Altstadtpflaster

Eine der Hauptsehenswürdigkeiten für Touristen in Düsseldorf ist die Altstadt, wo sich Restaurant an Restaurant oder Kneipe an Kneipe reiht. Wenn auf dem Rhein die Hotelschiffe aus den Niederlanden anlegen, führt der erste Weg sofort an die “längste Theke der Welt”. Für die Touristen bleibt sie das auch wohl, für die Bewohner Düsseldorfs wird die gemütliche Umgebung derzeit zu einer Politikposse auf Kommunalebene. Das ganze steht noch ziemlich am Anfang, besitzt aber Potential für viele lustige und kontroverse Diskussionen.

Es geht ums Altstadtpflaster.

Um die Altstadt optisch noch weiter aufzuwerten, hat sich die politische Elite der Stadt entschlossen ein neueres, helleres Pflaster zu verlegen. Das ist mit vielen Baurarbeiten verbunden, Wirte klagen über Einbußen. Alles gar nicht so gemütlich gewesen. Nach und nach wurden die einzelnen Straßen mit neuem Pflaster ausgelegt, 2013 sollte alles runderneuert sein. Ungefähr 6 Millionen Euro kostet die Schönheitsoperation. Letzlich besteht, so ist es zumindest meine Einschätzung, Konsens darüber, dass das Altstadtpflaster erneuert werden musste. Zum ersten Mal in Kritik gekommen ist aber das ganze Vorhaben, als die Politik sich sehr schnell für ein Design entschlossen hat – ohne sich groß mit den Bewohnern und Wirten der Altstadt abzusprechen.

Das Pflaster wurde nach und nach verlegt. Mitte April wurden dann in dem neu verlegten Straßen Risse in den Steinen entdeckt. Offensichtlich ist das Material der Pflastersteine doch nicht so belastbar. Im Düsseldorfer Rathaus ließ man sich davon nicht beeindrucken. Ist ein Einzelfall, kann mal passieren. Weiter geht es. Und jetzt tauchen nach und nach überall dieselben Schäden auf, quer durch die Altstadt, unabhängig davon, ob jetzt zehntausende oder nur 500 Menschen täglich über das Pflaster flanieren. Konsequenz: Baustopp. Und die Wirte haben weiter den Bagger in ihrer Küche.

Der Baustopp wurde von allen Seiten bejubelt. Alternativlos, nennt man solche Maßnahmen ja. Das aber Interessante ist jetzt die Suche nach möglichen Ursachen. Und da sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Eine kleine Auswahl:

- Altstadtwirte: Es waren die Pferde des Schützenumzuges am Wochenende.
- Erstes wissenschaftliches Gutachten aus dem April: Falsche Fugenfüllstoffe
- Unsachgemäße Verlegung durch die Baufirma

Die bisher beste Erklärung liefert die FDP im Düsseldorfer Rathaus: Sabotage!

Ende der Woche gibt ein weiteres Gutachten hoffentlich erste Aufklärung.

Wobei Sabotage als Ursache. Müsste man mal schauen, ob einige Kölner derzeit unter Schlafstörungen leiden. Aber das wird die FDP sicherlich beweisen.

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