Premier League 2011/2012 Preview #25 – “And Torres scores. That’s the Torres we know.”

Bevor nächstes Wochenende das Achtelfinale im FA-Cup ansteht, ist am Samstag und Sonntag nochmal Premier League angesagt. Und das Wochenende hat es mal wieder in sich. Der Kampf um den vierten Platz mit Chelsea, Arsenal, Newcastle und Liverpool nimmt an Dramatik zu.

Die Diskussion um den Rücktritt von Fabio Capello und die Debatte um einen Nachfolger wird das Wochenende überstrahlen. Harry Redknapp geht bei vielen Experten und auch Spielern als Favorit auf den Trainerposten. Er selbst sagt, dass er sich geehrt fühlt und zumindest über den Posten nachdenkt. Mehr sicherlich in den nächsten Tagen. Mal sehen, wie die Tottenham Hotspur mit dem Rummel in diesen Tagen umgehen. Rafael van der Vaart hat über die taktischen Vorgaben von Redknapp ja mal in einem Interview gesagt, dass es da nicht viel gebe, und die Spieler offensiv spielen können, wie sie wollten. Taktik sei Redknapp egal. Vielleicht sollte Fußball-England das wenigstens kurz vor einer finalen Entscheidung nochmal berücksichtigen.

Sky zeigt am Wochenende wieder nur drei Spiele. Und ich verstehe es nicht. Man verzichtet stets auf ein Spiel um 16:00 Uhr, weil parallel die Bundesliga läuft. Gleichzeitig gibt es stets ein Spiel aus der Premier League parallel zum Topspiel der Bundesliga. Dabei kann man um 16:00 Uhr wunderbar zwischen Bundesliga und Premier League schalten. Bei dem Abendspiel geht das schlicht nicht. Und ich denke, dass das Topspiel der Bundesliga durchaus das größte Interesse am Spieltag hervorruft. So Sky aus der Premier League ein Spiel am Samstagmittag und dann erst wieder am Abend. Für den Audience Flow ein klarer Nachteil. Das angeblich beste Sportfernsehen der Welt würde sich auch keinen Zacken aus der Krone brechen, wenn man am Samstag drei Spiele am Stück gezeigt hätte.

Blicken wir zum Aufsteiger nach Swansea. Dort hat Trainer Brendan Rodgers seinen Vertrag um weitere dreieinhalb Jahre verlängert. Rodgers bindet sich damit an den Verein bis Sommer 2015. Für die Fans der Swans ist es ein echter Glücksgriff. Rodgers genießt bei ihnen allerhöchstes Ansehen, nicht nur, weil er mit Swansea City den Aufstieg in die Premier League geschafft hat und in der höchsten englischen Liga eine ausgezeichnete Rolle für einen Aufsteiger spielt. Rodgers vertritt die Philosophie stets den Fans zuzuhören, auf sie zuzugehen. Entsprechend groß war die Anteilnahme am Tod vom Vater Rodgers nach langer Krebserkrankung im September letzten Jahres.

Manchester United – FC Liverpool
Samstag 13:30 Uhr, Sky Sport 1 live, Kommentar: Markus Gaupp

Mit Teams aus Manchester kann der FC Liverpool ja derzeit gut umgehen. City aus dem Halbfinale des Carling Cup geworfen, ein paar Tage später United aus dem FA-Cup. Jetzt könnten die Red Devils zumindest in der Liga Revanche nehmen und damit weiter Anschluss an Man City halten, bei sehr gutem Ausgang sogar vorübergehend die Tabellenführung übernehmen. So gut Liverpool in den letzten Wochen ausgesehen hat, beschränkten sich die sehr guten Leistungen meist auf die Partien an der Anfield Road. Nur zwei der letzten fünf Auswärtsspiele konnten gewonnen werden, darunter aber bei City im Carling Cup. Auswärts also nur in den großen Momenten? Man Utd ist die Heimmacht der Liga, 22 der letzten 25 Partien wurden gewonnen. Richtige Aussetzer gab es eigentlich nur beim 1:6 gegen Man City und dem 2:3 gegen Blackburn. Eigentlich also klare Vorzeichen. Im Gegensatz zum FC Liverpool muss Sir Alex weiterhin um einige Stammkräfte bangen. Phil Jones and Torwart Anders Lindegaard weisen nach ihren Verletzungen Fitnessrückstand auf. Also wird wohl wieder Da Gea im Tor stehen, Evans rückt in die Innenverteidigung neben Ferdinand, Giggs, der gerade seinen Vertrag um ein weiteres Jahr verlängert hat, im zentralen Mittelfeld neben Carrick. Auf der linken Seite wie gegen Chelsea mit Ashley Young, der nach seiner Knieverletzung eine ansprechende Leistung zeigte. Interessant dürfte dann noch abseits der sportlichen Brisanz sein, wie Suarez von den Anhängern von Man Utd durch das Spiel begleitet wird. United hat sechs der letzten sieben Heimspiele gegen Pool gewonnen – mit einer Ausnahme. Damals hatte keiner damit gerechnet. Fast wie morgen auch.


Tja, und solche Rückblicke hätte ich gerne auch mal in Deutschland im TV. Hat Sky Sports UK klasse gemacht.

FC Everton – FC Chelsea
Im Duell um den vierten Platz muss der FC Chelsea in den Goodison Park reisen. Die Blues haben am vergangenen Wochenende mit dem 3:3 gegen Manchester United zweirlei offenbart. Einerseits können sie immer noch brillianten, temporeichen Fußball spielen und jeden schlagen. Andererseits hätte der FC Chelsea vor ein paar Jahren so einen Vorsprung nicht mehr aus der Hand gegeben. Wie soll Trainer AVB darauf nun reagieren? Freuen, dass sein Team gegen Man Utd drei Tore erzielt hat? Oder die pure Verzweifelung, dass die Blues sich nicht weiter von der Konkurrenz abgesetzt haben und der wichtige vierte Platz alles andere als in Stein gemeißelt ist? Und jetzt geht es zum vermeintlichen Angstgegner nach Liverpool. Zuletzt gewann Chelsea bei den Toffees vor vier Jahren, damals 1:0 durch einen Treffer von Essien. Eine weitere Niederlage können sich die Blues eigentlich nicht leisten. Villas-Boas wird erneut auf Kapitän John Terry verzichten, offiziell wegen einer Knieverletzung. Ramires fehlt ebenfalls verletzt, Drogba ist noch beim Afrika-Cup. Also darf erneut Fernando Torres versuchen seine Durststrcke zu beenden. Letzter Pflichtspieltreffer Mitte Oktober in der Champions League gegen Genk. Momentan hat Torres mehr Tore gegen den FC Chelsea als für sein aktuelles Team geschossen. Everton hat weiterhin einige Personalprobleme. Phil Jagielka fehlt ebenso verletzt wie das Mittelfeld-Trio Leon Osman, Jack Rodwell und Seamus Coleman. Daher bekommt Winter-Neuzugang Nikica Jelavic sein Debüt in der Startelf.

AFC Sunderland – FC Arsenal
Die Gunners müssen zum unbequemen Auswärtsspiel nach Sunderland. Immerhin gibt es bei Arsenal keine neuen Verletzten zu beklagen. Wilshere, Diaby sind die einzigen beiden, die noch länger fehlen. Jenkinson und Gibbs trainieren schon wieder mit dem Team, stehen für die Reise ins Stadium of Light aber noch nicht zur Verfügung. Ebenso wie Gervinho, der mit der Elfenbeinküste im Finale des Afrika-Cup steht. Es ist eine entscheidene Woche für die Saison der Gunners. Nach der Partie in Sunderland folgt Mittwoch die Partie beim AC Mailand und Samstag in einer Woche geht es im FA-Cup wiederum nach Sunderland. Mit von der Partie am Samstag ist immerhin noch Thierry Henry, der nach dem Spiel gegen den AC zurück an die Ostküste der USA reist, für das Nordlondon-Derby Ende Februar nicht mehr dabei ist. Arsenal wähnt sich nach dem 0:0 in Bolton und dem 7:1 gegen Blackburn im Aufwind. Und seit langer Zeit hatte man wieder ein komplette Woche zum Training. Das dürfte von Vorteil sein, weil Sunderland am Mittwoch noch ein kämpferisches Spiel mit Verlängerung im FA-Cup hatte. Sunderland gewann fünf der letzten sechs Ligaspiele, vor eigenem Publikum verloren die Black Cats zuletzt im November 2011. Es wird ein unbequemes Auswärtsspiel.

Bolton Wanderers – Wigan Athletic
Keine einfachen Zeiten für Trainer Roberto Martinez in Wigan. Schlusslicht in der Tabelle mit nur 16 Punkten, fünf Zähler Rückstand auf das rettende Ufer. Seit dem 10. Dezember warten die Latics auf einen Sieg in der Liga, zuletzt gab es mit dem 1:1 gegen Everton immerhin einen kleinen Hoffnungsschimmer. Mehr aber auch nicht. Jetzt geht es zu einem echten 6-Punkte-Spiel nach Bolton. Die Wanderers stehen auf dem ersten Abstiegsplatz. Bei den Wanderers entspannt sich die Personallage ein wenig. Gretar Steinsson und Joe Riley kehren in den Kader, Neuzugang Tim Ream könnten sein Debüt für Bolton geben. Mit Ausnahme des 3:1 gegen Liverpool hat Bolton in letzter Zeit wenig gerissen, zeigte aber zuletzt vor eigenem Publikum zumindest ansprechende Leistungen. Das wird gegen Wigan ebenso nötig sein. Die Latics haben derzeit keine Verletzten, aber Sorgen sowieso genug, vier Niederlagen in den letzten sechs Spielen. Aus der letzten Viertelstunde gegen Everton ziehen die Spieler ihr Selbstvertrauen: “Wenn wir Samstag gegen Bolton so beginnen wie wir gegen Everton aufgehört haben, haben wir eine große Chance dieses Spiel zu gewinnen”, so Winter-Neuzugang Jean Beausejour. “Die Stimmung im Team ist großartig, wir rücken alle sehr eng zusammen”, gibt James McCarthy zu Protokoll.

Außerdem am Samstagnachmittag das direkte Duell der beiden Aufsteiger. Swansea City empfängt Norwich City. Die zweitbeste Heimdefensive trifft auf ein eher auswärtsschwaches Team. Norwich hat gerade mal drei Auswärtssiege feiern können. Brendan Rodgers hat mit Ausnahme des Spaniers Andrea Orlandi (Oberschenkelzerrung) alle Mann an Bord. Paul Lampard muss weiterhin auf einige Stammspieler verzichten. Die Einsätze von Zak Whitbread, Marc Tierney und Elliott Ward entscheiden sich erst kurzfristig am Freitag nach dem Abschlusstraining. Swansea hat zuhause erst einmal verloren, die letzten vier Heimspiele gegen Norwich konnten erfolgreich gestaltet werden. Norwich hat in 2012 aber erst ein Pflichtspiel verloren.

Außerdem kämpfen die Blackburn Rovers um Anschluss an die Nichtabstiegsplätze. Mit einem Sieg könnte man zum Gegner Queens Park Rangers, derzeit auf Platz 16, nach Punkten aufschließen. Bei Blackburn kehrt Yakubu nach seiner Sperre zurück, dafür fällt Chris Samba aus. Anschluss nach oben gilt für den FC Fulham in der Partie gegen Stoke City. Mit drei Punkten würden die Cottagers nach Punkten zu Stoke aufschließen und sich damit im Mittelfeld der Tabelle festsetzen. Fulham hat die letzten fünf Heimspiele wettbewerbsübergreifend nicht verloren. Das Problem beim Team von Martin Jol sind die stets schwachen Auswärtsleistungen. Die Potters haben zuletzt Anfang Januar auswärts gewinnen können.

Tottenham Hotspur – Newcastle United
Samstag 18:25 Uhr, Sky Sport 1 / HD Extra live, Kommentar: Andreas Renner

Das wird eine ganz interessante Partie, vielleicht sogar das Topspiel des Spieltages, immerhin spielt der Tabellendritte gegen den Tabellenfünften. Beide Teams müssen in diesen Tagen mit Verletzungen hantieren. Bei den Magpies werden – das hat Alan Pardew heute Morgen auf der Pressekonferenz bestätigt – auf alle Fälle Leon Best und Ryan Taylor fehlen. Yohan Cabaye wird zum letzten Mal gesperrt fehlen. Cheik Tiote steht mit der Elfenbeinküste im Finale der Afrika-Cups. Bei den Spurs fallen William Gallas und Tom Huddlestone definitiv aus. Hinter dem Einsatz von Ledley King steht wie immer ein Fragezeichen. Younes Kaboul würde als Vertretung bereit stehen. Aaron Lennon, Rafael Van der Vaart und Jermain Defoe mussten unter der Woche alle mit dem Training aussetzen, sollten aber für Samstagabend zur Verfügung stehen. Hinter all den ganzen Personalien wird eine Person natürlich besondere Aufmerksamkeit genießen. Doch damit weiß Harry Redknapp umzugehen. Würde mich nicht wundern, wenn er mit heruntergelassener Autoscheibe Samstagnachmittag erstmal durch Nordlondon fährt. Ein Schlüssel zum Erfolg von Tottenham ist die Heimstärke. Die Spurs verloren nur eines ihrer letzten 29 Heimspiele. Die letzen vier direkten Duelle gegen Newcastle wurden ebenfalls nicht verloren (2 Siege, zuletzt zweimal Remis). Newcastle gewann vier der letzten fünf Ligaspiele und ist derzeit auf Kurs Champions League Qualifikation. Für die deutschen TV-Zuschauer die erste Gelegenheit Demba Ba und Neuzugang Cisse als Sturmduo zu sehen.

Der Sonntag beginnt mit der Partie Wolverhampton Wanderers gegen West Bromwich Albion. Der Tabellenfünfzehnte ist beim Tabellensiebzehnten zu Gast, heißt Abstiegskampf. Insbesondere für die Wolves ist ein wichtiges Spiel, direkter Konkurrent vor eigenem Publikum. Und dazu gab es letzte Woche den ersten Sieg seit Anfang Dezember. Wenn nicht jetzt, wann dann? Zumal die Gäste aus West Brom nur zwei der letzten acht Spiele gewinnen konnten. Trainer Roy Hodgson äußerte nach dem bitteren 1:2 gegen Swansea letztes Wochenende, dass sein Team wieder mal nicht gut genug war. Insbesondere die Heimspiele können die Baggies regelmäßig abhaken. Besser funktioniert es auswärts. Auch in Wolverhampton?

Aston Villa – Manchester City
Sonntag 16:55 Uhr, Sky Sport 1 / HD 2 live, Kommentar: Marcel Meinert

Der Spieltag schließt mit der Partie des Spitzenreiters. Den FC Porto in der Europa League vor der Brust muss zunächst die Hürde Villa Park genommen werden. Nachdem Man City im Januar wie ein anderes Team wirkte und gar nicht in die Spur kam, soll jetzt nach dem souveränen 3:0 gegen Fulham der nächste Schritt folgen. Villa zeigte zuletzt ansprechende Leistungen, erzielte aber keine brauchbaren Ergebnisse. Bei Villa kehren James Collins, Agbonlahor und Marc Albrighton nach Verletzung zurück. Bei City ist Nasri rechtzeitig fit geworden, auch Kompany sollte nach seiner Knieverletzung wieder startbereit sein. Es fehlen weiterhin Kolo und Yaya Toure sowie der gesperrte Balotteli.

Autor: medispolis
Datum: Freitag, 10. Februar 2012 14:19
Trackback: Trackback-URL Themengebiet: Premier League

Feed zum Beitrag: RSS 2.0 Diesen Artikel kommentieren

Kommentar abgeben