U79 zur Uni (II): Stadt will prüfen…aber warum jetzt eigentlich?

Es hat nicht lange gedauert, dass der umstrittene Takt für die verlängerte U79 zur Uni auch bei Bürgermeister Dirk Elbers (CDU) angekommen ist. Und man scheint sich jetzt auch im Rathaus bewusst zu sein, dass der 20-Minuten-Takt, zumindest in den Morgenstunden, nicht ausreicht.

So kann man es interpretieren. Die Rheinische Post berichtet, dass die Stadt beschlossen hat ab Montag zu beobachten, wieviele Fahrgäste die neue Strecke nutzen um dann zu entscheiden ob zum Beispiel ab Oktober zum Vorlesungsbeginn mehr Züge eingesetzt werden.

Hört sich auf dem ersten Blick als eine gute Neuigkeit an. Doch machen Stadt und Rheinbahn einen entscheidenden Fehler, wenn sie jetzt in den Semesterferien die Fahrgastzahlen messen wollen. Denn die werden deutlich kleiner ausfallen als während der Vorlesungszeiten. Man braucht sich derzeit doch nur an der Universität umsehen und stellt schnell fest, dass da überhaupt nichts los ist. Das Messen der Fahrgastzahlen ab Montag bringt also überhaupt kein Abbild des eigentlichen Fahrgastaufkommens während der Vorlesungszeiten auf den Strecken zur Uni. “Sollten wir feststellen, dass der Platz in der U 79 nicht reicht, werden dort mehr Züge eingesetzt. Parallel müssen wir auch gucken, ob das Angebot auf der Linie 707 dann zu groß ist, denn wir müssen auch an die Kosten denken”, hört man von der FDP. Was hat das Angebot der 707 mit der neuen Linie U79 zu tun? Das sind doch wieder zwei völlig verschiedene Schuhe. Die 707 verbindet vor allem das nördliche Stadtgebiet mit dem Zentrum und bindet die Stadtteile Bilk und Friedrichstadt an die Uni. Und da muss man gar nichts am Takt ändern, denn die Bahnen werden dort weiter voll genug sein, auch wenn ein Großteil der Studenten ab Hauptbahnhof die U79 nehmen sollten. Zudem kommen viele Studenten aus dem Umland beim Bilker S-Bahnhof an und benutzen dann die 707. Wenn man jetzt die U79 hat, kann man die 707 schlicht nicht kürzen oder gegeneinander ausspielen. Dafür sind die Streckenverläufe doch viel zu unterschiedlich. Man könnte höchstens überlegen, nicht alle Züge bis zur Uni fahren zu lassen. Aber die 707 ist zu jeder Tageszeit gut gefüllt.

Man merkt, dass viele Politiker selten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln durch Düsseldorf fahren. Und was muss es für eine befreiendes Gefühl sein, wenn Fahrgäste aus Friedrichstadt und Bilk ab Oktober morgens vielleicht auch mal die klitzekleine Chance haben einen Sitzplatz in der 707 zu finden und sich nicht weiter mühsam auf die unterste Trittstufe quetschen zu müssen?

Autor: medispolis
Datum: Freitag, 27. August 2010 8:28
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