Premier League 2012/2013, News in Kürze (I): Das Trainerkarussell dreht sich

Nach einer in der Liga sehr erfolglosen Saison musste Kenny Dalglish die Segel beim FC Liverpool streichen. Nachdem die Reds zwischenzeitlich mal angekündigt hatten, mit bis zu 12 Trainern sprechen zu wollen, hat sich nach nur einer öffentlich gewordenen Absage ein Kandidat gefunden: Brendan Rodgers von Swansea City wird vielleicht noch in dieser Woche als neuer Cheftrainer beim FC Liverpool verkündet. Rodgers hatte Swansea City erst zum Aufstieg in die Premier League verholfen und eine famose letzte Saison gespielt. Rodgers stand bei vielen Vereinen auf der Wunschliste, nun ist es Liverpool geworden. Eigentlich hatte Rodgers vor einigen Monaten bei den Swans seinen Vertrag verlängert. Doch eine großzügige finanzielle Kompensation plus die Aussicht einen ganz großen Verein zu trainieren, haben bei Swansea City und Rodgers für ein Umdenken gesorgt. Für Rodgers stehen bei Liverpool viele dringende Aufgaben an – dazu ein anderes Mal mehr. Die interessantere Frage: Kann Rodgers Liverpool, oder breiter formuliert. Kann ein Trainer, der gerade eine Zweitligamannschaft durch das erste Jahr in der Premier League geführt hat, einen Top-Klub in Europa aus schwerem Fahrwasser wieder in ruhige und erfolgreiche Bahnen bringen? Das kann nicht beantwortet werden, aber Rodgers selbst ist ein exzellenter Trainer. Nur reichen Qualifikationen gerade bei Liverpool nicht immer aus, siehe Roy Hodgson Gastspiel in Anfield. Dann trifft es schon eher die emotionale Verbundenheit und Tradition mit dem Verein, siehe Rafael Benitez und zuletzt Dalglish. Rodgers kommt mit Vorschusslorbeeren an die Merseyside, keine einfache Aufgabe für den jungen Trainer.

Ebenfalls beim FC Liverpool war Roberto Martinez von Wigan Athletic im Gespräch. Medienberichten zufolge soll sich Martinez mehrmals mit den Besitzern der Reds in Boston getroffen haben. Allerdings, so wurde immer wieder berichtet, war Martinez nicht zufrieden damit, wie ihm der Job vorgestellt und angeboten wurde. Latics-Besitzer Dave Whelan, ein bekennender Fan und Förderer von Martinez, hat immer wieder betont, dass es schwierig werden würde, beim Angebot eines Topklubs aus der Premier League Martinez zu halten. Vorerst hat er es geschafft und das sehr stolz verkündet. Sobald ein Posten wieder frei wird, dürfte Martinez aber wieder in den Fokus rücken.

Auch Aston Villa ist nach dem Abgang von Alex McLeish auf Trainersuche. Und natürlich hat Villa-Besitzer Randy Lerner bei Roberto Martinez angefragt – und zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres eine Absage bekommen. Auf der Wunschliste von Aston Villa steht jetzt Paul Lambert von Norwich City. Die Trainer der erfolgreichen Aufsteiger sind gefragt. Lambert hat Norwich um die Freigabe zu Gesprächen mit Villa und die Auflösung seines Vertrags gebeten. Der Klub veröffentlichte heute Nachmittag ein Statement auf seiner Vereinswebsite, in dem deutlich wird, dass es keine Freigabe für Paul Lambert geben wird. “We have fought hard to keep Paul at Norwich City and have not accepted his resignation whilst discussions with another club are taking place.” Vorerst also nicht.

Nichts Neues übrigens in Sachen Vertragsverlängerung von Robin van Persie beim FC Arsenal. Am Mittwoch tauchten Gerüchte bei Twitter auf, wonach der Niederländer einen neuen Vertrag bei den Gunners unterzeichnet haben soll. Das wurde aber schnell dementiert. Am Montag gab es ein längeres Gespräch zwischen Ivan Gazidis und dem Berater von van Persie – vorerst ohne konkrete Ergebnisse. Aber immerhin sprechen beide Parteien miteinander. Mehr bei John Cross/Daily Mirror in seiner wöchentlichen Arsenal-Kolumne.

Der Guardian zitiert aus einer Deloitte-Studie zu den Gehaltszahlungen der Premier League Klubs. Wichtigstes Ergebnis. Für die Saison 2010/2011 lagen die Gehälter ligaweit bei 1,6 Milliarden Pfund, ein Zuwachs von 14 Prozent zur Saison davor. Der Umsatz insgesamt lag bei 2,27 Milliarden Pfund, ebenfalls gestiegen durch höhere Einnahmen aus TV-Verträgen. Demgebenüber stehen Verluste von 380 Millionen Pfund insgesamt. Die Verschuldung der Premier League Klubs liegt auf dem niedrigsten Wert seit 2006. Ein kleiner Hoffnungsschimmer.

Paul Scholes hat bei Manchester United einen neuen Vertrag bis zum Ende der Saison 2012/2013 unterschrieben.

Titus Bramble vom AFC Sunderland wurde vom Vorwurf der sexuellen Nötigung und Belästigung freigesprochen. Mehr bei BBC News.

Zitat des Tages: Donnerstag, 31. Mai 2012 – Barack Obama calls Mitt Romney

THE POTUS: That’s very amusing, Mitt. It’s good to have a sense of humor. Maybe you should show it more often—no, don’t do that, it might help you in the polls. Anyway, I hear what you say. Next time I call you a cold-hearted vulture capitalist who has the blood of tens of thousands of patriotic, God-fearing American workers on his hands, please don’t take that personally, either. And don’t believe that stuff in this week’s New York magazine about my campaign trying to depict you as a right-wing dinosaur from the nineteen-fifties who’s going to ban abortion, birth control, and reality TV. That’s just Axe and the boys getting a little overexcited.

The New Yorker: “This Is the President Calling for Governor Romney

Der Kampf des FC Arsenal um Robin van Persie: ohne Titel, ohne Argumente

Wenn ein Fußballspieler seit acht Jahren bei einem Verein aktiv ist und seit 2004 bei diesem Klub, der den Anspruch hat Titel zu gewinnen, nur ein einziges Mal Pokalsieger wird und jetzt vor der Frage steht, ob er seinen Vertrag verlängern soll oder lieber zu einem Klub, der Titel garantieren kann, wechselt, dann hat der Verein wenig ausschlaggebende Argumente auf seiner Seite. So ähnlich stellt sich derzeit die Lage um die Vertragsverlängerung von Robin van Persie beim FC Arsenal dar. Es ist das wichtigste Sommerprojekt von Trainer Arsene Wenger und Vorstandvorsitzendem Ivan Gazidis: ein neuer Vertrag für Robin van Persie, dem Torschützenkönig der vergangenen Premier League Saison. Doch der Kampf scheint verloren zu gehen für den FC Arsenal. Regelmäßig bis im Viertelfinale der Champions League zu spielen scheint für van Persie verständlicherweise nicht befriedigend genug zu sein.

Mit großer Spannung war das Treffen von Wenger, Gazidis, van Persie und dessen Berater am Mittwoch erwartet worden. Trainer und Verein haben nur ein Ziel, nämlich die Vertragsverlängerung von van Persie. Intern scheint sich der FC Arsenal darauf geeinigt zu haben, finanziell bis an die Schmerzgrenze zu gehen für eine Gehaltserhöhung des Niederländers. Das heißt: deutlich mehr Geld, aber mit Blick darauf, dass das Gehaltsgefüge bei den Gunners nicht völlig aus dem Ruder läuft. Fakt ist aber auch: Es ist immer noch deutlich weniger Gehalt, als die finanziellen Schwergewichte der Premier League ihren Superstars bezahlen. Der Daily Mirror berichtet in seiner Freitagsausgabe, dass Arsenal ein Wochengehalt von 130.000 Pfund angeboten haben soll. Zum Vergleich: Yaya Toure und Sergio Aguero verdienen bei Manchester City 200.000 Pfund pro Woche. In solche Kategorien würde Robin van Persie nicht zwangsläufig vorstoßen wollen. Der Niederländer würde das sicherlich gerne mitnehmen, viel wichtiger scheint ihm aber die Möglichkeit, Titel zu gewinnen. Und da war er in den letzten acht Jahren bei Arsenal schlicht an der falschen Adresse. Und er wurde mehrmals enttäuscht, als nach dem fehlenden Titelgewinn Arsenal wieder keine Superstars holte und häufig in der letzten Stunde hektische Transfers tätigte. Zum ersten Mal in den vergangenen Jahren findet beim FC Arsenal ein Umdenken statt: mehr Investitionen in neue Spieler, frühzeitges Kümmern um Vertragsabschlüsse und der Aufbau einer Mannschaft, die potentiell um den Titel mitspielen kann, ergänzt durch einen breiten Kader mit einem Konkurrenzkampf um zentrale Schlüsselpositionen im Team. Für Robin van Persie findet das Umdenken bei Arsenal zwei Jahre zu spät statt.

Und so kann als Ergebnis des ersten Gesprächs festgehalten werden: Robin van Persie hat das Angebot von Arsenal abgelehnt und keinen neuen Vertrag unterschrieben. Weitere Gespräche finden erst nach der Europameisterschaft statt. Es scheint daher sehr wahrscheinlich, dass van Persie die Gunners verlässt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Arsenal noch mehr Geld auf den Tisch legt. Und die Interessenten für van Persie stehen Schlange: Juventus Turin und Manchester City sollen deutliches Interesse gezeigt haben. Verliert Arsenal nach Adebayor, Clichy und Nasri einen weiteren Spieler nach Eastlands? Fakt ist: Arsenal hat diverse Zwischenschritte nicht erreicht. Und vielleicht hätte der Verein eher mit Verhandlungen beginnen müssen, vielleicht schon letztes Jahr.

Ziel 1: Klärung der Vertragsverhandlungen vor der Europameisterschaft
Robin van Persie ist jetzt zur niederländischen Nationalmannschaft gefahren. Er wird erst im Juli wieder in London sein. Und erst dann finden weitere Gespräche statt. Arsenal hat damit nicht erreicht, vor der EM alle Unklarheiten zu beseitigen. Und jetzt schweben die Verhandlungen wieder in der Luft. So wie immer bei Arsenal. Weiteres Problem für die Gunners: Sollte van Persie eine herausragende EM spielen, dürfte das Interesse an ihm nicht gerade geringer werden. Arsenal wäre in einer noch schlechteren Ausgangsposition.

Ziel 2: Arsenal kann und will Superstars halten
Eine Vertragsverlängerung vor der EM wäre ebenso ein deutliches Zeichen an den Verein, die Spieler, die Fans und die europäischen Spitzenklubs gewesen: Schaut her, wir können unsere besten Spieler doch halten. Wir zahlen zwar nicht das meiste Geld, wir haben aber das beste Gesamtpaket und sehen zukünftig wieder eine große Chance um Titel mitzuspielen. Doch jetzt scheint die Story schon anders geframt zu werden: Arsenal schafft es in jedem Sommer nicht, seine Stars zu halten, egal, ob nun zu wenig Geld geboten wird oder es keine erfolgreiche sportliche Perspektive gibt: Nasri weg, Fabregas weg, Clichy weg. Und bald van Persie weg? Es könnte ein Teufelskreis werden für die Gunners: Die besten Spieler gehen, weil sie woanders Titel gewinnen können. Es werden zwar neue Spieler geholt, die aber noch nicht gut genug sind, Titel zu gewinnen. Und bald gehen dann wieder die Spieler, die jahrelang den Verein durch die Saison getragen haben.

Der FC Arsenal hat nicht mehr viele Argumente auf seiner Seite: Titel müssen her. Auch wenn ich das hier schon seit drei Jahren regelmäßig schreibe, wird es nicht weniger dringend. Arsenal muss zeigen, dass sie Titel gewinnen können. Dann fällt es auch leichter, Topstars zu holen beziehungsweise deren Verträge zu verlängern. Song und Walcott sind die nächsten mit auslaufenden Verträgen in nächster Zeit. Titel sind auch deshalb so wichtig, weil sie das letzte fehlende Puzzleteil in einem ansonsten wunderbaren, fast schon perfekten Umfeld sind. Arsenal geht es finanziell so gut wie keinem anderen Topklub in der Premier League. Die Kredite für den Stadionneubau werden schneller als geplant zurückgezahlt. Ansonsten steht genug Geld für Investitionen zur Verfügung. Financial Fairplay braucht Arsenal nicht zu interessieren. Der Klub hat ein großartiges Stadion, leidenschaftliche Fans, ein exzellentes Trainingsgelände, einen hervorragenden Trainer, eine bewegte Geschichte und einen starken Zusammehalt im Team. Arsenal wird international gelobt für seine offensive, attraktive Spielweise. Was allerdings fehlt, ist der ganz große Erfolg (und diese Saison ein wenig die defensive Stabilität). Und zudem liegt der Verein in einer der großartigsten Städte der Welt. Die Frau von Robin van Persie hat dies mehrfach bekäftigt. Wenn es nach ihr ginge, würde sie London nicht mehr verlassen wollen. Blöderweise will ihr Ehemann Titel gewinnen.

Das Thema können wir also für die nächsten Wochen erstmal beiseite legen. Das dürfte Anfang Juli wieder spannend werden. Wie ambitioniert und vehement geht Arsenal auf van Persie zu um ihn auf alle Fälle zu halten? Mehr Geld müsste fließen und vielleicht wäre der ein oder andere Transfer in der Zwischenzeit als Zeichen für Investitionen in die Mannschaft kein schlechtes Zeichen. Podolski war ein guter Anfang, mehr aber auch nicht. Van Persie hatte insbesondere im letzten Sommer immer wieder gefordert, dass der Kader verstärkt werden müsste. Wenger wollte nicht. Es ist also wenig verwunderlich, dass van Persie vom Franzosen ein wenig enttäuscht ist und somit am längeren Hebel sitzt. Und wie sehr bewegt sich van Persie trotz aller Widrigkeiten auf Arsenal und Wenger zu, hört auf die Wünsche seiner Familie, mit dem Wissen im Hinterkopf, vorerst keine Titel zu holen?

Nach dem Abgang von Nasri zu Manchester City hat Arsene Wenger angekündigt, nie mehr einen Spieler nach Eastlands zu verkaufen. Aber Wenger hat auch gesagt, dass Fabregas und Nasri den Verein nicht verlassen würden. In Sachen Transfers gibt es bei Arsenal keine Konstante, außer, dass die Superstars regelmäßig den Verein verlassen. Es würde mich also nicht überraschen, wenn van Persie in der nächsten Saison bei Man City spielen würde. Hoffentlich kommt es nicht dazu.

Die Deutsche Eishockey Liga setzt alles auf die Karte Free-TV

Viel wurde in den vergangenen Wochen über die Zukunft der Deutschen Eishockey Liga (DEL) im deutschen TV gesprochen. Nun scheint es zum ersten Mal konkrete Hinweise auf den Stand der Verhandlungen geben. Wie die Rhein-Neckar-Zeitung in ihrer Dienstagsausgabe berichtet, gibt es – und das war schon länger bekannt – ein Angebot von Sky und eine gemeinsame Offerte von drei Free-TV-Sendern, nämlich Sport1, Eurosport und Servus TV. Zwischen diesen beiden Modellen muss sich die DEL nun entscheiden. Eine Entscheidung, so hört man, soll noch im Mai getroffen werden.

Ist das Free-TV nun das Allheilmittel für die Deutsche Eishockey Liga? Es scheint natürlich verlockend, kann es mir aber nicht vorstellen. Was nicht am Potential des Free-TV in Deutschland liegt, sondern eher an der DEL selbst. Grundsätzlich ist die Reichweite mit Übertragungen im Free-TV natürlich sehr viel größer als bei Sky, keine Frage. Blöderweise aus Sicht der DEL sind Handball und Basketball diesen Weg schon sehr viel früher gegangen und haben sich im deutschen Free-TV erstmal breit gemacht. Wo das noch Platz für die DEL sein soll, bleibt mir zweifelhaft. Und damit wären wir dann schon wieder bei den Problemen der DEL. Im Vergleich zur HBL und BBL ist die Außendarstellung der DEL und deren Wahrnehmung in der Öffentlichkeit eine mittlere Katastrophe. Ganz ehrlich: Für mich ist die DEL derzeit schlicht kein attraktives Produkt für irgendeinen TV-Sender. Und man kann ja nicht an jedem Spieltag Berlin gegen Mannheim oder Düsseldorf gegen Köln zeigen. Da die DEL sich scheinbar weigert, die strukturellen Probleme zu lösen, mag der Weg ins Free-TV reizvoll sein. Doch scheint der Effekt der größeren Reichweite schnell zu verpuffen, wenn die Zuschauer merken, dass das Produkt DEL nicht attraktiv ist.

Eishockey in Deutschland ist in den letzten Jahren fast nur durch Negativschlagzeilen aufgefallen. Das zeigt sich jetzt auch schon bei der Berichterstattung über die WM in Skandinavien. Ein 2:1 gegen Dänemark ist eine kleine Randnotiz in den Sportmedien, ein 4:12 gegen Norwegen bekommt leider viel mehr Aufmerksamkeit. Das ist fatal. Dazu die Probleme der DEL: Der EHC München wird nicht überleben, ein weiterer DEL-Verein ist pleite. Die DEG Metro Stars kämpfen ums Überleben mit einem drastischen Sparkurs. Das lässt die sportliche Qualität weiter sinken. Bei den Hannover Scorpions wird der Rotstift angesetzt. Der Kampf um die letzten Tabellenplätze könnte in den nächsten Jahren viel spannender werden als die Meisterschaft. Doch ohne Auf- und Abstieg interessiert der Fight um Platz 13 und 14 keinen. Dazu weiter die aufgeblähte Saison mit viel zu vielen Spielen in der regulären Saison und im Vergleich dazu kurzen Playoffs. Ich frag mich, wie ein Free-TV-Sender im Oktober ein Spiel wie Iserlohn gegen Augsburg übertragen will und das ganze dann auch finanziert bekommt. Und damit überhaupt gute Quoten holt. Denn im Vergleich zur HBL und BBL ist die Übertragung eines Eishockeyspiels deutlich aufwändiger und kostspieliger. Und die Qualität bei Sky war hoch: Zwei Kommentatoren, alles in feinstem HD. Eurosport würde für HD schon mal wegfallen. Sport1 HD kann auch kaum einer empfangen, und Servus TV kennt in Deutschland kaum einer.

Nur aufs Free-TV zu setzen, wird der DEL nicht weiterhelfen. Dann wäre Sky only die kleinere Kröte, die es zu schlucken gilt. Am besten wäre natürlich eine Kombi aus Free-TV und Sky mit einer Art First-Pick für Sky. Darunter würde zwar die Exklusivität leiden, aber das wäre vielleicht die beste Lösung eines TV-Vertrags. Wobei so wie die DEL sich jetzt präsentiert, wäre für Sky ein Rechteverlust nicht mal ein großes Drama. Da lassen sich die eingesparten Kosten wunderbar andersweitig in Sport investieren, zum Beispiel Tennis, die NBA oder die Primera Division.

Erst jetzt fällt auf, wie sehr die DEL in den letzten Jahren geschlafen hat, ins Free-TV zu expandieren. Jetzt dürfte es schon zu spät sein, zumal die Probleme im deutschen Eishockey immer noch nicht gelöst wurden. Aber dann kann man ja wenigstens vor theoretisch ganz großem Publikum beerdigt werden.

Meine Premier League Saison 2011/2012

Die letzten Entscheidungen der Premier League Saison 2011/2012 sind also heute Abend eingetütet worden. Was für eine Konferenz, was für ein letzter Spieltag. Arsenal per Stream und die Konferenz auf Sky. Nassgeschwitzt. Völlig fertig. Brauchte es noch eines Beweises, warum die Premier League global eine solche Ausstrahlungskraft und Attraktivität hat, man nehme diesen letzten Spieltag als Beweis. City wird also Meister. Arsenal erreicht die Champions League. Tottenham je nach CL-Finale Quali oder Europa League, wo auch Newcastle beteiligt sein wird. Die Bolton Wanderers steigen ab, QPR hatte sich trotz der Niederlage gerettet. Der FC Reading und Southampton steigen in die Premier League auf. Blackpool oder West Ham? Am 19. Mai entscheidet sich, wer noch in die Premier League darf.

Und hier das 3:2 von City gegen QPR in der Sky-Konferenz. Gänsehaut.

An dieser Stelle also mein kleiner persönlicher Rückblick auf die vergangene Premier League Saison. Die neue Premier League Saison startet am Samstag, 18. August. Wenn alles klappt, werde ich an dem Wochenende in London sein und von vor Ort berichten. Schauen wir mal.

Mannschaft der Saison: Newcastle United
Zum ersten Mal seit 2004 spielen die Magpies wieder im Europapokal, auch wenn es diese Saison nicht für die Champions League gereicht hat. Und das ist eigentlich schon Grund genug, Newcastle United als Mannschaft der Saison auszuzeichnen. Mit Cissé, Demba Ba und Hartem Ben Arfa hat Newcastle ein Offensivtrio, auf das viele Vereine neidisch sind. Trainer Alan Pardew hat nach dem Abgang von Andy Carroll häufiger betont, dass Newcastle die hohe Ablöse für neue Spieler investieren muss. Besitzer Mike Ashley hat sich lange dagegen gesträubt, dann aber endlich wichtige Puzzleteile für Newcastles Erfolg geholt. Dazu gehört in erster Linie natürlich Cissé, aber auch Linksverteidiger Davide Santon und Mittelfeldspieler Yohan Cabaye. Die ersten 11 Spiele der Saison hatte Newcastle nicht verloren. Und diese Form konnten die Magpies die gesamte Saison halten.

Spieler der Saison: Robin van Persie, FC Arsenal
Ich mag bei dieser Kategorie ein wenig die Fanbrille aufhaben, aber eigentlich führt an Robin van Persie als Spieler der Saison kein Weg vorbei. Zum ersten Mal kommt der Niederländer verletzungsfrei durch eine Saison. Und er darf zeigen, welch großartiger Stürmer er ist. 30 Saisontore in der Liga, eines schöner als das andere. Hattrick beim FC Chelsea, Doppelpack bei der Aufholjagd gegen die Spurs. Siegtreffer in der Nachspielzeit beim FC Liverpool. Siegtreffer per Volley im Heimspiel gegen Everton. Van Persie ist erst der zweite Spieler, der in einer Saison gegen 17 verschiedene Gegner getroffen hat. Der Niederländer hat noch ein Jahr Vertrag beim FC Arsenal. Nach der Saison gibt es Gespräche mit Wenger und Ivan Gazidis. Eigentlich müsste Arsenal van Persie ein weißes Papier mit einer Linie hinhalten, wo van Persie seine Wunschgehaltsvorstellung eintragen darf. Und Arsenal macht einfach nur den Haken.

Trainer der Saison: Brendan Rodgers, Swansea City
Mit dem kleinsten Etat der Liga als Aufsteiger souverän den Klassenerhalt geschafft – und dabei auch noch teilweise richtig schönen Offensivfußball gespielt. Beispielhaft der 3:2-Sieg vor eigenem Publikum gegen den FC Arsenal, als die Gunners mit eigenen Waffen geschlagen wurden und die Swans über 60 Prozent Ballbesitz hatten. Brendan Rodgers hat eine homogene Truppe geformt. Natürlich weckt das Begehrlichkeiten bei anderen Vereinen, aber Rodgers, der während der Saison den Schicksalsschlag vom Tod seines Vaters hinnehmen musste, hat sich mit einer Vertragsverlängerung für Swansea entschieden. Es sieht gut aus, dass Rodgers auch in der nächsten Saison an der Linie bei Swansea steht. Und damit hat er dann die nächste Herausforderung vor sich: Das erste Jahr nach dem Aufstieg gilt als die einfacherere Saison. Schwierig wird das zweite Jahr in der Premier League, gerade nach so viel Erfolg zu Beginn. Hull City kann ein Lied davon singen.

Überraschung der Saison: FC Everton
Es ist ja jedes Jahr dasselbe im Sommer beim FC Everton. Es ist kein Geld für neue Spieler da. Der Besitzer Bill Kenwright würde gerne den Verein kaufen, findet aber keinen Investor. Der Goodison Park bräuchte dringend mal wieder eine Modernisierung. Aber es ist ja kein Geld da. Regelmäßig wird dann Everton in die Abstiegsregionen prognostiziert. Und seit Jahren strafen sie allen Prognosen Lügen. Denn jedes Mal spielen sie trotz kleinem Kader und den üblichen vielen Verletzten eine großartige Saison. Diesmal hat es so gar gereicht den Lokalrivalen FC Liverpool in der Tabelle hinter sich zu lassen, erst zum dritten Mal überhaupt in der Geschichte der Premier League. Trainer David Moyes, der großen Anteil an der Kontinuität der Toffees hat, hat schon mal durchblicken lassen, dass der Verein im Sommer Spieler verkaufen müsse. Und das Theater geht dann wieder von vorne los.

Enttäuschung der Saison: FC Liverpool
Am Wochenende berichteten verschiedene Zeitungen vom Abgang von Trainer Dalglish nach dieser Saison. Das war erwartet worden. Zwar gewannen die Reds den Carling Cup und standen im Finale des FA-Cup. Aber mehr war das auch nicht. Für die Ansprüche des Vereins, das Selbstverständnis der Fans und die Historie des FC Liverpools war das eine miserable Saison in der Liga. Spieler, wie Charlie Adam, Dirk Kuyt oder auch Andy Carroll, spielten weit unter ihren Möglichkeiten. Neuzugänge wie Stewart Downing konnten die großen Hoffnungen und Erwartungen nicht erfüllen. Der einzige Spieler mit Normalform, Luis Suarez, brachte sich mit Undiszipliniertheiten aus der Schusslinie. Denn er spielte sechs Wochen einfach nicht mit. Nennt sich dann Bärendienst. Liverpool gewann nur sechs Heimspiele in dieser Saison, lediglich Absteiger Wolverhampton, Bolton, Wigan und Aston Villa, haben seltener vor eigenem Publikum gefeiert. Das hat die altehrwürdige Anfield Road nicht verdient.

Spiel der Saison: FC Chelsea – FC Arsenal 3:5, 29.10.2011
Es war ein Spiel, das fast alles beinhaltete. Starke Offensivaktionen und eklatante Defensivschwächen. Arsenal lag 0:1 und 1:2 zurück, führte 3:2, kassierte kurz vor Schluss den Ausgleich um dann 5:3 an der Stamford Bridge zu gewinnen. In der Retrospektive war es ein Fußballmatch, das den Weg beider Teams mit all seinen Komponenten für den weiteren Saisonverlauf ebnete. Arsenal hatte sich nach schwachem Saisonstart gefangen und startete die ein oder andere Siegesserie. Getragen von einem überragenden Robin van Persie. Chelsea tat sich die gesamte Saison schwerer, gerade auch vor eigenem Publikum. Die Festung Stamford Bridge wurde gelegentlich zum Selbstbedienungsladen. Insbesondere defensiv zeigten die Blues nicht bekannte Abstimmungsprobleme. Und wenn es nur der ein oder andere Ausrutscher war. John Terry, I’m looking at you.

Tor der Saison: Peter Crouch, Stoke-Man City 1:1
Es gab viele schöne Tore in dieser Saison. Van Persies Volley gegen Everton, Cissés Wundertor gegen Chelsea oder auch der Seitfaltzieher von Sebastian Coates bei Liverpools Auftritt an der Loftus Road. Aber für mich das schönste war der Volleytreffer von Peter Crouch gegen Manchester City. Dem eher ungelenk wirkenden Crouch traut man solche Bewegungen eigentlich gar nicht zu. Aber er kann sie, das hat er schon mehrfach demonstriert. Perfekte Ballannahme, schnell wendige Drehung und dann der präzise Schuss, unhaltbar für Jo Hart. “Ich übe natürlich diese Technik, aber das klappt so natürlich nicht immer.” Peter Crouch gewohnt bescheiden.

Beste Verpflichtung der Saison: Papiss Demba Cissé, Newcastle United
Traumtor, Wundertor, Welttor. All diese Bezeichnungen hat Cissé für seine Treffer in den letzten Wochen bekommen. Ob der Geniestreich mit dem Lupfer bei Swansea City oder den beiden Treffern vor kurzem beim FC Chelsea. Selten hat ein ausländischer Spieler sich so schnell in der Premier League zurechtgefunden. Da haben die Magpies ein echtes Schnäppchen geschlagen. Gerade mal 10 Millionen Pfund soll Cissé gekostet haben. 13 Tore in 13 Spielen in der Rückrunde – und das nach dem Afrika-Cup im Winter. Respekt.

Schlechteste Verpflichtung der Saison: Stewart Downing, FC Liverpool
Natürlich muss man bei solchen Urteilen immer vorsichtig sein. Woran macht man einen schlechten, oder sogar den schlechtesten Neuzugang der Saison aus? Nicht erfüllte Erwartungen sind es wohl primär. Und das träfe dann bei Stewart Downing durchaus zu. Rund 18 Millionen Pfund Ablöse hat Liverpool an Aston Villa überwiesen. Downing blieb ohne Saisontreffer. Dabei darf aber nicht übersehen werden, dass Downing nicht ein Torjäger im klassischen Sinne ist. In seinen zwei Jahren bei Aston Villa erzielte er in 63 Spielen gerade mal neun Tore. Was viel schlimmer wirkt, sind lediglich die zwei Torvorlagen für Downing in dieser Saison bei den Reds. Und da haben sich die Reds deutlich mehr vorgestellt. Stewart Downing steht so ein bisschen stellvertretend für die Saison der Reds. Noch hat Downing drei Jahre Zeit die Fans an der Anfield Road zu überzeugen. Sehr viel schlechter kann es ja auch nicht mehr werden.

Schönster Moment der Saison: Fabrice Muamba winkt zu den Fans
Es waren die vielleicht emotionalsten Momente in dieser Premier League Saison. Am 17. März erleidet der 24-jährige Engländer einen Herzinfarkt im Viertelfinalspiel des FA-Cup bei den Tottenham Hotspur. Muamba wurde nach langer Behandlungspause und Reanimationsversuchen auf dem Platz in eine Londoner Herzklinik gebracht. 78 Minuten lang schlug sein Herz nicht. Sein Zustand besserte sich in den nächsten Tagen. Er erkannte seine Familie, konnte sich ein wenig bewegen und wieder sprechen. Am 16. April konnte er das Krankenhaus verlassen. Und was sich eigentlich keiner vorstellen konnte. Am 2. Mai stand Muamba im Reebok Stadium unter Tränen auf dem Platz, winkte zu den Fans und bedankte sich für die Unterstützung. Die BBC hat die Emotionen in einem 2-minütigen Video festgehalten.

Peinlichster Moment der Saison: Ashley Young und seine Schwalben
8. April, Sonntagnachmittag im Old Trafford. United hat die Queens Park Rangers zu Gast. Am Ende gibt es ein 2:0, doch der Sieg bringt hitzige Diskussionen hervor. Shaun Derry von QPR wird nach einer Viertelstunde mit glatt Rot vom Platz gestellt. Notbremse gegen Ashley Young. Doch Young stand zuvor im Abseits und fabriziert eine klare Schwalbe. Tiefer kann man eigentlich als Spieler nicht fallen. Und die FA setzt noch die Krone drauf, dass sie die Sperre gegen Derry nicht zurücknimmt. Eine Woche später hat United im Old Trafford Aston Villa zu Gast. Das Spiel endet deutlich mit 4:0, aber wieder steht Ashley Young im Mittelpunkt. Er holt wieder mit einer Schwalbe einen Elfmeter heraus, diesmal gegen Ciaran Clark, der Young wenn überhaupt minimal berührt und klar zurückzieht. Der Referee fällt wieder auf Ashley Young ein. Young muss nach dem Spiel zum Einzelgespräch mit Sir Alex. Ich für meinen Teil will Young eigentlich auf keinem Fußballplatz mehr sehen.

Überschätzt: Roger Johnson, Wolverhampton Wanderers
Es gibt viele Gründe, warum die Wolves abgestiegen sind. Das ganz offensichtliche: die schwachen sportlichen Leistungen. Der Trainerwechsel von Mick McCarthy zu Terry Connor hatte überhaupt keinen Effekt. Am Trainer lag es auch nicht. Vielleicht hat man McCarthy mit seinem Rauswurf sogar noch einen Gefallen getan. Muss man sich einen Spieler raussuchen, der stellvertretend für den sportlichen Abstieg der Wolverhampton Wanderers steht, dann ist das wohl Roger Johnson, der vor der Saison für 10 Millionen Euro von Absteiger Birmingham City kam. McCarthy machte den erfahrenen Spieler zum Kapitän der Mannschaft. Nach dem 0:5 gegen Fulham kam Johnson betrunken zum Training. Vorbildfunktion und so. Jetzt steigt Johnson zum zweiten Mal hintereinander ab.

Unterschätzt: Brad Friedel, Tottenham Hotspur
Der US-Boy wird in wenigen Tagen 42 Jahre alt und ist damit der derzeit älteste Spieler in der Premier League. Doch Alter schützt nicht vor weiterhin großen Leistungen. Und die hat Friedel weiterhin erbracht im Tor der Spurs. Ich kann mich an einige sensationelle Saves erinnern, zum Beispiel im London Derby gegen Arsenal oder Anfang April gegen Swansea City. Friedels Vertrag bei den Spurs läuft aus. Er hat selbst gesagt, dass er nicht mehr als Nummer 1 spielen möchte. Irgendwann ist die Altersgrenze dann mal erreicht. Wobei er sicherlich noch ein weiteres Jahr auf Top-Niveau spielen könnte.

Comeback der Saison: Wigan Athletic
Mitte Januar standen die Latics noch abgeschlagen auf dem letzten Tabellenplatz. Das ist dann normalerweise die Phase, in denen Vereinsbesitzer den Trainer hinterfragen. Nicht aber der Chairman von Wigan Athletic. Dave Whelan hat immer an Trainer Roberto Martinez festgehalten. Er könne nur von sich aus zurücktreten, Martinez habe so große Verdienste für diesen Verein erbracht. Dann schmeiße ich ihn nicht raus, wenn es mal nicht so gut laufe. Martinez hatte zwar mal über den Rücktritt nachgedacht, wollte sich aber beweisen und war überzeugt von seinem Team. Mit dem vielleicht schwierigsten Restprogramm in den letzten Saisonwochen trauten die wenigsten Experten den Klassenerhalt zu. Doch Wigan überraschte alle. Heimsiege gegen Manchester United und Newcastle, Auswärtssiege bei Arsenal und Liverpool. Vorzeitiger Klassenerhalt. Sechs Siege aus den letzten acht Spielen. Was ein Comeback.

Besondere Auszeichung für: Paul Scholes
Anfang Januar kam der Anruf von Sir Alex Ferguson. Wegen der vielen Verletzten und dem dichten Spielplan im Dezember und Januar brauchte Ferguson erfahrene Spieler. Scholes, der seine Karriere im letzten Sommer beendet hatte, zögerte nicht lange. Zu Überraschung seiner Mitspieler, die völlig baff waren, als sich Scholes in der Umkleidekabine wiederfand und Trainingssachen anzog. Sein Comeback feierte er ausgerechnet im Derby gegen Man City, 3:2-Sieg im FA-Cup. Im nächsten Spiel in der Liga schoss er gleich sein erstes Tor. Scholes hat damit seit der Saison 1994/1995 in jeder Spielzeit für Manchester United mindestens ein Tor geschossen. Legende.

Das ging viel zu langsam: Fernando Torres, FC Chelsea
Der Spanier war ein gern genommenes Beispiel für das Scheitern der Transferpolitik des FC Chelsea und den vielen Millionen, die nicht den gewünschten Erfolg brachten. Am 18. September schoss Torres erst sein zweites Tor für Chelsea beim 1:3 im Old Trafford. Dann flog er gegen Swansea City nach Torerfolg vom Platz und brauchte 24 weitere Pflichtspiele um mal wieder zu netzen. Da sind 50 Millionen Pfund nicht so prächtig investiert worden. Am 31. März traf Torres beim 4:2 im Villa Park – zum ersten in der Premier League seit dem 24. September. Es folgte ein Hattrick gegen die Queens Park Rangers und das wichtige Tor im CL-Rückspiel in Barcelona. Allmählich kommt Torres in Fahrt – wenngleich er in den wichtigen und großen Duellen in der Liga weiterhin ein Schatten seiner selbst ist. Es wurde ja immer wieder mal überlegt, Torres nach Spanien auszuleihen. Nimmt man jetzt nur mal das CL-Spiel gegen Barcelona, darf man sagen: Zum Glück hat das Chelsea nicht gemacht. Und jede Situation kann sich Chelsea schön reden.

Das ging viel zu schnell: No more chicken at Blackburn Rovers
Die Blackburn Rovers sind völlig verdient abgestiegen. Es ist ein Chaos-Klub geworden. Fans protestieren gegen den Trainer, der keinen Bock hat sich mit den Fanvertretern auszusprechen. Die Spieler sind unzufrieden. Und mittendrin eine indische Unternehmerfamilie, die den Verein vor zwei Jahren gekauft hat – und damit völlig überfordert scheint. Kein Konzept, keine Strategie. Wenig finanzielle Investitionen. Warum hat Venky’s nicht weiter Geflügel produziert und kümmert sich jetzt nebenbei um einen Traditionsverein der Liga? Sie können es ja schlicht nicht. Aber die Versuchung der Rovers nach Geld und einem Investor war einfach zu groß. Jetzt gibt es die Quittung. Aber immerhin sind die Fans noch so kreativ und schicken Hühner auf das Spielfeld.

Das war schon richtig gut: Gylfi Sigurðsson, Swansea City
Noch so ein Spieler, der in seinen ersten Wochen in der Premier League positiv auffiel. Der Isländer wurde im Winter von 1899 Hoffenheim zu Swansea City ausgeliehen und erzielte in 17 Spielen sieben Treffer und bereitete so wichtige Treffer wie das 3:2-Siegtor gegen Arsenal mustergültig vor. Sigurðsson hat also maßgeblichen Anteil am frühzeitigen Klassenerhalt der Swans und wurde zum Spieler des Monats März in der Premier League gewählt. Und die Feststellung, dass Qualität nicht immer Geld kosten muss, wurde ein weiteres Mal eindrucksvoll bestätigt.

Das muss geklärt werden: Strafenkatalog und die FA
Mario Balotelli durchtritt fast das Bein von Alex Song und wird für dieses schlimme Foul von der FA nachträglich nicht gesperrt. Shaun Derry von QPR bleibt nach der Schwalbe von Ashley Young gesperrt. Die FA ist ein sehr mächtiger Verband – aber diese Saison waren viele Entscheidungen nicht nachvollziehbar. Es darf bei solchen Entscheidungen keine Zwei-Klassen-Gesellschaft geben. Aber so scheint es. Überhaupt hat sich die FA diese Saison keine großen Freunde mit der Premier League gemacht. Die Diskussion über den Nachfolger von Fabio Capello, parallele Ansetzungen des Pokals mit der Liga. Eine Nummer weniger einflussreich wäre nicht schlecht. Oder wenn schon so einflussreich – dann mit transparenten, nachvollziehbaren und stringenten Entscheidungen.

Was ich mir für die neue Saison wünsche:
Viele Tore von Podolski bei Arsenal. Die Wiederauferstehung des FC Liverpool. Ein Fünfkampf um die englische Meisterschaft. Roberto Martinez weiterhin bei Wigan Athletic. Weniger Fensterkurbeln von Harry Redknapp. Keine weiteren Schwalben von Ashley Young. Niklas Bendtner zeigt in 38 Spielen endlich mal, dass er ja angeblich der beste Stürmer der Welt ist. Everton bekommt endlich einen Investor. Fulham darf auch wieder mal ein London-Derby verlieren. Klassenerhalt vom FC Southampton. Alex Oxlade-Chamberlain spielt sich endgültig in die Herzen der Arsenal-Fans. Torres trifft noch seltener. Roberto Mancini wird auf einen Rotwein bei Sir Alex eingeladen. Noch mehr Katen und Hühner auf dem Spielfeld und dann zwei Minuten später bei Twitter. Wolff Fuss kommentiert auf Sky Arsenal gegen Manchester United und zerstört beim Torschrei meine Lautsprecher. Und ansonsten fester PL-Kommentatorenstamm mit Hagemann, Renner, Meinert, Gaupp und Born.

Ein vorletztes Wort:
“Of course you feel humiliated when you concede eight goals. It was a terrible day [...] I try to make the right decisions and the two players we sold [Fabregas and Nasri], I brought them to the club. In 15 years I have brought some good players. You know me, so you should give me some more time to see if I have got it completely wrong.” Arsenal-Trainer Arsene Wenger nach der 2:8-Niederlage seines Teams bei Manchester United am 28. August 2011.

Ein letztes Wort
“I’m shattered, I can’t believe it. It was an incredible disappointment, but we will react, no question about that. It’s a perfect result for us to react to because there is a lot of embarrassment in the dressing room — and quite rightly so — and that will make an impact. You have to recover. The history of Manchester United is ‘another day’ and we will recover.” Sir Alex Ferguson nach der 1:6-Derbyniederlage gegen Man City, 23. Oktober 2011.

Ein allerletztes Wort:
“Why always me?” – Botschaft und Frage auf dem T-Shirt von Mario Balotelli

Das war es also für die Premier League Saison 2011/2012. Hat wieder sehr viel Spaß gemacht. Auf ein neues im August an dieser Stelle.

Premier League 2011/2012 Preview #38 – Sweet revenge for Mark Hughes?

Manchester City oder Manchester United? FC Arsenal, Tottenham Hotspur oder Newcastle United? Queens Park Rangers oder die Bolton Wanderers? Es sind also noch ein paar signifikante Fragen zu klären am letzten Spieltag der Premier League Saison 2011/2012. Alle Begegnungen werden um 16:00 Uhr angepfiffen.

Sky zeigt die beiden Spiele der Klubs aus Manchester in der Konferenz. Plausible Entscheidung. Auch Sky Sports konzentriert sich auf der Insel auf die Meisterschaftsentscheidung, zeigt aber beide Partien als Einzelspiele. Ein Rückblick auf die Saison folgt Anfang der Woche an dieser Stelle.

Manchester City – Queens Park Rangers
Sky-Konferenz ab 15:45 Uhr, Sky Sport 1/HD 2 live, Kommentar: Marco Hagemann

Die wenigsten Fußballexperten erwarten noch Spannung im Meisterschaftskampf. Für viele ist Manchester City der große Favorit, fast alle schließen aus, dass die Citizens gegen die Queens Park Rangers patzen. Einzig Sky-Kommentator Andreas Renner hat bei Sportradio360 ein wenig gezwungenermaßen gewarnt, dass der Pokal noch nicht in Eastlands gelandet ist. Natürlich haben die Hoops in den letzten Wochen teilweise sehr gute Leistungen angeboten, bloß da war immer vor eigenem Publikum. Auswärts hat QPR regelmäßig die Hucke voll bekommen, zuletzt mit sechs Gegentreffern beim FC Chelsea. Das schwächte Auswärtsteam der Liga trifft nur auf die heimstärkste Mannschaft der Liga. City hat diese Saison noch kein Heimspiel verloren. Mit Ausnahme eines Remis gegen den AFC Sunderland gab es nur teilweise recht deutliche Siege. Was sollte da also schiefgehen? Auch ich rechne fest mit einem Titelgewinn der Citizens, dem ersten seit 1968. Es wird also so oder so ein historischer Nachmittag in Manchester. Die Ausgangslage ist klar. City hat das um acht Tore bessere Torverhältnis als Stadtkonkurrent United. City muss einfach nur gewinnen. Auch für die Queens Park Rangers steht vieles auf dem Spiel. Das macht die Partie zumindest im Vorfeld sportlich reizvoll. QPR hat zwei Punkte und das deutlich bessere Torverhältnis Vorsprung auf die Bolton Wanderers. Sollte Bolton in Stoke gewinnen, müsste QPR also einen Punkt im Etihad Stadium holen. Sicherlich besonders ist die Partie auch für Mark Hughes, dem derzeitigen Trainer der Gastmannschaft. Hughes wurde 2009 von City wegen Erfolgslosigkeit gefeuert. Die Begleitumstände waren damals kein Gütesiegel für City, Sir Alex hat das Verhalten des Vorstands damals als “unethisch” bezeichnet. Gibt es also die süße Revance für Mark Hughes? Wohl eher nicht, denn dann müsste City schon einen ganz schlechten Tag erwischen. Der Schlüssel für ein erfolgreiches Spiel von QPR muss sein, eng zu verteidigen, das Mittelfeld zuzustellen. City hatte zuletzt eher wenig Gefahr über die Flügel ausgestrahlt. Da kamen mehr gefährliche Impulse durch Yaya Toure im Mittelfeld. Wenn QPR das eingrenzen kann, wäre ein erster Schritt gemacht. Es gibt keine Personalsorgen oder Sperren bei Man City, nennt sich dann Bestbesetzung. Angeblich winken Mark Hughes eine Million Pfund Prämie, sollte der Klassenerhalt geschafft werden. Tja, und bei City hätten sich dann die 400 Millionen Euro Investition vielleicht mit der ersten Meisterschaft ein wenig ausgezahlt.

AFC Sunderland – Manchester United
Sky-Konferenz ab 15:45 Uhr, Sky Sport 1/HD 2 live, Kommentar: Markus Gaupp

Es scheint die vermeintlich etwas schwierigere Aufgabe im Titelkampf zu sein. Manchester United reist nach Sunderland und ist auf einen Ausrutscher von City angewiesen. Die Red Devils haben es in den letzten Wochen durch das 4:4 gegen Everton und die Niederlage im Manchester-Derby verpasst, ihre Ausgangslage im Meisterschaftsrennen zu verbessern. Jetzt haben sie es nicht mehr in der Hand. Und die wenigsten scheinen noch an den großen Triumpf zu glauben. Trainer Sir Alex Ferguson hofft, dass Man City “irgendwas Dummes” im letzten Spiel passiert. Optimismus klingt anders. Und United muss ja selbst dreifach punkten. Die Auswärtsleistungen der letzten Wochen – Niederlagen in Wigan und bei Man City – lassen diesen Optimismus nicht gerade versprühen. Sunderland spielt um gar nichts mehr. Die Saison ist gelaufen. Aber das Team hat durchaus Potential, wenn gewollt, die ganz großen in der Liga zu ärgern. Zwar datiert der letzte Sieg von Sunderland gegen Man Utd aus dem Jahr 1997 – überhaupt wurde nur eines der letzten 21 Spiele gewonnen – und in der Liga gab es zuletzt aus sieben Spielen fünf Remis. Die sehr gute Heimbilanz der Black Cats ist nicht mehr zu erleben. Bei Sunderland fehlen die Langzeitverletzten Kieran Richardson, Sebastian Larsson und Ex-Red Devil Wes Brown. Titus Bramble ist hingegen wieder einsatzbereit. Bei United fehlt weiterhin Danny Welbeck mit seiner Knöchelverletzung. Und seit heute hat die englische Nationalmannschaft ein weiteres Defensivproblem. Sir Alex hat am Vormittag auf der Pressekonferenz verkündet, dass Chris Smalling wegen einer Leistenverletzung am Sonntag fehlt und auch für die EM ausfällt.

West Bromwich Albion – FC Arsenal
Sehr viel spannender als das Meisterschaftsrennen ist der Kampf um den direkten Einzug in die Champions League. Wer holt sich Platz 3? Arsenal, Tottenham oder Newcastle? In der Pole Position sind die Gunners, die einen Zähler vor den Spurs und zwei Punkte vor den Magpies liegen. Aber diese gute Ausgangslage bekommt der Mannschaft von Arsene Wenger nicht wirklich. Zuletzt gab es drei Remis in Folge. Und nur die Patzer der Konkurrenz halten Arsenals Hoffnungen auf den direkten Einzug in die Königsklasse lebendig. So gut, variabel und druckvoll Arsenal in der Offensive spielt, so erschreckend waren die Abwehrleistungen in den letzten Wochen. Das war mit Defensive fast schon ein Euphemismus. Insbesondere beim 3:3 im Heimspiel gegen Norwich zeigte die Arsenal-Abwehr eklatante Schwächen, die regelmäßigen Beobachtern aber nicht neu sein dürften. Jetzt geht es im letzten Saisonspiel zu West Brom, wo Roy Hodgson sein Abschiedsspiel auf der Trainerbank gibt. Bei den Gunners zeigt man sich vorsichtig optimistisch in der Außendarstellung. Spieler wie Trainer haben mehrfach betont, dass sie ganz konzentriert diese Woche trainieren, insbesondere auch die defensiven Fehler nochmal ansprechen. Arsene Wenger hat deutlich gemacht, dass im Herbst letzten Jahres niemand erwarten konnte, dass Arsenal jetzt um den dritten Platz mitspielt. Das sei ein Erfolg. Das mag sein. Nur hätte der Verein den schon längst feiern können bei besseren Ergebnissen. Gelingt mal wieder ein Erfolgserlebnis? Es wäre dringend nötig. Personell ist nur Sagna nicht mit dabei. Der Franzose wurde am Donnerstag operiert. Kleines Fragezeichen ist noch hinter Theo Walcott, der seine Oberschenkelzerrung fast auskuriert hat. Auch Wojciech Szczesny hat noch kein grünes Licht gegeben. Der Pole leidet an Rückenschmerzen. Fabianski steht als Ersatz bereit. Am Samstag gibt es letzte Fitnesstests. Die Baggies haben nur eines der letzten sechs Spiele verloren. West Brom muss aber den Ausfall von Kapitän Chris Brunt verkraften. Jerome Thomas mit Grippe ist ebenso fraglich wie Peter Odemwingie (Oberschenkelzerrung).
Arsenal scheint hinter den Kulissen schon am Team der neuen Saison zu arbeiten. Yann M’Vila von Stade Rennes steht angeblich kurz vor einer Unterschrift. Vieles ist eben davon abhängig, ob Arsenal direkt in die Champions League einzieht. Es ist eines der wichtigsten Spiele der Vereingeschichte, weil so viel für die Entwicklung des Teams abhängt. Bleibt van Persie, wenn man nächste Saison nur Europa League spielt? Arsene Wenger würde gerne mit dem ausgeliehenen Yossi Benayoun verlängern, der zuletzt gute Leistungen zeigte. Das gibt es auch nicht zum Nulltarif. Außerdem stehen im Sommer Gespräche mit Alex Song an. Der Kameruner, sozusagen das Herzstück im Arsenal-Mittelfeld, hat noch einen Vertrag bis Sommer 2014 und verdient etwa 55.000 Pfund pro Woche. Song würde gerne mehr Geld haben bei entsprechender Vertragsverlängerung. Wenger würde Song gerne langfristig binden, um die Konkurrenz im Mittelfeld zu beleben.

Tottenham Hotspur – FC Fulham
So richtig will kein Team aus dem Norden Londons in die Champions League. Auch die Tottenham Hotspur spielen eine enttäuschende Rückserie. Zuletzt konnte das Team von Harry Redknapp nicht beim formschwachen Aston Villa gewinnen. Die Spurs gewannen nur drei der letzten zehn Spiele. Und jetzt reist der FC Fulham an die White Hart Lane. Die Cottagers sind in blendender Form, haben nur eines der letzten sieben Spiele verloren, es gab fünf Siege. Fulham hat diese Saison noch kein Derby of London verloren. Die Spurs sollten angesichts ihrer Formschwankungen gewarnt sein. Tottenham muss den gesperrten Danny Rose und den verletzten Danny Benoit Assou-Ekotto ersetzen. Die linke Abwehrseite ist also das kleine Sorgenkind. Willam Gallas stünde als provisorischer Ersatz bereit. Scott Parkers Einsatz mit Achillessehnenbeschwerden fraglich, Sandro könnte ihn ersetzen. Bei Fulham sind außer die langzeitverletzten Stürmer Bryan Ruiz und Andy Johnson alle Mann an Bord. Dachte man bis heute Nachmittag. Dann kam die Hiobsbotschaft: Clint Dempsey, der derzeit in bestechender Form ist, fällt kurzfristig aus. Und die Frage für Tottenham: Champions League oder Europa League? Team wie Trainer sind fest davon überzeugt, dass sie die Königsklasse erreichen. Aber das sind sie auch schon seit Wochen. Den dominanten Beweis sind sie bisher schuldig geblieben.

FC Everton – Newcastle United
Wenn sich Zwei streiten, freut sich bekanntlich gelegentlich der Dritte. Newcastle liegt in Lauerstellung, wenn Arsenal und Tottenham patzen. Aber die Magpies haben vielleicht die schwierigste Aufgabe von allen drei Teams mit dem Spiel im Goodison Park. Everton geht mit der Motivation in diese Partie, weiterhin vor Lokalrivale FC Liverpool die Saison zu beenden. Das wäre erst das zweite Mal in der Historie der Premier League Die Toffees haben die letzten acht Ligaspiele nicht verloren, die letztem Heimniederlage gab es Mitte März gegen den FC Arsenal. Everton gewann die letzten drei Heimspiele, 10 Tore selbst geschossen, keines kassiert. Newcastle hat am Sonntag gegen ein starkes Man City die Grenzen aufgezeigt bekommen, hat diese Saison aber schon mehrfach bewiesen, dass sie auswärts zu großen Leistungen auflaufen können. Zuletzt das 2:0 bei Chelsea, davor allerdings das 0:4 in Wigan. Das sollte im Kopf nicht mehr spuken. Bei Newcastle fehlt nur Verteidiger Danny Simpson, Everton kann nicht auf die Dienste von Leighton Baines zurückgreifen. Dafür stehen aber Victor Anichebe und Jack Rodwell wieder im Kader.

Stoke City – Bolton Wanderers
Und dann gibt es noch ein Spiel mit großer Bedeutung an diesem letzten Spieltag der Saison. Die Bolton Wanderers versuchen The Great Escape im Auswärtsspiel bei Stoke City. Die Trotters liegen zwei Punkte hinter QPR und haben das um neun Tore schlechtere Torverhältnis. Es hilft also nur ein Sieg im Britannia Stadium. Die Wanderers haben in den letzten Wochen viel liegen gelassen. Letztes Wochenende führte man bis zu 75. Minute mit 2:0 gegen West Brom. Endstand 2:2. Im Spiel davor steht es Mitte der zweiten Hälfte 1:1 gegen Tottenham, Bolton das bessere Team. Endstand 1:4. Vor zwei Wochen nach Führung in Sunderland wieder nur unentschieden gespielt. Jetzt kommt es auf das allerletzte Spiel an. Ein Sieg in Stoke, etwas das Manchester City, Manchester United, Arsenal, Tottenham und Chelsea diese Saison nicht geschafft haben. Trainer Owen Coyle: “Wir wissen, was wir zu tun haben. Es ist ohne Zweifel das größte Spiel in dieser Saison. Wir müssen gewinnen [...] Stoke ist eine qualitativ gut besetzte Mannschaft in allen Bereichen. Sie brennen darauf, ihr letztes Heimspiel zu gewinnen. Darauf müssen wir vorbereitet sein.” Offensichtlich ist es nicht so einfach bei Stoke zu gewinnen. Was könnte zum Erfolg für Bolton führen? Stoke hat nur eines der letzten zehn Spiele gewonnen. Es ist das 56. Pflichtspiel für die Potters in einer anstrengenden Saison. Und dann eben selbst das Nötigste für einen Sieg tun. Sprich gut verteidigen bei den gefährlichen Standardsituationen. Stoke hat in den letzten Wochen häufiger offenbart, dass sie defensiv sehr anfällig sind. Der richtige Mix aus Defensive und Offensive kann Bolton helfen. Dass sie vorne ihre Buden machen, hat Bolton gezeigt. Blöd nur, dass man defensiv erst drei Mal zu null gespielt hat. Bei QPR im ersten Saisonspiel, gegen Villa und zuhause gegen Arsenal. Bei Stoke ist Verteidiger Marc Wilson mit Rückenproblemen ebenso fraglich wie Andy Wilkinson und Jermaine Pennant. Bolton hofft auf positive Ergebnisse bei Fitnesstests am Wochenende von Nigel Reo-Coker, Mark Davies und Darren Pratley

Außerdem am letzten Spieltag:
FC Chelsea – Blackburn Rovers
Norwich City – Aston Villa
Swansea City – FC Liverpool
Wigan Athletic – Wolverhampton Wanderers

Um die Fragen zu beantworten: Man City, Arsenal und Bolton Wanderers

Schönes Wochenende!

Zitat des Tages: Dienstag, 8. Mai 2012 – The very real problem of growth

“We in Germany are of the opinion, and so am I personally, that the fiscal pact is not negotiable,” Ms. Merkel said at a news conference in Berlin. “It has been negotiated and has been signed by 25 countries.” Mr. Hollande’s victory is a significant moment in Europe’s continuing efforts to manage the crisis, ejecting Ms. Merkel’s closest collaborator, Mr. Sarkozy, from office. But it remains to be seen whether Mr. Hollande’s election is a real turning point or Ms. Merkel is able to stick to austerity while making only symbolic gestures toward flexibility on the margins. “Everyone’s talking about some kind of space between structural reforms, like liberalizing labor markets, and the kind of direct stimulus Germans call crude Keynesian measures on the other hand,” said Hans Kundnani, a Germany expert at the European Council on Foreign Relations in London. “I’m not sure what space there is between those two.”

International Herald Tribune: After Elections, Europe Focuses on Growth

Premier League 2011/2012 Preview #37 – Wenn ein Sieg zur Pflicht wird

Noch zwei Spieltage. Es spitzt sich zu, vielleicht eine der spannendsten Spielzeiten der letzten Jahre. Meisterschaft noch offen, Einzug in den Europapokal und es werden noch zwei Absteiger gesucht. Und das schöne: An diesem Wochenende könnte es vielleicht schon finale Entscheidungen geben. Das ist aber eher unwahrscheinlich. Sieg von Arsenal und gleichzeitige Niederlage von Newcastle und Tottenham? Sieg von Man City und Niederlage von Man Utd? Am ehesten könnte noch der Abstiegskampf seine Entscheidung finden. Sieg von QPR und gleichzeitige Niederlage von Bolton und Blackburn? Ja, das klingt schon wahrscheinlicher. Also schauen wir mal.

An diesem Wochenende nur neun Spiele, eines davon am Samstag. Weil am Samstagabend der FC Chelsea und der FC Liverpool im Finale des FA-Cup stehen, findet die Partie in der Liga zwischen diesen beiden Teams erst am Dienstag, 8. Mai, um 21:00 Uhr an der Anfield Road statt. Sky überträgt ab 20:55 Uhr auf Sky Sport 1 und Sky Sport HD 1.

Unter der Woche war ja schon wieder einiges los in der Premier League. Man City geht nach dem 1:0 gegen United als Favorit in die letzten beiden Spiele, muss am Sonntag im Spitzenspiel bei Newcastle eine ganz große Hürde nehmen. Chelsea kann durch die Heimniederlage gegen die Magpies den Einzug in die Champions League über die Ligaplatzierung abhaken. Dafür hat Tottenham nach dem 4:1 in Bolton wieder brauchbare Chancen auf den 3. Platz. Die Wanderers, bei denen Fabrice Muamba sich erstmals unter großem Applaus wieder im Stadion zeigte, stehen gehörig unter Druck. Also viel Spannung von Samstag bis Montag.

FC Arsenal – Norwich City
Samstag 13:40 Uhr, Sky Sport 1 live, Kommentar: Markus Jestaedt

Es ist ein besonderes Jubiläum für Arsene Wenger. Zum 900. Mal steht der Franzose am Samstag im Heimspiel gegen Norwich an der Seitenlinie der Gunners. Und er hat mit seinem Team noch einiges vor. Arsenal muss eigentlich beide Teams gewinnen, um definitiv Tabellendritter zu werden, also mehr Punkte holen als jeweils Tottenham und Newcastle. Das sollte zu machen sein. Norwich darf kein Stolperstein sein. Allerdings lief der Offensivmotor von Arsenal in den letzten Wochen nicht mehr ganz so rund. Trotz bester Chancen nur ein 1:1 in Stoke und 0:0 gegen Chelsea. Dafür stimmt es defensiv. Arsenal hat in fünf der letzten acht Spiele keinen Gegentreffer kassiert. Norwich hat diese Saison überhaupt nur zweimal zu null gespielt. Während Arsenal seinen 13. Heimsieg der Saison feiern will, hat Norwich nur eines der letzten sechs Ligaspiele gewonnen, 2:1 bei Tottenham. In den letzten drei Spielen kassierten die Canaries elf Gegentreffer. Norwich wartet seit 20 Jahren auf einen Sieg bei Arsenal. Am ersten Wochenende der Premier League im August 1992 gewann Norwich in Highbury mit 4:2 nach 0:2-Rückstand. Bei Arsenal ein gewisser David Seaman im Tor, Ian Wright wurde bei Arsenal eingewechselt. Die Gunners am Samstag weiterhin ohne die verletzten Arteta, Walcott und Diaby (der Franzose wird auch nicht mit zur EM fahren). Nachdem Norwichs Topscorer Grant Holt letzte Woche nur auf der Bank saß, dürfte er im Emirates wieder von Beginn an auflaufen.

Newcastle United – Manchester City
Sonntag 14:15 Uhr, Sky Sport 1/HD 2 live, Kommentar: Markus Gaupp

Was eine schöne Ansetzung am frühen Sonntagnachmittag. Es ist die große Bewährungsprobe für Manchester City. Nach dem Sieg im Derby – der so herausfordernd gar nicht war angesichts der schwachen Leistung von Manchester United – kommt jetzt die eigentliche Meisterprüfung. Newcastle hatte Mitte Dezember die letzte Heimpleite kassiert, 2:3 gegen West Bromwich Albion. Die Magpies haben nur eines der letzten acht Spiele verloren. Mit Ausnahme der deutlichen Niederlage in Wigan (0:4 letztes Wochenende) hat Newcastle fantastische Leistungen in den letzten Wochen abgeliefert. War dann wohl nur die Ausnahme der Regel. Genug Selbstvertrauen nach dem Spiel in Wigan hat sich Newcastle durch das 2:0 bei Chelsea am Mittwochabend geholt. Und wenn Cissé weiter so trifft (13 Tore in den letzten 12 Spielen), dürfte es auch für die Defensive von Man City schwierig werden. Beide Teams sind in exzellenter Form, beide Mannschaften müssen gewinnen, um ihre Saisonziele zu festigen. Das kann ein richtig gutes Spiel werden. Und für Roberto Mancini hat sich nach dem Derby-Sieg ja auch gar nichts verändert. Er hält weiter United für den Favoriten auf den Titel. Vielleicht kennt Mancini einfach auch nur die Heimstärke von Newcastle. Die Magpies können wider Erwarten auf Cheick Tiote zurückgreifen. Der Ellenbogenschlag von Chelseas Mikel war wohl doch weniger schlimm. Danny Simpson ist fraglich, ebenso bei City Torwart Joe Hart mit einer Fußverletzung. Ansonsten gibt es keine Personalsorgen bei Man City.

Aston Villa – Tottenham Hotspur
Sonntag 15:00 Uhr

Die beste Nachricht für die Spurs kam eigentlich schon zu Beginn der Woche. Harry Redknapp wird nicht englischer Nationaltrainer. Die ganze Aufregung der letzten Wochen war umsonst. Und plötzlich findet Tottenham wieder in die Erfolgsspur zurück. 2:0 gegen Blackburn, 4:1 in Bollton. Plötzlich ist Tottenham nur noch einen Punkt von Platz 3 entfernt. Am Donnerstagmittag gaben die Spurs bekannt, dass eines der größten Nachwuchstalente im englischen Fußball, Kyle Walker, seinen Kontrakt an der White Hart Lane bis 2017 verlängert. Jetzt geht es für Tottenham im dritten Duell in Folge gegen einen Abstiegskandidaten. Gibt es auch den dritten Sieg in Folge? Aston Villa wartet seit dem 10. März (1:0 gegen Fulham) auf einen Sieg in der Premier League. Eine Negativspirale par excellance. Villa hat nur drei Punkte Vorsprung auf die Abstiegsplätze, aber dankenswerter Weise die beste Tordifferenz unter allen Kellerkindern. Vielleicht reicht schon ein Remis in den letzten zwei Spielen. Nach Tottenham wartet noch Norwich auf Aston Villa. James Collins, Fabien Delph und Chris Herd von Aston Villa haben das Nachtleben in Birmingham ein wenig länger ausgekostet als erlaubt und wurden vom Verein mit einer saftigen Geldstrafe belegt, sind für das Spiel am Sonntag aber nicht aus dem Kader gestrichen worden. Bei Villa kehrt außerdem Stephen Ireland nach überstandener Hüftverletzung zurück. Bei Tottenham hat Scott Parker seine Achillessehnenprobleme auskuriert und ist wieder fit. Kyle Walker kann trotz gebrochener Zehe auflaufen.

Bolton Wanderers – West Bromwich Albion
Sonntag 15:00 Uhr

Auch die großen Bilder und die vielen Emotionen konnten den Bolton Wanderers bei Spiel gegen die Tottenham Hotspur am Mittwochabend nicht helfen. Fabrice Muamba zeigte sich gut erholt vor dem Spiel den jubelnden Fans. Tottenham ging in Führung, Bolton hielt gut mit, kam zum verdienten Ausgleich und war der Führung dann näher als die Spurs. Als die Gäste aber zum 2:1 kamen, brachen bei Bolton alle Wände. Endstand 1:4. Das war nicht der erhoffte Befreiungsschlag. Dieser muss jetzt im Heimspiel gegen die Baggies erfolgen. Bolton hat die deutlich schlechtere Tordifferenz als Wigan und QPR. Ein Sieg ist Pflicht. Mit West Brom kommt aber eine Mannschaft ins Reebok Stadium, die zuletzt gut drauf war. West Brom hat nur eines der letzten fünf Spiele verloren. Mal sehen, ob es bei den Baggies einen Redknapp-Effekt gibt. Nachdem jetzt der englische Fußballverband Roy Hodgson als Trainer der Three Lions verpflichtet hat, dürfte es interessant zu beobachten sein, ob seine Spieler sich nochmal richtig für ihren Trainer ins Zeug legen oder eher enttäuscht über seinen Abgang sind und die Leistung verweigern.

Queens Park Rangers – Stoke City
Sonntag 15:00 Uhr

Zuhause ist es bekanntlich ja am schönsten. Sagen sich auch die Queens Park Rangers. Und liefern deswegen auswärts immer erschreckende Leistungen ab. Vor eigenem Publikum zeigt man hingegen, wozu man spielerisch und kämpferisch eigentlich in der Lage ist. Zum Glück gibt es für QPR jetzt das Heimspiel gegen Stoke. Und ein Sieg ist dringend nötig. QPR liegt punktgleich mit Bolton auf dem ersten Nichtabstiegsplatz, hat das um acht Treffer bessere Torverhältnis als die Bolton Wanderers. Die Hoops gewannen vier der letzten fünf Heimspiele, gegen Liverpool, Arsenal, Tottenham und Swansea. Was QPR noch entgegenkommen könnte, ist, dass Stoke nicht unbedingt das auswärtsstärkste Team der Liga ist. Die Potters haben zuletzt Anfang Januar in der Liga auswärts gewonnen, 2:1 in Blackburn. Von den letzten neun Spielen wurde nur eines gewonnen.

Außerdem spielen am Sonntagnachmittag um 15:00 Uhr

FC Fulham – AFC Sunderland; Wolverhampton Wanderers – FC Everton

Das sind zwei Partien, denen man eigentlich nicht mehr Beachtung schenken muss. Es sei denn, man ist interessiert, ob Everton weiter vor dem FC Liverpool bleibt. Fulham will die Blamage vom letzten Wochenende gegen Everton vergessen machen.

Manchester United – Swansea City
Sonntag 16:45 Uhr, Sky Sport 1/HD 2 live, Kommentar: Marcel Meinert

Wenn man sich nicht eine einzige brauchbare Torchance erarbeitet, wird das mit dem Gewinnen eher schwierig. Das durfte auch Manchester United bei der Niederlage gegen City feststellen. Die Red Devils sind vom Jäger zum Gejagten geworden und müssen auf das Ergebnis aus Newcastle bei der Pflichtaufgabe gegen Swansea reagieren. Wobei auch der FC Everton für die Ansprüche von Man Utd schon eine solche war, der Ausgang vom letzten Wochenende dürfte bekannt sein. Für Swansea City geht es um nichts mehr. War ja beim FC Everton ähnlich. Interessant dürfte sein, ob Sir Alex Ferguson personelle Konsequenzen aus der Niederlage am Montag zieht. Der Trainer von Man Utd war mit seinem verbalen Schlagabtausch gegenüber Roberto Mancini noch der Aktivposten bei den Gästen. Auf alle Fälle wird United Danny Welbeck fehlen, Evans ist fraglich. Anders Lindegaard steht erstmals seit Januar wieder im Kader. Bei Swansea ist Alan Tate wieder im Mannschaftstraining, ein Einsatz könnte aber zu früh kommen. Angel Rangel ist mit Oberschenkelproblemen fraglich.

Blackburn Rovers – Wigan Athletic
Montag 20:55 Uhr, Sky Sport 1/HD 1 live, Kommentar: Sven Schröter

Zum Abschluss des Spieltags gibt es noch einmal ein echtes Kellerduell. Für die Blackburn Rovers ist es die vielleicht allerletzte Chance auf den Klassenerhalt. Wigan könnte bei einer Niederlage von Bolton mit einem Remis im Ewood Park den Klassenerhalt sichern. Die Voraussetzungen, mit der beide Teams in diese Partie gehen, könnten unterschiedlicher nicht sein. Die Latics gewannen drei der letzten vier Spiele (nur drei der letzten 13 Partien seit Anfang Februar verloren), am letzten Wochenende ein beeindruckendes 4:0 gegen Newcastle, wohl gemerkt in der ersten Halbzeit erzielt. Nicht ohne Grund wurde Roberto Martinez zum Trainer des Monats April gewählt. Die Rovers gewannen nur eines der letzten sieben Spiele. Weiterhin macht Blackburn die Schlagzeilen eher neben dem Platz. Vor dem letzten Heimspiel gegen Norwich gab es wieder umfangreiche Protestmärsche der Fans. Angeblich sollen einige Fans aufs Trainingsgeländer gedrungen sein, um Trainer Steve Kean zu einer Aussprache zu zwingen. Diese Berichte wurden vom Verein aber dementiert. Blackburn ist eine Traditionsmannschaft. Gründungsmitglied der Premier League 1992, englischer Meister 1995. Es war der letzte große Triumpf – sieht man mal von einem Aufstieg in die Premier League ab. Das könnte schon bald wieder das Saisonziel sein. Bei den Rovers kehrt Martin Olsson nach dreiwöchiger Verletzungspause wieder zurück. Wigan ohne große Personalprobleme. Franco Di Santo ist wieder fit. Martinez wird also wohl mit derselben erfolgreichen Elf der vergangenen Wochen spielen.

Have a super weekend!

Zitat des Tages: Mittwoch, 2. Mai 2012 – Towards the political mainstream

Ms Le Pen’s eyes are not really on Sunday’s presidential vote, but on the parliamentary elections in June, and beyond. She has done many things to try to drag the xenophobic party of her father, Jean-Marie, towards the political mainstream: she has shed neo-Nazi and anti-Semitic relics; given the party a fresher, female face; and broadened the list of things it hates, to include not only immigration but globalisation, the euro, Brussels, austerity, free trade, the European Central Bank and more. “On May 6th, it is not a president of the republic who will be elected,” she thundered at her rally today, “but a simple employee of the European Central Bank!” Perhaps the most important change Ms Le Pen has made is to her party’s raison d’être. Where the father wanted simply to rail against everybody else, the daughter wants power.

Hervorragender Einblick in die strategischen Überlegungen von Marine Le Pen, nicht nur für die Stichwahl am Sonntag, sondern insgesamt für die Positionierung der National Front im politischen Alltag Frankreichs.

The Economist: Marine makes her choice

Aus dem sehr lesenswerten Blog des Economist zur Frankreich-Wahl: Elysée