Arsene Wenger ist auf dem Transfermarkt ein ziemlich berechenbarer Mann. Denn so berechenbar, dass er unberechenbar ist. Das zeigt sich derzeit wieder mal eindrucksvoll in der Causa Robin van Persie. Die ganze Woche über spekulierten englische Sportjournalisten über die Aussage von Wenger, die er gestern vor Abreise nach Asien gegeben hat. Und die schreibende Zunft war sich überraschend einig. Da es Angebote und Interesse von Juventus Turin, Manchester United und auch Manchester City gebe, wird es ein klares Zeichen von Wenger geben: Ja, wir lassen van Persie ziehen, wenn der Preis stimmt. Angeblich will der FC Arsenal weiter 30 Millionen Pfund Ablöse generieren. Sir Alex ist angeblich bereit nur 15 Mio Pfund auf den Tisch zu legen. Das wäre ja ein vernünftiger Weg für Arsenal. Viel Geld für van Persie bekommen – und das dann klug und nachhaltig investieren. Und wenn sich alle im Umfeld des FC Arsenal einig sind über Wengers Reaktion, gibt es nur eine Regel – die Reaktion fällt anders aus. Statt offensiv nach außen zu vertreten, dass van Persie verkauft wird bei einem guten Angebot, stellt sich Wenger vor die Mikrofone von Arsenal TV und kommt mit der defensiven Aussage publik, dass sein großes Ziel und der Wunsch sei, van Persie beim FC Arsenal zu halten. “Für mich ist van Persie einer der besten Stürmer der Welt, wenn nicht der beste, und mein Wunsch ist es, ihn bei uns zu halten”. Aber er entscheide natürlich danach, was am besten für den Klub sei. Und da sieht Wenger offensichtlich einen Verbleib von van Persie bis zum Ende seines Vertrags. Faktisch ist ein Weggang von van Persie unumgänglich. Dass Arsenal überhaupt wieder in einer so misslichen Lage ist – siehe auch die Verhandlungen von Theo Walcott – mag schon schlimm genug sein. Jetzt sollte die Situation nicht weiter verkompliziert werden. Es bringt wenig, van Persie nicht zu verkaufen. Wengers Taktik ähnelt sehr stark an vergangene Saison mit Nasri und Fabregas. Sie ist nicht aufgegangen, sie wird es diesmal auch nicht. Van Persie wird sicherlich keinen neuen Vertrag unterzeichnen. Warum also so defensiv und zurückhaltend? Das lang gezogene Kaugummi mit Verhandlungen bis Ende August hat letzte Saison schon an Arsenals Füßen geklebt. Das brauche ich noch nicht mal. Und die meisten Fans der Gunners haben sich sowieso schon mit einem Weggang von van Persie arrangiert.
Bei der Asien-Tour ist van Persie schon nicht mehr dabei. Offiziell aus Fitnessgründen, was Sinn macht, da die anderen EM-Fahrer auch nicht dabei sind. Da passen bei Arsenal trotzdem derzeit viele Puzzleteile nicht zusammen. Warum Wengers Bekenntnis van Persie halten zu wollen, wenn er nicht zu halten ist? Und dann die 30 Millionen Pfund Ablöse. Die wird kein Verein für RVP aufbringen, das scheint unwahrscheinlich. Warum also wieder so viel Show statt schnell für Klarheit zu sorgen? Damit Ruhe im Verein ist. Hoffentlich klärt sich das möglichst bald nach der Asien-Reise.
Aber es ist gibt auch positive Nachrichten auf dem Spielermarkt für den FC Arsenal. Laurent Koscielny hat seinen Vertrag bis 2017 verlängert. Offiziell soll die Vertragsverlängerung aber erst in den nächsten Tagen werden. Mehrere Zeitungen berichteten aber am Wochenende von einem positiven Abschluss. Koscielny hatte nach Ende der Saison ebenfalls davon gesprochen, dass eine Verlängerung nur Formsache sei.
Der Daily Mirror brachte am Wochenende zwei weitere Spieler auf den Transfermarkt, um die sich Arsenal angeblich bemüht. Arsenal soll ein Angebot für Santi Cazorla aus Malaga abgegeben haben, der auch von den Tottenham Hotspur umworben wird. Carzola würde nur zwischen 10 und 15 Millionen Pfund Ablöse kosten. Cazorla wäre ein erstes deutliches Zeichen für eine ausbleibende Vertragsverlängerung von Theo Walcott. Als möglichen Ersatz von Robin van Persie soll Fernando Llorente von Athletic Bilbao auf dem Wunschzettel von Wenger stehen.
Aber Wenger hat viele Wünsche.
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Die Tottenham Hotspur haben Luka Modric mit einer Geldstrafe von 80.000 Pfund belegt. Modric hatte sich geweigert am Training teilzunehmen, will einen Wechsel zu Real Madrid erzwingen. Die Spurs wollen ihren Superstar aber nicht ziehen lassen, wenn überhaupt für rund 40 Millionen Pfund. Das Angebot von Real Madrid soll deutlich niedriger gelegen haben. Modric ist erstmal mit dem Team in die USA nach Los Angeles geflogen.
Swansea City hat die Verpflichtung von Michu vom spanischen Erstligisten Rayo Vallecano für drei Jahre verpflichtet. Es ist nach Chico Flores und Mittelfeldspieler de Guzman die dritte Neuverpflichtung vom neuen Swans-Trainer Michael Laudrup, der in die Fußstapfen von Brendan Rodgers getreten ist. Michu hat am Donnerstag den Medizincheck bestanden und ist am Samstag zum Team gestoßen. Michu hatte in der vergangenen Saison 15 Tore erzielt. Er soll in erster Linie Gylfi Sigurdsson ersetzen. In Swansea verspricht man sich sehr viel von Michu.
Ein anderer Spieler könnte bald Wales verlassen. Offiziell – das haben die Swans am Wochenende bestätigt – gebe es noch keine Angebote für Mittelfeldspieler Joe Allen, der sich derzeit mit dem britischen Fußballteam auf die Olympischen Spiele vorbereitet. Der FC Liverpool mit dem ehemaligen Swans-Trainer Rodgers habe zumindest Interesse an Allen verlautbaren lassen. Unklar ist aber noch, ob Allen City verlassen will. Das soll sich erst nach den Olympischen Spielen klären. Swansea werde ihm keine Steine in den Weg legen.
Die Queens Park Rangers wollen nicht nur neben dem Platz für Neuordnung sorgen. Das schwache sportliche Abschneiden mit dem Klassenerhalt erst am letzten Spieltag soll auch in den internen Strukturen des Vereins Konsequenzen haben. Das ist jetzt geschehen. Trainer Mark Hughes hat mit Glyn Hodges einen langen Verbündeten aus Zeiten in Blackburn, bei Manchester City und in Fulham in sein Trainerteam geholt. Hodges soll sich in erster Linie auch um den Nachwuchsbereich kümmern.
David Moyes, Trainer vom FC Everton, hat seinen Wunsch geäußert, Steven Pienaar von den Tottenham Hotspur dauerhaft an seinen Verein zu binden. Pienaar verließ im Winter 2011 die Toffees. Aufgrund vieler Verletzungen konnte er sich an der White Hart Lane nie durchsetzen und war in der vergangenen Rückserie wieder an Everton ausgeliehen. Moyes will Pienaar einen mehrjährigen Vertrag geben. Die Spurs wollen aber angeblich rund fünf Millionen Pfund Ablöse. Für den finanziell klammen Verein von der Merseyside sollte das aber trotzdem zu bezahlen sein.
Manchester United muss circa 10 Wochen auf Verteidiger Chris Smalling verzichten. Smalling hatte sich den Mittelfußknochen gebrochen und wird auf alle Fälle den Saisonstart verpassen. Rückkehr derzeit ist frühstens Ende September geplant.
Testspielergebnisse:
FC Toronto – FC Liverpool 1:1
Ajax Cape Town – Manchester United 1:1
Chicago Fire – Aston Villa 0:1
1. FC Kaiserslautern – FC Fulham 2:2
Motherwall – FC Everton 1:1
Newcastle United – Fenerbahce Istanbul 1:1





