Zitat des Tages: Mittwoch, 29. März 2011 – Einloggen bei Twitter

“Im Informationsgeschäft wissen Sie: Viel hilft viel. Ich glaube nicht, dass wir bislang Ihnen gegenüber mit Informationen geizig gewesen sind und dass jemand, der von Ihnen an eine Information herankommen wollte, am Ende überrascht wurde, dass wir irgendwelche anderen Kanäle bevorzugt bedient hätten. Als professioneller Kunde unseres Hauses gehen wir natürlich davon aus, dass Sie alle bei Twitter eingeloggt sind. Sagen wir es umgekehrt: Wir fänden es nicht schlecht, wenn Sie bei uns Kunde wären.”

[via Protokoll des Bundespresseamts]

Christoph Steegmann, stellvertretender Regierungssprecher, zum Vorwurf, das Bundespresseamt informiere nur noch über Twitter über wichtige Termine der Bundeskanzlerin. Und so richtig scheint Twitter noch nicht verstanden worden zu sein. Aber egal. Ich finde die Diskussionen hier in Deutschland amüsant, auch wenn sie eigentlich nur traurig sind, vergleicht man das mit dem Umgang von Facebook und Twitter im angelsächsischen Raum.

Fünf Feststellungen nach drei Mal Viertelfinale in den DEL-Playoffs 2011

Drei mal 60 Minuten und in Krefeld ein wenig mehr sind in den DEL-Playoffs 2011 absolviert. Nachfolgend fünf kurze Feststellungen, die mir während der ersten drei Spieltage aufgefallen sind.

1. Es geht nichts über eine gute und stabile Defensive
Es gibt diesen abgedroschenen Satz aus den Playoffs in fast allen Sportarten: “Offense wins games, defence wins championships.” Aber auch an den ersten drei Spieltagen war er deutlich zu beobachten. Stehst du defensiv nicht über 60 Minuten nicht sicher, ist das Spiel eigentlich schon verloren. Vorübergehende Schwächephasen oder das Verschlafen eines Drittels darf man sich fast nicht leisten. Hannover ging am Mittwoch im ersten Drittel in Krefeld unter und konnte trotz großer Moral das Spiel nicht mehr drehen. Die DEG verlor den Überblick im Schlussabschnitt in Spiel 1 und kassierte prompt drei Gegentreffer. Das ist schlicht nicht zu kompensieren. Wie es anders geht, zeigt der EHC Wolfsburg, bei der das gesamte Team über 60 Minuten defensiv mitarbeitet. Nun hieß der Gegner der Grizzlys zwar nur Köln, die aber im letzten Saisondrittel brilliant aufspielten, trotzdem setzt Wolfsburg bei der Defensivarbeit Maßstäbe. Mal sehen, ob das auch gegen ein offensivstärkeres Team im Halbfinale gelingt.

2. Playoffs haben mit der regulären Saison wenig zu tun.
Viele Experten haben vor dem Viertelfinale immer wieder mit den Ergebnissen aus der Hauptrunde argumentiert. Da hat zum Beispiel Ingolstadt vier Spiele gegen die Eisbären Berlin gewonnen oder die Krefeld Pinguine den Scorpions immer die Grenzen gezeigt. Nun führen nach drei Spielen Hannover und Berlin mit 2:1. Glücklich und hart umkämpft. Aber in den Playoffs ist der Faktor bisherige Saisonduelle viel geringer als häufig angenommen. Viel mehr zählen Kampfgeist, Moral, Eingespieltheit und Playoff-Erfahrung – und das wird immer wieder vergessen: Glück.

3. Immer wieder: das ewige Motzen über die Schiedsrichter
Bereits gleich heute nach zwei Minuten ging Hans Zach am Sky-Mikro verbal auf die Schiedsrichter los. Sie seien ein Witz. Harte Worte, aber berechtigt, denn Köln wurde im ersten Drittel klar benachteiligt bei den Entscheidungen der Linesmen. Und auch wenn man sich durch die diversen Eishockey- und Vereinsforen wühlt, liest man selten eine positive Stimme über die Schiedsrichter. Es ist das, was ich schon immer an ihnen kritisiere. Die Entscheidungen werden beliebig getroffen. Mal ist etwas Stockschlag, mal nicht. Wenn wenigstens konsequent gepfiffen werden würde, wäre zumindest mir schon geholfen.

4. Wolfsburg im Halbfinale. Und wie geht es weiter?
Die Niedersachsen im Halbfinale, dazu die DEG, Hannover und Berlin mit 2:1 in den Serien vorne. Und da diese Liga so ausgeglichen ist, fast alle Spiele dieser drei Serien so verdammt eng waren, kann man schlicht keine Prognose abgeben. Vom Gefühl her, sehe ich Berlin am ehesten in vier Spielen ins Halbfinale einziehen. Dienstag geht es weiter.

5. Die Playoffs müssen besser vermarktet werden!
Liebe DEL-Verantwortliche, die Playoffs sind die Highlights des Jahres. Und irgendwas anders zum Beispiel bei der Berichterstattung im Online-Angebot? Nö. Wenn schon die traditionellen Medien die Playoffs ignorieren, dann macht doch wenigstens selbst etwas, um diese Zeit auch medial besonders für die Fans zu machen. Die Playoffs werden einfach unglaublich schlecht vermarktet. Ein bisschen Facebook ersetzt gar nichts. Und dazu noch das starre Festhalten an den Best-of-Five-Serien. Dabei haben die Spiele bis jetzt gezeigt, dass die Playoffs eng, umkämpft und emotional sind. Die Arenen sind gut gefüllt. Es müsste viel mehr solcher Spiele während einer Saison laufen. Also nochmal: Best of seven statt Best of five. Und Kompliment an Sky. Die Eishockey-Übertragungen sind und waren schon immer exzellent. Leider tut sonst auch Sky wenig um ein wenig auf die Übertragungen hinzuweisen.

Dienstag die nächste Runde. Es wird spannend bleiben.

Zitat des Tages: Donnerstag, 24. März 2011 – Glaubwürdige Politik

“Was ich kenne, ist meine Haltung und die Haltung der Bundesrepublik. Wir wollen ins Zeitalter der erneuerbaren Energien. Wir machen verantwortungsvolle Politik und halten Kurs. Uns Wahlkampfmaöver vorzuwerfen ist absurd.”

Rainer Brüderle in der heutigen Bundestagsdebatte. Nachzuhören bei YouTube: Brüderle und sein “Protokollfehler”.

Kann man der Bundesregierung dieser Tage noch glauben? Ich hatte selten zuvor ein so wütendes Gefühl auf einige Politiker wie in diesen Tagen. Aber das nur am Rande. So oder so ist die Aussage von Brüderle, in der er sich und die Politik der Bundesregierung verteidigt, gar nicht mehr wichtig. Denn bereits ein simpler Zeitungsartikel in der Ausgabe der Süddeutschen Zeitung reicht dafür aus, dass Merkels Politik wie ein kleines Kartenhaus zusammenbricht. Ob Brüderle nun wirklich gesagt hat, dass der Umschwung in der Energiepolitik ein Wahlkampfmanöver ist, ist gar nicht mehr entscheidend. Große Teile der Bevölkerung, das belegen ja die neuesten Umfragewerte, halten die derzeitige Politik der Bundesregierung in dieser Frage für nicht glaubwürdig. Und da reichen ein, zwei Sätze um diese Haltung zu bestätigen. Denn in diesem Fall ist nicht von Bedeutung, ob die Politik jetzt glaubwürdig ist. Viel wichtiger ist, ob sie von den Menschen in diesem Land so wahrgenommen wird. Und wenn dies der Fall ist, wird sich diese Haltung so schnell nicht verändern. Da hat Brüderle eher noch für eine Festigung gesorgt, auch wenn für die meisten die Feststellung des FDP-Politikers nicht mehr überraschend kommt. Und da kann Brüderle nun noch so viele Versuche unternehmen sich für seine Aussagen zu rechtfertigen oder sie gar als falsch wiedergegeben herausstellen. Es nützt alles nichts.

Brüderle hat die Situation für die Bundesregierung noch schlimmer gemacht als sie ohnehin schon war.

Start der DEL-Playoffs 2011

Für die Eishockeyfans in Deutschland beginnt am Mittwoch die schönste Zeit des Jahres: die Playoffs. Ich schaffe es leider vorerst nicht, ein paar Sätze zu den Playoffs zu schreiben, aber das wurde schon sehr gut beim Eishockey-Blog erledigt. Dürfte bekannt sein, dass ich die Daumen für die Hannover Scorpions drücke. Und ein paar Sympathien gehen an die DEG. Schauen wir mal.

War was?

Also außer, dass der FC Arsenal die ein oder andere Titelchance in den Sand gesetzt hat und wieder zahlreiche Schlüsselspieler verletzt fehlen?

So ziemlich einiges. Kommt noch jemand mit bei dem aktuellen Nachrichtentempo? Gaddafi wird Trainer auf Schalke, Magath löscht in Fukushima, Flugverbote über Wolfsburg, Westerwelle findet Libyen gut. Wer soll da noch mitkommen beziehungsweise wer macht sich noch die Mühe das alles zu verstehen und einzuordnen. Ich würde es normalerweise machen, doch momentan fehlte mir die Zeit. Was einerseits auch großartig war, weil ich mir selbst die Aufgabe verpasst habe mal ein bisschen Abstand von den ganzen Ereignissen zu bekommen. Man muss nicht alles wissen.

Also mal vier Wochen das Blog in die hinterste Ecke der Gedanken verlegt und so auch nicht in der Pflicht gewesen alles Wichtige zu verfolgen, sei es die Verletztenliste in der Premier League oder Aussagen unserer Politiker, bei denen einem der Mund offen stehenblieb. Die wenigsten werden es wohl gemerkt haben, aber ich hatte Ende Februar und Anfang März mal 10 Tage völlig auf Twitter und Facebook verzichtet. Länger wollte ich es nicht und war es auch nicht nötig. Ich musste mir da nichts beweisen. Es war mehr oder weniger ein Schritt sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, sprich die ganzen Arbeitsprojekte und darauf zu achten sich nicht völlig zu überlasten. Das hat prima geklappt. Ich habe es genossen.

Weil es plötzlich meinen Tagesablauf völlig verändert hat. Ich bin morgens eine halbe Stunde später aufgestanden, habe in Ruhe gefrühstückt, dabei die Nachrichten im Radio gehört und dann erst im Büro meine Mails gecheckt. Und dann tagsüber konzentriert gearbeitet und spät das Büro verlassen. Und dann abends die Arbeit einfach weggeschlossen. Keine Mails mehr gecheckt, den PC nicht mehr eingeschaltet, sondern ein Buch gelesen, so unterwegs gewesen oder einfach nur Musik gehört. Da dass so gut geklappt hat einfach mal den ganzen medialen Begleitkram abzuschalten und ich mich dabei prima gefühlt habe, mache ich das jetzt öfter, vielleicht zweimal im Jahr. Kann ich nur empfehlen. Jedenfalls ich konnte dann sehr viel entspannter arbeiten.

Und habe jetzt zum Glück auch den Großteil abgearbeitet. Die nächsten Tage werden nochmal anstrengend und dann hoffe ich ab Mitte nächster Woche zumindest mal sowas wie eine kleine Pause machen zu können von der Arbeit. Sprich mal ein Wochenende ausschließlich mit Freizeit. Wäre, glaube ich, das erste in diesem Jahr.

Anyway, hier geht es jetzt also wieder weiter. Gebt mir noch ein wenig Zeit, bis der alte Blog-Rhythmus zurückgekehrt.

Was mal gesagt werden musste

Endlich ist der Winter weg.
Kalter Nordost-Wind gehört verboten.
Der Rücktritt von Guttenberg war überfällig.
Fehler in der 90. Minute in einem Fußballspiel sind besonders bitter.
Ich halte Karneval weiter für überbewertet.
Knapp 50% für die SPD in Hamburg sollte man auch nicht überbewerten.
Karneval: Akzeptiertes kollektives Betrinken bereits ab 09:00 Uhr in der Frühe.
Niklas Bendtner ist ein Weltklassestürmer.
Zwei Wochen ohne Facebook und Twitter können ein echter Segen sein.
Medienschelte in Deutschland hat mittlerweile null Effekt.
Hart aber unfair.
Bevor die DEL sich reformiert, hat der Papst ungeschützten Sex.
Nur weil Guttenberg geht, muss die halbe Bundesliga nicht ihre Trainer entlassen.
“Zug wird von verbeamtetem Lokführer gefahren.” wäre ein nette Zusatzinfo.
Der Fußboden im ICE ist auf Dauer unbequem.
Nikas Bendtner ist kein Weltklassestürmer.
Es gibt die Post-Karnevals-Depression.
E10 zeigt das Versagen von Politikvermittlung. Von allen Akteuren.
Best of Seven statt Best of Five.
Wie großartig ist bitte Boardwalk Empire!
Büroklammern sind völlig unterschätzt.
Hannover hat sich insgesamt gemacht.
Mich nervt es, wenn jede Katastrophe sofort politisch instrumentalisiert wird.
Als wäre es eine Neuigkeit, dass Atomtechnologie Risiken bereithält.
Ich warte noch auf das Erdbeben mit 8,9 auf der Richterskala in Deutschland.
Frank Rost sollte ein Buch über seine Zeit beim HSV schreiben.
Viertelfinale ist schön.
Gaddafi, Gadhafi oder Gaddhafi?
Auch in der 8. Staffel wird Navy CIS nicht langweilig.
Ich freue mich auf den Osterurlaub auf Sylt.
Ich soll mich um meine Zukunft kümmern, sagen alle.
Selten so viel gearbeitet und das Gefühl gehabt, nicht vorangekommen zu sein.
Aber jetzt ist ein Ende endlich absehbar. Wurde auch Zeit.
Hannover 96 wird die Europa League erreichen.
Es war richtig Thomas Schaaf nicht zu entlassen.
Eins, zwei oder drei?
“Ihnen zu widersprechen ist wie Tauben nach Athen tragen.”
“Wir kommen auf keinen grünen Nenner.”
Jürgen Trittin wäre in einem Debattierclub gut aufgehoben.
Findet jemand Angela Merkel als Kanzlerin noch gut?
Information overflow.
Ob Gaddafi/Gadhafi/Gaddhafi auf unseren Guido hört?
n-tv und N24 waren in den letzten 10 Tagen Nachrichtensender.
Ich habe das Bloggen vermisst.

Was gibt es Neues?

Und, ach ja, ich bin wieder hier. Good to be back. Ganz langsam geht es wieder los. Später mehr.