Beiträge vom Dezember, 2010

Bild des Tages: Es fahren Bus und Bahn – oder auch nicht

Sonntag, 19. Dezember 2010 19:26

Wenigstens kann man sich bei dieser Meldung nicht beklagen, man wäre über Verspätungen nicht informiert. Manchmal wünschte ich mir aber, man könnte die Fahrgäste einen Tick detaillierter informieren.

Thema: Düsseldorf | Kommentare (0) | Autor: medispolis

Premier League 2010/2011 #18 – Postponed

Samstag, 18. Dezember 2010 17:54

“A snowflake is one of God’s most fragile creations, but look at what they can do when they stick together!” – Anonymous

“Ich glaube, ich verschiebe meinen Termin im Fitnesstudio heute Nachmittag. Es ist sowas von kalt draußen, -3 Grad”, sagte Radio1-DJ Chris Moyles am Freitagmorgen bei der BBC. Bereits gestern wurden für den Samstagmorgen im Südosten Englands bis zu 25 Zentimeter Neuschnee angekündigt. Nun tun sich die Menschen auf der Insel scheinbar schwer und werfen ihren kompletten Tagesablauf über den Haufen, wenn nur ein paar Flocken vom Himmel fallen und die Temperatur in den Frostbereich sinkt. Wenn dann ein Schneesturm aus dem Südosten über London hinwegfegt und innerhalb einer halben Stunde 10 Zentimeter Schnee hinterlässt, erscheint es dann nicht überraschend, wenn die Engländer mit dieser Situation nicht so ganz kooperieren können (wobei das in Deutschland so richtig ja auch nicht klappt). Der einzige Unterschied: In Deutschland scheint man sich mittlerweile zumindest seelisch auf jegliches Chaos vorzubereiten. Vielleicht passiert das nach diesem Samstag ebenso in London. Denn der Schnee kam wie angekündigt am Vormittag über London hinein und versorgte dann den letzten grünen Fleck auf der Insel mit ausreichend Neuschnee, sodass sehr schnell und umgehend entschieden wurde die Partie vom FC Arsenal gegen Stoke City abzusagen. Gut eine Stunde später fiel dann auch das Topspiel zwischen dem FC Chelsea und Manchester United dem Wetter zum Opfer.

Bereits am Morgen wurden die Begegnungen von Wigan Athletic gegen Aston Villa und der Auftritt vom FC Fulham beim FC Liverpool abgesagt, nicht unbedingt wegen zu großer Neuschneemengen über Nacht, sondern vereisten Zufahrtswegen auf der Anreise zum Stadion. Die Premier League nimmt Rücksicht auf die vielen Fans, die quer durchs Land reisen um ihr Team zu unterstützen. Und wenn nicht garantiert ist, dass sie sicher am Ziel ankommen, ist das eine vernünftige Entscheidung. Und über den ganzen Samstag hinweg setzte das Absage-Domino seinen Siegeszug fort. Bis auf das Monday Night Game zwischen Manchester City und dem FC Everton sind alle Partien abgesagt worden, also auch das für Sonntag angekündigte Sky-Spiel zwischen Blackpool und den Tottenham Hotspur. Die Schneefälle im Südosten Englands sollen am Sonntag nachlassen und auch sonst ist im ganzen Land mit wenig Neuschnee bis Montag zu rechnen. Und da die Entfernung von Liverpool nach Manchester sicherlich zu händeln ist, dürfte das Montagabendspiel aller Voraussicht nach stattfinden.

Von vielen Journalisten kam heute Mittag dann wieder schnell die Forderung nach einer Winterpause für die Premier League auf. Die Forderung ist nicht neu – letzte Entwicklungen habe ich im August noch einmal zusammengefasst – und wird immer wieder gerne vorgebracht, wenn englische Spieler im Frühling schon auf dem Zahnfleisch gehen. Was eine Winterpause nun an den heutigen Spielabsagen geändert hätte, muss ich mir noch erschließen. Denn eine mögliche Winterpause dürfte für den Januar ab der Saison 2011/2012 implementiert werden, wenn gleichzeitig die Wiederholungsspiele im FA-Cup gestrichen werden. Das sind zumindest die Überlegungen. Sollte es im Dezember und Januar noch zu mehreren Spielabsagen kommen, wird dieser Plan wieder konkreter. Die an diesem Wochenende ausgefallenen Spiele werden – so tippe ich mal – möglichst bald nachgeholt werden. Ein erstes Zeitfenster gäbe es in der Woche ab dem 17.01.2011 oder eine Woche später, wobei in der letzten Januar-Woche bereits die vor zwei Wochen gestrichene Partie zwischen Blackpool und Man Utd angesetzt ist und dort auch Arsenal, West Ham und Birmingham City im Carling Cup aktiv sind.

Zwei Spiele durfte man doch heute doch noch bewundern, mehr oder weniger. Im Mittagsspiel setzte der FC Sunderland seinen Höhenflug fort und schlug die Bolton Wanderers harterkämpft, verdient mit 1:0. Torschütze des Tages war Danny Welbeck in der 32. Minute. Damit tauschen die beiden Überraschungsmannschaften dieser Saison die Plätze in der Tabelle, die Black Cats nun auf dem 6. Platz, punktgleich mit den Tottenham Hotspur bei 27 Zählern. Die Bolton Wanderers bleiben auf Platz 7. Den Gästen gehörten die ersten Minuten und die Schlussviertelstunde in diesem Spiel, erspielten sich aber zu wenige klare Torchancen. Und die Gelegenheiten wurden dann nicht genutzt. Insbesondere Ivan Klasnic hatte einige gute Möglichkeiten zum Ausgleich, scheiterte aber kläglich. Wenn Sunderland zwei Aspekte in dieser Saison auszeichnen, dann sind es die defensive Stabilität (in den letzten drei Spielen blieb man ohne Gegentor, und zudem wieder Anton Ferdinand nach Verletzung zurück) und die Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Tor. Das Team von Steve Bruce braucht wenig Chancen für den Torerfolg. Und so nutzte Welbeck die zweite Gelegenheit zum umfeierten Sieg.

Ein Spiel fand dann noch am Samstagnachmittag statt und Sky war freundlicherweise so flexibel das spontan ins Programm zu nehmen. Das Tabellenschlusslicht West Ham United reiste in den Ewood Park zu den Blackburn Rovers, die ihre letzten vier Heimspiele (zwei Siege, zwei Unentschieden) nicht verloren haben. In den letzten Tagen kursierten wieder viele Gerüchte um den Trainerposten im Osten Londonds. Nach dem Rausschmiss von Sam Allardyce durch die neuen Besitzer der Blackburn Rovers ist Big Sam sehr schnell als möglicher Nachfolger von Avram Grant bei den Hammers gehandelt worden. Grant hatte sich unter der Woche mit der Vereinsführung treffen müssen und hat bis jetzt eine Schonfrist für die nächsten drei Spiele bekommen. Und nach Möglichkeit muss er mindestens ein Spiel gewinnen. Die nächsten Aufgaben heißen jetzt Heimspiel gegen Fulham und dann beim FC Everton, bevor es an Neujahr zum Kellerduell-Showdown gegen die Wolverhampton Wanderers kommt. Und wenn Grant vorher keine Punkte mehr sammelt, sitzt er im neuen Jahr nicht mehr auf der Bank.

Der heutige Nachmittag hat die Situation für Grant und West Ham nicht unbedingt verbessert. Trotz engagierter zweiter Halbzeit, einigen sehr guten Chancen (Pfostenkopfball von Upson, mehrere freistehende Kopfballchancen für Piquionne) und teilweise fast 70% Ballbesitz reichte es nur zu einem 1:1. Junior Stanislas war nach toller Vorarbeit von Scott Parker in der 78. Minute erfolgreich. Die Führung für die Rovers erzielte Ryan Nelsen nach 51 Minuten. Die Zuschauer im Ewood Park hätten nach der ersten Halbzeit sicherlich gerne auch diese Partie abgesagt, denn die ersten 45 Minuten waren fürchterlich mitanzuschauen, kaum Spielfluss, wenig Torchancen. Vor allem West Ham merkte man den Druck bedingt durch die Tabellenkonstellation an. Ermutigend für Grant die Leistungssteigerung nach der Halbzeit, doch im Prinzip ist ein Punkt fast schon zu wenig, zumal in der zweiten Halbzeit neben dem Gegentor und einem gefährlichen Freistoß von Gamst Pedersen in der Nachspielzeit keine Chancen zuließ.

Wie immer bei West Ham: Ordentliches Auswärtsspiel. Aber zu wenig Punkte. West Ham bleibt mit 13 Punkten Tabellenschlusslicht. Die Rovers bleiben im Spiel 1 nach der Ära Allardyce im Mittelfeld der Tabelle.

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Zitat des Tages: Mittwoch, 15. Dezember 2010 – Rettet den Euro!

Mittwoch, 15. Dezember 2010 21:20

“Auf lange Sicht trägt Deutschland einen hohen Anteil an der Verantwortung dafür, dass die europäischen Staaten zu einem ökonomisch handlungsfähigen Verband zusammenwachsen. Dazu ist allerdings weder ein deutscher Oberkommandierender, noch ein deutscher Schulmeister nötig, denn er würde die anderen Kapitäne nur befremden und abschrecken. Wohl aber müssen die deutschen Politiker den Bürgern erklären, dass wir und warum wir Deutschen Opfer zu bringen haben.”

ZEIT online: Altkanzler Schmidt stellt die Deutschen auf hohe Kosten ein.

Schmidt hat Recht, keine Frage. Und im Prinzip argumentiert er mit derselben Begründung wie Joschka Fischer das in seinen Ringvorlesungen an der Universität Düsseldorf in diesem Sommer getan hat (“Kennen wir unsere eigenen Interessen nicht?” ; “Beispielloser Tiefpunkt der deutschen Europapolitik!”)

Schmidt und Fischer fordern, dass die Bundesregierung das sachlich Richtige entscheidet, auch wenn es unpopulär erscheint. Natürlich haben die beiden die Argumente auf ihrer Seite. Nur ist es natürlich ein Leichtes von außerhalb jetzt so zu argumentieren. Und wahrscheinlich werden Merkel und Westerwelle den Euro auch retten, so ganz viele Alternativen gibt es dazu ja nicht. Helmut Schmidt und Joschka Fischer gehören vielleicht zu den politischen Größen und Persönlichkeiten, die sich einen solchen Frontalangriff auf die Buindesregierung erlauben.

Wie sie in vergleichbarer Position im Amt gehandelt hätten, wissen wir leider nicht. Aber immerhin wird durch solche Beiträge immerhin eine öffentliche und notwendige Debatte angeschoben. Und die Bundesregierung muss sich erklären. Und dafür sollte man Fischer und Schmidt sehr dankbar sein, dass sie darauf hinweisen und nicht irgendwo Öl bohren oder Pipelines legen.

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Premier League 2010/2011 #17, Manchester United – FC Arsenal

Montag, 13. Dezember 2010 17:38

Das Beste kommt ja bekanntlich zum Schluss. Und nachdem Sky auf der Insel wieder das Rechtepaket für die Monday Night Games hält, bekommen wir zum Abschluss des 17. Spieltages einen echten Leckerbissen serviert, wenn Manchester United und der FC Arsenal um die Tabellenspitze kämpfen. Beide von der Bestform ein gutes Stück entfernt wollen sie heute Abend die Grundlage für eine kleine Serie bis zu den Feiertagsspielen starten. Für United ist es der Auftakt zu zwei direkt aufeinanderfolgenden Big Four-Duellen. Nächsten Sonntag reist man an die Stamford Bridge. Arsene Wenger misst der Partie eine große Bedeutung bei. Wenn man bei United gewinnen sollte, würde man seine Titelanspüche klar untermauern, aber: “I want my team to go and play knowing it will have an influence on the Premiership but it’s not a decider.” Live-Blog an dieser Stelle ab 20:15 Uhr. Freue mich über zahlreiche Kommentare und Analysen.

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Premier League 2010/2011 Preview #17 – Five and a half years

Samstag, 11. Dezember 2010 6:40

Spannender 17. Spieltag in der Premier League Saison 2010/2011. Zwei echte Topspiele am Sonntag und Montagabend, West Ham sucht mal wieder einen Rettungsanker und Hoffnungsschimmer vor den Weihnachtsfeiertagen und es gibt die Heimspielpremiere für den neuen Trainer von Newcastle United.

Womit wir beim ersten Thema der Vorschau wären, dem Trainerwechsel bei Newcastle United. Chris Hughton wurde dann doch sehr überraschend vor die Tür gesetzt. Mike Ashley, Besitzer der Magpies, hat diesen Schritt damit begründet, dass man einen Trainer mit größerer Erfahrung sucht. Hughton, der Newcastle nach dem Abstieg aus der Premier League direkt wieder ins Oberhaus führte, hatte letzlich keine Chance. Bereits im Herbst gab es mal Gerüchte im Vorfeld des Tyne-Wear-Derby, wonach Hughton nicht länger Trainer sein werde. Sportlich lief es damals wunderbar, nur steht der Verein am Ende von fünf Spielen ohne Sieg, spielt für einen Aufsteiger aber immer noch eine sehr respaktable Saison. Nachfolger von Hughton ist Alan Pardew, zuletzt bis August Trainer vom FC Southampton gewesen, wo er sich mit den Vereinsoberen zerstritt. Pardew erhält bei Newcastle United nun einen Vertrag über fünfeinhalb Jahre. In diesem Zeitraum hatte Newcastle zuletzt sieben Trainer. Kenner des Vereins werten die langfrisitige Vertragsdauer als einen Strategieplan von Mike Ashley, Newcastle in den nächsten Jahren dauerhaft in der Premier League zu etablieren. Magpies-Fans kennen sicherlich diesen Wunsch. Innerhalb der Trainergilde der Premier League und auch bei vielen Fans ist die Entscheidung von Ashley auf Missgunst gestoßen. Sky Sports News veröffentlichte gestern Abend eine Umfrage, wonach 99% der Newcastle-Fans die Berufung von Pardew nicht unterstützen. Ganz weit vorne bei den Kritikern war wieder mal Blackpool-Trainer Ian Holloway, der davon sprach, dass er in den letzten sieben Jahren keinen ungerechtfertigeren Rausschmiss gesehen habe als den von Hughton bei Newcastle. Alan Pardew wird sich erst die Unterstützung des Umfelds und der vielen Fans erarbeiten müssen. Erste Gelegenheit dazu gibt es im Heimspiel am Samstagabend (Sky Sport 1 live ab 18h25 mit Oliver “Und das ist ja so eine Sache” Faßnacht) gegen den FC Liverpool, die mit einem Sieg Anschluss an die Europapokalplätze erreichen wollen. Bei den Reds fehlt neben dem Langzeitverletzten Jamie Carragher weiter Kapitän Steven Gerrard, bei Newcastle werden aller Voraussicht nach Joey Barton und Torhüter Harper fehlen. Liverpool hat die letzten vier Spiele gegen Newcastle gewonnen, zuletzt im Dezember 2008 beim 5:1 im St. James’ Park.

Das absolute Spitzenspiel beschert uns das Monday Night Game zwischen Manchester United und dem FC Arsenal. Und es ist eine weitere Episode in der langen Saga: Wie gut ist der FC Arsenal wirklich und können die Gunners Meister werden? Da wäre ein Sieg im Old Trafford schon ein großes Ausrufezeichen. Beide Teams sind noch ein gutes Stück von ihrer Bestform entfernt, häufig wechselten sich ganz starke Leistungen mit schwächeren Phasen ab. Trotzdem liegt Arsenal bei einem mehr gespielten Spiel einen Punkt vor den Red Devils und ist das heißeste Team der Premier League in der Fremde. Nur beim FC Chelsea verlor das Team von Wenger, United hat diese Saison zuhause noch nicht verloren. Alle Augen sind auch auf Wayne Rooney gerichtet, der seit 258 Tagen nicht mehr aus dem Spiel für Man Utd getroffen hat. So brisant die sportliche Situation vor der Partie ist, lebt diese Ansetzung natürlich auch von den hektischen und umkämpften Aufeinandertreffen der letzten Jahre. Legendär ist der Battle of the Buffet, die Partie von United gegen Arsenal im Oktober 2004. Die Red Devils gewannen vor heimischer Kulisse mit 2:0 und beendeten die Siegeserie von 49 Spielen der Invincibles. Auslöser für die Hektik war ein Foul von Sol Campbell an Wayne Rooney. Den Elfmeter verwandelte van Nistelrooy sicher. Wenger beschuldigte Rooney einer Schwalbe, auf dem Spielfeld gerieten wie schon ein Jahr zuvor Patrick Viera und Van Nistelrooy aneinander, der Niederländer musste kurz vor Schluss wegen groben Foulspiels an Ashley Cole mit glatt Rot vom Platz. Im Kabinengang eskalierte die Situation. Essenreste wurden auf Sir Alex Ferguson geworfen. Da gibt es die wildesten Gerüchte und Sagen, aber ein hartnäckige Geschichte hält sich bis heute, dass Cesc Fabregas, damals 17 Jahre alt und noch Bankdrücker bei den Gunners, mit einem großen Pizzastück den Sir getroffen hatte. So weit wird es am Montag sicherlich nicht kommen, doch schon vor der Partie werden die Messer wieder gewetzt. Patrice Evra bescheinigte Arsenal schon mal eine Krise, weil man seit fünf Jahren keinen Titel geholt habe und auch zukünftig keine Meisterschaften feiern werde. Bei den Gästen aus London wird wohl Fabregas nicht dabei sein, Clichy und Kieran Gibbs werden defintiv ausfallen. Johan Djourou könnte wieder einen Platz in der Startelf bekommen oder Eboue rückt wieder auf die linke Seite. Bei den Red Devils kehren Paul Scholes und Rio Ferdinand zurück ins Team. Live-Blog von dieser Partie am Montagabend ab 20:15 Uhr.

Vier Spiele am Samstagnachmittag, denen man am Rande ein wenig Beachtung schenken sollte. Das kriselnde Aston Villa empfängt das wiedererstarkte West Bromwich Albion. Villa-Trainer Gérard Houllier hat das Vertrauen vom amerikanischen Klubbesitzer Randy Lerner bekommen. Wieviel das wert ist, dürfte sich Samstag zeigen, denn gegen die Baggies ist Villa eigentlich verpflichtet drei Punkte zu holen. Der FC Everton will gegen Wigan Athletic wieder zurück in die Erfolgsspur und ein Polster auf die Abstiegsplätze anlegen, die Wigan endlich verlassen möchte. Für die Toffees heißt es aber auch Wiedergutmachung bei den Fans nach der 1:4-Schlappe gegen West Brom. Ebenso dringend einen Sieg braucht der FC Fulham, der den FC Sunderland empfängt. Und Stoke City will den Höhenflug gegen Aufsteiger FC Blackpool fortsetzen.

Im Mittelpunkt des Interesses am Samstagnachmittag ist hingegen der Auftritt von West Ham United gegen Manchester City (Sky live ab 15h55 mit Sascha Roos). Die Hammers sind ein wenig selbst schuld, dass sie jetzt vor solchen Spielen so immens unter Druck stehen, aber wer in den Duellen gegen die direkte Abstiegskonkurrenz nur unzureichend punktet, muss dann eben auf drei Punkte gegen Man City hinarbeiten. Was nicht einfach sein wird, hängt aber ein wenig von den Gästen selbst ab. Spielt man wieder mit breiter Brust und viel Selbstvertrauen wie vor drei Wochen beim 4:1 in Fulham oder machen die Citizens einen auf Touristenausflug inklusive Weihnachtsshopping und agieren mal wieder unter ihren Möglichkeiten und sind mit den Gedanken ganz woanders? West Ham muss schlicht ein wenig darauf hoffen, dass City nicht seinen besten Tag hat, ansonsten sehe ich wenig Hoffnung auf drei Punkte für das Team von Avram Grant. Zugute könnte seinem Team kommen, dass mit Carlos Tevez der Torjäger vom Dienst gesperrt ist. Mancini muss sich zwischen Jo und Adebayor neben Balotelli entscheiden. Bei West Ham könnte Velam Behrami nach seiner Hüftverletzung zurück ins Team kehren, ansonsten würde ihn wie zuletzt Jonathan Spector ersetzen. City ist nach Arsenal das zweitbeste Auswärtsteam der Liga.

Drei Spiele am Sonntag. Parallel zur frühen Anstoßzeit spielen die Bolton Wanderers gegen die Blackburn Rovers und die Wolverhampton Wanderers gegen Birmingham City. Sky meldet sich ab 14h25 vom Derby in Birmingham (Kommentar: Sven Schröter). Wolves-Trainer Mick McCarthy hat schon mal ungemütliche Weihnachten angekündigt, vielleicht erhellt sich ja seine Miene nach einem Sieg gegen City. Im Parallelspiel will Bolton versuchen Tuchfühlung zum fünften Platz aufzunehmen. Die Wanderers haben diese Saison bisher nur ein Heimspiel verloren, gleichzeitig kommt Blackburn mit der Empfehlung von zwei Siegen aus den letzten drei Spielen und könnte mit einem Sieg im Reebok Stadium Bolton in der Tabelle sogar überholen. Alles eng beisammen, richtig kuschelig zur Weihnachtszeit, nicht wahr, Mick McCarthy?

Im Fokus am Sonntag aber das London Derby zwischen dem FC Chelsea und den Tottenham Hotspur (Sky live ab 16h55 mit Marco Hagemann). Finden die Blues den Weg aus der Krise? Die Partie an der White Hart Lane ist der Auftakt zu drei Spitzenspielen in Folge, kommende Woche an der Bridge gegen United, am 27. Dezember reist man ins Emirates Stadium. Da kommt die kleine Schwächephase zum völlig falschen Zeitpunkt. “Alles läuft falsch”, hörte man Carlo Ancelotti nach dem enttäuschenden 1:1 gegen Everton sagen. “Das Spiel gegen die Spurs ist das erste in meiner Amtszeit bei Chelsea, in das wir nicht als Favorit gehen. Tottenham ist gut drauf und jeder denkt, dass wir wieder verlieren”, gab der Italiener auf der Pressekonferenz vor dem Spiel zu Wort. Geschwächt durch viele verletzte Stammspieler fehlt dem Team der Spielrhythmus. Und vielleicht am besorgniserrengendsten ist die mangelnde Fähigkeit der Blues über 90 Minuten das Spiel zu dominieren und kontrollieren. Chelsea verspielt zu oft sicher geglaubte Führungen und kommt nach Rückständen nur noch selten zurück ins Spiel. Die drei Kracher in der Liga sind natürlich Gefahr, aber auch Chance zugleich. Ein Sieg an der Lane und von Krise redet bei Chelsea dann keiner mehr. Und die vielen Verletzten hat Harry Redknapp derzeit nicht bei seinem Team. Außer Rafael van der Vaart sind alle Mann mit an Bord. Die Spurs haben die 11 letzten London-Derbys in der Premier League an der Lane nicht mehr verloren.

“I’m not fearing for my job, I feel I have total support from my players and this is the most important thing. There is total support from my club. For this reason I think everything will be OK.” O-Ton Carlo Ancelotti. Mal sehen, wie lange noch. Schönes Wochenende zusammen.

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Premier League 2010/2011, Power-Ranking #4

Freitag, 10. Dezember 2010 9:09

Zeit für die vierte Ausgabe meines Power-Rankings zur Premier League Saison 2010/2011, diesmal mit Rückblick und Ranking auf die letzten sechs Spieltage im November und Anfang Dezember. Bevor es jetzt in die heiße Phase Richtung Weihnachten geht, hat Arsenal weiterhin die Führung im Power-Ranking behalten und aus den letzten sechs Spielen von allen Teams die meisten Punkte geholt. 12 Zähler gab es überraschenderweise auch für die Blackburn Rovers. Überflieger sind mal wieder Stoke City und die Tottenham Hotspur. Newcastle United und der FC Everton erlebten einen rabenschwarzen November. Und für alle anderen Teams gilt: Mein Name ist Unkonstanz. Viel Bewegung in der eng gestrickten Tabelle der Premier League. Es läuft weiter alles auf eine sehr spannende Saison hinaus, fragen Sie mal in den nächsten Wochen beim FC Chelsea nach.

Archiv:
Power-Ranking #1 (31.08.2010)
Power-Ranking #2 (11.10.2010)
Power-Ranking #3 (04.11.2010)

1. FC Arsenal
Ich hatte es ja bereits in meinem Nachklapp zum Champions League von Arsenal gegen Belgrad gespielt. Die Gunners spielen alles andere als überzeugend und sind noch ein gutes Stück von ihrer Bestform entfernt. Aber momentan reicht das trotz immer neuer Verletzungen von Stammspielern für die Tabellenspitze in der Premier League, und das vor allem aufgrund der sensationellen Auswärtsbilanz. Kein Team hat auswärts mehr Spiele gewonnen. Wenn jetzt noch das Emirates zur Festung aus der Vorsaison wird, kann der FC Arsenal garantiert um den Titel mitspielen. Entscheidend werden die nächsten Spiele sein, Arsene Wenger hat bereits vom Monat der Tests und Bewährungen für sein Team gesprochen. Am Montag bei Man Utd, dann Heimspiele gegen die momentanen Überflieger Stoke und das kriselnde Chelsea. Mit Man Utd und Chelsea könnte man in direkten Duellen wichtige Punkte holen. Nur nicht nervös werden, Arsenal.

2. Blackburn Rovers (+16)
Scheinbar musste erst die Übernahme durch die indische Hähnchenfabrik vollzogen werden, damit bei den Rovers außerhalb und auf dem Platz ein wenig Ruhe einkehrt. Nach den vielen Niederlagen im Oktober, konnte sich das Team von Big Sam Allardyce stabilisieren. Vier Siege und zwei Niederlagen aus den letzten sechs Spielen. Dass bei den Rovers die Bäume aber nicht in den Himmel wachsen, zeigte die 1:7-Klatsche bei Man Utd. Aber sieht schon ganz gut aus für Blackburn im Moment.

3. Tottenham Hotspur (+9)
Dafür dass, glaubt man den Aussagen von Rafael van der Vaart, Trainer Harry Redknapp seinen Spielern vor einem Spiel nur mitgibt, auf welcher Seite sie spielen müssen und sonst auf jegliche Taktiktafeln verzichtet, läuft es bei den Spurs ganz ausgezeichnet. Redknapp sieht in den Spurs schon einen Meisterschaftskandidat, ich halte Tottenham eher für ein Team, das um die Plätze 3-5 mitspielt. Dazu müsste man noch das ein oder andere Spiele, zum Beispiel in Birmingham oder daheim gegen Sunderland, für sich entscheiden. Diese Punkte fehlen jetzt noch und erklären den Rückstand auf die Spitze. Aber erfrischend anzuschauen ist der Offensivfußball der Spurs und dafür gebührt Redknapp Anerkennung.

4. Stoke City (+16)
Ein bisschen das Team der Stunde. 11 Punkte aus den letzten fünf Spielen, dabei nie verloren. Die Saison von Stoke City gleicht ein wenig einer Achterbahnfahrt. Misslungener Saisonstart, dann ein erfolgreicher September, Rückschläge im Oktober und nun wieder richtig erfolgreicher Fußball im November. Normalerweise müsste jetzt wieder ein kleiner Durchhänger kommen, was angesichts der vielen Spieltage in den nächsten Wochen für die Potters schmerzlich wäre. Aber solange man weiterhin solche längeren Erfolgsserien einstreuen kann, wird man mit dem Abstieg nichts zu tun haben.

5. Manchester United
Elf Punkte für Manchester United in den letzten fünf Spielen. Man hat ja noch das Nachholspiel gegen Blackpool zu absolvieren. Insgesamt gefällt mir Manchester United besser als noch im Oktober. Man spielt überzeugender und dominanter (siehe das 7:1 gegen Blackburn), was vielleicht mit der Rückkehr von Wayne Rooney zusammenhängt. Gewinnen die Red Devils das Spiel bei den Seasiders, wären sie wieder Tabellenführer. Vorher kommen aber erstmal die großen Brocken mit Arsenal und dem FC Chelsea.

6. Manchester City (+10)
Drei Punkte hinter der Tabellenspitze und Mancini so sicher im Trainersessel wie noch nie in dieser Saison. Man City ist wieder im Soll, auch unter anderem dank einer starken Leistung beim FC Fulham. Die Schwächephase im November mit Unentschieden gegen Man Utd, Stoke und West Bromwich Albion wurde gut überwunden. Man stelle sich mal vor, dass City in diesen Spielen etwas mehr Risiko gegangen wäre. City könnte Tabellenführer werden. Potential für Streitigkeiten könnte sich durch das Verhalten von Carlos Tevez ergeben und der Unmut einiger Spieler über zu wenige Einsätze. Bei City wird im Januar transfermäßig einiges los sein. Wenn sich die Mannschaft davon nicht beeindrucken lässt, muss mit City wieder gerechnet werden.

7. Bolton Wanderers (+4)
Platz sechs für die Wanderers in der Tabelle, 23 Punkte nach 16 Spielen. Vergleich zur Vorsaison: Da hatte man nach 16 Spielen gerade mal 13 Punkte und war Tabellenvorletzter. Umso höher muss die Arbeit von Trainer Owen Coyle eingeschätzt werden. Nicht umsonst ist Bolton bisher die Überraschung in der Premier League Saison 2010/2011. Zuletzt gab es zwar im Verfolgerduell mit Manchester City eine knappe Niederlage, davor wurden die letzten fünf Spiele aber nicht verloren. Herausragend die Leistung beim 5:1 gegen Newcastle.

8. FC Sunderland (+5)
Auf ähnlichem Niveau wie Bolton spielt diese Saison der FC Sunderland. Die Black Cats stehen ebenfalls bei 23 Zählern. Wenn man noch etwas am Team von Steve Bruce kritisieren kann, dann sind es die meist schwächeren Leistungen gegen Mannschaften aus dem Tabellenkeller. Gegen die Wolves setzte es eine Niederlage, gegen Everton spielte man nur Remis. Da man gleichzeitig einen Punkt bei den Spurs holt und an der Stamford Bridge gewinnt, steht man so gut in der Tabelle. Knapp die Hälfte der Saison ist absolviert. Zu den besseren Tranfers gehört definitiv auch Asamoah Gyan.

9. FC Liverpool (-3)
Mähsam ernährt sich das Eichhörnchen. Die Reds versuchen sich an die Europapokalplätze heranzurobben. Zu Platz Fünf sind es derzeit vier Punkte. Liverpool hat weiterhin Probleme mit den “kleinen” Gegnern, aus den Partien gegen Stoke und Wigan holte man nur einen Punkt. Und das ist schlicht zu wenig. Highlights für die Liverpool-Fans waren in den letzten Wochen die überzeugenden Heimsiege gegen Chelsea, West Ham und Aston Villa. Insgesamt ein klarer Aufwärtstrend, vor allem, wenn man berücksichtigt, dass Steven Gerrard weiter verletzt fehlt. Die nächsten Gegner heißen Newcastle, Fulham, Blackpool und Wolverhampton. Wäre eigentlich Zeit mal eine kleine Serie zu starten. Wenn Liverpool vorne mitreden will, sollten diese Spiele gewonnen werden.

10. West Bromwich Albion (-1)
Die Baggies sind weiter der beste Aufsteiger. West Brom spielt zwar nicht mehr auf dem hohen Niveau wie zu Beginn der Saison und nahm sich im November eine kleine Auszeit, aus den ersten vier Spielen im November holte man nur einen Punkt. Doch mittlerweile hat man im Umfeld der Mannschaft gelernt, dass man sich von solchen Schwächephasen nicht verrückt macht. Und wird für Ruhe und Geduld belohnt. Zuletzt gab es wieder das West Brom aus der frühen Saisonphase mit überzeugenden Siegen bei Everton und zuhause gegen Newcastle.

11. Birmingham City (-3)
Nur eines der letzten sechs Ligaspiele verloren, häufig Unentschieden gespielt. Nur einmal gewonnen, dafür gegen den FC Chelsea. Zuletzt gab es ein 1:1 gegen Tottenham. Alles wertvolle Punkte für das Team von Alex McLeish.

12. FC Chelsea (-8)
Es wäre vermessen zu sagen, dass der FC Chelsea nicht in einer Krise steckt. Nun sollte man auch den Blues mal eine kleinere Schwächephase gestehen. Denn sie ist ja erklärbar. Mit Terry, Lampard und Essien fehlten beziehungsweise fehlen immer noch wichtige Stammspieler, Drogba ist nach seiner Malariaerkrankung noch nicht wieder richtig fit. Man liegt nur zwei Punkte hinter der Tabellenspitze, kann in den nächsten Partien gegen Tottenham, Man Utd und Arsenal aber ganz viel Boden verlieren – oder eben wieder gutmachen. Dass der Kader von Chelsea qualitativ nicht mehr mit denen der Vorsaisons verglichen werden kann, auch weil Besitzer Abramovtisch den Sparkurs voll durchsetzt, ist ebenso klar wie die nicht kühne Vorhersage, dass Chelsea bald wieder zu alter Stärke zurückfinden wird. Wahrscheinlich mit Ancelotti, weil ich derzeit keine guten Alternativen für den Trainerposten sehe. Es sei denn, der Italiener zieht sich freiwillig zurück. Was bei den Blues auffällt, ist, dass sie derzeit über 90 Minuten keine konstant guten Leistungen bringen können. Einer guten Hälfte gegen Everton folgten 45 weitere Minuten eines kompletten Offenbarungseides, wo man jeglichen Spielfluss verloren hatte. Beunruhigend ja, Gründe für Panik, Hysterie und unüberlegte Handlungen im Westen Londons noch nicht.

13. FC Blackpool
Es bleibt dabei: Die Seasiders spielen weiterhin eine sehr solide Saison, verloren nur eines der letzten sechs Spiele. Und solange man weiter fleißig Punkte mitnimmt (und sei es nur durch die Unentschieden), wird man die Klasse halten können. Und ein anderes Ziel hatte Ian Holloway mit seinem Team sowieso nicht.

14. West Ham United (+5)
Die Hammers sind immer noch Tabellenletzter, aber ausnahmsweise kann man sich den Ausführungen der letzten Tage von Avram Grant anschließen, der seinem Team bescheinigte, dass es Fortschritte macht, sich spielerisch verbessert hat und vielleicht schon bald den Tabellenkeller verlassen wird. Die Prognose kommentiere ich jetzt mal nicht, aber immerhin hat es West Ham in den letzten Wochen mal geschafft Spiele zu gewinnen, 3:0 gegen Wigan und Remis gegen Blackpool und West Brom. Trotzdem – und das dürfte eher gegen die Vorhersage von Grant bezüglich Verlassen der Abstiegsplätze sprechen – ist die Formkurve weiter zu unkonstant. Letztes Wochenende setzte es beim 0:1 in Sunderland die achte Saisonniederlage. Überhaupt sind die Auswärtsleistungen von West Ham zuletzt mehr als unansehnlich gewesen. Erinnert sei an die Offenbarung beim 0:3 in Liverpool. Steigerung ja, Nachhaltigkeit bleibt abzuwarten.

15. Wigan Athletic (+1)
Roberto Martinez muss anerkennen, dass er mit Wigan nicht wirklich von der Stelle kommt. Zuletzt gab es immerhin ein 2:2 gegen Stoke. Und Wigan hatte im November sogar zwischenzeitlich eine ganz gute Phase, als man Remis gegen Liverpool spielte und anschließend West Bromwich besiegte. Das sind alle Anzeichen, dass durchaus Potential im Team steckt, dieses aber – und das muss sich Martinez fragen warum – viel zu selten abgerufen wird.

16. Aston Villa (+1)
Man braucht gar nicht lange um den heißen Brei reden: Villa steckt in einer Krise, Platz 16, nur noch zwei Punkte von den Abstiegsplätzen entfernt. Gérard Houllier geben langsam die Ideen aus. Natürlich muss berücksichtigt werden, dass über viele Wochen hinweg fast der komplette Sturm ausgefallen war und auch jetzt mit Marc Albrighton ein wichtiger Leistungsträger fehlt. Nur eines der letzten sechs Ligaspiele konnte gewonnen werden. Zudem gab es 13 Gegentore in den letzten fünf Spielen. Villa kassiert viel zu einfache Gegentreffer.

17. Wolverhampton Wanderers (-10)
Da hatten die Fans der Wolves gehofft, dass nach dem 3:2 gegen Sunderland vor zwei Wochen nun endlich der Turnaround geschafft wurde und erlebten dann letzte Woche das 0:3 von Wolverhampton in Blackburn, laut Aussage von Trainer Mick McCarthy die schlechteste Saisonleistung seines Teams. Wolverhampton wird definitiv an Weihnachten im Tabellenkeller stecken – und das ist ganz einfach ein “bad Christmas”, das Team steht unter Druck, der Trainer auch. Die Wolves konnten nur eines der letzten sieben Spiele gewinnen.

18. FC Everton (-15)
Ähnlich wie bei Stoke City gleicht der bisherige Saisonverlauf von Everton einer schlechten Achterbahnfahrt. Nachdem man den Saisonstart komplett verschlafen hat, konnte man sich im Oktober nach vorne in der Tabelle spielen. Und dann ging es wieder bergab. Seit sechs Spielen wartet man auf einen Sieg. Inwieweit das 1:1 beim FC Chelsea letztes Wochenende ein erster kleiner aufbäumender Rettungsanker sein wird, bleibt abzuwarten. Bisher konnten die Toffees ihr Momentum nach guten Spielen kaum nutzen. Einem richtig guten Spiel beim 2:2 in Sunderland folgte eine 1:4-Heimklatsche gegen West Brom.

19. FC Fulham (-5)
Ich habe Fulham gegen Manchester City über 90 Minuten gesehen und war sehr enttäuscht. Das ist doch ein krasser Bruch zur Vorsaison unter Roy Hodgson, vor allem was die defensive Stabilität angeht. 20 Gegentreffer haben die Cottagers kassiert, vier mehr als zum Vergleich der Vorsaison, wo man zu diesem Zeitpunkt mit 23 Punkten an den Europapokalplätzen schnupperte. Seit sechs Spielen wartet man auf einen Sieg, immerhin stimmte zuletzt bei der Niederlage gegen Arsenal der Einsatz und die Leistung insgesamt. Die nächsten Gegner heißen Sunderland, Liverpool und West Ham. Keine leichten Aufgaben, aber das Ziel für Fulham muss schon sein sechs Punkte aus diesen drei Spielen zu generieren.

20. Newcastle United (-18)
Im Prinzip müsste Newcastle die gesamte Saison immer auf dem letzten Platz dieses Rankings stehen, weil man völlig unverständlicherweise Chris Hughton vor die Tür gesetzt hat und mit Alan Pardew den Sympathieträger nach Newcastle geholt hat. Mehr zum Trainerwechsel in Newcastle im Laufe des Wochenendes. Natürlich hatten die Magpies eine Schwächephase, das 1:0 bei Arsenal (!) am 7. November stellten den letzten Erfolg dar. Aber der Verein liegt im gesicherten Mittelfeld und spielt für einen Aufsteiger eine sehr ordentliche Saison. Problem bei Newcastle ist in den letzten Spielen vor allem die Defensive gewesen. In den letzten drei Spielen kassierte man neun Gegentore.

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Walcott ebnet Arsenal den Weg ins Achtelfinale

Mittwoch, 8. Dezember 2010 23:01

Man war nervös beim FC Arsenal vor dem wichtigen Spiel um den Einzug ins Achtelfinale der Champions League 2010/2011. Und dabei hieß der Gegner nur Partizan Belgrad, bisher noch punktlos in der Gruppe H und ohne jegliche Chance auf eine Qualifikation für den dritten Platz. Ein netter Ausflug nach London für die Serben. Sich eine memorable Night machen und mal schauen, ob man den großen FC Arsenal ärgern kann. Und die Gunners fanden sich auf einmal in der Situation dieses Spiel wirklich gewinnen zu müssen. Arsenal musste auf Sieg spielen ohne die Defensive zu vernachlässigen. Das hatte man in der Premier League im Emirates Stadium schon gegen West Brom, Newcastle und die Tottenham Hotspur versucht – und Niederlagen kassiert. Wenn es in dieser Saison noch eine Schwäche bei Arsenal gibt, dann ist es die Defensive und der völlige Fokus auf ein Spiel über 90 Minuten. Immer häufiger nimmt man sich einfach mal 10 Minuten eine Auszeit im Spiel. Man muss immer wieder ein Fragezeichen dahinter setzten, ob Arsenal in dieser Spielzeit reif für einen großen Titel ist. Die eigene Unsicherheit versus der von Wenger vermittelte Glaube Großes zu leisten. Und zwischen diesen beiden Polen pendeln die Gunners. Und noch zu häufig, zu groß sind die Leistungsschwankungen. Dass man trotzdem Tabellenführer der Premier League ist, zeigt vielmehr die Ausgeglichenheit der Liga in dieser Saison.

Man war nervös und angespannt heute Abend in London und so absolvierte Arsenal auch die ersten 30 Minuten. Wenger stellte Van Persie und Chamakh auf, der Niederländer spielte aber mehr eine hängende Spitze, flankiert auf den Außen von Arshavin und Nasri. Song und Denilson sollten sich um die defensiven Aufgaben kümmern. Viel lief nicht zusammen, Arsenal wirkte lethargisch und nervös, scheute das Risiko. Man hatte zwar viel Ballbesitz, erspielte sich aber kaum Torchancen. Song konnte wie zuletzt auch kaum Impulse aus dem Mittelfeld setzten und produzierte viele Fehler. Van Persie und Chamakh harmonierten nicht so prächtig, wie von Wenger vielleicht gewünscht. Arshavin spielte weit unter seinen Möglichkeiten. Also passierte offensiv fast gar nichts. Und Belgrad unternahm kaum eigene Bemühungen an diesem Spiel teilzunehmen, man igelte sich hinten ein und wartete auf Konter. So viel memorable wollten die Serben dann doch nicht erzwingen. Es dauerte eine halbe Stunde, bis Arsenal zum Torerfolg kam. Van Persie holte einen Elfmeter gegen Jovanovic raus, verwandelte selbst sicher zum 1:0. Erleichterung im Emirates. Mit dem Ergebnis ging es dann auch in die Pause.

Arsenal kam schwungvoll aus der Partie und verpasste es in den ersten Minuten die Führung auszubauen. Und brauchte es eines weiteren Beweises, warum die Nervosität und Angespanntheit im Norden Londons berechtigt war, muss man sich nur Arsenal Defensivverhalten vor dem Ausgleich von Partizan zu Gemüte führen. Viel zu viel Platz in der Mitte, Song und Denilson Lichtjahre entfernt, Koscielny und Squillaci gehen nicht energisch genug auf den ballführenden Spieler, Cleo erzielt per abgefälschtem Schuss das 1:1 in der 54. Minute. Arsenal verlor danach komplett den Faden, wirkte unstrukturiert im Spielaufbau, kombinierte sich nur noch durch die Mitte. Dort stand Partizan sicher und zuverlässig. 11 Mann hinter dem Ball, das kennt Arsenal aus Heimspielen in der Premier League. Und es stellt sie immer noch vor enorme Schwierigkeiten damit umzugehen. Wenger musste reagieren um dem Spiel der Gunners wieder Leben und Dynamik einzuhauchen, brachte Theo Walcott für Arshavin in der 67. Minute. Und der Flügelflitzer sollte zum Matchwinner werden. Sechs Minuten nach seiner Einwechselung markierte Walcott mit einer schönen Direktvolleyabnahme das wichtige, ein wenig glückliche 2:1, nachdem die Defensive der Serben nach einer Flanke von Sagna den Ball nicht klären kann und Unglücksrabe Jovanovic per Kopf direkt für Walcott auflegte. Wenger jubelnd an der Seitenlinie, der Bann schien gebrochen. Wobei man mit solchen Formulierungen bei Arsenal in dieser Saison vorsichtig sein muss. Aber es sollte alles gut werden. Ein typisches Arsenal-Tor musste es für die 60.000 Zuschauer noch geben. Vier Minuten nach der Führung erhöhte Samir Nasri auf 3:1 nach wunderbarer Vorarbeit von Bendtner und Song, der sich wunderschön durch die Abwehr dribbelte und im richtigen Moment auf Nasri auflegte. Beste Szene von Song an diesem Abend. Arsenal brachte das Ergebnis ohne große Probleme über die Zeit, bis Sagna kurz vor Schluss nach einer Notbremse mit glatt rot vom Platz musste und damit sicherlich im Achtelfinale fehlen wird. Hätte nicht sein müssen. Passt aber zu Arsenal in dieser Saison.

Jetzt ist das Achtelfinale erreicht und vorübergehend können sich jetzt die Gunners voll und ganz auf den Titelkampf in der Premier League konzentrieren. Und in der Champions League heißt es für Arsenal jetzt Deutschland oder Spanien. Schalke, Bayern, Real Madrid und der FC Barcelona sind die potentiellen Gegner fürs Achtelfinale. Mit den Leistungen der Gruppenphase, insbesondere in den letzten drei Spielen, werden es die Gunners schwer haben. Glamour-Spiel für Arsenal oder leichte Favoritenstellung. So oder so wird Arsenal wieder ein klein wenig nervös oder angespannt sein, denn das Hinspiel wird im Emirates stattfinden. And Arsenal has to deliver.

Thema: Champions League | Kommentare (2) | Autor: medispolis

Die Medien können nicht anders, weil wir nicht anders können.

Dienstag, 7. Dezember 2010 22:41

Samstagabend, DVDs schauen auf dem Sofa. Via Twitter erfahre ich um viertel vor neun von dem tragischen Unfall des Kandidaten bei wetten, dass…?. Das muss für alle Zuschauer, insbesondere für die Gäste und alle Beteiligten vor Ort, ein richtiger Schock gewesen sein. Und leider scheint es, beruft man sich auf die Aussagen der Ärzte, gesundheitlich nicht gut um Samuel Koch stehen. Ich habe Twitter danach sofort wieder abgeschaltet. Denn wenn ich etwas nach vielen Jahren Twitter-Aktivität gelernt habe, dann ist es, dass man bei solchen Ereignissen, seien es Unglücke, Todesfälle oder Amokläufe, Twitter am besten meidet. Zu viele Retweets, dass man schon nach Minuten den Überblick verliert. Und dann gibt es eben eine Reihe von Usern, die in solchen Momenten am besten lieber ruhig wären. Und dank der vielen Retweets und der Aufforderung die Leute sofort zu blocken, kommt man dann als Unbeteiligter ganz schnell in Kontakt mit den geistigen Ergüssen, bei denen man manchmal nur den Kopf schütteln kann.

Am nächsten Morgen dann versucht mit etwas Abstand den Abend Revue passieren zu lassen. Und dann las ich wieder etwas, das mich immer ein wenig fraglos zurücklässt. Medien-Schelte hier und dort, Bilder vom Unglück und dem Unfall, Nachfragen bei den Eltern, riesige Schlagzeilen, Klickstrecken und was sonst noch die Palette hergibt. Und dann kommen aus allen Ecken und Enden die Menschen mit erhobenem Zeigefinger und beschweren sich wieder über die journalistische Berichterstattung, die jegliche Bezüge zu Moral und Ethik verloren hat. Und es ist ein Jubelkasten, der immer wieder bei solchen Gelegenheiten angeschaltet wird. Ich kritisiere die Medien auch gerne, weil mir einiges vor allem an der politischen Berichterstattung und dem Sportjournalismus missfällt, aber bei Ereignissen wie diesen finde ich Medienkritik unangebracht. Schon mal gefragt, warum die Medien den Verunglücktem am Boden liegend zeigen? Es gibt eigentlich nur eine Antwort auf diese Frage: Weil wir, die Medienrezipienten, es lesen, sehen und anschauen wollen. Wenn das Video des Unfalls sofort bei YouTube hochgeladen wird, mag man das als pervers bezeichnen. Nur klicken wir doch alle auf die Videoplattform und schauen, ob es schon hochgeladen wurde. Und da spielt die Tatsache, dass es wir uns dann vernünftigerweise gar nicht anschauen, gar keine Rolle. Das gleiche Prinzip gilt für das Jammern über die Berichterstattung von BILD und SPIEGEL online, die sehr ausführlich – auch mit Bildern – den Unfallhergang dokumentierten. Einerseits regen sich wieder alle über die visuelle Darstellung auf, aber auf Bild.de wird dann trotzdem geklickt um zu schauen, was der Axel-Springer-Verlag (ASV) mit dem Thema anfängt. Das menschliche Bedürfnis nach Information versus den Hang vieler Menschen nicht davor zurückzuschrecken auch solche leidvollen Bilder anzuschauen. Und da viele es anklicken, bieten die Medien diesen Service an. Und je mehr und öfter durch alle Social Media-Kanäle gebrüllt wird, wie schlimm doch wieder die BILD oder der SPIEGEL das Thema journalistisch aufbereiten, freuen sich die Portale über weitere Klicks. Denn einmal gelesen, wird dann natürlich zur Prüfung und Kontrolle gleich persönlich nachgeschaut. Es ist ja auch völlig okay zu beobachten, wie die Medien das Thema aufbereiten. Und jeder sollte selbst entscheiden, ob er sich Klickstrecken mit dem Unfallhergang anschaut. Nennt man Medienkompetenz. Doch Medienschelte ist hier völlig unangebracht. Denn die Zeitungen und Magazine orientieren sich doch nur an den Gewohnheiten und Bedürfnissen der Leser.

Als ich am Sonntagmittag mit dem ICE von Hannover nach Düsseldorf fuhr, war in den Buchhandlungen auf dem hannoverschen Hauptbahnhof die BILD am Sonntag schon fast ausverkauft, während daneben noch riesengroße Stapel von WELT am Sonntag und Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung lagen. Im ICE lasen alleine in Wagen 22, wo ich saß, acht Leute die BILD am Sonntag. Das Blatt vom ASV hatte es als einzige Sonntagszeitung noch geschafft den Unfalls als großen Aufmacher auf die Titelseite zu setzen und auch sonst ausführlich über den Unfall bei der ZDF-Show zu berichten. WELT am Sonntag und FAS hatten keinerlei nennenswerte Meldung im Blatt. Und dann wundert sich noch jemand, warum die Medien solche Zwischenfälle in all ihren Facetten darstellen und ausschlachten? Egal, ob nun online, auf Papier oder dem Handy. Ist völlig nebensächlich. Denn überall findet sich eine riesige Anzahl von Rezipienten, die es liest, schaut und anhört. Es ist ein ganz schmaler Grad zwischen dem eigenem Informationsbedürfnis und der nicht zu befürwortenden Sensationsgier, Leid, Drama und Action so gut es geht mitzubekommen. Vielleicht kennen Sie ja die “Gaffer” bei den Autobahnunfällen.

Kritik an den Medien mag populär an dieser Stelle sein, nur bringen normative Forderungen gar nichts. Denn es hat sich bezüglich der medialen Darstellung von solchen Unglücken in den letzten Jahren nichts verändert. Es klingt beeindruckend, wenn man immer an Ethik und Moral appelliert, auf Verantwortung und Pflichtbewusstsein der Journalisten hinweist, nur sind wir als Rezipienten und Konsumenten diejenigen, die solchen Journalismus unterstützen, indem wir drüber reden, darauf hinweisen und darauf klicken. Und solange eine Mehrzahl das weiter tut, werden sich die Medien – ganz dem ökonomischen Gedanken fokussierend – nicht bewegen und ihre Berichterstattung nicht verändern. Und bis dahin müssen wir als Rezipienten den richtigen Weg finden zum Stillen unseres Informationsbedürfnisses finden. Und das geht auch ohne Klickstrecken, Videos und Bilderserien. Wenn wir nicht anders können, werden die Medien in ihrer Berichterstattung nicht anders werden.

Thema: TV und Radio, Zeitungen/Zeitschriften | Kommentare (0) | Autor: medispolis

Zitat des Tages: Montag, 6. Dezember 2010 – Typisch Hanke

Montag, 6. Dezember 2010 8:18

“Die ganze Bundesliga ist hinter mir her, Bayern München, alle. Ich kann mich kaum retten vor Angeboten. Von daher muss ich mich irgendwann mal entscheiden.”

Mike Hanke, Stürmer von Hannover 96, nach dem 2:1-Sieg der Roten in Mönchengladbach. Hanke steuerte den zwischenzeitlichen Ausgleich bei, seinen dritten Treffer in Folge nach Einwechselung.

Thema: Fußball, Zitat des Tages | Kommentare (0) | Autor: medispolis

DEL-Schiedsrichter: Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt

Samstag, 4. Dezember 2010 21:43

Freitagabend in der Tui-Arena. Die Hannover Scorpions verlieren mit 3:4 gegen die Straubing Tigers und so richtig kann ich mich auch 24 Stunden nach der DEL-Partie noch nicht so richtig mit dem gestrigen Abend abfinden. Ich bin immer noch wütend auf und fassungslos über die Schiedsrichterleistung.

Um das gleich vorweg zu nehmen: Die Scorpions haben nicht wegen des Schiedsrichters verloren, sondern weil sie insgesamt über 60 Minuten nicht gut genug gespielt haben um gegen die clever agierenden und auswärtsstarken Straubing Tigers bestehen zu können. Zu viele unnötige Fehler im Spielaufbau, zu viele leichte Puckverluste in der neutralen Zone, die vielen Großchancen inklusive eines Penaltys nicht genutzt, dazu nach der Führung durch Vikingstad (großartig herausgespieltes Tor by the way) defensiv offen gestanden, als hätten sie einen 10:0-Vorsprung im Gepäck. Einfache, blöde Gegentore kassiert. Und dann kam dann eben noch Hauptschiedsrichter Alfred Hascher, immerhin schon seit 2004 Hauptschiedsrichter. Gestern konnte man den Eindruck gewinnen, er würde sein erstes DEL-Spiel leiten, so wenig konsistent waren seine Entscheidungen, zeigte er Fingerspitzengefühl. Er brachte unnötig Hektik in ein eigentlich faires Spiel. Und ich bin ja auch kein Freund von Verschwörungstheorien oder aus der Luft gegriffenen Vermutungen, aber in den letzten beiden Heimspiele der Scorpions gegen Nürnberg und Straubing wurden die Hannover Scorpions doch schon sehr benachteiligt bei den Schiedsrichterentscheidungen. Gegen die Ice Tigers wurde ein reguläres Tor nicht gegeben, Strafen, welche die Scorpions am Freitag bekamen, waren offensichtlich nie für die Straubing Tigers gedacht.

Was mich an dieser Stelle wieder zu einer zentralen Forderung bringt, auf die ich schon seit Jahren in der DEL warte: Die Schiedsrichterentscheidungen müssen endlich konsequent und konsistent ausgelegt werden – und das über ein ganzes Spiel hinweg. Mit der Kleinlichkeit in der Deutschen Eishockey Liga habe ich mich ja schon abgefunden. Aber was eben gar nicht geht, ist dass hier mal hoher Stock gepfiffen wird und da wieder nicht, dass die eine Aktion ein Stockschlag ist, die andere dann aber ein korrekter Körperangriff. Und wenn man dann noch bei der einen Mannschaft großzügiger die Regel auslegt, bringt mich das richtig auf die Palme. Also: Wenn man schon die kleinliche Linie fährt, dann sollte man das auch das ganze Spiel durchhalten, es konsequent anwenden und nicht nach gut Laune und Lust die Strafen verteilen. Das kann doch nicht so schwierig sein. Ein Foul von hinten ahnde ich im Fußball ja auch immer mit mindestens gelb und lasse es nicht einfach weiterlaufen. Aber genau so verhalten sich immer öfter die DEL-Schiedsrichter, was schade ist. Um in der Fußballsprache zu bleiben, hat Alfred Hascher gestern für eine Notbremse mal die rote Karte rausgerückt und dann bei nächster Gelegenheit einfach weiter spielen lassen. Und das kann es nicht sein. Entscheidungen müssen vergleichbar sein, für alle Teams wäre das hilfreich. Ich will hier jetzt gar nicht so sehr die Scorpions verteidigen, vielmehr muss es doch möglich sein, dass man klar definiert, wann eine 2-Minuten-Strafe verhängt wird und warum dies der Fall war. Und diese Linie dann – damit die Spieler Bescheid wissen – auch durchhält.

Vielleicht mal zwei Beispiele vom gestrigen Spiel: Nach dem 1:0 der Scorpions verliert Sascha Goc einen Puck in der neutralen Zone, hechelt hinterher, macht sich mit seinem Stock ganz lang, berüht den Puck deutlich vor seinem Gegenspieler, der dann noch ein paar Meter läuft und aufs Eis fällt. Goc bekommt zwei Minuten fürs Beinstellen. Wenn man alle Augen zudrückt, kann man diese Strafe sogar geben. Und Hascher war kleinlich, also muss sich Goc damit zufrieden geben. Im anschließenden Überzahlspiel machte Straubing übrigens das 1:1. Ein paar Minuten später, die Scorpions lagen mittlerweile 1:3 zurück, fahren die Scorpions einen Konter, Vikingstad treibt die Scheibe nach vorne, wird von einem Stock des Gegenspielers berührt und kommt ins Straucheln. Angriff dahin, keine Strafe für Straubing. Und dann verstehst du die Welt nicht mehr. Sechs Augen der Referees sehen diesen Angriff, das klare Foul – und keiner regt sich. Vielleicht muss man den Angriff gegen Vikingstad noch nicht mal zwangsläufig abpfeifen, aber wenn ich Goc wegen einer solchen Lapalie auf die Bank setze, muss ich diese Linie durchhalten – sonst mache ich das ganze Spiel kaputt. Dass Vikingstad für einmaliges Aufregen nach einer erneut zweifelhaften Entscheidung von Hascher gleich eine 10 Minuten-Disziplinarstrafe erhielt, setzte der Schiedsrichterleistung noch die Krone auf.

Eishockeyschiedsrichter ist kein einfacher Job, das weiß ich. Aber ich kann ja als Fan wohl verlangen – und die Teams und Trainer müssten es auch – dass Entscheidungen nachvollziehbar getroffen werden und Schiedsrichter nicht mal nach ihrer derzeitigen Laune entscheiden, ob das jetzt ein Foul oder nicht war. Bei der ein oder anderen Entscheidung kann das natürlich mal vorkommen, wenn es wie am Freitag aber zur Regel wird, überlege ich es mir, ob ich diesem Sport noch länger live verfolgen möchte.

Thema: Sport | Kommentare (0) | Autor: medispolis