Zitat des Tages: Montag, 18. April 2011 – Nicht mal mehr Hoffnung

“Of course, we believe we can do it. They will drop points and we believe we are good enough to win every game from now until the end of the season. We go into everything to finish first. We are Arsenal Football Club, we don’t want to finish second and we definitely don’t want to finish third. We just think about winning. It’s a huge disappointment because with a minute to go we scored what we thought was a winning goal. It’s still possible for us to win the title but it’s a big disappointment because we have to say we dropped two points.”

Arsenal-Keeper Szczesny zu den Meisterschaftschancen der Gunners. Klingt sehr optimistisch [via Arsenal online]

Ich habe diesen Optimismus nicht mehr. Seit gestern nicht mehr. Ich hatte ja schon an anderer Stelle geschrieben, dass Arsenal aus dem Rennen raus ist, wenn sie Liverpool nicht schlagen. Und dabei bleibe ich vorerst. Allenfalls ein richtig starkes Ausrufezeichen, ein souveräner Auswärtssieg bei den Tottenham Hotspur, könnte mich vielleicht noch einmal ein wenig umstimmen. Aber Arsenal und überzeugend mit ein paar Toren während der 90 Minuten – dieses Ereignis sehe ich einfach nicht. Vielleicht ja wieder auswärts, da klappt es ja besser. Und Tottenham spielt vielleicht offensiver als Pool. Ach, alles so viele Konjunktive und Konditionalsätze. Mittwoch wissen wir vielleicht mehr. Aber nach Sonntag spreche ich erstmal nicht mehr von einer Meisterschaftschance des FC Arsenal.

Premier League 2010/2011 #33 – Blackpool und West Ham spüren den Atem der Championship

Fünf Spieltage sind es noch bis zum Saisonende. Zwar haben die meisten Teams noch einige Nachholspiele zu absolvieren, trotzdem biegt auch die Premier League in die heiße Saisonphase ein. Bereits morgen könnte die Entscheidung um die Meisterschaft fallen. Sollte Arsenal morgen gegen Liverpool nicht gewinnen, ist meiner Meinung nach der Zug in Richtung Titel abgefahren. Für die Gunners ist es eine Schlüsselwoche. Morgen daheim gegen die Reds, am Mittwoch in der Nachholpartie bei den Tottenham Hotspur. Sollten da sechs Punkte rausspringen, wird es wieder spannend im Titelrennen.

Während der Kampf um die Meisterschaft morgen schon vorbei sein könnte, bleibt uns das Drama im Abstiegskampf wohl noch länger erhalten. Denn zwischen dem ersten Abstiegsplatz, der derzeit von Blackpool belegt wird, und dem Tabellenzehnten Newcastle United liegen nur sechs Zähler. Dennoch sind im Abstiegskampf heute zwei Teams dem Abstieg wieder ein Stück näher gekommen. Der FC Blackpool befindet sich weiter in freiem Fall. Heute gab es im Kellerduell gegen Wigan Athletic eine 1:3-Heimniederlage. Die Seasiders rutschten damit auf einen Abstiegsplatz, Wigan verließ dieselbigen. Für das Team von Ian Holloway setzt sich die Erfolgsmisere weiter fort. Nur eines der letzten 13 Ligaspiele wurde gewonnen. Und auch heute war Blackpool im 6-Punkte-Spiel gegen die Latics nicht auf der Höhe und bereit sich gegen den Abstieg zu stellen. Wigan ging durch Rodallega in der 3. Minute früh in Führung und kontrollierte das Spiel. Blackpool fiel wenig ein. Und ausgerechnet kurz vor dem Halbzeitpfiff erhöhte Wigan durch N’Zogbia auf 2:0 – der endgültige Todesstoß für Blackpool. Newcastle und Stoke heißen die nächsten Gegner für Blackpool. Es wird nicht einfacher.

Ganz viel late drama gab es im Upton Park, wo West Ham United mit 1:2 gegen Aston Villa verlor. Die Hammers gingen früh in Führung, Robbie Keane traf bereits nach 100 Sekunden. Villa fand zögerlich ins Spiel und brauchte eine halbe Stunde für die erste Torchance. Dann klappte es besser, Bent mit dem Ausgleich in der 36. Minute. In der zweiten Halbzeit agierten nur noch die Gäste, Villa dominant und es war eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis West Ham den Rückstand kassierte. Lange hielt man sich über Wasser, bis Agbonlahor in der zweiten Minute der Nachspielzeit per Kopf den Siegtreffer markierte. West Ham bleibt Vorletzter und insbesondere die Leistung in der zweiten Halbzeit gab wenig Grund zur Hoffnung, dass West Ham nochmal die Kurve bekommt. Die Mannschaft von Avram Grant hat zwar schon einige Male den Turnaround geschafft diese Saison. Viel Zeit bleibt dafür nicht mehr.

Einen richtig schlechten Lauf hat derzeit auch der FC Sunderland. Bei Birmingham City gab es die achte Niederlage in den letzten neun Spielen – und das ausgerechnet gegen einen direkten Konkurrent im Abstiegskampf, der nach Punkten mit den Black Cats gleichzog, jetzt das bessere Torverhältnis aufweist und noch ein Spiel weniger hat. Sunderland war im Herbst und Winter noch die Überraschung dieser Saison, und ganz plötzlich steckt man mitten drin im Abstiegskampf. Und das sind dann meist die schwierigsten Situationen. Nächsten Samstag hat man Wigan zu Gast. Die kommen mit Aufwind durch den Sieg in Blackpool. Und diese Partie darf Sunderland eigentlich nicht verlieren. Doch von der Heimstärke aus der ersten Saisonhälfte ist nichts mehr übrig, im Sturm fehlt nach seinem Wechsel zu Villa Darran Bent mehr denn je. Ersatz wurde nicht geholt.

Endgültig gerettet hat sich der FC Everton durch ein 2:0 gegen die Blackburn Rovers. Es war keine leichte Saison für die Toffees, insbesondere um den Jahreswechsel lieferte man fürchterliche Leistungen ab. Trainer David Moyes bekam vom Verein kein Geld für benötigte Neuverpflichtungen, verlängerte aber trotzdem sein Vertrag. Viele verletzte Spieler kehrten zurück und plötzlich spielte Everton wieder besser und erfolgreicher. Der Sieg gegen die Rovers verlängerte die erfolgreiche Serie. Seit dem 13. Februar hat Everton nicht mehr verloren. Leon Osman und Leighton Baines trafen. Blackburn bleibt dagegen im Abstiegskampf.

Final gerettet ist West Bromwich Albion noch nicht, mit 39 Punkten fehlt wahrscheinlich nur ein weiterer Sieg, West Brom macht sich die aktuelle Bilanz durch ein sehr schlechtes Torverhältnis zu Nichte. Heute verließ man als Verlierer den Platz. Der FC Chelsea besiegte die Baggies mit 3:1 und drehte innerhalb von vier Minuten die Partie. Nach der frühen Führung durch Odemwingie (17.) trafen Drogba und Kalou zum 2:1. Lampard sorgte noch vor dem Seitenwechsel für die Entscheidung. Chelsea hält sich zumindest die Chance auf die Meisterschaft ein ganz klein wenig offen. Aber es liegt nicht mehr in den Händen der Blues.

Es liegt an Arsenal, ob die Meisterschaft weiter spannend bleibt. Wenn nicht, hat Chelsea immerhin noch sehr gute Chancen auf den 2. Platz. Morgen Abend wissen wir mehr.

DEL-Finale 2011: Erfahrene Eisbären gegen Ken Magowan und Grizzly-Powerplay

Wenn im September eine neue Saison in der deutschen Eishockey-Liga startet, ist das der Moment, auf den alle 14 Teams hinarbeiten: das DEL-Finale. In der Serie Best of five stehen sich ab heute die Grizzly Adams Wolfsburg und die Eisbären Berlin gegenüber, das drittbeste Team der Vorrunde gastiert am Freitag zunächst beim Hauptrunden-Primus in Wolfsburg. Die Grizzlys stehen zum ersten Mal in einem DEL-Finale.

Und an dieser Stelle wären wir schon bei einer Dimension dieses Finales, die fernab der Überlegenheit des Teams von Pavel Gross diese Serie prägen wird. Wolfsburg hat die Hauptrunde und auch die Playoffs in einer Art und Weise dominiert, die jedem Finalgegner Schrecken einjagen müsste. Es sei denn, dieser Gegner heißt Eisbären Berlin. Denn was Wolfsburg vermeintlich an Finalerfahrung fehlt, haben die Eisbären aus der Hauptstadt fast schon im Blut. Aber zunächst einmal zu den Wolfsburgern. Die Behauptung, dass die Grizzlys überhaupt noch nie ein Finale gespielt haben, stimmt nicht ganz. 2009 wurden sie Pokalsieger gegen die Hannover Scorpions. Doch reicht das an nötiger Voraussetzung für eine Finalserie gegen die Eisbären Berlin? Sonst war für Wolfsburg bisher das Tor zum Finale immer verwahrt. 2009 im Viertelfinale gegen Hannover raus, 2010 im Halbfinale gegen Augsburg. Da ist der Finaleinzug 2011 fast schon der nächste logische Schritt gewesen. Die Mannschaft hat sich kontinuierlich weiter entwickelt und will jetzt ihren ersten großen Titel. Jene großartige Erfahrung, welche die Eisbären Berlin schon mehrmals feiern durften. Viermal gewannen die Eisbären die deutsche Meisterschaft, zuletzt 2009 gegen Düsseldorf. Auch das Jahr davor feierte man den Titel. 2010 reichte es nicht für die Meisterschaft, als Ersatz nahm man die European Trophy mit in die heimische Glasvitrine. Will sagen: Wenn eine Mannschaft weiß, wie man Titel gewinnt, dann sind es die Eisbären Berlin. Fragt sich nur, ob die Bären noch hungrig auf weitere Erfolge sind.

Dass sie es sind, haben sie am Dienstag in Spiel 5 in Düsseldorf gezeigt, wo man souverän, abgeklärt und erfolgreich einen 3:1-Sieg einfuhr. Es war die vielleicht beste Leistung bis dato in den Playoffs 2011. Das ist zum einen erfreulich, wenn die Spieler von der Leistung da sind, wenn es wirklich drauf ankommt. Zum anderen haben die Duelle gegen den ERC Ingolstadt und die DEG aber offenbart, dass die Eisbären von der völligen Dominanz und Souveränität der vergangenen Jahre noch ein gutes Stück entfernt sind. In Spiel 1 und 3 in Düsseldorf agierte man taktisch viel zu offen und machte in den spielentscheidenen Phasen die Fehler, etwas, was von den Eisbären bis 2009 kaum gewohnt war. Auch in Spiel 3 im Viertelfinale gegen Ingolstadt vor heimischer Kulisse ließ man sich die Butter vom Brot nehmen – nur um dann wieder zu zeigen, wie stark, selbstbewusst und kompromisslos man eigentlich auftreten kann. Spiel 4 in Ingolstadt war der erneute Beweis. Schaut man auf die Grizzlys Adams Wolfsburg, kann man die bisherigen Playoffs eigentlich recht schnell abhaken. Zwei Sweeps gegen Köln und Krefeld. Man konnte die bärenstarke Form der letzten Spiele aus der Hauptrunde in die Playoffs mitnehmen. Zwei Punkte schränken die angebliche Souveränität der Wolfsburger aber ein wenig ein. Der Gegner im Viertelfinale hieß nur Köln und in der Serie gegen die Pinguine waren alle Spiele eng und umkämpft mit dem stets glücklicheren Ausgang für Wolfsburg. Das ist dann natürlich in erster Linie individueller Qualität zu verdanken, nur hätten die Spiele 2 und 3 genauso gut an Krefeld gehen können. Vom Ergebnis dominant und souverän, die Spiele der Wolfsburger waren es nicht durchgängig. Es duellieren sich zwei Teams auf Augenhöhe. Blickt man auf die Bilanz der direkten Duelle, spricht diese eine klare Sprache für die Mannschaft von der Spree. Die letzten acht Duelle gewannen alle die Eisbären. Gewöhnlich spricht man bei solchen Teams von Angstgegner, nicht aber in den Playoffs, wo Serien meist gar nichts wert sind oder zumindest nur eingeschränkt gelten.

Die beiden größten Trümpfe der Gastgeber von der Aller sind die exzelltente Defensive – die Grizzlys stellten die beste Abwehr der Hauptrunde – und der in den Playoffs überragende Stürmer Ken Magowan. Mit seinen neun Treffern hat der Kanadier, der 2008 vom Zweitligisten SC Riesersee nach Wolfsburg wechselte, Maßstäbe gesetzt. Mit Jochen Reimer hat Wolfsburg in den Playoffs den stärksten Torhüter gehabt. Fast 95% aller Schüsse hat Reimer, der im Sommer zum EHC München wechselt, gehalten. Auf Platz 2 in der Liste folgt übrigens Rob Zepp von den Eisbären. Der deutlichste Vorteil könnte sich bei den Special Teams zeigen. Wolfsburg hatte in der Hauptrunde schon ein gutes Powerplay und das Überzahlspiel in den Playoffs nochmal verbessert, die Quote liegt bei knapp 27 Prozent. Nun sind insbesondere die Eisbären während der laufenden Saison nicht unbedingt für erfolgreiches Unterzahlspiel bekannt gewesen. Das hat sich in den Playoffs aber insgesamt ein wenig verbessert, gleichwohl hat die Serie gegen Düsseldorf gezeigt, dass, wenn man schnell spielt und zwei schlagfertige Schützen an der blauen Linie hat, die Chancen auf Powerplay-Tore groß sind. Das könnte der Schlüssel für Wolfsburg zum Titel sein. Mit Jan-Axel Alavaara und Sebastian Furchner hat Wolfsburg zwei Akteure in ihren Reihen, die von der blauen Linie treffen können. Dazu die spielstarken und schnellen John Laliberte, Tyler Haskins und Norm Miley. Das werden keine entspannten Nachmittage für Zepp im Berliner Tor.

Und die Eisbären? Erfahrung, Erfahrung, Erfahrung. Stefan Ustof fast 500 DEL-Spiele, Florian Busch über 300 Spiele, Andre Rankel ebenso, Frank Hördler ein paar weniger. Und das um nur mal einige Zahlen zu nennen. Und den Berlinern fehlt mit Denis Pederson noch ein weiterer Routinier verletzt. Mit Rob Zepp hat Berlin einen sehr guten Torwart und spielt in fast jedem Spiel mit vier Reihen. Don Jackson vertraut auch seinen jüngeren Spielern. Das ersetzt und ergänzt die Verantwortung und Erfahrung der ersten und zweiten Sturmreihe. Von den Statistiken ist Berlin jetzt gar nicht so auffällig, positiv wie negativ. Mannschaftliche Geschlossenheit bringt den Erfolg. Das überragende Publikum in der ausverkauften O2-World tut das Übrige dazu bei. Und dann hat Berlin mit Don Jackson einen Trainer, der 2008 und 2009 schon mit den Eisbären Meister wurde und schon mal den Stanley Cup in die Höhe recken durfte. Spieler wie Trainerteam sind erfahren im Gewinnen von Titeln. Spieler und Trainer wissen, was sie zu tun haben.

Die Bilanz zwischen beiden Teams aus den letzten Hauptrunden lassen wir jetzt mal außen vor. Es wird sicherlich eine engere Serie, als die Hauptrundenspiele es vermuten lassen. Wolfsburg geht ausgeruht in diese Finalserie, Berlin ist im Spielrhythmus und hat bisher keinerlei Anzeichen von Müdigkeit aufkommen lassen. Wenn Wolfsburg Spiel 1 zuhause gewinnt und schnell in das erfolgreiche Powerplay reinfindet, haben sie ganz gute Chancen. Laufstark sind beide Teams, Wolfsburg noch ein wenig mehr als Berlin. Ob es also so viele Strafen geben wird, bleibt abzuwarten. Berlin muss eigene Unterzahlspiele tunlichst vermeiden. Wenn ich mich festlegen würde, reichen Berlin die größere Erfahrung gegen die starken Wolfsburger Individualkünstler und das perfekte Powerplay. Die Eisbären gewinnen die Finalserie 2011 mit 3:1.

Lena, du hast es oft nicht leicht.

Gestern Abend eröffnete Lena Meyer-Landrut in der Berliner O2-World ihre Deutschland-Tournee, heute Abend macht sie in ihrer Heimatstadt Hannover Station. Da ich nun in Hannover geboren wurde und die lokalen Medien an der Leine krampfhaft versuchen die Begeisterung für Lena hochzuhalten – und ich gleichzeitig als Wahl-Düsseldorfer derzeit mit dem Eurovision Song Contest quasi an jeder Straßenecke konfrontiert werde, ist bei mir die Stimmung in Bezug auf Lena jetzt vielleicht nicht ganz so mies, wie sie es beim Rest der Republik scheint. Viele halten ihren Zauber für erloschen, sehen es als Fehler, dass sie ein zweites Mal antritt und trauen ihr sowieso nicht zu, dass sie große Hallen füllen und begeistern kann.

Soweit so gut. Gestern also Auftakt der Tour in Berlin. Gestern Abend twitterte die HAZ live vom Konzert und offenbarte ein Lob nach dem anderen. Von daher dachte ich mir heute Morgen, ich schaue mal, was die deutsche Presse so schreibt. Und Pustekuchen: Von großer Begeisterung war da nur selten was zu lesen. Was – nebenbei bemerkt – der erneute Beweis ist, Konzertkritiken nicht mehr zu lesen. Es sei denn, man war selbst auf dem Konzert. Aber es ist verblüffend, wie unterschiedlich die Zeitungen und Magazine den Tourauftakt von Lena bewerten.

Gestern Abend twitterte HAZ-Medienredakteur Imre Grimm über den Twitter-Account der HAZ:

“Gänsehautstimmung bei #lena: mr curiosity. Ein hauch von #usfo. Ich sag mal so: im osten geht die sonne auf. [...] #lena: premiere geglückt, konzert zu ende. Keiner sitzt mehr. So geht das. Und morgen ein Heimspiel in Hannover. Kommet zuhauf!

Entsprechend positiv fällt heute auch das Fazit in der Printausgabe der HAZ auf Seite 8 aus. Ich zitiere:

“Und siehe da. Sie kann das, tausende Menschen zwei Stunden begeistern [...] Sie hat die Sache früh im Sack. Eine spektakuläre Lichtshow, eine präzise, druckvolle Band – und eine Lena in Spiellaune, mit überraschend kräftiger Stimme.”

Auch die deutsche Presse-Agentur (hier ein Artikel im Weser-Kurier) spricht von einem fantastischen Konzert:

“Und die Fans, die gekommen waren, erlebten eine Lena in Bestform: Auf der Bühne der Berliner O2 World präsentierte sich die Hannoveranerin anders als beim Grand Prix 2010 nicht zurückhaltend minimalistisch, sondern mit großem Aufgebot. Eine auf Podesten stehende, gut aufgelegte Live-Band sowie Backgroundsängerinnen und Tänzerinnen ließen selten Langeweile aufkommen; ein Leinwand-Reigen leuchtender Sterne und Herzen, grellbunte Lichteffekte sowie Konfetti-Regen machten aus dem Konzert eine bunte Pop-Show.”

Der Stern hat ein völlig anderes Konzert gesehen und spart nicht mit Kritik an der gesamten Organisation der Lena-Tournee.

“Nur 6000 Zuschauer waren nach Berlin gekommen. Tapfer spulte Lena ihr Programm ab – und ist genau daran gescheitert [...] Doch nicht ihre Fans, sondern ihr Management ist an dieser Misere schuld. Die größten zur Verfügung stehenden Hallen in Deutschland wurden für die Lena-Tour gebucht. Festhalle Frankfurt, O2-Arena Hamburg, Lanxess-Arena Köln – der Größenwahn zieht sich quer durchs Land. 10.000 Karten wurden bei einer Gewinnspielaktion unters Volk gebracht, neuerdings werden die Tickets sogar zum halben Preis im Internet verscherbelt – vergebens. Bislang ist keine einzige Halle ausverkauft. Das passiert zwar selbst Superstars wie Kylie Minogue (nur 8000 Zuschauer in Berlin), doch bei Lena ist es umso bedauerlicher.

Denn ihr Konzert ist in Wahrheit ein Liederabend. Einer, der im Friedrichstadtpalast oder im Tempodrom, wunderbar funktioniert hätte, der aber in einer Arena zum Scheitern verurteil ist. Viel zu weit weg ist sie von ihrem Publikum. Die Bestätigung ihrer Fans, die sie dringend gebraucht hätte, sie kommt nicht bei ihr an. Versuche, mit dem Publikum in Kontakt zu kommen, bricht sie gerade dann ab, wenn die Zuschauer richtig in Fahrt gekommen sind. Selbst als sie bei der Vorstellung ihres neuen Songs “Wanna Find Love” drei Fans auf die Bühne holt, wirken diese eher wie ungewollte Statisten. Statt mit Lena zu tanzen oder zu singen, müssen sie auf einer Couch Platz nehmen.”

Dirk Hautkapp/Der Westen schlägt in die gleiche Kerbe und sieht anders als HAZ und dpa einen schwachen Auftritt von Lena.

“Und? So viel darf man vielleicht sagen, ohne der wirklich herzallerliebsten Diplomatenfamilien-Enkelin und ihren beseelten Anhängern, die als Vater, Mutter, Sohn und Tochter in Familienausflugformat angereist waren, zu nahe zu treten: Die Frühform ist noch nicht zum Fürchten [...] Überspringen wollte der Funke dennoch nicht so richtig. Und wo kein Funke, da kein Feuer. Ganz gleich, ob Lena „What Happened To Me“, „Mama Told Me“ oder „Mister Curiosity“ sang: Der schöne Charme des Unausgereiften und Unbeholfenen, der vor einem Jahr Millionen Castingshow-Zuschauer für die Hannoveranerin eingenommen hatte, ist auf der Bühne einem wohltemperierten Gleichmaß gewichen. Tausend mal gehört, live leider nix passiert. Seltsam langweilig.”

Haben wir von “langweilig” über “gescheitert” und “Bestform” alles dabei. Alles eine Frage der Betrachtung. Bleibt nur die Einsicht, selbst auf eine Lena-Konzert zu gehen um das mal zu prüfen. Platz gibt es ja noch genug. Und die Preise der Tickets sinken ja auch weiter. Und das sagt ja eigentlich schon alles.

Zitat des Tages: Mittwoch 13. April 2011 – Lauwarmer Auftritt

„Wichtig war, grundlegend zu definieren, was den Eishockeysport überhaupt ausmacht [...] Wir wollen einen positiven Imagetransfer durch ein dynamisches und zeitgerechtes Erscheinungsbild schaffen. Dazu wird der neue Auftritt beitragen.”

DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke zu dem leicht modifiziertem DEL-Logo und dem neuen Markenauftritt der Deutschen Eishockey Liga (Quelle: Pressemitteilung der DEL)

Dass ein neuer Markenauftritt nicht zur neuen Saison gestartet wird, sondern zur Finalserie ab Freitag, sagt eigentlich schon alles über das Dilemma der DEL aus. Im September würde man so eine kleine lauwarme Neuerung – denn mehr ist es nicht – kaum wahrnehmen. Ein bisschen Kreativität, mehr nicht. Und auf den positiven Imagetransfer warte ich schon seit Jahren. Der neue Markenauftritt ist eigentlich ein Schlag ins Gesicht jedes Eishockey-Fans in Deutschland. Die Playoffs werden trotz nahezu rappelvoller Hallen weiterhin als Best Of Five zu spielen, die DEL-Homepage begleitet die Playoffs nur mit dem Nötigsten. Grundlegende strukturelle Probleme im deutschen Eishockey werden weiter nicht angegangen. Aber Hauptsache, man verkündet einen neuen Markenauftritt. Hätte man heute endlich einen neuen Kooperationsvertrag zwischen DEL, DEB und ESBG verkündet, der wieder den Auf- und Abstieg aus der DEL einführt, hätte ich mich gefreut. Wenn man heute Best of Seven für die Playoffs 2012 verkündet hätte, wäre ich begeistert gewesen. So ist der heutige Tag eine bloße erneute Offenbarung der DEL. Eiskalte Leidenschaft für ein abgestaubtes, höchstens in der Außendarstellung und Wahrnehmung in diesem Land lauwarmes Produkt. Dabei ist das ein so toller Sport. Frage mich bloß, warum man nicht erst das Produkt reformiert und dann einen neuen Markenauftritt initiiert? Es passt zu meinem Erscheinungsbild, das ich von den DEL-Verantwortlichen habe. Wird nicht besser.

Eigentlich zu schön um aufzuhören

Und dann sitze ich da heute Nachmittag um 16:00 Uhr im Büro, schaue auf meine To-Do-Liste und sehe, dass da im Vergleich zu den letzten Wochen fast gar nichts mehr steht. Das DFPK ist vorbei, die Forschergruppe hat begonnen und läuft vorübergehend erstmal von selbst und alles andere sind die üblichen Kleinigkeiten an Alltagsaufgaben, die hin und wieder viel Zeit fressen, gleichzeitig aber endlich mal wieder die gewünschte Flexibilität erlauben.

Und im Prinzip könnte ich jetzt damit das letzte große Projekt dieses Jahres anfangen, meine Masterarbeit. Nur so richtig Lust habe ich noch nicht es auf meine To-Do-Liste zu schreiben. Vielleicht ab nächster Woche. Überhaupt ist das ja so ein Phänomen mit dem Schreiben der finalen Abschlussarbeit an der Universität. Ich kenne die wenigsten, die das innerhalb des vorgeschriebenen Zeitrahmens (nennt sich Regelstudienzeit, bei einem Master in Deutschland vier Semester) erledigt haben. Viele haben ein oder zwei Semester drangehängt, andere ein Urlaubssemster eingelegt für Praktika und Arbeit um dann später die Masterarbeit zu schreiben. Es hat wohl viel weniger mit Faulheit zu tun, als die Vergewisserung, dass mit dem Schreiben dieser 80 Seiten die Studienzeit in ihre letzte Kurve einbiegt. Und damit für die meisten die bisher schönste Zeit des Lebens allmählich zuende geht. Ich habe die Studienzeit immer genossen und genieße sie noch immer, auch wenn ich die meiste Zeit nebenbei noch gearbeitet habe. Aber trotzdem lässt das Studentensein im Vergleich zur vollberuflichen Anstellung immer noch eine großzügige Flexibilität bei der Alltagsgestaltung zu, gibt die Möglichkeit zwei, drei Tage einzuschieben um mal nichts zu tun – ohne dann gleich Urlaub beantragen zu müssen – und man kann meist ohne schlechtes Gewissen auch in der Woche mal auf die ein oder andere Party gehen. Und zu guter Letzt gibt es Spielraum sein Wissen zu erweitern, inhaltlich über den Tellerrand zu schauen, mit Menschen aus anderen Berufsfeldern und Studiengängen in Kontakt zu kommen – all das wird nach dem Studium wieder schwieriger.

Und so habe ich mich gerade dabei erwischt, für einen Moment in ein wenig Sentimentalität zu versinken. Aber nur kurz. Bringt ja in diesem Fall nichts, weil man ewig diese Masterarbeit nicht aufhalten kann. Am Wochenende geht es dann los mit ersten Überlegungen. Es sei denn, der Sommer kommt zurück.

Und wieder eine Saison ohne Titel für den FC Arsenal

Bevor wir loslegen, zu Beginn ein paar Zitate von Arsenal-Trainer Wenger:

“I believe we have done quite well. But my concern is that the policy we have chosen delivers trophies. In the last four, five years we have gone for a young team, to bring them up, while we built the new stadium and I believe we have managed quite well to stay in the top four. But we need to deliver trophies now.”
The Guardian: Arsenal Saisonvorschau, 15.08.2010

“We want to focus on the quality of our performances, and the rest will be the consequences of those performances. The major trophies are the Champions League and the Premiership, but if we can win the League Cup as well, we will take it. We want to win trophies and be at the top, but you can only do as well as you can. At the moment, we are at the end of November and are in quiet a good position in all of the competitions.”
The Daily Telegraph, 30.11.2010

“But because people are so much after us about trophies, we want to win one. There is a weight on the team. We have to deliver trophies. Winning the Carling Cup will mean we don’t have to answer that question any more about whether we can win trophies.”
The Daily Telegraph, 25.02.2011

“We have a good chance to do it this year. We want to win the trophy because we are all conscious we have won nothing yet. The hunger, the talent and I think the nerves are there.”
Football Discussion, 21.03.2011

Noch vor knapp zwei Wochen hat Arsene Wenger also gesagt, dass sein Team Titel gewinnen will. Den Hunger, das Talent und die Nerven werde sein Team dafür haben. Knapp 24 Stunden nach dem trostlosen 0:0 gegen die Blackburn Rovers dürften die Gunners auch ihre letzte Titelchance verspielt haben. Während Manchester United nach einem 0:2-Halbzeitrückstand noch zu einem 4:2 bei West Ham United kam, schaffte es Arsenal über 90 Minuten nicht die Rovers längerfristig unter Druck zu setzen. Und die zwei, drei sehr guten Chancen haben die Gunners dann nicht genutzt. Sieben Spieltage vor Schluss beträgt der Rückstand auf die Red Devils bei einem Spiel weniger sieben Punkte. Arsenal hat Man Utd am 1. Mai zwar noch zu Gast im Emirates, man könnte den Rückstand also ein wenig verkürzen. Gleiches gilt für das Nachholspiel am 20. April gegen Tottenham. Das wäre der Optimalfall, damit zu rechnen sollte man nicht. Und selbst dann würde man immer noch hinter Man Utd herlaufen. Und so problematisch die Defensivprobleme vom Team von Sir Alex sein mögen – Rio Ferdinand ist immerhin schon wieder im Training – scheint es so zu sein, als würde Man Utd stets einen Ausweg aus einer misslichen Lage finden. Arsenal schafft dies nicht.

Und so steht der Klub aus dem Nordosten Londons Anfang April da, wo er zu dieser Jahreszeit eigentlich immer befindet. Man hat in allen Wettbewerben gut mitgehalten, flog in der Champions League gegen das weltbeste Team raus und musste gleich drei Tage später im FA-Cup zu Man Utd. Das ist dann auch ein wenig Pech. Im Carling Cup spielte man sich bis ins Final, um dann, als es wirklich drauf ankam, nicht die Nerven für den besonderen Moment zu haben. Da war das Team selber schuld. Und in der Premier League war man lange der einzige Verfolger von Manchester United. Aber seit der Niederlage im Finale des Ligapokals kommt Arsenal nicht mehr in Tritt. Und so hat man in den letzten Wochen immer mehr an Boden verloren. Zuletzt gab es in der Liga drei Remis in Serie, gegen Sunderland, West Bromwich und Blackburn. Und mit solchen Resultaten gewinnst du dann keinen Blumentopf.

Woran liegt es? Ganz aktuell sind erstmal zwei Punkte zu nennen. Zum einen die Verletztenliste. Szczesny, Fabregas, Walcott, van Persie, Song, Diaby, Djourou waren die letzten Wochen alle verletzt beziehungsweise fehlen teilweise immer noch. Und der Kader von Arsenal hat nicht die Tiefe dies zu kompensieren. Es ist aber auch eine Ausnahmesituation. Und zum anderen ist ganz offensichtlich, dass die Niederlagen gegen Birmingham im Carling Cup und das Aus gegen den FC Barcelona die Spieler mental ein wenig zurückgeworfen haben. Das Selbstvertrauen fehlt. Die Überzeugung ist nicht präsent.

Und dann gibt es noch einen längerfristigen Grund, der sich gestern gegen Blackburn mal wieder offenbart hat. Wenn Arsenal Platz und Zeit zum Kombinationsspiel hat, spielen sie mit den schönsten Fußball der Welt. Wenn sich Teams hinten rein stellen und die Räume eng machen, hakt das System der Gunners. Wie heißt es immer so schön: Sie können nicht anders spielen. Für einen Titel müssten sie es aber eigentlich. Denn insbesondere im letzten Saisondrittel wird diese Diskrepanz zum Nachteil. Gegen Teams aus der unteren Tabellenhälfte kann man nicht erwarten, dass sie gegen Arsenal auf Sieg spielen, die nehmen lieber einen Zähler mit. Und das zeigt sich noch viel entscheidener in den letzten Saisonspielen, wenn es um alles für diese Mannschaften geht. Und Arsenal kommt damit nicht zurecht. Letztes Jahr hat man die Ohren von Wigan lang gezogen bekommen, jetzt haben Sunderland und Blackburn gezeigt, wie man einen Punkt aus dem Emirates mitnimmt.

Und was heißt das für Arsene Wenger? Er muss jetzt nicht zurücktreten, wie einige planlose Fans jetzt schon wieder fordern. Aufgabe für Wenger im Sommer muss es sein, in neue Spieler zu investieren. In noch mehr Erfahrung, in mehr Durchschlagskraft im Mittelfeld, in mehr Stabilität in der Defensive. Und viel wichtiger: Er muss das Spielsystem modifizieren, es flexibler machen, auf Mannschaften wie Blackburn oder West Bromwich Albion abstimmen. Das ist die To-Do-Liste für den Sommer. Für den Rest der Saison heißt es: Platz 2 sichern. Das ein wenig erschütterte Vertrauen der Fans wieder zurückgewinnen. Und dann nächstes Jahr ein neuer Versuch wie immer. Dabei darf aber eben nicht übersehen, dass sich Arsenal von Saison zu Saison steigert. Irgendwann kommt dann schon die Trophäe.