Meine Premier League Saison 2011/2012

Die letzten Entscheidungen der Premier League Saison 2011/2012 sind also heute Abend eingetütet worden. Was für eine Konferenz, was für ein letzter Spieltag. Arsenal per Stream und die Konferenz auf Sky. Nassgeschwitzt. Völlig fertig. Brauchte es noch eines Beweises, warum die Premier League global eine solche Ausstrahlungskraft und Attraktivität hat, man nehme diesen letzten Spieltag als Beweis. City wird also Meister. Arsenal erreicht die Champions League. Tottenham je nach CL-Finale Quali oder Europa League, wo auch Newcastle beteiligt sein wird. Die Bolton Wanderers steigen ab, QPR hatte sich trotz der Niederlage gerettet. Der FC Reading und Southampton steigen in die Premier League auf. Blackpool oder West Ham? Am 19. Mai entscheidet sich, wer noch in die Premier League darf.

Und hier das 3:2 von City gegen QPR in der Sky-Konferenz. Gänsehaut.

An dieser Stelle also mein kleiner persönlicher Rückblick auf die vergangene Premier League Saison. Die neue Premier League Saison startet am Samstag, 18. August. Wenn alles klappt, werde ich an dem Wochenende in London sein und von vor Ort berichten. Schauen wir mal.

Mannschaft der Saison: Newcastle United
Zum ersten Mal seit 2004 spielen die Magpies wieder im Europapokal, auch wenn es diese Saison nicht für die Champions League gereicht hat. Und das ist eigentlich schon Grund genug, Newcastle United als Mannschaft der Saison auszuzeichnen. Mit Cissé, Demba Ba und Hartem Ben Arfa hat Newcastle ein Offensivtrio, auf das viele Vereine neidisch sind. Trainer Alan Pardew hat nach dem Abgang von Andy Carroll häufiger betont, dass Newcastle die hohe Ablöse für neue Spieler investieren muss. Besitzer Mike Ashley hat sich lange dagegen gesträubt, dann aber endlich wichtige Puzzleteile für Newcastles Erfolg geholt. Dazu gehört in erster Linie natürlich Cissé, aber auch Linksverteidiger Davide Santon und Mittelfeldspieler Yohan Cabaye. Die ersten 11 Spiele der Saison hatte Newcastle nicht verloren. Und diese Form konnten die Magpies die gesamte Saison halten.

Spieler der Saison: Robin van Persie, FC Arsenal
Ich mag bei dieser Kategorie ein wenig die Fanbrille aufhaben, aber eigentlich führt an Robin van Persie als Spieler der Saison kein Weg vorbei. Zum ersten Mal kommt der Niederländer verletzungsfrei durch eine Saison. Und er darf zeigen, welch großartiger Stürmer er ist. 30 Saisontore in der Liga, eines schöner als das andere. Hattrick beim FC Chelsea, Doppelpack bei der Aufholjagd gegen die Spurs. Siegtreffer in der Nachspielzeit beim FC Liverpool. Siegtreffer per Volley im Heimspiel gegen Everton. Van Persie ist erst der zweite Spieler, der in einer Saison gegen 17 verschiedene Gegner getroffen hat. Der Niederländer hat noch ein Jahr Vertrag beim FC Arsenal. Nach der Saison gibt es Gespräche mit Wenger und Ivan Gazidis. Eigentlich müsste Arsenal van Persie ein weißes Papier mit einer Linie hinhalten, wo van Persie seine Wunschgehaltsvorstellung eintragen darf. Und Arsenal macht einfach nur den Haken.

Trainer der Saison: Brendan Rodgers, Swansea City
Mit dem kleinsten Etat der Liga als Aufsteiger souverän den Klassenerhalt geschafft – und dabei auch noch teilweise richtig schönen Offensivfußball gespielt. Beispielhaft der 3:2-Sieg vor eigenem Publikum gegen den FC Arsenal, als die Gunners mit eigenen Waffen geschlagen wurden und die Swans über 60 Prozent Ballbesitz hatten. Brendan Rodgers hat eine homogene Truppe geformt. Natürlich weckt das Begehrlichkeiten bei anderen Vereinen, aber Rodgers, der während der Saison den Schicksalsschlag vom Tod seines Vaters hinnehmen musste, hat sich mit einer Vertragsverlängerung für Swansea entschieden. Es sieht gut aus, dass Rodgers auch in der nächsten Saison an der Linie bei Swansea steht. Und damit hat er dann die nächste Herausforderung vor sich: Das erste Jahr nach dem Aufstieg gilt als die einfacherere Saison. Schwierig wird das zweite Jahr in der Premier League, gerade nach so viel Erfolg zu Beginn. Hull City kann ein Lied davon singen.

Überraschung der Saison: FC Everton
Es ist ja jedes Jahr dasselbe im Sommer beim FC Everton. Es ist kein Geld für neue Spieler da. Der Besitzer Bill Kenwright würde gerne den Verein kaufen, findet aber keinen Investor. Der Goodison Park bräuchte dringend mal wieder eine Modernisierung. Aber es ist ja kein Geld da. Regelmäßig wird dann Everton in die Abstiegsregionen prognostiziert. Und seit Jahren strafen sie allen Prognosen Lügen. Denn jedes Mal spielen sie trotz kleinem Kader und den üblichen vielen Verletzten eine großartige Saison. Diesmal hat es so gar gereicht den Lokalrivalen FC Liverpool in der Tabelle hinter sich zu lassen, erst zum dritten Mal überhaupt in der Geschichte der Premier League. Trainer David Moyes, der großen Anteil an der Kontinuität der Toffees hat, hat schon mal durchblicken lassen, dass der Verein im Sommer Spieler verkaufen müsse. Und das Theater geht dann wieder von vorne los.

Enttäuschung der Saison: FC Liverpool
Am Wochenende berichteten verschiedene Zeitungen vom Abgang von Trainer Dalglish nach dieser Saison. Das war erwartet worden. Zwar gewannen die Reds den Carling Cup und standen im Finale des FA-Cup. Aber mehr war das auch nicht. Für die Ansprüche des Vereins, das Selbstverständnis der Fans und die Historie des FC Liverpools war das eine miserable Saison in der Liga. Spieler, wie Charlie Adam, Dirk Kuyt oder auch Andy Carroll, spielten weit unter ihren Möglichkeiten. Neuzugänge wie Stewart Downing konnten die großen Hoffnungen und Erwartungen nicht erfüllen. Der einzige Spieler mit Normalform, Luis Suarez, brachte sich mit Undiszipliniertheiten aus der Schusslinie. Denn er spielte sechs Wochen einfach nicht mit. Nennt sich dann Bärendienst. Liverpool gewann nur sechs Heimspiele in dieser Saison, lediglich Absteiger Wolverhampton, Bolton, Wigan und Aston Villa, haben seltener vor eigenem Publikum gefeiert. Das hat die altehrwürdige Anfield Road nicht verdient.

Spiel der Saison: FC Chelsea – FC Arsenal 3:5, 29.10.2011
Es war ein Spiel, das fast alles beinhaltete. Starke Offensivaktionen und eklatante Defensivschwächen. Arsenal lag 0:1 und 1:2 zurück, führte 3:2, kassierte kurz vor Schluss den Ausgleich um dann 5:3 an der Stamford Bridge zu gewinnen. In der Retrospektive war es ein Fußballmatch, das den Weg beider Teams mit all seinen Komponenten für den weiteren Saisonverlauf ebnete. Arsenal hatte sich nach schwachem Saisonstart gefangen und startete die ein oder andere Siegesserie. Getragen von einem überragenden Robin van Persie. Chelsea tat sich die gesamte Saison schwerer, gerade auch vor eigenem Publikum. Die Festung Stamford Bridge wurde gelegentlich zum Selbstbedienungsladen. Insbesondere defensiv zeigten die Blues nicht bekannte Abstimmungsprobleme. Und wenn es nur der ein oder andere Ausrutscher war. John Terry, I’m looking at you.

Tor der Saison: Peter Crouch, Stoke-Man City 1:1
Es gab viele schöne Tore in dieser Saison. Van Persies Volley gegen Everton, Cissés Wundertor gegen Chelsea oder auch der Seitfaltzieher von Sebastian Coates bei Liverpools Auftritt an der Loftus Road. Aber für mich das schönste war der Volleytreffer von Peter Crouch gegen Manchester City. Dem eher ungelenk wirkenden Crouch traut man solche Bewegungen eigentlich gar nicht zu. Aber er kann sie, das hat er schon mehrfach demonstriert. Perfekte Ballannahme, schnell wendige Drehung und dann der präzise Schuss, unhaltbar für Jo Hart. “Ich übe natürlich diese Technik, aber das klappt so natürlich nicht immer.” Peter Crouch gewohnt bescheiden.

Beste Verpflichtung der Saison: Papiss Demba Cissé, Newcastle United
Traumtor, Wundertor, Welttor. All diese Bezeichnungen hat Cissé für seine Treffer in den letzten Wochen bekommen. Ob der Geniestreich mit dem Lupfer bei Swansea City oder den beiden Treffern vor kurzem beim FC Chelsea. Selten hat ein ausländischer Spieler sich so schnell in der Premier League zurechtgefunden. Da haben die Magpies ein echtes Schnäppchen geschlagen. Gerade mal 10 Millionen Pfund soll Cissé gekostet haben. 13 Tore in 13 Spielen in der Rückrunde – und das nach dem Afrika-Cup im Winter. Respekt.

Schlechteste Verpflichtung der Saison: Stewart Downing, FC Liverpool
Natürlich muss man bei solchen Urteilen immer vorsichtig sein. Woran macht man einen schlechten, oder sogar den schlechtesten Neuzugang der Saison aus? Nicht erfüllte Erwartungen sind es wohl primär. Und das träfe dann bei Stewart Downing durchaus zu. Rund 18 Millionen Pfund Ablöse hat Liverpool an Aston Villa überwiesen. Downing blieb ohne Saisontreffer. Dabei darf aber nicht übersehen werden, dass Downing nicht ein Torjäger im klassischen Sinne ist. In seinen zwei Jahren bei Aston Villa erzielte er in 63 Spielen gerade mal neun Tore. Was viel schlimmer wirkt, sind lediglich die zwei Torvorlagen für Downing in dieser Saison bei den Reds. Und da haben sich die Reds deutlich mehr vorgestellt. Stewart Downing steht so ein bisschen stellvertretend für die Saison der Reds. Noch hat Downing drei Jahre Zeit die Fans an der Anfield Road zu überzeugen. Sehr viel schlechter kann es ja auch nicht mehr werden.

Schönster Moment der Saison: Fabrice Muamba winkt zu den Fans
Es waren die vielleicht emotionalsten Momente in dieser Premier League Saison. Am 17. März erleidet der 24-jährige Engländer einen Herzinfarkt im Viertelfinalspiel des FA-Cup bei den Tottenham Hotspur. Muamba wurde nach langer Behandlungspause und Reanimationsversuchen auf dem Platz in eine Londoner Herzklinik gebracht. 78 Minuten lang schlug sein Herz nicht. Sein Zustand besserte sich in den nächsten Tagen. Er erkannte seine Familie, konnte sich ein wenig bewegen und wieder sprechen. Am 16. April konnte er das Krankenhaus verlassen. Und was sich eigentlich keiner vorstellen konnte. Am 2. Mai stand Muamba im Reebok Stadium unter Tränen auf dem Platz, winkte zu den Fans und bedankte sich für die Unterstützung. Die BBC hat die Emotionen in einem 2-minütigen Video festgehalten.

Peinlichster Moment der Saison: Ashley Young und seine Schwalben
8. April, Sonntagnachmittag im Old Trafford. United hat die Queens Park Rangers zu Gast. Am Ende gibt es ein 2:0, doch der Sieg bringt hitzige Diskussionen hervor. Shaun Derry von QPR wird nach einer Viertelstunde mit glatt Rot vom Platz gestellt. Notbremse gegen Ashley Young. Doch Young stand zuvor im Abseits und fabriziert eine klare Schwalbe. Tiefer kann man eigentlich als Spieler nicht fallen. Und die FA setzt noch die Krone drauf, dass sie die Sperre gegen Derry nicht zurücknimmt. Eine Woche später hat United im Old Trafford Aston Villa zu Gast. Das Spiel endet deutlich mit 4:0, aber wieder steht Ashley Young im Mittelpunkt. Er holt wieder mit einer Schwalbe einen Elfmeter heraus, diesmal gegen Ciaran Clark, der Young wenn überhaupt minimal berührt und klar zurückzieht. Der Referee fällt wieder auf Ashley Young ein. Young muss nach dem Spiel zum Einzelgespräch mit Sir Alex. Ich für meinen Teil will Young eigentlich auf keinem Fußballplatz mehr sehen.

Überschätzt: Roger Johnson, Wolverhampton Wanderers
Es gibt viele Gründe, warum die Wolves abgestiegen sind. Das ganz offensichtliche: die schwachen sportlichen Leistungen. Der Trainerwechsel von Mick McCarthy zu Terry Connor hatte überhaupt keinen Effekt. Am Trainer lag es auch nicht. Vielleicht hat man McCarthy mit seinem Rauswurf sogar noch einen Gefallen getan. Muss man sich einen Spieler raussuchen, der stellvertretend für den sportlichen Abstieg der Wolverhampton Wanderers steht, dann ist das wohl Roger Johnson, der vor der Saison für 10 Millionen Euro von Absteiger Birmingham City kam. McCarthy machte den erfahrenen Spieler zum Kapitän der Mannschaft. Nach dem 0:5 gegen Fulham kam Johnson betrunken zum Training. Vorbildfunktion und so. Jetzt steigt Johnson zum zweiten Mal hintereinander ab.

Unterschätzt: Brad Friedel, Tottenham Hotspur
Der US-Boy wird in wenigen Tagen 42 Jahre alt und ist damit der derzeit älteste Spieler in der Premier League. Doch Alter schützt nicht vor weiterhin großen Leistungen. Und die hat Friedel weiterhin erbracht im Tor der Spurs. Ich kann mich an einige sensationelle Saves erinnern, zum Beispiel im London Derby gegen Arsenal oder Anfang April gegen Swansea City. Friedels Vertrag bei den Spurs läuft aus. Er hat selbst gesagt, dass er nicht mehr als Nummer 1 spielen möchte. Irgendwann ist die Altersgrenze dann mal erreicht. Wobei er sicherlich noch ein weiteres Jahr auf Top-Niveau spielen könnte.

Comeback der Saison: Wigan Athletic
Mitte Januar standen die Latics noch abgeschlagen auf dem letzten Tabellenplatz. Das ist dann normalerweise die Phase, in denen Vereinsbesitzer den Trainer hinterfragen. Nicht aber der Chairman von Wigan Athletic. Dave Whelan hat immer an Trainer Roberto Martinez festgehalten. Er könne nur von sich aus zurücktreten, Martinez habe so große Verdienste für diesen Verein erbracht. Dann schmeiße ich ihn nicht raus, wenn es mal nicht so gut laufe. Martinez hatte zwar mal über den Rücktritt nachgedacht, wollte sich aber beweisen und war überzeugt von seinem Team. Mit dem vielleicht schwierigsten Restprogramm in den letzten Saisonwochen trauten die wenigsten Experten den Klassenerhalt zu. Doch Wigan überraschte alle. Heimsiege gegen Manchester United und Newcastle, Auswärtssiege bei Arsenal und Liverpool. Vorzeitiger Klassenerhalt. Sechs Siege aus den letzten acht Spielen. Was ein Comeback.

Besondere Auszeichung für: Paul Scholes
Anfang Januar kam der Anruf von Sir Alex Ferguson. Wegen der vielen Verletzten und dem dichten Spielplan im Dezember und Januar brauchte Ferguson erfahrene Spieler. Scholes, der seine Karriere im letzten Sommer beendet hatte, zögerte nicht lange. Zu Überraschung seiner Mitspieler, die völlig baff waren, als sich Scholes in der Umkleidekabine wiederfand und Trainingssachen anzog. Sein Comeback feierte er ausgerechnet im Derby gegen Man City, 3:2-Sieg im FA-Cup. Im nächsten Spiel in der Liga schoss er gleich sein erstes Tor. Scholes hat damit seit der Saison 1994/1995 in jeder Spielzeit für Manchester United mindestens ein Tor geschossen. Legende.

Das ging viel zu langsam: Fernando Torres, FC Chelsea
Der Spanier war ein gern genommenes Beispiel für das Scheitern der Transferpolitik des FC Chelsea und den vielen Millionen, die nicht den gewünschten Erfolg brachten. Am 18. September schoss Torres erst sein zweites Tor für Chelsea beim 1:3 im Old Trafford. Dann flog er gegen Swansea City nach Torerfolg vom Platz und brauchte 24 weitere Pflichtspiele um mal wieder zu netzen. Da sind 50 Millionen Pfund nicht so prächtig investiert worden. Am 31. März traf Torres beim 4:2 im Villa Park – zum ersten in der Premier League seit dem 24. September. Es folgte ein Hattrick gegen die Queens Park Rangers und das wichtige Tor im CL-Rückspiel in Barcelona. Allmählich kommt Torres in Fahrt – wenngleich er in den wichtigen und großen Duellen in der Liga weiterhin ein Schatten seiner selbst ist. Es wurde ja immer wieder mal überlegt, Torres nach Spanien auszuleihen. Nimmt man jetzt nur mal das CL-Spiel gegen Barcelona, darf man sagen: Zum Glück hat das Chelsea nicht gemacht. Und jede Situation kann sich Chelsea schön reden.

Das ging viel zu schnell: No more chicken at Blackburn Rovers
Die Blackburn Rovers sind völlig verdient abgestiegen. Es ist ein Chaos-Klub geworden. Fans protestieren gegen den Trainer, der keinen Bock hat sich mit den Fanvertretern auszusprechen. Die Spieler sind unzufrieden. Und mittendrin eine indische Unternehmerfamilie, die den Verein vor zwei Jahren gekauft hat – und damit völlig überfordert scheint. Kein Konzept, keine Strategie. Wenig finanzielle Investitionen. Warum hat Venky’s nicht weiter Geflügel produziert und kümmert sich jetzt nebenbei um einen Traditionsverein der Liga? Sie können es ja schlicht nicht. Aber die Versuchung der Rovers nach Geld und einem Investor war einfach zu groß. Jetzt gibt es die Quittung. Aber immerhin sind die Fans noch so kreativ und schicken Hühner auf das Spielfeld.

Das war schon richtig gut: Gylfi Sigurðsson, Swansea City
Noch so ein Spieler, der in seinen ersten Wochen in der Premier League positiv auffiel. Der Isländer wurde im Winter von 1899 Hoffenheim zu Swansea City ausgeliehen und erzielte in 17 Spielen sieben Treffer und bereitete so wichtige Treffer wie das 3:2-Siegtor gegen Arsenal mustergültig vor. Sigurðsson hat also maßgeblichen Anteil am frühzeitigen Klassenerhalt der Swans und wurde zum Spieler des Monats März in der Premier League gewählt. Und die Feststellung, dass Qualität nicht immer Geld kosten muss, wurde ein weiteres Mal eindrucksvoll bestätigt.

Das muss geklärt werden: Strafenkatalog und die FA
Mario Balotelli durchtritt fast das Bein von Alex Song und wird für dieses schlimme Foul von der FA nachträglich nicht gesperrt. Shaun Derry von QPR bleibt nach der Schwalbe von Ashley Young gesperrt. Die FA ist ein sehr mächtiger Verband – aber diese Saison waren viele Entscheidungen nicht nachvollziehbar. Es darf bei solchen Entscheidungen keine Zwei-Klassen-Gesellschaft geben. Aber so scheint es. Überhaupt hat sich die FA diese Saison keine großen Freunde mit der Premier League gemacht. Die Diskussion über den Nachfolger von Fabio Capello, parallele Ansetzungen des Pokals mit der Liga. Eine Nummer weniger einflussreich wäre nicht schlecht. Oder wenn schon so einflussreich – dann mit transparenten, nachvollziehbaren und stringenten Entscheidungen.

Was ich mir für die neue Saison wünsche:
Viele Tore von Podolski bei Arsenal. Die Wiederauferstehung des FC Liverpool. Ein Fünfkampf um die englische Meisterschaft. Roberto Martinez weiterhin bei Wigan Athletic. Weniger Fensterkurbeln von Harry Redknapp. Keine weiteren Schwalben von Ashley Young. Niklas Bendtner zeigt in 38 Spielen endlich mal, dass er ja angeblich der beste Stürmer der Welt ist. Everton bekommt endlich einen Investor. Fulham darf auch wieder mal ein London-Derby verlieren. Klassenerhalt vom FC Southampton. Alex Oxlade-Chamberlain spielt sich endgültig in die Herzen der Arsenal-Fans. Torres trifft noch seltener. Roberto Mancini wird auf einen Rotwein bei Sir Alex eingeladen. Noch mehr Katen und Hühner auf dem Spielfeld und dann zwei Minuten später bei Twitter. Wolff Fuss kommentiert auf Sky Arsenal gegen Manchester United und zerstört beim Torschrei meine Lautsprecher. Und ansonsten fester PL-Kommentatorenstamm mit Hagemann, Renner, Meinert, Gaupp und Born.

Ein vorletztes Wort:
“Of course you feel humiliated when you concede eight goals. It was a terrible day [...] I try to make the right decisions and the two players we sold [Fabregas and Nasri], I brought them to the club. In 15 years I have brought some good players. You know me, so you should give me some more time to see if I have got it completely wrong.” Arsenal-Trainer Arsene Wenger nach der 2:8-Niederlage seines Teams bei Manchester United am 28. August 2011.

Ein letztes Wort
“I’m shattered, I can’t believe it. It was an incredible disappointment, but we will react, no question about that. It’s a perfect result for us to react to because there is a lot of embarrassment in the dressing room — and quite rightly so — and that will make an impact. You have to recover. The history of Manchester United is ‘another day’ and we will recover.” Sir Alex Ferguson nach der 1:6-Derbyniederlage gegen Man City, 23. Oktober 2011.

Ein allerletztes Wort:
“Why always me?” – Botschaft und Frage auf dem T-Shirt von Mario Balotelli

Das war es also für die Premier League Saison 2011/2012. Hat wieder sehr viel Spaß gemacht. Auf ein neues im August an dieser Stelle.

Ein Gedanke zu “Meine Premier League Saison 2011/2012

  1. Wieder eine tolle Saison zu Ende und dazu mit einem unglaublichen Finale! Wahnsinn diese Liga!

    Deinen ersten 3 Einschätzungen und einigen anderen kann ich nur zustimmen! Überraschung der Saison sind für mich Newcastle & Swansea! Brendan Rogers lässt einen tollen Fussball in Wales spielen!

    Mein Tore der Saison sind das Doppelpack von Cisse gegen Chelsea. 2 wunderschöne Tore in einem Spiel zeigen die absolute Klasse von Cisse!

    Zu Newcastle noch ein Link zu einem guten Artikel beim Guardian:

    http://www.guardian.co.uk/football/david-conn-inside-sport-blog/2012/may/01/newcastle-united-cockney-mafia-order

    Liverpool sicherlich die absolute Enttäuschung der Saison, während der schlechteste Transfer für mich an Aston Villa und Charles N’Zogbia geht. Über die Saison gesehen war Aguero der Einkauf der Saison. Qualität pur der Mann!

    Mancini kann zum Glück über seinen eigenen Schatten springen und ist auch dank Tevez nochmal ins Meisterschaftsrennen eingestiegen. Spieler wie J. Barton braucht die Liga hingegen nicht! Das 1 – 6 von Man Utd v Man City und das 8 – 2 von Man Utd v Arsenal waren sicherlich mit die Spiele der Saison!

    Jetzt fehlt nur noch der UCL Triumph für Chelsea! =)

    Danke für Deine Blogeinträge!

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