Bewegung bei den DEG Metro Stars

Die DEG Metro Stars stehen vor einer ungewissen Zukunft. Darüber hatte ich in diesem Blogeintrag ausführlicher geschrieben. Nun läuft es derzeit sportlich ebenfalls nicht rund. Der Saisonstart wurde ziemlich in den Sand gesetzt. Drei Spiele, drei Niederlagen, allerdings zweimal nach Verlängerung gegen den Meister Berlin und in Augsburg. Richtig schlecht spielten die Metro Stars am Freitag vor eigenem Publikum gegen den EHC München.

In der Stadt wird vermehrt über die aktuelle Situation und die Zukunft der Metro Stars. Einen ersten Impuls gibt es jetzt von Stefan Sporken, dem ehemaligen Fanbetreuer der DEG, der in einer Streitschrift einige in den Medien kursierenden Gerüchte und Argumente versucht klarzustellen und zu erläutern.

Die Streitschrift wurde dankenswerter Weise von der Westdeutschen Zeitung in Gänze online gestellt und kann hier heruntergeladen werden.

Premier League 2011/2012 #5 – The own goal group without a leader

Ein Gunners-Fan hat es in diesen Tagen nicht leicht. Die Blackburn Rovers besiegten den FC Arsenal im Samstagmittagspiel verdient mit 4:3 in einem nicht hochklassigen, aber spannenden und in der Schlussphase dramatischen Spiel. Die Gäste begannen das Spiel hervorragend, standen hoch, spielten schnell und direkt nach vorne und gingen durch Gervinho nach feinem Pass von Song verdient in Führung. Gegen den Spielverlauf erzielte Blackburn dann den Ausgleich durch Neuzugang Yakubu. Arteta brachte Arsenal mit tollem Abschluss wieder in Führung. Mit der knappen, aber verdienten Führung ging es in die Pause. Gewitterregen ging in der zweiten Hälfte über Lancashire nieder und Arsenal agierte wie vom Blitz getroffen. Song und Koscielny standen mit ihren beiden Eigentoren am Ende einer Reihe von defensiven Aussetzern. Yakubu sorgte mit seinem zweiten Tor zwischendurch für eine 4:2-Führung. Arsenal warf in der Schlussphase alles nach vorne, erspielte sich Chancen für ein ganzes Spiel. Entweder scheiterten die Gunners an ihren eigenen Nerven oder an Paul Robinson. Lediglich Chamakh konnte den Ex-Nationaltorhüter überwinden. Wengers Truppe steht ohne Punkte da, obwohl drei Tore auswärts erzielt wurden.

Da dürfte sehr schnell klar sein, worauf sich die Kritik an diesem Wochenende konzentrieren wird, nämlich die Defensive. Das war definitiv ein Rückschritt, wenn nicht gar mehr. André Santos kam heute zu seinem Startdebüt auf der linken Verteidigerseite und hatte einen fürchterlichen Nachmittag, war selten nah genug am Gegenspieler. Nun hat Santos bisher erst einmal 90 Minuten und ein paar Sekunden für Arsenal in dieser Saison gespielt. Es verbietet sich also jetzt schon ein vorschnelles Urteil zu fällen. Fakt ist aber: Santos muss sich gewaltig steigern. Sonst freue ich mich zukünftig auf Einsätze von Kieran Gibbs. Und das soll was heißen. Aber Santos war nicht die einzige Schwachstelle bei Arsenal. Johan Djourou war nach seiner Einwechselung für Sagna schlicht nicht auf einen Einsatz vorbereitet und torkelte über das Spielfeld, konnte sich nur mit Fouls helfen, war zu langsam gegen Blackburns Hoilett. Und von diesen Problemen auf den Außenbahnen hat sich im Spielverlauf immer mehr die Innenverteidigung angesteckt. Koscielny und Mertesacker fanden keine Abstimmung, das Eigentor von Song gleich nach Beginn der zweiten Halbzeit wirkte lähmend. Zu allem Überfluss machte Koscielny noch eines – spätestens dann war die Messe gelesen. Bereits in der ersten Halbzeit wirkte Arsenals Defensive angeschlagen und verwundbar. Da profitierten die Verteidiger vom langsamen Offensivspiel der Rovers. Die haben in der zweiten Hälfte einen Zahn zugelegt und Arsenal fiel wie ein Kartenhaus auseinander. Von der Unsicherheit bei gegnerischen Standards will ich gar nicht sprechen. Und auch Per Mertesacker spielte richtig schlecht heute.

Es gab aber ein paar positive Hoffnungsschimmer bei Arsenal. Aaron Ramsey spielte toll, mit viel Genauigkeit im Spiel. Alex Song hatte gute Aktionen, Gervinho zeigt sich stark formverbessert, nicht nur wegen seines Tores. Arteta spielte eine klasse erste Hälfte. Aber eben nur gute 45 Minuten. In der zweiten Hälfte war er unsichtbar. Und das ist die zweite Dimension der aktuellen Formkrise des FC Arsenal. Neben den defensiven Aussetzern fehlt ein Leader auf dem Platz, jemand der die anderen aufrüttelt, mal in den Hintern tritt, motiviert. Es gab es Verletzungsunterbrechung Mitte der zweiten Hälfte beim Stand von 3:2 für Blackburn. Da wäre es an der Zeit gewesen der Mannschaft auf dem Platz einen Ruck zu geben, wie es früher Fabregas immer mal gemacht hat. Oder auch Nasri. Oder sogar Jack Wilshere. Stattdessen schwiegen sich die Gunners an. Ein paar Minuten später folgte das Eigentor von Koscielny. Wo war Arteta in der zweiten Halbzeit? Ein Ramsey fehlt da schlicht noch die Erfahrung. Auch van Persie wirkte erstaunlich beteiligungslos bei der Motivation seiner Mitspieler.

Seit der Niederlage im Februar im Finale des Carling Cup hat Arsenal 16 Ligaspiele absolviert. Und dabei magere 16 Punkte geholt. Ein Punkteschnitt eines Abstiegskandidaten. Von Top Four will ich gar nicht mehr sprechen. Jetzt muss als erstes Selbstvertrauen und defensive Stabilität zurück. Und das wird schwer genug. Es werden, das steht jetzt schon fest, keine einfachen Monate im Umfeld des FC Arsenal. Auch nicht für Wenger, der zukünftig mehr bieten muss als Erklärungen à la Verunsicherung durch das 2:8-Debakel im Old Trafford. Arsenal hat in fünf Ligaspielen bereits 14 Tore kassiert. Geld wäre für nennenswerte Neuverpflichtungen in der Defensive ist da und wurde von Wenger nicht ausgegeben. Vermaelen kann nicht schnell genug zurückkehren. Wenger selbst sprach nach dem Spiel von einem schrecklichen Saisonstart. Sein Team sei nicht gut genug zurzeit. Er ginge mit einigen Sorgen in die nächsten Wochen. Nächste Woche kommen die Bolton Wanderers ins Emirates Stadium. Unter der Woche ist Carling Cup gegen Shrewsbury angesagt. Zeit für den zweiten Anzug. Co-Trainer Pat Rice hat nach dem 1:1 in Dortmund gesagt, dass Arsenal die Kurve bekommen habe. Aus dieser sind sie heute ziemlich heftig wieder rausgeflogen. Dass Arsenal guten Fußball spielen kann, haben sie in der ersten Halbzeit gezeigt.

Außerdem am heutigen Samstag:

Aston Villa – Newcastle United 1:1
Schiedlich friedlich trennten sich beide Teams im Villa Park. Gabriel Agbonlahor brachte Villa früh in Führung, Newcastles derzeit einziger Stürmer in Normalform, Leon Best, besorgte in der 57. Minute den Ausgleich. Beide verpassten sich in der oberen Tabellenhälfte weiter festzusetzen.

Bolton Wanderers – Ipswich Norwich City 1:2
Die Wanderers hatten einen ganz schwarzen Nachmittag erwischt. Der Aufsteiger aus Ipswich Norwich ging durch Tore von Pilikington und Johnson innerhalb von fünf Minuten kurz vor der Halbzeit mit 2:0 in Führung. In der Nachspielzeit sah Ivan Klasnic von Howard Webb glatt rot. Bolton kämpfe in der zweiten Halbzeit leidenschaftlich, Martin Petrov verkürzte per Elfmeter nach 65 Minuten. Zu mehr reichte es aber nicht.

FC Everton – Wigan Athletic 3:1
Die Toffees kommen langsam in Fahrt. Sieben Punkte aus den letzten drei Spielen, auch weil Everton heute mit 2:1 gegen Wigan gewann. Die Latics gingen durch Di Santo nach einer halben Stunde in Führung, postwendend der Ausgleich durch Phil Jagielka. Das erlösende Tor erzielte der griechische Youngstar Apostolos Vellios kurz vor Schluss. Und in der Nachspielzeit setzte Neuzugang Royston Drenthe noch einen drauf.

Swansea City – West Bromwich Albion 3:0
Erste hat der Aufsteiger aus Wales in den ersten vier Spielen gar nicht getroffen. Und dann fielen die Tore wie am Fließband. Nach dem 2:0 zur Pause hat Dyer gleich nachgelegt. Swansea holt sich den ersten Saisonsieg, verlor aber Neil Taylor mit einer schlimmeren Verletzung nach einem Ellbogenschlag von Peter Odemwingie. Neun Minuten wurde Taylor auf dem Platz behandelt.

Wolverhampton Wanderers – Queens Park Rangers 0:3
Der Höhenflug der Wolves ist erstmal vorbei, QPR kommt zum zweiten Saisonsieg, und wieder auswärts. Die Neuzugänge im Team von Neil Warnock schlugen zu, Joey Barton erzielte nach acht Minuten das 1:0, DJ Campbell, aus Blackpool gekommen, setzte mit dem 3:0 den Schlusspunkt.

Premier League 2011/2012 Preview #5 – Alt gegen Jung

Ich bin wieder später dran als eigentlich gewollt. Aber die Woche war wieder stressig und nach einem 8-Stunden-Tag an der Masterarbeit ist die Kraft jetzt meine ganzen Notizen von unter der Woche für eine ganz ausführliche Spieltagsvorschau zusammenzufassen eher gering. Also im Schnelldurchlauf ein Blick auf den 5. Spieltag. Vielleicht am Wochenende noch mehr.

Der Spieltag eröffnet am Samstag um 13:45 Uhr mit der Partie Blackburn Rovers gegen den FC Arsenal. Mühsam ernährt sich ja bekanntlich das Eichhörnchen und so versuchen die Gunners von Spiel zu Spiel ein wenig mehr Selbstvertrauen zu bekommen, Automatismen im Spiel nach vorne zu lernen. Zumindest defensiv war die Leistung in der Champions League gegen Dortmund ein größerer Hoffnungsschimmer. Nächste Bewährunsprobe nun gegen die robusten Rovers, mit denen Arsenal im Ewood Park in den letzten Jahren immer Schwierigkeiten hatte. Die sind in Blackburn derzeit nicht viel kleiner. Letzter Tabellenplatz, noch kein Saisonsieg, letztes Wochenende immerhin ein verdienter Punkt beim FC Fulham. Dazu ein Aufstand der Fans, die am Samstag sich zu einem Protestmarsch treffen wollen, gegen Trainer Steve Kean, der noch das Vertrauen von den indischen Besitzern genießt. Für Arsenal vielleicht der richtige Gegner um in der Tabelle nach vorne zu rücken. Bei den Gunners kehren Gervinho, Jenkinson und Song nach Sperre wieder zurück. Für Arsene Wenger gibt es also wenig Grund die Formation im Vergleich zum Dienstag nicht zu ändern. Damit sich die Mannschaft endlich mal einspielen kann. Aaron Ramsey, Tomas Rosicky und Ryo Miyaichi fehlen wohl verletzt.

Sky verzichtet auf Übertragungen am Samstagnachmittag. Man kann es ausnahmsweise mal verzeihen. Wobei es durchaus interessante Begegnungen gibt. Aston Villa empfängt Newcastle United. Beide Teams kämpfen mit Personalsorgen, gerade bei den Magpies ist das mit dem ausgedünnten Kader problematisch, zumal sich jetzt Neuzugang Davide Santon am Knie operieren lassen musste und einen Monat ausfällt. Ryan Taylor nimmt seine ungewohnte Linksverteidigerposition wieder ein. Nach dem Weggang von Jose Enrique hat Alan Pardew nicht nur auf dieser Position ein kleines Problem. Aston Villa wird also die rechte Angriffsseite stärken. Eventuell könnte also Marc Albrighton zurück ins Team kehren. Emile Heskey muss mit seiner Oberschenkelverletzung im Sturm ersetzt werden. Beide Teams sind ordentlich in die Saison gestartet. Newcastle könnte mit einem Sieg sogar am FC Chelsea vorbei auf Rang 3 klettern. Gut gestartet sind auch die Wolverhampton Wanderers, die jetzt Aufsteiger Queens Park Rangers empfangen. Außerdem will Swansea City endlich den ersten Saisonsieg und das erste Saisontor erzielen. Gegner ist West Bromwich Albion, die erst letztes Wochenende den ersten Dreier einfahren konnten. Ausgerechnet gegen Norwich City, die jetzt zu den Bolton Wanderers reisen dürfen. Bolton stand nach dem ersten Spieltag noch auf dem ersten Tabellenplatz. Das scheint dem Team von Owen Coyle nicht gut bekommen zu sein. Zwar gab es am zweiten Spieltag noch eine klasse Leistung bei der unglücklichen 2:3-Niederlage gegen Man City. Doch dann setzte es krachende Niederlagen gegen Liverpool und Manchester United. Nun kommt mit den Canaries ein Gegner, den Bolton eher schlagen kann. Nach zwei Remis zum Auftakt verlor Norwich die letzten drei Spiele. Außerdem die beiden Tabellennachbarn FC Everton und Wigan Athletic im direkten Duell.

Feiner Sonntag in der Premier League. Blöderweise vier interessante Spiele zu drei Anstoßzeiten, gibt also ein paar Überschneidungen. Den Auftakt machen um 14:30 Uhr die Tottenham Hotspur und der FC Liverpool. Die Reds wähnten sich eigentlich auf einen sehr guten Weg, verloren dann aber letztes Wochenende mit 0:1 bei Stoke City. Zum ersten Mal hat der FC Liverpool es nicht geschafft Dominanz im Mittelfeld auszustrahlen und hatte Schwierigkeiten mit dem kämpferischen Spiel der Potters. Da dürften die Spurs den Reds ein wenig mehr liegen. William Gallas, Aaron Lennon und Rafael van der Vaart könnten nach Verletzung zurückkehren. Bei Liverpool weiter kein Steven Gerrard. Das Comeback ist fürs nächste Wochenende geplant, vielleicht schon am Mittwoch im Carling Cup in Brighton. Parallel dazu FC Fulham gegen Manchester City. Beide waren im Europapokal aktiv. City nur mit einem 1:1 gegen Neapel. Da hatten sich die Citizens sicherlich mehr erwartet. Auch für Fulham gab es nur einen Punkt gegen Twente Enschede. Die Cottagers warten noch auf einen Saisonsieg, während Man City alle Saisonspiele gewann. Eine Serie wird definitiv zuende gehen.

Und zum Abschluss noch Manchester United gegen den FC Chelsea. Der alte Sir Alex Ferguson gegen den jungen dynamischen Andre Villas-Boas. Für den Chelsea-Trainer der erste große Härtetest. Oder die einfache Frage: Können die Blues mit Man Utd mithalten oder liegen die Red Devils nach fünf Spieltagen schon fünf Punkte vor dem Komkurrent aus London. Sir Alex hat Chelsea weiter auf dem Zettel und redet den Gegner stark, sieht ihn als Titelkonkurrent. Das sind sie nach vier Siegen in Serie auch. John Terry und Frank Lampard kehren bei Chelsea ins Team zurück, Man Utd muss auf Tom Cleverley, Rafael, Danny Welbeck und Nemanja Vidic verzichten.

Impressionen aus Düsseldorf (III)

Ich freue mich auf die Herbstmonate. September und Oktober finde ich großartig. Und vielleicht wird der November dieses Jahr weniger mild, trüb und grau als sonst im Rheinland. Die vergangenen Tage waren außergewöhnlich windig, aber nicht unfreundlich. Es wird Herbst. Morgens ist es kühl, über dem Rhein liegen ein paar Dunst- und Nebelfelder. Aber die Luft ist klar, trocken. Seit heute scheint wieder die Sonne vom tiefblauen Himmel. Aber ein wenig geht ihr die Puste aus. Abends ziehen immer wieder Wolken durch. Und sorgen für ein wundervolles Schauspiel am herbstlichen Abendhimmel. Das konnte ich vorgestern festhalten. Die Sonne versucht mit letzter Kraft ihre Strahlen und ihr Licht in die Abenddämmerung zu schicken. Die Sonne kämpft mit dunklen Wolken, die keine geschlossene Wolkendecke bilden, sondern vereinzelt wie ein loser Verbund den Himmel verzieren. Und so wechseln sich Licht und Schatten, hell und dunkel spektakulär ab, spiegeln sich im Rhein. Der für September erstaunlich viel Wasser führt, langsam in die Nacht fließt. Die Schiffe tuckern leise Richtung Horizont, hintereinander weg. Viel geordneter als das Schauspiel am Himmel.

Die Sommerwärme des Tages hat sich verzogen. Es ist kühl. Auf der Rheinprommenade ist wenig los. Im Sommer säumen alle die Bereiche am Fluss. Jetzt, wo es dunkel wird, die Tage kürzer werden, laufen noch ein paar Jogger am Rhein entlang, einige Spaziergänger sieht man. Bald ist es vollständig dunkel.

Champions League 2011/2012 #1, Vor der deutsch-englischen Nacht, Episode 1

Der Vorhang für die Champions-League öffnet sich in dieser Woche wieder. Was für fußballbegeisterte Menschen heißt: 7 Tage Fußball in der Woche. Man kann sicherlich über die Qualität der europäischen Fußballigen streiten und natürlich vor allem über die Gruppenphase der Champions League, die in den letzten Jahren immer stärker in die Kritik geriet: zu viele Spiele, langweilig, in den Gruppen nicht ausgeglichen genug. Zumindest vor dieser Saison sind negative Bekundungen ferngeblieben. Viele spannende Gruppen mit namhaften Gegnern. Auch für die deutschen Klubs.

Vor dem 1. Spieltag in der Gruppenphase ein paar Notizen und Gedanken zu den Gegnern von Borussia Dortmund und Bayer 04 Leverkusen.

FC Arsenal
Man kann nicht behaupten, dass der FC Arsenal vor Selbstvertrauen strotzt vor dem Spiel bei Borussia Dortmund. Dafür hat der Saisonstart zu viele Enttäuschungen hinterlassen. Zum Auftakt gelang ein 0:0 in Newcastle, als die Gunners es aber verpassten ihre Überlegenheit in klare Torchancen umzumünzen. Was gegen die Magpies noch wie die fehlende Eingespieltheit zu Saisonauftakt aussah, sollte in den nächsten Wochen eine ernsthaftere Angelegenheit werden. Arsenal schafft es in der Spielzeit 2011/2012 sich viele große Torchancen zu erspielen. Das fing gegen den FC Liverpool an, als 70 Prozent Ballbesitz nur zu 10 starken Minuten in der Offensive führten. Das war auch gestern gegen Swansea City zu sehen. Arsenal war über weite Strecken überlegen, viele Torschüsse sprangen nicht dabei raus. Über die Demütigung bei Manchester United will ich gar nicht so viele Worte mehr verlieren. Das war schlicht ein Tag, den man als Arsenal-Fan schnell vergisst und es sich dank so vieler möglicher Erklärungen auch nicht anbietet tiefergehender zu analysieren.

Wenn wir einen Strich unter die ersten sechs Pflichtspiele von Arsenal setzen, sind die fehlende Kreation von Torchancen, und das nicht mehr vorhandene druckvolle, schnell Spiel nach vorne die derzeitigen Hauptsorgen. Lediglich im Rückspiel bei Udinese Calcio schafften es die Gunners mal eine Halbzeit lang durch schnelles Spiel in der Offensive zum Torerfolg zu kommen. Aus Sicht von Arsene Wenger, der sein Team genau, auf diese Spielweise hin aufstellt, eine beänstigende Zwischenbilanz, deren Ursachen aber schnell erklärt sind und sich in den nächsten Wochen sicherlich minimieren lassen. Aus Sicht von Borussia Dortmund kommt Arsenal zu einem günstigen Zeitpunkt in der Gruppenphase. Woran liegen die genannten Probleme bei den Gunners? Der Hauptgrund liegt in der fehlenden Eingespieltheit des Teams. So viele Faktoren sind dafür verantwortlich: die Verletzungen von Jack Wilshere und auch Theo Walcott (jetzt wieder fit) ebenso wie Kieran Gibbs und Thomas Rosicky (wohl in Blackburn nächstes Wochenende wieder dabei), dazu die Sperren für Gervinho, Alex Song und Frimpong. Chamakh sucht seine Form ebenso wie Andrej Arshavin. Die Leistung des Russen gegen Swansea City könnte ein erster Hoffnungsschimmer sein, dass sich Arshavin wieder auf seine Stärken beruft und nicht ständig sich festdribbelt, Bälle verliert und Fehlpässe spielt. Durch die vielen Sperren und Verletzungen hatte das junge Team nicht die Chance sich einzuspielen. Das wird erst jetzt nach und nach klappen. Defensiv sieht die Lage etwas besser aus, klammern wir das 2:8 gegen Man Utd mal aus. Arsenal wirkt defensiv immer noch nicht stabil, weil immer wieder andere Formationen spielen mussten. Thomas Vermaelen fehlt noch bis Ende Oktober verletzt, dann war mal Laurent Koscielny ein Spiel nicht dabei, gleiches gilt für Johan Djourou oder Carl Jenkinson.

Es gab also einen Kern von Spielern, die immer dabei waren und die dann alleine die Verantwortung übernehmen mussten. Und es gab keinen Samir Nasri oder Cesc Fabregas mehr, welche die jungen Spieler an die Hand nehmen konnten. Aaron Ramsey, der junge wallisische Nationalspieler, musste nun alleine die Fäden im Mittelfeld ziehen, war gegen Newcastle und Liverpool auch engagiert, aber wirkungslos. Gegen Swansea City gestern konnte er sich ein wenig mehr verstecken als sonst. Ein Unterschied zu den Leistungen zuletzt ist kaum aufgefallen. Für Dienstag ist de Einsatz von Ramsey wegen einer Knöchelverletzung fraglich. Arsene Wenger musste auf dem Transfermarkt handeln und hat das auch gemacht. Mit Yossi Benayoun und Mikel Arteta kamen zwei Neuzugänge für die kreative Offensivabteilung, Chu-Young Park soll neben Robin van Persie für Tore sorgen und Marouanne Chamakh zeigen, dass Konkurrenz das Geschäft belebt. Per Mertesacker soll die Defensive stabilisieren zusammen mit André Santos von Fenerbahce Istanbul. Alle Neuzugänge sind fit, haben teilweise gegen Swansea schon gespielt, aber ihre Integration ins Mannschaftsgefüge und die Arsenal-Spielweise braucht Zeit.

Zeit, die Arsenal nur begrenzt hat um am Ende der Saison vorne mitspielen zu können. Titel gewinnen ist ja das Ziel – und das wurde von Wenger auch nicht geändert. Warum Arsenal so schwer in die Saison findet, hat neben den oben genannten sportlichen Gründen eine emotionale Komponente. Dem jungen Team war anzusehen, dass sie mit dem Druck nach dem Weggang von Fabregas und Nasri, der öffentlichen Forderung nach weiteren Neuzugängen, den schlechten Ergebnissen zu Saisonstart und der fehlenden Gewissheit Champions League zu spielen nur schwer umgehen kann. Die letzten 20 Minuten am Samstag gegen Swansea City haben demonstriert, dass die Nervosität noch nicht verflogen ist, das Selbstvertrauen nur langsam zurückkommt. Spielerisch ist Arsenal derzeit meilenweit von den Kurzpassorgien der letzten Saison entfernt. Das muss sich alles erst noch finden und braucht Zeit und viele Erfolgserlebnisse sobald wie möglich.

Eigentlich nicht die schlechtesten Voraussetzungen für Borussia Dortmund vor dem Spiel gegen die Gunners. Mit einem Punktgewinn wäre Arsenal sicherlich schon zufrieden.

FC Chelsea

Bayer 04 Leverkusen reist am Dienstagabend zum FC Chelsea an die Stamford Bridge. Ebenso wie bei Arsenal läuft es bei den Blues noch nicht rund nach vier Spielen in der Premier League, wenngleich die Sorgen im Südwesten nicht ganz so groß und umfangreich sind wie im Nordosten der Stadt. Der Vorteil beim FC Chelsea: Es stimmen zumindest die Ergebnisse. Nach dem schwachen Auftakt am 1. Spieltag beim 0:0 in Stoke konnten die letzten drei Spiele gewonnen werden. 2:1 gegen West Bromwich Albion, 3:1 gegen Norwich City und ein 2:1 beim FC Sunderland, das praktisch ohne Stürmer spielt. Also schnell erkennbar: Das ist ein Auftaktprogramm, mit dem man gut und lässig in die Saison starten kann. Das haben die Blues gemacht, so ist Bayer Leverkusen der erste richtige Härtetest. Was für Leverkusen nur von Vorteil sein kann.

Beim FC Chelsea hat sich im Sommer einiges geändert, wobei der Eindruck gewonnen werden kann, dass durch die geringe Nachhaltigkeit auf der Trainerposition Chelsea in jedem Sommer einen kleinen Umbruch vollzieht. Mit André Villas-Boas steht mal wieder ein Portugiese an der Seitenlinie, der sich sein Team um die arivierten Kräfte und Leistungsträger, wie Lampard, Drogba, Terry und Malouda, mit seinen Wunschspielern zusammengebaut hat. Last minute wurde Raul Meireles vom FC Liverpool verpflichtet, vom FC Valencia kam der Spanier Juan Mata. Vom RSC Anderlecht kam Romelu Lukaku für schlappe 22 Millionen Euro. Und von der B-Mannschaft des FC Barcelona kam Oriol Romeu zu den Blues und bekam gegen Sunderland einen Kurzeinsatz.Es gab schon Zeiten, da hat der FC Chelsea mehr Geld für neue Spieler ausgegeben. Es waren diesen Sommer nur knapp über 80 Millionen Euro. Und nicht blind eingekauft, sondern gezielt verstärkt – und für die Zukunft geplant.

Dass der FC Chelsea auf und abseits des Platzes derzeit eher wenig Sorgen hat, zeigt die Diskussion um Fernando Torres, jener Stürmer, der im letzten Winter für 50 Millionen Euro nach London wechselte und dessen Tore die Fans seitdem an einer Hand abzählen können. Auch in dieser Spielzeit wirkt der Spanier noch wie ein Fremdkörper in der Chelsea-Offensive. Das hat Trainer Villas-Boas erkannt und gleich mal Selbstvertrauen nach außen demonstriert. Den wenn Torres nicht seine Form hat, spielt er nicht. Bei der Partie in Sunderland stürmten Daniel Sturridge, Nicolas Anelka und Juan Mata in einem 4-3-3. Didier Drogba fehlte wegen seiner Kopfverletzung und wird wohl am Dienstag noch nicht im Kader stehen. Torres durfte sich die letzten 15 Minuten empfehlen. Mehr nicht. Im Chelsea-Mittelfeld vermissen die Fans weiterhin den verletzten Michael Essien. Ramires beackert die rechte Seite, Raul Meireles kommt eher über links, Frank Lampard zieht die Fäden in der Mitte. In der Defensive scheint Villas-Boas mit Bosingwa auf rechts, Terry und Ivanovic als Innenverteidigung und Ashley Cole auf der linken Seite seine Wunschformation gefunden zu haben. Interessant wird sein, was passiert, wenn David Luiz nach seiner Verletzung zurückkehrt. Am Samstag stand Luiz zumindest im Kader, Einsätze werden sicherlich folgen, vielleicht schon gegen Leverkusen. Am ehesten müsste Bosingwa dann wohl auf die Bank, Ivanovic rückt auf rechts und Luiz spielt neben Terry. Aufatmen für viele Chelsea-Fans auf der Torhüterposition. Peter Cech ist nach seiner Verletzung wieder dabei, gegen Sunderland die 90 Minuten ohne Probleme absolviert. Hilario, der nicht wirklich schlecht gespielt hat, darf bei Cech dessen Klasse und Ausstrahlung abschauen. Momentan hat Villas-Boas also mit David Luiz im Team eine ganz gute Aufstellung gefunden. Es reicht für knappe Siege gegen Mittelfeldteams der Premier League.

Von Titelträumen und der Form solche zu gewinnen sind die Blues also noch ein ganzes Stück entfernt. Und die Gegner zuletzt hießen eben nur Norwich, West Brom und Sunderland. Da sollte für Leverkusen mit ihrem schnellen Spiel nach vorne ein Punkt auf alle Fälle drin sein. Sunderland hat ganz gut gezeigt, wie Chelsea zu knacken ist. Hätten die Black Cats doch nur Stürmer. Zwei Wege: entweder durchs Spiel über die Außen, nach innen ziehen und mit flachen Zuspielen die Stürmer suchen. Mit Geschwindigkeit hatten Terry und Ivanovic Probleme, bei hohen Zuspielen waren sie sicher. Der zweite Weg wird ein wenig von der Aufstellung von Villas-Boas abhängen. Spielt er wieder volle Offensive mit einem 4-3-3 oder baut er eine etwas defensive Absicherung ein und macht das Mittelfeld enger. Sollte Chelsea beim 4-3-3 bleben, sollte sich Bayer 04 die 90 Minuten von Chelsea gegen Norwich anschauen, als der Aufsteiger es mit schnellem Spiel gut geschafft hat das Chelsea-Mittelfeld zu überwinden. Chelsea ist defensiv anfällig. Und bisher schlägt auch die Offensivpower noch nicht voll zu. Und warum sollte Fernando Torres ausgerechnet gegen Leverkusen jetzt wieder in die Erfolgsspur zurückfinden?

Für Bayer Leverkusen ebenso wie für Borussia Dortmund nicht der schlechteste Zeitpunkt auf die Gegner aus der Premier League zu treffen. Ich tippe auf ein Remis für den BVB und einen Sieg für Bayer 04. Wie seht ihr das?

Zitat des Tages: Sonntag, 11. September 2011 – You can’t beat the Statue of Liberty

“The view… from my apartment… was the World Trade Center… and now it’s gone, and they attacked it. This symbol of American ingenuity, and strength, and labor, and imagination and commerce, and it is gone. But you know what the view is now? The Statue of Liberty. The view from the South of Manhattan is now the Statue of Liberty. You can’t beat that.”

Grieving still.

Premier League 2011/2012 Preview #4 – Faneinmischung und the next Tony Adams

Die Länderspielpause ist vorbei, der Ligabetrieb kann wieder starten. Und für einige Verein beginnt die Saison erst am 4. Spieltag, zumindest in den Gedanken. Den schlechten Saisonstart abhaken und von vorne anfangen, nachdem neue Spieler – oder auch nicht, wie wir sehen werden – verpflichtet wurden.

Ganz Fußball-Deutschland wird wohl nach London zum Premierenspiel von Per Mertesacker schauen. Dazu weiter unten mehr. Denn es gibt interessantere Konstellationen an diesem Wochenende, zum Beispiel beim Heimspiel des FC Everton gegen Aston Villa. Die Toffees sind chronisch pleite und haben am Deadline Day Mikel Arteta und Jermain Beckford verkauft. Mal eben schnell 14 Millionen Pfund aufs Konto gepackt. Trotzdem wird es keine großen Investitionen im Winter geben, hat Präsident Bill Kenwright bereits angekündigt. Die Fans fürchten immer mehr, dass sich der Verein in die falsche Richtung bewege. Die Fanvereinigung Blue Union hat deshalb zu einem Fanprotest am Samstagnachmittag aufgerufen um ihren Unmut zu zeigen. Sportlich wollen die Toffees an der guten Leistung beim 1:0 in Blackburn anknüpfen, als man zwar glücklich gewann, aber kämpferisch und in den letzten 20 Minuten auch spielerisch überzeugte. Die beiden Neuzugänge Royston Drenthe und Denis Stracqualursi stehen im Kader, ebenso wie Alan Hutton und Jermaine Jenas, die wahrscheinlich in der Startelf bei Villa stehen. Die Truppe aus Birmingham will weiter ungeschlagen bleiben.

Der andere kleine Brennpunkt liegt bei den Blackburn Rovers nach dem katastrophalen Saisonstart. Das Team von Trainer Steve Kean liegt punktlos mit Tottenham am Tabellenende und konnte bisher in allen drei Saisonspielen nicht ansatzweise überzeugen, wirkte wie 11 Personen, die sich gerade spontan auf dem Bolzplatz getroffen haben. Wenn dann noch die Schicksalsschläge in Form zweier verschossener Elfmeter hinzukommen, wirkte die Mannschaft völlig von der Rolle. Also haben die indischen Besitzer nochmal Erfahrung nach Blackburn gekauft. Alle drei prominenten Neuzugänge – Yakubu, Scott Dann und Simon Vukcevic – sind im Aufgebot für die Partie am Sonntagnachmittag beim FC Fulham. Steve Kean braucht dringend Punkte. Von den Rovers-Fans gab es bereits einen Brief an die indischen Besitzer, sie mögen doch bitte nach einem neuen Trainer suchen. Kean selbst hat die Länderspielpause genutzt um nach Indien zu reisen. Die lokale Presse hat daraus schnell ein Krisentreffen gemacht. Bei den Cottagers aus London geben die Neuzugänge Bryan Ruiz, Zdenek Grygera und Orlando Sa ihr Debüt. Fulham und Blackburn wollen am Sonntagnachmittag beide den ersten Saisonsieg.

Apropos der erste Saisonsieg, Episode I: Den hätte gerne auch Roy Hodgson mit West Bromwich Albion. Die Baggies reisen zu Aufsteiger Norwich City, Sonntag um 14:30 Uhr.

Apropos der erste Saisonsieg, Episode II: Den wollen auch die Tottenham Hotspur, wenn das bloß so einfach wäre. Denn die Spurs reisen zu den noch ungeschlagenen Wolverhampton Wanderers, die in den ersten Spielen vor allem defensiv überzeugen konnten. Erst ein Gegentor kassierten die Wolves. Trainer Mick McCarthy lässt sein Team unverändert – zum vierten Mal in dieser Saison. Bei Tottenham stand die Defensive bisher eher als Synonym für Verzweifelung, fehlende Abstimmung. Insbesondere bei Flanken und Eckbällen wirkte man anfällig wie Milcheis bei Sonneneinstrahlung. Was hat Harry Redknapp gemacht? Offensivspieler gekauft, das Heil in der Flucht nach vorne suchen. Emmanuel Adebayor und Scott Parker spielen beide morgen. Defensiv muss Redknapp dank einiger Verletzungen auf Ledley King zurückgreifen, der sowieso schon seit Jahren immer wieder mit seinen Kniebeschwerden zu kämpfen hat.

Und dann gibt es Samstagnachmittag noch einen Dreierpack im Kampf um die Tabellenführung. Drei Teams dürfen vorlegen. Stoke City hat es mit dem FC Liverpool zu tun. Die Reds in prächtiger Form, mit viel Spielwitz und schönen Kombinationen in den ersten Spielen. Charlie Adam fühlt sich pudelwohl im Mittelfeld. Das dürfte interessant werden, wenn Steven Gerrard Anfang Oktober wieder mitspielen kann. Bei den Potters macht Peter Crouch sein Debüt. Liverpool könnte mit einem Sieg vorerst die Tabellenführung übernehmen, wenn Manchester City gegen Wigan Athletic nicht gewinnt. Was derzeit angesichts der Offensivpower von City mit bereits 12 Toren in den ersten drei Spielen und einem Edin Dzeko in Überform schwierig vorstellbar ist. Samir Nasri kann trotz seines gebrochenen Fingers spielen, währendessen Gareth Barry mit Knöchelverletzung wohl fehlen wird. Und die dritte Mannschaft im Bunde ist der FC Chelsea, der zum FC Sunderland reist. Steve Bruce ist bei den Black Cats wahrlich nicht mit großer Auswahl im Sturm gesegnet. Dann wiegt ein Ausfall von Asamoah Gyan doppelt bitter, also wird Niklas Bendtner einzige Spitze sein. Dass ich so einen Satz nochmal schreiben werde, hätte ich auch nicht gedacht. Bei den Blues kehren Petr Cech, David Luiz und Daniel Sturridge nach Verletzung zurück. Raul Meireles macht sein erstes Spiel für den FC Chelsea. Didier Drogba wird nach seiner Kopfverletzung noch fehlen. Also muss Fernando Torres für die Tore sorgen.

Und im Fokus steht am Samstagnachmittag dann vor allem noch der erste Auftritt des FC Arsenal nach der Demütigung im Old Trafford, zu Gast im Emirates ist Swansea City. Klingt von der Ansetzung nach einer klaren Angelegenheit, zumal der Aufsteiger aus Wales noch kein Saisontor erzielt hat. Aber die Ergebnisse täuschen über 60 sehr starke Minuten im Auswärtsspiel bei Manchester City und einem gut erkämpften 0:0 gegen Sunderland. Und richtig überzeugen konnte der FC Arsenal ja auch noch nicht. Aber das soll sich ja jetzt ändern. “Für uns beginnt die Saison erst an diesem Spieltag”, hat Arsene Wenger gesagt. Arsenals Personalsituation ist mit den vielen Sperren und Verletzungen weiterhin die reine Qual da die Übersicht zu behalten. Wilshere und Diaby sind weiter verletzt, Wilshere noch bis Mitte November. Auch Thomas Vermaelen und Thomas Rosicky fehlen verletzt, während Song und Gervinho das letzte Spiel ihrer Sperre absitzen. Frimpong kehrt nach seinem Platzverweis gegen Liverpool wieder ins Team zurück. Neuzugang André Santos hat noch Fitnessrückstand und wird wohl ebenso nicht zur Verfügung stehen wie Chu-Young Park, der noch auf seine Arbeitserlaubnis und das Visa wartet. Stellt sich die Mannschaft praktisch von alleine auf. Kieran Gibbs spielt Linksverteidiger, Walcott ist nach seinem Fehlen im Länderspiel gegen Wales wieder fit und spielt auf rechts. Mikael Arteta und Benayoun sind gesetzt von Beginn an ebenso wie Per Mertesacker in der Innenverteidigung. Der Ex-Bremer hat die letzten Tage mal alle Sympathiepfeile in Richtung Arsenal-Fans geschossen. Für ihn sei der morgige Tag wie der erste Schultag in der Grundschule. Er habe bereits als Kind ein Arsenal-Shirt getragen und, wenn das noch nicht pathetisch genug gewesen sein soll, hat er im offiziellen Vorstellungsinterview für Arsenal TV sich gleich die Arsenal-Legende Tony Adams herangezogen: “Früher gab es nicht viele Bilder aus der Premier League im deutschen TV, aber was ich mitbekommen habe, war die Genialität von Tony Adams. Er ist ein besonderer Spieler. Ich würde gerne in seine Fußstapfen treten.” Den Beginn dieser Reise gibt es dann Samstagnachmittag, ab 15:55 Uhr auf Sky Sport 1 (Kommentar: Oliver Faßnacht).

Gleich im Anschluss an die Partie von Arsenal zeigt Sky (Kommentar: Andreas Renner) den Auftritt von den Bolton Wanderers gegen Tabellenführer Manchester United. Die Red Devils haben in ihren letzten beiden Heimspielen überzeugt, jetzt kommt wieder die etwas schwierigere Hürde Auswärtsspiel. Bolton hat in seinem Auftritt zuhause gegen Man City schon überzeugt, das wird für United also kein Spaziergang im Vorbeigehen. 11 der letzten 13 Spiele hat United gegen Bolton gewonnen, nur in der letzten Saison gelang das nicht. Bei den Trotters stehen die Neuzugänge David Ngog, Gael Kakuta und Dedryck Boyata vor ihrem Debüt. Die Gäste müssen in der Offensive Danny Welbeck ersetzen. Deshalb kommt Javier Hernandez zu seinem ersten Saisoneinsatz.

Zum Abschluss des Spieltages gibt es ein interessantes Monday Night Game zwischen den Queens Park Rangers und Newcastle United. Sky überträgt ab 20:55 Uhr mit Markus Gaupp am Mikrofon. Interessant deshalb, weil da zwei Extrembeispiele des Transfer Deadline Days aufeinanderprallen und es das Debüt von Joey Barton gegen seinen ehemaligen Verein gibt. Die Queens Park Rangers mussten auch vor dem Hintergrund des holprigen Saisonstarts, was für Aufsteiger, die gewöhnlich die Euphorie des Aufstiegs in die ersten Saisonwochen retten können, schon ein erstes Warnzeichen ist, schnell hochkarätig einkaufen. Joey Barton, Luke Young und Shaun Wright-Phillips wurden verpflichtet und stehen in den Startlöchern. Das Gegenbeispiel ist Newcastle United. Obwohl spätestens nach dem Verkauf von Andy Carroll im letzten Januar genug Kleingeld zur Verfügung steht, haben sich die Magpies einen strikten Sparkurs verordnet, so scheint es. Blöd nur, dass man trotzdem weiterhin Spieler verkauft. Barton zu QPR, Jose Enrique zum FC Liverpool und Kevin Nolan zu West Ham United. Immerhin den Weggang von Enrique konnte durch die Verpflichtung von Davie Santon von Inter Mailand kompensiert werden. Die Fans sind trotzdem stinksauer, dass der Transfererlös vom Carroll-Verkauf nicht, wie versprochen, in neue Spieler investiert wurde. Vorerst hat die sportliche Leitung die guten Ergebnisse zum Saisonstart auf ihrer Seite. Bleibt abzuwarten, wie sich das im Saisonverlauf entwickelt, vor allem im Sturm ist Newcastle mit Löwenkrands (ja, der spielt da auch noch), Demba Ba und Leon Best extrem dünn besetzt. Trainer Alan Pardew sucht seit dem Abgang von Carroll nach einem neuen Stürmer. Bis zum Winter darf weitergesucht werden.

Wenn alles klappt, gibt es ein Live-Blog vom Samstagnachmittag in der Premier League. Man liest sich.

Zitat des Tages: Donnerstag, 8. September 2011 – New York sollte ganz normal weitermachen

Auf eine Weise schon, auf eine andere nicht. Es ist unglaublich, wie schnell der Alltag in New York weiterging. Bürgermeister Rudolph Giuliani rief damals die Leute auf, wieder herauszugehen auf die Straßen. Sie sollten ganz normal weitermachen. Das habe ich auch gemacht. Am übernächsten Tag ging die Schule für unseren Sohn wieder los, der Kindergarten meiner Tochter machte auf. Nach außen hin ging es ganz normal weiter. Aber innen hat sich etwas verändert. Ich hatte so eine Katastrophe noch nie erlebt. Ich hatte plötzlich Angst, in ein Flugzeug zu steigen oder in die Subway. Ich habe versucht, so wenig wie möglich nach Manhattan zu fahren und bei den Kindern zu bleiben. Diese Möglichkeit, das so etwas passieren kann, aus dem Nichts heraus, das kannte ich vorher nicht.

Interview bei ZEIT online mit Anja Reich: “Ich hatte plötzlich Angst, in ein Flugzeug zu steigen”

Zitat des Tages: Mittwoch, 7. September 2011 – Capello goes backwards

“England went backwards on Tuesday night as they took a step towards the finals of Euro 2012, and the return of Frank Lampard seemed almost too obvious a symbol of their tactical regression [...] Did Capello really see Gareth Bale as such a threat that he needed to rejig his formation for a home fixture against a team ranked 117th in the world? In the light of England’s performance in Sofia, a gesture of confidence might have been more appropriate. A genuinely formidable team, which is what they aspire to be, possess a shape that everyone can recognise and no one can do anything to counter. Less than a week ago England seemed to have made genuine progress on that front, but on Tuesday night they dredged up a real pre-enlightenment performance.”

Richard Williams/The Guardian: Frank Lampard did the hard yards but his England race is almost run