Bundesliga-Stöckchen 2011/2012

Gefunden bei der lieben Frau Pleitegeiger. Dann will ich mich mal ans Beantworten der Fragen machen.

Dein Verein heißt:
SV Werder Bremen

Wie lautet das offizielle Saisonziel, sofern es bekannt ist?
Wenn ich die Diskussion der letzten Tage richtig mitbekommen habe, will sich der Verein und insbesondere Klaus Allofs auf kein Saisonziel festlegen. Berücksichtigt man die finanziellen Rahmenbedingungen und die Stärke des Kaders muss aber eigentlich im Mai 2012 ein Platz unter den Top 5 herauskommen. Das lässt sich auch mit den Aussagen von Schaaf und Allofs im Werder-Magazin vereinbaren. Andernfalls steht Werder vor einem noch größeren Umbruch als vor dieser Spielzeit.

Wie lautet DEIN Saisonziel für Deinen Verein oder Deine Vereine?
Auch wenn ich derzeit noch nicht wirklich dran glaube, aber Werder sollte schon unter die Top 5 kommen oder zumindest das Pokalfinale gewinnen. Ein paar Sympathien hege ich natürlich auch für Hannover 96. Da würde ich mir einen einstelligen Tabellenplatz und die Qualifikation für die Gruppenphase in der Europa League wünschen. Ob das klappt, wissen wir ja schon Ende August.

Welchen Spieler hätte Deine Mannschaft in der Pause lieber nicht abgegeben?
Kann mit allen Abgängen eigentlich ganz gut leben. 13 Abgänge sind zwar viel, waren aber notwendig. Peter Niemeyer (zu Hertha BSC) hat seine Chancen nie wirklich nutzen können. Höchstens bei Torsten Frings habe ich ein klein wenig Bauchschmerzen. Spielerisch war das von Frings in der letzten Saison nicht immer goldig, aber von der Einstellung war das immer vorbildlich.

Welchen Spieler hätte Deine Mannschaft besser verkaufen sollen?
Arnautovic, I’m looking at you. Noch gebe ich dir eine Chance. Nutze diese bitte.

Wen hätte Deine Mannschaft diese Saison lieber NICHT gekauft?
Bin noch ein wenig skeptisch bei Lukas Schmitz. Aber, hey, es kann auf der Linksverteidigerposition nur besser werden bei Werder.

Wer von den neuen Spielern wird Deiner Mannschaft am besten helfen?
Hoffentlich bei den ganzen Ausfällen zunächst mal Andreas Wolf. Und ich hoffe, dass Rückkehrer Rosenberg endlich mal seine 15 Tore in einer Saison schafft.

Wie wirst Du in dieser Saison Deine Mannschaft unterstützen?
Hoffe, ich kann zu ein paar Heimspielen schreiben, wahrscheinlich erst in der Rückrunde (blöde Masterarbeit bis Ende des Jahres). Ansonsten natürlich vor dem heimischen TV oder in irgendeiner Altstadtkneipe.

Wie findest Du das neue Trikot Deiner Mannschaft?
Trikot ist mir so egal.

Welcher Stürmer wird die Torjägerkanone holen?
Der, die meisten Tore schießt. Von Werder keiner. Pizarro vielleicht, wenn er ohne Verletzungen durch die Saison kommt. Ansonsten lege ich mich mal auf keinen Namen fest.

Welcher Trainer wird als erstes gefeuert?
Lucien Favre. Fragt mich aber nicht warum.

Welche Mannschaft wird das erste Tor der Saison schießen?
Da Dortmund gegen den HSV 0:0 ausgeht, tippe ich mal auf den 1. FC Köln gegen Wolfsburg. The only thing to expect is the unexpected.

Welche Mannschaften SOLLTEN absteigen?
Mir egal, wer absteigt. Solange es nicht irgendein Verein ist, für den ich gar keine Sympathien habe. Und das sind Leverkusen, Wolfsburg, Bayern, Nürnberg und Kaiserslautern. Aber aus der Liste steigen wohl eher wenige ab.

Welche Mannschaft wird Meister?
Bayern München.

Wenn Du nicht im Stadion bist, wo wirst Du die Spiele sehen?
Auf Sky.

Wie sehr vermisst Du die Bundesliga auf einer Skala von 1 bis 10 – wobei bei 1 so ziemlich keine Träne nach der Bundesliga verdrückt wird und 10 quasi bedeutet, daß Du ernste Entzugserscheinungen hast?
Na ja, vielleicht eine knappe 8.

Wird es eine spannende Saison für Deine Mannschaft?
Ich bin Fan von Werder Bremen.

So kommuniziert Sky Deutschland mit seinen Abonnenten

Ich freue mich schon auf die neue Premier League Saison. Am 13. August geht es in die neue Saison. Die Premier League ist der primäre Grund, warum ich noch ein Abo von Sky Sport habe. Letzte Saison konnte man bis zu fünf Spiele pro Spieltag sehen. Das war ein großartiges Angebot. Nun tauchten im neuen TV-Guide für den August bloß drei Übertragungen pro Spieltag auf. Bei mir setzten die Alarmglocken ein. Das riecht nach der alten PREMIERE-Strategie, mal wieder Programminhalte kürzen. Mittlerweile versucht Sky Deutschland via Twitter und Facebook eine engere Bindung zu seinen Abonnenten aufzubauen.

Am 16. Juli fragte ich draufhin via Twitter, wie das Sendekonzept für die neue Premier League Saison aussieht. Als Antwort bekam ich die alte Faustregel “bis zu 5 Spiele pro Spieltag”.

Gestern ging ich auf die Sky-Homepage für den internationalen Fußball und fand unter dem Sendekonzept für die Premier League diesen Hinweis, dass man weiterhin fünf Spiele pro Spieltag zeigt. Klingt komisch.

Wird aber klar, wenn man in die Untiefen des Sky-Kundencenters geht und sich über den Fußballempfang informiert. Dort steht schwarz auf weiß, dass es nur noch drei Spiele pro Spieltag gibt. Das ist dann deckungsgleich mit den Einträgen im TV-Guide.

An mehreren Stellen hat Sky versagt. Via Twitter und Facebook gibt man (bewusst) falsche Informationen an die Abonnenten, auf der offiziellen Website zum internationalen Fußball wirbt man weiter für fünf Spiele pro Spieltag. Nur in den Untiefen des Kundencenters entdeckt der aufmerksame Abonnent, dass die Übertragungen gekürzt wurden. Und das ist zum Start eines dritten HD Sport-Kanals, der mit Wiederholungen vollgestopft wird statt Live-Fußball aus der Premier League zu zeigen. Und wie soll sich bei einem solchen Durcheinander ein Kunde informieren und längerfristig Vertrauen in das Unternehmen aufbauen?

Ein Rückfall in alte, längst vergessene PREMIERE-Zeiten. Und dabei wollte Sky doch alles anders und besser machen. Vorerst ist davon nichts zu erkennen.

Premier League 2011/2012: News in Kürze (IV)

Ich war gestern Nachmittag natürlich auch in Köln beim Testspiel zwischen dem FC und Arsenal. Ich würde Testspiele nie groß überbewerten, von daher belasse ich es bei ein paar kurzen Eindrücken. Als Gradmesser für die neue Saison würde ich sowohl die Leistung der Gunners als auch der Kölner nicht nehmen. Was mir gut bei Arsenal gefallen hat, war das Tempo in der ersten Hälfte, das gute, schnelle direkte Spiel (wunderbare Vorlage von Wilshere vor dem 1:0 und tolle Übersicht vor dem 2:0 für Walcott auf dem rechten Flügel). Das sah im Mittelfeld auch ohne Fabregas sehr kreativ und druckvoll aus. Gervinho im Sturm hatte mit seinen zwei Toren – das erste fand ich technisch herausragend gemacht – natürlich einen perfekten Einstand. Wenn er die Chancenauswertung auch in der Saison zeigt, war das ein guter Transfer. Defensiv wurde man von den Kölnern jetzt nicht so intensiv gefordert, aber das sieht immer noch nicht zufriedenstellend aus. Da fehlt noch ein wenig die Abstimmung, die Souveränität. Von Conor Henderson kann man noch nicht erwarten, dass er auf einem Qualitätsniveau eines Vermaelen spielt. Das ist noch viel Luft nach oben.

***
Blieben wir kurz noch bei den Gunners. Im Rahmen eines längeren Interviews für die Website des FC Arsenal hat Arsene Wenger nochmal bestätigt, dass ein neuer Verteidiger noch gesucht wird. ESPN Soccernet hat die wichtigsten Aussagen zusammengefasst. Wenger wollte allerdings keine Namen bestätigen. Im Fokus der Überlegungen scheint aber Phil Jagielka vom FC Everton zu stehen. Ein erstes Angebot in Höhe von 12 Millionen Pfund wurde von den Toffees aber abgelehnt. Unklar, ob Arsenal das Angebot für Jagielka nochmal erhöht oder sich nach Alternativen umschaut. Will Wenger Jagielka wirklich verpflichten, wird er um eine deutlich höhere Offerte nicht herumkommen.

Keine weiteren Neuverpflichtungen in diesem Sommer, hat jetzt Sir Alex Ferguson auf der USA-Reise von Manchester United angekündigt. Das kommt überraschend, hat primär aber wohl zwei Gründe. Die Wunschspieler von United, Samir Nasri, Luka Modric und Wesley Sneijder, bleiben entweder bei ihrem Verein oder haben anderen Vereinsziele. Gleichzeitig muss auch Man Utd ein wenig auf das eigene Budget achten. Sneijder scheint momentan für die Red Devils nicht zu bezahlen sein.

Auf Asien-Reise ist derzeit der FC Chelsea, dessen neuer Trainer Andre Villas-Boas dem Daily Telegraph ein längeres lesenswertes Interview gegeben hat. Villas-Boas ist der Ansicht, dass die Blues keine weiteren Neuverpflichtungen und Verstärkungen benötigen. Er zeige Respekt gegenüber dem hochwertigen derzeitigen Kader. Das ist sicherlich richtig, aber auch hier könnte ähnlich wie Manchester United das knappe finanzielle Budget ausschlaggeben sein. Man scheint nicht bereit alles Geld der Welt für Luka Modric hinzublättern.

Der FC Fulham hat den tschechischen U21-Nationalspieler Marcel Gecov von Slovan Liberec verpflichtet. Der Mittelfeldspieler ist den Cottagers positiv bei der Europameisterschaft aufgefallen und bekommt für eine nicht näher bekannte Ablösesumme einen 2-Jahres-Vertrag.

Die italienische Gazetta dello Sport meldet heute, dass Alberto Aquilani vor einem Wechsel zum AC Florenz steht. Angeblich soll es bereits eine Einigung zwischen der Fiorentina und dem FC Liverpool geben, schreibt goal.com.

Interessant ist in diesen Tagen, was Aston Villa noch auf dem Transfermarkt tätigt. Mit Ashley Young (zu Manchester United) und Stewart Downing (zum FC Liverpool) hat man zwei Leistungsträger abgeben müssen. Ersatz für die beiden Flügelspieler wurde noch nicht gefunden. Trainer Alex McLeish hofft vor allem, dass Youngstar Marc Albrighton die Lücke füllen kann. Der zeigt sich glücklich über das Lob: “Das ist natürlich schön zu hören von unserem Trainer. Wir haben eine große Lücke zu füllen, aber für mich ist das die Gelegenheit.” Mehr von Marc Albrighton ist hier nachzulesen.

Altstadtpflaster

Eine der Hauptsehenswürdigkeiten für Touristen in Düsseldorf ist die Altstadt, wo sich Restaurant an Restaurant oder Kneipe an Kneipe reiht. Wenn auf dem Rhein die Hotelschiffe aus den Niederlanden anlegen, führt der erste Weg sofort an die “längste Theke der Welt”. Für die Touristen bleibt sie das auch wohl, für die Bewohner Düsseldorfs wird die gemütliche Umgebung derzeit zu einer Politikposse auf Kommunalebene. Das ganze steht noch ziemlich am Anfang, besitzt aber Potential für viele lustige und kontroverse Diskussionen.

Es geht ums Altstadtpflaster.

Um die Altstadt optisch noch weiter aufzuwerten, hat sich die politische Elite der Stadt entschlossen ein neueres, helleres Pflaster zu verlegen. Das ist mit vielen Baurarbeiten verbunden, Wirte klagen über Einbußen. Alles gar nicht so gemütlich gewesen. Nach und nach wurden die einzelnen Straßen mit neuem Pflaster ausgelegt, 2013 sollte alles runderneuert sein. Ungefähr 6 Millionen Euro kostet die Schönheitsoperation. Letzlich besteht, so ist es zumindest meine Einschätzung, Konsens darüber, dass das Altstadtpflaster erneuert werden musste. Zum ersten Mal in Kritik gekommen ist aber das ganze Vorhaben, als die Politik sich sehr schnell für ein Design entschlossen hat – ohne sich groß mit den Bewohnern und Wirten der Altstadt abzusprechen.

Das Pflaster wurde nach und nach verlegt. Mitte April wurden dann in dem neu verlegten Straßen Risse in den Steinen entdeckt. Offensichtlich ist das Material der Pflastersteine doch nicht so belastbar. Im Düsseldorfer Rathaus ließ man sich davon nicht beeindrucken. Ist ein Einzelfall, kann mal passieren. Weiter geht es. Und jetzt tauchen nach und nach überall dieselben Schäden auf, quer durch die Altstadt, unabhängig davon, ob jetzt zehntausende oder nur 500 Menschen täglich über das Pflaster flanieren. Konsequenz: Baustopp. Und die Wirte haben weiter den Bagger in ihrer Küche.

Der Baustopp wurde von allen Seiten bejubelt. Alternativlos, nennt man solche Maßnahmen ja. Das aber Interessante ist jetzt die Suche nach möglichen Ursachen. Und da sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Eine kleine Auswahl:

- Altstadtwirte: Es waren die Pferde des Schützenumzuges am Wochenende.
- Erstes wissenschaftliches Gutachten aus dem April: Falsche Fugenfüllstoffe
- Unsachgemäße Verlegung durch die Baufirma

Die bisher beste Erklärung liefert die FDP im Düsseldorfer Rathaus: Sabotage!

Ende der Woche gibt ein weiteres Gutachten hoffentlich erste Aufklärung.

Wobei Sabotage als Ursache. Müsste man mal schauen, ob einige Kölner derzeit unter Schlafstörungen leiden. Aber das wird die FDP sicherlich beweisen.

Premier League 2011/2012: News in Kürze (III)

Der Daily Telegraph meldet heute, dass Aston Villa kurz vor der Verpflichtung von Shay Given von Manchester City steht. Der Torhüter wurde letzte Saison immer wieder in Verbindung mit Arsenal gebracht, nachdem er unter Roberto Mancini zur Nummer 2 hinter Joe Hart degradiert wurde. 3,5 Millionen Pfund Ablöse stehen im Raum.

Die Zukunft von Carlos Tevez in Eastlands ist weiter offen. Manchester City lehnte unter der Woche ein Angebot des brasilianischen Klubs Corinthians in Höhe von 35 Millionen Pfund ab. Nun wurde das Angebot nochmal auf 39 Millionen Pfund (etwas 44 Millionen Euro) erhöht. City will Tevez eigentlich nur abgeben, wenn ein Verein bereit ist 50 Millionen Euro zu zahlen.

Michael Essien wird dem FC Chelsea ein halbes Jahr fehlen. Der Mittelfeldspieler verletzte sich im Training und wurde bereits erfolgreich am rechten Knie und Meniskus operiert. Mit einer Rückkehr des Ghanaer rechnen die Blues frühstens im Januar 2012.

Auch die Tottenham Hotspur sind vom Verletzungspech gefolgt. Sandro hatte sich ebenfalls am Knie verletzt und wird nach Operation drei Monate pausieren müssen. Der Brasilianer verließ die Copa America und wurde in London operiert, melden die Spurs auf ihrer Website.

Bleiben wir im Norden Londons, beim FC Arsenal. Die Gunners befinden sich zurzeit auf Asientour in Malaysia und China, haben bereits beide Freundschaftsspiele absolviert. Heute gab es gegen Hangzhou Greentown ein wenig aussagekräftiges 1:1. Positiv in den Testspielen ist vor allem Carlos Vela aufgefallen. Bleibt zu hoffen, dass den stets guten Leistungen in der Vorbereitung auch mal tolle Spiele während der Saison folgen. Arsenal hat die Verpflichtung von Gervinho mittlerweile bestätigt. Momentan sieht es auch so aus, als würde Cesc Fabregas weiterhin bei Arsenal bleiben. Im Prinzip geht selbiges auch für Samir Nasri. Wenger hatte vor ein paar Tagen gesagt, dass er Nasri trotz auslaufenden Vertrag noch eine Saison für die Gunners spielen sehen will. Manchester City Trainer Roberto Mancini hat die Hoffnungen Nasri zu verpflichten aber noch nicht aufgegeben, wie bei ESPN Soccernet nachzulesen ist. Ein Angebot in Höhe von 27 Millionen Pfund hatte Arsenal zunächst abgelehnt. Solche Kommentare bringen Arsene Wenger, der mit seiner neuen durchaus stylischen Brille auch äußerlich immer mehr der sparsame Finanzbuchhalter wird, auf die Palme. Mancini, so Wenger, habe mit seinen respektlosen Kommentaren gegen die Regeln des Fußballs verstoßen. Die Äußerungen von Mancini seien “out of order“. Da dürfte der letzte Giftpfeil noch nicht geflogen sein.

Der FC Chelsea hat die beiden Verträge mit den englischen U21-Nationalspielern Josh McEachran and Ryan Bertrand langfristig verlängert. Quelle: Premier League News

Stoke City hat Verteidiger Jonathan Woodgate von den Tottenham Hotspur verpflichtet. Der 31-jährige ehemalige englische Nationalspieler wechselt ablösefrei ins Britannia Stadium und in der Innenverteidigung mit Robert Huth auflaufen. Beide kennen sich noch sehr gut aus ihrer Zeit beim FC Middlesbrough.

Die Wolverhampton Wanderers haben Roger Johnson von Absteiger Birmingham City verpflichtet.

Newcastle United hat mal wieder Probleme mit seinen Fans. Bei einem Testspiel in Darlington haben Fans der Magpies in der 55. Minute den Rasen gestürmt. Das Spiel wurde 10 Minuten unterbrochen, in denen Trainer Alan Pardew versuchte die Fans zu überzeugen wieder auf ihre Plätze zu gehen. Der Verein hat drastische Strafen für das Verhalten angekündigt.

Viel auf dem Transfermarkt ist auch beim FC Liverpool los. Nach den Verpflichtungen von Charlie Adam und Jordan Hernderson haben die Reds zwei weitere prominente Transfers getätigt. Vom AS Rom kommt Torhüter Alexander Doni ablösefrei an die Anfield Road. Zudem wurde von Aston Villa der englische Nationalspieler Stewart Downing geholt. Der 26-jährige hatte den Medizincheck bestanden und bekommt einen langjährigen Vertrag. Und Aston Villa eine Menge Geld. Auch die Reds sind derzeit auf Asien-Tour und schießen sich richtig warm für die neue Saison. Gegen Guangdong gab es ein 4:3, heute besiegte man eine Auswahl Malaysias mit 6:3. Torschützen: Maxi Rodriguez und Ngog (je 2), Kuyt und Charlie Adam.

Zitat des Tages: Donnerstag, 14. Juli 2011 – Where would Hemingway go today?

“Europe is feeling uncertain in a rapidly changing world. While European cities possess enormously rich cultural and historical heritages that make them a magnet for tourists, the forces of globalization are sweeping across the land. Europe is staging an unprecedented experiment to integrate different countries into one supranational entity, with the help of tens of thousands of specially trained eurocrats. With its high standard of living and generous social models, Europe is a very comfortable place to live, but can barely afford it anymore. Protectionist feelings are spreading, including the willingness to guard traditional ways of life from people of different cultures and religions. Finally, in losing its central position in world affairs, Europe wants to be left alone and focus on internal development rather than external ambition.”

Fyodor Lukyanov, Chefredakteur der Zeitschrift Russia in Global Affairs, mit einer, wie ich finde, sehr präganten Beschreibung des derzeitigen europäischen Selbstverständnisses.

Der Beitrag von Lukyanov ist Teil einer exzellent zu lesenden Artikelserie der New York Times, die fragt, welche Stadt in Europa zurzeit das dynamische Zentrum des Kontinents darstellt: Where would Hemingway go?

Premier League 2011/2012: Terminierung der TV-Spiele bis Ende November

Die Premier League hat heute Vormittag nach Absprache mit Sky Sports und ESPN UK die TV-Spiele auf der Insel bis Ende November festgelegt. Damit hat der Spielplan innerhalb dieser Phase fast seine endgültige Struktur erhalten. Kleine Änderungen könnten sich noch durch die Ansetzungen in der Champions League ergeben. Alle TV-Spiele von Sky Sports und ESPN UK werden in der Regel auch bei Sky hier in Deutschland zu sehen sein. Plus das 16:00 Uhr Spiel am Samstagnachmittag. Nachfolgend ein Blick auf die Highlights und die Terminierungen im Einzelnen, damit man sich gegebenenfalls schon mal einige Nachmittage am Wochenende freihalten kann.

Persönliche Anmerkung: Finde es großartig, dass Arsenal-Liverpool am 20.08. läuft und nicht an meinem Geburtstag einen Tag später. Da wurden meine nächtlichen Stoßgebete erhört. Kollateralschaden ist, dass zeitgleich Newcastle gegen Sunderland läuft und man so wohl keine Live-Bilder vom Tyne-Wear-Derby bekommt. Man wird nie 100% zufrieden sein.

1. Spieltag (13.-15. August)
SA 16h00: Liverpool-Sunderland oder Tottenham-Everton
SA 18h30: Newcastle-Arsenal
SO 14h30: Stoke-Chelsea
SO 17h00: West Brom-Man Utd
MO 21h00: Man City-Swansea

2. Spieltag (20.-22. August)
SA 13h00: Sunderland-Newcastle (wohl keine TV-Übertragung)
SA 13h45: Arsenal-Liverpool
SA 18h30: Chelsea-West Brom
SO 17h00: Bolton-Man City
MO 21h00: Man Utd-Tottenham

3. Spieltag (27./28. August)
SA 13h05: Aston Villa-Wolverhampton
SA 16h00: Chelsea-Norwich
SA 18h30: Liverpool-Bolton
SO 14h30: Tottenham-Man City
SO 17h00: Man Utd-Arsenal

4. Spieltag (10.-12. September)
SA 16h00: Arsenal-Swansea, Stoke-Liverpool, Sunderland-Chelsea
SA 18h30: Bolton-Man Utd
SO 14h30: Norwich-West Brom
SO 17h00: Fulham-Blackburn
MO 21h00: QPR-Newcastle

5. Spieltag (17./18. September)
SA 13h45: Blackburn-Arsenal
SA 16h00: Aston Villa-Newcastle, Fulham-Man City
SO 14h30: Tottenham-Liverpool
SO 17h00: Man Utd-Chelsea

6. Spieltag (24-26. September)
SA 13h45: Man City-Everton
SA 16h00: Arsenal-Bolton, Chelsea-Swansea, Liverpool-Wolverhampton
SA 18h30: Stoke-Man Utd
SO 17h00: QPR-Aston Villa
MO 21h00: Norwich-Sunderland

7. Spieltag (01./02. Oktober)
SA 13h45: Everton-Liverpool
SA 16h00: Blackburn-Man City, Man Utd-Norwich
SO 14h30: Bolton-Chelsea
SO 17h00: Tottenham-Arsenal

8. Spieltag (15./16. Oktober)
SA 13h45: Liverpool-Man Utd
SA 16h00: Arsenal-Sunderland, Norwich-Swansea
SA 18h30: Chelsea-Everton
SO 13h00: West Brom-Wolverhampton (wohl keine TV-Übertragung)
SO 14h30: Man City-Aston Villa
SO 17h00: Newcastle-Tottenham

9. Spieltag (22./23. Oktober)
SA 13h45: Wolverhampton-Swansea
SA 16h00: Arsenal-Stoke, Blackburn-Tottenham
SA 18h30: Liverpool-Norwich
SO 14h30: Man Utd-Man City
SO 17h00: QPR-Chelsea

10. Spieltag (29.-31. Oktober)
SA 13h00: Everton-Man Utd (wohl keine TV-Übertragung)
SA 13h45: Chelsea-Arsenal
SA 16h00: Man City-Wolverhampton, Sunderland-Aston Villa
SA 18h30: West Brom-Liverpool
SO 17h00: Tottenham-QPR
MO 21h00: Stoke-Newcastle

11. Spieltag (05./06. November)
SA 13h45: Newcastle-Everton
SA 16h00: Arsenal-West Brom, B’burn-Chelsea, Pool-Swansea, Man Utd-Sunderland
SA 18h30: QPR-Man City
SO 14h30: Wolverhampton-Wigan
SO 17h00: Fulham-Tottenham

12. Spieltag (19.-21. November)
SA 13h45: Norwich-Arsenal
SA 16h00: Man City-Newcastle
SA 18h30: Swansea-Man Utd
SO 17h00: Chelsea-Liverpool
MO 21h00: Tottenham-Aston Villa

13. Spieltag (26.-28. November)
SA 16h00: Chelsea-Wolverhampton, Man Utd-Newcastle, West Brom-Tottenham
SA 18h30: Arsenal-Fulham
SO 14h30: Swansea-Aston Villa
SO 17h00: Liverpool-Man City
MO 21h00: Stoke-Blackburn

Und was nun, Herr Wenger? [Season 2011/2012, Episode 1]

Es ist aus Sicht eines Gunners-Fan schon nicht mal mehr tragisch, dass man nach jeder Saison und im Vorfeld einer neuen Spielzeit mit denselben Gedanken auseinandersetzen muss. Behalten wir unsere Topspieler, wer kann das Team verstärken, wann gibt Wenger endlich mal das ganze Geld aus? Und vielleicht viel wichtiger: Wann gewinnt der FC Arsenal endlich mal wieder einen Titel? Die letzten Wochen haben nicht unbedingt zur kollektiven Beruhigung beigetragen, dass es nächste Saison soweit sein könnte. Für Arsene Wenger ist noch ganz viel zu tun. Zentralste Aufgabe wird es auch werden das Team nach dem enttäuschenden letzten Saisondrittel wieder mental und psychologisch aufzubauen.

Im Mai 2010 schrieb ich in einem längeren Blogeintrag zur Situation beim FC Arsenal die folgenden Zeilen. Sie sind aktueller denn je. Kontinuität bei den Gunners. Nur ernüchternd aus Sicht vieler Fans:

“Wieder einmal zeigte man in den entscheidenen Spielen gegen die Big Four viele Schwächen, war nicht auf den Punkt genau fokussiert. Gleichzeitig muss man den Gunners aber zugute halten, dass sie besonders viele enge Spiele in den letzten Minuten erst gewonnen habe, das Team, was Mentalität, Moral und Geschlossenheit angeht, sehr positiv weiterentwickelt hat. Aber aus Sicht vieler Fans noch nicht weit genug. Umso erstaunlicher war das Ankündigen von Arsene Wenger Anfang diesen Monats, dass er plane, den Kader sukzessive zu verstärken um einen neuen Angriff auf die Meisterschaft zu starten. Einen Prozess, den Wenger die vergangenen Jahre nie begonnen hatte. Aber scheinbar hat auch der Franzose spätestens jetzt erkannt, dass Unerfahrenheit gepaart mit Verletzungen und Formschwäche einiger Spieler zu viele unbekannte Variablen über eine Saison hinweg sind.”

In Kurzform: Wieder kein Titel trotz großer Erwartungen. Insgesamt vielleicht weiterentwickelt. Jetzt drohen Abgänge, neue Spieler müssen her. Für die nächste Saison soll endlich ein Titel her. The same procedure as every year.

Aber der Reihe nach: In der letzten Saison gab es auch viele positive Aspekte und Erscheinungen. Man stand im Carling Cup-Finale, scheiterte im Achtelfinale der Champions League an einem übermächtigen Gegner. Man zeigte teilweise brilliante Leistungen gegen die Big Four, war auswärtsstärkste Mannschaft der Liga. Jack Wilshere spielte eine blendende Saison im defensiven Mittelfeld. Das ist die eine Seite. Die andere lautet: Unnötige Heimniederlagen gegen West Brom, Newcastle und Tottenham. Viele Führungen verspielt. Im Sturm nicht breit genug aufgestellt. Und defensiv zu viele Fehler gemacht. Es reicht zu einer sehr guten Mannschaft, zum Top-Team fehlt noch ein ganzes Stück. Wie jedes Jahr.

Und wie jeden Sommer hat Arsene Wenger von den Besitzern des Vereins und der Aktienholding ausreichend Geld zur Verfügung gestellt bekommen um neue Spieler zu kaufen. Um auslaufende Verträge zu verlängern. Um Stars längerfristig ans Team zu binden. Nur scheint Geld dafür nicht mehr die entscheidene Komponente zu sein, sondern Titelgewinne. Im Vergleich zu vielen anderen Top-Teams in Europa hat Arsenal zwar eine Menge Geld, aber keine Titel in den letzten Jahren vorzuweisen. Make your math, Mister Wenger!

Bisher nur Abgänge: Arsenal auf dem Transfermarkt
Noch hat Wenger kein Vollzug bei neuen Spielern gemeldet. Das Team geht nächste Woche auf Asienreise, also fraglich, ob dann Wenger viel Zeit hat kostenintensive Spielerwechsel einzufädeln. Linksverteidiger Gael Clichy hat die Gunners in Richtung Manchester City verlassen. Nachwuchshoffnung Mark Randall wurde zu Viertligist Chesterfield ausgeliehen. Es ist also bisher erstaunlich ruhig in der Geldbörse vom FC Arsenal gewesen. Das macht viele Arsenal-Fans nervös. Und es heißt viel, wenn man schon Anfang Juli während der Sommerpause tagsüber beim Kauen der Fingernägel erwischt wird, wenn man sieht, dass eines der vielen Gerüchte bezüglich neuer Spieler für Arsenal nicht eingetreten ist. Da ist es nicht mal mehr beruhigend, dass junge Spieler wie Carlos Vela (war ausgeliehen an West Bromwich Albion), Henri Lansbury (Leihe an Norwich City) und Jay Emmanuel-Thomas (Ausleihe an Cardiff City) wahrscheinlich wieder ins Emirates zurückkehren. Das mag Arsenals Zukunft sein. Für die Gegenwart Titel zu gewinnen sind sie alle noch nicht gut genug.

Wie weiter ohne Fabregas und Nasri?
Auch so ein Kassenschlager in jedem Sommer eines Arsenal-Fans: Wenger steht vielleicht vor seiner wichtigsten Saison bei den Gunners. Der Franzose steht vor einer großen Herausforderung. Fraglich, wie langer Wenger mit seinem dauerhaften Optimismus die Fans und das Umfeld noch ruhig halten kann. Erstes großes Ziel wird die Qualifikation für die Champions League im August sein. Man mag sich gar nicht vorstellen, was passieren würde, sollte Arsenal doch Europa League spielen müssen. Und dass man überhaupt in solche Situation hineingerutscht ist, hat sich das Team durch die schwachen Leistungen am Saisonende selbst ermöglicht. Da wird sich Wenger noch so anstrengen können: Mittlerweile scheint es ziemlich sicher, dass Fabregas London in Richtung Barcelona verlassen wird und Nasri bei Manchester City unterschreibt. Das berichten heute übereinstimmend der Independent und die Daily Mail. Arsenal scheint bereit Fabregas für 35-40 Millionen Pfund zum FC Barcelona abzugeben, während Nasri, der noch ein Jahr Vertrag hat, für rund 23 Millionen Pfund nach Eastlands wechselt. Letzte finanzielle Details sind zu klären. Aber als Arsenal-Fan scheint es nicht verkehrt sich langsam damit anzufreunden, Nasri und Fabregas nächste Saison nicht mehr im Trikot der Gunners zu sehen. Und das ist auch Wenges Philosophie: Er versucht alles die Stars zu behalten. Aber wenn er sieht, dass er sie nicht halten werden kann, lässt er sie gehen. Das trifft in erster Linie auf Fabregas zu, der zu seiner großen Liebe Barcelona zurück will.
Ein möglicher Wechsel von Samir Nasri hätte noch eine andere Komponente, die von Wenger-Kritikern immer wieder hervorgebracht wird. Wenger will es verhindern, dass die Gehälter bei Arsenal in schwindelerregende Höhen schießen. Finanzielle Kosolidierung first. Das verhindert zum Beispiel auch eine Vertragsverlängerung von Nasri. Eigentlich darf man Nasri in der derzeitigen Form nicht abgeben und ihm lieber einen neuen hochdotierten Vertrag geben. So würden es wohl auch Man Utd, Chelsea und Man City machen. Aber leider eben nicht Arsenal. Da werden die möglichen 40 Millionen Pfund aus dem Fabregas-Transfer lieber als Reserve aufs Konto gelegt. Wenger könnte bald auch EU-Sparbeauftragter für Griechenland werden. Arsenal hätte ja das Geld für Vertragsverlängerungen und neue Transfers. Wenger will es einfach nicht zum Fenster rausschmeißen. Der Franzose spricht weiterhin von punktuellen Verstärkungen. Sollten Fabregas und Nasri gehen, bräuchte es aber mehr. Da würde eine erfolgreiche Mittelfeldachse wegbrechen. Berücksichtigt man darüberhinaus noch, dass beide offensiv wichtige Tore schießen können und ihr Team durch schwierige Phasen führen können, ist es fast schon besser, Nasri noch eine Saison in London spielen zu lassen und ihn dann ablösefrei ziehen zu lassen.

Punktuelle Verstärkungen reichen nicht: das Problem Innenverteidigung
Offensiv mag der FC Arsenal ganz gut besetzt zu sein. Defensiv hat die letzte Saison wieder eindrucksvoll offenbart, dass die Qualität für Titel nicht reicht. Mit Sagna auf rechts und Gibbs auf links ist man ja nicht schlecht aufgestellt. Ich denke, dass Wenger sich auch noch Ersatz für Clichy holt. Sorgenkind ist und bleibt die Innenverteidigung. Größtes Fragezeichen steht ausgerechnet hinter Thomas Vermaelen. Der Belgier hat fast die komplette letzte Saison verletzt gefehlt. Sollte er fit bleiben und an seine Form aus 2009/2010 anknüpfen, ist eine Baustelle fast geschlossen. Koscielny und Djourou spielten ordentlich und können sich vielleicht nochmal steigern. Trotzdem sind drei sehr gute Innenverteidiger eigentlich zu wenig. Song zurückziehen ist die völlig falsche Option, Sebastien Squillaci zeigte zuletzt große Schwächen und verlor bei Arsenal-Fans ganz viel Kredit. Aufgabe für Wenger: den Transfer eines erfahrenen Innenverteidigers möglich machen. Phil Jones wäre ein möglicher Kandidat gewesen. Doch der Ex-Rovers zog Manchester United vor. Zu teuer für Wenger. Phil Jagielka vom FC Everton wird immer mal wieder gehandelt. Die Liste lässt sich fortsetzen: Gary Cahill von den Bolton Wanderers, Mamahdou Sakho (Paris St. Germain), Jan Vertoghen (Ajax Amsterdam), Christopher Samba (Blackburn Rovers), oder Kyle Bartley (Celtic Glasgow). Alles Namen, die immer mal wieder genannt werden. Spieler, die Wenger teilweise seit Jahren auf dem Zettel hat. Bloß hat noch keiner den Rasen des Emirates Stadium als Arsenal-Spieler betreten. Das ist die Ernüchterung, mit der Arsenal-Fans immer wieder konfrontiert werden.

Problemfälle im Kader: Bendtner, Arshavin, Almunia, Chamakh, Denilson
Bei all dem ganzen Theater nach Neuverpflichtungen darf nicht übersehen werden, dass Arsenal noch eine Menge Altlasten mit sich schleppt, Spieler, welche die hohen Erwartungen nicht mehr erfüllen können, keine Lust mehr haben oder noch darauf hoffen, eine zweite Chance zu bekommen. Zumindest zwei Namen können wir vielleicht demnächst aus der Liste streichen. Die BBC meldete heute Nachmittag, dass Arsenal nicht länger mit Almunia und Bendtner plane. Für Denilson sollen einige Interessenten, unter anderem auch Bayern München, vor der Tür stehen. Fragt sich, wie die Zukunft von Andrej Arshavin aussieht. Potential beim Russen ist definitiv da, nur zeigen konnte er es letzte Saison nur selten, fiel stattdessen durch Unlust und Teilnahmelosigkeit auf. Bekommt Arshavin noch eine Chance? Angeblich stand ein Wechsel zu seinem ehemaligen Verein Zenit St. Petersburg kurz bevor. Aber Sie wissen ja, wie das ist mit Gerüchten und Arsenal in diesen Tagen. Sie werden selten wahr. Auf einen Arshavin in der Form der Vorsaison lässt sich definitiv verzichten. Auch noch nicht final ist die Zukunft von Marouane Chamakh geklärt. Paris St. Germain hat zwar ein Angebot für den Stürmer abgegeben, Chamakh möchte aber gerne in London bleiben und sich nochmal beweisen. Dann müssen deutlich mehr als sieben Tore wie in der Vorsaison kommen.

Wer könnte noch kommen? – ein wenig Spekulation und Hoffnung?
Klar ist, dass Arsenal sich noch verstärken muss. Bisher ist ja überhaupt kein prominenter Neuzugang verkündet. Anfang der Woche könnte endlich Vollzug gemeldet werden. Der Wechsel von Gervinho soll in trockenen Tüchern sein. Mittwoch war er bereits zum Medizincheck in London, am Montag soll er offiziell vorgestellt werden. Knapp 11 Millionen Pfund soll Arsenal bezahlt haben, Gervinho bekommt einen 4-Jahres-Vertrag. Ich begrüße den Transfer, habe zwar letzte Saison nur wenig von Gervinho gesehen. Aber von der Spielweise sollte er hervorragend zu van Persie in den Sturm passen. Bleibt zu hoffen, dass die Verpflichtung von Gervinho der Startschuss für weitere Transfers ist. Was gibt es noch zu tun? Szczesny braucht sicherlich noch einen erfahrenen Rückhalt, einen Torhüter, der den Polen noch fördern und etwas beibringen kann. Es wird ein Linksverteidiger und ein Kämpfer im Mittelfeld benötigt – zumal Alex Song im Winter beim Afrika-Cup verweilen wird. Je nach Verbleib von Nasri ein kreativer Kopf mit Spielmacherqualitäten. Die Liste an Innenverteidigern ist, wie weiter oben gelesen, ja lang. Da sollte sich jemand die nächsten Wochen finden. Wäre Per Mertesacker nicht verletzt, könnte man den Bremer auch auf diese Liste setzen. Yoann Gourcuff von Olympique Lyon, Leighton Baines vom FC Everton für die linke Seite, Juan Mata vom FC Valencia. Ich will die Liste der Namen nicht länger machen. Und sogar mit Karim Benzema könnte ich mittlerweile leben.

Fest steht vor allem, dass sich endlich was tun muss. Gervinho war hoffentlich nur der Anfang. Die Floskel Arsene knows ist langsam ausgereizt. Geld ist da. Geld wird kommen. Gute Spieler sind auf dem Markt. Jetzt ist es an der Zeit für Wenger über seinen Schatten zu springen: Time to deliver, Mister Wenger.

Liebe FDP, Steuersenkungen sind unpopulär!

Wie verzweifelt muss die FDP eigentlich sein, dass sie jetzt kurz vor der Sommerpause das Thema Steuersenkungen wieder ganz nach oben auf die Tagesordnung gesetzt hat? Vielleicht mag sich die Entwicklung der letzten Tage als ein Erfolg für die Liberalen anfühlen – immerhin haben Merkel und Schäuble ihre Unterstützung vorsichtig in Aussicht gestellt – doch entschieden ist sowieso noch lange nichts. Als nach dem Parteitag der FDP in Rostock angenommen werden konnte, dass die FDP sich verändern wolle, hätten die politischen Beobachter bestimmt nicht damit gerechnet, dass so schnell wieder über den alten liberalen Kassenschlager “Mehr Netto vom Brutto” debattiert wird.

Die FDP wollte sich inhaltlich breiter aufstellen. Merkt man noch nichts davon. Rösler sah seine Partei noch vor knapp sieben Wochen als “Stimme der Vernunft“. Ist es denn vernünftig in Zeiten horrender Staatsschulden, unklaren finanziellen Herausforderungen in der Europäischen Union, und erneuter Neuverschuldung in den nächsten Jahren mit Geld um sich zu werfen, das man eigentlich gar nicht hat? Zählt für eine liberale Partei Generationengerechtigkeit nicht mehr?

Helfen aus der Krise wird die dauerhafte Forderung nach Steuersenkungen sowieso nicht. Denn in der deutschen Bevölkerung hat sich – und das finde ich großartig – ein Sinneswandel vollzogen, der den Stellenwert des Sparens viel höher einschätzt als die kurzfristige finanzielle Entlastung zu Lasten neuer Schulden. Scheinbar hat sich das bis zur FDP noch nicht herumgesprochen. Steuersenkungen sind in Deutschland gar nicht mehr populär, sie waren es mal. Liegt auch noch gar nicht so lange zurück.

Im November 2009 ergab eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Emnid im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM), dass fast 75 Prozent der Deutschen für Steuersenkungen sind und sich auch zukünftig weitere wünschen. Doch das Ruder kippte sehr schnell, als zu Beginn 2010 die Nachwirkungen der Wirtschafts- unf Finanzkrise sowie die Probleme in der Euro-Zone erstmals ins Bewusstsein vieler Menschen traten. Im ARD-Deutschlandtrend vom Januar sprachen sich fast schon 60 Prozent gegen Steuersenkungen aus. Bei Menschen mit geringem Einkommen war die Zustimmung zu Steuersenkungen noch am höchsten. Und im Sommer 2011: Laut Forsa-Erhebung im “Stern” gerade mal 20 Prozent für Steuersenkungen, laut einer Umfrage der BILD lehnen 70 Prozent die Pläne der FDP ab.

Kurzum: Steuersenkungen sind so unpopulär wie nie. Liebe FDP, wollt ihr also wirklich dafür noch mehr politische Glaubwürdigkeit riskieren? Und macht es wirklich Sinn, sich jetzt zu feiern als die Partei, die Steuern vielleicht 2013 senken wird, obwohl sie bis dahin im Bundesrat keine Mehrheit für dieses Vorhaben hat?

Wenn so der Neuanfang der FDP aussieht, kann man nur enttäuscht sein. Das ist eher ein Rückfall in alte Westerwelle-Zeiten. Gute Politik muss gar nicht immer populär sein, sie muss vernünftig und glaubwürdig sein. Und vielleicht am wichtigsten: Sie sollte sich an den Bedürfnissen und Wünschen des Volkes orientieren. Und das will keine Steuersenkungen. Man kann es wie die FDP machen und von dem Vorhaben nicht abweichen. Aber dann verfehlen die Liberalen weiterhin die 5%-Hürde. Schade eigentlich. Denn auf eine liberale Partei kann Deutschland eigentlich nicht verzichten.

Zitat des Tages: Donnerstag, 7. Juli 2011 – Verdammt hohes Ross

“Wenn es so ist, das Pyeongchang im ersten Wahlgang gewinnt, zeigt das, dass sich das IOC offenbar überhaupt nix scheißt. Das zeigt, dass die auf einem verdammt hohen Ross sitzen. Die Entscheidung ist heftig. Mit solchen Geldsäcken kann München nicht durch die Welt reisen, da kann München nicht mithalten.”

Hep Monatzeder, dritter Bürgermeister von München, zur Entscheidung des IOC die olympischen Winterspiele 2018 nach Südkorea zu geben. Als dritter Bürgermeister kann man solche Ansichten wohl auch durch die Öffentlichkeit tragen.

[via Süddeutsche.de]