(Vorübergehender) Abschied

Den langjährigen Leser wird es in letzter Zeit immer mehr aufgefallen sein. Es bleibt immer weniger Zeit für dieses Blog, immer weniger Beiträge. Was in erster Linie einfach daran liegt, dass ich zurzeit schlicht keine Zeit finde mich ausführlich meiner fast liebsten Freizeitbeschäftigung zu widmen. Da die letzten Tage des Februar und auch der März vollgepackt sind mit Arbeitsprojekten, habe ich mich entschlossen hier – hoffentlich nur vorübergehend – die Tür zu schließen.

Zeitgleich hat es mir am Wochenende sowohl meinen PC als auch mein Notebook mit Hardware-Problemen zerschossen, ich bin die nächsten Wochen also sowieso technisch ein wenig eingeschränkt (“Sind Sie sicher, dass es nur ein Hardware-Problem sein kann?” “Ja, wenn ich alles andere definitiv ausschließen kann.”) Und live bloggen abends alleine im Büro ist dann doch zu viel der Verrücktheit. Mit all diesen kleinen Baustellen ist in den letzten Tagen auch meine Motivation für das Blog hier rapide gesunken. Da geht es mir vielleicht auch so ähnlich wie Torsten vom Königsblog. Durch die Arbeit in den letzten Jahren und weit über 1000 Artikel hat man insgeheim schon so etwas wie eine Routine entwickelt Beiträge regelmäßig und gut liefern zu wollen. Das ist wohl die besondere Dynamik des Bloggens. Und wenn man es dann nicht schafft, aus welchen Gründen auch immer, setzt zumindest bei mir eine kleine Portion Frustation ein.

Anyway, ich hoffe, es ist nur für die nächsten Wochen ruhig hier. Bis wieder alles gelöst ist. Ich hoffe, das geht recht schnell. Und irgendwann wird es dann hier sicherlich auch wieder weitergehen. In welcher Form und mit welchem Inhalt weiß ich noch nicht. Ich bin nicht aus der Welt und jederzeit ganz gut zu erreichen, siehe “Kontakt”.

Fürs Erste ein hoffentlich nur vorübergehendes Bye Bye,

Felix

DEL 2010/2011 #53, Hannover Scorpions – Grizzly Adams Wolfsburg 2:1 (0:1, 0:0, 2:0)

Jetzt, wo die Deutsche Eishockey Liga (DEL) auf die heiße Saisonphase einbiegt und die Liga so spannend und ausgeglichen ist wie noch nie, versuche ich jetzt wieder häufiger über die DEL zu schreiben. Ich hoffe, ich finde dann auch ausreichend Zeit die Playoffs an dieser Stelle zu begleiten.

Das Sonntagabendspiel am 53. Spieltag war das Niedersachsen-Derby. In der Tui-Arena empfingen die Hannover Scorpions die Grizzly Adams Wolfsburg. Mittlerweile ist in dieser Phase ja jedes Spiel von enormer Bedeutung. So auch diese Partie. Wolfsburg ist souveräner Spitzenreiter der DEL und konnte mit einem Sieg in der Hauptstadt den Vorsprung auf die Verfolger noch weiter ausbauen, zumal der ärgste Konkurrent, die Eisbären Berlin, heute Nachmittag bei den Thomas Sabo Ice Tigers Nürnberg mit 0:2 verloren. Die Hannover Scorpions, der amtierende deutsche Meister, kämpft mit sieben Teams um die Plätze 5-10, also irgendwo zwischen direkter Qualifikation für die Playoffs und Scheitern am Einzug in die Pre-Playoffs. Da zählt also jeder Punkt. Allerdings ist die Aufgabe gegen Wolfsburg alles andere als einfach. Die Grizzlys sind das beste Auswärtsteam der Liga, haben die letzten fünf Begegnungen in der Fremde gewonnen. Die Scorpions gehören zu den heimstärkeren Teams der Liga. Zuletzt gab es aber eine Niederlage gegen den ERC Ingolstadt, dafür konnte man souverän mit 3:0 beim EHC München gewinnen. Und die Scorpions haben noch eine Revanche zu erfüllen. An Weihnachten verloren sie mit 2:3 nach Verlängerung gegen Wolfsburg, in Wolfsburg selbst gab es eine 3:0-Klatsche. Die will man vergessen machen und gleichzeitig die Chance im Kampf um die Playoffs verbessern.

Die Scorpions müssen auf die verletzten Niki Mondt, Matt Dzieduszycki und Ben Cottreau verzichten, Tino Boos ist dafür wieder dabei. Wolfsburg fast in Bestbesetzung, nur Blake Sloan und Christoph Höhenleitner fehlen, dafür ist Toni Dahlmann wieder mit von der Partie.

Das erste Drittel ist der starke Abschnitt der Wolfsburger. Nur Krefeld kann mit einer besseren Bilanz in den ersten 20 Minuten aufweisen. Die Grizzly Adams kassieren die wenigsten Gegentreffer in Auftaktabschnitt. Das wird also eine harte Nuss, welche die Scorpions knacken müssen. Matt Diesel also nicht in der ersten Reihe, Tyler Moss wie gewohnt im Tor. Mit Aris Brimanis und Paul Manning, der eine tolle Saison spielt, in der Verteidigung. Adam Mitchell, Chris Herperger und Martin Hlinka im Sturm. Wolfsburg wie gewohnt mit Alavara, Furcher und Morzinetz. Jochen Reimer bekam eine Pause, im Tor stand Daniar Dshunussow.

Guter Start der Hannover Scorpions. Hlinka nach 20 Sekunden mit dem präzisen Schuss, aber Dshunussow hält stark im Tor der Grizzlys. Hätte das 1:0 sein können. Doch Wolfsburg ließ sich nicht beeindrucken, hatten nach zwei Minuten schon die erste Überzahl, Sascha Goc saß wegen hohen Stocks bei Hannover. Wolfsburg kam schnell in die Aufstellung mit Norm Milley und Alavara an der blauen Linie, Fischer traf nur den Pfosten, aber Hannover wie zuletzt mit gutem Unterzahlspiel. Wolfsburg insgesamt mit den besseren Chancen, konnte die Scorpions mit dem hohen Tempo fast einschnüren. Furchner scheiterte nach Fehlpass von Goc am gut reagierenden Tyler Moss, Wurm verpasste die Führung nur knapp. Von Hannover kam gar nichts, außer Strafzeiten. Vikingstad wegen Beinstellen, anders war dem Wolfsburger Angriffssturm nicht beizukommen. Hannover konnte sich in der Folge ein wenig befreien, erspielte sich aber kaum Torchancen, weil Wolfsburg gut verteidigte und keine schnellen Breaks zuließ. Pech für die Scorpions: Adam Mitchell verletzt sich bei einem Zweikampf an der Schulter. Es sprach wenig für die Gastgeber. Wolfsburg erhöhte kurz vor Drittelpause nochmal die Schlagzahlen. Tyler Haskins scheiterte frei aus dem Slot an Tyler Moss.

Ohne Tore ging es in die erste Drittelpause. Wolfsburg eine gute Spur besser, viel Tempo, waren immer präsent. Hannover hatte ganz wenig Platz um zu kombinieren, hatten kein Powerplay, Wolfsburg sehr diszipliniert. Deutliches Chancenplus für die Grizzlys. Beste Nachricht für die Scorpions. Sie blieben ohne Gegentor. Wolfsburg einmal mehr ohne Gegentreffer im ersten Drittel. Adam Mitchell hat sich die Schulter ausgekugelt, damit fehlt Toni Krinner jetzt praktisch eine ganze Sturmreihe. Keine guten Vorzeichen für das zweite Drittel, das der schwache Abschnitt der Scorpions ist. Kassieren die meisten Gegentreffer im zweiten Abschnitt.

Hannover bekam das erste Powerplay nach 23 Minuten und zum ersten Mal stand das Wolfsburger Tor unter Dauerbeschuss, Herperger scheiterte an Dshunussow, Dolak verfehlte das Tor knapp. Und dann flog den Scorpions das eigene Powerplay um die Ohren. Puckverlust von Köppchen, Wolfsburg in der 3:2-Überzahl, Tyler Haskins mit wuchtigem Schuss ins lange Eck über die Schulter von Tyler Moss. Verdiente Führung für die Grizzlys in der 25. Minute, als Hannover zum ersten Mal wirklich gefährlich in der Offensive war. Das ist Eishockey. Wolfsburg mit der Führung im Rücken noch dominanter, hatte die besseren Chancen. Jeff Hoggan konnte ebenso wie Ulmer Tyler Moss nicht überwinden, Robbie Bina verzog seinen Rückhandschuss knapp am Tor vorbei. Hannover konnte nur mit Kampf dagegenhalten und konnte sich glücklich schätzen und bei Tyler Moss bedanken. Trotzdem weiterhin ein gut anzuschauendes Spiel, viel Tempo, schnelles Überbrücken der neutralen Zone. Hannover gelegentlich mit Vorstößen. Dolak auf Andy Reiss, der endlich mal frei zum Schuss kommt. Dshunussow auf dem Posten. Bina hatte in der 37 Minuten die riesengroße Gelegenheit zum 2:0, als er frei auf Moss zulief, den Puck aber übers Tor donnerte. Auch ihr zweites Powerplay kurz vor Drittelende konnten die Scorpions nicht nutzen, haben sich kaum eine Chance erspielt.

1:0 nach 40 Minuten. Wolfsburg mit einer ganz starken Leistung, vor allem defensiv. Lassen kaum was zu. Hannover nach 40 Minuten nur mit 10 Torschüssen. Und auch offensiv sieht das bei Wolfsburg zügiger zum Tor aus. Noch waren 20 Minuten zu absolvieren. Das letzte Drittel ist die Stärke der Scorpions, haben viele Tore in den letzten 20 Minuten erzielt. John Laliberte hatte zum Auftakt die Möglichkeit auf 2:0 zu erhöhen, doch Moss krazt die Scheibe von der Linie. Nach Videobeweis wurde auf kein Tor entschieden. Hannover machte mehr Druck in den ersten fünf Minuten des letzten Drittels, versuchte wirklich alles um sich Torchancen zu erspielen. Aber Wolfsburg Defensive hielt weiter stand, die Grizzlys lauerten auf Konter. Zwölf Minuten vor Schluss das erste Break der Scorpions, David Wolf auf Herperger, doch der Schuss des Kanadiers direkt in die Fanghände von Dshunussow. Spiel wurde ausgeglichener. Elf Minuten vor Schluss zwei auf eins der Scorpions, David Wolf in die Fanghand. So eine gute Chance bekommt man gegen Wolfsburg nicht zweimal. Klaus Kathan hatte sechs Minuten vor Schluss die nächste, als er freistehend den Stock in den Schuss hält. Puck rollt neben das Tor. Aber Wolfsburg konnte sich auch immer wieder befreien, von Dauerdruck wenig zu spüren. Es waren spärliche Offensivaktionen. Aber fünf Minuten vor Schluss hat es dann endlich geklappt. Ryan Maki mit dem Ausgleich nach schöner Vorarbeit von Herperger und Martin Hlinka hinter dem Tor, sechster Saisontreffer für Maki. Es wurde eine packende Schlussphase. Drei Minuten vor Schluss waren Hoggan und Hospelt frei durch, doch Hoggan ist zu eigensinnig und scheitert an Moss. Wolfsburg gehörten die Schlussminuten, Alavara fand in Tyler Moss seinen Meister. Aber auch die Scorpions hatten durch Köppchen und David Wolff sehr gute Gelegenheiten. Und dann doch noch der Siegtreffer. 25 Sekunden vor Schluss bringt Vikingstad die Scheibe vors Tor, Getümmel vor Dshunussow, der mit der Kelle die Scheibe rausbringt. Direkt dort, wo Aris Brimanis steht. Und dann kam der satte Schlagschuss ins Glück. Endstand 2:1. Tui-Arena tobt. Wer hätte das gedacht…

Die Scorpions drehen in den letzten fünf Minuten dieses Spiel. Insgesamt natürlich glücklich. Aber manchmal werden eben auch Kampf, Hartnäckigkeit und Geduld belohnt. Wolfsburg bleibt Spitzenreiter, Hannover sammelt wichtige Punkte um den Abstand auf Platz 10 zu vergrößern. Die Scorpions müssen Dienstag nach Düsseldorf, Wolfsburg empfängt Freitag Nürnberg. Es bleibt spannend und eng.

Ratlosigkeit an der Weser

Auch knapp 24 Stunden nach dem Nordderby gegen den Hamburger SV fällt mir noch nicht wirklich viel ein, was man konstruktiv zur Nachbearbeitung der 0:4-Niederlage beitragen könnte. Ratlosigkeit bei Trainer und Sportdirektor, Einfallslosigkeit bei den Spielern, teilweise fast schon Arbeitsverweigerung, Entsetzten bei den Fans – zumindest bei mir.

Man ist diese Saison als Werder-Fan sicherlich nicht verwöhnt worden und hat schon einige Rückschläge erleben müssen. Aber das gestrige 0:4 beim HSv war definitiv ein neuer Höhepunkt. Hätten die Jungs von der Elbe wenigstens brillianten Offensivfußball angeboten, hätte ich mit der Niederlage vielleicht sogar noch leben können. Aber das Team von Armin Veh war vor allem in der ersten Hälfte fast genauso schlecht wie Werder. Da wäre die Chance gewesen den Grundstein für zumindest einen Punktgewinn zu legen. Doch Werder war schlicht nicht in der Lage dazu. Und so wurde es ein weiteres Desaster in einem Auswärtsspiel, wie in Stuttgart, Gelsenkirchen oder Hannover. Und stets sind es dieselben Baustellen, die sich wie ein roter Faden schon durch die ganze Saison ziehen. Harmlosigkeit in der Offensive – was eigentlich noch zu verschmerzen wäre. Da gibt es bei Stürmern immer mal wieder Durststrecken. Es wäre aber nur zu verkraften, wenn man dafür im Gegensatz defensiv sicher steht, es sowas wie eine Abstimmung zwischen den Innenverteidigern gibt, wenn die Außenverteidiger nicht wie Marionetten in der Luft hängen und wenn man bereits im Mittelfeld versucht Angriffe zu stoppen. Doch zu all dem ist Werder mit einen wenigen Ausnahmen praktisch nicht in der Lage dazu. Und Ausnahmen bestätigen ja bekanntlich die Regel. Ich weiß gar nicht, wieviele Einladungskarten Werder diese Saison für Tore schon ausgeschrieben hat.

Und dass diese defensive Schwäche schon wie eine immer wieder Werder das Genick bricht, ist auch Thomas Schaaf und Klaus Allofs zuzuschreiben. Ihre Strategie “wir handeln nicht, sondern hoffen, dass sich das von alleine löst” ist schlicht gescheitert. Als wären die vielen Gegentore eine Fata Morgana. Platz 14, einen Punkt Vorsprung vor den Relegationsplätzen, nur ein Sieg nach der Winterpause. Die nächsten Gegner heißen Leverkusen und Freiburg. Blickt man auf die Tabelle, kann man nicht unbedingt davon ausgehen, dass wir da sechs Punkte holen. Und dann wird es langsam wirklich eng. Auch weil man bei Werder nach wie vor nicht das Gefühl hat, dass sie mit der Situation zurechtkommen. Als wäre es jedes Mal um 17:15 Uhr ein schlechter Traum, der bald wieder weggeht. Ich hätte nie gedacht, dass ich bei Werder Bremen mal über The Great Escape nachgedacht habe. In der Saison 2004/2005 gelang West Bromwich Albion am letzten Tag noch mit einem Sieg der Sprung vom letzten Platz auf den ersten Nichtabstiegsrang. Auch weil man eine Woche zuvor völlig überraschend bei Manchester United einen Punkt holte. Wurde damals als eines der größten Comebacks in der Premier League bezeichnet. Werder und The Great Escape. Noch sind wir davon entfernt. Aber wenn es so weitergeht, ist es nicht überraschend, wenn Werder bald noch weiter unten in der Tabelle steht. Und darauf hoffen, dass die anderen Teams auch verlieren und noch schlechter spielen, zeigt doch nur die pure Verzweifelung. Wenn das der letzte Rettungsanker ist, scheint die Situation dramatisch zu sein.

Sagen wir es mal so: Der Kredit, den Thomas Schaaf und Klaus Allofs bei mir haben und wegen ihrer großartigen Arbeit der letzten Jahre immer noch besitzen, wird immer mehr aufgebraucht. Ich halte Schaaf und Allofs weiterhin für alternativlos. Nur dass sie die Defensivschwächen einfach ausgesetzt haben, kreide ich ihnen noch heute an. Klaus Allofs hat gestern nach dem Spiel im Sky-Interview gesagt, dass er ja nicht alle 11 Spieler auswechseln könnte. Stimmt, denn im Bereich aller Mannschaftsteile fehlt die Tiefe im Kader. Kommt ganz plötzlich. Und so dürfen Hunt und Marin, denen eine Pause mal gut tun würde, weiter regelmäßig auflaufen. Vor allem Marin fällt in den letzten Spielen fast nur noch durch Fallsucht auf. Ich habe Marin häufig verteidigt, aber in den letzten Wochen bin ich ganz schlecht auf Marin zu sprechen. Ich würde es gut finden, wenn er einfach mal für ein Wochenende aus dem Kader gestrichen wird. Blöderweise gibt es ja keine Alternativen. So oder so werden es ungemütliche Wochen in Bremen. Aus Fan-Sicht sicherlich mal spannend zu erleben, aber ich hätte gerne drauf verzichtet, zumal ich eben nicht sehe, dass Werder die aktuelle Situation schon angenommen hat.

Worauf kann man noch hoffen? Pizarro und Wesley kehren bald zurück.

“Wie in der Drogenszene”. Beobachtungen aus dem politischen Berlin-Mitte

Ich war vergangene Woche drei Tage mit dem Masterstudiengang Politische Kommunikation in Berlin, um mit Praktikern und Theoretikern über politische Kommunikation in Berlin und insbesondere das Verhältnis von Politik und Medien zueinander in der Hauptstadt zu sprechen. Nachfolgend einige Eindrücke und Beobachtungen von den Gesprächen, die wir geführt haben, und ein paar persönliche Anmerkungen. Nur zum Teil wirklich neue Dinge erfahren, aber insgesamt war es doch ein interessanter und aufschlussreicher Besuch. Und Berlin ist ja sowieso immer eine Reise wert. Großartige Stadt.

Montag, 07.02.2011
Mit dem ICE nach Berlin. Unspektakuläre Zugfahrt. Die Strecke kenne ich ja fast auswendig, den Sportteil der Süddeutschen Zeitung kann man auch nicht vier Stunden lesen. Also beteiligte ich mich mit Bemerkungen zur neuen Kollektion von H&M. Muss man ja auch mal machen. Mit nur 10 Minuten Verspätung am frühen Nachmittag in Berlin angekommen, die Sonne schaut zwischen den Wolken hervor, aber gefühlt eine Ecke kälter als in Düsseldorf. Am Nachmittag hatten wir nur einen Termin. Wir waren zu Gast bei Ergo Kommunikation, einer Agentur, die sich auf drei Bereiche – Politische Kommunikation, Unternehmenskommunikation und Finanzkommunikation – spezialisiert hat und neben dem Standort in München noch Büros in Frankfurt, Köln und München hat. Seit 2007 verweilt man nun auch in Berlin und hat sich hier ganz auf den Bereich Politische Kommunikation konzentriert. Insgesamt arbeiten 80 Mitarbeiter für 70 Kunden. Die Gründung von Büros in Berlin hatte einen einfachen Grund. Man wollte “präsent sein” in der Hauptstadt. Mittlerweile hat sich die Agentur ein ganz gute Standing erarbeitet und unterstützt im Bereich Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik Kampagnen des Bundesfamilienministeriums (“Erfolgsfaktor Familie“) und “Vielfalt als Chance” vom Bundesintegrationsbeauftragten. Die Büros von Ergo Kommunikation liegen zentral in der Nähe der Französischen Straße. Betritt man das Gebäude, indem noch gefühlt zigtausend andere Branchen untergebracht sind, fühlt man sich schon ein wenig in einer kleinen anderen Welt. Gäserne Fahrstühle bringen einen ins oberste Stockwerk. Beim Betreten der Agentur dachte ich erst, ich würde eine Arztpraxis besuchen, zumindest vom Aufbau des Empfangsbereichs. Hätte gerne gesehen, wie groß die Agentur wirklich ist. Das Gespräch und die Ausführungen waren insgesamt sehr interessant. Die vielfältigen Aufgaben bei der Betreuung einer Kampagne, wie Newsletter und Pressemitteilungen schreiben, Reden anfertigen und Pressekonferenzen organisieren, zeigen, dass es gerade für politische Ministerien nicht mehr ohne externe Expertise geht. Die benötigt auch die Agentur, greift sie für die Planung und Umsetzung von Kampagnen auf einen Expertenpool zurück. Tobias Mündemann, Geschäftsführer von Ergo, hat einen eigenen Blog “Äpfel mit Birnen“, der aber nur unregelmäßig geschrieben wird. Ohne Kommunikationsagenturen scheint es im politischen Berlin nicht mehr zu gehen. Die Politik braucht sie, die Agenturen brauchen Aufträge von der Politik. Die Konkurrenz ist groß.

Freier Abend. Lecker essen gewesen. Und die Kneipen von Friedrichshain erkundet.

Dienstag, 08.02.2011
Der erste Termin führte uns ins Willy-Brandt-Haus zur SPD. Großes Gelächter unter Studierenden und Professoren, als wir vor dem Willy-Brandt-Haus einen großes gelbes Schild “Baustelle. Betreten verboten” sahen. Sehr viel besser kann man die Lage der Sozialdemokraten nicht zusammenfassen. Immer noch nicht so ganz mit den Nachwirkungen der Agenda 2010 abgeschlossen und jetzt einen Kompass suchend, wie man die guten Programmpunkte aus der Agenda mitnimmt, die weniger guten umformuliert ohne als Umfaller zu gelten – und gleichzeitig muss man sich und die Parteimitglieder auch noch strategisch in eine gute Position für die Bundestagswahl 2013 bringen. Inklusive einer neuen Vorgehensweise für die Mobilisierung der Parteimitglieder. Denn mit 23% Wählerstimmen wird man zukünftig keinen Blumentopf gewinnen. Und Opposition ist ja bekanntlich Mist. Dass diese Herausforderungen für die SPD nicht einfach sind und die Partei da selbst sich noch finden muss, hat uns auch Dr. Carsten Brosda, der Abteilungsleiter Kommunikation, offebart. “Wenn ich eine Kampagne organisiere, muss ich innerparteilich für Überzeugung sorgen.” Ein keineswegs revolutionärer Satz, aber von der SPD 2005 und 2009 nur unzureichend befolgt. Man müsse eine Geschichte erzählen, einen roten Faden entwickeln, der den Parteimitgliedern deutlich macht, um welche Programmatik es geht und warum dies für die SPD richtig und wichtig sei diese Programmatik zu besetzen. Und wenn dann noch Glabwürdigkeit und Vertrauen hinzukommen, sei man schon einen Schritt weiter. Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg. Anschließend hörten wir noch ein paar Ausführungen zur Konkurrenzbeobachtung, die ich aber insgesamt nicht für berichtenswert halte.

Umso spannender und interessanter war der nächste Termin. Im Redaktionsgebäude des Tagesspiegel (manchen Zeitungen kann es nicht schlecht gehen) am alten Anhalter Bahnhof trafen wir Tissy Bruns, politische Chefkorrespondentin des Tagesspiegel. Tissy Bruns kann ihre Zuhörer nahezu perfekt zu einem Thema hinführen und begann ihren kleinen Einstiegsvortrag mit drei Thesen zum grotesken Widerspruch zwischen Turbojournalismus und den Themen in der Gesellschaft, zur Entweder-Oder-Falle (Fall Thilo Sarrazin: Auf welche Seite schlägt sich der Journalismus? Es gibt nur noch Schwarz-Weiß) und zu einem Anwachsen des politischen Zynismus in Deutschland (“Hartz IV ist kein Gewinnerthema”). Alle diese Entwicklungen verändern den politischen Journalismus (in Berlin) nachhaltig. Tissy Bruns gehört zu den sehr kritischen Vertreterinnen ihrer Branche. 2007 veröffentlichte sie ein Buch mit dem prägnanten Titel “Republik der Wichtigtuer”, in dem sie mit den politischen und medialen Eliten des Landes (also auch mit sich selbst) offen abrechnete. Journalisten sind dank des politischen Betriebs nicht mehr “Gestalter, sondern Getriebene”, es gebe einen Konformismus bei den Themen, es bliebe wenig Zeit für gute Recherchen und reflektierte Analysen und überhaupt nehmen sich Politiker und Journalisten viel zu wichtig und hätten den Kontakt zu den einfachen Bürgern verloren und nicht mehr nötig. Nun ist diese Diagnose nicht völlig neu. Aber das überzeugend von jemanden zu hören, der direkt in diesem Spannungsfeld lebt und arbeitet und selbst kein Patentrezept für die Lösung dieses Dilemma parat hat (“der echte Optimist macht sich nichts vor”), war beeindruckend zu hören.

Am späten Nachmittag waren wir dann bei der CDU im Konrad-Adenauer-Haus und haben von Harald Walter, stellvertretender Bereichsleiter Marketing und interne Kommunikation, einiges zum föderalen Aufbau der CDU gehört. Ich fand es uninteressant und schlecht vorgetragen und habe deshalb einfach mal nicht zugehört, sondern stattdessen Blogbeiträge vorgeschrieben. Auf Papier. Es war der einzige Termin, der mir nicht gefallen hat. Zum Abendessen ganz klassisch Currywurst und Pommes an der Currywurstbude am S-Bahnhof Friedrichstraße. Hach Berlin.

Am Abend ein weiteres Highlight. Thomas Steg, ehemaliger stellvertretender Regierungssprecher unter Schröder und Merkel, stand uns für ein “Kamingespräch” Rede und Antwort und hat sehr offen über den Arbeitsalltag eines Regierungssprechers, das Verhältnis von Politik und Medien in Berlin und Probleme der politischen Elite in Deutschland gesprochen. Scheinbar bekommt man – das habe ich nicht nur bei Thomas Steg festgestellt – einen anderen offeneren Blick auf das politische Berlin-Mitte. Von ihm stand auch das Zitat aus dem Titel. Er hat das Verhältnis in Berlin-Mitte mit der Drogenszene verglichen. Man weiß, wo man sich trifft und jeder weiß, wo er an seinen Stoff – also exklusive Informationen oder Publizität – bekommt. Wer Thomas Steg jetzt gar kein Begriff ist, kann dieses Video ja mal anschauen.

Spätabends Oranienburger Straße.

Mittwoch, 09.02.2011
Letzter Tag, die Zeit rennt. Wieder sonnig und kalt. Nach dem vollgepackten Programm am Dienstag haben wir es heute ruhiger angehen lassen. Bundestag stand heute auf dem Programm. Wir haben um 13:00 Uhr die aktuelle Stunde des Bundestags zu den Unruhen in Ägypten mitgenommen, vorher waren wir bei den Linken zu Gast. Kathrin Werner aus Trier hat uns erzählt, wie schwierig – vor allem auf lokaler Ebene – es mittlerweile für die Linkspartei ist Medienpräsenz zu bekommen. Die Sonne auf der Reichstagskuppel genossen. Anschließend Mittagessen im Paul-Löbe-Haus, das architektonisch von der Inneneinrichtung schon imposant aussieht. Zu guter letzt haben wir noch mit Thomas Jarzombek, MdB und Mitglied in der Enquete-Kommission “Internet und digitale Gesellschaft” gesprochen. Ich fand seine Ausführungen zur medialen Präsent eines Abgeordneten ganz interessant. Er müsse nicht in jeder Zeitung vorkommen oder auf alle Interviewanfragen antworten. Und er sei ein Freund von allen Web2.0-Anwendungen. Call it niederschwellige Kommunikation.

Politik, Medien und PR-Agenturen, dicht an dicht in Berlin-Mitte. Alle verfolgen ihre Logik, ihre Eigeninteressen, alle sind irgendwie voneinander abhängig. Brauchen einander. Zum teil wirklich wie in der Drogenszene. Ich finde den Vergleich ganz passend. Dass alle Akteure vor immensen Herausforderungen stehen, ist ebenso klar. Politik und Medien müssen wieder Vertrauen und Glaubwürdigkeit zurückgewinnen, müssen Sprachrohr für die Bevölkerung sein und wieder Kontakt zu den einfachten Leuten aufnehmen. Wie das geschehen soll, wissen die wenigsten. Probleme sind erkannt worden, Lösungen haben die wenigsten. Und so schwimmt man weiter in der Blase im politischen Berlin-Mitte.

Champions League 2010/2011 Achtelfinale Hinspiel, FC Arsenal – FC Barcelona 2:1

Ich war zu nervös und angespannt um heute Abend das Spiel live mit zu bloggen. Zu sehr habe ich mit den Gunners mitgefiebert. Außerdem immer wieder auch einen Blick auf den Eishockeyticker geworfen. Von daher nun etwas verspätete in loser Form ein paar Gedanken und Informationen zum Hit im Achtelfinale der Champions League.

Vor dem Spiel
Im Prinzip war ja eigentlich alles gesagt. Arsenal und Barceona sind die beiden Mannschaft in Fußball-Europa, die am meisten der Idealvorstellung von The Beautiful Game entsprechen. Die Erwartungen an ein Fußballspektakel mit spielerischen Highlights waren also groß. Ich sah, wie hier geschrieben, Arsenal weiter in der Außenseiterrolle. Ein knapper Heimsieg im Hinspiel wäre schon eine exzellente Basis für das Rückspiel. Damit wäre ich schon zufrieden gewesen. Arsene Wenger hat Samir Nasri in die Startelf gestellt, geht also das kleine Risiko ein. Scheint überschaubar zu sein. Eboue ersetzt den rotgesperrten Sagna auf der Rechtsverteidigerposition. Sonst ist das die gewohnte Aufstellung der letzten Wochen für die ganz wichtigen Spiele. Barcelona bot die geballte Offensive und Kreativität auf mit Pedro, David Villa und Messi in der Offensive. Kein Ibrahimovic mehr, die Furcht heißt eben nun David Villa. Xavi, Iniesta und Busquets in der Zentrale. Abidal ersetzte Puyol in der Verteidigung. Maxwell hat es auf seiner linken Seite mit dem schnellen Theo Walcott zu tun. Fantastische Stimmung im Emirates Stadium. Ganz hohe Erwartungen. Eigentlich können sie nur alle enttäuscht werden.

Arsenal misst sich der besten Mannschaft der Welt.

1. Halbzeit
Arsenal zum ersten Mal in der vierten Minute gefährlich vor dem Tor, als Song in der Mitte ganz knapp an einem scharf gezogenen Freistoß von Nasri vorbeirauscht. Valdez hat den Ball sicher. Barcelona hatte in den ersten Minuten viel Ballbesitz, aber Arsenal hielt gut dagegen, lief viel, machten die Räume eng im Mittelfeld, holten sich verloren gegangene Bälle sehr schnell wieder. Und van Persie hatte in der sechsten Minute die Riesenchance zur Führung für die Gunners. Walcott und Fabregas spielen den Niederländer frei und der scheitert am sensationell haltenden Valdes. Guter Start der Gunners, vor allem auch im Vergleich zum Viertelfinale im letzten Jahr. Verteiltes Spiel, viel ereignete sich im Mittelfeld. Da kam die perfekte Chance für Barcelona zum 1:0 nach einer Viertelstunde schon plötzlich. Traumpass von Villa auf Messi, der nicht im Abseits stand. Aber Messi legt den Ball zwar an Szczesny vorbei, aber auch ganz knapp am Tor. Das Emirates atmete durch. Von Minute zu Minute bekam Barcelona mehr Platz im Mittelfeld und erspielte sich ein deutliches Übergewicht an Ballbesitz. Arsenal verlor zu schnell die Bälle und Barcelona überzeugte mit brillianter Ball- und Passsicherheit. Barca wurde stärker, Song nahe am Platzverweis, aber Arsenal schaffte es immer wieder durch den ganz starken Jack Wilshere für Entlastung zu sorgen, spielte dann aber zu umständlich in der Offensive. Gleichzeitig schaffte man damit immerhin ein wenig Entlastung, bis zur 26. Minute. Einmal schnappt die Abseitsfalle von Arsenal nicht zu, Messi steckt für Villa durch und der hat keine Probleme an Szczesny vorbei zum 1:0 einzuschieben. Arsenal kam unter Druck, Szczesny reagierte gläzend zwei Minuten später gegen Pedro. Im Gegenzug Konter von Arsenal über Wilshere, van Persie verzieht. Die Chancenverwertung machte den Unterschied aus und ein Nasri, der nicht in Bestform war. Und Barcelona nervte Arsenal immer mehr mit dem erdrückenden Ballbesitz, die Gunners lebten gefährlich.

Mit dem 1:0 für die Katalanen ging es in die Pause, insgesamt verdient. Arsenal spielt sehr gut mit, viel besser als letztes Jahr. Da hat man doch einige Lehren mitgenommen. Warum es dann doch nicht zu mehr reicht, ist allein der individuellen Klasse geschuldet. Barca aus den wenigen Chancen eben ganz abgeklärt das Tor. Und Arsenal hat es verpasst in den ersten Minuten, als man überlegen war, die Führung zu erzielen. Da schien Barca verwundbar, im weiteren Verauf immer weniger. Arsena mit kleiner Schwächephase zwischen der 15. und 25. Minute – und ein Spitzenteam wie Barca nutzt das aus.

2. Halbzeit
Die Gastgeber kamen wieder mit viel Schwung und Elan aus der Kabine. Aber immer wieder nahm Barcelona mit dem Balbesitz das Tempo aus dem Spiel, verlagerte die Begegnung ins Mittelfeld, wo Arsenal viel Kraft und Engagement aufbringen musste um sich den Ball zurückzuholen. Das kann schon mal frustrierend sein. War eine komische zweite Hälfte. Tore lagen in den ersten zehn Minuten nicht in der Luft. Barca legte sich Arsenal zurecht und die Gunners wollten noch nicht das letzte Risiko gehen und machte zu wenig aus seinen wenigen Torchancen und Standardsituationen. Und so geschah wenig Abwechselung in der zweiten Halbzeit. Mal ein Torschuss Arsenal, viel Geplänkel im Mittelfeld, mal Barca gefährlich. Aber die Arsenal-Abwehr stand gut, war aber auch nicht mehr so häufig gefordert wie in den ersten 45 Minuten. Beste Chance für Barca in der 68. Minute, als Messi nur das Außennetz traf. Sonst passierte wenig, was man schriftlich festhalten musste. Wenger brachte Arshavin und Bendtner für Song und Walcott, einen wirklichen Impuls brachte es erstmal nicht. Dann musste doch der Torjäger vom Dienst für den Ausgleich sorgen. Tolles Zuspiel von Clichy auf van Persie, der aus spitzem Winkel ins Tor trifft. Valdes hatte die kurze Ecke zu weit aufgemacht. Und van Persie fällt Wenger in die Arme. Immerhin der Ausgleich. Verdient. Und dann kam ein weiteres kleines Puzzleteil für die Sternstunde eines Arsenal-Fans. Das 2:1 durch Arshavin in der 83. Minute nach einem brillianten Konter über Fabregas und Nasri. Und der Russe schließt ruhig und überlegt zum 2:1 ab. Emirates tobt. Und das blieb der Endstand.

Die zweite Halbzeit hatte viele Hänger, insbesondere zwischen der 50. und 70. Minute passierte nicht viel. Barcelona wähnte sich sicher. Und plötzlich machte Arsenal immer mehr Druck und belohnte sich mit den beiden späten Treffern. Wunderbar, weil sie mit dem Arsenal-Style erzielt wurden. Es geht also doch, die effiziente Chancenverwertung. Wilshere überragend im defensiven Mittelfeld, Koscielny ganz stark in der Verteidigung und Szczesny saucool bei seinem CL-Debüt.

Auch wenn es vielleicht nicht reicht zum Weiterkommen, war das insgesamt eine sehr gute Leistung der Gunners. Da sollte man ganz viel für die restliche Saison rausziehen können. Und dann schauen wir mal, was Barca am 8. März anbietet. Arsene knows.

Zitat des Tages: Mittwoch, 16. Februar 2011 – Einmannregimes

“Warum aber haben all die Einmannherrschaften versagt? Und wieso kamen sie überhaupt zustande? Ihr Versagen ist leicht zu erklären, es liegt in der Natur solcher Herrscher. Wenn sie lange genug absolut regieren, umgeben sie sich fast unvermeidlich mit einem dichten Geflecht von Schmeichlern und Profiteuren. Diese tun ihr Möglichstes, um ihren Herrn und Gebietern vorzusagen, alles gehe sehr gut, dank ihrer fabelhaften Herrscherqualitäten, das Volk sei glücklich mit ihnen und liebe sie. Sie sorgen auch dafür, dass nichts anderes gedruckt und gesendet wird, und sie bauen einen Polizeiapparat auf (heute vornehm «Sicherheitsapparat» genannt), der dafür sorgt, dass alle Kritik verstummt. Die Schmeichler und die Familienangehörigen sind dann auch diejenigen, welche von dem Alleinherrscher wirtschaftliche Monopole, Oligopole und andere besondere Wirtschaftsvorteile erlangen, die sie bald schwer reich werden lassen. Ihr Reichtum fliesst nicht – wie das in den meisten Industrieländern der Fall ist – in Neuunternehmen und in Konsum der Artikel des eigenen Landes (oder im Falle der EU des eigenen wirtschaftlichen Grossverbandes), sondern ins Ausland. Sie konsumieren weitgehend «amerikanisch» und «europäisch». Dort finden sie die Artikel und die Lebensformen, die sie wirklich begehren.”

Der Nahostexperte Arnold Hottinger im Tagesanzeiger: “Den USA waren die Einmannregimes willkommen”

Arsenal vor dem Spiel gegen Barcelona: Etwas weniger Außenseiter

Vor dem Achtelfinalduell zwischen dem FC Arsenal und dem FC Barcelona will ich gar nicht final beantworten, ob Arsenal Barcelona schlagen kann. Das kann ich auch gar nicht, weil ich diese Saison zu wenige Spiele von Barca gesehen habe. Bei all den Nachrichten, die man von den Katalanen vernimmt, wird es nicht wesentlich einfacher als letzte Saison. Für mich ist das Team von Messi, Xavi und Iniesta so oder so in jedem Spiel Favorit. Von daher stellt sich diese Frage nicht. Vielmehr möchte ich die Situation beim FC Arsenal ein wenig detaillierter beleuchten, versuche aufzuzeigen, warum Arsenal sportlich in einer besseren Lage ist als letzte Saison im Viertelfinale gegen Barcelona und versuche die Wichtigkeit dieses Achtelfinalduells für Arsenal, seine Spieler und den Trainer ein wenig einzuordnen. Summa summarum ist das Team von Arsene Wenger gereift über die letzten Monate und hat im Vergleich zum letzten Jahr eine bessere Chance Titel zu gewinnen. Warum erkläre ich nach und nach anhand der Mannschaftsteile.

Arsenal vs Barcelona 2009/2010 revisited
Zunächst aber ein Rückblick und ein paar einleitende Sätze. Ende März, Viertelfinale im Emirates Stadium. Arsenal kommt nach einem 0:2-Rückstand noch zu einem glücklichen 2:2 und wird von den Gästen vor allem in der ersten Hälfte phasenweise an die Wand gespielt. Einzig und allein Manuel Almunia und der schwachen Torchancenverwertung war es zu verdanken, dass Barcelona nicht schon zur Pause mit 5:0 führte. Arsenal kam dann zurück ins Spiel, zeigte viel Moral und erkämpfte sich das Remis. Aber insbesondere in der ersten Halbzeit sah man die psychische Verfassung der Gunners, die es in den letzten Jahren verhinderte, dass die Wenger-Boys nach einem Titel greifen konnte. In den entscheidenen Momenten konnte das Team sein volles Potential niemals abrufen, wirkte ängstlich und nervös, glaubte nicht an seine eigene Stärke und schied so aus allen Pokalwettbewerben aus. In der Liga zeigte man sich letzte Saison schon verbessert, spielte lange um den Titel mit, ehe man im April bei Wigan Athletic nach 2:0-Führung wie ein Kartenhaus zusammenbrach. Am Ende stand man wieder trotz viel Potential ohne Trophäe da. Arsene Wenger resümierte nach jedem Ausscheiden im Pokalwettbewerb dieselbe Leier: Sein Team lerne, lege von Spiel zu Spiel mehr Unerfahrenheit ab, werde sicherer und irgendwann reiche es dann für einen Titel. Die Arsenal-Fans mussten ihre Hoffnungen auf die neue Spielzeit verschieben.

Saison 2010/2011: Alles anders und die große Sehnsucht nach einem Titel
Im Februar 2011 scheint alles anders zu sein und ist es teilweise auch. Die Gunners spielen noch um die Meisterschaft mit, liegen derzeit vier Punkte hinter Man Utd und empfangen die Red Devils Ende April noch im Emirates Stadium. In der Champions League tat man nicht mehr als notwendig und zog ins Achtelfinale ein, verspielte aber mit einer schlechten Leistung in Braga den Gruppensieg. Es war insbesondere im ersten Saisondrittel bis in den November hinein nicht die einzige Schwächephase des FC Arsenal. Heimniederlagen in der Premier League gegen West Brom, Newcastle und den Spurs. 2011 ist aber bisher das Jahr der Gunners. Rechnet man den wirklich einzigen Patzer, das 4:4 in Newcastle heraus, kassierte das Team von Wenger in der Liga nur ein mageres Gegentor. Defensiv hat Arsenal an Stabilität zugelegt. Und jedes Mal, als Beobachter den Eindruck hatten, Arsenal könne ins Straucheln geraten, waren die Gunners mit ihrer Siegermentalität da. Es drohte das Pokalaus im Heimspiel gegen Leeds, Arsenal erzielt kurz vor Schluss den Ausgleich und überzeugt dann im Wiederholungsspiel in Leeds mit einer dominanten Leistung. Rückspiel im Carling Cup gegen Ipswich. Man tut sich lange Zeit schwer, irgendwann ist der Druck der Gunners aber zu groß und man knackt den Defensivregel von Ipswich. Ligaspiel gegen Everton. Man liegt 0:1 zur Halbzeit zurück, der Titeltraum könnte wie eine Seifenblase zerplatzen. In der zweiten Halbzeit dreht man das Spiel und gewinnt 2:1. Also ist man derzeit noch in allen Pokalwettbewerben im Rennen und hat noch Chancen auf die Meisterschaft – übrigens als einziges Team in der Premier League.
Arsene Wenger hat im Sommer wieder nicht das große Geld ausgegeben. Chamakh, Koscielny und Squillaci heißen die bekanntesten Neuverpflichtungen. Kein neuer Torwart, kein weiterer Stürmer, wie von vielen Arsenal-Fans gefordert wurde. Im Januar-Transferfenster gab Arsenal nicht einen Cent für neue Spieler aus trotz der vorübergehenden Knappheit an Innenverteidigern. Wenger vertraut seinem derzeitigen Personal so stark wie noch nie, ist überzeugt von seiner Klasse und Qualität. Und bisher hat er für diese Saison stets Recht behalten, die Jahre davor nicht. Wenger gibt so offenkundig wie nie zu, dass er überzeugt ist, dass seine Mannschaft diese Spielzeit einen Titel holt. Und spricht damit allen Arsenal-Fans die Sehnsucht aus dem Herzen. Seit 2005 – damals gewann Arsenal den FA-Cup – warten die Anhänger auf einen Titel. Der Gewinn des Carling Cup wäre ein kleiner Anfang, etwas mehr als ein Trostpreis. Trotz der sehr guten Saison ist man immer noch so realistisch, dass ein Weiterkommen gegen Barca nicht unbedingt zu erwarten ist. Bleiben noch die Liga und der FA-Cup. Und eine davon sollte schon gewonnen werden. Sonst sind spätestens im Sommer wieder die Wenger-Kritiker auf Wolke Sieben und fordern namhafte und teure Neuverpflichtungen.
Dabei übersieht gerade diese Gruppe, dass Arsenal im Vergleich zur letzten Saison in nahezu allen Mannschaftsbereichen besser aufgestellt ist, vor allem in der Offensive. Defensiv gibt es stets das ein oder andere kleine Fragezeichen aufzulösen.

Torhüter: Von Almunia zu Fabianski und Szczesny
Wenn es sowas wie dauerhafte Sorgen und Befürchtungen gibt, liegen die bei Arsenal auf der Torhüterposition. Wenger verlieh Almunia vor dem Saisonstart den Status Nummer 1, der Spanier verletzte sich aber und fiel immer wieder durch einige schwächere Aktionen auf. Nach und nach machte Fabianski mit guten Trainingsleistungen auf sich aufmerksam und bekam die Chance sich als Stammtorhüter zu probieren. In den ersten Spielen noch ein wenig wackelig (“Flappianski”) zeigte er von Spiel zu Spiel bessere Leistungen und sicherte Arsenal einige Siege. Und plötzlich sprach man nur noch von “Faboulanski”. Arsenal kommt diese Saison – auch im Vergleich zu den Vorjahren – ohne größere Verletzungen aus. Das gilt leider nicht für die Torhüterposition. Fabianski fällt mit Schulterverletzung bis zum Saisonende aus. Also liegt die Verantwortung nun beim Polen Wojciech Szczesny, der erstmals im Dezember bei Man Utd das Arsenal-Tor hütete. Und konnte bisher überzeugen, größere Patzer blieben nahezu komplett aus. In Erinnerung bleiben vielmehr einige exzellente Paraden. Nun macht Szczesny als 20-jähriger sein erstes Spiel in der Champions League. Von der Erfahrung definitiv nicht so erfahren wie Almunia und Fabianski, auf der Linie aber stark. Kleinere Schwächen in der Strafraumbeherrschung. Mal sehen, wie er nervlich mit einem solchen Abend am Mittwoch umgeht. So oder so ist Szczesny bei Arsenal die Zukunft.

Die Verteidigung: Vielleicht das einzige Sorgenkind
Barcary Sagna spielt seit Jahren konstant gut und zeigt auch diese Saison seine enorme Wichtigkeit und Bedeutung für die Gunners. Im Vergleich zu den letzten Jahren schaltet sich der Franzose auch häufiger in die Offensive ein, macht sogar Tore. Solange er seine defensiven Pflichten nicht vernachlässigt, ist Arsenal hier definitiv stärker als im März 2010. Was man nicht unbedingt von der Linksverteidigerposition sagen kann. Gael Clichy hat Höhen und Tiefen, spielt gelegentlich fantastisch, hat aber auch Tage, wo sich Aussetzer an Aussetzer reiht. Insgesamt ist aber auch Clichy sicherer als letztes Jahr, wirkt gereifter, weniger hektisch. Im Vergleich zu Sagna ist Clichy weiterhin nicht der Außenverteidiger, der durch brilliante Flanken besticht. Aber defensiv spielt Clichy einen soliden Part. Ob es reicht damit Barcelona in Schach zu halten, bleibt abzuwarten. Das gilt insgesamt ebenso für die Innenverteidigung, wo man den langwierigen Ausfall von Thomas Vermaelen besser verkraftet, als ich es erwartet hatte. Wofür in erster Linie Johan Djourou verantwortlich ist. Der Schweizer Nationalspieler ist bereits seit über sechs Jahren bei den Gunners, hat aber gerade mal etwas mehr als 60 Spiele für die Profis gemacht. Immer wieder haben ihn Verletzungen zurückgeworfen. Nun ist er letzten Sommer und bisher ohne Verletzungen durch die Saison gekommen und zeigt seine lang erhoffte Klasse. Ein echter Gewinn für die Innenverteidigung der Gunners. Das kann man nicht unbedingt von seinen Partner Koscielny oder Squillaci sagen, die immer wieder durch Nachlässigkeiten auffallen und an die Klasse, Ruhe und Souveränität eines Thomas Vermaelen nicht ranreichen. Die Verteidigung bleibt ein kleines Sorgenkind, wenn auch kleiner als letztes Jahr.

Das Mittelfeld: So stark wie noch nie
Patrick Viera, Fredrik Ljungberg, Gilberto Silva, Robert Pires und Jose Antonio Reyes. Das Mittelfeld aus der Meistersaison 2003/2004, als Arsenal zu den Invincibles wuchs und vielleicht das stärkste Mittelfeld seit langer Zeit hatte. Im Vergleich zu heute war es vor allem die Erfahrung, welche die Spieler auszeichnete. Heute ist es diese ebenso gepaart mit jugendlicher Dynamik. Vielleicht ist Arsenals Mittelfeld in der Saison 2010/2011 noch stärker als vor sieben Jahren. Auf alle Fälle passen die Spieler derzeit perfekt ins taktische System von Arsene Wenger. Spielte der Franzose letzte Saison häufig noch in einem 4-4-2 mit zwei echten Spitzen, hat sich jetzt ein 4-2-3-1 als die beste Formation herausgestellt, ist flexibler und gibt dem torgefährlichen Mittelfeld mehr Raum für Kreativität, hin und wieder allerdings nicht für Torabschlüsse. Alex Song und Jack Wilshere übernehmen den defensiven Part und machen das bisher großartig, vor allem Wilshere, der seine erste durchgehende Saison in der Premier League spielt und letztens von Fabio Capello in die Nationalelf berufen wurde – gerade mal 19 Jahre alt geworden. Offensiv mangelt es ihm noch ein bisschen am Zug zum Tor, den dieses Jahr ausgerechnet Alex Song aufweist, was aber nicht zu Lasten seiner defensiven Brillianz geht. Cesc Fabregas ist weiterhin das Herz des Mittelfelds. Auch wenn er diese Saison längst nicht so viele Tore schießt wie letztes Jahr (Saison 2009/2010: 15 Tore in 27 Spielen, Saison 2010/2011 3 Tore in 19 Spielen), ist es für das Team ungemein wichtig. Das zeigt sich nicht nur an seinen 10 Torvorlagen, sondern auch, wenn er in wichtigen Situationen – und seien es nur Elfmeter kurz vor Spielschluss – Verantwortung übernimmt. Fabregas ist eben da, wenn sein Team ihn braucht. Theo Walcott hat sich auf dem rechten Flügel zum Stammspieler entwickelt. Im Viertelfinale 2010 wurde er noch eingewechselt. Und auf der linken Seite spielt sich Samir Nasri nach seiner Abwesenheit von der Weltmeisterschaft immer mehr zum Spieler der Saison. Schon neun Tore in 20 Einsätzen hat er in der Premier League erzielt. Nun ist der Einsatz des Franzosen am Mittwoch noch unsicher. Nasri sei wieder fit, so Wenger, er will aber kein unnötiges Risiko gehen und eine weiterer Verletzung riskieren. Würde Nasri fehlen, könnte das ein Schlüssel zu Erfolg oder Misserfolg in diesem Duell werden. So groß ist der Input von Nasri mittlerweile in einem starken und ausgeglichenen Arsenal-Mittelfeld.

Der Sturm: He is like a new signing
Gemeint ist Robin van Persie, der endlich mal verletzungsfrei durch die letzten Monate gekommen ist und damit zum entscheidenen Schlüssel für einen Titelgewinn werden kann. Bei allem Respekt für Niklas Bendtner – der Däne war im Viertelfinale einzige Spitze – ist van Persie noch eine neue Qualität im Sturm der Gunners. Und der Niederländer is on fire, erzielte 10 Tore in den letzten acht Pflichtspielen für Arsenal, sieben übrigens in den letzten drei Ligaspielen. Das könnte Arsenal den Vorteil geben näher an einem Weiterkommen in der Champions League zu sein.

Die Alternativen auf der Bank: Offensiv gut, defensiv weniger gut
Für das Mittelfeld und den Sturm hat man beispielweise mit Arshavin, Bendtner und Chamakh brauchbare Alternativen. Insbesondere Bendtner hat in den letzten Wochen gezeigt, dass er großen Worten hin und wieder auch große Taten folgen lässt. Wenn das nur immer so wäre. Arshavin spielt aus Sicht vieler Arsenal-Fans nur eine mittelmäßige Saison, was ich unterstreichen würde. Insbesondere in 2010 wirkte er lustlos, demotiviert, häufig zu verspielt. Das hat sich in den letzten Wochen wieder gebessert, der Russe wirkte präsenter, lief mehr, zeigte mehr Engagement und machte nach seiner Einwechselung, zum Beispiel beim Sieg gegen Everton, mal wieder den Unterschied aus. Vielleicht größtes Sorgenkind von den Reservisten ist derzeit Marouanne Chamakh, der eigentlich einen außerordentlich guten Saisonstart hatte, aber vor allem um die Weihnachtsfeiertage müde und erschöpft wirkte. Wenger gönnte dem Marokaner daraufhin mehr Pausen. So richtig ist Chamakh aus seinem Leistungstief aber noch nicht heraus, ist derzeit hinter van Persie und Bendtner nur dritte Wahl. Defensiv heißt das Backup Denilson, Kieran Gibbs, Emmanuel Eboue und Sebastien Squillaci. Insbesondere Eboue konnte in den letzten Wochen in Abwesenheit des gesperrten und dann verletzten Sagna seine Chance nicht nutzen sich wieder nachhaltig für einen Stammplatz zu empfehlen. Gleiches gilt für Squillaci. Gibbs war lange verletzt und spielte als Entlastung für Clichy vor allem in den Pokalwettbewerben. Das sah okay aus, mehr aber auch nicht. Ihm fehlt einfach die Spielpraxis. In der Premier League reichte es auch nur für drei (Kurz-)Einsätze. Defensiv bleibt Arsenal in Abwesenheit von Vermaelen die Tiefe einer europäischen Spitzenmannschaft ein wenig schuldig. Da kann man hin und wieder die Rufe nach einem weiteren erfahrenen Innenverteidiger verstehen, gleichwohl hätte es dann – und das ist das Argument von Arsene Wenger – ein Überangebot an sehr guten Spielern. Gleichzeitig würde man damit die steigende Formkurve von Djourou mit seinen zahlreichen Einsätzen wieder bremsen.

Besser als 2009/2010, aber gut genug?
In allen Mannschaftsteilen sehe ich den FC Arsenal stärker aufgestellt als letzte Saison, vor allem in der Offensive trifft das zu. Kleinere Zweifel müssen in der Defensive und auf der Torhüterposition erlaubt sein. Da das Duell gegen den FC Barcelona sicherlich nicht in der Offensive entschieden wird, glaube ich nicht, dass es für Arsenal über 180 Minuten oder vielleicht mehr reichen wird. Aber man ist defenitiv näher dran und kann vielleicht, wenn man einen perfekten Tag erwischt und Barcelona diesen ausnahmsweise mal nicht für sich beansprucht, für eine Überraschung sorgen. Eine Sensation wäre es schon nicht mehr. Was positiv für Arsenal sein könnte, auch bezogen auf das letzte Jahr, dass aufgrund der geringen Verletzungen die Mannschaft ausgeruhter ist. Arsene Wenger hat im Januar viel rotieren können, als Arsenal beinahe zwei Spiele pro Woche absolvierte. Und er hat endlich seine Formation gefunden, seine Startelf für die wichtigen Spiele. In den letzten Wochen hatte meist Arshavin Nasri auf links ersetzt, aber ansonsten spielten meist dieselben Spieler zusammen. Das Team wirkt eingespielter denn je. Und hat in dieser Saison schon häufiger als Barcelona in K.O.-Duellen spielen müssen, war gefordert, stand ein paar Mal mit dem Rücken zur Wand und hat bisher nie enttäuscht.

Nun kommt mit dem FC Barcelona die nach Inter Mailand erfolgreichste Mannschaft in Fußball-Europa der letzten Jahre. Eine überragende Offensive gepaart mit spielerischer Leichtigkeit. Wenn für Beobachter es schon ein mittlerer Weltuntergang ist, wenn Barca innerhalb der ersten 15 Minuten in einem Ligaspiel kein Tor erzielt, weiß man, wie hoch die Messlatte liegt. Aber eben das könnte für Arsenal auch eine Chance sein. Wenn man sich gut verkauft, wird kein Gunners-Fan böse sein, sollte es mit dem Viertelfinaleinzug nicht klappen. So formverbesser Arsenal auch ist, zu überwiegendem Maße kann nur der FC Barcelona die Erwartungen enttäuschen.

Der mögliche Schlüssel zu einem Sieg für Arsenal im Hinspiel muss auch defensive Stabilität sein. Auch wenn Barcelona meist über 80 Prozent Ballbesitz hat, wäre es für Arsenal ratsam selbst den Ball zu halten, ihr Spiel zu machen. 80 Prozent Ballbesitz für Barca mögen nicht gefährlich sein. Für Arsenal schon, denn auch in dieser Saison hat sich immer wieder gezeigt, dass Arsenal – egal gegen wen – massive Probleme hat, wenn sie nicht ihr Spiel spielen können, sprich durch Ballbesitz und Kontrolle des Balls langsam den Druck auf die Verteidigung erhöhen. Die Gunners sollten mittlerweile genug Selbstvertrauen haben ihr eigenes Spiel auch gegen Barcelona durchzuziehen. Was passiert, wenn man es nicht macht, haben sie letztes Jahr im Viertelfinale erfahren müssen. Offensiv schnell, sicher und direkt spielen gepaart mit einer guten Chancenverwertung ist ebenso wichtig wie defensiv nahe am Gegner zu stehen, nach hinten zu arbeiten. Das hat bisher – nehmen wir mal das Spiel gegen Newcastle aus der Betrachtung heraus – sehr gut geklappt. Aber da hat man blöderweise auch nicht gegen den FC Barcelona gespielt. Und noch ein Faktor: Die Chancenverwertung. Gegen Wolverhampton kann man es sich leisten, Chancen am Fließband zu vergeben, gegen Barcelona geht das nicht. Also auch mal den Abschluss suchen, egoistisch sein, wenn nötig, und den Ball nichts ins Tor tragen wollen.

Die Arsenal-Spieler geben sich im Vorfeld der Partie erstaunlich selbstbewusst. Theo Walcott glaubt, dass es ein offenes, ausgeglichenes Spiel wird. Jack Wilshere kündigt einen offenen Kampf mit Barca an und Alex Song weiß, dass Fabregas endlich einen Titel mit Arsenal braucht und die Mannschaft ihm diesen bieten wird.

Das neue Selbstbewusstsein beim FC Arsenal. Nach dem bisherigen Saisonverlauf haben sie auch allen Grund dazu. Jetzt müssen sie es nur noch 90 Minuten am Mittwoch gegen den FC Barcelona auf dem Rasen zeigen.

Ein paar Sätze vor dem Wochenende

Nach drei tollen Tagen in Berlin (ausführlicher Bericht folgt nächste Woche) und zwei vollgepackten Arbeitstagen ist die Woche schon wieder vorbei. Da für mich gleich das Wochenende startet, ich aber die meiste Zeit nicht zuhause sein werde, habe ich es schlicht nicht geschafft ausführlich den kommenden Premier League Spieltag zu beleuchten. Was schade ist, aber nicht zu ändern ist. Berufliche Verpflichtungen vor Freizeitaktivitäten.

Es gibt ja diesen schönen Satz “Weine nicht, weil es vorbei ist, sondern lächle, weil es schön war.” Mach ich dann auch mal. War keine schlechte Woche, auch wenn sie sehr anstrengend war.

Können in diesem Fall auch die Tottenham Hotspur machen, die heute im Rennen um das neue Olympiastadion im Osten Londons an West Ham United scheiterten. Die Hammers werden aller Voraussicht nach den Zuschlag bekommen, inklusive Leichtathletikbahn, die erhalten bleiben soll. Also kein reines Fußballstadion.

Lächeln, weil es schön war, konnte Roy Hodgson über seine Zeit beim FC Liverpool nicht. Jetzt hat heute einen Vertrag bis Sommer 2012 bei West Bromwich Albion unterschrieben, die morgen Nachmittag West Ham zu einem echten Kellerduell empfangen. Außerdem im Fokus morgen das Manchester Derby (Sky live ab 13:30 Uhr). Mehr zum 27. Premier League Spieltag bei EPL Talk und Sky Sports.

Ich hoffe, ich komme am Sonntag dazu, wenn ich wieder in Düsseldorf bin, noch ein paar Ergänzungen zur Premier League vorzunehmen. Nächste Woche geht es dann im gewohnten Blog-Rhythmus weiter.

In diesem Sinne ein tolles Wochenende euch allen. Der Song zum Wochenende. Heute morgen seit langer Zeit mal wieder im Radio gehört – und wieder gemerkt, wie gut The Verve waren.

‘Lucky Man’ – The Verve from Andy Baybutt on Vimeo.

Man liest sich.

Premier League 2010/2011 #26, FC Chelsea – FC Liverpool

[18h57] So viel vom Sonntag in der Premier League. Weiter geht es nächstes Wochenende, unter anderem mit dem Manchester Derby. Da ich nächste Woche und am kommenden Wochenende auf Reisen sein werde, weiß ich noch nicht, ob ich es schaffe zu bloggen. Bemühe mich aber wie immer. Einen schönen Abend, viel Spaß beim Super Bowl und einen angenehmen Wochenstart. Cheers.

[18h53] Endstand FC Chelsea – FC Liverpool 0:1

Selten eine so nahezu perfekte Mannschaftleistung wie vom FC Liverpool heute gesehen. Der vierte Sieg in Serie für die Reds – und das stets ohne Gegentor. Jetzt sechs Punkte hinter dem fünften Platz, allerdings bei einem Spiel mehr als die Spurs. Exzellente Defensive der Reds mit einem überragenden Jamie Carragher. Fast nichts zugelassen. Ein wenig Glück gehabt bei der einen Schiedsrichterentscheidung.

Ich lehne mich nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich sage, dass Chelsea (vorerst) aus dem Titelrennen ist. Muss man mal schauen, wie schnell es dauert, bis Ancelotti ein neues Spielsystem mit Torres integrieren kann. Heute war das schlicht nichts. Vom Potential kann Chelsea viel mehr.

[18h49] Glück für den FC Liverpool, als Johnson mit einem kleinen Bodycheck das Kopfballduell von Ivanovic mit Carragher verhindert, indem er den Serben mal schön wegblockt. Hätte Elfmeter geben können.

[18h48] Es gelingt nichts beim FC Chelsea. Bleiben vier Minuten Nachspielzeit.

[18h42] Und Dirk Kuyt kann noch laufen. Wahnsinn.

[18h41] Wechsel FC Liverpool: Christian Poulsen für Raul Meireles

[18h37] Zehn Minuten noch bleiben dem FC Chelsea. Momentan sind sie weiter denn je entfernt vom Ausgleich. Aber das kann ja immer schnell gehen. Momentan fällt den Blues aber wenig ein. Liverpool steht weiter sicher. Konter von Liverpool nur alibimäßig geführt.

Wollte ich schreiben, aber dann gibt es einen über Kuyt und Aurelio, der noch einen Gegenspieler aussteigen lässt. Toller Reflex von Cech, der die Hände blitzschnell hochkriegt und zur Ecke klärt.

[18h32] Wechsel FC Liverpool: Fabio Aurelio für Maxi Rodriguez

[18h30] Und Malouda fügt sich gleich prima ein. Pass von Anelka in die Schnittstelle, Malouda scheitert aus spitzem Winkel an Reina. Jetzt ist es endlich ein tolles, spannendes Topspiel.

[18h28] Wechsel FC Chelsea: Florent Malouda für John Obi Mikel und David Luiz für Bosingwa

[18h26] 0:1, Raul Meireles, 69. Minute

Er hat einen Lauf. Er hat einen Lauf. Er hat einen Lauf. Wieder ist es Meireles, der die Liverpool-Fans feiern lässt. Flanke von der rechten Seite, in der Mitte kommt Kuyt nicht an den Ball, Cech und Ivanovic völlig von der Rolle, behindern sich gegenseitig, Meireles kann mit links ganz einfach den Ball ins Tor schießen. Gut, den hätte man sicherlich auch in die Wolken ballern können, aber Meireles in der Form derzeit nicht.

Chelsea insgesamt mit mehr Tempo und Schwung in der zweiten Hälfte, aber eiskalt vor dem Tor bisher nur die Reds.

[18h25] Es sind die Einzelaktionen, die derzeit das Spiel noch ein klein wenig am Leben halten. Diesmal schöne Aktion und toller Move von Essien, Linksschuss geht ganz knapp über das Tor. Etwas mehr als 20 Minuten noch.

[18h23] Wechsel FC Chelsea: Salomon Kalou für Fernando Torres

Liverpool-Fans jubeln, als angezeigt wird, dass Torres gehen muss. Bis auf zwei kleine Szenen in der ersten Hälfte ein sehr unauffälliges Debüt.

[18h23] Beste Chance in der zweiten Halbzeit bis hierhin. Schuss von Anelka geht knapp am Tor vorbei. Zum ersten Mal die Liverpooler-Abwehr nicht auf der Höhe.

[18h19] Und die gute Phase dauerte weniger als fünf Minuten. Jetzt sind wir wieder im Trott der ersten Halbzeit.

[18h14] Gute Phase vom FC Chelsea jetzt, gewinnen ein paar mehr Zweikämpfe im Mittelfeld. Aber bis auf Distanzschuss von Anelka und einem Kopfball von Ivanovic nach anschließender Ecke ist nichts heraus gesprungen. Ist alles nicht sehr gefährlich. Mal sehen, wie lange Liverpool diese intensive Laufarbeit noch aufrecht erhalten kann.

[18h11] Und Liverpool hin und wieder mit einigen passablen Angriffen. Kuyt wird von Ivanovic nicht angegriffen, legt quer auf Johnson, dessen Schuss ganz knapp am Tor vorbeistreicht. Guter Versuch.

[18h07] Auch in den ersten Minuten der zweiten Hälfte bleibt es dabei: Chelsea findet keine Mittel, hat keine Ideen die exzellente Defensive der Reds zu knacken.

[18h03] Beginn 2. Halbzeit

[17h47] Halbzeit FC Chelsea – FC Liverpool 0:0

Defensiv hervorragend gespielt vom FC Liverpool, Lucas zwar mit ein paar Aussetzern, aber insgesamt schafft man es perfekt zum Beispiel Anelka aus dem Spiel zu nehmen. Der Franzose sieht kein Land. Lampard, Essien und Mikel können da noch keine Impulse setzen. Nach vorne geht dementsprechend wenig. Drogba und Torres gut bewacht vom starken Jamie Carragher. Auch Skrtel, der zwischenzeitlich leicht angeschlagen wirkte, wieder hochkonzentriert. Nach vorne hatte Liverpool die beste Chance des Spiels durch Maxi Rodriguez.

Noch ganz viel Luft nach oben, zum Glück gibt es eine zweite Hälfte. Und Cech und Ivanovic haben 15 Minuten Zeit ihre Streitigkeiten zu klären. Bis gleich.

[17h38] Liverpool traut sich nach dem Lattentreffer von Rodriguez ein wenig mehr zu im Spiel nach vorne. Chelsea kann den Raumgewinn im Mittelfeld aber noch nicht nutzen. Ein großes Theaterstück, bei dem der Vorhang noch nicht aufgegangen ist.

[17h34] Erster Aufreger in diesem Spiel. Riesenchance für den FC Liverpool. Riesenchance. Querpass, halb Schuss von Gerrard, der einen Abpraller der Chelsea-Abwehr aufnimmt, am langen Pfosten Maxi Rodriguez völlig blank, doch der Argentinier trifft aus zwei Metern nur die Querlatte. Unfassbar.

[17h32] Schlampig von Lucas, verliert ganz einfach den Ball. Chelsea schaltet blitzschnell um, Pass von Drogba auf Torres, doch Carragher blockt den Schuss des Spaniers. Hervorragend verteidigt vom Rückkehrer. Im Gegenzug erste Chance Liverpool durch Meireles, aber keine Probleme für Cech. 32 Minuten absolviert.

[17h28] Verbuchen wir es mal als eine weitere kleine Torchance. Erste Ecke für den FC Chelsea, von Lampard getreten. In der Mitte Jovanovic, aber ein gutes Stück neben das Tor geköpft. Zuvor Foul von Agger an Torres, zumindest ein klein wenig Revanche war da mit dabei. Sonst weiter wenig los vor den Toren, unverändeter Aggregatzustand. Obi Mikel übrigens ganz vorsichtig in jedem Zweikampf.

[17h21] Falls es ein paar Probleme beim Aktualisieren des Beitrags gibt, liegt das nicht an euch, sondern an mir. Der Server sprinnt ein wenig. Hoffe, es geht jetzt besser. Nicht viel passiert in der Zwischenzeit, außer dass sich Liverpool mit Kuyt nach vorne traute, erreicht aber mit seinem Pass den mitgelaufenen Meireles nicht. Chelsea hat noch zu viele Fehler im Spielaufbau. Jetzt wurde es mal gefährlich, als Ashley Cole auf links durch ist, in der Mitte kann aber Skrtel klären.

[17h16] An wirklich torreiche Spiele zwischen beiden Teams kann ich mich mit Ausnahme des Halbfinal Rückspiels in der Champions League vor einigen Jahren nicht erinnern. Und so wie es jetzt aussieht, dürfte es auch heute nicht so viele Treffer geben. Safety first weiterhin beim FC Liverpool. Johnson und Kelly nur mit sporadischen Vorstößen auf den Flügeln.

[17h12] Zehn Minuten vorüber, noch wenig passiert. Chelsea nicht überraschend mit mehr Ballbesitz, aber Liverpool steht im Mittelfeld sehr gut, machen die Räume eng, stehen sehr tief. Ähnlich so wie Birmingham vorhin. Und Chelsea fällt derzeit noch nichts Gescheites ein um die Defensive der Reds zu knacken. Kuyt läuft in den ersten Minuten schon wie ein Weltmeister. Der wird die 90 Minuten so nicht überstehen. Bei Liverpool klappt das schnelle Umschalten aber noch nicht perfekt, dementsprechend wenige Aktionen von Reina und Cech.

[17h03] Maxi Rodriguez mit füchterlichem Ballverlust, es ist Torres, der davon profitiert. Erster Schuss nach zwei Minuten aber deutlich über das Tor. Hohes Tempo zu Beginn.

[17h02] Geht ja gut los. Obi Mikel mit hartem Einsteigen gegen Gerrard, sieht nach 30 Sekunden die erste gelbe Karte in diesem Spiel.

[17h02] Beginn 1. Halbzeit

Liverpool in rot, Chelsea in Blau. Die Reds mit Anstoß, spielen von links nach rechts in der ersten Hälfte.

[16h58] Schönes Bild, wie Torres seine alten Teamkollegen per Handschlag begrüßt und über alle Gesichter der Liverpool-Spieler ein kleines Lächeln huscht.

[16h54] Die Aufstellungen an der Stamford Bridge

FC Chelsea: Cech – Bosingwa, Ivanovic, Terry, Cole – Mikel, Essien, Lampard – Anelka – Torres, Drogba

FC Liverpool: Reina – Skrtel, Carragher, Agger – Kelly, Lucas, Johnson, Meireles – Gerrard, Maxi Rodriguez – Kuyt

Die erwarteten Aufstellungen an der Bridge. Carragher bei Liverpool zurück in der Innenverteidigung, dafür muss Kyrgiakos wieder auf die Bank. Kelly und Johnson kommen über die Außenbahnen im Mittelfeld, Meireles und Lucas sollen defensiv absichern, Gerrard und Maxi Rodriguez die einzige Spitze Kuyt unterstützen. Bei Chelsea dieselbe Elf wie am Dienstag, mit der Ausnahme Salomon Kalou, der für Torres Platz macht. Neuzugang Luiz noch auf der Bank, ebenso Suarez bei Liverpool.

[16h48] Anelka, Torres und Drogba stehen in der Startelf für die Blues. Dann wird Carlo Ancelotti Anelka wohl wieder hinten den Spitzen spielen lassen. Das hat beim 4:2 in Sunderland sehr gut geklappt. Liverpool am Mittwoch gegen Stoke mit einem 3-4-2-1, mit Kuyt einziger Spitze, dahinter Meireles und Gerrard. Das Aufeinandertreffen wird also heute wieder einmal was für die Taktikfüchse. Viele interessante Duelle im Mittelfeld, dazu die Außenbahnen, die insbesondere Liverpool nutzen will um nach vorne zu spielen, mit Kelly und Johnson, der wieder auf links einen ordentlichen Eindruck hinterließ.

[16h41] Auch tabellenmäßig eine interessante Konstellation. Chelsea braucht nach den Patzern von Man Utd und Arsenal drei Punkte um sich ein klein wenig im Titelkampf zurückzumelden, Liverpool würde mit einem Sieg wieder Tuchfühlung zum 5. Platz bekommen.

[16h39] Bühne frei für das Topspiel des 26. Spieltages. Fernando Torres in der Startelf für den FC Chelsea gegen seinen ehemaligen Verein, die Reds aus Liverpool.

Premier League 2010/2011 #26, West Ham United – Birmingham City

[16h27] Ich mach gleich einen neuen Blogeintrag für Chelsea gegen Liverpool auf. Bitte hier entlang.

[16h23] Endstand West Ham United – Birmingham City 0:1

Erst aus dem Carling Cup Halbfinale geschmissen und jetzt noch in der Liga gewonnen. Ein kleiner Alptraum für West Ham. Birmingham verlässt mit dem Sieg die Abstiegsplätze und klettert auf Rang 16 und hat zwei Spiele weniger als West Ham, die nun neues Schlusslicht sind. Über die 90 Minuten gesehen kein gutes Spiel, man merkt, warum beide Teams dort unten stehen. West Ham mit Bemühen in der ersten Hälfte, aber vor dem Tor viel zu harmlos. Birmingham mit deutlich besserer zweiter Hälfte. Und im Gegensatz zu den Hammers hat man das Tor erzielt. West Ham in Durchgang bis zur 75. Minute erschreckend schwach. Bis auf den Pfostentreffer von Ba keine echte gefährliche Torchance. Das war überwiegend einfach zu verteidigen für Birmingham.

Kein guter Nachmittag für Avram Grant. Nach dem Sieg in Blackpool am Mittwoch wieder ganz schnell auf den Boden der Tatsachen angekommen.

[16h20] Drei Minuten Nachspielzeit

[16h18] Und da war die Chance zum Ausgleich. Langer Ball nach vorne von Jacobsen, da Costa legt per Kopf quer auf Carlton Cole, der aber am langen Pfosten einen Tick zu spät ist. Fehlten Zentimeter.

[16h17] Zwei Minuten noch regulär. West Ham bemüht, aber es fehlt der letzte Zug zum Tor, die große Chance, das Tempo im Spiel nach vorne. Das ist momentan nun wahrlich keine große Bewährungsprobe für Birmingham.

[16h11] Acht Minuten noch regulär. West Ham stürmt Richtung Ausgleich – noch ist es nicht zu spät – und Birmingham macht sich bereit für die Abwehrschlacht der letzten Minuten.

[16h06] Und was für ein Einstand für Demba Ba, fast gekrönt durch ein Tor. Der Pfosten stand im Weg. Freistoß lang reingezogen von Wayne Bridge, Getümmel vor Foster, Cole legt für Ba zurück, der trifft aus spitzem Winkel nur den Pfosten. Vielleicht das Zeichen zur Schlussoffensive für die Hammers?

[16h04] Wechsel West Ham: Demba Ba für Robbie Keane

[16h00] Zwanzig Minuten noch. West Ham muss sich langsam mal was einfallen, momentan spielt nur Birmingham, die dem 2:0 näher sind als West Ham dem Ausgleich. Von den Hammers kommt praktisch gar nichts mehr nach vorne. Und den Rest verteidigt City ohne große Mühe. Ganz schwache zweite Hälfte von West Ham. Halbzeitansprache, Pausentee, Glücksschal. Was immer es auch war und ist, geholfen hat es bisher nicht.

Birmingham hingegen traut sich endlich mehr, Jerome ist raus und Larsson ist in den ersten zehn Minuten nach seiner Einwechselung mehr gelaufen als Jerome in den 60 Minuten davor. Zigic spielt mehr zentral, weicht weniger auf die Flügel aus, dehalb als Turm in der Schlacht vorne drin exzellent, weil Bentley mehr über den rechten Flügel kommt und Barry Ferguson in der Zentrale alles dicht macht. Sieht gut aus.

Foster mit gelb wegen Zeitspiel, Demba Ba macht sich bei West Ham zur Einwechselung bereit. Debüt für den ehemaligen Hoffenheimer.

[15h54] West Ham United – Birmingham City 0:1, Zigic, 66. Minute

Und City belohnt sich für die viel bessere zweite Hälfte und West Ham bekommt die vorübergehende Quittung für zu viel Passivität. Freistoß von der linken Seite von Larsson, am langen Pfosten setzt sich Zigic ganz leicht gegen Wayne Bridge durch und köpft zur Führung für Birmingham ein. Ganz einfach.

[15h51] Meine Güte, die 63. Minute als Sinnbild für dieses ganze Spiel. Konter West Ham, die Gastgeber haben sogar einen Mann Überzahl. Scott Parker treibt den Ball nach vorne, Obina, Keane und Cole sind mitgelaufen. Und was macht Parker? Spielt den Ball in die Füße des Gegners.

[15h50] Wechsel West Ham: Carlton Cole für Piquionne

Der Glücksschal von Avram Grant bringt nicht wirklich viel Bewegung, im Gegenteil: West Ham hat den Faden komplett verloren, da geht offensiv ganz wenig zusammen. Halbe Stunde noch.

[15h46] Wechsel Birmingham City: Sebastian Larsson für Cameron Jerome

Jerome mit einer unterirdischen Leistung. Larsson eigentlich Mittelfeldspieler, mal sehen, wo er sich einfindet. Wahrscheinlich wird Zigic noch mehr als ehe schon die einzige Spitze geben.

[15h43] Nächster kleiner Aufreger, als Robbie Keane im Laufduell mit Johnson im Strafraum fällt, aber das war zu wenig für einen Elfmeter. Richtig gesehen von Chris Foy. West Ham scheint erkannt zu haben, dass nur auf angriffe von City warten keine Lösung ist ein eigenes Tor zu erzielen.

[15h39] Da Costa könnte zum Mann der zweiten Hälfte werden, abseits des Balls in Vorbereitung auf eine Flanke von Ferguson unternimmt da Costa mit Zigic einen kleinen Ringkampf im Strafraum. Wenn das Foy sieht, muss es Elfmeter für Birmingham geben. Eine Minute später Flanke Bentley und Kopfball Zigic knapp neben das Tor. Guter Auftakt der Gäste.

[15h36] Mit Manuel da Costa hat West Ham jetzt wenigstens einen kopfballstarken Verteidiger zusätzlich bei Standards. Zeigt er gleich, als er das Duell gegen Johnson gewinnt, Ben Foster aber vor Scott Parker am Ball.

[15h34] Beginn 2. Halbzeit

Avram Grant jetzt mit seinem Glücksschal.

[15h32] Wechsel West Ham: Manuel da Costa für Matthew Upson

[15h18] Halbzeit West Ham United – Birmingham City 0:0

Schwaches Spiel. West Hm vielleicht die leicht bessere Mannschaft zwei unterdurchschnittlicher Teams. Aber beide haben viele Aspekte gemeinsam: viele Fehler, ungenaue Zuspiele, wenig Struktur und Kreativität im Spiel nach vorne. West Ham mit insgesamt mehr Ballbesitz, den häufigeren Torschüssen haben die Gastgeber. Aber die richtigen Kracher waren nicht dabei. Birmingham war 25 Minuten bedacht erstmal nichts zuzulassen und hatte dann, als West Ham auf die Bremse trat, zehn gute Minuten mit zwei passablen Chancen. Dann besann sich West Ham wieder mehr für die Offensive zu tun. Robbie Keane verpasste kurz vor dem Halbzeitpfiff mit der besten Chance die Führung. Ein Tor hätte diese Halbzeit aber auch nicht wirklich verdient.

[15h17] Vielleicht die beste Chance für West Ham in der Nachspielzeit der ersten Hälfte. Wayne Bridge mit kleinem Sprint auf der linken Seite, überläuft zwei Gegenspieler, Pass in die Mitte, wo Johnson von Piquionne gebunden wird, Keane nimmt den Ball wunderbar mit, dreht sich um Jiranek, doch der Schuss geht – dank Rückenlage – fast übers Stadiondach. Passt zur ersten Hälfte.

[15h14] Und West Ham mal die Gelegenheit bekommt mit viel Platz vor sich einen Angriff zu starten, scheitern sie kläglich. Jiranek lässt sich von Scott Parker überlaufen, Keane in der Mitte eigentlich frei, doch Parker spielt den Pass direkt in die Füße von Johnson. Call it ausbaufähig.

[15h11] Ist das schon Arbeitsverweigerung, was Cameron Jerome da heute Nachmittag anbietet? Wollte den Verein im Winter ja eigentlich verlassen, was ganz offensichtlich nicht geklappt hat. Aber heute ist das ja gar kein Einsatz und Nachsetzten bei verlorenen Bällen. Zigic hängt als einzige echte Spitze vorne meist in der Luft. Garantiert nicht der Weisheit letzter Schluss, was City hier offenbart.

Matthew Upson scheint angeschlagen zu sein, hat Schmerzen beim Laufen, geht quasi jedem Zweikampf aus dem Weg. Noch aber keine Anzeichen für einen Wechsel.

[15h07] Victor Obinna setzt sich mal wieder auf links durch, tolle Flanke, in der Mitte Johnson vor dem einschussbereiten Piquionne am Ball. Gibt nur Ecke, die West Ham mal wieder herschenkt. Wenig Gefahr bisher nach Eckbällen, aber wie schon gesagt, Birmingham hat die Lufthoheit für sich.

[15h03] Gute Phase der Gäste jetzt, Flanke von links durch Bowyer, in der Mitte Johnson völlig frei zwischen Matthe Upson und Piquionne, aber der Kopfball zu unplatziert übers Tor. Also zumindest aufs Tor hätte der schon kommen können. West Ham tut jetzt zu wenig, stört die Gäste nicht mehr so früh im Spielaufbau wie in den ersten 20 Minuten.

[15h01] Gary O’Neill bester Mann auf dem Platz, spielt sich über rechts wieder schön frei, Birmingham klärt in Persona Ridgewell zu kurz, Noble mit dem Distanzschuss aus 20 Metern, deutlich über das Tor. Im Gegenzug Birmingham zum ersten Mal gefährlich vor dem gegnerischen Tor, aber Robert Green vor Zigic am Ball. Jerome hatte die Flanke gegeben. Etwas mehr Dynamik jetzt, erste Ecke Birmingham.

[14h57] Ganz schwere Kost in diesem Spiel. Alex McLeish kann eigentlich nicht mit den Offensivbemühungen seines Teams zufrieden sein. Da kommt kein Pass an, jeder Angriff endet an der Mittellinie, wenn der Fehlpass gespielt wird. Dabei sollte sich doch herumgesprochen haben, dass die Abwehr der Hammers nun wahrlich nicht die sicherste ist.

[14h51] West Ham spielt mir das bisher zu eindimensional nach vorne. Viele lange Bälle, oder es geht über Jacobsen und O’Neill über rechts – und dann kommt meistens die Flanke. Aber Birmingham steht sicher und zumindest Robbie Keane ist nicht gerade als Kopfballungeheuer bekannt. Da verlieren die Hammers extrem viele Bälle. Piquionne ist gut in der Luft, aber das reicht nicht wirklich aus um Birmingham zu gefährden. Und die sind weiter sehr vorsichtig, wollen jedes Risiko vermeiden.

Jetzt endlich mal schnell gespielt von den Hammers, durch die Mitte, Obina und Piquionne mit dem Zuspiel für Keane, der Schuss des Iren aber zu harmlos, direkt auf Ben Foster,

[14h46] Birmingham hat sich nun auch mittelweile entschieden etwas mehr zu diesem Spiel beizutragen, viel ist dabei aber noch nicht rumgekommen. West Ham bemüht, in Ansätzen bei Standardsituationen auch ganz gefährlich. Klare Torchancen konnten sich die Hammers noch nicht erspielen. Insgesamt sehr überschaubare 15 Minuten.

[14h37] Gemählicher Beginn im Osten Londons, West Ham mit etwas mehr Initiative nach vorne, viel geht über die rechte Seite mit Jacobsen, auch Piquionne weicht immer wieder auf den rechten Flügel aus. Sieht ganz ermutigend aus für Avram Grant. Birmingham zunächst einmal darauf bedacht defensiv sicher zu stehen. Noch keine Torchancen.

[14h32] Beginn 1. Halbzeit

Man hat sich Zeit gelassen mit der Seitenwahl. Nun geht es unter der Leitung von Referee Foy los. Birmingham in gewohnt blau, West Ham hat Anstoß, spielt von rechts nach links in den ersten 45 Minuten.

[14h28] Upton Park scheint nicht ganz ausverkauft zu sein, ein wenig angespannte Atmosphäre. Abstiegskampf halt. Augenmerk auf Victor Obinna, fünf Tore in den letzten zwei Spielen.

[14h26] Die Aufstellungen im Upton Park

West Ham United: Green – Jacobsen, Reid, Upson, Bridge – O’Neil, Parker, Noble, Obinna – Piquionne, Keane

Birmingham City: Foster – Carr, Johnson, Jiranek, Ridgewell – Bentley, Ferguson, Gardner, Bowyer – Jerome, Zigic

Avram Grant scheint endlich seine Elf gefunden zu haben, zumindest einen Stamm von Spielern, die sich in den letzten Partien immer mehr eingespielt haben. Nur Verletzungen sorgen derzeit für Wechsel, Winston Reid ersetzt Danny Gabbidon. Und Tomikins hat sich beim Aufwärmen verletzt, Matthew Upson dafür kurzfristig in die Innenverteidigung gerückt. Zwei Wechsel also bei den Hammers. Birmingham unverändert gegenüber der guten Leistung beim 2:2 gegen Man City. Neuzugang Obafemi Martins wie erwartet noch nicht im Kader der Blues.

[14h18] Birmingham City mit nur einem Sieg in den letzten neun Spielen. Und West Ham hat diese Saison nur eines von 13 Spielen gegen Mannschaften aus der unteren Tabellenhälfte verloren.

[14h15] Ganz aktuell eingeschoben die Meldung, die vor gut einer Stunde publik wurde. Nach dem 0:3 bei Man City hat West Bromwich Albion Trainer Roberto di Matteo von seinen Aufgaben entbunden. Begründet wird der Schritt vor allem mit der schlechten Form der letzten Monate. Der Klub teilte auf seiner Homepage mit.

WEST Bromwich Albion have today relieved Head Coach Roberto Di Matteo of his duties and placed him on gardening leave with immediate effect. This was the unanimous decision of the Football Club’s Board of Directors in light of a worrying sequence of results which has seen the Club lose 13 of their last 18 games in all competitions, winning only three. First-Team Coach Michael Appleton will assume control of first-team affairs whilst the Club considers all available options for a new Head Coach.

[14h12] Was für ein Wochenende in der Premier League. Gestern schon Tore wie am Fließband und Ergebnisse, mit denen man nicht unbedingt rechnen konnte. Tabellenschlusslicht Wolverhampton schlägt Meister Manchester United, und auch Wigan kommt zu drei wichtigen Punkten gegen die Blackburn Rovers. Das setzt West Ham und Birmingham City im Abstiegskampf richtig unter Druck. Punktgleich bei 24 Zählern auf den Plätzen 18 und 19, die Gastgeber haben schon zwei Spiele mehr. Beide brauchen die drei Punkte – und das im direkten Duell. Als Vorspeise für das Hauptmenü später an der Stamford Bridge. Schönen Nachmittag zusammen.