Premier League 2011/2012 #36 – Man City oder Man United?

Lesenswerte Lektüre zum Derby of Manchester
Phil McNulty/BBC: Manchester’s derby decision day
The Guardian: Manchester City look for big steal after United leave back door open
Daily Telegraph: Blue Moon rising as Roberto Mancini consigns slapstick image to history
The Independent: City’s moment to shift the balance of power has come
SPOX-Interview mit Uwe Rösler zum Derby: “Die Hütte muss brennen.”

The biggest Derby of all time. Die Ausgangslage ist klar und eindeutig – und vielleicht, aber nicht nur deshalb, ist die Spannung so groß vor dem Monday Night Game zwischen Manchester City und Manchester United. Jene Partie, die die Meisterschaft in der Premier League entscheiden könnte. Sollte United im Etihad Stadium gewinnen, wäre das gleichbedeutend mit dem Titelgewinn. Sollte sich City drei Punkte holen, würden die Citizens dank der besseren Tordifferenz vorübergehend die Tabellenspitze erklimmen – haben aber am kommenden Wochenende noch das schwere Auswärtsspiel bei Newcastle United zu absolvieren. Nur bei einem Sieg der Red Devils könnte also von einer Entscheidung im Meisterschaftsrennen gesprochen werden. Ein Remis würde Man Utd auch mehr nützen. City muss also gewinnen. Keine schlechten Voraussetzungen für ein spannendes Spiel.

Der Erste beim Tabellenzweiten zu Gast – mehr Topspiel geht eigentlich nicht. Das Spiel bekommt noch eine weitere Komponente, die es sehenswert macht. Es spielt die stärkste Heimmannschaft der Liga gegen das beste Auswärtsteam. City hat von seinen bisherigen 17 Heimspielen 16 gewonnen, nur gegen den AFC Sunderland gab es Ende März beim 3:3 ein Remis. City hat 51 Tore geschossen, nur zehn kassiert. United hat die wenigsten Auswärtsniederlagen aller Mannschaften in der Premier League. Vor drei Wochen gab es die Niederlage in Wigan, Anfang Januar haben die Red Devils bei Newcastle verloren. Mit zwölf Siegen in der Fremde hat kein Team häufiger gewonnen. United stellt auswärts die beste Defensive und Offensive der Liga. Das war nicht immer so. Insbesondere in den letzten beiden Spielzeiten war die Auswärtsschwäche stärker ausgeprägt. In der Saison 2010/2011 holten die Red Devils gerade mal fünf Siege auswärts. Sollte United Meister werden, ist das sicherlich auch als ein Schlüsselfaktor zu bezeichnen. United spielte diese Saison 18 Mal zu null, City nur 15 Mal.

City oder United – das ist auch die Frage um die Vorherrschaft in der Stadt Manchester. United Trainer Sir Alex Ferguson hat vor Beginn der Saison City noch als einen zwar reichen, aber kleinen Klub bezeichnet. Mittlerweile hat sich der Sir dazu durchgerungen, City als direkter Konkurrent von United in den nächsten Jahren zu identifizieren. Nicht Arsenal, Chelsea oder Tottenham. Und Liverpool sowieso nicht mehr. Woher kommt dieser Sinneswandel? Es sind zwei Faktoren. Zum einen natürlich die eigene Leistung von United. In der Liga sind die Red Devils zwar weiterhin dominant, aber international haben sie mit dem Ausscheiden in der Gruppenphase der Champions League und dem Rausfliegen in der Europa League gegen Bilbao sich ebenso mit wenig Ruhm bekleckert wie City. Zum anderen hat es Manchester City vier Jahre nach Übernahme durch die Investorengruppe aus Abu Dhabi es endlich geschafft, eine Mannschaft zu formen, die um den Titel in der Premier League mitspielen kann. Dafür brauchte es neben dem Kaufpreis von knapp 200 Millionen Euro eben nochmal weitere hunderte Millionen von Euro – aber es hat geklappt. Wie Man City in den nächsten Jahren vom Financial Fairplay betroffen sein wird, bleibt abzuwarten. Dass City sparen muss, ist offensichtlich. Aber das müssen zukünftig ja alle Vereine. Wenn City also die derzeitige Form konservieren kann, bleibt das Feiern des Titelgewinns nur eine Frage der Zeit, vielleicht schon in ein paar Wochen. Und da wären wir wieder bei der Vorherrschaft um Manchester. City hat im April 2011 zwar den FA-Cup gewonnen. Der letzte Titelgewinn davor liegt aber über 40 Jahre zurück. 1968 wurde City zum zweiten Mal englischer Meister. In den letzten 20 Jahren hat Manchester United hingegen 12 Mal die englische Meisterschaft gefeiert, vier Mal den FA-Cup und zwei Mal die Champions League gewonnen. Es braucht also so oder so noch Zeit, bis City wirklich auf einer Stufe mit United steht. Der Titelgewinn in diesem Jahr könnte ein erster Schritt sein, vor allem um zu zeigen, dass United ernsthafte Konkurrenz aus der eigenen Stadt bekommt.

Es ist auch das Duell zweier Trainergenerationen. Bei Sir Alex Ferguson stellte man sich in den letzten Jahren immer wieder die Frage, wann er eigentlich nach 26 Dienstjahren zurücktritt. Sein erklärtes Ziel war immer alleiniger englischer Rekordmeister zu sein. Das wurde durch den Titelgewinn letztes Jahr geschafft, 19 Meisterschaften, eine mehr als der FC Liverpool. Was treibt Sir Alex also noch an? Oder ist es die fehlende Perspektive einen Startrainer in Old Trafford zu locken. Guardiola oder Mourinho waren lange Zeit nicht verfügbar. Aber vielleicht will Sir Alex zum Abschluss seiner Trainerkarriere es allen nochmal zeigen und sich im direkten Duell mit dem Stadtrivalen messen und dieses Duell gewinnen. Auf der anderen Seite steht Roberto Mancini. Der Italiener hat in seiner Zeit bei Inter Mailand viele Erfolge gefeiert. Den großen internationalen Triumph hat er noch nicht erreicht. Mancini ist aber auch gerade mal 48 Jahre alt. Das Trainergeschäft, gerade bei einem so ambitionierten Klub wie Manchester City, ist härter geworden als zu den Anfangszeiten von Sir Alex Ferguson. Längere Erfolgslosigkeit kann sich Mancini in Eastlands nicht leisten. Offiziell haben die Besitzer des Vereins Mancini Rückendeckung gegeben. Er dürfte also auch nächste Saison an der Seitenlinie stehen. Der Rucksack der fehlenden Titelgewinne könnte im nächsten Sommer aber schwerer werden. Irgendwann müssen große Titel her.

Schaut man sich die bisherige Saison von Manchester City genauer an, kann man durchaus konstatieren, dass es diese Saison vielleicht noch nie so einfach war, englischer Meister zu werden – und City diese Saison verspielt hat. Bis Mitte November hat City mit Ausnahme des Remis beim FC Fulham alles in Grund und Boden gespielt, unter anderem auch beim 6:1 im Old Trafford. So ein bisschen ist das Derby am Montag auch die Möglichkeit zu Revanche für United. City hatte dann im Januar eine erste Schwächephase, als die Dominanz in den Spielen und Ergebnissen wegblieb. Es setzte Niederlagen in Sunderland und gegen Everton, beide auswärts, beide 0:1. City fehlte die nötige Offensivkraft. Die erste kleine Mini-Krise kam dann Ende März und Anfang April mit den Unentschieden gegen in Stoke und zuhause gegen Sunderland. Es folgte eine indiskutable Leistung beim 0:1 gegen Arsenal. Man sah den Citizens nicht wirklich an, dass sie den Titel erreichen wollten. Als die Sache mit der Meisterschaft eigentlich schon entschieden war, zeigte City dann wieder den Fußball, der sie diese Saison positiv auszeichnete. Starke Defensive, brilliante Offensive. Die letzten drei Spiele wurden gewonnen, 12:1 Tore stehen zu Buche. Blickt man auf die bisherige Spielzeit von Manchester United fällt auf, dass United im Gegensatz zu City keine großen Formschwankungen hatte. Man spielte konstant gut, verlor zwischendurch mal ein Spiel, gewann aber meist das nächste gleich wieder. Einzige Ausnahme waren die Ereignisse um den Jahreswechsel mit der Heimniederlage gegen Blackburn und bei Newcastle United. Entsprechen lässt sich der kleine Vorsprung von United ganz gut erklären.

Im Gegensatz zu City war bei United intern wie in der Außendarstellung auch meistens Ruhe im Karton. Sir Alex hat den Laden im Griff – ganz anders bei City, wo viele Eigeninteressen aufeinanderprallen. Balotteli sorgte für die meisten Schlagzeilen und beschädigte auch ein wenig den Trainerposten von Mancini. Carlos Tevez sollte nie wieder für City spielen – jetzt läuft er unter Mancini wieder auf. Es ist halt schwierig, den besten Spielern der Welt zu vermitteln, dass sie in einer solchen Mannschaft auch mal länger auf der Bank sitzen können. Das ist ein Lernprozess, mit dem sich auch Mancini erst auseinandesetzen musste. Bei United war die größte Aufregung fast schon mit gelegentlichen Schwalben von Ashley Young und der Unzufriedenheit von Dimitar Berbatov verbunden. Sollte City trotz der ganzen internen Querelen Meister werden, muss man das anerkennen. Sollte es nicht klappen, werden die ersten Kritiker die Finger in diese Wunde legen. Da hat City sich noch zu verbessern.

Für das Spiel am Montag sind die Aufstellungen wenig überraschend. Roberto Mancini kann wieder auf Balotelli zurückgreifen, der seine drei Spiele Sperre abgesetzt hat. Im Sturm dürften aber weiterhin Carlos Tevez und Aguero den Vorzug bekommen. Micah Richards kehrt nach Verletzung zurück. United hat keine Personalsorgen. Außer den Langzeitverletzten Nemanja Vidic, Darren Fletcher und Anderson sind alle Spieler an Bord. Unklar noch, wer hinten rechts in der Kette spielt. Phil Jones oder Chris Smalling wären Alternativen für Rafael. Fraglich ist höchstens Nani, der im Training ein Schlag auf den Knöchel bekommen hat. Andre Marriner pfeift die Partie.

Manchester City – Manchester United
Montag ab 20:45 Uhr (Anstoß 21:00 Uhr) live auf Sky Sport 1 und Sky Sport HD1. Kommentar: Marco Hagemann

TV-Tipp: 200. Episode von Navy CIS – Life Before His Eyes

Wie die Zeit vergeht. Die allererste Folge dieser Serie habe ich 2003 bei meiner Gastfamilie in den USA geschaut. Ich kann mich noch ziemlich genau dran erinnern, als mein Gastbruder nach dem Abendessen – ich hatte eigentlich noch Hausaufgaben zu erledigen – mich vor den Fernseher zerrte, um diese neue Serie zu schauen. Über 13 Millionen Zuschauer in den USA haben damals bei CBS eingeschaltet. Damals konnte noch keiner abschätzen, dass NCIS zu einer der erfolgreichsten Serien der USA werden würde. In der derzeit ausgestrahlten neunten Staffel schalten wöchentlich fast 21 Millionen Zuschauer ein. Damit ist NCIS die meistgeschaute Sendung in den USA. 2005 kam Navy CIS dann auch nach Deutschland – viel zu spät eigentlich. Denn nach meiner Rückkehr hatte ich von dieser Serie geschwärmt. Die Serie zeichnet sich jetzt nicht unbedingt durch die spannendste Handlung aus. Das natürlich auch, vielmehr ist es aber die kleinen Geschichten zwischen den Rollenfigueren, ihre eigene persönliche Geschichte, die die Serie so sehenswert machen.

Morgen am Sonntag um 20:15 Uhr strahlt Sat.1 die 200. Episode von Navy CIS aus, die Anfang Februar in den USA lief. Danach gibt es erstmal nur Wiederholungen, bevor es im September mit den restlichen Episoden der neunten Staffel weitergeht. Es ist ein Rückblick auf die ersten neun Staffeln mit Special Agent Jethro Gibbs, gespielt vom sympathischen Mark Harmon, im Mittelpunkt. Auf sein Leben wird zurückgeblickt. Viele ehemalige Schauspieler der Serie treten nochmal auf. Und es soll um mehrere wichtige Ereignisse gehen, die sich mit anderen Entscheidungen anders entwickelt hätten. Es ist also ein Rück- und gleichzeitig ein Ausblick, wie es in der neunten Staffel weitergehen könnte.

NCIS 9×14 – Life Before His Eyes. Sonntag 20:15, Sat.1

Leuchtmomente

Die Story ist eigentlich fast zu schön um wahr zu sein. Jason Regler (@jayreg1969), Erfinder und Entwickler von Sexspielzeug, ist ein großer Coldplay-Fan, sah für sich keine berufliche Perspektive, nachdem er keine Lust mehr auf den Familienbetrieb hatte, und trifft zufällig die Band auf dem Glastonbury Festival. Er hätte da eine Idee, wie man das Publikum bei Konzerten noch besser einbinden könne, für noch mehr Interaktion sorgen. Coldplay haben nicht lange gezögert und sofort zugeschlagen. Herausgekommen sind leuchtende Armbänder in verschiedenen Farben, die jeder Konzertbesucher am Eingang bekommt.

Coldplay haben gerade in Kanada und den USA die Mylo Xyloto Welttournee 2012 begonnen, in den nächsten Tagen spielen sie drei Konzerte in Los Angeles, bevor es im Mai wieder nach Südeuropa und England für den ersten Teil der Stadiontournee geht. Im September kommen Coldplay dann für vier Stadionkonzerte nach Deutschland. Es gibt nur noch wenige Tickets.

Coldplay werden in den USA gerade mit Lob überschüttet – und daran sind sicherlich auch die Wristbands, diese leuchtenden Armbänder, schuld. Das sieht in Arenen schon großartig aus, aber wie geil wird das erst im Sommer auf der Europa-Stadiontour. Coldplay haben jetzt mitgeteilt, dass es auf allen Konzerten in diesem Jahr die Leuchtbänder gibt, also auch in den Stadien mit den 50.000 Menschen. Jason Regler wurde damit sicherlich ein wenig reich – und die Fans haben von der ersten Sekunde das Lächeln im Gesicht.

Kostprobe gefällig. Der Auftakt zum Konzert am vergangenen Samstag in Vancouver. Und die ganze Geschichte erzählt Jason Regler hier.

Premier League 2011/2012 Preview #36 – No longer a “small club”

Noch drei Spieltage. Es wird spannend, Dramatik wird höher. Alles wird an diesem Spieltag vom Manchester Derby am Montagabend überstrahlt. Aber auch am Wochenende gibt es viele interessante und attraktive Spiele. Abstiegskampf und der Fight um die Qualifikation für die Champions League sind im Fokus.

Durch den Finaleinzug des FC Chelsea bekommt die Lage in der Liga nochmal eine besondere Dramatik. Sollten die Blues ihr Finale gegen den FC Bayern gewinnen, sind sie dank der Lex Liverpool direkt für die Champions League qualifiziert. Da Chelsea derzeit nur Tabellensechster ist und sich wahrscheinlich durch die Liga nicht für die Champions League qualifiziert, wäre dann nur noch der dritte Platz in der Liga ausreichend für die Champions League, nicht mehr der vierte Platz, den derzeit Newcastle belegt. Aber die Bayern scheinen ja sowieso zu gewinnen…also, da wird in den nächsten Wochen noch viel gerechnet werden. Zum ersten Mal könnte es sein, dass ich dem FCB wirklich die Daumen drücken könnte.

Stoke City – FC Arsenal
Samstag 16:00 Uhr

So ein bisschen hat der FC Arsenal die gute Ausgangslage im Kampf um den dritten Platz weggeworfen. Die Niederlage gegen Wigan war ebenso unnötig wie das Remis gegen den FC Chelsea. Das 0:0 gegen die Blues ist im Prinzip jetzt nicht das schlechteste Ergebnis, setzt Arsenal aber in den Spielen jetzt gegen Stoke und Norwich erheblich unter Druck. Das hätten die Gunners einfacher haben können, wenn die Chancen gegen Chelsea besser genutzt worden wären und gegen Wigan konzentrieter in der Defensive agiert wurde. Arsene Wenger hat heute Vormittag auf der Pressekonferenz auf das schwere Spiel in Stoke hingewiesen. Gleichzeitig betonte Wenger aber auch, dass sein Team eigentlich den dritten Platz verdient habe. Tja, das wird aber nur was, wenn im Britannia Stadium gewonnen wird. Arsenal muss den Rest der Saison auf Walcott und Arteta verzichten. Insbesondere der Ausfall des Spaniers schmerzt sehr. Es fehlt das kreative, ordnende Element im Mittelfeld. Aaron Ramsey, derzeit ein wenig aus der Form, hat diese Aufgabe nicht wirklich gut erfüllt. Benayoun rückt für Walcott in den Kader. Möglich, dass Oxlade-Chamberlain auf die rechte Seite wechselt oder Benayoun die rechte Seite spielt. Dann würde Gervinho links spielen. Rosicky ist nach Krankheit zu Beginn der Woche wieder fit, Diaby muss sich heute Nachmittag einem Fitnesstest unterziehen, war in den letzten Tagen ebenfalls erkrankt. Arsenal hat eine ziemlich mäßige Bilanz in Spielen bei Stoke aufzuweisen. Drei der letzten vier Spiele bei den Potters wurden verloren. Stoke hat aber nur eines der letzten sieben Spiele gewonnen. Wie schwierig es ist bei Stoke zu spielen, musste zuletzt schon Manchester City erleben. Also eine ganz schwierige und unangenehme Aufgabe für die Gunners. Aber sie haben sich positiv wie negativ in diese Lage hineingebracht.

Wigan Athletic – Newcastle United
Samstag 16:00 Uhr

Für mich ist es neben dem Manchester Derby das interessanteste Spiel am Wochenende. Für beide Teams geht es um extrem viel. Wigan braucht Punkte im Abstiegskampf, Newcastle will Arsenal im Kampf um den dritten Platz auf die Pelle rücken. Die Magpies spielen ein fantastisches letztes Saisondrittel. Sie sind die derzeit formstärkste Mannschaft der Premier League. Die letzten sechs Spiele wurden nahezu souverän gewonnen. In den letzten 18 Ligaspielen hat Newcastle in 17 Begegnungen immer getroffen. Großen Anteil daran hat nicht zuletzt Cissé, der in seinen zehn Ligaspielen seit dem Weggang aus Freiburg 11 Tore erzielt hat. Sehr viel dominanter hat sich kein neuer Spieler in der Premier League eingefunden. Auch Wigan spielt derzeit eine ganz formidable Rolle. Vier der letzten sechs Spiele wurden gewonnen, darunter gegen Arsenal, Liverpool und Manchester United. Blöderweise haben die Latics dann ausgerechnet das vermeintlich leichte Spiel in Fulham verloren haben. Insbesondere bei Standardsituationen war Wigan sehr anfällig. Und so kassierten die Latics dann auch kurz vor Schluss nach einer Ecke durch den Treffer von Senderos das bitte Gegentor. Gegen kein Team in der Liga hat Wigan eine bessere Heimbilanz, vier Siege aus fünf Spielen. Hugo Rodallega fehlt bei Wigan weiterhin, Franco Di Santo ist wieder fit und dürfte im Sturm neben Moses und Shaun Maloney spielen. Bei Newcastle gibt es keine Personalsorgen. Es spielt die Elf der letzten Wochen. Auch das dürfte ein Erfolgsgeheimnis sein.

AFC Sunderland – Bolton Wanderers
Samstag 16:00 Uhr

War das der Befreiungsschlag für die Bolton Wanderers? Das 2:1 bei Aston Villa hat das Team von Owen Coyle wieder an die Nichtabstiegsplätze herangeführt. Ein Zähler Rückstand haben die Wanderers auf Wigan und die Queens Park Rangers, aber auch ein Spiel weniger. Hoffnung auf Rettung bietet also nur ein Sieg in Sunderland. Die Trotters haben seit 2008 gegen die Black Cats nicht mehr gewonnen. Aber die Gastgeber befinden sich derzeit ein wenig in der Formkrise. Wenn es sportlich um nichts mehr geht, stellt sich schnell der Schlendrian ein. Sunderland hat die letzten vier Spiele kein Tor erzielt, in den letzten fünf Spielen gab es keinen Sieg. Aber Sunderland hat seit Mitte Februar auch kein Heimspiel verloren. Sunderland muss ohne die verletzten Kieran Richardson, Sebastian Larsson und Lee Cattermole auskommen, Craig Gardner fehlt nach seinem Platzverweis vom letzten Wochenende gegen Aston Villa. David Vaughan und Fraizer Campbell füllen die Lücken für Richardson und Larsson. Bei Bolton sind Mark Davies, Ryo Miyaichi und Chris Eagles fraglich. Alle haben kleinere Verletzungen aus dem Spiel am Dienstag gegen Villa mitgenommen.

West Bromwich Albion – Aston Villa
Samstag 16:00 Uhr

Langsam muss Aston Villa mal aufwachen und den Ernst der Lage erkennen. Unter der Woche hätten die Villens einen riesengroßen Schritt Richtung Klassenerhalt machen können, verloren aber das Nachholspiel gegen den direkten Konkurrenten Bolton Wanderers vor eigenem Publikum mit 1:2. Jetzt sind es drei Spiele vor Saisonende nur noch drei Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsplatz. Die Situation erinnert ein wenig an Eintracht Frankfurt letzte Saison in der Bundesliga. Too good to go down? Von wegen. Villa wartet seit sieben Spielen auf einen Sieg. Im Kalenderjahr 2012 hat man bisher erst zwei Siege erreicht, nur die Wolverhampton Wanderers haben weniger. Deren Schicksal ist besiegelt. Jetzt geht es für Villa zu West Bromwich, die derzeit ganz gut in Form sind. Die Baggies gewannen drei ihrer letzten vier Spiele, zuletzt beim FC Liverpool. Mit einem Sieg könnte West Brom auf 48 Punkte kommen, so viel wie noch nie in der Geschichte in der Premier League. Bei West Brom fehlen weiterhin die Langzeitverletzten Steven Reid, James Morrison und Zoltan Gera. Die Einsätze von Marc-Antoine Fortune und Paul Scharner sind noch fraglich. Gabriel Agbonlahor, der gegen Bolton nicht gespielt hat, dürfte wieder mit dabei sein. Ein Fragezeichen steht noch hinter dem Einsatz von Richard Dunne (Schulterverletzung).

Außerdem am Samstagnachmittag das Mittelfeldduell zwischen dem FC Everton und dem FC Fulham. Die einzige Bedeutung hat diese Partie noch, da Everton weiter versuchen wird, vor Stadtrivale FC Liverpool in der Tabelle zu bleiben. Zudem spielen die bereits abgestiegenen Wolverhampton Wanderers beim Aufsteiger Swansea City.

Norwich City – FC Liverpool
Samstag 18:25 Uhr, Sky Sport 1/HD Extra live, Kommentar: Markus Jestedt

Mal die Frage in die Runde gestellt: Schaut sich jemand dieses Spiel an? Für Norwich nochmal ganz nett ein Fernsehspiel auf der Insel zu bekommen und Liverpool könnte ja vielleicht auch mal zeigen, dass sie noch fähig sind, guten Fußball zu spielen. Aber sportlich ist diese Partie völlig irrelevant. Ich weiß nicht, wie groß die Ambitionen der Reds noch sind, vor dem FC Everton in der Tabelle zu landen. Sehr stark ausgeprägt dürften sie nicht sein, denn ansonsten hätte Liverpool in den letzten Wochen ja vielleicht mal besser und erfolgreicher spielen können. Für Liverpool steht nur ein Sieg aus den letzten 11 Spielen auf dem Konto, verbunden mit vier Niederlagen in den letzten sechs Partien. Es winkt die schlechteste Saisonplatzierung in den letzten fünf Jahrzehnten. Personell Konsequenzen wird es aber sicherlich erst nach dem FA-Cup-Finale am 5. Mai geben. Bloß vorher keine Unruhe an der Anfield Road. Vergangenen Sonntag gab es eine weitere peinliche Heimniederlage gegen West Brom, immerhin zeigte Liverpool zuletzt mit dem 3:2 in Blackburn auswärts ansteigende Form. Norwich könnte mit einem Sieg punktemäßig mit Liverpool gleichziehen. Bei Liverpool fehlen lediglich Lucas und Charlie Adam. Norwich muss auf Marc Tierney verzichten. “Mad Marc” wurde in dieser Woche an der Leiste operiert.

FC Chelsea – Queens Park Rangers
Sonntag 14:25 Uhr, Sky Sport 1/HD 2 live, Kommentar: Michael Born

Die Queens Park Rangers sind schon eine komische Mannschaft. Vor eigenem Publikum spielen sie teilweise begeisternden Fußball und holen wichtige Siege, gegen Liverpool, Arsenal, Swansea und die Tottenham Hotspur letztes Wochenende. Nur dank der Heimstärke kämpfen die Hoops noch um den Klassenerhalt. Einen Punkt Vorsprung auf die Abstiegsplätze gilt es zu verteidigen. Blöderweise tritt QPR jetzt wieder auswärts an. Zuletzt gab es Niederlagen bei Swansea und Manchester United – gepaart mit sehr mäßigen Leistungen. Der letzte Auswärtssieg datiert aus dem November letzten Jahres. Am Sonntagmittag reist QPR ein paar Kilometer südwestlich an die Stamford Bridge. Ein echtes Derby steht uns bevor. Chelsea kommt mit dem Finaleinzug in der Champions League im Gepäck in das Saisonfinale. Die beiden Spiele gegen Barcelona haben viel Kraft gekostet. Aber eigentlich sind Ausrutscher in der Liga verboten. Sonntag QPR, Mittwoch Newcastle zuhause. Dann folgt das FA-Cup-Finale, bevor es am 8. Mai zum FC Liverpool geht. Vier Spiele in neun Tagen für einen Kader, der teilweise durch Verletzungen und Sperren ein wenig auf dem Zahnfleisch geht. In der Liga zeigten die Blues zuletzt eher uninspirierte Leistungen. Knapper Sieg gegen Wigan, Remis bei Fulham und Arsenal. Man tritt auf der Stelle. QPR könnte also ein dankbarer Gegner sein um vielleicht das letzte Wörtchen in Sachen Qualifikation für die Champions League mitzureden, wobei Chelsea diese Saison noch kein einziges London-Derby gewonnen hat. Nicht nur sportlich ist das Derby von Bedeutung. Seit dem Hinspiel hat dieses Duell eine weitere negative Komponente bekommen. Angeblich soll John Terry Anton Ferdinand rassistisch beleidigt haben. Die Gerichtsverhandlung startet am 9. Juli. Um nicht noch mehr Öl ins Feuer zu gießen, hat die FA angeordnet, dass es keinen Handschlag zwischen den Spielern vor Anpfiff geben wird.

Tottenham Hotspur – Blackburn Rovers
Sonntag 16:55 Uhr, Sky Sport 1/HD 2 live, Kommentar: Markus Gaupp

Wir kommen so ganz langsam in die Phase, in der die Tottenham Hotspur ein wenig nervös werden. Trainer Harry Redknapp hat nach den diversen Niederlagen in den letzten Wochen stets beteuert, dass sein Team sich für die Champions League qualifizieren werde. So rosig ist die Ausgangslage mit sechs Punkten Rückstand auf Arsenal respektive drei auf Newcastle bei einem Spiel weniger nicht. Tottenham befindet sich in einem ziemlich besorgniserregenden Negativstrudel. Nur eines der letzten neun Spiele wurde gewonnen, zuletzt gab es zwei Niederlagen gegen Norwich und die Queens Park Rangers. Das ist schon bitter. Mittlerweile haben die Spurs auch nur noch einen Punkt Vorsprung auf Chelsea auf Platz sechs. Die Kritik an Harry Redknapp wächst intern und ist jetzt an die große Öffentlichkeit gedrungen. Vedran Corluka, ehemals Spurs, jetzt bei Bayer Leverkusen, hat wohl einen kleinen Hinweis aus dem Spurs-Kader bekommen, er solle doch mal den Trainer kritisieren. Der Daily Mirror zitiert Corluka mit den Vorwürfen an den Trainer: Redknapp rotiere zu wenig, lasse trotz des großen Kaders immer dieselbe Elf spielen, was zu Müdigkeit bei den Spielern führt. Die Spurs-Fans können nur hoffen, dass ihre Spieler nach einer Woche Pause ausgeruht und fit gegen die Blackburn Rovers auftreten. Die Gäste mit drei Punkten Rückstand auf das rettende Ufer müssen eigentlich an der White Hart Lane gewinnen. Immerhin gab es nach zuletzt fünf Niederlagen am Stück wieder einen Sieg für Blackburn, 2:0 gegen Norwich. Bei den Spurs ist Ledley King einsatzbereit und wird sich wohl um Blackburns einzige Spitze Yakubu kümmern.

Manchester City – Manchester United
Montag 20:45 Uhr live, Sky Sport 1/HD 1 live, Kommentar: Marco Hagemann

Da haben die Spielplangestalter der Premier League wieder ein ganz glückliches Händchen gehabt. Das womöglich entscheidene Spiele um die Meisterschaft zur besten Sendezeit am Montagabend. Wobei es eigentlich nur eine Entscheidung gibt, wenn United im Etihad Stadium gewinnt. Dann wären es sechs Punkte Vorsprung bei noch zwei ausstehenden Spielen. Sollte City gewinnen, würden die Citizens dank der besseren Tordifferenz vorübergehend die Tabellenführung erklimmen. Aber das Restprogramm für City ist erheblich schwieriger: In Newcastle und gegen QPR zuhause. United empfängt Swansea und reist zum AFC Sunderland. Aber der psychologische Vorteil wäre erstmal bei City. Wobei: Man hat schon einmal einen Vorsprung verspielt. United gefällt sich in der Rolle als Jäger. So oder so ist es aber ein absolutes Highlight dieser Saison. Ganz unterschiedlich die Herangehensweise der beiden Trainer: Sir Alex Ferguson betont immer wieder die Wichtigkeit und den Stellenwert dieses Spiels, während Roberto Mancini die Erwartungen ein wenig dämpfen will. Noch hat sich der Italiener ja auch nicht dazu durchringen können zu sagen, dass City noch Chancen auf den Titel hat. Es ist ein Hochsicherheitsspiel, die Polizei ist in Alarmbereitschaft gesetzt und hat diverse Sicherheitsmaßnahmen frühzeitig ergriffen.
Sportlich trifft das beste Heimteam der Liga (noch keine Niederlage und schon 16 Siege) auf die beste Auswärtsmannschaft der Premier League (nur zwei Niederlagen, in Wigan und Newcastle). Kein Team der Liga hat vor eigenem Publikum mehr Tore erzielt als City, keine Mannschaft hat auswärts weniger Treffer kassiert als Man Utd. Mancini hat unter der Woche Rückendeckung von den Besitzern bekommen und überlegt Mario Balotelli wieder in den Kader zu berufen. Dessen Sperre ist abgelaufen. Micah Richards ist bei City ebenfalls wieder fit. Bei United ist Jonny Evans fraglich. Der Verteidiger hat die ganze Woche nicht trainieren können. United offenbarte beim 4:4 gegen Everton eklatante Defensivschwächen. Gegen die Offensivwelle von City wäre das fahrlässig.
Sir Alex Ferguson hat vor dem Derby erstaunlich versöhnliche Worte gefunden. Zu Beginn der Saison bezeichnete er City noch als “small club”, der die ganze Zeit nur redet, redet und redet. “Die haben den ganzen Tag das Radio an”, so Sir Alex. Jetzt hat Sir Alex City erstmals als direkten Konkurrenten für United nicht nur in dieser Saison, sondern auch zukünftig ausgemacht. Nicht mehr Liverpool oder Arsenal. Sondern Manchester City. Das sollte Ehre genug sein.

Mehr zum Manchester Derby im Laufe des Wochenendes. Euch ein schönes. Bis dahin.

Championship 2011/2012: Wer steigt in die Premier League auf?

Am Samstag um 13:30 Uhr deutscher Zeit startet der letzte Spieltag in der Championship, der zweiten englischen Fußballliga. Während in der Premier League mit den Wolverhampton Wanderers schon ein Absteiger definitiv feststeht, hat auch die Championship mit dem FC Reading schon einen Verein gekrönt, der im Sommer in einer anderen Liga spielt. The Royals stehen als erster von drei Aufsteigern in die Premier League fest. Reading hat eine fantastische Saison gespielt. Von den letzten zehn Spielen wurde nur eines verloren. Reading stellt die beste Auswärtsmannschaft der Championship. Das war der entscheidene Faktor im Aufstiegskampf mit den vielen heimstarken Mannschaften. Auswärts haben die Royals noch einen Tick erfolgreicher gespielt.

Ein Aufsteiger ist gefunden, zwei werden noch gesucht. Von diesen zwei steigt eine Mannschaft noch direkt auf, die andere wird in den Playoffs ermittelt. Beste Chancen auf den direkten Aufstieg hat der FC Southampton. Die Saints liegen zwei Punkte vor dem Drittplatzierten West Ham United. Eventuell könnte also sogar ein Unentschieden reichen. Southampton empfängt am Samstagmittag Coventry City, die bereits als Absteiger in die dritte Liga feststehen. The Sky Blues haben die letzten beiden Spiele verloren, waren aber zuvor sieben Spiele lang ungeschlagen. Trainer Andy Thorn sieht sich massiver Kritik der Fans ausgesetzt, beklagt die negative Stimmung im Vereinsumfeld, die nicht förderlich für den Abstiegskampf gewesen ist. Beim Team von der Südküste Englands hing vorübergehend letztes Wochenende der Haussegen schief, als die Saints nach eigener Führung 2:1 in Middlesbrough verloren haben und es damit verpassten den direkten Aufstieg einzutüten. Jetzt benötigt Southampton um nichts anbrennen zu lassen einen Sieg gegen Coventry. Das sollte für die beste Heimmannschaft der Liga eigentlich kein Problem sein.

Chancen direkt aufzusteigen hat auch noch West Ham United. Die Hammers sind im Heimspiel gegen Hull City aber auf einen Ausrutscher von Southampton angewiesen. West Ham liegt zwei Punkte hinter den Saints und hat das um drei Tore schlechtere Torverhältnis. Ein Sieg gegen Hull ist also Pflicht. West Ham verlor nur eines der letzten Spiele, spielte zuletzt wie beim 1:1 in Bristol und dem 3:3 vor eigenem Publikum gegen Birmingham aber zu häufig nur Remis, sodass Punkte im Kampf um den direkten Aufstieg abgegeben wurden. Sollte es nicht mit dem Aufstieg klappen, bleibt für West Ham auf alle Fälle der dritte Platz.

Als Tabellendritter würden die Hammers dann gegen den Tabellensechsten der Schlusstabelle spielen. In den Playoffs gibt es jeweils Hin- und Rückspiel. Der Vierte spielt gegen den Fünften. Das höher platzierte Team im direkten Duell darf zuerst auswärts antreten. Die Sieger der beiden “Halbfinals” spielen dann im Playoff-Finale in Wembley um den letzten Aufstiegsplatz.

Das ist die derzeitige Lage:

4. Blackpool (74 Punkte, +20 Tore)
5. Birmingham (73 Punkte, +25 Tore)
6. Cardiff City (72 Punkte, +12 Tore)
7. Middlesbrough (70 Punkte, +2 Tore)

Der FC Blackpool ist auf alle Fälle in den Playoffs dabei und geht durchaus als Favorit auf den Finaleinzug. Die Seasiders von Ian Holloway haben die letzten sechs Spiele nicht verloren, darunter vier Siege, und gehen als formstärkstes Team in die Playoffs. Das nennt sich dann bekannterweise Momentum. Blackpool reist Samstag zu Millwall. Ansonsten ist die restliche Rechnung ganz einfach gestrickt. Birmingham City braucht im worst case noch einen Punkt. Die Blues reisen zum bereits aufgestiegenen FC Reading. Auch Cardiff City sollte ein Remis dank der deutlich besseren Tordifferenz reichen. Die Waliser treten bei Crystal Palace an. Theoretische Chancen auf die Playoffs hat auch noch der FC Middlesbrough – das aber nur bei eigenem Sieg und gleichzeitiger Niederlage von Cardiff City. Middlesbrough spielt in Watford.

Das Saisonfinale der Championship live im TV:

FC Southampton – Coventry City
Sportdigital live ab 13:25 Uhr
BBC One live ab 13:15. Moderation: Gabby Logan, Pete Andrews. Kommentar: Simon Brotherton, Mark Bright

West Ham United – Hull City
Sky Sports 2/HD 2 live ab 13:00 Uhr (Im Irish Pub Ihrer Wahl)

Ein paar Gedankenspiele zur TV-Zukunft der Deutschen Eishockey Liga

“Wir können Ihnen leider keinen Programmhinweis auf die neue Saison geben. Aber es war uns eine große Ehre, für Sie Eishockey zu übertragen.” Das waren gestern nach der fast einstündigen Nachberichterstattung die Abschiedsworte von Sky-Moderator Marc Hindelang aus der O2-World in Berlin, wo die Eisbären im fünften Spiel die deutsche Meisterschaft feierten. Es gab noch ein “Ciao” von Michael Leopold und Harald Birk, die das Spiel wie immer großartig kommentiert haben. Der derzeitige TV-Vertrag der DEL mit Sky ist nach dieser Saison ausgelaufen. Momentan steht die Deutsche Eishockey Liga ohne Fernsehpräsenz ab der nächsten Saison dort. Wie ich in einem anderen Blogeintrag schon mal deutlich gemacht habe, haben Sky und die DEL eine Vereinbarung ageschlossen, dass die ersten Verhandlungen über einen neuen TV-Vertrag zwischen beiden Parteien stattfinden.

Man kann nun viel in die Abschiedsworte von Sky hineininterpretieren. Für mich war gestern der erste spontane subjektive Eindruck: Das klang sehr nach Abschied. Von dieser Saison und auch für die nächsten Jahre. Aber das ist nur eine Vermutung von mir, die ich mit knallharten Fakten nicht unterstützen kann. Es war irgendwie das Gesamtbild der drei Experten hinter dem Sky-Tisch. Da schwang in den Worten und auch den Gesichtsausdrücken ein wenig Wehmut mit. Doch Gefühle und Vermutungen bringen uns nicht wirklich weiter. Schauen wir also mal kurz gemeinsam auf die Optionen, die der Deutschen Eishockey Liga für einen neuen Vertrag mit den verschiedensten Medienpartnern zur Verfügung stehen.

1. Die erste Wahl: Sky, ja oder nein?
Es gibt also das Erstverhandlungsrecht von der DEL mit Sky. Also sind trotz aller Worte gestern Abend die Chancen für eine Fortsetzung der langjährigen Partnerschaft immer noch am höchsten. Allerdings spielen ein paar Faktoren in dieses Gedankenspiel, die gegen diese Entwicklung sprechen. Und da sind beide Partner gleichermaßen dran schuld. Die Übertragungen der DEL bei Sky veranschlagen relativ hohe Kosten, in erster Linie dank der HD-Übertragung. Und überhaupt ist die eigene Übertragung von Eishockeyspielen kostspieliger als sich einen Worldfeed irgendeines Fußballspiels abzugreifen. Es benötigt einen Moderator – und die seit dieser Saison standardmäßige Doppel-Kommentierung ist sicherlich auch nicht billig. Für diesen Aufwand, den Sky und der Übertragungspartner betreiben, sind die Einschaltquoten bei regulären Saisonspielen am Freitag- oder Sonntababend einfach nicht hoch genug. Und da kommt dann die DEL ins Spiel, die in der vergangenen Jahren ihr Produkt marketingtechnisch so ziemlich gegen die Wand gefahren hat. Es dominierten Negativschlagzeilen, Vereine kämpften ums wirtschaftliche Überleben, mit dem Deutschen Eishockey Bund ist die Beziehung immer noch eingefroren. Warum sollte Sky also ein Produkt, das in den letzten Jahren deutlich an Attraktivität verloren hat, weiter übertragen? Gleichzeitig könnte Sky aus dem Produkt DEL vielleicht als einziger Sender in Deutschland mehr rausholen. Neben den zwei Live-Spielen pro Woche, könnte es ein wöchentliches Magazin geben oder eine Talksendung in Zusammenarbeit mit der DEL. Es müssen eben nur beide Parteien wollen. Die DEL ist – und das könnte der große Vorteil für Sky sein – auf regelmäßige Geldzahlungen der TV-Anbieter angewiesen. Und die kann eigentlich nur Sky leisten – verbunden mit den recht hohen Übertragungskosten. Prinzipiell gibt es also recht viele Baustellen, die gegen eine Fortsetzung der Partnerschaft sprechen. Aus dem Blickwinkel braucht die DEL Sky vielleicht mehr als umgekehrt. Aber der Verlust eines attraktiven Sportrechts kann sich Sky auf Dauer auch nicht leisten. In einem Jahr ohne Formel 1 und DEL dazustehen und nur auf Fußball zu setzen, wäre sicherlich auch der falsche Weg.

2. Live-Spiele weiter nur im Pay-TV?
Sollte sich die DEL mit Sky auf keinen neuen Vertrag mit der DEL einigen können, wäre die Anzahl an Pay-TV-Anbietern, die sich die Kosten für Rechte und Übertragung leisten könnten in Deutschland sehr begrenzt. Sport1+, der Pay-TV-Ableger von Sport1, wäre noch die wahrscheinlichste Variante, vielleicht in Kombination mit einer größeren Anzahl von Live-Spielen auch im Free-TV auf Sport1. Mit der HBL und der BBL hat Sport1 bereits zwei große Ligen im Programm. Der finanzielle Spielraum dürfte also begrenzt sein. Für die DEL wäre Sport1 insofern attraktiv, weil man zeitgleich Spiele im Free-TV und Pay-TV hätte. In vielen Eishockeyforen kursiert immer wieder das Gerücht, dass ServusTV, die derzeit die österreichische Eishockeyliga übertragen, zum Zug kommen könnte. ServusTV ist in Deutschland in den meisten Kabelnetzen verfügbar und kann via Satellit unverschlüsselt empfangen werden, ebenso über das Entertain-Paket der Deutschen Telekom. Die HD-Verbreitung ist mit den entsprechenden Empfangsgeräten gesichert. Angeblich soll ServusTV vier Spiele pro Woche live zeigen. Wie das allerdings zu finanzieren sei, bleibt mir ein Rätsel. Ich habe nur ein paar Spiele der österreichischen Liga mal auf ServusTV gesehen, aber das ist ein himmelweiter Unterschied im Vergleich zu Sky, was den technischen Standard angeht. ServusTV mit Sitz in Österreich bräuchte dann eine Redaktion, die bereit wäre, unter der Woche nach Iserlohn, Krefeld oder Hamburg zu fahren. Das kostet. Ich halte das Gerücht für durchaus plausibel, kann es mir aber nicht vorstellen, wie ServusTV die Kosten dafür finanzieren will. Aber ich kann mir bei der gelegentlich weltfremden DEL-Geschäftsführung alles vorstellen, auch dass man deutschen Sport einen österreichischen Sender verkauft. Im Vergleich zu Sky oder Sport1 kennt wahrscheinlich nur ein Bruchteil ServusTV. Ob sich damit eine hohe Reichweite erzielen lässt?

3. Eishockey endlich im Free-TV
Es ist ja kein Geheimnis mehr, dass die DEL gerne eine höhere Free-TV-Präsenz hätte, inklusive mehr Livespielen. Der Rettungsanker Eurosport in den letzten Jahren mit ungefähr sieben, teils eher unattraktiven Begegnungen, scheint nicht wirklich für ein verstärktes Interesse an der DEL gesorgt zu haben. Da wären mir dann wieder beim Marketing eines Produkts, das schlicht keinen guten Ruf mehr hat. Es scheint also unwahrscheinlich, dass das mit dem Free-TV klappt. Vielleicht ein paar Live-Spiele bei Eurosport oder Sport1, aber ich sehr wenig Hoffnung, dass sich die ARD oder die dritten Programme an Live-Spiele aus der DEL wagen. Da hat die DEL den Anschluss einfach verpasst. Fußball, Formel 1, Handball, Basketball, Wintersport und Olympia. Im Free-TV in Deutschland ist für die DEL schlicht kein Platz mehr.

4. Ausweitung der Online-Übertragung
Die DEL tut sich mit diesem Internet recht schwer. Es gibt eine lieblos gepflegte Homepage, eine Facebook-Fanseite, eine App, die regelmäßig in der Schlussphase der Spiele abstürzt, und das DEL.TV, wo recht lieblos die Zusammenfassungen aller DEL-Spiele in – vorsichtig formuliert – bescheidener Qualität zu finden sind. Von einem NHL-Gamecenter, wo alle Saisonspiele online verfolgt werden können, sind wir in Deutschland also weit entfernt. Ich bin daher skeptisch, ob die DEL den Weg geht, verstärkt Übertragungen im Netz anzubieten, verknüpft mit entsprechenden Anwendungen auf iPhone und iPad. Etwas das Sky via SkyGo ganz gut geschafft hat. Sozusagen die DEL für unterwegs. Dafür müsste die DEL entsprechend neue technische wie finanzielle Ressourcen in die Hand nehmen. Bei den derzeitgen Online-Aktivitäten der DEL käme das einer Revolution nahe.

Die Möglichkeiten für die DEL sind also begrenzt, teilweise selbst verschuldet. Mehr oder weniger ist man von Sky abhängig. Aber damit sind beide Parteien stets ganz gut gefahren. Dass man aus dieser Partnerschaft aber bei weitem das Optimum nicht herausgeholt hat, dürfte auch klar sein. Wie geht es also weiter? In den nächsten zwei bis drei Monaten will die DEL den Fans einen neuen Medienvertrag vorstellen. Ich kann mir gut vorstellen, dass es in der DEL Personen gibt, die eine Variante mit ServusTV als sehr attraktiv sehen. Ich sehe derzeit da eher die Gefahr mit auf die Klappe zu fallen. Mein Wunsch wäre, die DEL und Sky verlängern ihre Partnerschaft und holen mehr aus dieser, sprich ein paar mehr Live-Spiele, mehr Übertragungen aus den VF-Playoffs und ein wöchentliches Magazin mit Zusammenfassungen und Interviews.

Und wenn es die DEL dann noch schafft, ihr durchaus großartiges Produkt – denn das hat die Finalserie wieder gezeigt: Eishockey ist einfach ein geiler Sport – besser zu vermarkten, gibt es vielleicht auch größeres Interesse am Sport. Aber an dieser Stelle ist ganz allein die DEL gefordert – und scheitert seit Jahren kläglich.

Premier League 2011/2012 Preview #35 – Unruhe im Villa Park und Ewood Park

Für die meisten Teams stehen noch vier Spiele auf dem Programm. Wir schreiben den 35. Spieltag der Premier League Saison 2011/2012. Und so richtig viel entschieden ist mit Ausnahme des wahrscheinlichen Abstiegs der Wolverhampton Wanderers noch nichts. Also noch viel Spannung für die letzten Wochen.

Formalkram zu Beginn. Die Partie zwischen dem FC Chelsea und dem FC Liverpool, angesetzt für Samstag 5. Mai um 13:45 Uhr, ist verschoben worden, weil beide Teams an diesem Tag im Finale des FA-Cup gegeneinander spielen. Neuer Termin ist Dienstag 8. Mai um 21:00 Uhr. Sky überträgt ab 20:55 Uhr auf Sky Sport 1 und Sky Sport HD1.

Viele interessante Spiele an diesem 35. Spieltag. Das Highlight gleich zu Beginn am Samstagmittag. Und ganz viel Augenmerk auf Aston Villa und Blackburn. Mehr Drama im und außerhalb der Vereine im Abstiegskampf geht eigentlich nicht.

FC Arsenal – FC Chelsea
Samstag 13:30 Uhr, Sky Sport 1 live, Kommentar: Sven Schröter

Eigentlich hätte der FC Arsenam am Montagabend gegen Wigan schon eine Vorentscheidung im Kampf um den dritten Platz erreichen können. Doch die Chance wurde mit dem 1:2 und einer vor allem in der zweiten Halbzeit sehr unstrukturierten und hastig wirkenden Leistung verpasst. Nun muss also ein Sieg gegen den FC Chelsea folgen, ein direkter Konkurrent trotz der sieben Punkte Rückstand, die Blues haben aber auch ein Spiel weniger absolviert. Die Niederlage von Arsenal hatte noch einen weiteren bitteren Beigeschmack. Mikel Arteta verletzte sich so schwer am Knöchel, dass er diese Saison nicht mehr spielen kann. Der Spanier fällt acht Wochen aus, muss aber entgegen der ersten Befürchtungen des Vereins nicht operiert werden. Somit stellt sich das Mittelfeld am Samstag fast schon von selbst auf. Ramsey wird Arteta ersetzen, Benayoun ist wegen seiner Leihe von Chelsea zu Arsenal nicht spielberechtigt und könnte entweder von Gernvinho oder Oxlade-Chamberlain ersetzt werden. Gute Nachricht: Koscielny ist nach seiner 10. gelben Karte und den zwei Spielen Sperre zurück neben Vermaelen in der Innenverteidigung. Abou Diaby ist ebenfalls zurück im Kader, reicht aber vorerst nur für die Bank. Hinten links wird wohl wieder Santos spielen. Arsenal hat seit Mitte Februar nur zwei Spiele in der Liga verloren, gegen die vermeintlich kleinen Wigan und QPR. Insbesondere die Topspiele konnten gewonnen werden. Das sollte positiv stimmen, ebenso wie die Forderung von Wenger, dass sein Team nach der Niederlage gegen Wigan eine Reaktion zeigen müsse.
Auf der anderen Seite der FC Chelsea, die einmal die 15 Kilometer durch London in den Nordosten reisen, zwischen den beiden Champions League Partien gegen Barcelona. Das 1:0 am Mittwoch an der Bridge hat sicherlich Selbstvertrauen gebracht, aber ebenso viel Kraft gekostet. Und sind die Gedanken vielleicht schon im Nou Camp beim Rückspiel? Eine Niederlage kann sich Chelsea eigentlich nicht leisten. Mit dem derzeitigen sechsten Platz würde es nächste Saison keinen Champions League geben, durch das FA-Cup Finale hat man immerhin die Europa League erreicht. Aber selbst das ist für den teuren Kader mit den vielen Superstars eigentlich zu wenig. Spannende, interessante Wochen für die Blues – und Dienstag könnten sie mit komplett leeren Händen dastehen. Trainer Roberto di Matteo hat schon angekündigt, dass er sein Team kräftig durchrotieren wird. Michael Essien, Florent Malouda und Fernando Torres winkt ein Startplatz. Branislav Ivanovic fehlt gesperrt, David Luiz ist verletzt.
Arsenal hat 12 der letzten 16 Heimspiele gewonnen, Chelsea konnte aber drei der letzten sechs Spiele im Emirates gewinnen. In der Hinserie gab es das spektakuläre 5:3 der Gunners an der Bridge. Hattrick von van Persie, der seitdem ein wenig das Toreschießen hat schleifen lassen. Aus Sicht der Arsenal-Fans wäre das Spiel ein guter Startpunkt da wieder mit anzufangen. Ganz wichtiges Spiel für beide Teams. Da war in den letzten Jahren immer viel Action und Spannung dabei. Freuen wir uns drauf.

Newcastle United – Stoke City
Samstag 16:00 Uhr

Die Partie im Emirates Stadium dürfte auch von großer Bedeutung für Newcastle United sein. Die Magpies liegen derzeit zwei Zähler vor Chelsea, fünf hinter Arsenal und punktgleich mit Tottenham auf dem vierten Platz. Mit einem Sieg gegen die Potters kann Newcastle also vor allem die Spurs unter Druck setzen. Newcastle will mit zuletzt fünf Siegen in Folge in der Erfolgsspur bleiben. Cheikh Tiote ist bei Newcastle wieder fit und ein Kandidat fürs Mittelfeld, dafür könnte James Perch wieder auf der Bank Platz nehmen. Ansonsten wenig Personalsorgen bei den Gastgebern, vorne wieder das glänzende Offensivtrio mit Demba Ba, Cissé und Ben Arfa. Mit Stoke City kommt keine übergroße Hürde in den St. James’ Park. Die Potters haben mit 11 Treffern die wenigsten Auswärtstore der Liga erzielt. Stoke gewann aus den letzten sieben Ligaspielen nur zwei Partien, gegen Norwich und die Wolves. Gegen Teams aus den Top Fünf gab es in dieser Saison noch keinen Sieg.

FC Fulham – Wigan Athletic
Samstag 16:00 Uhr

Für Wigan Athletic muss man sich in diesen Tagen einfach freuen. Trotz der sportlichen Misere am Trainer festgehalten, permanente Unterstützung durch den Besitzer an Trainerstab und Spieler bekommen. Und jetzt in der entscheidenen Saisonsphase Manchester United geschlagen und beim FC Arsenal gewonnen. Als vorläufiges Ergebnis stehen jetzt fünf Punkte Vorsprung auf einen Nichtabstiegsplatz. Vor zehn Spieltagen waren die Latics noch abgeschlagen Tabellenletzter. Jetzt geht es zum FC Fulham, die sich zuletzt in guter Form zeigten und sieben Punkte aus den letzten drei Spielen holten.

Blackburn Rovers – Norwich City
Samstag 16:00 Uhr

Auch bei den Blackburn Rovers gibt es derzeit neben dem Platz noch mehr offene Baustellen als auf dem Platz, was eine bedrohliche Entwicklung darstellt. Blackburn liegt drei Punkte vom rettenden Ufer entfernt. Nachdem im März aus drei Spielen immerhin sieben Punkte geholt wurden, sind die letzten fünf Spiele verloren worden, drei Mal blieben die Rovers ohne eigenen Torerfolg. Und was macht man in einer solchen Situation? Gewöhnlich noch näher zusammenrücken und hinter den Verein und das Team stellen. Nur nicht in Blackburn. Vor dem Heimspiel gegen Norwich sind wieder umfangreiche Protestmärsche der Fans geplant. Trainer Kean zeigt sich davon immer noch beeindruckt – was soll er auch machen – und offeriert in Pressegesprächen immer wieder die Verletztenmisere als Hauptgrund für die dramatische sportliche Lage. Am letzten Wochenende gab es zudem Unruhe um Verteidiger Gael Givet, der angeblich sich geweigert hatte aufgestellt zu werden, nachdem er seit Februar von Kean nicht mehr berücksichtigt wurde. Mittlerweile scheint klar, dass es eine gemeinsame Entscheidung in Absprache mit dem Trainer war. Zu allem Überfluss formiert sich hinter den Kulissen jetzt stärkerer Widerstand gegen die indischen Besitzer Venky’s. Der Blackburn Rovers Supporters Investment Trust (BRSIT) hat angekündigt, für eine Übernahme des Vereins von der indischen Unternehmensgruppe zu werben. Mit Norwich City kommt kein leichter Gegner. Bei den Spurs haben sie gezeigt, dass sie auswärts taktisch wie spielerisch hervorragend aufgestellt sind. Außerdem wollen die Canaries die Schmach der 1:6-Niederlage gegen City vergessen machen, müssen dabei aber auf die Verteidiger Marc Tierney und Daniel Ayala verzichten, die beide verletzungsbedingt diese Saison nicht mehr spielen.

Bolton Wanderers – Swansea City
Samstag 16:00 Uhr

Die Gäste aus Wales sind nach ihrem Sieg gegen Blackburn endgültig gerettet und spielen auch nächste Saison in der Premier League. Die große Frage ist nur, ob Trainer Rodgers weiter in Swansea bleibt. Das klärt sich wohl im Sommer. Gerettet sind die Bolton Wanderers bei weitem noch nicht. Zwei Punkte hinter QPR auf dem ersten Abstiegsplatz, allerdings auch zwei Spiele weniger als die Konkurrenz. Bolton zeigte in den letzten zwei Spielen eine enttäuschende Leistung, klare Niederlagen gegen Fulham und Newcastle. Gegen Swansea muss ein Sieg her. Swansea gewann zwei seiner letzten vier Auswärtsspiele. Die Swans müssen aber auf Verteidiger Alan Tate verzichten.

Aston Villa – AFC Sunderland
Samstag 16:00 Uhr

Noch benötigt Aston Villa Punkte für den Klassenerhalt. Sechs Punkte beträgt der Vorsprung auf die Bolton Wanderers auf dem ersten Abstiegsplatz bei noch fünf Spielen für Villa, Bolton muss sogar noch sechs Mal antreten. Steigt Alex McLeish zum zweiten Mal in Folge mit einem Klub aus Birmingham ab? Es scheint unwahrscheinlich, Villa hat es selbst in der Hand. Blöderweise hat Villa seit Ende Januar in 13 Spielen nur zwei Siege feiern können. Die Nerven scheinen blank zu liegen im Verein. Sollte der Klassenerhalt geschafft werden, explodiert die Bombe dann erst nach der Saison. Mehrere Zeitungen aus Birmingham hatten in den letzten Tagen immer wieder berichtet, dass Trainer McLeish unzufrieden mit der Politik des Vereins ist. Er hat das wohl gemerkt intern geäußert. Die Abgänge von Stewart Downing und Ashley Young im letzten Sommer wurden nicht adäquat ersetzt. Villa spare zu sehr und vernachlässige die Qualität des Teams. Die Spieler sind unzufrieden mit ihrer eigenen Leistung. Unklar, ob McLeish nächste Saison noch Trainer bleibt. Das sind nicht unbedingt die besten Vorraussetzungen für den Abstiegskampf. Besiter Randy Lerner hat seit Jahren einen Sparkurs verordnet, viele Spieler verkauft. Wenig neue Spieler geholt. Das hatte bereits Martin O’Neill vor seinem Abgang bei Villa moniert. Scheinbar ist der Villa Park nicht mehr der gemütlichste Arbeitsplatz in der Premier League. Für Villa geht es jetzt gegen Sunderland. Die Black Cats warten seit Anfang Februar auf einen Auswärtssieg, damals bei Stoke City. Blöderweise hat Villa in dieser Saison in 16 Heimspielen erst vier Siege erreicht – die schlechteste Bilanz in der Premier League Geschichte des Vereins. Ciaran Clark ist wieder fit für Villa. Bei Sunderland fehlen wohl Lee Cattermole und John O’Shea. Das ist die Chance für Wayne Bridge auf der linken Seite.

Queens Park Rangers – Tottenham Hotspur
Samstag 18:25 Uhr, Sky Sport 1/HD Extra live, Kommentar: Marcel Meinert

Das ist auch eine richtig spannende Ansetzung am Samstagabend. Die Queens Park Rangers kämpfen um den Klassenerhalt, während Tottenham den vierten Platz absichern möchte. Es geht also für beide Teams um sehr viel. Kommen wir zunächst zu den Spurs: Nur ein Sieg in den letzten acht Ligaspielen, am letzten Wochenende das peinliche Aus im Halbfinale des FA-Cup gegen Chelsea, als man in der Schlussphase völlig auseinanderbrach. Selbstvertrauen haben die Spurs sicherlich nicht. Die Diskussion um die Zukunft von Harry Redknapp – neuester Stand ist, dass sich die FA Redknapp gut als Trainer vorstellen könnte (was eine Aussage!) – scheint das Team zu belasten. Ledley King und William Gallas sind Kandidaten für die Bank, nachdem Younes Kaboul wieder in den Kader zurückkehrt. Scott Parker hat seine Oberschenkelzerrung auskuriert. Bleibt noch eine Frage für Harry Redknapp offen: Zwei Stürmer mit Saha und Adebayor oder nur ein Stürmer und Rafael van der Vaart ins offensive Mittelfeld? Die Queens Park Rangers dürften sich sicherlich freuen, dass sie wieder an der Loftus Road spielen. Auswärts bekommt QPR weiter kein Bein auf den Boden. Zuletzt eine 0:1-Niederlage bei West Brom. Vor eigenem Publikum gab es aber zuletzt Siege gegen Swansea, Arsenal und Liverpool. Und jetzt die Spurs? Djibril Cisse kehrt bei den Hoops nach seiner mehrwöchigen Sperre wieder ins Team zurück und wird gemeinsam mit Bobby Zamora stürmen. Heidar Helguson, Top-Stürmer von QPR, aber lange verletzt gewesen, bleibt nur die Bank.

Manchester United – FC Everton
Sonntag 13:25 Uhr(!), Sky Sport 1/HD Extra live, Kommentar: Markus Jestaedt

Der Sonntag steht ganz im Zeichen des Meisterschaftskampfs, wenn es denn noch einer ist. Aber vielleicht könnte es ja einer werden. United darf zu ungewohnter Zeit wegen Sicherheitsbedenken gegen den FC Everton vor heimischem Publikum vorlegen. Die Red Devils verloren nur eines ihrer letzten neun Spiele, bei Wigan, als viele Spieler wohl schon dachten, dass die Meisterschaft eingetütet ist. Zuletzt drückte United wieder aufs Gaspedal und besiegte Aston Villa mit 4:0. Die Ergebnisse strahlen klare Dominanz aus, doch soweit ist es nicht. United hatte in den letzten Wochen durchaus Glück mit einigen Schiedsrichterentscheidungen. Dafür hat auch Ashley Young mit seinen zwei Schwalben gesorgt, die leider nicht als solche gesehen wurden. Sir Alex Ferguson hat mit Young gesprochen und ihm wohl deutlich gemacht, dass er ein solches Verhalten auf dem Platz nicht dulde. Ein richtiges Zeichen wäre es, Young vielleicht mal ein Spiel aussetzen zu lassen. Auch zu seinem eigenen Schutz, denn alle fokussieren sich auf ihn. Doch das plant Sir Alex nicht. Everton hat drei der letzten vier Ligaspiele gewonnen, scheiterte am letzten Wochenende unglücklich im FA-Cup. Die Toffees müssen auf ihren Linksverteidiger Leighton Baines verzichten.

Wolverhampton Wanderers – Manchester City
Sonntag 16:55 Uhr live, Sky Sport 1/HD Extra live, Kommentar: Sascha Roos

Wenn Manchester City gegen die Wolves in den Ring steigt, könnte der Rückstand auf United schon wieder auf acht Punkte angewachsen sein. Übernächsten Montag gibt es dann das direkte Duell. City muss so oder so bei Wolverhampton gewinnen, egal wie United spielt. Andernfalls dürfte der Titelkampf nun wirklich entschieden sein. Die Reise ins Molineux sollte nun keine völlig unüberwindbare Hürde sein. Bei acht Punkten Rückstand und noch fünf Spielen ist Wolverhampton zwar noch nicht offiziell abgestiegen, aber große Hoffnung haben die wenigsten noch. Die Bilanz der letzten Wochen: acht sieglose Spiele, sieben Niederlagen und ein Remis. Und nun fällt auch noch Torhüter Wayne Hennessey mit Kreuzbandriss ein halbes Jahr aus. Der Waliser wurde am Mittwoch erfolgreich operiert. Nach den beiden Unentschieden gegen Stoke und Sunderland sowie der Niederlage bei Arsenal ist Manchester City zuletzt mit Siegen gegen West Brom und Norwich zurück in die Erfolgsspur gerückt, 10:1 Tore aus den letzten beiden Spielen. Wolverhampton könnte sich als weiterer Kandidat für einen Kantersieg erweisen. City zuletzt wieder mit einer deutlich besseren Einstellung. Ein besonderes Spiel ist für Juleon Lescott, der seine Karriere bei Wolverhampton begann.

FC Liverpool – West Bromwich Albion
Sonntag 17:00 Uhr

Die letzten Wochen haben ziemlich deutlich gezeigt, dass Liverpool die restliche Premier League Saison ziemlich egal ist. Die Reds haben noch das Finale im FA-Cup und könnten zwei Titel in dieser Saison holen. Für die Europa League ist man auch qualifiziert. Und trotzdem sind die Fans und das Umfeld des Vereins nicht wirklich zufrieden. Nur Platz acht in der Premier League, fast vierzig Punkte hinter Tabellenführer Manchester United. Das ist kein Gütesiegel. Der Direktor Fußball Damien Comolli hat den Verein verlassen. Es dürfte klar sein, dass auch Dalglish nicht länger Trainer bleibt nach der Saison. Nächste Saison wieder keine Champions League, die Pläne für ein neues Stadion auf Eis. Liverpool wird sparen müssen, während Teams aus London und Manchester weiter den Abstand zu den Reds vergrößern. West Brom ist ebenfalls völlig sorgenlos, was den Tabellenstand angeht. Die Baggies könnten mit einem Sieg sogar bis auf einen Punkt an Liverpool ranrücken. West Bromwich wartet seit Mitte Februar auf einen Auswärtssieg und Liverpool hat seit Ende Dezember nur ein Heimspiel an der Anfield Road gewonnen, im Lokalderby gegen Everton. Da ist die Rückkehr von ehemaligen Trainer Roy Hodgson an die Merseyside fast schon der interessanteste Aspekt dieses Spiels.

Schönes Wochenende!

Abfeiern mit der ARD

Ich habe mich in den letzten Monaten häufiger gefragt, warum die ARD, das Erste Deutsche Fernsehen, sich in einigen Pressemitteilungen immer so wahnsinnig abfeiert. Zum Beispiel, wenn man die Rechte für die WM 2014 oder die EM 2016 erwoben hatte. Oder jüngst in dieser Woche für die Free TV-Ausstrahlung der Bundesliga in der Sportschau. Da loben sich die Intendanten der ARD immer über beide Ohren. Das geht dann etwa so: Auszeichnung für den brillianten Sportjournalismus der ARD, vielleicht auch der öffentlich-rechtlichen Sender. Basis für langjähriges Vertrauen zwischen der ARD und den Rechtepartnern, das die ARD ja nie enttäuscht hat. Was in den Pressemitteilungen aber nie zu lesen ist: Wieviel Geld die ARD eigentlich für solch teuren Sportrechte hinblättert und – vor allem viel wichtiger – dass so ein Rechteerwerb aus Sicht der ARD gar kein Glanzstück sein darf. Dafür spielen die rechtlichen Voraussetzungen im Mediensystem der BRD der ARD viel zu sehr in die Karten. Fast alle wichtigen Spiele der EM und WM müssen in Deutschland im Free TV zu sehen sein, sogar völlig unwichtige Spieler der deutschen Nationalmannschaft. In England sind Quali-Spiele der Three Lions außerhalb von England übrigens mittlerweile ins Pay-TV abgewandert. Es ist also in Deutschland für andere Sender, wie Sat.1 oder die RTL-Gruppe ebenso wie für Sky, überhaupt nicht attraktiv, sich solche Sportrechte einzukaufen. Sie sind schlicht nicht zu finanzieren. Dieses Problem haben ARD und ZDF nicht. Und dass die Sportschau jetzt in der ARD bleibt, finde ich ungefähr so überraschend wie dass Lothar Matthäus keinen Trainerjob findet. Warum also der ganze Trubel, diese völlig deplatzierte Begeisterung bei der ARD, wenn sich mal wieder ein wertvolles TV-Sportrecht für die ARD entschieden hat?

Ich glaube mittlerweile den Grund gefunden zu haben. Ich könnte natürlich auch eine E-Mail an den WRD, NDR oder SWR schicken, aber Frau Piel hat ja sicherlich genug zu tun. Und das scheint irgendwie auch genau der Grund zu sein. In der ARD läuft mittlerweile so viel schief, sind so viele Fehlplanungen gemacht worden, wird auf Teufel komm raus nach einer Identität geschaut und versucht, jüngere Fernsehzuschauer an sich zu binden (eine Entwicklung, die die ARD eigentlich aufgeben kann, nachdem das ZDF da mit zdf.Kultur und zdf.Neo hervorragende Arbeit macht – ganz im Gegensatz zu der furchtbaren Senderprogrammierung der ARD-Digitalkanäle), sodass es ja fast schon völlig verständlich ist, dass solche Lapalien wie Rechteerwerbe in blumigen Pressemitteilungen und Meldungen in der Tagesschau und den Tagesthemen abgefeiert werden.

Die ARD als öffentlich-rechtlicher Sender ist quasi das Filetstück für die Meinungs- und Willensbildung der Bevölkerung in Deutschland. Es gibt einen öffentlich-rechtlichen Auftrag, so etwas wie eine Art Grundversorgung, die die ARD wahrnehmen muss. Sie soll durch ihr Programm für Integrität sorgen, sozial, wie kulturell, wirtschaftlich und vor allem politisch. Sie soll Minderheiten zu Wort kommen lassen, ihnen eine Plattform geben. Die ARD muss alle Bevölkerungsgruppen- wie Schichten versorgen. Zuwanderer, Rentner, Arbeitnehmer, Schüler und Studenten. Und mal ganz ehrlich. Welchen Grund gibt es für Schüler und Studenten noch regelmäßig die ARD einzuschalten? Es sei denn, es läuft die Tagesschau oder Tatort. Das ist ziemlich wenig. Oder es gibt eben Fußball. Für den eigentlichen Auftrag der ARD fast schon überlebenswichtig. Und das ist mehr als nur paradox, fast schon schade, wenn die ARD nur noch über den rollenden Ball eine jüngeres Publikum anspechen kann.

Alle anderen Versuche sind gescheitert – und überhaupt vermisst man bei der ARD einen Kompass, sowas wie ein Konzept in der Programmgestaltung. Da freut sich die gesamte ARD erst über fünf Talkshows die Woche und bereits vor dem Start gab es von allen Bedenken, dass die wichtigen Themen und Gäste schnell ausgehen und sich stattdessen die immer gleichen Köpfe über belangloses Zeug und Themen unterhalten. So gelingt keine gesellschaftliche Integration. Dann holt die ARD Thomas Gottschalk und schmeißt ihn nach ein paar Monaten wieder raus. GEZ wurde richtig sinnvoll investiert. Mal überlegt, liebe ARD, dass euer Vorabendprogramm seit Jahren nahezu regungslos vor sich hin lebt – und dass überhaupt die Zeit zwischen 19:00 und 20:00 Uhr nicht unbedingt die attraktivste fürs Fernsehen ist. Da muss man dann eben schon mal ein bisschen mehr bieten als ein wenig Talk (gibt es ja noch gar nicht viel von in der ARD), Wetter und Börse.

Ich finde die Entwicklung, die die ARD genommen hat, sehr bedenklich. Sie muss alle Medienpolitiker eigentlich vor den Kopf stoßen. Öffentlich-rechtlicher Rundfunk hat viele Privilegien in Deutschland – aber eben auch viele Aufgaben, die er wahrnehmen muss. Er hat sich nicht an Quoten zu orientieren, sondern an seinem Auftrag. Bei der Außendarstellung der ARD oder dem Lesen der Pressemitteilungen bekommt man in den letzten Wochen und Monaten immer den Eindruck, dass die ARD die Vorteile gerne mitnimmt, sich sonst um den Rest aber wenig kümmert.

Mittlerweile beschränkt sich mein Konsum von ARD und ZDF auf 15 Minuten Tagesschau pro Tag und Neues aus der Anstalt beim ZDF, gelegentlich zdf.Kultur. Und da liege ich wohl noch deutlich über dem Durchschnitt meiner Altersgruppe. Da hat die ARD nun eine wirklich beeindruckende und tolle Dokumentation über 60 Jahre BILD-Zeitung produziert. Für mich eins der Highlights des öffentlich-rechtlichen Journalismus in den letzten Jahren. Das war spannend, toll und hervorragend recherchiert. Und wann läuft das ganze: montags um 22:45 Uhr. Wo ein Großteil der arbeitenden Bevölkerung langsam ins Bett geht. Sehr viel mehr kann man seinen öffentlich-rechtlichen Auftrag mit Füßen nicht treten. Die BBC sendet montags ihre Dokumentation bzw. das investigative Reportageformat Panorama immer um 20:30 Uhr. DAS würde ich mir von der ARD auch mal wünschen. Es sind nur kleine Dinge, die mein Ansehen der ARD durchaus wieder nach vorne bringen würden.

Bei der ARD versucht man seit Jahren zwanghaft den großen Wurf, sei es mit Gottschalk oder den Talkshows. Das einzig positive dieser Entwicklung. Die ARD ist damit jedes Mal gehörig gegen die Wand gefahren.

Zitat des Tages: Mittwoch, 18. April 2012 – “Building the biggest grassroots campaign in history”

Mr Obama’s campaign team also wants to emulate his success in 2008 in another way, by creating a huge network of volunteers, recruited and co-ordinated in large part online, to proselytise on his behalf. There is much talk of “building the biggest grassroots campaign in history”. So Mr Obama’s footsoldiers are trying to contact as many potential supporters as possible in person, either online or through carefully orchestrated door-knocking drives and telephone banks. That, in turn, has racked up big bills for internet advertising and office overheads.

This approach has multiple virtues. Voters are more likely to respond to a friend’s political urgings than to a television advertisement or a flyer, according to Mr Obama’s strategists. Direct contact with a large pool of potential voters allows Mr Obama to present his own pitch, unfiltered by the media, and the campaign’s technical wizardry will ensure that it is tailored to the recipient. That should be especially valuable this time, since the media is less enamoured of the president than it once was, and since changes in election laws have made it much easier for pressure groups to spend vast sums to influence the election. Personalised e-mails, phone calls and appeals from friends or neighbours, the theory runs, should help counter the flood of negative advertising. Even better, such an approach dovetails neatly with efforts to register new voters. The campaign sees lots of potential to add young people and Hispanics, in particular, to the rolls in swing states—and has already started.

The Economist: The Obama Campaign. Growning the grassroots

Premier League 2011/2012 Preview #34 – Hartnäckigkeit

[Wieder in Teilen, der Rest wird nachgereicht]

Es sind noch fünf Spieltage in der Premier League Saison 2011/2012. Und mal wieder ist es kein kompletter Spieltag. Am Samstag und Sonntag finden in Wembley die Halbfinale im FA-Cup zwischen dem FC Everton und dem FC Liverpool beziehungsweise den Tottenham Hotspur und dem FC Chelsea statt. Von daher gibt es nur sechs Ligaspiele an diesem Wochenende. Die vier Begegnungen mit Beteiligung der Halbfinalisten werden am 1. und 2. Mai wiederholt, darunter mit Newcastle gegen Chelsea ein echtes Spitzenspiel.

Zu allererst aber ein paar Worte zu unserem geliebten Pay-TV-Sender Sky. Ich habe mich in letzter Zeit mit Kritik an Sky sehr zurückgehalten. Mir ist meine Zeit mittlerweile zu wertvoll, um sich über jedes Detail aufzuregen, was mir im Leben missfällt. Aber diese Woche wollte ich mich da eigentlich nicht ganz dran halten. Aber Sky ist mir zuvorgekommen. Sky wollte ursprünglich an diesem Wochenende nur zwei Live-Spiele zeigen und auf eine Übertragung des Monday Night Games zwischen dem FC Arsenal und Wigan Athletic verzichten. Sky will, das hat man vor der Saison kommuniziert, nur eine begrenzte Anzahl von Spielen zeigen. Also wollte man scheinbar auf die Partie am Montag verzichten, man will ja mit den Kosten vorhalten. Stattdessen plant Sky aber am 28.04. zum Beispiel Norwich gegen Liverpool und am 1. Mai Fulham-Liverpool zu zeigen. Zwei Spiele, von denen man jetzt schon weiß, dass sie völlig bedeutungs- und wertlos für die Abschlusstabelle der Premier League sind.

Ich hatte mehrfach via der diversen Social Media Kanäle darauf aufmerksam gemacht, dass die Spielauswahl doch völlig Quatsch sei und mit logischen Gründen überhaupt nicht zu erklären ist. Als Antwort bekam ich jedes Mal, dass man die Info weiterreiche. Über die Auswahl einzelner Spiele kann aber nicht diskutiert werden. Bis gestern Abend, als mir die SkySport-Redaktion per Tweet mitteilte, dass man das Spiel am Montag nun doch kurzfristig zeige. Danke Sky. Dann kann ich nach meinem 11-Stunden-Arbeitstag mich gemütlich aufs Sofa legen und Arsenal schauen. Hat sich meine Hartnäckigkeit ein klein wenig gelohnt.

Themenwechsel, wieder Sport. Meisterschaftsrennen in der Premier League wieder offen? Zumindest etwas mehr als Sonntagabend. Fünf Punkte Vorsprung für United vor City. Es gibt noch das direkte Duell, das City gewinnen muss. Und dann müssen die Citizens alle Spiele gewinnen und hoffen, dass United einmal verliert. Das sieht an diesem Wochenende eher nicht danach aus. Beide Teams mit Pflichtaufgaben. Blicken wir auf die Spiele des 34. Spieltages.

Norwich City – Manchester City
Samstag 13:40 Uhr, Sky Sport 1 live, Kommentar: Markus Gaupp

Bei Manchester City glauben allerdings die wenigsten noch an die Meisterschaft. Nach dem souveränen und dominanten 4:0 gegen West Brom sagte Trainer Mancini, dass er trotz der nur noch fünf Punkte Rückstand weiter nicht an die Meisterschaft glaubt. Und das klang auch ziemlich überzeugend. West Brom sollte auch kein Maßstab sein für Man City. Die Leistungen der letzten Wochen, insbesondere gegen den FC Arsenal, waren nicht unbedingt Anlass dafür große Hoffnungen auszulösen. Nun geht es für die Citizens zum Aufsteiger aus Norwich, der sich in seiner Rolle als gesicherter Mittelfeldkandidat in der Tabelle pudelwohl fühlt. Platz 10 ist das Resultat der tollen Leistung und des Sieges bei den Tottenham Hotspur. Norwich hat drei der letzten vier Spiele nicht verloren, darunter waren zwei Siege. Man City hat aus den letzten acht Spielen nur sechs Punkte geholt. Seit dem triumphalen Auswärtssieg bei Manchester United im Oktober 2011 gab es nur drei weitere Auswärtssiege. Keine Personalprobleme bei Norwich, nur die Langzeitverletzten James Vaughan und Verteidiger Daniel Ayala fehlen. Bei Man City kann Balotelli, sollte er überhaupt nochmal für die Citizens spielen, nicht mitwirken. Er sitzt das zweite Spiele seiner Sperre ab. Sein Tritt gegen Alex Song wurde von der FA nachträglich nicht mehr bestraft.

West Bromwich Albion – Queens Park Rangers
Samstag 16:00 Uhr

Seit Mitte März wechseln sich bei den Queens Park Rangers Sieg und Niederlage ab. Nach dem Heimsieg gegen Liverpool folgte die Niederlage in Sunderland. Nach dem Erfolg gegen Arsenal vor eigenem Publikum setzte es die Niederlage im Old Trafford. Und am Mittwoch bezwang QPR Mitaufsteiger Swansea mit 3:0. Sie wissen jetzt sicherlich, wie die Partie bei West Brom enden wird. Auswärts bekommt QPR einfach keinen Erfolg zustande, seit November warten die Hoops auf einen Sieg. Durch die Heimsiege hat man sich immerhin auf den 16. Tabellenplatz vorgearbeitet, zwei Punkte von den Abstiegsplätzen entfernt. Die Baggies müssen trotz der deutlichen Niederlage bei Man City keine Abstiegssorgen mehr haben – und das trotz nur eines Sieges in den letzten sechs Spielen. Der aber vor eigenem Publikum gegen Blackburn. West Brom wieder mit Marc-Antoine Fortune, Chris Brunt ist fraglich. Bei QPR ist Shaun Darry nach Sperre zurück, Djibril Cisse fehlt weiter gesperrt.

Swansea City – Blackburn Rovers
Samstag 16:00 Uhr

Was haben beide Mannschaften gemeinsam? Sie haben die letzten vier Spiele verloren. Was bei Swansea nicht ganz so dramatisch ist, weil der Aufsteiger fernab jeder Abstiegssorgen ist. Ganz anders, die dadurch auf den vorletzten Tabellenplatz gerückt sind. Die Kritik an Trainer Steve Kean nimmt wieder zu. Proteste können die Fans der Rovers ja schon. Dann gab es zu Beginn des Jahres einen kleinen sportlichen Aufschwung, die Anhänger hielten sich zurück. Jetzt sind wieder Aktionen geplant. Ob das dem Team und dem Umfeld hilft? Beide Teams ohne Personalsorgen.

AFC Sunderland – Wolverhampton Wanderers
Samstag 16:00 Uhr

Terry Connor, der Trainer der Wolverhampton Wanderers, versucht sich mittlerweile nur noch in Durchhalteparolen. Sein Team könne absteigen, aber noch sei nichts entschieden. Man werde bis zum Ende kämpfen. Mangelnden Einsatz kann man der Mannschaft wahrlich nicht vorwerfen – das hat auch die 0:3-Niederlage gegen Arsenal gezeigt. Nur stimmen die Ergebnisse einfach nicht. Es sind neun Punkte Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz bei noch fünf Spielen. Das wäre schon The Greatest Escape der Premier League Historie. Und das Restprogramm hat es in sich. Nach der Begegnung in Sunderland geht es gegen Man City, zu Swansea und dann gegen Everton. Ich sehe da wenig Punkte für die Wolves. Sunderland hat in der Liga zuletzt Anfang Februar gegen Arsenal verloren. Die Black Cats wollen Wiedergutmachung für ein enttäuschendes 0:4 bei Everton. Da Wigan erst Montag spielt, können die Wolves am Wochenende noch nicht absteigen.

Manchester United – Aston Villa
Sonntag 16:55 Uhr live, Sky Sport 1/HD 2 live, Kommentar: Andreas Renner

Während Man City trotz des Sieges in Norwich weiter nicht vom Titel reden will, hat United-Trainer Sir Alex Ferguson am Freitag noch mal betont, dass United noch kein englischer Meister sei und die Meisterschaft auch noch nicht entschieden sei. United will die Niederlage gegen Wigan vergessen machen und weiter als Favorit in den Saisonendspurt gehen. Villa hat aber nur vier Saisonspiele auswärts verloren. Bei den Red Devils wieder Paul Scholes dabei.

FC Arsenal – Wigan Athletic
Montag 20:55 Uhr live, Sky Sport 1/HD 2 live, Kommentar: Sascha Roos