Premier League 2011/2012 Preview #26 – Kings of London

Nach der Pokalpause letztes Wochenende geht es mit dem 26. Spieltag weiter. Wobei so ganz kommt der englische Fußball auch an diesem Wochenende nicht um den Pokal herum. Am Sonntagnachmittag bestreiten der FC Liverpool und Zweitligist Cardiff City das Carling Cup Finale im Wembley Stadium (Sport1 live ab 16:55 Uhr). Deswegen stehen auch nur neun Ligaspiele auf dem Programm und keine Partie am Sonntagnachmittag. Das Merseyside Derby gegen den FC Everton ist verschoben. Ein Nachholtermin steht noch nicht fest. Das gestaltet sich deswegen ein wenig schwieriger, weil Liverpool und Everton beide noch im FA-Cup spielen und deswegen aufgrund möglicher Wiederholungsspiele bestimmte Tage provisorisch freigehalten werden müssen.

Kommen wir zurück zur Liga. Sechs Spiele am Samstag. Villas-Boas bei Chelsea unter Beobachtung, schwierige Aufgaben für die Kellerkinder und der Tabellenführer im Einsatz. Das sind die Brennpunkte morgen. Am Sonntag dann das North London Derby.

FC Chelsea – Bolton Wanderers
Samstag 15:55 Uhr, Sky Sport 1 live, Kommentar: Andreas Renner

Wenn man dieser Tage fies zu einem Chelsea-Fan sein will, sollten beiläufig zwei Namen erwähnt werden: Andre Villas-Boas und Fernando Torres. Beide stellen die Anhänger der Blues auf eine Geduldsprobe. Der Trainer schafft es nicht, die Mannschaft taktisch so einzustellen, dass sie erfolgreich ist. In der Liga hat Chelsea den vierten Platz abgegeben, in der Champions League kurz vor dem Ausscheiden. Und Fernando Torres wartet seit Oktober auf einen Treffer. Für einen Stürmer nicht akzeptabel – that’s 50 million pounds well spent. Und so stehen diese beiden Protagonisten stellvertretend für die Krise an der Stamford Bridge. Der Trainer bekommt Rückendeckung vom Besitzer, Torres wird am Samstag trotz leichter Grippe unter der Woche wohl stürmen. Bei Chelsea fehlen weiterhin Bosingwa und John Terry, Mata ist fraglich, wird aber wohl fit werden. In den letzten Jahren waren die Bolton Wanderers ein dankbarer Gegner für die Blues. Die letzten acht Duelle hat Chelsea gewinnen können. Ist jetzt eine Frage der Perspektive. Vielleicht ist es für Bolton der beste Zeitpunkt gegen die Blues zu spielen. Blöd nur, dass bei Bolton eine ganze Reihe von Stammkräften ausfallen. Kevin Davies, Marcos Alonso, Tyrone Mears, Ricardo Gardner, Chung-Yong Lee, Stuart Holden und Sean Davis fehlen alle verletzt. Chelsea hat die letzten fünf Spiele wettbewerbsübergreifend nicht gewonnen. Und wenn es gegen Bolton nicht klappt, dürfte die Krise eine neue Dimension bekommen.

Newcastle United – Wolverhampton Wanderers
Im Fernduell um den vierten Platz hat auch Newcastle United ein gehöriges Wort mitzureden. Einen Punkt liegen die Magpies hinter Chelsea und Arsenal. Jetzt kommen die Wolves. Die Gäste haben Anfang Februar bei QPR gewonnen, der erste Sieg nach zehn sieglosen Spielen in der Fremde. Es war aber auch der einzige Sieg in den letzten fünf Spielen. Grund genug Trainer Mick McCarthy zu entlassen. Jetzt haben die Wolves bis zum Saisonende einen Nachfolger gefunden. Terry Connor, Co-Trainer unter McCarthy, übernimmt die sportliche Leitung. Es ist die einfachste Lösung, aber nicht die gewünschte Option. Der Guardian schlüsselt auf, dass zahlreiche Wunschkandidaten, wie Alan Curbishley, Brian McDermott und Walter Smith, dem Verein abgesagt haben. Newcastle hat die letzten fünf Duelle in der Premier League gegen die Wolves nicht verloren. Aus den letzten drei Ligaspielen insgesamt gab es zwei Siege. Yohan Cabaye und Cheick Tiote sind nach Verletzung und Einsatz beim Afrika-Cup wieder im Mittelfeld der Magpies. Leon Best und Steven Taylor fehlen weiter verletzt.

Außerdem am Samstagnachmittag zwei Mal Abstiegsgefahr gegen sicheres Mittelfeld. Die Queens Park Rangers empfangen den FC Fulham. QPR wartet seit über einem Monat auf einen Sieg. Das Team von Trainer Mark Hughes holte nur vier Punkte aus den letzten sechs Spielen, Fulham holte im gleichen Zeitraum zehn Zähler. Deswegen liegen in der Tabelle jetzt neun Punkte und vier Plätze zwischen beiden Vereinen, QPR liegt auf Platz 16 punktgleich mit den Wolves auf Rang 18. Während die Cottagers keinerlei Personalprobleme haben – nur hinter dem Einsatz von Steve Sidwell steht ein kleines Fragezeichen – muss QPR auf den gesperrten Djibril Cisse und den verletzten DJ Campbell verzichten. Aller Voraussicht nach werden Frederico Macheda und Bobby Zamora im Sturm spielen. Insbesondere für Zamora wird es ein besonderes Spiel. Im Januar verließ er den FC Fulham, nach seiner langen Verletzungspause hatte er wieder das Vertrauen vom Trainer bekommen. Im zweiten Duell hat Schlusslicht Wigan Athletic den Tabellenfünfzehnten Aston Villa zu Gast. Die Latics versuchen den zweiten Heimsieg in dieser Saison zu erzielen. Und das ist auch dringend nötig. Den letzten Heimerfolg gab es im August, in den letzten sechs Heimspielen hat es Wigan nicht geschafft mehr als ein Tor zu erzielen. Nur eines der letzten fünf Ligaspiele wurde gewonnen, ausgerechnet vor zwei Wochen beim direkten Konkurrenten in Bolton. Ob Wigan den Aufwärtstrend fortsetzt? Gegen Villa mit drei Niederlagen in den letzten vier Spielen wäre das gut möglich. Alex McLeish fehlt Innenverteidiger Richard Dunne mit Schulterverletzung, ihn ersetzt Carlos Cuellar. Villa muss außerdem auf Ciaran Clark verzichten.

Desweiteren um 16:00 Uhr am Samstagnachmittag ein eher belangloses Mittelfelduell zwischen West Bromwich Albion und dem AFC Sunderland. Die Black Cats stehen im gesichersten Mittelfeld ohne Kontakt zu den internationalen Plätzen. Bei West Brom besteht noch ein wenig Abstiegsgefahr, was primär in der schwachen Heimform begründet ist. Die letzten beiden Spiele im The Hawthorns gingen verloren, gleichzeitig holten die Baggies aber sieben Punkte aus den letzten drei Spielen in der Fremde. Blöderweise jetzt wieder vor eigenem Publikum. Sunderland gewann drei der letzten vier Ligaspiele. Die Verpflichtung von Trainer Martin O’Neill hat sich als echter Glücksgriff erwiesen.

Manchester City – Blackburn Rovers
Samstag 18:25 Uhr, Sky Sport 1/HD Extra live, Kommentar: Sven Schröter

Im Kampf um die Tabellenführung darf Manchester City vorlegen. Nach der souveränen Leistung in der Europa League gegen den FC Porto wollen die Citizens jetzt den driten Sieg in Folge in der Liga. Klammert man den kleinen Ausrutscher mit der Niederlage beim FC Everton aus, sehe ich derzeit keinerlei Anzeichen, dass Man City leistungsmäßig nachlässt. Sie bleiben der Top-Favorit auf den Titel, nicht nur wegen des Vorsprungs von zwei Punkten auf Man Utd. Mit den Blackburn Rovers kommt jetzt ein dankbarer Gegner ins Etihad Stadium. Blackburn hat zwar die Abstiegsplätze verlassen – aber nur aufgrund der guten Leistungen vor eigenem Publikum. Auswärts, siehe das 1:7 bei Arsenal, gibt es regelmäßige Offenbarungen. Und jetzt reisen die Rovers zu dem Team, das in dieser Saison zuhause noch nicht verloren hat. Man City hat keine Personalsorgen, Carlos Tevez steht aber noch nicht im Kader. Bei Blackburn fehlt Chris Samba wegen Oberschenkelproblemen. City hat keines der letzten acht Spiele gegen Blackburn verloren. Aber die Rovers haben gute Erinnerungen an Manchester. Bei United konnten sie diese Saison schon gewinnen.

Norwich City – Manchester United
Nach der Samstagspartie von Man City muss United beim Aufsteiger in Norwich auf das entsprechende Ergebnis reagieren. Ich habe von der Europa League Partie gegen Ajax nur die Bilder in der Konferenz sehen und war eher enttäuscht von den Red Devils. Aber so richtig überzeugt war ich von Man Utd in den letzten Wochen sowieso nicht. Bei Chelsea spielte das Team eine miserable erste Hälfte, gegen Liverpool tat man nicht mehr als nötig. Richtig gut gefiel mir nur die Partie bei Ajax Amsterdam. Solange Man Utd aber auf Tuchfühlung zu City bleibt, liegt das Team von Sir Alex im Plan. Am Donnerstag hat Nani erstmals wieder über 90 Minuten gespielt und dürfte am Sonntag auch in der Liga wieder von Beginn an spielen. Rio Ferdinand wurde am Donnerstag gegen Amsterdam geschont, kehrt ins Team zurück. Wayne Rooney ist weiterhin fraglich ebenso wie Tom Cleverly. Bei Norwich kehrt Zak Whitbread nach Sperre zurück.

FC Arsenal – Tottenham Hotspur
Sonntag 14:15 Uhr, Sky Sport 1/HD 2 live, Kommentar: Marco Hagemann (Yeah!)

Es ist das 150. Derby zwischen den Gunners und den Spurs in der Premier League – und zum ersten Mal ist die Favoritenrolle klar verteilt. Zu Gunsten der Tottenham Hotspur. Zum ersten Mal seit 15 Jahren könnten die Spurs sich vor Arsenal in der Tabelle platzieren. Das Team von Harry Redknapp spielt insbesondere in der Offensive begeisternden Fußball und liegt nach 25 Spieltagen 10 Punkte vor dem FC Arsenal. Wer hätte das gedacht. “Für uns ist es ein extrem wichtiges Spiel, weil wir unsere Position im Kampf um den vierten Platz weiter verbessern können”, meinte Arsenal-Trainer Wenger heute Mittag auf der Pressekonferenz. Das Saisonziel des FC Arsenal ist klar definiert mit dem Erreichen der CL-Quali. Es werden kleine Brötchen im Emirates gebacken. Kleine Brötchen und Harry Redknapp passen hingegen nicht zusammen. Die Spurs wollen auf alle Fälle, so Redknapp, vor den Gunners in der Tabelle bleiben, haben die Hoffnung auf die Meisterschaft aber auch noch nicht ganz aufgegeben. Es sind nur sieben Punkte Rückstand bei noch 13 Spielen. So oder so brauchen beide Teams einen Sieg, beide wollen drei Punkte – könnte also ein großartiges Spiel werden.
Bei Arsenal sind Laurent Koscielny und Kieran Gibbs noch fraglich. Beide machen morgen einen Fitnesstest. Sollte der Franzose nicht fit werden, könnte Djourou in die Innenverteidigung rücken. Carl Jenkinson, der am Mittwoch in der Reservemannschaft erstmals 90 Minuten nach seiner Verletzung spielte, wäre die Notlösung auf der linken Seite. Vermaelen ersetzt in der Innenverteidigung Mertesacker, fällt für die linke Seite also aus. Ansonsten stellt sich das Team von alleine auf. Gervinho könnte nach seiner Rückkehr vom Afrika-Cup wieder ins linke Mittelfeld rücken. Bei Tottenham entspannt sich die Personalsituation. Luka Modric, Emmanuel Adebayor, Benoit Assou-Ekotto und Rafael van der Vaart fehlten am letzten Sonntag im FA-Cup, sind für Sonntag aber wieder fit. Für beide das vielleicht wichtigste North London Derby in den letzten Jahren, vor allem für Arsene Wenger. Arsenal hat übrigens nur eines der letzten sieben North London Derby gewonnen.
Es sind bis jetzt keinerlei Fanproteste gegen Le Professeur angekündigt. Die schwarzen Müllsäcke bleiben zuhause. Der Verein ist den Fans entgegen gekommen. Man hat die Preise für Dauerkarten für die nächste Saison nicht erhöht. Ob das die Fans bei Laune hält? Eigentlich hilft nur ein Sieg. Beide Vereine haben in gemeinsamen Erklärungen an die Anhänger appelliert sich vor dem Spiel und während der 90 Minuten respektvoll zu verhalten.

Der Spieltag wird abgeschlossen mit der Partie von Stoke City gegen Swansea. Beide Teams stehen im gesicherten Mittelfeld mit jeweils 30 Punkten, haben also mit dem Abstiegskampf nur noch bedingt zu tun. Der Sieger in dieser Partie sowieso nicht mehr. Stoke verlor die letzten zwei Ligaspiele und war in der Europa League gegen den FC Valencia chancenlos. Swansea ist ebenfalls im Formtief. Die Swans gewannen nur eines ihrer letzten fünf Pflichtspiele.

BBC-Bericht: Inside Syria

Gestern Abend bei BBC World News America einen längeren Bericht vom BBC-Korrespondenten Ian Pannell aus Syrien gesehen. Das hat mich völlig fassungslos und bestürzt zurückgelassen. Teile des Berichts sind auch auf der BBC-Website. Pannell war unterwegs mit der syrischen Oppositionsbewegung und gibt seltene Einblicke in die Ansichten der Oppositionellen und zeigt auch, welches Schlachtfeld die Bomben des Assad-Regimes hinterlassen.

“I want freedom in all its concepts, whatever this word means I want it”, sagte ein Mitglied der Oppositionsbewegung. Hier Ausschnitte auf der BBC Newssite.

Premier League 2011/2012 – TV Spiele bis Ende April terminiert

Die Premier League hat heute in Absprache mit BSkyB und ESPN UK die Premier League Spiele bis Ende April fest terminiert. Ein Blick auf die Highlights im März und April mit zwei Spieltagen an Ostern. Die meisten TV-Spiele auf der Insel wird es dann sicherlich auch bei Sky Deutschland zu sehen geben. Die Spitzenspiele sind fett markiert.

Sa 03.03. 13:45, Arsenal – Liverpool
So 04.03. 13:00, Newcastle – Sunderland
So 04.03. 17:10, Tottenham – Manchester United

Mo 12.03. 21:00, Arsenal – Newcastle

So 18.03. 14:30, Wolverhampton – Manchester United
Mo 19.03. 21:00, Manchester City – FC Chelsea

Sa 24.03. 13:45, FC Chelsea – Tottenham Hotspur
Sa 24.03. 16:00, Arsenal – Aston Villa / Liverpool – Wigan
Sa 24.03. 18:30, Stoke City – Manchester City
Mo 26.03. 21:00, Manchester United – FC Fulham

Sa 31.03. 16:00, Manchester City – FC Sunderland
So 01.04. 14:30, Newcastle – Liverpool
So 01.04. 17:00, Tottenham – Swansea
Mo 02.04. 21:00, Blackburn – Manchester United

Fr 06.04. 17:30, Swansea – Newcastle
Sa 07.04. 13:45, Sunderland – Tottenham
Sa 07.04. 15:00, Liverpool – Aston Villa
So 08.04. 14:30, Man Utd – QPR
So, 08.04. 17:00, Arsenal – Man City

Mo 09.04. 16:00, Tottenham – Norwich
Mo 09.04. 21:00, Fulham – Chelsea
Di 10.04. 21:00, Blackburn – Liverpool
Mi 11.04. 20:45, Man City – West Brom

Sa 14.04. 13:45, Liverpool – Fulham / Norwich – Man City
Sa 14.04. 16:00, Chelsea – Newcastle
So 15.04. 14:30, Bolton – Tottenham
So 15.04. 17:00, Man Utd – Aston Villa

Sa 21.04. 13:45, Arsenal – Chelsea
Sa 21.04. 18:30, QPR – Tottenham
So 22.04. 13:30, Man Utd – Everton
So 22.04. 17:00, Wolves – Man City

Sa 28.04. 16:00, Stoke – Arsenal
Sa 28.04. 18:30, Norwich – Liverpool
So 29.04. 14:30, Chelsea – QPR
So 29.04. 17:00, Tottenham – Blackburn
Mo 30.04. 21:00, Man City – Man Utd

Zitat des Tages: Donnerstag, 23. Februar 2012 – R.I.P.

Der Zweijährige ist nur einer unter vielen Kindern, die in Syrien jeden Tag sterben. Colvin, die über 25 Jahre bei der britischen «Sunday Times» beschäftigt war, fand es überaus wichtig, über solche Schicksale zu berichten. «Hier in Syrien leben 28’000 Zivilisten, Männer, Frauen und Kinder, die wehrlos versuchen, nicht getroffen zu werden. Die Geschichte über den kleinen Jungen würde vielleicht mehr Menschen darüber nachdenken lassen, was hier jeden Tag passiert», sagte sie gegenüber CNN.
Kurz nachdem sie das Gespräch mit Anderson Cooper von CNN beendet hatte, starb die engagierte Journalistin – durch eine Bombe, die frühmorgens im Haus in der Widerstandshochburg Homs einschlug. Die Reporter und die Aufständischen wurden offenbar durch einen Knall geweckt. Sie versuchten, sich zu retten, schafften es aber nicht, aus dem Haus zu kommen, bevor die nächste Rakete einschlug. Die Kriegsjournalistin Marie Colvin und der junge französische Kriegsfotograf Rémi Ochlik starben noch vor Ort.

[via Tagesanzeiger]

Einfach schrecklich, über das Morden eines brutalen Regimes in Syrien zu berichten – und dabei selbst zu sterben. Hier der letzte BBC-Bericht von Marie Colvin, ein lesenswerter Nachruf im FOX-Blog.

Hannover Scorpions († 23.02.2012)

Es ist der pure Masochismus am Tabellenende der Deutschen Eishockey Liga. Die Hannover Scorpions, Meister 2010, haben sich in den letzten Wochen schon in alle Einzelteile zerfleischt. Heute kam dann der Höhepunkt, der Todesstoß vom Besitzer Günter Papenburg persönlich. Er hält trotz der sportlichen Misere an Trainer Toni Krinner fest und stellt sich damit gegen Geschäftsführer Marco Stichnoth, die komplette Mannschaft und die Fans. Die Hannover Scorpions sind endgültig am Ende. Aus. Vorbei. Aufgrund der Entscheidung von Papenburg haben nach Informationen hannoverscher Medien alle Spieler, deren Vertrag am Saisonende ausläuft, bereits mitteilen lassen, dass sie den Verein verlassen werden. Alle anderen Spieler, deren Kontrakt über die aktuelle Spielzeit hinausgeht, wollen versuchen ihren Vertrag aufzulösen. Schneller ist ein sportlicher Erfolg wie die Meisterschaft 2010 nie vergessen worden. Die Saison ist eine einzige sportliche Krise – doch stattdessen diese zu lösen, sind alle Beteiligten mit sich selbst beschäftigt. Die Leidtragenden sind die treuen Fans, die trotz 14 Heimspielniederlagen in Serie immer noch ihren Weg in die Tui-Arena finden. Doch auch das dürfte bald vorbei sein – dank eines Beziehungsgeflechts, das einzigartig im deutschen Profisport scheint und schon nicht mehr tragisch ist. Fünf Parteien stehen sich gegenüber. Alle haben ihre Ansichten, und keiner weicht davon ab, geschweige sucht den Ausgleich zwischen den Gruppen. Ein Gesprächsangebot von Besitzer Papenburg an die Spieler hat der Baununternehmer kurzfristig wieder ausgeschlagen. Er hat im Alleingang beschlossen, dass Toni Krinner auch in der neuen Saison Trainer bleibt. Wem das nicht gefällt, könne gehen oder einfach wegbleiben. Ich wette, Papenburg ist sich den Folgen dieser Aussage überhaupt nicht bewusst. Oder er leidet unter Realitätsverlust. Wie so viele bei den Hannover Scorpions.

Der Besitzer
Ohne Günter Papenburg würde es die Scorpions nicht geben. Der Bauunternehmer hat den Verein jahrelang mit einem niedrigen einstelligen Millionenbetrag unterstützt und stets das Defizit am Saisonende ausgeglichen. Papenburg, gleichzeitig Besitzer und Betreiber der Tui-Arena auf dem Messegelände in Hannover, brauchte natürlich auch ein Zugpferd für die Mehrzweckhalle. Die Scorpions waren aber nicht nur Mittel zum Zweck. Dann hätte Papenburg die Scorpions schon eher fallen lassen können. Insbesondere unter der Ägide von Hans Zach, mit dem sich Papenburg exzellent verstand, sind die Scorpions Papenburg, auch aufgrund der großen sportlichen Erfolgs, sehr ans Herz gewachsen. Aus den sportlichen Planungen hatte sich Papenburg immer rausgehalten. Das war der alleinige Aufgabenbereich von Geschäftsführer Marco Stichnoth. Doch in Folge der sportlichen Krise in dieser Saison hat Papenburg sich häufiger zu Wort gemeldet. Er hat stets zu Trainer Krinner gehalten – auch nach der 14. Heimniederlage in Folge. Papenburg schwimmt damit alleine gegen den Strom.

Der Geschäftsführer
Der Erfolg der Scorpions hat eine Handschrift: Geschäftsführer Marco Stichnoth. Er hat das Team zusammengestellt, er hatte Hans Zach 2006 an die Leine geholt. Er war es aber auch, der es nie geschafft hat, sich am vom Besitzer zur Verfügung gestellten Etat zu orientieren. Die Scorpions haben in den letzten Jahren nicht gut gewirtschaftet. Die Meistersaison ließ aufgrund hoher Prämien ein großes finanzielles Loch zurück, das Papenburg dann ausgeglichen hat. Die Beziehung zwischen Stichnoth und Krinner war zu Beginn positiv, doch mit zunehmender Unzufriedenheit innnerhalb der Mannschaft mit Krinner, spielte sich Stichnoth in den Mittelpunkt. Er stellte sich während der Spiele auf die Trainerbank, war eine Art Co-Trainer, dessen Posten aufgrund des Sparkurses eingestellt wurde. Stichnoth ist der Ansprechpartner für das Team geworden, Krinner wird immer mehr umgangen. Und nicht zuletzt genießt Stichnoth großes Ansehen bei den Fans.

Das Team
Nahezu alle Spieler der Hannover Scorpions haben sich mit Trainer Krinner überworfen. Bereits zum Ende der letzten Saison gab es einen Bruch zwischen Trainer und Mannschaft, der sich nahtlos in der laufenden Saison fortgesetzt hat. Die Spieler haben schlicht keinen Bock mehr unter Krinner zu trainieren – und so spielen sie auch. Lustlos. Interna aus der Kabine drangen in die Öffentlichkeit. Die Mannschaft versuchte Krinner zum Rücktritt zu drängen. Der gab nicht nach – und hat jetzt die Unterstützung des Mäzen. Das Team ist der Verlierer – wie so häufig in dieser Saison.

Der Trainer
Toni Krinner trat in keine kleinen Fußstapfen. Hans Zach verließ als Meister die Scorpions. Im Sommer danach gab es das erste Theater um einen möglichen Rückzug und die Rückgabe der DEL-Lizenz. Ein rigoroser Sparkurs und der nahezu komplette Umbau des Teams war die Folge. Zu Beginn seines ersten Amtsjahres schien die Symbiose Team und Trainer noch zu klappen. Jetzt ist sie am Ende. Der Hauptvorwurf: Krinner lässt nur ein Spielsystem spielen und weicht auch nicht davon ab – bloß ist diese Taktik des frühen Attackierens nicht gemacht für die Mannschaft und die Spieler der Scorpions. Sie kommen damit nicht zurecht. Und das sollte jeder mit dem Blick auf die Tabelle sehen. Doch Krinner weigert sich vehement sein Konzept zu ändern. Das verärgert die Spieler. In den Phase vor den Playoffs der letzten Saison haben sich Stichnoth und das Team noch gegen Krinner durchgesetzt und auf die alte Zach-Taktik gewechselt. Mit Erfolg. Es war das letzte Mal. Krinner wird sich nicht ändern. Er bleibt stur. Nie hat er auch nur ansatzweise daran gedacht, von sich aus zurückzutreten.

Die Fans
Die Hannover Scorpions sind wahrlich nicht mit einem hohen Zuschauerschnitt gesegnet, aber die treusten Fans der Liga haben auch in den letzten Wochen zu ihrem Team gehalten, es immer wieder unterstützt. Die Sympathien bei den Fans sind klar verteilt. Sie sind pro Team und Geschäftsführer Stichnoth und klar gegen Trainer Toni Krinner gerichtet. Mehrfach wurde während Spielen der Rücktritt des Trainers gefordert. Und mit Günter Papenburg, der sich jetzt klar zu Krinner bekannt hat, haben die Fans eine weitere Zielscheibe für ihren Protest gefunden. Los geht es beim Heimspiel am kommenden Sonntag gegen die DEG Metro Stars.

Es ist eine nahezu aussichtlose Lage. Es ist Endzeitstimmung. Sollte Krinner Trainer bleiben, wird Stichnoth und ein Großteil des Teams gehen und viele Fans dem Verein den Rücken kehren. Die Entscheidung liegt nun beim Besitzer Papenburg, jener Papenburg, der die Scorpions geschaffen hat, sie zu einer festen Größe in der DEL machte – und der jetzt, ohne wahrscheinlich auch nur ansatzweise über die Konsequenzen nachzudenken, mit seiner Entscheidung pro Krinner den Stecker ziehen wird. Papenburg scheint Schluss machen zu wollen. Zur Not gebe er die DEL-Lizenz gerne an Landshut weiter.

Es ist vorbei. Ein weiterer DEL-Klub wird langsam, aber stetig zu Grabe getragen. Zwei Jahre nach dem Gewinn der Meisterschaft.

Wo läuft die Deutsche Eishockey Liga ab der Saison 2012/2013?

Momentan hat die Deutsche Eishockey Liga (DEL) nur einen TV-Partner, den Pay-TV-Sender Sky. Dort gibt es zwei Spiele pro Woche zu sehen. Anders als die beiden anderen großen Mannschaftssportarten läuft Eishockey in Deutschland ausschließlich im Bezahlfernsehen. Die Basketball Bundesliga läuft ebenso wie Handball aus der höchsten deutschen Spielklasse bei sport1 im Free-TV – mit zufriedenstellenden Quoten für beide Parteien.

Präsenz im Free-TV fehlt der DEL komplett, mit Ausnahme von 45 Sekunden hin und wieder im Morgenmagazin von ARD und ZDF und einigen recht wenig beachteten Live-Spielen auf Eurosport. Nicht nur deshalb, aber auch deswegen hat die Deutsche Eishockey Liga in den letzten Jahren massiv an Bedeutung und Zuspruch verloren. Das öffentliche Interesse und die mediale Präsenz ist nicht gestiegen, eher gefühlt sogar noch gesunken – trotz der Eishockey-WM im eigenen Land mit fantastischen Leistungen der Nationalmannschaft.

Sky und die DEL pflegen eine langjährige Partnerschaft. Als regelmäßiger Zuschauer kann ich mich über die Übertragungen nicht beschweren. Zwei Kommentatoren, häufig noch ein zusätzlicher Experte, HD. Fachlich gut aufbereitet – da macht Sky einen richtig guten Job. Groß flankiert werden die wöchentlichen Übertragungen aber nicht. Es gibt keine Magazine oder Zusammenfassungen anderer Spiele, in den letzten Jahren wurden die Vorberichte immer weiter zusammengekürzt.

Nicht nur deshalb scheint die Liga mit Sky teilweise nicht zufrieden, wie zuletzt bei SPONSORs zu lesen war (Artikel liegt mir wörtlich vor). Der aktuelle Vertrag endet nach dieser Saison, die DEL hat sich bereits zu Gesprächen mit Sky getroffen. Eine Einigung steht aber nicht unmittelbar bevor. Die Liga ärgert sich vor allem an der geringen Cross-Promotion von Sky bezüglich der DEL. Und hat damit vollkommen Recht. Auf DEL-Übertragungen wird im gesamten Sky-Sportprogramm so gut wie nie hingewiesen. Cross-Promo von Bundesliga zu DEL gibt es gar nicht. Auch auf Sky Sport News HD wird die DEL stiefmütterlich behandelt. Es gibt lediglich eine Kurzzusammenfassung des auf Sky gezeigten Spiels. Dabei hat Sky Zugriff auf alle Bilder aus den Arenen, die auch meist in HD vorliegen. Es wird auf Sky Sport News HD kaum auf die DEL verwiesen, selten gibt es Vorberichte. Da zeigt man mehr bewegte Bilder vom College Basketball aus den USA als aus der DEL. Und das geht nicht. Ich verstehe den Ärger der DEL sehr gut.

Bisher hat die DEL nur mit Sky verhandelt. Beide Partner haben ein Erstverhandlungsrecht vereinbart. Ziel sei es für die DEL bis Ende April einen neuen TV-Vertrag zu erreichen. Ob das klappt, bleibt zweifelhaft. Spätestens Ende Juni oder Anfang Juli muss ein neuer Vertrag stehen. Von Seiten der DEL gibt es viel Lob für Sky, aber eben auch Kritik und Verbesserungsvorschläge. Jetzt liegt es an Sky auch auf die DEL zuzugehen, wenn man kein weiteres durchaus attraktives Sportrecht verlieren will. Sollte es keine Einigung mit Sky geben, würden andere Interessenten gesucht und angefragt.

Vielleicht schafft es ja die DEL, dass Sky aus Eishockey in Deutschland im Pay-TV noch mehr raushaut und dann die Rechte fürs Free-TV mit Zusammenfassungen oder Magazinen ebenso Abnehmer finden. Wäre für die DEL und Sky ein guter und für das Eishockey in Deutschland insgesamt notwendiger Schritt.

Premier League 2011/2012 Preview #25 – “And Torres scores. That’s the Torres we know.”

Bevor nächstes Wochenende das Achtelfinale im FA-Cup ansteht, ist am Samstag und Sonntag nochmal Premier League angesagt. Und das Wochenende hat es mal wieder in sich. Der Kampf um den vierten Platz mit Chelsea, Arsenal, Newcastle und Liverpool nimmt an Dramatik zu.

Die Diskussion um den Rücktritt von Fabio Capello und die Debatte um einen Nachfolger wird das Wochenende überstrahlen. Harry Redknapp geht bei vielen Experten und auch Spielern als Favorit auf den Trainerposten. Er selbst sagt, dass er sich geehrt fühlt und zumindest über den Posten nachdenkt. Mehr sicherlich in den nächsten Tagen. Mal sehen, wie die Tottenham Hotspur mit dem Rummel in diesen Tagen umgehen. Rafael van der Vaart hat über die taktischen Vorgaben von Redknapp ja mal in einem Interview gesagt, dass es da nicht viel gebe, und die Spieler offensiv spielen können, wie sie wollten. Taktik sei Redknapp egal. Vielleicht sollte Fußball-England das wenigstens kurz vor einer finalen Entscheidung nochmal berücksichtigen.

Sky zeigt am Wochenende wieder nur drei Spiele. Und ich verstehe es nicht. Man verzichtet stets auf ein Spiel um 16:00 Uhr, weil parallel die Bundesliga läuft. Gleichzeitig gibt es stets ein Spiel aus der Premier League parallel zum Topspiel der Bundesliga. Dabei kann man um 16:00 Uhr wunderbar zwischen Bundesliga und Premier League schalten. Bei dem Abendspiel geht das schlicht nicht. Und ich denke, dass das Topspiel der Bundesliga durchaus das größte Interesse am Spieltag hervorruft. So Sky aus der Premier League ein Spiel am Samstagmittag und dann erst wieder am Abend. Für den Audience Flow ein klarer Nachteil. Das angeblich beste Sportfernsehen der Welt würde sich auch keinen Zacken aus der Krone brechen, wenn man am Samstag drei Spiele am Stück gezeigt hätte.

Blicken wir zum Aufsteiger nach Swansea. Dort hat Trainer Brendan Rodgers seinen Vertrag um weitere dreieinhalb Jahre verlängert. Rodgers bindet sich damit an den Verein bis Sommer 2015. Für die Fans der Swans ist es ein echter Glücksgriff. Rodgers genießt bei ihnen allerhöchstes Ansehen, nicht nur, weil er mit Swansea City den Aufstieg in die Premier League geschafft hat und in der höchsten englischen Liga eine ausgezeichnete Rolle für einen Aufsteiger spielt. Rodgers vertritt die Philosophie stets den Fans zuzuhören, auf sie zuzugehen. Entsprechend groß war die Anteilnahme am Tod vom Vater Rodgers nach langer Krebserkrankung im September letzten Jahres.

Manchester United – FC Liverpool
Samstag 13:30 Uhr, Sky Sport 1 live, Kommentar: Markus Gaupp

Mit Teams aus Manchester kann der FC Liverpool ja derzeit gut umgehen. City aus dem Halbfinale des Carling Cup geworfen, ein paar Tage später United aus dem FA-Cup. Jetzt könnten die Red Devils zumindest in der Liga Revanche nehmen und damit weiter Anschluss an Man City halten, bei sehr gutem Ausgang sogar vorübergehend die Tabellenführung übernehmen. So gut Liverpool in den letzten Wochen ausgesehen hat, beschränkten sich die sehr guten Leistungen meist auf die Partien an der Anfield Road. Nur zwei der letzten fünf Auswärtsspiele konnten gewonnen werden, darunter aber bei City im Carling Cup. Auswärts also nur in den großen Momenten? Man Utd ist die Heimmacht der Liga, 22 der letzten 25 Partien wurden gewonnen. Richtige Aussetzer gab es eigentlich nur beim 1:6 gegen Man City und dem 2:3 gegen Blackburn. Eigentlich also klare Vorzeichen. Im Gegensatz zum FC Liverpool muss Sir Alex weiterhin um einige Stammkräfte bangen. Phil Jones and Torwart Anders Lindegaard weisen nach ihren Verletzungen Fitnessrückstand auf. Also wird wohl wieder Da Gea im Tor stehen, Evans rückt in die Innenverteidigung neben Ferdinand, Giggs, der gerade seinen Vertrag um ein weiteres Jahr verlängert hat, im zentralen Mittelfeld neben Carrick. Auf der linken Seite wie gegen Chelsea mit Ashley Young, der nach seiner Knieverletzung eine ansprechende Leistung zeigte. Interessant dürfte dann noch abseits der sportlichen Brisanz sein, wie Suarez von den Anhängern von Man Utd durch das Spiel begleitet wird. United hat sechs der letzten sieben Heimspiele gegen Pool gewonnen – mit einer Ausnahme. Damals hatte keiner damit gerechnet. Fast wie morgen auch.


Tja, und solche Rückblicke hätte ich gerne auch mal in Deutschland im TV. Hat Sky Sports UK klasse gemacht.

FC Everton – FC Chelsea
Im Duell um den vierten Platz muss der FC Chelsea in den Goodison Park reisen. Die Blues haben am vergangenen Wochenende mit dem 3:3 gegen Manchester United zweirlei offenbart. Einerseits können sie immer noch brillianten, temporeichen Fußball spielen und jeden schlagen. Andererseits hätte der FC Chelsea vor ein paar Jahren so einen Vorsprung nicht mehr aus der Hand gegeben. Wie soll Trainer AVB darauf nun reagieren? Freuen, dass sein Team gegen Man Utd drei Tore erzielt hat? Oder die pure Verzweifelung, dass die Blues sich nicht weiter von der Konkurrenz abgesetzt haben und der wichtige vierte Platz alles andere als in Stein gemeißelt ist? Und jetzt geht es zum vermeintlichen Angstgegner nach Liverpool. Zuletzt gewann Chelsea bei den Toffees vor vier Jahren, damals 1:0 durch einen Treffer von Essien. Eine weitere Niederlage können sich die Blues eigentlich nicht leisten. Villas-Boas wird erneut auf Kapitän John Terry verzichten, offiziell wegen einer Knieverletzung. Ramires fehlt ebenfalls verletzt, Drogba ist noch beim Afrika-Cup. Also darf erneut Fernando Torres versuchen seine Durststrcke zu beenden. Letzter Pflichtspieltreffer Mitte Oktober in der Champions League gegen Genk. Momentan hat Torres mehr Tore gegen den FC Chelsea als für sein aktuelles Team geschossen. Everton hat weiterhin einige Personalprobleme. Phil Jagielka fehlt ebenso verletzt wie das Mittelfeld-Trio Leon Osman, Jack Rodwell und Seamus Coleman. Daher bekommt Winter-Neuzugang Nikica Jelavic sein Debüt in der Startelf.

AFC Sunderland – FC Arsenal
Die Gunners müssen zum unbequemen Auswärtsspiel nach Sunderland. Immerhin gibt es bei Arsenal keine neuen Verletzten zu beklagen. Wilshere, Diaby sind die einzigen beiden, die noch länger fehlen. Jenkinson und Gibbs trainieren schon wieder mit dem Team, stehen für die Reise ins Stadium of Light aber noch nicht zur Verfügung. Ebenso wie Gervinho, der mit der Elfenbeinküste im Finale des Afrika-Cup steht. Es ist eine entscheidene Woche für die Saison der Gunners. Nach der Partie in Sunderland folgt Mittwoch die Partie beim AC Mailand und Samstag in einer Woche geht es im FA-Cup wiederum nach Sunderland. Mit von der Partie am Samstag ist immerhin noch Thierry Henry, der nach dem Spiel gegen den AC zurück an die Ostküste der USA reist, für das Nordlondon-Derby Ende Februar nicht mehr dabei ist. Arsenal wähnt sich nach dem 0:0 in Bolton und dem 7:1 gegen Blackburn im Aufwind. Und seit langer Zeit hatte man wieder ein komplette Woche zum Training. Das dürfte von Vorteil sein, weil Sunderland am Mittwoch noch ein kämpferisches Spiel mit Verlängerung im FA-Cup hatte. Sunderland gewann fünf der letzten sechs Ligaspiele, vor eigenem Publikum verloren die Black Cats zuletzt im November 2011. Es wird ein unbequemes Auswärtsspiel.

Bolton Wanderers – Wigan Athletic
Keine einfachen Zeiten für Trainer Roberto Martinez in Wigan. Schlusslicht in der Tabelle mit nur 16 Punkten, fünf Zähler Rückstand auf das rettende Ufer. Seit dem 10. Dezember warten die Latics auf einen Sieg in der Liga, zuletzt gab es mit dem 1:1 gegen Everton immerhin einen kleinen Hoffnungsschimmer. Mehr aber auch nicht. Jetzt geht es zu einem echten 6-Punkte-Spiel nach Bolton. Die Wanderers stehen auf dem ersten Abstiegsplatz. Bei den Wanderers entspannt sich die Personallage ein wenig. Gretar Steinsson und Joe Riley kehren in den Kader, Neuzugang Tim Ream könnten sein Debüt für Bolton geben. Mit Ausnahme des 3:1 gegen Liverpool hat Bolton in letzter Zeit wenig gerissen, zeigte aber zuletzt vor eigenem Publikum zumindest ansprechende Leistungen. Das wird gegen Wigan ebenso nötig sein. Die Latics haben derzeit keine Verletzten, aber Sorgen sowieso genug, vier Niederlagen in den letzten sechs Spielen. Aus der letzten Viertelstunde gegen Everton ziehen die Spieler ihr Selbstvertrauen: “Wenn wir Samstag gegen Bolton so beginnen wie wir gegen Everton aufgehört haben, haben wir eine große Chance dieses Spiel zu gewinnen”, so Winter-Neuzugang Jean Beausejour. “Die Stimmung im Team ist großartig, wir rücken alle sehr eng zusammen”, gibt James McCarthy zu Protokoll.

Außerdem am Samstagnachmittag das direkte Duell der beiden Aufsteiger. Swansea City empfängt Norwich City. Die zweitbeste Heimdefensive trifft auf ein eher auswärtsschwaches Team. Norwich hat gerade mal drei Auswärtssiege feiern können. Brendan Rodgers hat mit Ausnahme des Spaniers Andrea Orlandi (Oberschenkelzerrung) alle Mann an Bord. Paul Lampard muss weiterhin auf einige Stammspieler verzichten. Die Einsätze von Zak Whitbread, Marc Tierney und Elliott Ward entscheiden sich erst kurzfristig am Freitag nach dem Abschlusstraining. Swansea hat zuhause erst einmal verloren, die letzten vier Heimspiele gegen Norwich konnten erfolgreich gestaltet werden. Norwich hat in 2012 aber erst ein Pflichtspiel verloren.

Außerdem kämpfen die Blackburn Rovers um Anschluss an die Nichtabstiegsplätze. Mit einem Sieg könnte man zum Gegner Queens Park Rangers, derzeit auf Platz 16, nach Punkten aufschließen. Bei Blackburn kehrt Yakubu nach seiner Sperre zurück, dafür fällt Chris Samba aus. Anschluss nach oben gilt für den FC Fulham in der Partie gegen Stoke City. Mit drei Punkten würden die Cottagers nach Punkten zu Stoke aufschließen und sich damit im Mittelfeld der Tabelle festsetzen. Fulham hat die letzten fünf Heimspiele wettbewerbsübergreifend nicht verloren. Das Problem beim Team von Martin Jol sind die stets schwachen Auswärtsleistungen. Die Potters haben zuletzt Anfang Januar auswärts gewinnen können.

Tottenham Hotspur – Newcastle United
Samstag 18:25 Uhr, Sky Sport 1 / HD Extra live, Kommentar: Andreas Renner

Das wird eine ganz interessante Partie, vielleicht sogar das Topspiel des Spieltages, immerhin spielt der Tabellendritte gegen den Tabellenfünften. Beide Teams müssen in diesen Tagen mit Verletzungen hantieren. Bei den Magpies werden – das hat Alan Pardew heute Morgen auf der Pressekonferenz bestätigt – auf alle Fälle Leon Best und Ryan Taylor fehlen. Yohan Cabaye wird zum letzten Mal gesperrt fehlen. Cheik Tiote steht mit der Elfenbeinküste im Finale der Afrika-Cups. Bei den Spurs fallen William Gallas und Tom Huddlestone definitiv aus. Hinter dem Einsatz von Ledley King steht wie immer ein Fragezeichen. Younes Kaboul würde als Vertretung bereit stehen. Aaron Lennon, Rafael Van der Vaart und Jermain Defoe mussten unter der Woche alle mit dem Training aussetzen, sollten aber für Samstagabend zur Verfügung stehen. Hinter all den ganzen Personalien wird eine Person natürlich besondere Aufmerksamkeit genießen. Doch damit weiß Harry Redknapp umzugehen. Würde mich nicht wundern, wenn er mit heruntergelassener Autoscheibe Samstagnachmittag erstmal durch Nordlondon fährt. Ein Schlüssel zum Erfolg von Tottenham ist die Heimstärke. Die Spurs verloren nur eines ihrer letzten 29 Heimspiele. Die letzen vier direkten Duelle gegen Newcastle wurden ebenfalls nicht verloren (2 Siege, zuletzt zweimal Remis). Newcastle gewann vier der letzten fünf Ligaspiele und ist derzeit auf Kurs Champions League Qualifikation. Für die deutschen TV-Zuschauer die erste Gelegenheit Demba Ba und Neuzugang Cisse als Sturmduo zu sehen.

Der Sonntag beginnt mit der Partie Wolverhampton Wanderers gegen West Bromwich Albion. Der Tabellenfünfzehnte ist beim Tabellensiebzehnten zu Gast, heißt Abstiegskampf. Insbesondere für die Wolves ist ein wichtiges Spiel, direkter Konkurrent vor eigenem Publikum. Und dazu gab es letzte Woche den ersten Sieg seit Anfang Dezember. Wenn nicht jetzt, wann dann? Zumal die Gäste aus West Brom nur zwei der letzten acht Spiele gewinnen konnten. Trainer Roy Hodgson äußerte nach dem bitteren 1:2 gegen Swansea letztes Wochenende, dass sein Team wieder mal nicht gut genug war. Insbesondere die Heimspiele können die Baggies regelmäßig abhaken. Besser funktioniert es auswärts. Auch in Wolverhampton?

Aston Villa – Manchester City
Sonntag 16:55 Uhr, Sky Sport 1 / HD 2 live, Kommentar: Marcel Meinert

Der Spieltag schließt mit der Partie des Spitzenreiters. Den FC Porto in der Europa League vor der Brust muss zunächst die Hürde Villa Park genommen werden. Nachdem Man City im Januar wie ein anderes Team wirkte und gar nicht in die Spur kam, soll jetzt nach dem souveränen 3:0 gegen Fulham der nächste Schritt folgen. Villa zeigte zuletzt ansprechende Leistungen, erzielte aber keine brauchbaren Ergebnisse. Bei Villa kehren James Collins, Agbonlahor und Marc Albrighton nach Verletzung zurück. Bei City ist Nasri rechtzeitig fit geworden, auch Kompany sollte nach seiner Knieverletzung wieder startbereit sein. Es fehlen weiterhin Kolo und Yaya Toure sowie der gesperrte Balotteli.

Die Bundeskanzlerin zu Zukunftsdialog und Online-Bürgerbeteiligung – Alles ganz neu

Heute um 18:00 Uhr gab es ein spannendes, groß angekündigte Interview mit Bundeskanzlerin Merkel, das unter anderem von Politik-Digital und auf der Seite des Bundeskanzleramts live gestreamt wurde. Es sollte um Bürgerdialog und die Zukunft von Online-Bürgerbeteiligungsverfahren gehen. Es war ein Schnelldurchlauf, vieles wurde angesprochen, ganz viel blieb offen. Antworten auf solche wichtigen Fragen und Themen kann man nicht mal eben in 20 Minuten geben. Aber es war ein Versuch wert, teilweise sogar ein guter.

Das heutige Interview mit Steffen Wenzel von politik-digital ist eingegliedert in eine Internet-Offensive der Bundesregierung. Neue Website, mehr Bürgerbeteiligung, so die Kanzlerin in ihrem Video-Podcast, Ein Zukunftsdialog, der auch durch die Kraft des Netzes inhaltlich ausgestaltet wird. Und die Bundeskanzlerin bloggt jetzt sogar.

Dialog über Deutschlands Zukunft“. Aus der Ankündigung heißt es optimistisch: “Lassen Sie uns gemeinsam nachdenken, wie wir in Zukunft leben wollen. In Deutschland. In diesem Jahrzehnt”. Frei nach dem Motto: Besser spät als nie. Diese Fragen diskutiert die Bundeskanzlerin seit Frühjahr 2011 mit über 120 Fachleuten aus Wissenschaft und Praxis, jetzt sollen die Bürger einbezogen werden. Bis Mitte April können noch die Bürgerinnen und Bürger ihre Vorschläge einreichen und die anderer bewerten. Anschließend sollen die Vorschläge und Inhalte ausgewertet werden und im Herbst in einem Buch veröffentlicht werden. Ob es das dann auch als E-Book gibt?

Das hat mich dann schon interessiert, also habe ich mich um 18:00 Uhr vor den PC gesetzt, um der Bundeskanzlerin zu lauschen. Um zwei Minuten nach sechs ging es dann auch los.

“Herzlich willkommen an die Zuschauer!” gab es von der Kanzlerin zu hören. “Erstmal wollten wir die Diskussion darauf lenken, wie sich Menschen Zukunft in Deutschland vorstellen”, so Merkel zur Begründung der Schaffung dieses Dialogs. Primär – und das hat die Kanzlerin mehrfach betont – geht es um die Zukunft des Landes. Es kam fast so rüber, als sei der Online-Weg ein nettes Beiwerk, mehr aber auch nicht. Man wolle die “neuen Möglichkeiten über das Internet” nutzen. Tja, für Merkel ist das alles eben noch neu. Sie freut sich über die große Resonanz, war bisher sehr zufrieden mit dem Ablauf.

Wie soll das also klappen in Deutschland mit dem Zusammenleben unter Berücksichtigung der demografischen Entwicklung. Wie erhalten wir in Deutschland unseren Wohlstand? Aus meiner Sicht schwierige, komplizierte Fragen. Und Merkel konnte noch nicht sagen, ob sie sich überhaupt beantworten lassen. Vielmehr scheint es ein Brainstorming zu werden. Wie viele dann teilnehmen, ist offen. Es wird ein Lern- und Erfahrungsprozess werden. “Wir müssen dauernd lernen, wie wir an diesem Internet sehen.” Alle Vorschläge werden begutachtet, ungefähr 20 dann ausgewählt und dann auch umgesetzt.

Zunächst war das Gespräch wenig konkret, kaum Inhalte, sehr vereinfacht dargestellt. Die Kanzlerin agierte mit der Verve der Weihnachtsansprache, sehr sachlich, ruhig, wohl überlegt. Aber gut. Vielleicht für die Online-Welt nicht immer angemessen. Aber es ist ja ein Lernprozess. Das Netz bierte viele Vorteile für die Politik. Politische Akteure können schneller antworten, alle sollten die Chancen nutzen. Merkel hält Ergebnisse und Vorschläge für glaubwürdig, bisher gab es nur eine kleine Manipulationsattacke. Sie seien relevant: “Solche Fragen begegnen mir auch in der Offline-Welt.”

“Bewegte Bilder setzen sich schnell durch. Wir müssen Breitband auf dem Land ausbauen.” Das ganze soll bis 2014 abgeschlossen sein. Die beiden großen Säulen der Internetpolitik sind also der Netzausbau und das Stärken der demokratischen Beteiligung im Netz, aber nicht nur dort. Sie findet überall statt. Vielleicht der beste Satz des Abends. Förderprogramme für die Online-Beteiligung soll es nicht geben. “Das spricht sich doch schon ganz gut rum”, so die Bundeskanzlerin.

Gegen Ende blubberte die Sendung dann vor sich hin. Es gab einen Hürdenlauf durch verschiedene Themen, wie Energie- und Verkehrspolitik. Immerhin konnte festgestellt werden, dass bei solchen Themenschwerpunkten neue Formen der Bürgerbeteiligung notwendig sind. Wie das konkret ausgestaltet werden soll, blieb natürlich offen.

100.000 Euro sind für den Zukunftsdialog bereitgestellt. Es ist “Teil der Regierungsarbeit” und kein vorgezogener Wahlkampf.

Die Kanzlerin im Netz, online wird über die Zukunft des Landes diskutiert. Viele sehen vermeintlich schon euphorisch den Weg in die direkte Demokratie. Merkel ganz klar nicht. Es sei höchstens und wenn überhaupt “ein Schritt” Richtung mehr direkte Demokratie. Es ist in erster Linie mehr direkte Kommunikation.

Und so blieb nach 20 Minuten Interview vieles offen. Wie wichtig ist denn jetzt nur der Dialog über das Netz? Notwendiges Übel oder ein zentrales Highlight? Es verstärkt sich mein Eindruck der letzten Monate. Man macht es, weil man nicht mehr darum herumkommt. Aber irgendwie möchte man doch gerne auch darauf verzichten. Die beiden großen Bürgergesprächsrunden im Februar und März finden dann auch wieder in der realen Welt statt. Die Internet-Offensive macht kurz Pause.

Zitat des Tages: Donnerstag, 09. Februar 2012 – Social Networking

Jeff Jarvis:

We are sharing for good reason—not because we are insane, exhibitionistic, or drunk. We are sharing because, at last, we can, and we find benefit in it. Sharing is a social and generous act: it connects us, it establishes and improves relationships, it builds trust, it disarms strangers and stigmas, it fosters the wisdom of the crowd, it enables collaboration, and it empowers us to find, form and act as publics of our own making.

Andrew Keen:

In “On Liberty”, still the wisest guide for building a good society, John Stuart Mill asked: “what has made the European family of nations an improving, instead of a stationary, portion of mankind?” His answer rests on what he calls Europe’s “remarkable diversity of character and culture” which, Mr Mill said, has enabled innovative individuals to be free from the “yoke” of public opinion. But today, in our hyper-connected world of Facebook and Twitter, where we are sharing increasingly copious amounts of personal data with each other online, we are forgetting Mr Mill’s warning against the oppressive yoke of public opinion.

Beide Statements aus der lesenswerten Debatte beim Economist: Social Networking

Diskurs@Deutschlandfunk

Hatte es schon länger im Feedreader, aber immer immer wieder vergessen zu erwähnen.

Der Deutschlandfunk hat im Zuge seines 50. Sendejubiläums im Januar eine KonferenzDer Ort des Politischen in der digitalen Medienwelt“ mit Vertretern aus Politik, Wissenschaft und Medien abgehalten. Jetzt soll die Debatte, wie sich Politik, Medien und Öffentlichkeit in Zeiten der Digitalisierung verändern und vor welchen Herausforderungen sie stehen, nicht beendet sein.

Dazu hat der Deutschlandfunk das Portal diskurs.dradio.de ins Leben gerufen, wo regelmäßig Interviews, in Text wie Video, zum Thema veröffentlicht werden. Gleichzeitig kann sich jeder an der Diskussion beteiligen. Wer mal einen Nachmittag frei hat, findet viele interessante Interviews zum Thema. Es lohnt sich. Heute gibt es zudem einen Livestream von einer Diskussionsrunde in Berlin zur Veränderung des Netzes durch die Demokratie.

Die Debatte wird auch innerhalb des Radioprogramms begleitet, regelmäßig in der Sendung DLF-Magazin, donnerstags um 19:15 Uhr und samstags in der Sendung Markt und Medien um 17:05 Uhr. Beide Sendungen gibt es natürlich auch als Podcast und sind absolut zu empfehlen.