Premier League 2010/2011, Power-Ranking #4

Zeit für die vierte Ausgabe meines Power-Rankings zur Premier League Saison 2010/2011, diesmal mit Rückblick und Ranking auf die letzten sechs Spieltage im November und Anfang Dezember. Bevor es jetzt in die heiße Phase Richtung Weihnachten geht, hat Arsenal weiterhin die Führung im Power-Ranking behalten und aus den letzten sechs Spielen von allen Teams die meisten Punkte geholt. 12 Zähler gab es überraschenderweise auch für die Blackburn Rovers. Überflieger sind mal wieder Stoke City und die Tottenham Hotspur. Newcastle United und der FC Everton erlebten einen rabenschwarzen November. Und für alle anderen Teams gilt: Mein Name ist Unkonstanz. Viel Bewegung in der eng gestrickten Tabelle der Premier League. Es läuft weiter alles auf eine sehr spannende Saison hinaus, fragen Sie mal in den nächsten Wochen beim FC Chelsea nach.

Archiv:
Power-Ranking #1 (31.08.2010)
Power-Ranking #2 (11.10.2010)
Power-Ranking #3 (04.11.2010)

1. FC Arsenal
Ich hatte es ja bereits in meinem Nachklapp zum Champions League von Arsenal gegen Belgrad gespielt. Die Gunners spielen alles andere als überzeugend und sind noch ein gutes Stück von ihrer Bestform entfernt. Aber momentan reicht das trotz immer neuer Verletzungen von Stammspielern für die Tabellenspitze in der Premier League, und das vor allem aufgrund der sensationellen Auswärtsbilanz. Kein Team hat auswärts mehr Spiele gewonnen. Wenn jetzt noch das Emirates zur Festung aus der Vorsaison wird, kann der FC Arsenal garantiert um den Titel mitspielen. Entscheidend werden die nächsten Spiele sein, Arsene Wenger hat bereits vom Monat der Tests und Bewährungen für sein Team gesprochen. Am Montag bei Man Utd, dann Heimspiele gegen die momentanen Überflieger Stoke und das kriselnde Chelsea. Mit Man Utd und Chelsea könnte man in direkten Duellen wichtige Punkte holen. Nur nicht nervös werden, Arsenal.

2. Blackburn Rovers (+16)
Scheinbar musste erst die Übernahme durch die indische Hähnchenfabrik vollzogen werden, damit bei den Rovers außerhalb und auf dem Platz ein wenig Ruhe einkehrt. Nach den vielen Niederlagen im Oktober, konnte sich das Team von Big Sam Allardyce stabilisieren. Vier Siege und zwei Niederlagen aus den letzten sechs Spielen. Dass bei den Rovers die Bäume aber nicht in den Himmel wachsen, zeigte die 1:7-Klatsche bei Man Utd. Aber sieht schon ganz gut aus für Blackburn im Moment.

3. Tottenham Hotspur (+9)
Dafür dass, glaubt man den Aussagen von Rafael van der Vaart, Trainer Harry Redknapp seinen Spielern vor einem Spiel nur mitgibt, auf welcher Seite sie spielen müssen und sonst auf jegliche Taktiktafeln verzichtet, läuft es bei den Spurs ganz ausgezeichnet. Redknapp sieht in den Spurs schon einen Meisterschaftskandidat, ich halte Tottenham eher für ein Team, das um die Plätze 3-5 mitspielt. Dazu müsste man noch das ein oder andere Spiele, zum Beispiel in Birmingham oder daheim gegen Sunderland, für sich entscheiden. Diese Punkte fehlen jetzt noch und erklären den Rückstand auf die Spitze. Aber erfrischend anzuschauen ist der Offensivfußball der Spurs und dafür gebührt Redknapp Anerkennung.

4. Stoke City (+16)
Ein bisschen das Team der Stunde. 11 Punkte aus den letzten fünf Spielen, dabei nie verloren. Die Saison von Stoke City gleicht ein wenig einer Achterbahnfahrt. Misslungener Saisonstart, dann ein erfolgreicher September, Rückschläge im Oktober und nun wieder richtig erfolgreicher Fußball im November. Normalerweise müsste jetzt wieder ein kleiner Durchhänger kommen, was angesichts der vielen Spieltage in den nächsten Wochen für die Potters schmerzlich wäre. Aber solange man weiterhin solche längeren Erfolgsserien einstreuen kann, wird man mit dem Abstieg nichts zu tun haben.

5. Manchester United
Elf Punkte für Manchester United in den letzten fünf Spielen. Man hat ja noch das Nachholspiel gegen Blackpool zu absolvieren. Insgesamt gefällt mir Manchester United besser als noch im Oktober. Man spielt überzeugender und dominanter (siehe das 7:1 gegen Blackburn), was vielleicht mit der Rückkehr von Wayne Rooney zusammenhängt. Gewinnen die Red Devils das Spiel bei den Seasiders, wären sie wieder Tabellenführer. Vorher kommen aber erstmal die großen Brocken mit Arsenal und dem FC Chelsea.

6. Manchester City (+10)
Drei Punkte hinter der Tabellenspitze und Mancini so sicher im Trainersessel wie noch nie in dieser Saison. Man City ist wieder im Soll, auch unter anderem dank einer starken Leistung beim FC Fulham. Die Schwächephase im November mit Unentschieden gegen Man Utd, Stoke und West Bromwich Albion wurde gut überwunden. Man stelle sich mal vor, dass City in diesen Spielen etwas mehr Risiko gegangen wäre. City könnte Tabellenführer werden. Potential für Streitigkeiten könnte sich durch das Verhalten von Carlos Tevez ergeben und der Unmut einiger Spieler über zu wenige Einsätze. Bei City wird im Januar transfermäßig einiges los sein. Wenn sich die Mannschaft davon nicht beeindrucken lässt, muss mit City wieder gerechnet werden.

7. Bolton Wanderers (+4)
Platz sechs für die Wanderers in der Tabelle, 23 Punkte nach 16 Spielen. Vergleich zur Vorsaison: Da hatte man nach 16 Spielen gerade mal 13 Punkte und war Tabellenvorletzter. Umso höher muss die Arbeit von Trainer Owen Coyle eingeschätzt werden. Nicht umsonst ist Bolton bisher die Überraschung in der Premier League Saison 2010/2011. Zuletzt gab es zwar im Verfolgerduell mit Manchester City eine knappe Niederlage, davor wurden die letzten fünf Spiele aber nicht verloren. Herausragend die Leistung beim 5:1 gegen Newcastle.

8. FC Sunderland (+5)
Auf ähnlichem Niveau wie Bolton spielt diese Saison der FC Sunderland. Die Black Cats stehen ebenfalls bei 23 Zählern. Wenn man noch etwas am Team von Steve Bruce kritisieren kann, dann sind es die meist schwächeren Leistungen gegen Mannschaften aus dem Tabellenkeller. Gegen die Wolves setzte es eine Niederlage, gegen Everton spielte man nur Remis. Da man gleichzeitig einen Punkt bei den Spurs holt und an der Stamford Bridge gewinnt, steht man so gut in der Tabelle. Knapp die Hälfte der Saison ist absolviert. Zu den besseren Tranfers gehört definitiv auch Asamoah Gyan.

9. FC Liverpool (-3)
Mähsam ernährt sich das Eichhörnchen. Die Reds versuchen sich an die Europapokalplätze heranzurobben. Zu Platz Fünf sind es derzeit vier Punkte. Liverpool hat weiterhin Probleme mit den “kleinen” Gegnern, aus den Partien gegen Stoke und Wigan holte man nur einen Punkt. Und das ist schlicht zu wenig. Highlights für die Liverpool-Fans waren in den letzten Wochen die überzeugenden Heimsiege gegen Chelsea, West Ham und Aston Villa. Insgesamt ein klarer Aufwärtstrend, vor allem, wenn man berücksichtigt, dass Steven Gerrard weiter verletzt fehlt. Die nächsten Gegner heißen Newcastle, Fulham, Blackpool und Wolverhampton. Wäre eigentlich Zeit mal eine kleine Serie zu starten. Wenn Liverpool vorne mitreden will, sollten diese Spiele gewonnen werden.

10. West Bromwich Albion (-1)
Die Baggies sind weiter der beste Aufsteiger. West Brom spielt zwar nicht mehr auf dem hohen Niveau wie zu Beginn der Saison und nahm sich im November eine kleine Auszeit, aus den ersten vier Spielen im November holte man nur einen Punkt. Doch mittlerweile hat man im Umfeld der Mannschaft gelernt, dass man sich von solchen Schwächephasen nicht verrückt macht. Und wird für Ruhe und Geduld belohnt. Zuletzt gab es wieder das West Brom aus der frühen Saisonphase mit überzeugenden Siegen bei Everton und zuhause gegen Newcastle.

11. Birmingham City (-3)
Nur eines der letzten sechs Ligaspiele verloren, häufig Unentschieden gespielt. Nur einmal gewonnen, dafür gegen den FC Chelsea. Zuletzt gab es ein 1:1 gegen Tottenham. Alles wertvolle Punkte für das Team von Alex McLeish.

12. FC Chelsea (-8)
Es wäre vermessen zu sagen, dass der FC Chelsea nicht in einer Krise steckt. Nun sollte man auch den Blues mal eine kleinere Schwächephase gestehen. Denn sie ist ja erklärbar. Mit Terry, Lampard und Essien fehlten beziehungsweise fehlen immer noch wichtige Stammspieler, Drogba ist nach seiner Malariaerkrankung noch nicht wieder richtig fit. Man liegt nur zwei Punkte hinter der Tabellenspitze, kann in den nächsten Partien gegen Tottenham, Man Utd und Arsenal aber ganz viel Boden verlieren – oder eben wieder gutmachen. Dass der Kader von Chelsea qualitativ nicht mehr mit denen der Vorsaisons verglichen werden kann, auch weil Besitzer Abramovtisch den Sparkurs voll durchsetzt, ist ebenso klar wie die nicht kühne Vorhersage, dass Chelsea bald wieder zu alter Stärke zurückfinden wird. Wahrscheinlich mit Ancelotti, weil ich derzeit keine guten Alternativen für den Trainerposten sehe. Es sei denn, der Italiener zieht sich freiwillig zurück. Was bei den Blues auffällt, ist, dass sie derzeit über 90 Minuten keine konstant guten Leistungen bringen können. Einer guten Hälfte gegen Everton folgten 45 weitere Minuten eines kompletten Offenbarungseides, wo man jeglichen Spielfluss verloren hatte. Beunruhigend ja, Gründe für Panik, Hysterie und unüberlegte Handlungen im Westen Londons noch nicht.

13. FC Blackpool
Es bleibt dabei: Die Seasiders spielen weiterhin eine sehr solide Saison, verloren nur eines der letzten sechs Spiele. Und solange man weiter fleißig Punkte mitnimmt (und sei es nur durch die Unentschieden), wird man die Klasse halten können. Und ein anderes Ziel hatte Ian Holloway mit seinem Team sowieso nicht.

14. West Ham United (+5)
Die Hammers sind immer noch Tabellenletzter, aber ausnahmsweise kann man sich den Ausführungen der letzten Tage von Avram Grant anschließen, der seinem Team bescheinigte, dass es Fortschritte macht, sich spielerisch verbessert hat und vielleicht schon bald den Tabellenkeller verlassen wird. Die Prognose kommentiere ich jetzt mal nicht, aber immerhin hat es West Ham in den letzten Wochen mal geschafft Spiele zu gewinnen, 3:0 gegen Wigan und Remis gegen Blackpool und West Brom. Trotzdem – und das dürfte eher gegen die Vorhersage von Grant bezüglich Verlassen der Abstiegsplätze sprechen – ist die Formkurve weiter zu unkonstant. Letztes Wochenende setzte es beim 0:1 in Sunderland die achte Saisonniederlage. Überhaupt sind die Auswärtsleistungen von West Ham zuletzt mehr als unansehnlich gewesen. Erinnert sei an die Offenbarung beim 0:3 in Liverpool. Steigerung ja, Nachhaltigkeit bleibt abzuwarten.

15. Wigan Athletic (+1)
Roberto Martinez muss anerkennen, dass er mit Wigan nicht wirklich von der Stelle kommt. Zuletzt gab es immerhin ein 2:2 gegen Stoke. Und Wigan hatte im November sogar zwischenzeitlich eine ganz gute Phase, als man Remis gegen Liverpool spielte und anschließend West Bromwich besiegte. Das sind alle Anzeichen, dass durchaus Potential im Team steckt, dieses aber – und das muss sich Martinez fragen warum – viel zu selten abgerufen wird.

16. Aston Villa (+1)
Man braucht gar nicht lange um den heißen Brei reden: Villa steckt in einer Krise, Platz 16, nur noch zwei Punkte von den Abstiegsplätzen entfernt. Gérard Houllier geben langsam die Ideen aus. Natürlich muss berücksichtigt werden, dass über viele Wochen hinweg fast der komplette Sturm ausgefallen war und auch jetzt mit Marc Albrighton ein wichtiger Leistungsträger fehlt. Nur eines der letzten sechs Ligaspiele konnte gewonnen werden. Zudem gab es 13 Gegentore in den letzten fünf Spielen. Villa kassiert viel zu einfache Gegentreffer.

17. Wolverhampton Wanderers (-10)
Da hatten die Fans der Wolves gehofft, dass nach dem 3:2 gegen Sunderland vor zwei Wochen nun endlich der Turnaround geschafft wurde und erlebten dann letzte Woche das 0:3 von Wolverhampton in Blackburn, laut Aussage von Trainer Mick McCarthy die schlechteste Saisonleistung seines Teams. Wolverhampton wird definitiv an Weihnachten im Tabellenkeller stecken – und das ist ganz einfach ein “bad Christmas”, das Team steht unter Druck, der Trainer auch. Die Wolves konnten nur eines der letzten sieben Spiele gewinnen.

18. FC Everton (-15)
Ähnlich wie bei Stoke City gleicht der bisherige Saisonverlauf von Everton einer schlechten Achterbahnfahrt. Nachdem man den Saisonstart komplett verschlafen hat, konnte man sich im Oktober nach vorne in der Tabelle spielen. Und dann ging es wieder bergab. Seit sechs Spielen wartet man auf einen Sieg. Inwieweit das 1:1 beim FC Chelsea letztes Wochenende ein erster kleiner aufbäumender Rettungsanker sein wird, bleibt abzuwarten. Bisher konnten die Toffees ihr Momentum nach guten Spielen kaum nutzen. Einem richtig guten Spiel beim 2:2 in Sunderland folgte eine 1:4-Heimklatsche gegen West Brom.

19. FC Fulham (-5)
Ich habe Fulham gegen Manchester City über 90 Minuten gesehen und war sehr enttäuscht. Das ist doch ein krasser Bruch zur Vorsaison unter Roy Hodgson, vor allem was die defensive Stabilität angeht. 20 Gegentreffer haben die Cottagers kassiert, vier mehr als zum Vergleich der Vorsaison, wo man zu diesem Zeitpunkt mit 23 Punkten an den Europapokalplätzen schnupperte. Seit sechs Spielen wartet man auf einen Sieg, immerhin stimmte zuletzt bei der Niederlage gegen Arsenal der Einsatz und die Leistung insgesamt. Die nächsten Gegner heißen Sunderland, Liverpool und West Ham. Keine leichten Aufgaben, aber das Ziel für Fulham muss schon sein sechs Punkte aus diesen drei Spielen zu generieren.

20. Newcastle United (-18)
Im Prinzip müsste Newcastle die gesamte Saison immer auf dem letzten Platz dieses Rankings stehen, weil man völlig unverständlicherweise Chris Hughton vor die Tür gesetzt hat und mit Alan Pardew den Sympathieträger nach Newcastle geholt hat. Mehr zum Trainerwechsel in Newcastle im Laufe des Wochenendes. Natürlich hatten die Magpies eine Schwächephase, das 1:0 bei Arsenal (!) am 7. November stellten den letzten Erfolg dar. Aber der Verein liegt im gesicherten Mittelfeld und spielt für einen Aufsteiger eine sehr ordentliche Saison. Problem bei Newcastle ist in den letzten Spielen vor allem die Defensive gewesen. In den letzten drei Spielen kassierte man neun Gegentore.

Autor: medispolis
Datum: Freitag, 10. Dezember 2010 9:09
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