Drei mal 60 Minuten und in Krefeld ein wenig mehr sind in den DEL-Playoffs 2011 absolviert. Nachfolgend fünf kurze Feststellungen, die mir während der ersten drei Spieltage aufgefallen sind.
1. Es geht nichts über eine gute und stabile Defensive
Es gibt diesen abgedroschenen Satz aus den Playoffs in fast allen Sportarten: “Offense wins games, defence wins championships.” Aber auch an den ersten drei Spieltagen war er deutlich zu beobachten. Stehst du defensiv nicht über 60 Minuten nicht sicher, ist das Spiel eigentlich schon verloren. Vorübergehende Schwächephasen oder das Verschlafen eines Drittels darf man sich fast nicht leisten. Hannover ging am Mittwoch im ersten Drittel in Krefeld unter und konnte trotz großer Moral das Spiel nicht mehr drehen. Die DEG verlor den Überblick im Schlussabschnitt in Spiel 1 und kassierte prompt drei Gegentreffer. Das ist schlicht nicht zu kompensieren. Wie es anders geht, zeigt der EHC Wolfsburg, bei der das gesamte Team über 60 Minuten defensiv mitarbeitet. Nun hieß der Gegner der Grizzlys zwar nur Köln, die aber im letzten Saisondrittel brilliant aufspielten, trotzdem setzt Wolfsburg bei der Defensivarbeit Maßstäbe. Mal sehen, ob das auch gegen ein offensivstärkeres Team im Halbfinale gelingt.
2. Playoffs haben mit der regulären Saison wenig zu tun.
Viele Experten haben vor dem Viertelfinale immer wieder mit den Ergebnissen aus der Hauptrunde argumentiert. Da hat zum Beispiel Ingolstadt vier Spiele gegen die Eisbären Berlin gewonnen oder die Krefeld Pinguine den Scorpions immer die Grenzen gezeigt. Nun führen nach drei Spielen Hannover und Berlin mit 2:1. Glücklich und hart umkämpft. Aber in den Playoffs ist der Faktor bisherige Saisonduelle viel geringer als häufig angenommen. Viel mehr zählen Kampfgeist, Moral, Eingespieltheit und Playoff-Erfahrung – und das wird immer wieder vergessen: Glück.
3. Immer wieder: das ewige Motzen über die Schiedsrichter
Bereits gleich heute nach zwei Minuten ging Hans Zach am Sky-Mikro verbal auf die Schiedsrichter los. Sie seien ein Witz. Harte Worte, aber berechtigt, denn Köln wurde im ersten Drittel klar benachteiligt bei den Entscheidungen der Linesmen. Und auch wenn man sich durch die diversen Eishockey- und Vereinsforen wühlt, liest man selten eine positive Stimme über die Schiedsrichter. Es ist das, was ich schon immer an ihnen kritisiere. Die Entscheidungen werden beliebig getroffen. Mal ist etwas Stockschlag, mal nicht. Wenn wenigstens konsequent gepfiffen werden würde, wäre zumindest mir schon geholfen.
4. Wolfsburg im Halbfinale. Und wie geht es weiter?
Die Niedersachsen im Halbfinale, dazu die DEG, Hannover und Berlin mit 2:1 in den Serien vorne. Und da diese Liga so ausgeglichen ist, fast alle Spiele dieser drei Serien so verdammt eng waren, kann man schlicht keine Prognose abgeben. Vom Gefühl her, sehe ich Berlin am ehesten in vier Spielen ins Halbfinale einziehen. Dienstag geht es weiter.
5. Die Playoffs müssen besser vermarktet werden!
Liebe DEL-Verantwortliche, die Playoffs sind die Highlights des Jahres. Und irgendwas anders zum Beispiel bei der Berichterstattung im Online-Angebot? Nö. Wenn schon die traditionellen Medien die Playoffs ignorieren, dann macht doch wenigstens selbst etwas, um diese Zeit auch medial besonders für die Fans zu machen. Die Playoffs werden einfach unglaublich schlecht vermarktet. Ein bisschen Facebook ersetzt gar nichts. Und dazu noch das starre Festhalten an den Best-of-Five-Serien. Dabei haben die Spiele bis jetzt gezeigt, dass die Playoffs eng, umkämpft und emotional sind. Die Arenen sind gut gefüllt. Es müsste viel mehr solcher Spiele während einer Saison laufen. Also nochmal: Best of seven statt Best of five. Und Kompliment an Sky. Die Eishockey-Übertragungen sind und waren schon immer exzellent. Leider tut sonst auch Sky wenig um ein wenig auf die Übertragungen hinzuweisen.
Dienstag die nächste Runde. Es wird spannend bleiben.