Premier League 2010/2011 Preview #21 – Hodgson: “I deeply regret that.”

Weiter, immer weiter. Sie spielen und spielen. Vier Spieltage innerhalb von 10 Tagen. Bevor am Dienstag und Mittwoch noch einmal 90 wichtige Minuten anstehen und sich die Premier League dann für 10 Tage in die Pause wegen der 3. Runde des FA-Cup verabschiedet, beginnt das neue Jahr wie das alte aufgehört hat: mit Fußball auf der Insel. Acht Spiele an Neujahr, zwei Ansetzungen runden den Spieltag am Sonntag ab. Und insbesondere der Samstag hat es in sich. Kampf um die Meisterschaft und den Klassenerhalt – wirklich alles ist dabei.

Bevor detaillierter auf die einzelnen Partien geblickt wird, soll Tony Pulis, Trainer von Stoke City, kurz zu Wort kommen. Der hatte im Oktober mein persönliches Lieblingszitat des Premier League Jahres 2010 von sich gegeben: “I’ve got nothing against foreign managers, they are very nice people. Apart from Arsene Wenger.” Die Beziehung Pulis-Wenger gehört zu den verbalen Auseinander-setzungen der bisherigen Premier League Saison 2010/2011. Wenger hatte Stoke City beschuldigt wie ein Rugby Team auf dem Spielfeld zu agieren und keine Rücksicht auf die Gesundheit der Spieler zu nehmen – und dieses Verhalten würde durch Tony Pulis auch noch genehmigt. Pulis schlug mehrmals verbal zurück, sagte, dass Wenger ein Trainer unter permanentem Druck sei, weil Arsenal schon lange keinen Titel mehr geholt hat. Der Ursprung des Streits geht zurück auf das schwere Foul von Ryan Shawcross im Februar 2010, als Aaron Ramsey, Arsenals große Hoffnung im Mittelfeld, das Schien- und Wadenbein gebrochen wurde. Apropos Ramsey: Wenger hat heute Vormittag auf der Pressekonferenz vor dem Spiel in Birmingham angekündigt, dass das Leihgeschäft von Ramsey an Nottingham Forest wie geplant zum Ende des Jahres ausläuft und Ramsey ab dem 2. Januar wieder mit dem Arsenal-Team trainiert und spielt. Und vielleicht endet deswegen langsam auch der Streit zwischen Pulis und Wenger. Weitere Zitate des Premier League Jahres 2010 gibt es bei goal.com.

Lesetipp: Phil McNulty/BBC: Hodgson fighting losing battle

West Bromwich Albion – Manchester United
Sky Sport 1/ HD 1 live, Samstag 13h40, Kommentar: Marco Hagemann

Was Manchester United noch zu einer perfekten ersten Saisonhälfte fehlt, sind ein paar mehr Auswärtssiege. Acht Spiele hat man in der Fremde absolviert, ein Sieg und sieben Remis stehen zu Buche. Auch gegen Birmingham hatte es am Dienstag wieder nur zu einem Unentschieden gereicht, obwohl man selbst geführt hat. Wie so häufig wie in letzter Zeit. Aber trotzdem startet man komfortabel ins Jahr 2010. Man liegt an der Tabellenspitze, punktgleich mit dem Stadtrivalen City, hat aber zwei Spiele weniger ausgetragen. Das Jahr 2011 würde für Man Utd also am besten mit einem Auswärtssieg beginnen. Bei den Red Devils dürften Nani und Paul Scholes wieder fit sein, für Antonio Valencia wird mittlerweile ein Comeback für Ende Februar angestrebt. West Brom macht derzeit wieder eine kleine Schwächephase durch. Drei der letzten vier Spiele haben die Baggies verloren. Trainer Roberto Di Matteo macht sich dennoch keine Sorgen: “Leider haben wir diese Saison schon häufiger solch kleine Formkrisen gehabt. Was mich zuversichtlich macht, ist, dass wir bisher immer einen Ausweg gefunden haben und uns wieder zu Siegen gekämpft haben.” Für die Partie gegen Man Utd plagen West Brom Personalsorgen in der Defensive. Mit den gesperrten Gabriel Tamas und Gonzalo Jara fehlt die etatmäßige Innenverteidigung. Pauk Scharner kämpft mit einer Grippe.

FC Liverpool – Bolton Wanderers
Konferenz Sky Sport 1/ HD 1 live, Samstag 15h55, Kommentar: Markus Gaupp

Spätestens nach dem 0:1 gegen die Wolverhampton Wanderers dürfte an der Anfield Road eine waschechte Krise herrschen. Nur drei Torschüsse brachten die Reds gegen den Aufsteiger zustande, defensiv leistete man sich dann wieder den spielentscheidenen Patzer. Roy Hodgson gerät immer mehr unter Druck. Und jetzt kommen die Überflieger aus Bolton nach Liverpool. Bolton präsentierte sich ordentlich bei der Niederlage gegen Chelsea und hat diese Saison schon mehrfach gezeigt, dass auswärts mit ihnen zu rechnen ist. Wird die Anfield Road erobert und Liverpool verlieren, dürften die Tage von Roy Hodgson gezählt sein. Der Trainer der Reds hat sich mittlerweile für seine Äußerungen nach der Niederlage bei den Fans entschuldigt. Hodgson hatte gesagt, dass er in seinen sechs Monaten Amtszeit nie die berühmte und emotionale Unterstützung der Fans bekommen habe. Er reagierte damit auf Sprechchöre der Fans “Hodgson for England” und das Rufen der ehemaligen Trainerlegende von Liverpool, Kenny Dalglish. Fans hatten die Äußerungen von Hodgson als Kritik interpretiert, verlangten eine Entschuldigung und äußerten sich besorgt um die Beziehung zwischen Team und Fans. “Sollte ich mit meinen Äußerungen die Fans kritisiert oder beleidigt haben, bereue ich dies zutiefst. Das war nicht meine Absicht”, gab Hodgson kleinlaut bei. Der Engländer sitzt auf dem Schleudersitz, nur drei Punkte gegen Bolton helfen um den Abstand auf die Abstiegsplätze zu vergrößern. Hodgson wird an der Aufstellung nicht viel ändern können und schenkt weiter einem 4-4-2 mit Meireles rechts, Gerrard in der Mitte hinter den Spitzen Torres und Ngog das Vertrauen. Bei den Wanderers fehlt Lee Chung-Yong, der sich auf dem Weg zu den Asienmeisterschaften gemacht hat.

FC Sunderland – Blackburn Rovers
Konferenz Sky Sport 1/ HD 1 live, Samstag 15h55, Kommentar: Sven Schröter

Die Black Cats sind alles andere als gut durch die Feiertagsspieltage geschlingert. Niederlage bei Manchester United und am Dienstag die erste Heimniederlage der Saison gegen Aufsteiger Blackpool. Nun will Sunderland gegen die Rovers zurück in die Erfolgsspur finden. Sunderland plagen Verletzungssorgen: John Mensah, Michael Turner, Titus Bramble und Fraiser Campbell fehlen alle verletzt, hinter dem Einsatz von Asamoah Gyan steht noch ein großes Fragezeichen. Sollte der Ghanaer nicht rechtzeitig fit werden, dürfte Darran Bent die einzige Spitze geben. Blackburns neuer Trainer Steve Kean konnte am Dienstag mit dem 3:1 bei West Brom seinen ersten Sieg mit den Rovers feiern und will jetzt gleich noch einen Auswärtssieg dranhängen.

Stoke City – FC Everton
Konferenz Sky Sport 1/ HD 1 live, Samstag 15h55, Kommentar: Oliver Faßnacht

Da sollte das Britannia Stadium für Stoke City zu einer echten Festung werden und dann verlor man ausgerechnet gegen den FC Fulham, der seit März auswärts keine drei Punkte mehr geholt hat. Die Potters zeigten ungeahnte Schwächen in der Defensive und bekommen jetzt mit dem FC Everton den nächsten Prüfstein. So durchschnittlich die Saison der Toffees bisher verlaufen ist, so erfolgreich spielen sie auswärts auf. Von den zehn Auswärtsspielen gingen nur zwei verloren, zuletzt blieb man auswärts sech mal in Folge ohne Niederlage, gewann bei Manchester City und holte nach anfänglichen Schwierigkeiten ein 1:1 bei West Ham. Mit einem Sieg würde Everton Stoke in der Tabelle überholen und sich wieder unter den ersten Zehn platzieren.

West Ham United – Wolverhampton Wanderers
Konferenz Sky Sport 1/ HD 1 live, Samstag 15h55, Kommentar: Martin Sedlacek

Es ist das Spiel des 21. Spieltages. Tabellenschlusslicht West Ham (17 Punkte) empfängt die Wolves (18 Punkte), die nach dem 1:0 bei Liverpool mächtig Selbstvertrauen getankt haben und gegen einen direkten Konkurrenten um den Abstieg gewinnen wollen. Aber West Ham hat derzeit die beste Form in dieser Saison aufzuweisen, hat die letzten drei Partien nicht verloren und mit dem Sieg in Fulham Avram Grant den Job gerettet. Bei den Hammers ist Carlton Cole wieder fit und im Sturm neben Piquionne gesetzt. Ansonsten kann Grant auf die Erfolgself der letzten Tage zurückgreifen. Wolves-Trainer Mick MCCarthy hat bereits nach dem 1:0 am Mittwoch angekündigt, dass er neue frische Spieler bringen wird. David Jones für das Mittelfeld und Stürmer Steven Fletcher würden sich da anbieten. Gleichzeitig sind Kevin Doyle, Jody Craddock und Michael Mancienne nach Verletzung wieder einsatzbereit. Beide Mannschaften haben zuletzt gute Leistungen gezeigt, umso wichtiger ist das morgige Spiel. Für beide Teams ein – ich zahle auch gerne in die Kasse – “sechs-Punkte-Spiel”. Mit einem Sieg über die Wolves und gleichzeitiger Niederlage von Fulham und Birmingham kann West Ham sogar die Abstiegsplätze verlassen. Avram Grant würde dann, nachdem er 2010 mit seinen Teams immer unter den letzten Drei stand, 2011 endlich mal 17. sein. Aber bis dahin ist es ein ganz weiter Weg.

Tottenham Hotspur – FC Fulham
Konferenz Sky Sport 1/ HD 1 live, Samstag 15h55, Kommentar: Andreas Renner

Sobald man Harry Redknapp dieser Tage ein Mikrofon vors Gesicht hält, bekommt man stets die gleiche Leier zu hören. Er sei stolz auf die Leistung seiner Mannschaft und will ein gehöriges Wort im Kampf um die Meisterschaft mitreden. Und er hat allen Grund dazu. Die Spurs haben im Gegensatz zu Man Utd, Arsenal und Chelsea ihre beiden letzten Spiele gewinnen können und das stets mit nur 10 Mann. Nun soll gegen Fulham der dritte Sieg in Folge gefeiert werden und möglichst kein weiterer Spieler vom Platz fliegen. Bei den Spurs fehlen demnach die gesperrten Younes Kaboul udn Jermain Defoe. Sebastien Bassong könnte für Kaboul in die Innenverteidigung rücken, da Willam Gallas noch nicht fit zu sein scheint. Redknapp könnte Roman Pavlyuchenko keine Pause geben und mit Peter Crouch als einzige Spitze beginnen.

Manchester City – FC Blackpool
Konferenz Sky Sport 1/ HD 1 live, Samstag 15h55, Kommentar: Marcel Meinert
Einzelspiel Sky Sport 2/ HD 2 live, Samstag 15h55, Kommentar: Sascha Roos

Man kann den deutlichen Sieg von Manchester City gegen Aston Villa am Dienstag auf zweierlei und Art und Weise interpretieren. Die positive für City: Die Mannschaft nach den guten Leistungen auswärts jetzt endlich auch zuhause einen Weg gefunden attraktiv und erfolgreich zu spielen. Die eher negative für City: Es war nur Aston Villa am Dienstag. Welche der beiden Erklärungsansätze verhärtet, dürfte die Partie gegen Blackpool zeigen. Gegen die Teams des Mittelfelds und der unteren Tabellenhälfte hat sich City in Eastlands immer schwer getan. Und Blackpool hat mit Siegen in Liverpool, Newcastle und Sunderland schon mehrfach unter Beweis gestellt, dass sie auswärts defensiv kompakt stehen können und dann blitzschnell auf Konter umschalten. City will mit drei Punkten an United dranblieben und die Titelambitionen untermauern. Unklar ist noch, ob Mancini wieder auf Tevez zurückgreift oder Balotteli weiter den Vorzug erhält. Bei den Seasiders kehrt Chalie Adam nach Sperre zurück. Vorne im Sturm weiterhin der Doppeltorschütze vom Dienstag, DJ Campbell.

Birmingham City – FC Arsenal
Sky Sport 1/ HD 1 live, Samstag 18h25, Kommentar: tba

Same old Arsenal again? Nach dem großartigen 3:1 gegen Chelsea reichte es in Wigan nur zu einem 2:2 – und das bei einem Mann mehr auf dem Platz. Wie so oft hat Arsenal in den letzten Minuten zwei Gänge zurückgeschaltet und wurde dafür die aufopferungsvoll kämpfenden Latics bestraft. Nun ist ein Remis in Wigan keine Katastrophe. Betrachtet man sich den Spielverlauf, dann eben schon. Wenger sah es positiv, meinte, der eine Punkt könnte am Saisonende noch ganz wichtig werden. Aber drei Zähler werden schon eine deutlichere Ansage gewesen, zumal jetzt zu dem schwierigen Auswärtsspiel nach Birmingham reist. Der Arsenal-Trainer musste sich Kritik an seiner Personalpolitik und den acht Spielerwechseln anhören. Das fällt dann nach dem Unentschieden natürlich leicht. Nur sollte man nicht übersehen, dass 11 sehr gute Spieler auf dem Platz standen, das Spiel in der zweiten Hälfte fast immer im Griff hatten und defensive Patzer für den Gegentreffer verantwortlich waren. Ob Nasri, van Persie und Walcott besser abgeschnitten hätten, werden wir nie erfahren. Angesichts der vielen Spiele macht es defintiv Sinn Spielern auch mal ein Spiel Pause zu geben. Für die Partie im St. Andrew’s Park kehren Walcott, Van Persie und Febregas zurück ins Team, Diaby wird erneut bis zu drei Wochen verletzt fehlen. Arsenal gehört immer noch zu den besten Auswärtsteams der Liga, trifft aber auf City, die Man Utd zuhause schon ein Punkt abgerungen haben und Chelsea sogar besiegten. Das Team von Alex McLeish steht nur wegen der besseren Tordifferenz nicht auf einem Abstiegsplatz und hat neben einigen Achtungserfolgen vor heimischer Kulisse genauso schon offenbart, dass sie vor eigenem Publikum ganz schlechte Tage erwischen. Und solch einen wünscht sich der FC Arsenal ganz sicherlich für die Blues.

FC Chelsea – Aston Villa
Sky Sport 1/ HD 1 live, Sonntag 14h25, Kommentar: Sven Schröter

Und sie können es doch noch. Nach sechs Spielen ohne Sieg gelang dem FC Chelsea mit dem 1:0 über Bolton mal wieder ein Erfolgserlebnis, das hart umkämpft war. Dass bei Chelsea noch nicht wieder alles in Fleisch und Blut harmoniert, sah man vor allem in der ersten Hälfte, als bei den Blues spielerisch gar nichts zusammenlief und die Fans an der Stamford Bridge die Leistung zur Halbzeit mit Pfiffen quittierten. Erst ein Pfostenschuss von Drogba nach Wiederbeginn rüttelte Chelsea wach und plötzlich war auch Frank Lampard wieder viel präsenter und übernahm die Initiative im Mittelfeld. Wie nachhaltig die Entwicklung ist, werden wir Sonntagnachmittag sehen, wenn Krisen-Club Aston Villa in den Westen Londons reist. Das Team von Gérard Houllier taumelt Richtung Abstiegsplätze und viele Experten sehen in Villa einen potentiellen Abstiegskandidaten. Und eine weitere Dimension des Streits könnte hinzukommen. Angeblich plant Liverpool eine Angebot in Höhe von 14 Millionen Pfund für Ashley Young. Villa hatte zwar immer wieder betont, dass Young nicht verkauft werde. Aber Besitzer Randy Lerner hat schon mehrfach dokumentiert, dass er bei dem richtigen Preis und den Einnahmen für ihn fast jeden Spieler ziehen lassen will – und so die Mannschaft nach und nach weiter schwächt.

Wigan Athletic – Newcastle United
Sky Sport 1/ HD 1 live, Sonntag 16h55, Kommentar: Toni Tomic

Roberto Martinez sah man nach dem 2:2 gegen Arsenal die Erleichterung an. Jubelnd sprang er an der Seitenlinie hoch, als der Schlusspfiff ertönte und war nach dem Spiel voll des Lobes für sein Team: “Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis und freue mich über die Leistung meiner Mannschaft”. Nicht so versöhnliche Worte hatte er für Charles N’Zogbia, der nach einer Tätlichkeit gegen Jack Wilshere vorzeitig zum Duschen musste und für das Heimspiel gegen Newcastle natürlich fehlt. Newcastle hat die letzten beiden Spiele verloren und will gegen Wigan vermeiden noch näher an die Abstiegsplätze zu rutschen.

Die Premier League in 2011. Wer weiß, was sie noch für Überraschungen bereithält. Wer hätte denn schon gedacht, dass am 31. Dezember 2010 Arsenals Alex Song nur ein Tor weniger geschossen hat als Fernando Torres?

2010

Wie immer zum Abschluss des Jahres der persönliche Jahresrückblick.

1. Zugenommen oder abgenommen?
Ganz leicht zugenommen, im Vergleich zu Ende 2009 knapp zwei Kilogramm. Nichts Dramatisches also, aber irgendwie unschön. Also Schnee, verschwinde, ich will wieder meine 10-15 Kilometer laufen.

2. Haare länger oder kürzer?
Eigentlich gleichgeblieben, meist kurz, im Winter etwas länger (oder besser formuliert: weniger kurz).

3. Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
Weiterhin kurzsichtig, hat sich jetzt nicht groß verschlechtert. Da freut sich der Geldbeutel, Brillengläser sind nicht ganz so günstig.

4. Mehr Kohle oder weniger?
Mehr Kohle

5. Mehr ausgegeben oder weniger?
Mehr ausgegeben. Wenn man schon mehr Geld hat.

6. Mehr bewegt oder weniger?
Trotz der Faulheit im November und Dezember – auch arbeitsmäßig bedingt – definitiv mehr bewegt, nachdem ich endlich die perfekten Laufstrecken am Rhein gefunden habe.

7. Der “hinrissigste” Plan?
Gedacht haben und überzeugt gewesen sein, man könnte Fernbeziehungen perfekt und zur vollsten Zufriedenheit beider Seiten führen, trotzdem wenn beide beruflich schwer beschäftigt sind und sich höchstens an Wochenenden für ein paar Stunden sehen, wenn überhaupt. Also haben wir uns beide für Lebenslauf und gegen Liebe entschieden. In der aktuellen ZEIT Campus-Ausgabe ist diese schwierige Entscheidung Titelthema, in welcher der Konflikt zwischen Liebe und Lebenslauf an Fallbeispielen dokumentiert wird. Fand ich sehr beeindruckend zu lesen. Da fühlt man sich dann doch ein wenig schlecht, wenn Paare in den Niederlanden und China für eine Zeit leben. Aber uns ist die Entscheidung nicht leicht gefallen, viele Gespräche und Diskussionen. Aber im Nachhinein hat sich gezeigt, dass wir beide sehr gut damit umgegangen sind und es uns insgesamt besser damit geht, da weniger Last und Druck sich nebenbei noch um einen tollen Menschen zu kümmern, keine hektischen Zugreisen mehr am Wochenende etc. Ende gut, alles gut wäre übertrieben zu sagen und der schönen Zeit niemals angemessen, aber eine gewisse Erleichterung gepaart mit eine wenig Trauer begleitet mich schon fast das ganze Jahr.

8. Die gefährlichste Unternehmung?
Mit T-Shirt, Sandalen und kurzer Hose nachts in einen Musikklub gehen ist ja nicht gefährlich, von daher fällt mir da dieses Jahr gar nichts ein. Mehr Risiko 2011 also bitte.

9. Der beste Sex?
Blöde Frage irgendwie jetzt…

10. Die teuerste Anschaffung?
Habe mir einen neuen Monitor gegönnt, dazu diverse Konzertkarten und Tickets für Fußball und Eishockey. Und meine neue Winterjacke war auch nicht ganz billig.

11. Das leckerste Essen?
Beim Lieblingsitaliener Zerogradi in Düsseldorf-Bilk, köstliches Schnitzel im Gasthof Küpper und den besten Fisch im Juni auf Sylt gegessen.

12. Das beeindruckenste Buch?
Ich weiß ja, dass Fachliteratur nicht zählt, aber zu wirklich viel mehr bin ich nicht gekommen. Zwei Bücher habe ich trotzdem gerne gelesen: Matt McGinn – Roadie. My life on the road with Coldplay. Und jetzt endlich über die Feiertage durchgelesen und für großartig befunden, Jonathan Frantzen – Freiheit.

13. Der ergreifendste Film?
Meine Güte, mir fällt gerade auf, dass ich dieses Jahr nicht einmal im Kino war. Aber so richtig der Filmfreund und Kinogänger war ich noch nie, dafür wieder jede Menge Serien geschaut. Ganz klarer Geheimtipp für dieses Jahr: Weeds – Kleine Deals unter Nachbarn, großartige Dramaserie. Schaue gerade die dritte Staffel.

14. Die beste CD?
Arcade Fire – The Suburbs
The National – High Violet
Carpark North – Lost
Hurts – Happiness
Donots – The Long Way Home
Scouting for Girls – Everybody Wants To Be on TV

15. Das schönste Konzert?
1. 30 seconds to Mars (Oberhausen, Köpi-Arena, 06.12.2010)
2. Scouting for Girls (Köln, Luxor, 08.06.2010)
3. Stars (Köln, Luxor, 09.09.2010)
4. The National (Hamburg, Stadtpark, 08.07.2010)
5. Vampire Weekend (Hamburg, Docks, 21.02.2010)

16. Die meiste Zeit verbracht mit?
Wie immer nachdenken, arbeiten, aber auch ganz viel Lachen, Spaß haben und freuen über all die schönen Kleinigkeiten in meinem Alltag.

17. Die schönste Zeit verbracht mit?
Ganz vielen netten Leuten in Düsseldorf

18. Vorherrschendes Gefühl 2010?
Es könnte alles auch viel schlimmer sein.

19. 2010 zum ersten Mal getan?
Meisterschaft der Hannover Scorpions gefeiert, bei einem Bundesligaspiel auf Schalke gewesen, eine 1,0 in einer Hausarbeit geschrieben, am Rhein gegrillt, mich nach einem Kneipenabend nicht mehr erinnern können, wie ich nach Hause gekommen bin, ein richtiges wissenschaftliches Forschungsprojekt geschrieben, im ICE auf dem Boden gesessen, bewusst gelogen, Freunde um Rat gefragt, in einer mündlichen Prüfung bei 25 Grad so richtig geschwitzt, mich über Facebook aufgeregt, mit einem Hund über schneebedeckte Felder gelaufen. Party in der Schweiz. Darüber nachgedacht, was ich nach dem Studium mache.

20. 2010 nach langer Zeit wieder getan?
Verliebt gewesen, Stress vermieden (manche Dinge kann man eben nicht beeinflussen), Public Viewing im Hochsommer, Baden im Rhein, To-Do-Listen geschrieben, Steuererklärung ausgefüllt.

21. Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten können?
Entscheidung zwischen Liebe und Lebenslauf, Zugreisen im Winter, die ein oder andere Überstunde am Wochenende

22. Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
Innenraum ist bei Konzerten grundsätzlich besser als Sitzplätze. Düsseldorf ist eine schöne Stadt, die es sich lohnt mal zu besuchen. Nach jedem Tief kommt gleich wieder ein Hoch im Leben.

23. Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
Aufmerksamkeit

24. Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Zuhören und Lachen

25. Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
“Mit dem Flemming holst du zwar keine Punkte, aber dafür immer einen Platz in der Straßenbahn.” (Schalke-Fan in der frühen Saisonphase)
“Manchmal gibt es gibt kein richtig oder falsch.”

26. Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?
“Es tut mir sowas von Leid, dass ich deinen Geburtstag verpasst habe, aber ich hatte das Wochenende so viel um die Ohren und erstickte in der Arbeit. Und du hast blöderweise deinen Geburtstag auch nicht bei Facebook reingeschrieben, da wäre es mir dann spätestens aufgefallen.”

27. 2010 war mit einem Wort …?
Kannmichnichtbeklagen

2011 kann also kommen. Wieder viele Veränderungen und Entscheidungen. Hoffnungen und Wünsche, die ich gerne erfüllt hätte. Ich freu mich drauf.

Premier League 2010/2011 Preview #20 – Nun wird es für Mark Hughes eng

Not the same procedure as every game: Arsenal schlägt Chelsea mit 3:1
Der FC Arsenal hat seit langer Zeit mal wieder ein Ausrufezeichen setzen können und einen direkten Konkurrenten um die Meisterschaft geschlagen. Zum ersten Mal seit über zwei Jahren gewannen die Gunners verdient mit 3:1 gegen den FC Chelsea und zeigten über weite Strecken eine überzeugende Partie.
Ach, das liest sich schon gut. Vor dem Spiel war mal wieder die ganzen Befürchtungen und Ängste gehabt, dass es wieder nicht reichen könnte, aber nach dem Spiel hochzufrieden gewesen. Bis auf ein paar Ungenauigkeiten im Offensivspiel Mitte der zweiten Halbzeit und dem ein oder anderen Wackler defensiv war das von der mannschaftlichen Geschlossenheit mit die beste Saisonsleistung des FC Arsenal. Viel gelaufen, die Räume im Mittelfeld eng gemacht, keine großen Lücken zwischen Abwehr und Mittelfeld gelassen, die Außenbahnen beackert und vorne endlich mal wieder die Chancen in Tore umgemünzt. Natürlich war Chelsea ein gutes Stück von der Besform entfernt und befindet sich mit der Niederlage weiter in der Mini-Krise und natürlich gibt es bei Arsenal über 90 Minuten gesehen noch einiges zu verbessern, aber verglichen mit den Erwartungen vor dem Spiel und dem Ergebnis danach bin zumindest ich sehr zufrieden. Die Gunners übernehmen damit wieder Platz 2, Chelsea bleibt auf dem vierten Rang.
Will man die gute Leistung von Arsenal an Personen festmachen, sind heute Abend zwei Namen besonders hervorzuheben. Erstens Johan Djourou, der Didier Drogba nahezu perfekt aus dem Spiel nahm. Bei Djourou ärgert es mich schon seit Jahren, dass er sein ganzes Potential bedingt durch Verletzungen nie wirklich zeigen konnte. Jetzt ist er endlich mal gesund und hat heute seine große Chance genutzt, die ihm weitere Einsätze von Beginn ermöglichen sollen, gerade auch wegen der Verletzung von Thomas Vermaelen. Und zum anderen Jack Wilshere, der mir defensiv unglaublich gut gefallen hat, viel gelaufen ist, Räume immer wieder zugestellt hat und die wichtigen Zweikämpfe gewonnen hat. Mit Wilshere und Song in dieser Form haben Fabregas und Nasri dann genug Gelegenheit sich um die offensive Kreativität zu kümmern. Dass Arsenal weiter ein nervöses und fragiles Gebilde bleibt, hat man nach dem Anschlusstreffer gesehen, als Arsenal kurz Angst vorm Gewinnen hatte. Mit dem Sieg gegen Chelsea ist zumindest ein erster kleiner Schritt getan, damit das Gerede über die ängstlichen Gunners ein klein wenig verstummt. Mal sehen, wie lange. Hoffentlich lange. Und bitte länger als morgen, wenn Arsenal zu Wigan Athletic reist.

Bereis heute geht es aber weiter mit dem 20. Spieltag mit sieben Begegnungen am Nachmittag und Abend, drei Partien werden dann morgen zu später Stunde ausgestragen. Sky verwöhnt uns wieder mit Konferenzen und Einzelspielen. Und es wäre schön, wenn auch die Nicht-HD-Kunden in den Genuss spontaner Vorberichte kommen würden.

Manchester City – Aston Villa Konferenz Sky Sport 1/ HD 1 live, Dienstag 15h55, Kommentar: Marco Hagemann
Einzelspiel Sky Sport 2/ HD 2 live, Dienstag 15h55, Kommentar: Sascha Roos

Das war ziemlich mau, was Aston Villa am Boxing Day gegen Tottenham auf die Reihe brachte. Trotz 60-minütiger Überzahl sprang neben dem Tor von Albrighton kaum nennenswerte Torchancen raus. Für Gérard Houllier steht ein unangenehmer Januar bevor. Man rutscht immer mehr in den Tabellenkeller, viele Spieler sollen unzufrieden mit dem Trainerstab sein und planen den Verein zu verlassen. Gleichzeitig steht noch ein größeres Fragezeichen an der Bereitschaft von US-Besitzer Randy Lerner massiv im Januar in neue Spieler zu investieren. Und gerade jetzt steht das Auswärtsspiel bei Manchester City an, die am Sonntag souverän bei Newcastle United gewannen und Tuchfühlung zur Tabellenspitze haben. Villa hat nur einen von möglichen 15 Punkten aus den letzten fünf Auswärtsspielen mitgenommen, gleichzeitig ist City aber alles andere als heimstark. Mit James Milner, Gareth Barry, Richard Dunne und Stephen Ireland treffen gleich vier Spieler auf ihren Ex-Verein. Villa wartet seit drei Jahren auf einen Sieg in Eastlands und muss weiter auf Ashley Young verzichten. Hinter Emile Heskey, gegen die Spurs angeschlagen ausgewechselt, steht noch ein großes Fragezeichen. Bei City kehrt Kolo Toure nach seiner Sperre wieder in die Innenverteidigung zurück.

Tottenham Hotspur – Newcastle United
Konferenz Sky Sport 1/ HD 1 live, Dienstag 15h55, Kommentar: Markus Gaupp

Sieger und Verlierer vom Boxing Day auch in diesem Duell. Nach der durchaus sehr guten Vorstellung der Spurs im Villa Park geriet Trainer Harry Redknapp schon wieder ins Schwärmen: “Es wird ein großartiges Jahr für uns werden [...] Wenn man auswärts mit 10 Mann gewinnt, hat man einen fantastischen Job erledigt. Das zweite Tor war unglaublich wichtig und ich hatte jederzeit das Gefühl, dass wir das Spiel gewinnen werden. Newcastle mit dem neuen Trainer Alan Pardew ist erstmal ein wenig in die Realität zurückgeholt, liegt mit dem neunten Platz aber immer noch komfortabel im Rennen. Die Spurs haben die letzten sechs Heimspiele nicht verloren.

FC Sunderland – FC Blackpool
Konferenz Sky Sport 1/ HD 1 live, Dienstag 15h55, Kommentar: Sven Schröter

Bevor Blackpool in dieser Saison irgendwann mal die ganzen Heimspiele, die mittlerweile ausgefallen sind inklusive der Partie vom 1. Spieltag, die statt in Blackpool in Wigan stattfand, weil das Stadion noch nicht fertig umgebaut war, nachholt, steht jetzt erstmal ein Trip ins Stadium of Light an zum FC Sunderland, der die Niederlage vom Boxing Day schnell vergessen machen will. Die Black Cats haben in dieser Saison vor eigenem Publikum noch nicht verloren, Blackpool kann schon vier Auswärtssiege aufweisen.

Stoke City – FC Fulham
Konferenz Sky Sport 1/ HD 1 live, Dienstag 15h55, Kommentar: Toni Tomic

Für Mark Hughes dürfte es so langsam ungemütlich werden in Fulham. Mittlerweile werden schon Wetten angenommen, ob Houllier oder Huhges der nächste Trainer in der Premier League ist, der die Segel streichen muss. Für Hughes spricht immer mehr die schlechte Leistung seines Teams. Die Cottagers warten diese Saison immer noch auf einen Auswärtssieg, Stoke hat immerhin sieben von zwölf möglichen Punkten zuletzt im Britannia Stadium geholt. Spricht also viel für die Potters. Eine weitere Niederlage für Fulham und Mark Hughes könnte schneller weg sein als gedacht. Ich hatte vor dem Boxing Day Hughes eigentlich als nicht gefährdet eingeschätzt, aber die Performance in einem so wichtigen Spiel wie gegen West Ham war dann doch besorgniserregend. Martin O’Neill wird gerüchteweise als ein Nachfolger gehandelt. Aber diese Premier League ist so verrückt, dass ich mich auch nicht wundern würde, wenn Hodgson zu Fulham zurückkehrt und Benitez wieder in Liverpool das Zepter übernimmt. Mark Hughes braucht dringend drei Punkte. Das Beten in Richtung Mohammad Al-Fayed bezüglich Neuverpflichtungen im Januar dürfte schon fast zu spät kommen. Andererseits ist Fulham bekannt für große Aufholjagden in der zweiten Saisonhälfte. Fragt sich nur mit oder ohne Mark Hughes.

West Bromwich Albion – Blackburn Rovers
Konferenz Sky Sport 1/ HD 1 live, Dienstag 15h55, Kommentar: Martin Sedlacek

Zwei Verlierer vom Boxing Day wollen versuchen sich wieder weiter von den Abstiegsplätzen zu entfernen. West Brom war ziemlich chancenlos beim 0:2 in Bolton, Blackburn, eigentlich mit einer guten Heimbilanz, verlor bei der Trainerpremiere von Steve Kean im Ewood Park gegen Stoke verdient mit 2:0. Und jetzt geht es für die Rovers wieder on the road, wo sie bei fünf der letzten sechs Versuche als Verlierer den Platz verliesen. Vielleicht könnte ihn entgegenkommen, dass West Bromwich Albion nur eines der letzten drei Heimspiele gewann und mit Chris Brunt wegen fünfter gelber Karte das Herzstück im Mittelfeld der Baggies fehlt. Bei den Rovers wäre Christopher Samba, der den Verein im Januar verlassen will, wieder fit. Unklar noch, ob Steve Kean ihn spielen lassen wird. Als ersten Schritt hat der Trainer Samba die Kapitänsbinde weggenommen.

West Ham United – FC Everton
Sky Sport 1/ HD 1 live, Dienstag 18h25, Kommentar: Marcel Meinert

Das Team von Avram Grant war die positive Überraschung des Boxing Day. Auch wenn man den Sieg beim FC Fulham angesichts der mehr als mäßigen Leistung der Cottagers nicht überbewerten sollte, haben West Ham und Avram Grant ein kleines Lebenszeichen von sich gegeben und zumindest die rote Laterne in der Tabelle abgegeben. Wirklich wertvoll wird der Auswärtssieg vom Sonntag aber nur, wenn heute Abend der FC Everton besiegt wird, die am Boxing Day wegen des schlechten Wetters nicht spielen konnten. Die Hammers sollten gewarnt sein, verlor Everton doch in den letzten sieben Auswärtsspielen nicht. Die Toffees sind sowas wie der Angstgegner der Ostlondoner, da sie die letzten vier Spielen in allen Wettbewerben im Upton Park gewinnen konnten. West Ham gelangen diese Saison erst zwei Heimsiege. Mal sehen, inwieweit Grant die Siegelf vom Sonntag verändert, unter anderem kehrt Louis Boa-Morte nach Sperre zurück. Everton wieder mit Arteta von Beginn an, Anichebe darf jetzt gegen West Ham seine Sperre absetzen.

Birmingham City – Manchester United
Sky Sport 1/ HD 1 live, Dienstag 20h55, Kommentar: Andreas Renner

Auch Birmingham City musste am Boxing Day nicht antreten und konnte sich so ganz in Ruhe auf das schwierige Heimspiel gegen Manchester United vorbereiten, die ihrerseits Sunderland mit 2:0 bezwangen und derzeit völlig zu Recht an der Tabellenspitze grüßen. Mittlerweile hat man wieder die alte, zu Saisonbeginn schmerzlich vermisste Souveränität und Dominanz auf dem Spielfeld zurück. Insgesamt wirkt man auch im Mittelfeld sehr viel kompakter, lässt weniger Torchancen zu und kreiert mehr eigene Torabschlüsse. Vorerst vorbei scheinen die Spiele, in denen man auf Biegen und Brechen in der Nachspielzeit versuchte den Siegtreffer zu erzielen. Das ist jetzt nicht mehr nötig. Birmingham City hat diese Saison erstmal einmal im St. Andrew’s Park verloren, im Oktober gegen den FC Everton. United hat seit Februar (damals im Goodison Park gegen Everton) nicht verloren und hat die letzten 23 Aufeinandetreffen mit den Blues nicht verloren. Birmingham-Trainer Alex McLeish trifft auf seinen alten Mentor Sir Alex Ferguson. Bei den Gastgebern ist Alexander Hleb wieder fit, bei United kehrt Nani wieder zurück. Scholes fehlt verletzt und Ji-Sung Park ist zu den Asienmeisterschaften abgereist.

FC Chelsea – Bolton Wanderers
Konferenz Sky Sport 1/ HD 1 live, Mittwoch 20h40, Kommentar: Marcel Meinert
Einzelspiel Sky Sport 2/ HD 2 live, Mittwoch 20h40, Kommentar: Andre Siems

Nach dem 2:0 gegen Sunderland letztes Wochenende und dem 2:0 gegen West Brom am Boxing Day gehen die Bolton Wanderers wieder auf Reise und versuchen beim englischen Meister ihren 6. Platz zu verteidigen und Tottenham auf dem fünften Rang ins Visier zu nehmen. Die Wanderers haben die letzten zwei Auswärtsspiele verloren, Chelsea aber nur einen Punkt aus den letzten zwei Partien an der Stamford Bridge geholt. Überhaupt hängt der Haussegen bei den Blues ein wenig schief. Die Niederlage gegen Arsenal hat ganz eindeutig offenbart, dass viele Stammspieler derzeit ihrer Top-Form ein gutes Stück hinterherlaufen, allen voran Essien im Mittelfeld und Malouda sowie Drogba im Sturm. Dass Frank Lampard nach seiner langen Verletzung sicherlich noch ein paar Spiele zur Integration benötigt, macht die derzeitige Situation nicht besser. Chelsea wartet seit sechs Spielen auf einen Sieg. Noch steht Carlo Ancelotti nicht zur Diskussion. Sollte es gegen Bolton wieder nicht mit drei Punkten klappten, dürfte die Luft allmählich dünner werden, zumal teure Neuverpflichtungen im Januar von Abramovitsch ausgeschlossen wurden. Ob Nicolas Anelka, der wegen Knöchelproblemen gegen Arsenal pausieren musste, morgen wieder dabei ist, entscheidet sich erst kurzfristig.

Wigan Athletic – FC Arsenal
Konferenz Sky Sport 1/ HD 1 live, Mittwoch 20h40, Kommentar: Marco Hagemann

Der FC Arsenal hat mit Wigan Athletic noch eine kleine Rechnung aus der Vorsaison offen. Am 35. Spieltag, 18. April, verloren die Gunners bei Wigan mit 3:2 und mussten damit die Hoffnungen auf die Meisterschaft begraben. Symptomatisch für den FC Arsenal der Saison 2009/2010 spielte man gute 60 Minuten und führte verdient mit 2:0 um dann in den letzten 10 Minuten drei Gegentreffer zu kassieren. Das Siegtor erzielte Charles N’Zogbia in der Nachspielzeit. Nun wird Wigan an diesem Mittwochabend ganz sicherlich nicht die Meisterschaftsträume der Gunners beerben, trotzdem kommt das Team von Roberto Martinez mit viel Selbstvertrauen in diese Partie. Nach dem 2:1 bei den Wolves hat Wigan erstmals seit Mitte November wieder die Abstiegsplätze verlassen. Wigan ist seit fünf Spielen ungeschlagen im DW Stadium, Arsenal ist nach Manchester City das zweitbeste Auswärtsteam der Liga, nur bei Man Utd und Chelsea haben die Gunners verloren. Gerade die kleinen Teams waren diese Spielzeit auswärts bisher immer eine sichere Beute der Wenger-Boys, die den Schwung und das Selbstvertrauen aus dem Sieg gegen Chelsea mitnehmen wollen. Cesc Fabregas fehlt wegen seiner fünften gelben Karte gesperrt, Alternativen stehen mit dem genesenen Diaby und Rosicky bereit.

FC Liverpool – Wolverhampton Wanderers
Konferenz Sky Sport 1/ HD 1 live, Mittwoch 20h55, Kommentar: Andreas Renner

Vor ein paar Wochen hatte Wolves-Trainer Mick McCarthy offenbart, dass es ein fürchterliches Weihnachtsfest für ihn werde, weil sein Team weiterhin tief im Abstiegskampf stehe. Das Fest hätte dementsprechend nicht viel schlimmer enden können. Mit 1:2 unterlagen die Wolves vor eigenem Publikum Wigan Athletic und sind ans Tabellende gerutscht. Und nun droht die nächste Pleite an der Anfield Road. Der FC Liverpool empfängt ein Team, das seit März auswärts nicht mehr gewonnen hat und die letzten sieben Auswärtsspiele verloren hat. Demgegenüber können die Reds zuletzt vier Heimsiege in Folge verkünden. Und seit 1950 hat Wolverhampton überhaupt nur einmal an der Anfield Road gewinnen können. Ausgangslage wie Favoritenstellung in dieser Partie sind also klar verteilt. Liverpool wieder mit Steven Gerrard und Fernando Torres von Beginn an.

Weiter geht es mit dem 21. Spieltag an Neujahr, dann an dieser Stelle auch wieder mit Live-Blogs.

Premier League 2010/2011 – Terminierung der Nachholspiele

Fortan als stetig aktualisierte Liste die Termine für die Nachholspiele der Premier League. Am besten diesen Eintrag irgendwo als Lesezeichen setzen.

Mittwoch, 12. Januar:
21:00 FC Blackpool – FC Liverpool

Dienstag, 25. Januar:
20:30 FC Blackpool – Manchester United
20:45 Wigan Athletic – Aston Villa

Mittwoch, 26. Januar:
21:00 FC Liverpool – FC Fulham

Dienstag, 15. Februar:
20:45 Birmingham City – Newcastle United

Sonntag, 20. Februar:
13:00 West Bromwich Albion – Wolverhampton Wanderers

Dienstag, 22. Februar:
20:45 FC Arsenal – Stoke City
21:00 FC Blackpool – Tottenham Hotspur

Dienstag, 1. März
20:45 FC Chelsea – Manchester United

Mittwoch, 9. März:
21:00 FC Everton – Birmingham City

Premier League 2010/2011 Preview #19 – Rückkehr für Joey Barton und Angst vor Drogba

Update 2, Sonntag 11h10: Und gleich noch eine Spielabsage hinterher. Everton gegen Birmingham, ebenfalls für die Nachmitags-Konferenz um 16h00 angesetzt, fällt den Witterungsbedingungen zum Opfer.

Update, Sonntag 11h04: Die Partie Blackpool-Liverpool, für 16:00 Uhr angesetzt, fällt wegen vereistem Spielfeld an der Bloomfield Road aus. Termin für das Nachholspiel ist Mittwoch, der 12. Januar.

Am 26. Dezember gibt es für Fußball-England wieder den legendären Boxing Day. Am zweiten Weihnachtsfeiertag steht der Sport wieder im Vordergrund, die Familien gehen in die Stadien. Der Ursprung des Begriffes ist noch nicht immer ganz geklärt. Der Hintergrund liegt wohl darin, dass man am zweiten Weihnachtsfeiertag seinem Arbeitgeber, armen Menschen oder Leuten aus sozialschwachen Familien kleine Geschenke zukommen ließ, die man in kleine Schachteln (Boxes) verpackte. Dieser Tag fällt entweder auf den ersten Tag nach Weihnachten (also den 26. Dezember) oder alternativ der nächste Wochentag nach Weihnachten. Seitdem heißt dieser Tag Boxing Day, an welchem die Premier League gewöhnlich einen kompletten Spieltag spielt.

Traditionellerweise einen kompletten Spieltag. Seitdem die Premier League ein globales TV-Produkt geworden ist, trifft dies immer weniger zu, genauso, dass vornehmlich Derbys am Boxing Day stattfinden. Das wird immerhin so gut es geht eingehalten. Und so beginnt der zweite Weihnachtsfeiertag auf der Insel mit einem Londoner Derby und wird am Montag von einem weiteren abgeschlossen. Dank TV-Vermarktung bekommen Arsenal und Chelsea das einzige Spiel am Abend des 27. Dezember. Gerade für den TV-Markt in den USA zu einer sehr attraktiven Zeit.

FC Fulham – West Ham United
Sky Sport 1/ HD 1 live, Sonntag 12h55, Kommentar: Günter Zapf

Zwei Trainer unter Druck im London-Derby im Cravan Cottage, West Ham und Avram Grant noch einen Tick mehr als Mark Hughes bei Fulham. Die Gastgeber sind nur aufgrund des besseren Torverhältnisses von einem Abstiegsplatz getrennt, West Ham dümpelt am Tabellenende vor sich hin. Ich habe mittlerweile aufgehört zu zählen das wievielte Ultimatum Avram Grant gerade versucht zu erfüllen. Unklar ist überhaupt, ob es eine neue Vorgabe der Besitzer Gold und Sullivan gibt. Trotz guter Leistungen in den letzten Wochen aber ausbleibenden Erfolgen dürfte es als ausgemacht gelten, dass Avram Grant bei einer Niederlage in Fulham nicht länger Trainer von West Ham bleibt. Die Hammers empfangen zwei Tage den FC Everton. Schaut man sich die Strategie der Besitzer des Vereins an, sind sie ausgesprochen großzügig im Vertrauen zu Avram Grant. Es könnte also durchaus sein, dass Grant bei einer Niederlage am Sonntag sein Glück gegen Everton noch einmal versuchen kann. Fakt ist: Im Prinzip hilft West Ham und Avram Grant nur drei Punkte gegen Fulham. Und da gleiches für Mark Hughes und seine Team gilt, haben wir gleich zu Beginn des Spieltages eine spannende Ausgangskonstellation. Die Hammers seit dem ersten Spieltag im August nicht mehr auswärts gewonnen und können wieder auf Stammtorhüter Robert Green zurückgreifen, der letzte Woche in Blackburn gefehlt hat. Victor Obinna ist ebenfalls wieder dabei und dürfte mit Piquionne das Sturmduo bilden. Mark Hughes wird aller Voraussicht nach dieselbe Startelf wie gegen Sunderland von vor zwei Wochen ins Spiel schicken, also mit Kamara als einzige Spitze, unterstützt aus dem offensiven Mittelfeld von Zoltan Gera.

Manchester United – FC Sunderland
Konferenz Sky Sport 1/ HD 1 live, Sonntag 15h45, Kommentar: Markus Gaupp
Einzelspiel Sky Sport 2/ HD 2 live, Sonntag 15h45, Kommentar: Toni Tomic

Sir Alex Ferguson hat vor dem Heimspiel seiner Red Devils gegen das Überraschungsteam aus Sunderland indirekt Manchester City mal wieder eine kleine Ohrfeige verpasst. Er sieht einen ganz klaren Dreikampf um den Titel mit Man Utd, Arsenal und Chelsea. City und die Tottenham Hotspur hätten wegen ihrer nicht gewohnten Doppelbelastung aus Liga und Europapokal keine Chance auf die Meisterschaft. Ein Sieg gegen Sunderland würde vorerst den Ausbau der Tabellenführung für Manchester United bedeuten und Arsenal und Chelsea für das Monday Night Game unter Druck setzen. Aber die Black Cats haben mit dem 3:0 bei Chelsea und dem Punktgewinn bei den Spurs gezeigt, dass sie die großen Teams auswärts ärgern können. Blöderweise hat das Team von Steve Bruce zuletzt im Mai 1968 im Old Trafford gewinnen können, letzte Saison gab es immerhin ein 2:2 durch den Treffer von Anton Ferdinand in der Nachspielzeit. Vielleicht stehen diese Saison die Chancen so hoch und gut wie noch nie mit drei Punkten aus Manchester zurückzukehren. Bei Man Utd wird Paul Scholes mit seiner Knöchelverletzung noch zwei weitere Wochen fehlen, es fehlen die Langzeitverletzten Hargreaves und Antonio Valencia. Michael Owen ist hingegen wieder fit, Sir Alex schenkt aber weiterhin dem Sturmduo Rooney und Berbatov das Vertrauen. Bei den Black Cats fehlt Lee Cattermole gesperrt, zudem muss Danny Welbeck pausieren, da er als Ausleihe von Man Utd in dieser Partie nicht spielberechtigt ist.

FC Blackpool – FC Liverpool
Konferenz Sky Sport 1/ HD 1 live, Sonntag 15h45, Kommentar: Sven Schröter

Die Seasiders sind ein vergleichsweise armes Team in der Premier League, unter anderem daran sichtbar, dass das Stadion an der Bloomfield Road keine Rasenheizung besitzt. So mussten wegen Schnee und Frost bereits die Partien gegen Man Utd und Tottenham abgesagt werden. Ob die Ansetzung gegen Liverpool über die Bühne gehen kann, entscheidet sich erst morgen Mittag, wenn der Platz von den Schiedsrichtern begutachtet wird. Die Reds wollen Revanche für die Heimniederlage gegen Blackpool in der frühen Phase der Saison und Anschluss an die Europapokalplätze halten. Das könnte Blackpool mit einem Sieg ebenfalls schaffen, beide Teams sind punktgleich mit 22 Zählern Tabellennachbarn. Wer hätte das vor dieser Saison für möglich gehalten. Bei Blackpool fehlen Charlie Adam, Marlon Harewood und Matt Gilks gesperrt oder verletzt. Liverpool feiert die Rückkehr von Steven Gerrard. Und am liebsten noch drei Punkte. Doch bis dahin ist es ein eisiger Weg.

Newcastle United – Manchester City
Konferenz Sky Sport 1/ HD 1 live, Sonntag 15h45, Kommentar: Andreas Renner

Eine Personalie steht ganz besonders im Fokus bei dieser Partie, nämlich Joey Barton. Will man die gute Saison von den Magpies erklären, kommt man an Joey Barton nicht vorbei, der ein exzellentes erstes Saisondrittel gespielt hat und man schon hoffen konnte, dass er sein Bad-Boy-Image zugunsten von Einsatz und spielerischer Kreativität abgelegt hat. Doch dann kam die Partie gegen Blackburn, Barton flogt wegen Tätlichkeit an Morten Gamst Pedersen vom Platz und wurde drei Spiele gesperrt. Die Sperre ist nun abgelaufen und Barton kehrt in die Startelf von Newcastle zurück, ausgerechnet gegen seinen Ex-Verein, wo er von 2002 bis 2007 spielte und im Mai 2007 für fast sechs Millionen Pfund an Newcastle verkauften. Nun will er zeigen, dass er sein Geld immer noch wert ist. Newcastle will unter dem neuen Trainer Alan Pardew den zweiten Sieg in Folge feiern und Man City kräftig in die Suppe spucken. Bei Newcastle fehlt Shola Ameobi, dafür kehrt Sol Campbell nach seinem Virus zurück ins Team. Manchester City muss auf den gesperrten Kolo Toure verzichten. Interessant wird zu beobachten sein, wie Roberto Mancini mit Mario Balotelli umgehen wird. Der hatte unter dem Woche über die Medien zum Rundumschlag ausgeholt und mal schnell salopp behauptet, dass er besser als Cesc Fabregas und Wayne Rooney sei, weil er zum Young European Player of the year gewählt wurde. Nicht der einzige, der bei Man City manchmal ein wenig die Bodenhaftung verliert.

Bolton Wanderers – West Bromwich Albion
Konferenz Sky Sport 1/ HD 1 live, Sonntag 15h45, Kommentar: Sascha Roos

Die Auswärtsniederlage beim FC Sunderland war ein kleiner Rückschlag für die mittleweile gestiegenen Ambitionen der Bolton Wanderers. Nun soll mit der bisher exzellenten Heimstärke zurück in die Spur gefunden werden. Nur Manchester United hat eine bessere Heimbilanz als die Wanderers, Bolton holte 19 Punkte aus neun Heimspielen. Da kommt es gelegen, dass die Baggies nur zwei ihrer letzten 25 Auswärtsspiele in der Premier League gewinnen konnten. West Brom verlor die letzten vier Partien an einem Boxing Day. Aber dieses Jahr können sie ganz entspannt in den zweiten Weihnachtsfeiertag starten. Zum ersten Mal in der Premier League Geschichte stehen sie Weihnachten nicht auf einem Abstiegsplatz und können mit einem Sieg wieder in die obere Tabellenhälfte rücken. Keine leichte Aufgabe bei den Bolton Wanderers, die auf die Erfolgself der letzten Wochen setzen. Bei West Bromwich Albion kehrt Peter Odemwingie ins Team zurück.

Blackburn Rovers – Stoke City
Konferenz Sky Sport 1/ HD 1 live, Sonntag 15h45, Kommentar: Marcel Meinert

Gegen West Ham letzte Woche war es erst noch eine Übergangslösung, nun ist Steve Kean, unter Sam Allardayce für die Organisation des Trainerteams zuständig, neuer Trainer bei den Blackburn Rovers, ausgestattet mit einem Vertrag bis zum Saisonende. Und das obwohl Kean noch nie einen Trainerjob bekleidet hat. Nach dem plötzlichen Rausschmiss von Sam Allardyce durch die neuen indischen Besitzer – mit der Begründung, dass der Klub nicht in die richtige Richtung geführt werde – war zunächst Neil McDonald, Assistent von Big Sam, Favorit auf den Trainerposten. Nun soll es Kean erledigen und die Rovers im Mittelfeld der Tabelle halten. Erste Bewährungsprobe gibt es gegen Stoke City, das seit 2001 auf einen Sieg am Boxing Day wartet. Bei den Rovers fehlt Christopher Samba, allerdings wegen Verletzung und nicht weil er öffentlich verkündet hat, dass er den Verein gerne verlassen möchte, ebenso wie Mittelfeldspieler Phil Jones, der mit einem Kreuzbandriss die komplette Saison ausfallen wird.

Wolverhampton Wanderers – Wigan Athletic
Konferenz Sky Sport 1/ HD 1 live, Sonntag 15h45, Kommentar: Martin Sedlacek

Das direkte Duell der beiden Kellerkinder und ausgerechnet jetzt müssen die Wolves auf Stürmer Kevin Doyle verzichten. Die Brisanz dieser Partie sieht auch Wigans Trainer Roberto Martinez: “Der gesamte Verein ist sich sehr bewusst, dass die Spiele über Weihnachten und Neujahr überlebenswichtig für unsere weitere Saison sind.” Die Wolves haben fünf der letzten sieben Partien verloren, Wigan hat nur eines der letzten 10 Spiele gewonnen, dafür aber drei der letzten vier Aufeinandertreffen gegen Wolverhampton.

FC Everton – Birmingham City
Konferenz Sky Sport 1/ HD 1 live, Sonntag 15h45, Kommentar: Arne Malsch

Die Toffees wollen gegen Birmingham City den Schwung aus dem Auswärtssieg gegen Manchester City mitnehmen und endlich zeigen, dass sie nicht nur die gegen die Top-Teams mithalten können, sondern viel wichtiger gegen die direkte Konkurrenz gewinnen können. Remis bei Chelsea und Sieg bei Man City, gleichzeitig wird man im Goodison Park von West Brom an die Wand gespielt und hat gegen Newcastle nicht den Hauch einer Torchance. Nun kommt mit Birmingham City wieder so ein Kaliber. Die Mannschaft von Alex McLeish hat in dieser Saison auswärts noch nicht gewonnen, der letzte Auswärtssieg datiert vom März beim FC Portsmouth. Jetzt muss es für Everton also klappen. David Moyes muss auf den gesperrten Victor Anichebe verzichten, Mikael Arteta kann nach seiner Sperre wieder mitwirken.

Aston Villa – Tottenham Hotspur
Sky Sport 1/ HD 1 live, Sonntag 18h25, Kommentar: Marco Hagemann

Das Abendspiel am Boxing Day mit dem Harmonie-Gegensatz. Während bei den Tottenham Hotspur über die Weihnachtsfeiertage stimmungsmäßig in der Mannschaft alles in Butter ist, Harry Redknapp es scheinbar schafft alle Spieler zufrieden zu stellen und man nach dem Einzug ins Achtelfinale der Champions League im Rennen um den vierten Platz in der Premier League immer noch aussichtsreich im Rennen liegt, brennt bei Aston Villa über Weihnachten im übertragenden Sinne der Baum. Der Graben zwischen dem neuen Trainer Gérard Houllier und den Spielern scheint doch tiefer zu sein als bisher angenommen. Bevor Houllier bei Villa anfing, hatte bereits Torhüter Brad Friedel, der Houllier aus gemeinsamen Zeiten bei Liverpool als Trainer kennt, sich gegen ihn als Nachfolger von Kevin McDonald ausgesprochen. Nun wurde bekannt, dass sich Innenverteidiger Richard Dunne mit dem Assistenztrainer Gary McAllister in die Haare bekommen hat und daraufhin für das letzte Spiel gegen West Brom aus dem Kader gestrichen wurde und von Houllier vorerst aus dem Kreis der Stammspieler genommen wurde. John Carew hatte sich via einiger Lokalzeitungen über den neuen Trainerstab beschwert und würde den Verein gerne im Januar verlassen, ebenso wie Steve Sidwell, der Kontakt zu West Ham haben soll. Und auch Stephen Ireland, im Sommer gerade erst im Tausch für James Milner in den Villa Park gewechselt, spricht von einem “Albtraum” bei seinem neuen Verein und hofft sehnsüchtigst auf Angebote in der Winter-Transferperiode. Anders als Martin O’Neill ist Houllier ganz offensichtlich nicht die Integrations- und Bezugsperson. Villa droht immer mehr auseinanderzubrechen.
Und ausgerechnet jetzt kommen die Tottenham Hotspur, die wieder auf Rafael van der Vaart, Younes Kaboul und Jermaine Jenas zurückgreifen können. Bei Villa fehlt Ashley Young mit Knieproblemen. Villa hat, wenn sie das erste Tor kassiert haben, diese Saison nicht mehr gewonnen. Demgegenüber haben die Spurs schon acht mal nach einer Führung nicht drei Punkte mitgenommen.

FC Arsenal – FC Chelsea
Sky Sport 1/ HD 1 live, Montag 20h55, Kommentar: Markus Gaupp

Ein wenig hat sich der FC Arsenal vor dem Spitzenspiel des 19. Spieltags selbst ins Bein geschossen. Anfang der Woche veröffentlichte man eine Umfrage auf der Website des Vereins, wo abgestimmt werden konnte, ob Arsenal jetzt besser als in vergangenen Spielzeiten mit den Angriffskünsten von Didier Drogba umgehen könnte. Schon nach ein paar Stunden ließ das Ergebnis eine klare Tendenz erkennen. Fast zwei Drittel bescheinigten Arsenal, dass sie weiterhin Didier Drogba nicht in den Griff bekommen werden. Zur Erklärung: Didier Drogba hat acht Tore in der Premier League gegen die Gunners erzielt, gegen keinen Verein hat der Ivorer häufiger getroffen. Das Ergebnis der Umfrage auf der Homepage des FC Arsenal war natürlich ein gefundenes Fressen für die Fans des FC Chelsea und auch Blues-Trainer Ancelotti hat auf der Pressekonferenz noch einmal betont, dass er wisse, dass der FC Arsenal Angst habe vor Didier Drogba. Es ist eine weitere oder erneute Standortbestimmung für die Gunners im Rennen um die Meisterschaft. Und auch wenn Arsene Wenger die Spieltage über Weihnachten und Neujahr nicht als entscheidend für die Meisterschaft bezeichnet hat, spricht er von der Partie gegen den FC Chelsea als einem Must-Win-Game für seine Gunners. Bei Arsenal kehrt Fabianski zurück ins Tor, Diaby ist ebenfalls wieder fit, wird aber nicht von Beginn an spielen, allerdings wieder Fabregas, der gegen Man Utd noch eingwechselt wurde. Chelsea wird erstmals seit Ende August wieder mit Frank Lampard beginnen. Der Kapitän des FC Arsenal hat im Vorfeld der Partie erstmals deutlich davon gesprochen, dass die Mannschaft Angst habe solche großen Spiele zu verlieren und dann gelähmt über den Platz laufe und nicht mehr aktiv ihr Spielt durchbringt. Fabregas sagte weiter, dass man dann nur noch schaue, was der Gegner mache und nicht mehr selbst aktiv gegen den Ball spiele. Montag gibt es eine neue Gelegenheit zu zeigen, wie man es nicht macht. Ansonsten kommt auch Arsene Wenger wieder in Erklärungsnöte.

Premier League 2010/2011 Power-Ranking #5 – Halbzeitbilanz

Heute mal ohne Übersicht mit Zahlen, da nach meiner letzten Ausgabe vom 10.12.2010 für die meisten Teams aufgrund der Schneefälle auf der Insel gerade mal ein Spiel absolviert wurde. Das nächste ausführliche Power-Ranking gibt es dann Anfang Januar. Wer Zeit und Lust hat, kann ja in den bisherigen Ausgaben die Entwicklungen nachlesen.

Archiv Premier League Power-Ranking 2010/2011
Power-Ranking #1 (31.08.2010)
Power-Ranking #2 (11.10.2010)
Power-Ranking #3 (04.11.2010)
Power-Ranking #4 (10.12.2010)

Heute und an dieser Stelle viel mehr ein paar Worte und Gedanken zur bisherigen Premier League Saison. Mit dem Boxing Day am Sonntag (ausführliche Vorschau dazu folgt am Samstagvormittag) wird der 19. Spieltag eingeläutet und die Premier League biegt auf die zweite Saisonhälfte ein, Anlass also auf die bisherigen Spieltage ein wenig zurückzublicken, Bilanz zu ziehen und damit ein Bild des Status Quo der Premier League vor den zahlreichen Spieltagen Ende Dezember und Anfang Januar zu ziehen.

Arsene Wenger hat in dieser Saison mehrfach davon gesprochen, dass es das bisher offenste Titelrennen in der Geschichte der Premier League ist und fünf Teams um die Meisterschaft mitspielen. Das hört insbesondere Tottenham-Trainer Harry Redknapp gerne, der seine Spurs fast jede Woche zu den Titelkandidaten hinzuzählt. Im Vergleich zu den bisherigen Spielzeiten hat sich trotzdem gar nicht so viel verändert. Arsenal, Man Utd und der FC Chelsea spielen weiter vorne mit, neu hinzugekommen sind Manchester City und die Spurs, ob die beiden letztgenannten aber wirklich am Ende oben stehen, möchte ich bezweifeln. Nicht mehr vorne auf der Tabellenlandkarte ist der FC Liverpool, der sich mühsam wieder an die Europapokalplätze heranschleicht. Mehr zu den Reds weiter unten. Berücksichtigt man nun die fünf Teams, die wirkliche Meisterschaftschancen haben, muss die erste Antwort derzeit Manchester United heißen, nicht nur, weil sie die Tabelle anführen. Und dabei spielen die Red Devils noch nicht mal für ihre Maßstäbe eine überzeugende Saison, taten sich insbesondere in der Fremde häufig schwer und sammelten häufig nur einen Punkt in Spielen, die das Team von Sir Alex noch locker und souverän gewonnen hat. Fakt ist, dass Man Utd diese Saison immer noch nicht verloren hat, die Big Games gegen Arsenal und Liverpool für sich entschied und ab November auch auswärts wieder dominanter auftrat. Nun steht man an Weihnachten ganz oben in der Tabelle, auch bedingt durch die Formkrise beim FC Chelsea. Die Blues legten einen sensationellen Saisonstart hin, gewannen sieben der ersten acht Spiele – nur bei Manchester City musste man sich geschlagen geben – um dann nach und nach immer mehr den Faden zu verlieren und unbeschreibliche Spiele verlor oder nicht gewinnen konnte. Beispielhaft die Heimniederlage gegen Sunderland, als man von den Black Cats spielerisch an die Wand gespielt wurde oder das Remis gegen den FC Everton an der Stamford Bridge, wo man eine Halbzeit lang dominierte und bei einem solchen Spiel in der frühen Phase der Saison dem Gegner bereits zur Pause vier Buden eingeschenkt hat, nach der Halbzeit aber sich dem Spiel hingab und Everton zum Ausgleich einlud. Mittlerweile hatte sich die Krise so verschärft, dass sogar Trainer Ancelotti hinterfragt wurde. Der plötzliche und wenig nachvollziehbare Abgang vom Assistenztrainer Ray Wilkens hatte einige Ungereimtheiten in der Beziehung zwischen sportlicher Leitung und Vereinsführung aufgedeckt. Die Probleme auf dem Platz waren in erster Linie hausgemacht. Es fehlt, wenn Stammkräfte wie Alex, Terry, Essien oder Lampard verletzt oder gesperrt fehlen, die Tiefe im Kader, gleichzeitig scheinen sich die Teams auf die Blues defensiv besser eingestellt zu haben und wissen, wie Anelka und Drogba aus dem Spiel genommen werden können, vor allem auch, indem man die Außen mit Malouda und Kalou konsequent zustellt und Flanken möglichst verhindert. In Abwesenheit von Lampard und Essen fehlt nämlich gleichzeitig die Durchschlagskraft durch die Mitte des Spielfelds.
Wirklich zufrieden marschiert auch der FC Arsenal nicht durch die Saison. Man merkt schon, dass die Gunners mehr Qualität und Erfahrung als in den Vorjahren mitbringen, trotzdem sind die Leistungen immer noch zu schwankend (Heimniederlagen gegen West Brom und Newcastle gepaart mit souveränen Auswärtssiegen bei Manchester City und Aston Villa). Größte Schwierigkeit bei Arsenal bleiben weiterhin die defensive Stabilität und die mangelnde Chancenverwertung in einigen Partien. Insbesondere die Innenverteidigung könnte noch zum Stolperstein für Arsene Wenger werden, weil Thomas Vermalen eventuell sogar die ganz weitere Saison droht auszufallen. Wenger ließ heute mitteilen, dass er nicht plane sich defensiv groß und teuer zu verstärken. Und wenn es drauf ankommt, hat man auch in dieser Saison das Gefühl, dass die Gunners die großen wichtigen Spiele nicht zielgerichtet, fokussiert und mit dem nötigen Selbstvertrauen angehen. Eine erste Kostprobe, ob weihnachtliche Besinnung dies vielleicht ändert, sehen wir am Montag gegen den FC Chelsea. Gleiches wie für Arsenal gilt mit Abstrichen auch für Manchester City. Die Citizens haben qualitativ vielleicht die beste Mannschaft mit der Liga mit dem größten Potential und dem meisten Geld. Trotzdem wurde in der ersten Saisonhälfte immer wieder offensichtlich, dass die Mancini-Truppe Potential nicht eins zu eins in Leistung umsetzte, bestes Beispiel gab es am Montagabend im Heimspiel gegen den FC Everton. Defensiv hat sich City klar verbessert im Vergleich zur Vorsaison, dafür ist man im Sturm weiterhin zu abhängig von den Torerfolgen eines Carlos Tevez. Zwischenzeitlich hatte der Argentinier sogar an einen Abschied aus Eastlands gedacht – was mehr über den Verein als über Tevez sagt – nun will er seinen Vertrag aber wohl doch erfüllen. Noch ein kurzes Wort zu den Tottenham Hotspur, bei denen manchmal Worte und Ankündigungen größer als Taten sind. Man steht mit 27 Punkten auf Platz 5, im Vergleich zur Spielzeit 2009/2010 steht man sogar sechs Zähler schlechter da. Wieso man dann konsequenterweise um den Titel mitspielen wird, muss Harry Redknapp zumindest mir noch begründen. Wenn die Spurs sich noch steigern wollen, und das müssen sie um vorne weiter dran zu bleiben, muss die Auswärtsperformance noch verbessert werden. 11 Punkte hat man in der Fremde geholt, zum Vergleich Arsenal und Man City bei 17 Zählern.
An der Tabellenspitze ist alles dicht beieinander, trotzdem halte ich einige Teams ein wenig favorisierter für den Titelgewinn. Wird spannend zu sehen sein, ob Man City und Tottenham dauerhaft den Anschluss oben finden oder ob mit zunehmendem Saisonverlauf es ein Dreikampf zwischen Arsenal, Chelsea und Man Utd wird.

Die beiden Überraschungsteams dieser Saison sind bisher ganz klar der FC Sunderland und die Bolton Wanderers. Wenn Sunderland sich jetzt in der Rückserie noch für die peinliche 1:5-Niederlage im Tyne-and-wear-Derby revanchiert, hat Steve Bruce fast schon alles erreicht. Sunderland spielt mit Bent, Gyan und Danny Welbeck ein sehr viel flexibeleres Spielsystem im Sturm, das insbesondere Bent und Gyan die Möglichkeit gibt sich mal zurückfallen zu lassen, nach außen auszuweichen. Vorbei die Zeiten, wo in Sunderland geflankt und geköpft wurde. Mittlerweile erzielt man Tore fast nur noch durch richtig schöne Kombinationen. Genauso gute Arbeit wie Steve Bruce leistet Owen Coyle bei den Wanderers, die sich spielerisch stark verbessert haben, aber auch kämpferisch und läuferisch richtig gut aufgeholt haben. Coyle hat Bolton die fällige Generalüberholung gegeben – und das bisher sehr erfolgreich. Und gleichzeitig profitiert man von der guten Form von Johan Elmander.

Klammert man mal Bolton und Sunderland mit ihrer Perspektive auf einen Europapokalplatz aus, ist das Mittelfeld der Premier League genauso dicht gedrängt wie die Tabellenspitze. Zwischen Platz acht (Newcastle) und Rang 19 (Wolverhampton) liegen gerade einmal sieben Punkte. Mit zwei Siegen würde man also einen großen Sprung in der Tabelle hinlegen, umso entscheidener sind die Spieltage zwischen Weihnachten und Neujahr für diese Teams. Einzig und allein West Ham ist schon ein ganz klein wenig abgeschlagen und rangiert mit 13 Punkten am Tabellenende. Nachfolgend einige Tops und Flops der bisherigen Saison dieser Mannschaften.

Tops
Ian Holloway: Blackpool zum ersten Mal in der Premier League, Holloway an der Seitenlinie und es wird immer bedingungslose Offensive gespielt. Das ging hin und wieder schief (0:6 bei Arsenal), aber meistens sieht das nicht nur attraktiv aus, sondern ist für die Verhältnisse eines Aufsteigers auch erfolgreich. Holloway ist kein Trainer, in dessen Ausstrahlung man sich sofort verliebt, der sich aber 105% hinter sein Team stellt und alles für den Verein und seine Spieler opfert. Als er in die Kritik geriet, weil er vor dem Spiel gegen Aston Villa plötzlich 10 Spielerwechsel vornahm und sein Team nur knapp 2:3 verlor, stellte er sich nach der Partie vor die Mikros und sagte,wenn er dafür eine Strafe erhielte, gebe er sofort seinen Trainerposten ab. Die FA verhängte keine Sanktionen – gleiches hatte sie letztes Jahr bei den Wolverhampton Wanderers noch unternommen. Es sind nicht nur die klaren und ehrlichen Worte von Holloway, die ihn bisher zu einem Gewinner dieser Saison machen, es ist vielmehr seine Art, wie er Fußball spielen lässt.
Die Aufsteiger: Überhaupt machen die Aufsteiger einen hervorragenden Eindruck. Newcastle auf Platz acht, Blackpool zwei dahinter vor West Bromwich Albion. Es zeigt sich einmal mehr, dass eine eingespielte Mannschaft mit harmonischem Mannschaftsgefüge und einem leidenschaftlichen Trainer an der Seitenlinie, der die volle Unterstützung von der Vereinsführung hat, viel mehr wert ist als eine bunt zusammengekaufte Truppe von wohlklingenden Namen, die nebenbei auch noch richtig Geld kosten.
Stoke City: Für mich die Mannschaft mit der spektakulärsten Formkurve in dieser Saison. Zu Saisonbeginn gar nicht aus den Pantoffeln gekommen, dann einen fabelhaften Oktober gespielt um dann im November wieder reihenweise Spiele zu verlieren. Jetzt hat man sich endlich ein wenig stabilisiert und rangiert im Mittelfeld der Tabelle. Beruhigend, dass es noch Mannschaften gibt, die nach einem miseablen Saisonstart nicht gleich in Hektik verfallen und alle Konzepte über Bord werfen, sondern am Trainer festhalten und der dann für seine akribische Arbeit belohnt wird.
Besitzer von West Ham: Hätte nich gedacht, dass Gold und Sullivan so geduldig mit Avram Grant sind. Die erste Deadline bezüglich Punktegewinne konnte er schon nicht halten, also bekommt er noch einmal eine zweite Chance. Viel Zeit bleibt nicht mehr. Und ich wette, es gibt auch keine dritte Deadline.

Flops:
FC Liverpool: Was ist nur aus den Reds geworden? Verglichen mit dem Saisonstart geht es ja schon ein klein wenig mehr aufwärts, aber mehr als Europa League dürfte wenn überhaupt diese Saison nicht mehr zu erreichen sein. Der Übergang Benitez zu Hodgson ist nicht so erfolgreich verlaufen, wie im Umfeld der Reds gewünscht. Dazu gab es das monatelange Hickhack um die Übernahme des Vereins, Steven Gerrard fehlte eine längere Zeit verletzt, Torres ist im Sturm häufig auf sich alleine gestellt, insbesondere zu Saisonbeginn war nach dem Weggang von Mascherano das defensive Mittelfeld mit Lucas hoffnungslos überfordert. Zeichen der Besserung; Ja, weil Gerrard ab dem Boxing Day wieder dabei ist, Raul Meireles mit immer besser gefällt und defensiv das Mittelfeld zusammenhält und es insgesamt nur fünf Punkte bis zum fünften Platz sind. Liverpool hat mit dem 2:0 gegen Chelsea ein großes Highlight in der Hinserie. Das war das Spiel, wo ich den FC Liverpool der letzten Jahre wieder erkannt habe, mit Abstrichen auch beim 3:0 gegen Aston Villa. Das Potential und die Bereitschaft für solche Leistungen ist da, nun muss es Roy Hodgson noch mehr gelingen, dies zu aktivieren. Und sich von Gerüchten seines Rücktritts nicht verrückt machen lassen.
Mark Hughes: Ich halte Hughes für einen guten Trainer und er selbst bestätigt dies auch. Mit ihm wäre Manchester City sehr viel besser dran als mit seinem Nachfolger Roberto Mancini. Dann muss sich Mark Hughes mal fragen, was er derzeit aus dem FC Fulham herausholt, ein Team, das letzte Saison im Finale der Europa League stand und einen vorderen Mittelfeldplatz belegte. Mit Paul Konchesky (zum FC Liverpool) und dem langzeitverletzten Stürmer Bobby Zamora stehen nur zwei Stammspieler der vergangenen Saison nicht zur Verfügung. Da sollte ein Trainer mit den Ansprüchen eines Mark Hughes schon mehr herausholen.
Aston Villa: Die erste Trainerentlassung dieser Saison gab es bei den Villens. Martin O’Neill hatte sich mit dem US-Besitzer Lerner wegen der Transferpolitik in die Haare gekriegt und daraufhin seinen Abschied verkündet. Fieberhaft suchte man nach einem Nachfolger und fand dann Gérard Houllier, der aber wegen vertraglicher Schwierigkeiten erst später als geplant den Job annehmen konnte. Vorübergehend lag die Verantwortung beim Co-Trainer Kevin McDonald, der seine Sache wirklich ordentlich machte und gerne, glaubt man seinen Aussagen, den Posten dauerhaft bekleidet hätte. Lerner war Kevin McDonald nicht gut genug. Und jetzt dümpelt Aston Villa mit Houllier im Tabellenkeller herum. Das hätte jeder andere auch hinbekommen.
Mike Ashley: Wenn Mike Ashley, der Besitzer von Newcastle United, von langfristigen Plänen für den Verein spricht, muss man eigentlich schon misstrauisch werden. Ashley hatte in den letzten fünf Jahren sieben Trainer verschlissen und nun feuert er den beliebten Trainer Chris Hughton mangels Unerfahrenheit und gibt Neucoach Alan Pardew einen Kontrakt über fünfeinhalb Jahre. Pardew ist bei den Magpies-Fans ungefähr so beliebt wie Schneematsch auf der Insel.
Die Hühnerfabrikanten: Sam Allardyce hatte als Trainer bei den Blackburn Rovers gute Arbeit geleistet, doch die neuen indischen Besitzer des Vereins haben ihn völlig unverständlicherweise vor die Tür gesetzt. Wenn dieser Schuss mal nicht nach hinten losgeht. Aber sowas gehört dann wohl zum kalkulierten Risiko, wenn man sich ausländischen Besitzern, die vor ein paar Monaten noch nicht einmal wussten, dass die Blackburn Rovers exsistieren, ausgibt.
Avram Grant: Immer wieder zu sagen, dass er sein Team auf einem guten Weg sehe und irgendwann schon die Siege kommen werden, ist auf Dauer nicht zu ertragen, auch wenn es manchmal richtig sein mag. West Ham fehlen viele Punkte. Und was nützt es, wenn man immer ganz ordentlich spielt, aber nicht gewinnt.

Avram Grant im Besonderen steht am Boxing Day im Fokus, wenn seine Hammers gegen den FC Fulham den 19. Spieltag eröffnen. Mehr dazu dann am Samstag. Bis dahin einen angenehmen Start in die Weihnachtsfeiertage.

Zitat des Tages: Donnerstag, 23. Dezember 2010 – Die Probleme der Deutschen Bahn im Winter

“Die Deutsche Bahn hat definitiv zu spät reagiert. Der Winter kommt ja nicht zum ersten Mal. Hinzu kommen durch Schnee und Eis abgeknickte Bäume. Meist stehen sie zu nah an den Gleisen. Doch zusätzliche Weichenheizungen und die Beseitigung der Bäume an den Strecken des 34.000 Kilometer langen Schienennetzes sind teuer. Oppositionspolitiker rufen nun nach mehr Geld für die Bahn in Deutschland. Die Forderung ist nicht ganz von der Hand zu weisen. Wer einen störungsfreien Schienenbetrieb im Winter haben will, muss auch bereit sein, präventiv zu investieren. Stattdessen zahlt die Deutsche Bahn 500 Millionen Euro Dividende an den Bund. Das Geld wäre in das Schienennetz besser investiert.”

Christian Schlesiger/Wirtschaftswoche: Warum sich die Deutsche Bahn im Winter so schwer tut

Exzellenter Artikel, der kompakt und prägnant die wichtigsten Ursachen zusammenfasst, mit Zahlen belegt und auch die Politik nicht ganz von der Schuld mit den Problemen der Deutschen Bahn freispricht.

Premier League 2010/2011 #18, Manchester City – FC Everton 1:2

Vor dem Boxing Day, dem Spieltag der Premier League am zweiten Weihnachtsfeiertag, an der Tabellenspitze zu stehen, ist jetzt nicht unbedingt das Ziel, auf das jeder Verein hinarbeitet. Viel wichtiger erscheint es doch Mitte Mai von ganz oben zu grüßen. Manchester City scheint da die bekannte Ausnahme der Regel zu sein. Nach den wetterbedingten Ausfällen von Arsenal gegen Stoke und dem Topspiel an der Stamford Bridge zwischen Chelsea und Manchester United hatten die Citizens heute zum ersten Mal seit 1929 die Möglichkeit mit einem Sieg gegen den FC Everton die Tabellenführung an Weihnachten zu erobern. Nicht nur wegen des zeitlichen Faktors wäre es etwas für das aufstrebende, steinreiche Manchester City ein besonderer Augenblick in dieser Saison, sondern dadurch könnte man endlich wieder sportliche Schlagzeilen schreiben und das Theater der letzten Wochen um eine mögliche Auflösung des Vertrags von Carlos Tevez vergessen zu machen. Der Argentinier hat sowieso mittlerweile den Schwanz eingezogen und klein beigegeben und wird seinen Vertrag in Eastlands erfüllen. Mancini und die Klubverantwortlichen haben sich durchgesetzt. Fehlte für das perfekte Weihnachtsfest jetzt nur noch ein Sieg gegen den FC Everton.

Wie gesagt, City konnte mit drei Punkten die Tabellenspitze übernehmen, Everton mit einem Sieg das Polster auf die Nichtabstiegsplätze immerhin bei einem Spiel mehr auf acht Punkte erhöhen. Die Toffees von David Moyes warten seit sieben Spielen auf einen Sieg, zuletzt gab es immerhin vier Remis in Folge. So richtig vom Fleck kommt der FC Everton nicht. Aber vor dem Spiel sprach die Statistik für den Gast aus Liverpool, der die letzten drei Spiele in Eastlands gewinnen konnte, stets zu Null. Im Gegensatz ist Manchester City seit sieben Spielen ohne Niederlage und könnte gegen Everton den dritten Sieg in Folge feiern. Problem für City die Heimschwäche: Man hat im City of Manchester Stadium gerade mal acht Tore erzielt, Negativrekord in der Premier League. Manchester City mit Kapitän Carlos Tevez von Beginn an, dafür musste Jo wieder auf der Bank Platz nehmen. James Milner ersetzte im Mittelfeld den gesperrten Nigel de Jong. Zwei Wechsel auch beim FC Everton. Leon Osman ersetzt den verletzten Steven Pienaar, im Sturm bekam Victor Anichebe den Vorzug vor Louis Saha. Es war erst der 2. Saisonstart Anichebes von Beginn an.

Und es war vorerst nichts mit dem Weihnachtsgeschenk für Manchester City, weil der FC Everton eine grandiose und bärenstarke Anfangsphase hinlegte. Bereits nach 19 Minuten führte man mit 2:0. In der vierten Minute war Cahill völlig freistehend per Kopf erfolgreich, sein neuntes Saisontor. Everton hat insgesamt nur 19 Treffer erzielt. Richtig schön herausgespielt war das 2:0 durch Leighton Baines, der immer wieder mit dem FC Bayern in Verbindung gebracht wird. Baines bedient Anichebe und zieht dann Richtung Strafraum, wo er den Ball von Cahill – wunderbar von Anichebe eingesetzt – zurückbekommt und dann ins lange Eck schlenzt. Wunderschön herausgespielt und City bei beiden Toren zu weit von den Gegenspielern entfernt. Danach war es mehr oder weniger ein Spiel auf ein Tor. City hatte beste Chancen, insbesondere durch Silva, doch Everton hatte das nötige Glück, verteidigte leidenschaftlich mit 10 Mann und hat im Gegensatz zu City die Buden gemacht. Und die ganz klaren Szenen, wo Tim Howard im Tor gefordert war, gab es auch nicht am Fließband. Mit dem 2:0 für Everton ging es in die Pause. City war drei Tore von der Tabellenführung an Weihnachten entfernt, die Fans pfiffen, Mancini marschierte wütend in die Kabine.

Mancini reagierte in der Halbzeit und brachte Adam Johnson für den schwachen James Milner, der seinen Einsatz von Beginn an nicht wirklich untermauern konnte. Und auch in der ersten Viertelstunde nach Wiederbeginn war City das dominierende und spielbestimende Team, Chancen am Fließband gab es aber nicht. Die beste Gelegenheit hatte Aleksandar Kolarov, der mit seinem Schuss an Tim Howard scheiterte. Nach genau einer Stunde flog Victor Anichebe mit gelb rot vom Platz, City 30 Minuten in Überzahl. Moyes schlug an der Seitenlinie die Hände über den Kopf, wollte Anichebe gerade auswechseln, als der zum zweiten Mal zu spät war und nur den Gegenspieler und nicht den Ball traf. In der Summe eine hart, aber korrekte Entscheidung. Mancini gestikulierte wild an der Seitenlinie und peitschte sein Team nach vorne. Die Abwehrschlacht des FC Everton begann, man warf sich in den Schuss oder hatte Glück, als Gareth Barry in der 70. Minute aus aussichtsreicher Position knapp über das Tor schoss. Everton konnte dem Druck nicht mehr lange stand halten. Anschlusstreffer in der 73. Minute durch Yaya Toure, noch entscheidend abgefälscht von Phil Jagieka. Everton wurde teilweise schwindelig gespielt. City mit dem verdienten Anschluss. Wenn sie schon mal sportlich Schlagzeilen schreiben wollen, könnten sie es ja durch eine Aufholjagd erreichen. Unfassbare Szenen fünf Minuten später, langer Ball auf Balotelli, der den Ball am herausstürmenden Tim Howard vorbeilegt, die Kugel rollt gegen den Pfosten, Tevez scheitert im Nachschuss an Howard, der exzellent reagiert hatte. Angriffswelle über Angriffswelle rollte auf den FC Everton zu. Vier Minuten Nachspielzeit waren angezeigt, Everton konnte sich in den Schlussminuten wieder etwas besser befreien. Tevez scheiterte in der zweiten Minute der Nachspielzeit mit einem weiteren Distanzschuss am überragenden Tim Howard. Kolo Toure sorgte für den negativen Abschluss, als er in der Nachspielzeit(!) zwei gelbe Karten kassierte und vorzeitig zum Duschen gehen konnte.

Everton gewinnt dank eines starken Torhüters und einer grandiosen Anfangsphase mit 2:1 bei Manchester City. Die Citizens verpassen die Chance über Weihnachten an der Tabellenspitze zu stehen. Aber so richtig wichtig ist das ja auch nur Mitte Mai.

Werder Bremen im Dezember 2010: Es kann nur besser werden

Kann sich noch jemand an den Abend des 24. August erinnern? Werder spielt das Rückspiel in den Champions League Playoffs bei Sampdoria Genua und hat auf fürchterliche Art und Weise den 3:1-Vorsprung aus dem Hinspiel weggeworfen. Es läuft bereits die Nachspielzeit, als sich Markus Rosenberg ein Herz fasst und per Flachschuss zum 1:1 trifft, das Werder in die Verlängerung rettet. Am Ende ziehen die Bremer in die Gruppenphase der Champions League. Alles weitere zum Abschneiden in der Königsklasse ist bekannt und hinlänglich kommentiert worden. Wir können es abhaken. Und zunächst auch einmal die Bundesliga. Platz 5 ist nach der Niederlage gegen Kaiserslautern in weite Ferne gerückt, 10 Punkte Rückstand. Da muss – Klaus Allofs hat es dankenswerterweise endlich mal ausgesprochen – der Blick eher nach unten gerichtet werden.

Kommen wir aber nochmal auf die Personalie Rosenberg zurück. Werder hat im Sommer den Vertrag mit dem Schweden um ein Jahr verlängert und ihn dann nach Spanien zu Racing Santander geschickt, wo er sehr ordentlich spielt. Immerhin fünf Tore in 13 Spielen. Da kann sich Sandro Wagner mal eine dicke Scheibe von abschneiden. Ich will mich nicht auf den Neuzugang aus Duisburg einschießen, aber man muss ganz schlicht konstatieren, dass er bisher für die Bundesliga nicht gut genug ist und Werder kein wenig weiterhilft. Da hätte ich lieber einen Rosenberg in schlechter Form. Ich weiß nicht, was der Gedankengang von Allofs und Schaaf bezüglich der Leihe von Rosenberg war, nur stellt es sich im Nachhinein als doch ziemlich blöder Vorgang dar. Werder hat in den letzten Wochen zu wenig Tore geschossen. Und das liegt jetzt nicht unbedingt daran, dass das Mittelfeld weniger torgefährlich ist und einige Spieler reihenweise Chancen versiebt haben, sondern dass Werder – wenn Pizarro und Almeida ausfallen (und damit muss man über eine gesamte Saison schon mal rechnen!) – schlicht keine guten Alternativen im Angriff hat. Natürlich können Marin, Hunt oder auch Arnautovic im Sturm spielen, nur ist das ersten bei weitem nicht die Bestlösung und zudem fehlen diese Spieler dann für die kreativen Momente (die wenigen von Hunt in dieser Hinrunde sind ja an zwei Händen abzuzählen) im Mittelfeld. Sandro Wagners Bilanz: 11 Spiele, null Tore. Ausbaufähig, wenn man es freundlich formulieren will.

Aber die Sorgenkinder verteilen sich mit Ausnahme der Torhüterposition über das ganze Spielfeld. Die wenigen Treffer im Sturm sind gepaart mit zu wenig Schwung und Druck aus dem Mittelfeld. Vorbei die Zeiten, in den Werder Teams spielerisch an die Wand spielen konnte. Marin und Hunt spielen weit unter ihren Möglichkeiten und können bei weitem nicht an die gute Form der letzten Rückrunde anknüpfen. Insbesondere Hunt wirkte auf mich in dieser Hinrunde häufig lustlos und unmotiviert. In den letzten Spielen war das wieder ein bisschen besser, doch wenn Almeida und Pizarro kaum verwertbare Zuspiele bekommen und Pizarro wie im Spiel gegen Dortmund sich an der Mittellinie die Bälle holen muss, weil ihn vorne keiner in Szene setzt, kann das nicht der Weisheit letzter Schluss sein. Arnautovic hat am nachhaltigsten wohl mit seiner “Saftladen”-Bemerkung auf sich aufmerksam gemacht und konnte höchstens in der Champions League mal sein Können zeigen und abrufen.

Und mit der Abwehr verzweifele ich sowieso schon seit September, brauchte es eines Beweises, nehme man das gestrige 1:2 durch Lakic. Spieler rutschen aus, stehen entweder zu weit weg vom Mann oder verharren in Schockstarre. Wie so oft. 35 Gegentore, nach Gladbach die zweitschlechteste Abwehr der Liga. Wer so viele Gegentore schlucken muss, steigt normalerweise eigentlich ab. Aber soweit wird es hoffentlich nicht kommen. Bleiben wir bei der Abwehr. Mertesacker hat insgesamt eine besorgniserregende Hinrunde gespielt, teilweise nicht wiederzuerkennen. War er in den schwierigen Zeiten immerhin noch die Zuverlässigkeit in Person, hat er sich leider mehr und mehr seinen nervösen und teils überforderten Mitspielern angepasst. Dass Fritz, Prödl und Pasanen schon seit eh und je mit starken Leistungsschwankungen gesegnet sind, macht sich ein dauerhaftes Formtief von Mertesacker umso negativer bemerkbar. Silvestre sollte der große Heilsbringer sein und auch ich habe große Hoffnungen an ihn geknüpft, die er nicht erfällen konnte und sich zudem mit Verletzungen plagen muss. Jetzt müssen Dominik Schmidt, Lennart Thy und Said Husejinovic die Kohlen aus dem Feuer holen – aber an solche Namen und Spieler sollten sich Werder-Fans für die nächste Saison schon mal gewöhnen.

Blickt man auf die Hinrunde zurück, braucht es eigentlich Verstärkungen, vor allem für die Abwehr. Nun sind Außenverteidiger nicht wie Sand am Meer zu finden und wenn nicht ganz preiswert. Allofs und Schaaf werden also wieder auf die Selbstheilungskräfte der Spieler hoffen. Irgendwann werden sie schon ihr volles Potential abrufen. Habe ich dennoch Hoffnung für die Rückrunde? Ja, ich denke, Werder wird sich stabilisieren. Ich hoffe, das ganze Team erlebt eine gute Vorbereitung und eine schonungslose Aufarbeitung der Hinrunde. Sollten Pizarro und Almeida ohne Verletzugen bleiben, dürfte Werder wieder torfgefährlicher werden. Und man kann sich voll und ganz auf die Bundesliga konzentrieren.

Ziemlich viel Konjunktiv und fast schon Festhalten am häufig zitierten Strohhalm. Aber so ist das bei Werder Bremen im Dezember 2010.