten Spieltagen. Highlight das 6:0 gegen Aston Villa. Offensiv drückt der Schuh ganz sicher nicht. Dafür sorgt schon Andy Carroll mit seinen vier Saisontoren – Kandidat für Spieler des Monats. Die Probleme liegen vor allem in der Defensive.

9. Wolverhampton Wanderers
Gleiches wie für Newcastle United gilt auch ein wenig für die Wolverhampton Wanderers. Auch wenn die Wolves einen Punkt mehr haben als Newcastle, sind die ganz großen Prüfungen noch nicht gekommen. Was die Leistungen insgesamt nicht schmälern soll. Und fünf Punkte nach drei Spieltagen sind schon mal vier Punkte bis zu den Abstiegsrängen.

10. Tottenham Hotspur
Der Erfolg der Qualifikation für die Champions League Gruppenphase überstrahlt ein bisschen den unterdurchschnittlichen Saisonstart. Es hatte ganz gut angefangen. Das Heimspiel gegen Manchester City zeigte die ganze Spielstärke der Spurs gepaart mit defensiver Stabilität und einem Mittelfeld, das im 4-4-2 durch viel Laufarbeit schnelle Gegenangriffe gut unterbindet und gleichzeitig die Räume sehr eng machen kann. Doch die Formkurve zeigte zuletzt eher nach unten. Man holte den einzigen Saisonsieg bei Stoke City, verbunden allerdings mit viel Glück. Und zuletzt gab es eine dürftige Leistung an der Lane und die verdiente Heimniederlage gegen Wigan Athletic. Heißt im Umkehrschluss, dass der Kader von Harry Redknapp trotz zahlreicher Neuverpflichtungen bei einigen Verletzten schon nicht tief genug ist um in zwei Wettbewerben gleichsam erfolgreich zu bestehen.

11. FC Blackpool
Dass man als Aufsteiger beim FC Arsenal nicht unbedingt gewinnen muss, dürfte klar sein. Ian Holloways Befürchtung, die Chance sich zu blamieren, sei trotzdem ziemlich hoch, ist dann zwar eingetreten. Aber ob man dann 0:3 oder 0:6 im Emirates verliert, ist zweitrangig, solange man als Aufsteiger in anderen Spielen die Punkte holt. Und das haben die Seasiders erledigt.

12. FC Sunderland
Simon Mignolet heißt der neue Torwart bei den Black Cats und hat zum Einstand gleich mal gepatzt. Das dürfte jetzt erstmal vergessen sein, zeigte er doch beim 1:0-Sieg gegen Manchester City eine fantastische Leistung. Sunderland steht derzeit im Mittelfeld der Tabelle und so waren auch die Leistungen. Der Weggang von Kenwyne Jones ließ Sunderland ungefährlicher im Angriff wirken. Da muss auf dem Transfermarkt also noch einmal nachgelegt werden.

13. FC Liverpool
Ähnliches wie für die Tottenham Hotspur gilt auch für den FC Liverpool. Nach den 90 Minuten am 1. Spieltag gegen den FC Arsenal war ich überzeugt, dass Roy Hodgson den Reds frischen Wind eingehaucht hat und auch taktisch sein System schon gut umgesetzt fand. Vor allem defensiv sehr sicher. Das hatte sich dann nach dem 0:3 bei Man City auch erledigt. Die erste Halbzeit gegen West Brom war mit das schlechteste, was ich von Liverpool in den letzten Jahren gesehen habe. Letzlich wurde das dann ein 1:0 – dank individueller Klasse von Torres. Der Abgang von Mascherano zu Barca machte sich sehr negativ bemerkbar. Lucas und auch Neuzugang Poulsen fehlte Abstimmung und Dynamik im defensiven Mittelfeld und vor allem auch der Drang sich offensiv einzuschalten. Wirkte alles sehr statisch. Und zu allem Überfluss ließ man viel zu viele Chance für die Baggies zu. Ganz viel Arbeit für Hodgson und sein Trainerteam.

14. Blackburn Rovers
Ich hatte es schon am Samstag im Live-Blog geschrieben. Die Rovers zeigen keine schlechte Leistungen, teilweise nur unschönen Fußball. Aber das ist legitim und zu einem gewissen Bestandteil ja auch erfolgreich. Dem Sieg gegen Everton folgten aber zwei Niederlagen, die Formkurve zeigt also nach unten. Und bei den Verhandlungen über eine Übernahme der Rovers durch indische Unternehmer ist man auch nicht weitergekommen. Also nicht rechtzeitig für dieses Transferfenster.

15. FC Fulham
Bin vom FC Fulham ein wenig enttäuscht. Drei Punkte nach drei Spielen hört sich soweit okay an, zumal es ein Remis vor heimischem Publikum gegen Manchester United gab. Dazu aber nur zwei magere Unentschieden gegen Bolton und Blackpool. Da hat Mark Hughes nach drei Spielen noch nicht den perfekten finalen Anstrich gefunden.

16. FC Everton
Bisher steht nur ein mageres 1:1 gegen die Wolves auf dem Punktekonto für Everton. Am meisten schmerzt wohl das 0:1 zum Saisonauftakt gegen Blackburn. Aber was ich über 90 Minuten gegen Aston Villa gesehen habe, war für Everton sehr vielversprechend. Es stimmt fast alles im Team, nur das Ergebnis nicht. Wenn man schleunigst die Chancenauswertung verbessert, wird man sehr schnell ins Mittelfeld der Tabelle vorrücken.

17. West Bromwich Albion
Eigentlich müsste man bei West Brom gar nicht so besorgt sein. Man hat mit Liverpool und Chelsea schon zwei große Gegner hinter sich und völlig überraschend nicht gewonnen. Dabei aber insbesondere an der Anfield Road eine richtig gute Leistung gezeigt. Niemand erwartet von einem Aufsteiger – ich betone es immer wieder gerne – Siege gegen die Big Four. Schon eher gegen Teams wie Sunderland. Und das haben die Baggies mit dem 1:0 erfüllt. Unterm Strich bleiben dann aber lediglich drei Punkte, trotzdem vielversprechende Ansätze.

18. Wigan Athletic
Der Auswärtssieg bei den Tottenham Hotspur war zumindest ein wenig Licht am Ende des Tunnels. Aber ansonsten waren die Leistungen von Wigan gegen Blackpool und Chelsea durch die gesamte Mannschaft sowas von schlecht, dass ich noch abwarten würde, ob der Sieg bei dem Spurs nicht nur die Ausnahme von der Regel war.

19. Stoke City
Noch kein Punkt nach drei Spielen. Das hatte man sich bei den Potters auch anders vorgestellt. Viel hat nicht gefehlt, zweimal hat man nur mit einem Tor Unterschied verloren, beim FC Chelsea hilet man über 90 Minuten eigentlich ganz pasabel mit. Stoke kommt überraschend schwer in die Spiele hinein. Fünf der sechs Gegentore hat man bereits in der ersten Hälfte kassiert.

20. West Ham United
Ich hatte am Samstagabend zumindest die erste Hälfte von Man Utd gegen die Hammers verfolgt. Und das, was ich gesehen habe, macht mich ein wenig fassungslos. West Ham-Fans sollten sich Sorgen machen. Da ging überhaupt nichts zusammen. Man fragt sich, was Avram Grant den Sommer über gemacht hat. Zur Buche stehen jetzt Niederlagen gegen Aston Villa, Bolton und Man Utd. Und in alle drei Partien war man richtig schlecht und praktisch chancenlos. Man muss mal schauen, was West Ham noch auf dem Transfermarkt macht. Scott Parker und Carlton Cole werden von den Spurs respektive Liverpool umworben. Und für große Verstärkungen fehlt West Ham das Geld. Da sollte primäres Ziel erstmal das Zusammenhalten des jetzigen Kaders sein. Und dann müssen alle – Spieler wie Trainer – sich ganz schnell hinterfragen. Denn so dürfte es recht schnell sehr ungemütlich um den Upton Park werden.

Zitat des Tages: Sonntag, 29. August 2010 – Nieren-Glück

“Erkrankungen von Politikern sind immer ein Stoff für den Boulevard. Gerade die SPD hat da Erfahrung. Groß war die Aufregung beim Hörsturz von Matthias Platzeck, ihm folgte sein Rücktritt vom SPD-Vorsitz. Auch ein Schwächeanfall von Franz Müntefering im Wahlkampf war ein Aufreger, selbst eine Grippe von Kurt Beck gab für Tage Anlass zu Spekulationen. Krankheiten sind Ausdruck der Schwäche, werden schnell als Zeichen einer politischen Krise gedeutet. Steinmeiers Leute waren jedenfalls vorgewarnt, dass der Wirbel groß sein würde. Dennoch waren manche überrascht, wie groß er war, nachdem der 54 Jahre alte SPD-Fraktionschef am Montagmorgen verkündet hatte, er werde nun ins Krankenhaus gehen, um seiner sechs Jahre jüngeren Frau eine Niere zu spenden.”

Markus Wehner zeichnet in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung ein lesenswertes Porträt von Frank-Walter-Steinmeier in seiner Rolle als Helfer für seine erkrankte Frau nach.

Ich fand es sehr interessant in den letzten Tagen zu sehen, wie die Hilfe von Frank-Walter Steinmeier für seine kranke Frau immer wieder auf sein politisches Standing und seine politische Rolle in der SPD als Fraktionsvorsitzender im Bundestag bezogen wurde. Ich kann das jetzt nicht ganz nachvollziehen, warum Steinmeier durch den – wie ich finde – ehrenwerten und anerkennungswürdigen Schritt daraus politisches Kapital ziehen könnte.

In diese Kerbe geht auch der Bericht von Wehner. Er berappele sich jetzt politisch. Da hört man monatelang von Steinmeier ganz wenig, er versteckt sich hinter Parteichef Gabriel, wirkt wegen seiner Haltung zur Rente mit 67 in der SPD als ehemaliger Befürworter der Agenda 2010 ein wenig isoliert und auch in den Medien kommt er wenig dynamisch, häufig hölzern und kompliziert in der Politikvermittlung rüber. Und das soll jetzt durch die Nierenspende alles anders sein? Wie gesagt, ich will Steinmeier dafür nicht kritisieren und will ihm da bei weitem nicht eine gewisse Intention zur Verbesserung seines politischen Standing vorwerfen, nur missfällt mir ein wenig die Interpretation vieler Journalisten, dass Steinmeier jetzt auf einmal wieder Everybody’s darling auf der politischen Bühne in Berlin ist. Das geht mir zu einfach.

Hätte Steinmeier keine Niere spenden müssen, hätte man in den letzten Wochen wahrscheinlich keine Zeile über Steinmeier gelesen, allenfalls seine Haltung zur Rente mit 67 und der parteiinternen Diskussion mit den Agenda-Gegnern und Agenda-Befürwortern. Ich will jetzt keine Medienschelte betreiben, nur finde ich das vermessen, Steinmeiers ehrenwerten Schritt irgendwie als politischen Bonus zu interpretieren und der Öffentlichkeit so zu vermitteln. Und das hat erhebliche Auswirkungen. Die Bevölkerung verändert ihr Bild und ihre Haltung gegenüber Steinmeier. In den neusten Zahlen des Politbarometer steigt Steinmeier auf Platz 2 der Beliebheitsskala auf 1,6 Punkte (+0,6). Und das wohl hauptsächlich wegen seiner gespendeten Niere. Es ist manchmal beängstigend, wie schnell sich die Bevölkerung leiten lässt und Aktivitäten von Politikern, die gar nichts mit Politik zu tun haben, in ihr Stimmungsbild mit einbezieht. Auch dank der Medien.

Und damit ist eigentlich geklärt, wie man endlich die Politikverdrossenheit und das Ansehen der Politiker steigen lassen kann: Alle Abgeordnete des Bundestags und der Landtage spenden einfach eine Niere. Die Bevölkerung tobt.

Premier League 2010/2011 #3, Blackburn Rovers – FC Arsenal

[15h39] Endstand Blackburn Rovers – FC Arsenal 1:2

Letzlich ein verdienter Sieg für Arsenal, der erste Auswärtssieg seit März. Der Schlüssel zum Sieg waren zwanzig gute Minuten in der zweiten Hälfte, zwischen der 55. und 75. Da fiel ja auch das Tor für die Gunners. Blackburn wirkte in dieser Phase zu passiv und kraftlos. Wenn Arsenal da konsequenter gespielt hätte, wäre ein 3:1 absolut drin gewesen. So musste man wieder bis zum Ende zittern, weil Blackburn verständlich mit vielen langen und hohen Bällen in den letzten 10 Minuten operierte. Aber mit ein, zwei Wacklern Ausnahme stand die Arsenal-Defensive sicher.

Bester Mann heute auf dem Feld übrigens Manuel Almunia. Beim Gegentor chancenlos, ansonsten auch beim Herauslaufen und hohen Bällen fehlerfrei und sehr sicher. Arsenal setzt vor der Länderspielpause den guten Saisonstart fort und nimmt drei Punkte aus dem schwierigen Auswärtsspiel in Blackburn mit. Wenn die Verletzung von van Persie jetzt nicht ganz so schlimm ist, war es ein mehr als ordentlicher August für die Gunners.

Blackburn mit drei Punkten einigermaßen im Soll. Das Spiel der Rovers ist nicht schön anzusehen, die Taktik sehr simpel. Wenngleich ich heute feststellen konnte, das da bei den Rovers auch einige gute spielerische Ansätze zu sehen waren. Größtes Manko wo der Kräfteverschleiß, wenn man gegen Teams wie Arsenal gleich zu Beginn sehr früh angreifen muss. Da braucht man während des Spiels mal ein paar Ruhepausen. Und genau solch eine hat das Team von Wenger dann zum Sieg genutzt.

[15h36] Konter Arsenal über Chamakh und Walcott. Wilshere scheitert aus kurzer Distanz am glänzend reagierenden Robinson.

[15h36] Drei Minuten Nachspielzeit.

[15h34] Schlussoffensive Blackburn. Und Arsenal ist mächtig am schwimmen.

[15h28] Wechsel Arsenal: Jack Wilshere für Arshavin.

Derweil Blackburn mit der nächsten guten Chance. Salgardo mit dem Schuss aus kurzer Distanz über das Tor.

[15h27] Dunne setzt sich gegen drei Arsenal-Spieler durch. Almunia auf dem Posten. Acht Minuten noch. Und wenn Arsenal weiter sich dem Ende entgegenhampelt, bekommen für noch eine spannende Schlussphase.

[15h26] Wechsel Blackburn: Steven Nzonzi, Spieler der letzten Saison für die Blackburn Fans, kommt für den Torschützen Mame Diouf.

[15h20] Viertelstunde noch zu gehen. Arsenal hampelt mir mit der knappen Führung im Rücken zu viel rum. Da fehlt der letzte Wille den Sack zuzumachen und auf das 3:1 zu gehen. Blackburn fehlt scheinbar die Kraft für das bisherige lange Spiel nach vorne. Im Moment passiert ziemlich wenig. Und wenn man die Gefährlichkeit von Blackburn gesehen hat, sind sie eher fähig aus wenig ein Tor zu machen. Sollte Warnung für die Gunners sein.

[15h13] Wechsel Arsenal: Thomas Rosicky für Cesc Fabregas

Der Spanier noch weit von seiner Bestform entfernt. Hier ist Geduld aller Arsenal-Fans gefragt. Jetzt also Rosicky für die letzten knapp 25 Minuten.

[15h10] Wechsel Blackburn: Martin Olsson für Nikola Kalinic

Immer mehr Oberwasser für Arsenal, weil Blackburn seine Angriffe jetzt nicht mehr so gut aufzieht und zuende spielt wie in der ersten Hälfte. Wäre Arsenal etwas konsequenter im Abschluss und würde auch mal einen Fernschuss wagen, könnte es bereits 3:1 stehen.

[15h08] 72% Balbesitz für den FC Arsenal in der zweiten Hälfte.

[15h05] Ganz entscheidene Phase in der Partie. Arsenal schafft es immer wieder Blackburn jetzt aus der Defensive zu locken. Gleichzeitig drücken die Rovers bei ihren Angriffen aufs Tempo. Im Moment steht Arsenal aber ganz gut defensiv, noch keine Chance in der zweiten Hälfte zugelassen.

[15h02] Wechsel Blackburn: David Dunn für Vince Grella. Also mehr Offensive für die Rovers. Dunn bester Torschütze in der vergangenen Saison für das Team von Big Sam.

[15h00] Blackburn jetzt etwas offener in der Defensive, Arsenal mit mehr Platz im Mittelfeld, den sie für einen weiteren Konter nutzen. Arshavin bedient Fabregas auf links, der Spanier mit dem gut überlegten Pass in den Rücken der Abwehr, wo Chamakh völlig frei steht. Dessen Schuss wird vom Rücken von Givet noch zur Ecke geklärt. Die bringt dann nichts ein.

[14h56] 1:2, Andrej Arshavin, 51. Minute

Die Gunners mit der Führung. Sagna mit tollem Sprint auf der rechten Seite. Gute Flanke, der Schuss von Fabregas wird erst noch geblockt von der Rovers-Abwehr, den Abpraller kann Arshavin dann problemlos an Robinson vorbei ins Tor schieben.

Bis dahin eigentlich ein unverändertes Bild im Vergleich zur ersten Hälfte. Blackburn mit vielen langen Bällen, Arsenal mit vielen kurzen Pässen. Noch keine Chance, aber Blackburn weiter jederzeit in der Lage gefährlich bei Standards zu sein. Und da gehört ein langer Abstoß von Robinson auch zu.

[14h51] Beginn 2. Halbzeit

[14h48] Die BBC meldet, dass van Persie einen dicken Knöchel hat, der mit Eis gekühlt wird. Weitere Untersuchungen samt Scan am Montag.

[14h34] Halbzeit Blackburn Rovers – FC Arsenal 1:1

Ganz interessantes Spiel, nicht hochklassig und auch nicht mit großen Torchancen am Fließband, aber spannend, wie beide versuchen mit ihrem Spielsystem zum Erfolg zu kommen. Beiden ist dies ganz gut gelungen. Das Remis zur Pause geht in Ordnung, wenngleich Blackburn etwas mehr Gefahr vor dem gegnerischen Tor ausstrahlte.

Arsenal mit gutem Start in dieser Partie, dann fand Blackburn zwischen der 10. und 20. Minute sehr gut ins Spiel. Spielten schnell nach vorne, hoch und direkt, gefährlich bei den langen Einwürfen von Pedersen und den Eckbällen. Die Gunners hatten dann einmal Platz zum Kombinieren und schlossen mit der Führung durch Walcott ab. Blackburn für einen Moment geschockt, fand dann aber schnel zurück ins Spiel und glich verdient aus. In den letzten 10 Minuten in der ersten Hälfte verteiltes Spiel, beide mit guten Ansätzen, aber wenig Torchancen. Van Persie in seinem 200. Spiel für Arsenal schon verletzt raus. Fabregas hat sich gesteigert nach viel Passivität zu Beginn. Bester Mann bei den Gunners Almunia, der bei den vielen Standardsituationen richtig konzentriert sein muss. Pluspunkte bei den Rovers für Kapitän Samba, ganz starkes Spiel.

Für den zweiten Durchgang: Arsenal muss die vielen Standards für Blackburn noch mehr eindämmen und selbst wieder mehr auf die Führung gehen. Das wirkt – auch weil Blackburn defensiv sehr gut steht – häufig ein wenig statisch und langsam. Und Blackburn muss eigentlich nur so weiterspielen.

[14h31] Drei Minuten Nachspielzeit in der ersten Hälfte

[14h24] Bei dem Spielverlauf kaut sich das Kaugummi doch ganz passabel auf der Tribüne für Big Sam.

[14h21] Und jetzt ist es wieder Kick and Rush. Lange Abstöße von Robinson und alle kopfballstarken Spieler sind dann vorne. Sieht nicht unbedingt schön aus, aber Blackburn spielt das sehr erfolgreich und gefährlich runter.

[14h19] Wechsel Arsenal: Marouane Chamakh für Robin van Persie. Der Niederländer mit Schmerzen am linken Knöchel. Same procedure as every year.

[14h12] 1:1, Mame Diouf, 27. Minute

Und fertig geschüttelt. Ist ein richtig klasse Fußballspiel. Blackburn setzt wieder da an, wo sie vor dem Rückstand aufgehört haben. El Hadji-Diouf setzt sich auf der linken Seite gegen Koscielny viel zu einfach durch, wunderbarer Pass in die Mitte, Mame Diouf sprintet in die Lücke zwischen Clichy und Vermaelen und schiebt in seinem Premier League Debüt zum Ausgleich ein. Warum Koscielny da auf rechts mit El Hadji-Diouf im Lauduell war, muss ich mir noch mal anschauen. Eigentlich sollte das ja Aufgabe von Sagna sein. Und Koscielny hat offensichtlich in der Mitte dann gefehlt. Schön herausgespielt von Blackburn.

[14h11] Arsenal nach der Führung mit mehr Ballbesitz und mehr Ballsicherheit im Mittelfeld, lassen die Kugel gut durch die eigenen Reihen laufen. Blackburn schüttelt immer noch  den Schock der Führung ab.

[14h05] 0:1, Theo Walcott, 20. Minute

Zum ersten Mal bekommt Arsenal Platz im Mittelfeld nach einem Angriff der Rovers. Und wie sie den nutzen, war einfach nur wunderschön anzusehen. Drei Stationen, bis der Ball zu Walcott kommt. Arshavin zieht zwei Spieler im Mittelfeld auf sich, kann den Ball noch zu van Persie bringen, bindet wieder zwei Spieler, Pass auf rechts zu Walcott, der völlig frei steht. Walcott geht noch zwei Schritte und schließt mit einem präzisen Schuss ins lange Eck ab. Klasse gemacht, keine Chance für Robinson.

Hat sich nicht unbedingt angedeutet.

[14h01] Blackburn nährt sich der Führung. Ecke Pedersen von links, in der Mitte setzt sich Samba gegen Diaby durch, Kopfball knapp über das Tor. Blackburn macht das exzellent bisher, greifen Arsenal früh an, setzen sie unter Druck. Die Gäste haben wenig Platz zum Kombinieren. Einziger Nachteil: Was die Rovers da spielen und läuferisch absolvieren, kann man eigentlich nicht über 90 Minuten durchhalten.

Fabregas noch gar nicht im Spiel, Arsenal fehlt das nötige Übergewicht im Mittelfeld für Konter und das schnelle Spiel nach vorne. Arshavin auf links bemüht, vieles geht über den Russen, Walcott auf rechts noch gar nicht eingebunden.

[13h55] Gerade ausgelost, die dritte Runde im Carling Cup. Arsenal muss an die White Hart Lane zu den Tottenham Hotspur. Blackburn auswärts bei Aston Villa. Alle Ansetzungen.

[13h54] Druckphase Blackburn jetzt. Häufig lange Einwürfe von Pedersen, Arsenal mit den vielen kleinen Spielern richtig gefordert. Fabregas rettet per Kopf auf der Linie nach Kopfball von Ryan Nelson.  Eine Minute später kann Almunia mit den Fingerspitzen gerade noch den Ball um den Pfosten lenken und kracht mit seinem Kopf an das Aluminium. Stark gehalten. Die Gunners wackeln. Blackburn brandgefährlich bei Ecken.

[13h52] Huch, wer ist denn das? Alex Song hat mal wieder die Haarfarbe gewechselt. Die englischen Kommentatoren: “Great hair”.

[13h49] Vier Minuten durch und Arsenal hat die erste richtig gute Chance zur Führung. Nach Ecke von rechts dringt Fabregas in den Strafraum ein, bedient Walcott. Unsicherheit in der Rovers-Abwehr, Diaby mit dem Schuss aus dem Hintergrund. Der Schuss prallt gegen einen Abwehrspieler, dann gegen Torwart Robinson und nicht ins Tor. Blackburn kann klären. Arsenal spielbestimmend in den ersten Minuten.

[13h48] Schlüssel für Arsenal zum Erfolg: Präsenz im Mittelfeld, eigenes schnelles Spiel nach vorne und Standardsituationen des Gegners verhindern.

[13h46] Beginn 1. Halbzeit

Chris Foy ist der Referee unter wachsamer Aufmerksamkeit von Arsene Wenger. Die Gäste stoßen an. Arsenal in rot von rechts nach links in der ersten Hälfte. Blackburn in weiß-blau.

[13h43] Und auch heute mal wieder alle Augen auf Manuel Almunia. Der Arsenal-Torwart hat es nicht leicht in diesen Tagen.

[13h39] Die Aufstellungen im Ewood Park

Blackburn Rovers: Robinson – Salgado, Nelsen, Samba, Givet – El-Hadji Diouf, Jones, Pedersen, Grella -  Mame Diouf, Kalinic

FC Arsenal: Almunia – Sagna, Koscielny, Vermaelen, Clichy – Diaby, Song – Fabregas, Walcott, Arshavin – van Persie

Drei Veränderungen bei den Gästen aus London. Laurent Koscielny kehrt nach seiner Sperre zurück in die Innenverteidigung. Gleichzeitig beginnen Fabregas und van Persie erstmals von Beginn an in dieser Saison. Dafür müssen Rosicky, Wilshere und Chamakh auf der Bank Platz nehmen. Song kehrt aus der Innenverteidigung wieder ins defensive Mittelfeld zurück. Wird bei Arsenal wohl ein 4-2-3-1 werden. In den letzten Partien war Arshavin meist eher als hängende Spitze aktiv. Offensiv hat Arsenal also genug Flexibilität und kann je nach Spielstand die Formation wechseln. Zwei Wechsel bei Blackburn. Nach seinem Hattrick im Carling Cup gegen Norwich bleibt Mame Diouf im Sturm an der Seite von Kalinic. Vince Grella kehrt ins linke Mittelfeld zurück. Martin Olsson und Steven Nzoni dürfen das Geschehen erstmal von der Bank betrachten.

[13h27] Die Rovers sind extrem heimstark. Vergangene Saison gab es nur drei Heimniederlagen, gegen alle Teams der Big Four hat man im heimischen Ewood Park nicht verloren. Arsenal sollte gewarnt sein – auch weil Blackburn sehr gut in die neue Saison gestartet ist.

[13h22] Arsene Wenger will es scheinbar wissen, stellt Fabregas und van Persie in die Startelf. Dafür müssen Chamakh und Rosicky erstmal auf der Bank Platz nehmen.

[13h20] “Die Schöne und das Biest”, so hatte das britische Sky heute das Samstagmittagspiel der Premier League zwischen Blackburn und Arsenal tituliert und wollte damit auf die beiden unterschiedlichen Spielweisen eingehen. Für Arsenal eine echte Bewährungsprobe heute. Letzte Saison verloren sie bei den Rovers. Und wenn man um den Titel mitspielen will, braucht es drei Punkte in solch unbequemen Auswärtsspielen und beim heimstarken Blackburn. Tach zusammen.

Premier League 2010/2011 Preview #3, Managers under pressure

Vor der Länderspielpause steht der dritte Spieltag der Premier League Saison 2010/2011 auf dem Programm. Auf dem Papier nicht die unebedingt die herausragendsten Ansetzungen, trotzdem einige interessante Spiele dabei. Und frei nach dem Motto: Bloß nicht den Saisonstart verpatzen. Denn dann werden in den nächsten zwei Wochen die Gerüchte über mögliche Trainerwechsel nicht kleiner. Wieder ein Samstagmittagspiel, vier Partien am Nachmittag und das Abendspiel im Old Trafford. Vier Begegnungen am Sonntag.

Vor knapp 10 Tagen gab es abends auf BBC Five Live eine sehr interessante Sondersendung mit dem Titel “Managers under pressure”. Zu Gast war unter anderem der ehemalige Trainer vom FC Fulham, Lawrie Sanchez, der sich über den Druck auf die Trainer im Profifußball sehr kritisch äußerte. Das wäre für einen Menschen nicht zu verkraften. Zur Erinnerung: Sanchez war im Dezember 2007 bei Fulham entlassen worden, nach fünf Niederlagen in Folge. Nachdem Sanchez nicht mehr Trainer war, gewannen die Cottagers neun weitere Spiele nicht. Nicht nur deshalb, so Sanchez, sei es unangebracht stets den Trainer als Sündenbock zu suchen und ihn bei Beginn einer Negativserie sofort zu entlassen. Natürlich kann man Sanchez’ Aussagen auch widersprechen und mit positiven Gegenbeispielen unterfüttern, nichts desto trotz haben vor allem die letzten Spielzeiten in der Premier League gezeigt, dass Trainer viel zu schnell entlassen wurden und der positive Effekt dann ausblieb. Sanchez ging auf einen weiteren Aspekt der Trainerrolle ein. Es könne doch nicht sein, dass bereits nach wenigen Spieltagen Trainer, denen man in der Saisonvorbereitung vertraut habe und die auch verpflichtet habe, schon wieder in Frage gestellt werden, sollten zu Beginn der Saison die entsprechenden Ergebnisse noch nicht erzielt werden. Als Sanchez Trainer bei Fulham in der Saison 2007/2008 war, entbrannte bereits nach wenigen Spieltagen eine Diskussion um Martin Jol, damals in Diensten der Tottenham Hotspur. Jol wurde bei den Spurs dann am 11. Spieltag entlassen, nachdem bereits nach dem vierten Spieltag (0:1-Niederlage bei Man Utd, drei Punkte nach vier Spielen) in London eine heiße Diskussion um seinen Trainerposten entbrannt war.

Und wie sind bei einigen Teams nicht mehr weit davon entfernt solche Entwicklungen auch in dieser Saison zu erleben.

Blackburn Rovers – FC Arsenal
Sky Sport 1 live, Samstag 13h40, Kommentar: Toni Tomic

Beim Eröffnungsspiel des dritten Spieltages ist dies nicht der Fall. Sowohl Sam Allardyce als auch Arsene Wenger sitzen auf sicheren Stühlen bei ihren Teams. Und beide Teams hatten ja auch einen sehr ordentlichen Saisonstart mit jeweils vier Punkten. Beide gewannen ihre Spiele vor eigenem Publikum und holten auswärts ein Remis. Der Sieger der Partie am Samstag setzt also seinen guten Saisonstart fort. Der FC Arsenal hat nun endlich die Verpflichtung von Sevilla-Verteidiger Sebastian Squillaci unter Dach und Fach gebracht, der Franzose wird aber noch nicht im Kader stehen. Deshalb wird Laurent Koscielny wieder an der Seite von Vermaelen in der Innenverteidigung agieren. Denilson ist wieder fit, zudem haben Fabregas und Van Persie jetzt laut Wenger endlich ihren Fitnessstand erreicht, dass sie von Beginn an auflaufen können. Arsene Wenger hat mal wieder einen kleinen Rundumschlag absolviert und das harte Auftreten einiger Mannschaften in der Premier League kritisiert, eine Spielweise, unter der besonders Arsenal leide. Das habe nichts mehr mit Fußball zu tun, so Wenger. Besonders Blackburn und Stoke haben ihr Fett abbekommen. Wenger bezeichnete beide als “Rugby-Teams”. Das war für die Medien natürlich ein gefundenes Fressen. Schaut man sich die gesamten Ausführungen von Wenger genauer an, wird Wenger aber in ein besseres Licht gestellt. Wenig Verletzungssorgen bei den Rovers, einzig hinter dem Einsatz von David Dunn steht noch ein kleines Fragzeichen. Dunn hat übrigens gegen kein anderes Team aus der Premier League mehr Tore erzielt als gegen Arsenal, fünf nämlich. Und auch die Bilanz von Sam Allardyce in Heimspielen gegen Wenger ist positiv (fünf Siege, drei Remis, drei Niederlagen).

Tottenham Hotspur – Wigan Athletic
Trainer unter Druck I – Der Saisonstart von Wigan Athletic ist alles andere als optimal verlaufen. Heimniederlage gegen Aufsteiger Blackpool, Klatsche beim FC Chelsea. Noch kein Tor erzielt, schon zehn Treffer kassiert. Und nun geht es zu den Spurs, voller Euphorie wegen des Einzugs in die Champions League. Wie sicher sitzt Martinez in seinem Trainerstuhl? Noch gibt es keine konkreten Forderungen nach Rücktritt. Unter der Woche führte Martinez aber Krisengespräche mit Chairman Dave Whelan. Dabei stellten sich unterschiedliche Ansichten über mögliche weitere Transfertätigkeiten da. Martinez möchte den Sturm verstärken, Whelan eher die Defensive. Schaut man sich die bisherigen Leistungen an, wäre beides wohl der vernünftige Weg. Aber Martinez hat weiter die Unterstützung von Whelan. Umso optimistischer zeigt sich Martinez vor der Auswärtspartie: “Es geht nicht unbedingt um Ergebnisse, wir müssen unsere beste Leistung abrufen. Ich bin mir sicher, dass dieser Kader dazu fähig ist und das wird es uns erlauben den nächsten Schritt zu gehen und besser als letzte Saison zu spielen.” Lezte Saison schlugen die Spurs Wigan 9:1 vor eigenem Publikum. Fünf Tore damals von Jermain Defoe, sein Einsatz morgen aber fraglich, plagt sich immer noch mit Schmerzen an der Leiste und will eine Operation noch vermeiden. Weiter nicht dabei auch Luka Modric.

FC Chelsea – Stoke City
Sky Sport 1 live, Sasmtag 15h55, Kommentar: Markus Gaupp

Werden die Potters das nächste Opfer vom FC Chelsea? Nach zwei 6:0 könnte jetzt die nächste Gala kommen. Stoke mit ganz schlechtem Saisonstart, Niederlagen gegen die Wolves und Spurs. Immerhin gab es einen knappen Sieg im Carling Cup gegen Shrewsbury. Nicht mit dabei war Torhüter Asmir Begovic, der einfach keinen Bock hatte aufzulaufen. Er wird mit einem Wechsel zum FC Chelsea in Verbindung gebracht. Das Team von Tony Pulis ist noch weit von seiner Bestform der vergangenen Spielzeit entfernt. Und damit eigentlich leichte Beute für den FC Chelsea. Bei den Blues steht erstmals der brasilianische Mittelfeldspieler Ramires im Kader.

FC Blackpool – FC Fulham
Das dürfte dann der erste Maßstab dafür sein, wie gut der FC Blackpool wirklich ist. Gegen Arsenal bekam man doch deutlich die Grenzen aufgezeigt. Der Auswärtssieg gegen Wigan muss jetzt im ersten Heimspiel an der Bloomfield Road bestätigt werden. Es ist das erste Heimspiel der Seasiders in der höchsten englischen Liga seit über 39 Jahren. Unter der Woche schieden die Gastgeber im Carling Cup mit 3:4 nach Verlängerung beim Zweitligisten MK Dons aus. Trainer Ian Holloway war nicht vor Ort, sondern auf Spielersuche. Und Priorität hat sowieso die Premier League. Fulham kommt mit der Empfehlung des 2:2 gegen Manchester United und will den positiven Trend verfestigen. Bei den Cottagers weiter kein Mark Schwarzer im Tor. Unklar, ob Neuzugang Rafik Halliche – er wechselte von Benfica Lissabon an die Themse – im Kader stehen wird.

Wolverhampton Wanderers – Newcastle United
Was für eine Auferstehung der Magpies! Nach dem 0:3 bei Manchester United putzte man eben mal Aston Villa 6:0 vor heimischem Publikum weg. Gefeierter Held des Wochenendes war Andy Carroll mit seinen drei Treffern. Welches Newcastle sehen wir an diesem Wochenende? Dass offensiv nicht unbedingt der Schuh drückt, hat man schon bei der Auswärtspartie im Old Trafford gesehen. Schwierigkeiten gibt es eher in der Defensive. Da hatte man Glück, dass Villa letzten Sonntag diese mal so gar nicht gefordert hat. Das dürfte Wolverhamton besser machen. Vier Punkte aus zwei Spielen, damit liegt man gut im Soll.

Manchester United – West Ham United
Sky Sport 1/HD 2 live, Samstag 18h25, Kommentar: Andreas Renner

Trainer unter Druck II – Avram Grant hat sich seine ersten Tage bei West Ham auch anders vorgestellt. Immer wieder Gerüchte um Abgänge von Scott Parker und Carlton Cole und dann ein doppelter Offenbarungseid in den ersten beiden Saisonspielen mit offensiver Harmlosigkeit und nicht für möglich gehaltenen defensiven Patzern. Und dann gab es unter der Woche mit Ach und Krach ein 1:0 im Carling Cup gegen den Viertligisten Oxford United durch einen Treffer von Parker in der Nachspielzeit. Die nächsten beiden Gegner heißen Man Utd und dann der FC Chelsea. Da gehen Avram Grant schon langsam die Argumente aus. Ihn überkommt der Zweckoptimismus: “Wir haben eine lange, lange Saison und wir denken nicht nur über die ersten Spiele nach. Wir machen uns Gedanken über die gesamte Saison. Wenn wir so weitermachen wie jetzt, denke ich wird am Ende alles okay sein.” Diese Aussage kann man einfach nicht verstehen. Mehr zur Lage bei den Hammers ist beim Rapidhammer zu lesen.
Manchester United hat mit dem 2:2 in Fulham einen kleinen Dämpfer bekommen, aber die Auswärtsspiele im Cravan Cottage waren ja noch nie beliebt bei den Red Devils. Man Utd hat die letzten fünf Spiele gegen West Ham gewonnen, dabei 14 Tore erzielt und nur einen Gegentreffer schlucken müssen. Wäre nicht überraschend, wenn es so weitergeht. Wayne Rooney kehrt zurück in den Sturm an die Seite von Berbatov.

Bolton Wanderers – Birmingham City
Guter Start in die Saison auch für diese beiden Teams. Vier Punkte nach zwei Spielen lassen sich insbesondere für Bolton sehen. Und jetzt noch ein Sieg gegen Birmingham – und Owen Coyle kann schon einmal den Schampus öffnen. Bei Bolton der Einsatz von Klasnic noch fraglich, Sean Davies ist noch nicht wieder fit. Bei City James McFadden fraglich. Eine kleine Auferstehung gab es letztes Wochenende für Johan Elmander, dessen Namen fast schon wieder vergessen hatte. Zwei Tore gegen West Ham, vielleicht gelingt dem Schweden ja doch noch der Durchbruch in der Premier League.

FC Liverpool – West Bromwich Albion
Sky Sport 1 live, Sonntag 15h55, Kommentar: Sven Schröter

Liverpool ist in der Liga schon ein wenig unter Zugzwang. Die Niederlage bei Man City hat doch schon sehr deutlich gemacht, wo die Reds noch Baustellen haben. Stichwort defensives Mittelfeld: Da sind die Probleme durch den Abgang von Mascherano zum FC Barcelona nicht kleiner geworden. Lucas kann diese Rolle alleine nicht bekleiden und Gerrard auf diese Position zurückzuziehen raubt ihm seinen Offensivdrang nach vorne. Stichwort Sturm: Fernando Torres ist längst noch nicht in Bestform. Mit Joe Cole noch für zwei weitere Spiele gesperrt und David Ngog als Sturmpartner sind die Perspektiven für die Doppelbelastung in dieser Saison nicht gerade vielversprechend. Roy Hodgson ist sich dieses Problems bewusst: “Wenn wir den richtigen Spieler finden, wäre es natürlich hervorragend, wenn wir einen weiteren Stürmer verpflichten könnten.” Ganz oben auf der Wunschliste steht der schwedische Stürmer Ola Toivonen, zurzeit in den Diensten vom PSV Eindhoven. Dessen Trainer Fred Ruten hat aber schon mal durchblicken lassen, dass Toivonen nicht zum Verkauf stehe. Weitere Namen, die im Umfeld des FC Liverpool immer wieder genannt werden, sind Mario Gomez, David Trezeguet, Peter Crouch von den Spurs oder auch Carlton Cole von West Ham United. Da könnte eventuell ein Ausscheiden des FC Sevilla von Vorteil für die Reds sein. Sid Lowe sprache im Guardian Football Weekly Podcast davon, dass die Andalusier im Zuge der verpassten Champions League Qualifikation Spieler verkaufen müssen. Dies soll auch Luis Fabiano sein, an dessen Verpflichtung die Spurs sehr großes Interese haben. Die Ablösesumme in Höhe von 25 Millionen Pfund ist Tottenham aber noch ein Dorn im Auge. Sollte der Deal klappen, könnte aber Crouch vielleicht zu seinem alten Verein zurückkehren. Aber alles noch Zukunftsmusik. Gegenwart erstmal das Spiel am Sonntag gegen West Brom, die bereits einen Saisonsieg eingetütet haben. Torres und Gerrard dürften nach der Europa League-Ruhepause wieder dabei sein. Die Baggies haben heute Marc-Antoine Fortune von Celtic Glasgow verpflichtet. Der Franzose ist aber noch nicht im Kader am Sonntag.

FC Sunderland – Manchester City
Der FC Sunderland hat sich den Start in die neue Premier League Saison auch anders vorgestellt. Unentschieden nach 2:0-Führung gegen Birmingham und dann gegen Abstiegskandidat West Brom verloren. Und jetzt kommt Manchester City ins Stadium of Light, beflügelt von einem ganz starken Auftritt gegen den FC Liverpool. Ich hatte mir Donnerstagabend den Auftritt von City in der Europa League gegen Timisoara angeschaut. Das war insgesamt okay, aber zwei Klassen unter der Leistung gegen die Reds. Die Eingespieltheit des Teams ist doch noch von der Zusammensetzung abhängig. Adebayor spielte Donnerstag im Sturm und wirkte doch trotz einiger guter Aktionen ein wenig wie ein Fremdkörper auf dem Feld. Und wahrscheinlich auch daneben. Der Togolese hat bei Trainer Mancini mal durchblicken lassen, dass er den Verein verlassen will, sollte er nicht regelmäßig spielen. Und regelmäßig heißt nicht nur Europa League. City kehrt dann Sonntag wieder zur Liga-Aufstellung zurück, Mario Balotelli wird dann auch mit von der Partie sein.

Aston Villa – FC Everton
Sky Sport HD 2 live, Sonntag 16h55, Live-Einstieg ab 17h55 auf Sky Sport 1, Kommentar: Oliver Faßnacht

Trainer unter Druck III – Eine Woche im Fußball können eine lange Zeit sein. Nach dem Abgang von Martin O’Neill hatte Interimstrainer Kevin MacDonald vom Besitzer der Villens, Randy Lerner, die Zeit für zwei, drei Spiele bekommen um zu zeigen, dass er der richtige Mann für den Trainerjob ist. Dann kam das dramatische 0:6 bei Newcastle United. Daraufhin sagte Lerner, an seiner positiven Grundhaltung gegenüber MacDonald habe dieses Ergebnis nichts geändert. Er betrachte dies als immer mal wieder vorkommenden Ausrutscher. MacDonald habe weiter das Vertrauen. Dann kam gestern Abend das überraschende Aus in der Europa League gegen Rapid Wien. MacDonald machte seine Spieler für die Niederlage verantwortlich, kam aber auch selbst unter Beschuss für seine Auswechselung von Torschütze Agebonlahor zur Halbzeit. Dies sei aber eine reise Vorsichtsmaßnahme und nicht taktischer Natur gewesen. Der Stürmer habe angeschlagen gewirkt. Das Heimspiel zum Abschluss des Spieltages gegen den FC Everton ist also von zentraler Bedeutung, wie es weitergehen könnte mit MacDonald bei Aston Villa. Die Toffees sind mit nur einem Punkt mäßig in die neue Saison gekommen. Bei den Gastgebern gibt es keine Verletzungssorgen, Agbonlahor und Carew haben sich fit gemeldet. Everton hat Personalprobleme in der Defensive. Phil Neville und Joseph Yobo sind fraglich, Yakubu wird wegen Krankheit fehlen.

U79 zur Uni (II): Stadt will prüfen…aber warum jetzt eigentlich?

Es hat nicht lange gedauert, dass der umstrittene Takt für die verlängerte U79 zur Uni auch bei Bürgermeister Dirk Elbers (CDU) angekommen ist. Und man scheint sich jetzt auch im Rathaus bewusst zu sein, dass der 20-Minuten-Takt, zumindest in den Morgenstunden, nicht ausreicht.

So kann man es interpretieren. Die Rheinische Post berichtet, dass die Stadt beschlossen hat ab Montag zu beobachten, wieviele Fahrgäste die neue Strecke nutzen um dann zu entscheiden ob zum Beispiel ab Oktober zum Vorlesungsbeginn mehr Züge eingesetzt werden.

Hört sich auf dem ersten Blick als eine gute Neuigkeit an. Doch machen Stadt und Rheinbahn einen entscheidenden Fehler, wenn sie jetzt in den Semesterferien die Fahrgastzahlen messen wollen. Denn die werden deutlich kleiner ausfallen als während der Vorlesungszeiten. Man braucht sich derzeit doch nur an der Universität umsehen und stellt schnell fest, dass da überhaupt nichts los ist. Das Messen der Fahrgastzahlen ab Montag bringt also überhaupt kein Abbild des eigentlichen Fahrgastaufkommens während der Vorlesungszeiten auf den Strecken zur Uni. “Sollten wir feststellen, dass der Platz in der U 79 nicht reicht, werden dort mehr Züge eingesetzt. Parallel müssen wir auch gucken, ob das Angebot auf der Linie 707 dann zu groß ist, denn wir müssen auch an die Kosten denken”, hört man von der FDP. Was hat das Angebot der 707 mit der neuen Linie U79 zu tun? Das sind doch wieder zwei völlig verschiedene Schuhe. Die 707 verbindet vor allem das nördliche Stadtgebiet mit dem Zentrum und bindet die Stadtteile Bilk und Friedrichstadt an die Uni. Und da muss man gar nichts am Takt ändern, denn die Bahnen werden dort weiter voll genug sein, auch wenn ein Großteil der Studenten ab Hauptbahnhof die U79 nehmen sollten. Zudem kommen viele Studenten aus dem Umland beim Bilker S-Bahnhof an und benutzen dann die 707. Wenn man jetzt die U79 hat, kann man die 707 schlicht nicht kürzen oder gegeneinander ausspielen. Dafür sind die Streckenverläufe doch viel zu unterschiedlich. Man könnte höchstens überlegen, nicht alle Züge bis zur Uni fahren zu lassen. Aber die 707 ist zu jeder Tageszeit gut gefüllt.

Man merkt, dass viele Politiker selten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln durch Düsseldorf fahren. Und was muss es für eine befreiendes Gefühl sein, wenn Fahrgäste aus Friedrichstadt und Bilk ab Oktober morgens vielleicht auch mal die klitzekleine Chance haben einen Sitzplatz in der 707 zu finden und sich nicht weiter mühsam auf die unterste Trittstufe quetschen zu müssen?

Champions League 2010/2011, Auslosung Gruppenphase

Champions League Gruppenphase 2010/2011

Gruppe A:
Inter Mailand
Werder Bremen
Tottenham Hotspur
Twente Enschede

Gruppe B:
Olympique Lyon
Benfica Lissabon
FC Schalke 04
Hapoel Tel-Aviv

Gruppe C:
Manchester United
FC Valencia
Glasgow Rangers
Bursaspor

Gruppe D:
FC Barcelona
Panathinaikos Athen
FC Kopenhagen
Rubin Kazan

Gruppe E:
FC Bayern München
AS Rom
FC Basel
CFR Cluj

Gruppe F:
FC Chelsea
Olympique Marseille
Spartak Moskau
MSK Zilina

Gruppe G:
AC Mailand
Real Madrid
Ajax Amsterdam
AJ Auxerre

Gruppe H:
FC Arsenal
Schachtjor Donzek
Sporting Braga
Partizan Belgrad

[19h16] Ich halte nicht mehr viel davon, jetzt irgendeine Gruppe als machbar oder unbedingt machbar zu klassifizieren. Da gab es in den letzten Spielzeiten zu viele Überraschungen. Auch die vermeintlich kleinen Teams können durchaus ins Achtelfinale einziehen. Ich will mich also nicht festlegen, wer da jetzt weiterkommt. Trotzdem ein paar kurze Gedanken zu den einzelnen Gruppen.

Gruppe A: Richtig schwierige Gruppe für Werder, vielleicht die schwierigste. Inter als Titelverteidiger, die Spurs sind extrem spielstark. Da kann man vielleicht noch hoffen, dass Tottenham mit der geringeren Erfahrung im Nachteil ist. Twente als niederländischer Meister hat nicht unbedingt die großen und bekannten Spieler, tritt aber sehr geschlossen auf. Eine Gruppe A gemacht für Arnautovic.

Gruppe B: Gute Chancen für Schalke. Sollte Lyon trotz des mäßigen Saisonstarts in der Ligue 1 wieder zu alter Form zurückkehren, gehen sie als Favorit in diese Gruppe. Benfica ist unangenehm zu spielen, aber es sollte möglich sein für Königsblau Lissabon und Tel-Aviv hinter sich zu lassen.

Gruppe C: Reizvoll das englisch-schottische Duell. Valencia hat viele gute Spieler abgeben müssen. Wird spannend um den zweiten Platz. Man Utd für mich in der Pole-Position in dieser Gruppe.

Gruppe D: Kazan darf erneut versuchen beim FC Barcelona zu gewinnen. Da ist Kopenhagen sicherlich das schwächtste Team mit der geringsten Erfahrung. Auch hier wieder durchaus spannender Kampf um den zweiten Platz.

Gruppe E: Da können sich die Bayern wirklich nicht beschweren, vielleicht nicht die reizvollsten Gegner bekommen, dafür aber sehr gute Chancen auf den Gruppensieg. Der AS Rom ist in der Liga stark und hat hin und wieder auch in der Champions League gute Leistungen gezeigt. Man kann den Italienern aber auch sehr schnell die Grenzen aufzeigen. Cluj hat da nichts zu verlieren – und ist vielleicht deshalb stark und für Überraschungen gut.

Gruppe F: Chelsea gegen Marseille ist schon eine sehr leckere Ansetzung, aber ansonsten keine besonders spannende Gruppe. Sollte für die Blues keine Probleme geben locker ins Achtelfinale zu kommen.

Gruppe G: Einfach nur fein. Den AC Mailand halte ich jetzt nicht mehr für ein europäisches Schwergewicht, aber immer noch ein sehr reizvoller Gegner. Ajax Amsterdam kann vielleicht den etablierten Teams ein Bein stellen. Und Auxerre sollte auch nicht unterschätzt werden. War letzte Saison das zweitstärkste Auswärtsteam der Ligue 1. Und wer Zenit St. Petersburg rauskegelt, hat seine Feuertaufe schon bestanden.

Gruppe H: Weite Reisen für den FC Arsenal – aber mit der Heimstärke und den Teams sollte das Weiterkommen ganz easy möglich sein. Für die Gunners keine großen Gegner diesmal. Kann man Kräfte schonen fürs Achtelfinale. Sind trotzdem unbequeme Auswärtspartien. Braga hat Sevilla geschlagen, Partizan hat einen Hexenkessel. Donezk immer für stark Spiele gut. Es gibt ein Wiedersehen mit Eduardo.

[18h49] Ach, guck an. Damit hätte ich jetzt nicht gerechnet. Diego Milito wird Stürmer des Jahres. Spielt übrigens bei Inter Mailand.

[18h38] Wesley Sneijder/Inter Mailand Mittelfeldspieler des Jahres. Wie spannend und abwechselungsreich da doch abgestimmt wurde.

[18h26] Maicon von Inter Mailand ist Verteidiger des Jahres. Mit voller Begeisterung von Andreas Brehme verkündet.

[18h15] “I know it sounds complicated, but it is.”

[18h11] Gary Lineker ist Botschafter für die Finalstadt London, im Wembley Stadium findet das Endspiel Ende Mai statt.

[18h08] Europas Torhüter des Jahres ist Julio Cesar von Inter Mailand. Setzte sich gegen Lloris (Lyon) und Victor Valdes (FC Barcelona) durch. Torwart des CL-Siegers, keine überraschende Wahl.

[18h02] Los geht es. Mit vielen Reden und einem Rückblick der UEFA auf die vergangene Saison. Gleich dann die Ehrung der europäischen Klubfußballer des Jahres.

[17h59] Prozedere für die Auslosung eigentlich ganz einfach. Aus jedem Topf ein Team für jede Gruppe. Mannschaften aus demselben Land dürfen nicht in die gleiche Gruppe gezogen werden. Sonst gibt es keine Restriktionen. Und dann sollten mehrere Teams aus einem Land möglichst nicht in einer Gruppenhälfte spielen, also über alle Gruppen verteilt.

[17h54] Wunschgruppe für Werder: FC Arsenal, Glasgow Rangers, Bursaspor. Aber ich ziehe ja die Kugeln nicht.

[17h45] Sky, Eurosport und N24 übertragen die Auslosung. Zudem gibt es wieder ein Livestream der UEFA, ergänzend ein Live-Blog aus Monaco.

[17h41] 32 Mannschaften sind wieder dabei, 22 direktqualifizierte Klubs plus 10 Qualifikanten aus den Playoffs. Sechs Debütanten schnuppern erstmals die Luft der europäischen Königsklasse, namentlich die Tottenham Hotspur, SC Braga, Hapoel Tel-Aviv, Enschede, Zilina und Bursaspor.

Die Lostöpfe:

Topf 1: Inter Mailand, FC Barcelona, Manchester United, FC Chelsea, FC Arsenal, Bayern München, AC Mailand, Olympique Lyon

Topf 2: Werder Bremen, Real Madrid, AS Rom, Schachtjor Donezk, Benfica Lissabon, FC Valencia, Olympique Marseille, Panathinaikos Athen

Topf 3: Tottenham Hotspur, Glasgow Rangers, Ajax Amsterdam, Schalke 04, FC Basel, Sporting Braga, FC Kopenhagen, Spartak Moskau

Topf 4: Hapoel Tel Aviv, Twente Enschede, Rubin Kasan, AJ Auxerre, CFR Cluj, Partizan Belgrad, MSK Zilina, Bursaspor

[17h34] Guten Abend. Ab 18 Uhr gibt es die Auslosung zur Gruppenphase der Champions League. Wir werden also erfahren, gegen wen Bayern München, Schalke 04 und Werder Bremen spielen müssen.

U79 zur Uni: Verkehrsplanung à la Düsseldorf

Am Sonntag findet bei den Düsseldorfer Verkehrsbetrieben, zum besseren Verständnis einfach nur Rheinbahn genannt, der kleine Fahrplanwechsel statt. Mit zahlreichen Änderungen und durchaus auch Verbesserungen, wie das Unternehmen auf seiner Website ausführlich dokumentiert hat. Die Rheinische Post war so freundlich das noch einmal abzuschreiben und einer größeren Öffentlichkeit vorzustellen.

Wichtigste Änderung für alle Studenten der Heinrich-Heine-Universität. Es gibt es neue Verbindung zu Uni. Die U79, aus Duisburg oder Wittlaer kommend, fährt von montags bis freitags zwischen 06:30 Uhr und 19:30 Uhr weiter über den Hauptbahnhof, Philipshalle und Wersten bis zur Haltestelle Uni Ost, gemeinsamer Endpunkt dann mit der Straßenbahnlinie 707. Studenten, die von außerhalb Düsseldorfs oder in den Stadteilen im Nordosten der Stadt wohnen, können also vom Hauptbahnhof in knapp 15 Minuten zur Uni kommen und müssen nicht mehr die besonders morgens häufig völlig überfüllte 707 via Friedrichstadt und Bilk benutzen. Damit ist dann die Verlängerung der Linie U79 abgeschlossen, ein Projekt, das eigentlich schon letztes Jahr beendet werden sollte und vor über fünf Jahren zum ersten Mal angedacht wurde. Die Verbindung an sich stellt also eine erhebliche Verbesserung dar. Solange man nicht auf die Details schaut.

1. Es gibt vorerst nur einen 20-Minuten-Takt zwischen Hauptbahnhof und Uni Ost. Es fährt also nur jede zweite Bahn weiter über den Hbf und Westen zur Universität. Das sieht nicht gerade danach aus, als wolle die Stadt und die Rheinbahn diese Strecke wirklich nutzen. Wieso baut man für fast 10 Millionen Euro eine neue Anbindung und lässt dann in jede Richtung drei Straßenbahnen fahren? Das will ich nicht verstehen. Gerade während der Vorlesungszeiten und insbesondere demnächst in den Wintermonaten sind die Bahnen überfüllt. Da ist ein 20-Minuten-Takt zur Uni als schnellste, direkte Anbindung vom Hbf schon fast ein verkehrspolitisches Armutszeugnis. Die Rheinbahn muss man hier aus der Schusslinie ziehen. Die Stadt will vorerst nur die geringe Taktung, schreibt die Westdeutsche Zeitung. Aber das kommt natürlich auch der Rheinbahn entgegen. Weniger Fahrzeuge, weniger Fahrer im Einsatz. Da kann man ein paar Euro sparen.

2. Dass die Bahn zur Uni nicht am Wochenende fährt, kann ich verstehen. Für Studierende, die Samstag oder Sonntag auf den Campus müssen – was eine überschaubare Zahl ist – reicht weiterhin die längere Verbindung mit der 707. Aber die U79 in der Woche nur bis 18:30 Uhr fahren zu lassen, geht ein wenig an der Alltagsrealität von vielen Studierenden vorbei. Denn es gibt viele, die häufig noch bis 20:00 Uhr oder teilweise länger an die Uni, und sei es nur wegen Vorträgen oder Recherche in der Bibliothek. Da wäre es von der Rheinbahn und der Stadt schon ein großes Entgegenkommen gewesen, die U79 bis 20:30 Uhr bis zur Uni pendeln zu lassen. Und es würde ja sogar reichen, wenn die U79 dann auch am Hbf endet. Quasi eine Art Pendeldienst.

3. Für die Verlängerung der U79 werden zwei Straßenbahnlinien gestrichen. Die 711 und die 716. Die 711 verbindete im Berufsverkehr Derendorf und Pempelfort mit der Uni – also eine Linie, die auch ich häufig genutzt habe. Die 716 fuhr von Uni Ost über Oberblik und Flingern nach Grafenberg. Beide Linien fallen nun weg. Aus Pempelfort und Derendorf kann man jetzt ja auch die U79 zum Beispiel ab U Nordstraße zur Uni nutzen. Und Fahrgäste aus Flingern und Grafenberg können jetzt am Oberbilker Markt in die U79 zur Uni umsteigen. Zwei Linien fallen weg. Eine neue kommt hinzu. Sowohl die 711 als auch die 716 waren in den Morgen- und Nachmittagsstunden gut belegt und fuhren teilweise alle 10 Minuten. Und jetzt soll das alles durch die U79 im 20-Minuten-Takt ersetzt werden? Das passt für mich nicht zusammen.

Es wäre ein sehr positives Zeichen gewesen, wenn Stadt und Rheinbahn die neue Linie zur Uni, welche die Fahrzeit vom Hbf um 10 Minuten verkürzt, auch die Bedeutung geschenkt hätten, welche sie verdient, durch einen 10-Minuten-Takt und spätere Fahrten bis 20:30 Uhr. Aber so wirkt das völlig lieblos und unbedarft in das bisherige Verkehrsnetz integriert. So, als wolle man die Strecke gar nicht haben. Ich weiß nicht, was man da prüfen möchte. Man weiß ja ungefähr, wieviele Studenten täglich an die Uni reisen. Und wenn man 10 Minuten schneller vom Hbf an der Uni sein kann, dürfte klar sein, welche Verbindung Studierende dann nehmen. Und für die Anzahl der Menschen reicht ein 20-Minuten-Takt dann nicht.

Mal sehen, wie lange die Stadt prüft und ihre Haltung ändert.

Premier League 2010/2011 #2, Manchester City – FC Liverpool

[22h52] Endstand Manchester City – FC Liverpool 3:0

Die Reds insgesamt mit einer enttäuschenden Leistung. Mit Ausnahme der Anfangsminuten und den einigen Momenten um die 60. Minute herum harmlos im Spiel nach vorne. Gerrard mit Lucas in der Defensive genug beschäftigt, wenig Impulse nach vorne. Torres noch weit von seiner Bestform entfernt. Ngog engagiert, aber wirkungslos. Ob die Formation mit zwei Spitzen wirklich der Weisheit letzter Schluss für Liverpool sein wird, bleibt nach der heutigen Leistung abzuwarten. Agger mit einem rabenschwarzen Tag. Das war für Liverpool eher ein Rückschritt zum Spiel letzte Woche gegen Arsenal.

Kompliment an Manchester City, mannschaftlich sehr geschlossen, kaum Fehler in den wichtigen Phasen des Spiels. Viel über die Flügel gespielt, defensiv sicher und die wenigen Chancen eiskalt genutzt. Definitiv ein Schritt nach vorne. Wie nachhaltig und dauerhaft das ist, zeigt sich in den nächsten Spielen. Adebayor wurde heute ignoriert. Da dürfte sich Konfliktpotential ergeben. Milner hat sich in seinem ersten Spiel wunderbar integriert. Absoluter Glücksgriff.

[22h50] Zwei Minuten Nachspielzeit

[22h45] Wechsel FC Liverpool: Daniel Pacheco für Jovanovic

[22h44] Wechsel Manchester City: Jo und Pablo Zabaleta für Kolo Toure und Carlos Tevez. Und der Besitzer der Citizens macht ein Gesicht, als dass er gerade 200 Millionen Pfund falsch investiert hätte.

[22h38] Babel mit der ersten guten Aktion, zieht von links in die Mitte, Schuss wird von Kolo Toure noch abgefälscht. Hart lenkt den Ball um den Pfosten. Einzelaktionen, mehr nicht.

[22h37] Wechsel FC Liverpool. Ryan Babel kommt für Fernando Torres.

[22h35] Viertelstunde noch zu gehen. Partie ist entschieden, passiert nicht mehr viel. Knackpunkt vielleicht wirklich die Doppelparade von Joe Hart. Wenn Liverpool da noch einmal verkürzt, wäre City vielleicht noch einmal ins Grübeln gekommen. Aber so fährt man das jetzt locker nach Hause. Und macht eher das 4:0 als Liverpool den Ehrentreffer.

[22h27] 3:0, Carlos Tevez, 68. Minute (FE)

Tevez verlädt Reina ziemlich humorlos. Das dürfte die Entscheidung sein. Zweite gefährliche Aktion für City in der zweiten Hälfte. Und das zweite Tor. Effezienz pur heute Abend von den Citizens.

[22h26] Elfmeter Manchester City

Adam Johnson setzt sich auf rechts mal wieder gegen Agger durch. Der Däne mit einem miserablen Abend. Gelingt fast gar nichts. Also wie gesagt Johnson mit dem gewonnen Zweikampf, stolpert sich in den Strafraum, wo Skrtel ihn dann legt. Dumme Aktion des Slowaken, wäre gar nicht nötig gewesen, weil Milner sich den Ball schon viel zu weit vorgelegt hatte. Milner nimmt den Kontakt an. Okay Elfmeter zu geben.

[22h24] Und schon hat City das Spiel wieder beruhigt und in ruhige Bahnen gelenkt.

[22h20] Und könnte das vielleicht der Knotenlöser für den FC Liverpool sein? Starke letzte Minuten der Reds jetzt. Zum ersten Mal so etwas eie Dominanz auf dem Platz. Richards bekam nach mehreren Fouls an Gerrard die gelbe Karte.

[22h17] Was eine Szene von Joe Hart, erinnert ein wenig an Robert Enkes Leistung gegen den HSV von vor ein paar Jahren. Erst Gerrard mit dem Pfostenschuss, dann rettet Hart erst gegen den Schuss von Ngog und schmeißt sich dann in den Abpraller von Torres rein. Kuyt hatte nach dem Pfostenschuss von Gerrard den Ball aufgenommen und Ngog bedient. Doch Hart vereitelt den Anschluss.

[22h16] Und dass man den Saisonauftakt nicht überbewerten sollte, zeigt die heutige Partie. City mit viel besserer defensiver Ordnung und effektiver Offensive. Liverpool im Vergleich zur Partie gegen Arsenal kaum mit Zug zum Tor und vor allem defensiv mit zu vielen Fehlern.

[22h12] 2:0, Micah Richards, 52. Minute

Vorentscheidung? Ecke von Milner von der rechten Seite. Kopfball von Richards in der Mitte, Tevez irritiert Reina, Ball geht an Freund und Feind vorbei ins Tor. Erste Chance in den zweiten 45 Minuten und gleich die Führung ausgebaut. Besser geht es nicht.

[22h11] Spiel kommt allmählich wieder etwas mehr in Fahrt, wenn die Spieler ihren Pausentee verdaut haben. Eigentlich bis jetzt ein unverändertes Bild im Vergleich zur ersten Hälfte. Mehr Gefahr und Zug zum Tor weiterhin von den Gastgebern.

[220h8] Sir Alex ist auch vor Ort im Stadion. Der will sich doch sicherlich einen Spieler anschauen und kaufen…

[22h05] Beginn 2. Halbzeit

Sehr lange Pause. Keine Wechsel. Weiter geht es. Von Liverpool darf gerne mehr kommen.

[21h48] Halbzeit Manchester City – FC Liverpool 1:0

Viel Luft nach oben, Spiel ist zwar ganz nett anzuschauen, viele Torchancen gab es aber nicht. City ist mit einer sehr schönen Aktion in Führung gegangen, danach viel Ballbesitz, eine weitere gute Chance durch Adam Johnson. Ansonsten hat man die Überlegenheit und die Schnelligkeit im Offensivspiel nicht gut genug ausgenutzt. Von Liverpool kommt ganz wenig. Defensiv hat Agger seine Schwierigkeiten mit Adam Johnson, und im Spiel nach vorne ist das zu langsam, einfalls- und ideenlos, als dass es City vor große Herausforderungen stellen würde. James Milner bei seinem Debüt mit guter Leistung. Adam Johnson gefällt mir am besten. Bei Liverpool Gerrard und Lucas nicht ganz klar, wer eigentlich was macht. Ngog bemüht, geht viele Wege. Sonst passiert offensiv aber nur wenig.

[21h44] Schaut man sich den Gesichtsausdruck von Roy Hodgson, dürften die Wände in der Umkleidekabin der Reds stimmlich gleich auf ihre Standfestigkeit getestet werden. Hodgson außer sich auf der Trainerbank, nach dem zweiten schlampigen Zuspiel in die Offensive. Erst von Ngog, dann von Gerrard.

[21h39] Guter Konter von Manchester City nach Missverständnis von Gerrard und Lucas (es war nicht das erste heute Abend). Schneller Gegenangriff über Yaya Toure, Milner legt weiter auf Adam Johnson auf rechts, der eins gegen eins mit Daniel Agger geht. Schuss geht aber knapp am Tor vorbei und berüht noch das Außennetz.

[21h35] Erster richtiger Torabschluss für den FC Liverpool. Zusammenspiel von Gerrard und Ngog auf der rechten Seite. Der Franzose zieht in die Mitte, Linksschuss aber zu zentral aufs Tor. Keine Probleme für Joe Hart.

[21h30] Das einzige, was bei City noch so ein bisschen hakt, ist das Zusammenspiel zwischen Mittelfeld und Carlos Tevez. Der Argentinier lässt sich, wenn Liverpool in Ballbesitz ist, weit zurückfallen, teilweise bis weit in die eigene Hälfte. Wenn City dann nach Ballverlust der Reds umschalten will, fehlt für den Moment die Anspielstation ganz vorne und City muss im Mittelfeld ein paar Sekunden den Ball halten, bis sich ein Mitspieler anbietet. Zeit für Liverpool zurückzukommen und sich zu positionieren. Nicht nur deshalb sind die Konter von City eher selten. Trotz des hohen Anteils an Ballbesitz.

[21h27] 25 Minuten durch. Liverpools Offensivbemühungen sind von Einfallslosigkeit geprägt, dass es fast schon schmerzt da zuzuschauen. City mit der Führung im Rücken spielstark, variabel, flexibel, viel Bewegung. Das sieht sehr gut aus und bietet Liverpool im Moment nur die Chance zu reagieren. Trotz der Überlegenheit der Gastgeber bisher aber keine weitere Torchance nach dem 1:0. Trotzdem ein Statement von City, gefällt mir ausgesprochen gut.

[21h20] City macht das geschickt. Wenn Liverpool angreift, sind alle Citizens in der eigenen Hälfte, machen die Räume eng. Und da die Reds eher behäbig der Spielaufbau gestalten, ist der Ball dann irgendwann weg. Und City beginnt mit den schnellen Kontern, über Milner und Adam Johnson. Wird eine harte Nuss für die Reds, wenn man offensiv nicht mehr Zug zum Tor bekommt.

[21h14] 1:0, Gareth Barry, 13. Minute

Liverpool wird mit drei Pässen ausgehebelt – und das ging noch nicht einmal in Blitzgeschwindigkeit. Da konnte City in Ruhe überlegen und bekam die Zeit und den Raum vom FC Liverpool. Gareth Barry der Torschütze. Adam Johnson wird auf rechts nicht angegriffen, kann den Ball an Gerrard vorbei zu Milner durchstecken, Pass in die Mitte, wo Barry freistehend nur noch einschieben braucht. Die Ex-Villens-Kombination. Keine Chance für Reina. Hat sich nicht wirklich angedeutet. Und der Defensivfanatiker Hodgson wird sich die Haare raufen.

[21h13] Auf den LED-Werbebanden auch einige Botschaften in arabischer Sprache. Was tut man nicht alles für den Besitzer.

[21h10] Fast zehn Minuten durch. Erste gute Chance für City. Fernschuss von Adam Johnson aus über 20 Metern. Der satte Linksschuss geht aber knapp am rechten Pfosten vorbei. Reina wäre chancenlos gewesen. Sonst wenig passiert, ordentliches Tempo. Liverpool versteckt sich nicht und spielt kontrolliert und vorsichtig nach vorne.

[21h05] Martin Skrtel sieht nach etwas mehr als drei Minuten gelb für ein Foul an Tevez auf der rechten Seite. Das sieht offensiv bei City sehr flexibel aus, was die Positionen angeht. Mal kommt Milner über rechts, mal Adam Johnson. Jedenfalls gibt Tevez die einzige Spitze ganz vorne im Zentrum drin.

[21h02] Beginn 1. Halbzeit

Liverpool mit Anstoß von rechts nach links in der ersten Hälfte, natürlich in den roten Trikots. City in hellblau.

[20h58] Die Premier League Grafik sieht City im 4-3-3. Auch möglich, müssen wir mal schauen. Dann würde Milner wieder über den rechten Flügel kommen.

[20h55] Liverpool absolviert heute sein 50. Monday Night Game. Beobachtet von Scheich Mansour, dem Besitzer der Citizens.

[20h54] Die Aufstellungen im City of Manchester Stadium

Manchester City: Hart – Richards, Toure, Kompany, Lescott – De Jong, Yaya Toure – Barry, Milner, Adam Johnson – Tevez

FC Liverpool: Reina – Johnson, Skrtel, Carragher, Agger – Jovanovic, Gerrard, Lucas, Kuyt – Torres, Ngog

Manchester City nur mit einer Spitze, Carlos Tevez. Adebayor genauso wie David Silva nur auf der Bank, Dahinter Milner in der zentralen Rolle, Barry eher über links, Adam Johnson über rechts. De Jong und Toure sollen für defensive Stabilität sorgen. Liverpool mit zwei Stürmern, Torres und Ngog. Mittelfeld sehr kompakt mit Jovanovic, Lucas und Kuyt, der sicherlich mehr über die rechte Seite agieren wird. Mal schauen, wie offensiv ausgerichtet Gerrard ist. Im Prinzip hat er ja nie eine feste Position und ist immer überall zu finden.

[20h40] Liverpool hat sich derweil wieder Schlagzeilen neben dem Feld gemacht. Der chinesische Interessent für eine Übernahme, Kenny Huang, hat sich aus dem Staub gemacht und zeigt keine Ambitionen mehr für ein Kaufangebot gegenüber dem FC Liverpool. Man hat nie gesehen, er war nie im Stadion, und hat nie wirklich durchblicken lassen, wie er seine Aktionen eigentlich finanzieren möchte. Nun wird heftig darüber spekuliert, ob Huang überhaupt die finanziellen Mittel hatte die Reds zu kaufen oder ob sein vermeintliches Interesse nur ein dummer Drang nach Öffentlichkeit und Anerkennung war. Fakt ist, dass Liverpool sich weiter nach einem potentiellen Käufer umschauen muss. Die Royal Bank of Scotland hat Kredite in Höhe von 237 Millionen Pfund an die Reds vergeben. Der Verein hat Anfang Oktober eine Strafzahlung in Höhe von 60 Millionen Pfund zu entrichten, sollte Liverpool das Geld nicht zurückzahlen oder die Rahmenbedingungen des Vertrags neu verhandeln. So oder so braucht der Verein Geld. Vom Chinesen gibt es das nicht mehr.

[20h30] Weiteres zum Personal: Liverpool heute zum ersten Mal mit Fernando Torres von Beginn an. Bei City gibt James Milner sein Debüt in hellblau, Mario Balotelli ist mit seiner Knieverletzung nicht rechtzetitig fit geworden. Apropos Milner: Laut Aufstellung wird er zentral in der Mitte spielen. Adam Johnson auf rechts, Tevez ist einzige Spitze bei City. Damit kommt Roberto Mancini den Wünschen von James Milner nach. Er spielt also nicht auf dem rechten Flügel wie zum Beispiel in der englischen Nationalmannschaft.

[20h25] Ganz aktuelle Nachrichten gibt es heute Abend um Javier Mascherano. Es ist ja seit längerem bekannt, dass der Argentinier bei dem richtigen Angebot den Verein verlassen kann. Eine Einigung mit Inter Mailand gelang nicht, jetzt soll der FC Barcelona die Fühler ausgestreckt haben. Mascherano ist heute Abend nicht im Kader der Reds. Der Guardian meldet derweil, dass eine erste Offerte der Katalanen in Höhe von 15 Millionen Euro vom FC Liverpool zurückgewiesen wurde. Ein Wechsel erscheint aber sehr wahrscheinlich, lediglich beim Geld braucht es noch eine Einigung.

[20h21] Ein 6:0 wird es heute Abend wahrscheinlich nicht geben, aber hoffentlich trotzdem viele schöne Aktionen und jede Menge Dramatik. Und auch wenn drei der letzten vier Duelle zwischen beiden Teams in Eastlands 0:0 ausgingen, hoffen wir ganz inständig auf viele Tore heute Abend. Das Spitzenspiel am 2. Spieltag zwischen Man City und dem FC Liverpool. Good Evening.

Für Hannover 96 gibt es noch ganz viel zu tun!

Ich war am Samstag in der AWD-Arena und sah ein durchschnittliches Bundesligaspiel, allerdings mit sehr interessanten und dramatischen letzten 30 Spielminuten. Hannover 96 schlug Eintracht Frankfurt mit 2:1. Und ich fand, das war verdient. Glück hatten beide Teams, einmal durch den Lattentreffer von Ya Konan und den Pfostenkopfball von Marco Russ. Trotzdem hat 96 in der zweiten Hälfte ab der 60. Minute das Tempo weiter erhöht und deutlich mehr Spielanteile als die Hessen. Ergebnis geht also völlig in Ordnung.

Es war also ein guter Saisonstart von Hannover 96, dennoch sollte man jetzt nicht in große Begeisterung ausbrechen. Die Niedersachsen haben noch viele Punkte zu erledigen und Aufgaben in den nächsten Wochen zu bewältigen. Aber alles lösbare Angelegenheiten, die auch ein wenig Zeit brauchen. Die sollten alle Beteiligten bekommen. Nachfolgend ein paar Punkte und Gedanken, die mir hauptsächlich während des Spiels in der AWD-Arena aufgefallen sind. Der pasenden Übersicht halber nach Mannschaftsteilen sortiert. Beginnen möchte ich aber mit zwei anderen Punkten.

Verletzung von Carlitos: Es war der erste Schock für die 96-Fans am Samstag. Carlitos verletzte sich bereits nach wenigen Minuten ohne Einwirkung des Gegners und zog sich einen Kreuzbandriss zu. Er wird mindestens ein halbes Jahr ausfallen. Für den Neuzugang aus Portugal, an den man in Hannover große Hoffnungen und Erwartungen knüpfte, natürlich der größte anzunehmende Unfall. Aber auch für die Mannschaft. Eigentlich muss jetzt Ersatz her. Die Hannoversche Allgemeine zitiert in ihrer Montagsausgabe Jörg Schmadtke mit den Worten, dass er sofot Ersatz beschaffen könne, er brauche nur das Okay von Präsident Martin Kind.

Harmonie im Verein: Wobei wir bei der nächsten kleinen Baustelle wären, dem Verhältnis von Trainer Mirko Slomka, Sportdirektor Jörg Schmadtke und Präsident Martin Kind, das – wenn man die Interviews von Martin Kind in den letzten Tagen gelesen und gehört hat – ziemlich in die Brüche gegangen, wohl unter anderem verursacht durch das peinliche Pokalaus in Elversberg. Martin Kind scheint sehr enttäuscht und verärgert über die Spieler gewesen zu sein (“Die Spieler sollen arbeiten, bis sie kotzen“). Aber eben auch umso mehr noch über Trainer Slomka und Manager Schmadtke, die es nicht geschafft haben, das Team in der Vorbereitung so zusammenzustellen und zu formen, dass es die erste Pokalrunde gegen einen Viertligisten übersteht. Ich glaube nicht, dass Martin Kind Angst um sein Geld und seine Investitionen in den Verein hat. Er wollte aber deutlich machen, dass er von allen – Spielern wie Trainerstab – mehr Verantwortung braucht. Zumal Slomka die Ursache für die Pokalniederlage vor allem seinen Spielern in die Schuhe schob. Slomka und Schmadtke schien alles andere als glücklich über die Äußerungen von Martin Kind. Keine Ahnung oder Idee, wie nachhaltig dieser Konflikt sich bei Hannover 96 noch auswirkt. Eine erste Hürde könnte er nehmen, sollten sich Schmadtke und Kind sehr schnell auf einen Nachfolger von Carlitos einigen könnten.

Torhüter: Florian Fromlowitz hat das Vertrauen von Slomka bekommen und ist die unumstrittene Nummer 1 bei den Roten, auf dem Feld und auch durch das Trikot signalisiert. Solider Auftakt des Schlussmannes, ein paar bekannte Schwächen beim Rauslaufen und der Strafraumbeherrschung, war sonst aber kaum gefordert. Die Torhüterposition ist das geringste Problem.

Abwehr: Starker Auftakt von Steven Cherundolo auf der rechten Verteidigerposition, bleibt zu hoffen, dass er verletzungsfrei durch diese Saison kommt. Flanken waren noch nie seine Stärke, aber dafür gibt es andere Spieler. In der Defensive sehr ordentlich. Das gilt weitesgehend auch Für Haggui und Pogatetz, wenngleich beide Spieler noch zu viele kleine Fehler im Spielaufbau hatte, sich hin und wieder verschätzt haben oder zu langsam im Stellungsspiel waren. Nichts dramatisches, summiert sich dann aber über 90 Minuten. Die Innenverteidigung ist noch stark verbesserungswürdig, vor allem wenn die richtigen Brocken kommen. Christian Schulz auf der linken Außenbahn in der Defensive war mit Abstand der schwächste Akteur am Samstag, nicht nur vor dem Gegentreffer. Hatte massive Probleme in der Rückwärtsbewegung, teilweise sehr langsam, verlor die wichtigen Zweikämpfe. Ist man von Schulz eigentlich gar nicht gewohnt. Mangels Alternativen wird Schulz die Linksverteidigerposition weiter bekleiden. Verbesserung nötig – dringend.

Mittelfeld: Nach der frühen Verletzung spielten Pinto, Konstantin Rausch, Manuel Schmiedebach und Moritz Stoppelkamp, Neuzugang aus Oberhausen. Wenn man sich vorstellt, dass letzte Saison auf diesen Positionen noch Balitsch, Bruggink, Schlaudraff und Elson spielten, merkt man wohl am deutlichsten, dass Hannover 96 sich nicht gerade verstärkt hat im Mittelfeld – um es vorsichtig zu formulieren. Deshalb muss auf den längeren Ausfall von Carlitos auch reagiert werden. Pinto mit solider Vorstellung am Samstag, mehr aber auch nicht. Konstantin Rausch auf links mit guten Ansätzen im Spiel nach vorne, nicht nur wegen seines Tores. Hatte aber Schwierigkeiten bereits im Mittelfeld defensiv zu agieren. Da hat er insgesamt zu wenig unternommen und zu viele Vorstöße der Frankfurter nicht unterbinden können. Man hat gemerkt, dass die beiden jungen Spieler im Team, Schmiedebach und Stoppelkamp, schon nervös waren. Beide gerade in der Anfangsphase des Spiels mit vielen Fehlern im Spielaufbau, mit ungenauen Zuspielen und schlechtem Positionsspiel. Das wurde im Laufe des Spiels besser. Dass beiden noch ein wenig die Erfahrung und Übersicht fehlt, ist mir bei Schmiedebach zweimal negativ aufgefallen, als er zwei gute Kontermöglichkeiten durch ein blöden Fehlpass und zu langes Ballhalten vergab. Auch hier noch ausbaufähig.

Sturm: Ich hatte immer schon ein sehr positiven Eindruck von Didier Ya Konan, wenn er noch ein wenig mit seiner Chancenverwertung arbeitet, ist das ein Stürmer, der Hannover weitergeholfen hat und definitiv weiterhilft. Pluspunkt: seine Schnelligkeit und Kopfballstärke bei vergleichsweise kleiner Größe. Mohamed Abdellaoue, der Neuzugang aus Norwegen, hatte einige sehr vielversprechende Ansätze, mehr aber auch nicht. Und mehr konnte man auch noch nicht erwarten, wurde wenig in Szene gesetzt und konnte mit den Laufwegen seiner Mitspieler auch nicht viel anfangen. Hat sich aber reingehängt – erinnert sei die Szene vor dem 1:0 an der Seitenlinie – war engagiert, hat gekämpft und gerackert. Und so einen braucht 96 im Sturm. Wenn er dann noch Tore schießt, umso besser für die Roten.

Gesamteindruck: Es war okay, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Und es sind drei Punkte für den Klassenerhalt. Die nächsten Gegner heißen Schalke (A), Leverkusen (H), Wolfsburg (A) und Werder Bremen (H). Da sollte man nicht unbedingt mit Punkten am Fließband rechnen, umso wichtiger waren die drei Zähler gegen Frankfurt. Was in der Partie gegen die Hessen wieder verschärft aufgefallen ist, bleibt die fehlende Spielstärke der Roten, wenn sie selbst aktiv das Geschehen in die Wege leiten müssen. 96 reagiert besser, als dass es agiert. Viele Spieler im Spielaufbau insbesondere in der ersten Hälfte. Das Aufbauspiel von 96 krankt außerdem auch daran, dass sich insgesamt zu wenig bewegt wird, häufig muss lange Zeit nach Anspielstationen gesucht werden, es wird selten mal dem Ball entgegengekommen. Am Samstag ist mir aufgefallen, dass fast alle Spieler über 90 Minuten ihre Positionen kaum verlassen haben. Das wirkte alles sehr statisch. Ich hätte mir zum Beispiel mal gewünscht, dass Schmiedebach ein wenig mehr auf rechts rückt, Pinto etwas mehr zentraler agiert. Da gab es aber kaum Rotation. Was mir noch negativ aufgefallen ist: 96 hat sehr spät erst die Frankfurter im Spielaufbau gestört. Da war eine viel zu große Lücke zwischen Mittelfeld und Defensive. Das Mittelfeld hat dort insgesamt zu wenig gestört und versucht die Angriffe frühzeitig schon zu stören. Dass die Abwehr dann Probleme hat und nicht zu hoch stehen darf, ist auch klar. Aber 96 fehlt im neuen System und mit den neuen Spielern ein Abräumer vor der Abwehr, so wie es Balitsch die letzten Spielzeiten recht erfolgreich gemacht hat. Schmiedebach, Stoppelkamp und Pinto haben das nicht wirklich antizipiert oder hatten keine Lust dazu. Da wirkte es sich positiv aus, dass Frankfurt am Samstag nicht den Druck auf das defensive Mittelfeld der Niedersachsen aufbauen konnte.

Also insgesamt noch viel zu tun, viel Feinarbeit. Die schwierigen Spiele kommen erst noch. Und es wäre nicht schlecht, wenn sich der Verein geschlossen nach außen präsentieren könnte. Davon würden auch die Spieler profitieren.