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Nach Brüssel (I): Einleitende Bemerkungen und erste Eindrücke

Donnerstag, 4. März 2010 15:16

Ich bin wieder zurück aus Brüssel und hatte drei interessante und durchaus spannende Tage in der “Hauptstadt” Europas. Ich habe es noch nicht geschafft meine ganzen Notizen noch einmal im Detail durchzugehen – sind knapp 20 Seiten DIN-A5-Format geworden – von daher zunächst hier erstmal ein paar einleitende Bemerkungen und Eindrücke. Ich werde dann die Tage noch ausführlicher in wahrscheinlich drei Berichten auf die Exkursion in Brüssel eingehen. Thematisch soll es dann einmal um Lobbying auf EU-Ebene gehen, ich schaue auf die politische Agenda der Europäischen Union in den nächsten Jahren (Stichworte Post-Lissabon-Strategie und Europa 2020) und werde dann noch einmal separat auf die Medienpolitik der EU samt Internet-Strategie und Web 2.0-Aktivitäten der EU-Parlamentarier blicken. Habe leider nicht zu all meinen Fragen wirklich konkrete Antworten bekommen, ganz brauchbare Hinweise gab es zur digitalen Agenda der EU und auch zu medienpolitischen Streitfragen, für das Thema europaweiter Erwerb von Sportrechten durch Medienunternehmen, zum Beispiel NewsCorp, blieb leider keine Zeit mehr. Na ja, man kann nicht alles haben.

Wie gesagt, ich war von Montagvormittag bis Mittwochabend in Brüssel, Hauptstadt Belgiens, aber vielmehr inoffizielle Hauptstadt von Europa. Eine Stadt, die in den letzten Jahren mehr denn je geprägt wurde von den Insitutionen der EU und den in ihr arbeitenden Menschen. Die Exkursion wurde veranstaltet vom Sozialwissenschaftlichen Institut der Uni Düsseldorf, begleitet und betreut von der Konrad-Adenauer-Stiftung, was zur Folge hatte, dass die politischen Gesprächspartner häufig eine gewisse “CDU-Lastigkeit” besaßen, was aus meiner Sicht aber überhaupt nicht schlimm war. Umso intensiver und kontroverser waren die Diskussionen. Immer wieder erstaunlich übrigens, wie wenig sich die Ansichten von Studenten mit den Ausführungen von CDU-Politikern überschneiden. Ist mir zumindest schon häufiger aufgefallen. Aber wie gesagt, das war eigentlich kein Problem, zumal auf europäischer Ebene die Parteizugehörigkeit nicht ganz so entscheidend und bedeutend ist wie zum Beispiel in den nationalen Parlamenten. Natürlich gehören die Abgeordneten des Europäischen Parlaments einer nationalen Partei an und sind auf EU-Ebene in Fraktionen zusammengeschlossen, beispielweise die EVP als Europäische Volkspartei für die konservativen Kräfte. Allerdings gibt es keinen Fraktionszwang, die Parlamentarier sind also weitesgehend in ihren Entscheidungen frei, dementsprechend häufiger gibt es auch fraktionsübergreifende Initiativen oder der regelmäßige Austausch mit anderen Fraktionskollegen. Es ist also nicht verwunderlich, wenn Abgeordnete der EVP nicht der beschlossenen Linie folgen und mit den Sozialisten/Sozialdemokraten oder den Grünen stimmen.

Wir bekamen die Gelegenheit am Mittwochmorgen die Fraktionssitzung der EVP zu besuchen, unter anderem war dort auch der Präsident des Europäischen Rates, Herman van Rompuy, eingeladen um sich den Fragen der Abgeordneten zu stellen beziehungweise sich von den Parlamentariern einen Input zu geben. Die Fraktionssitzung fand in einem großen Plenarsaal statt, wo sicherlich 400-500 Menschen Platz gefunden hätten. Die Sitzung war für drei Stunden angesetzt. In den Reihen saßen die Abgeordneten, weiterhin standen dann Besucher und die zahlreichen Mitarbeiter. Etwas höher versetzt sitzen mit Blick auf den ganzen Saal die Übersetzter in ihren Glaskabinen. Es gibt für jeden Mitgliedstaat eine Glaskabine, wo bis zu drei Menschen Platz finden können. Alle Kabinen sind durchnummeriert, Deutschland hat die 001. Die Einleitung zur Sitzung wurde vom Vorsitzenden auf Französisch gesprochen, auch für die Besucher gab es Kopfhörer. Van Rompuy hielt sein Statement, etwa 15 Minuten lang, auf Englisch. Die Bemerkungen der Abgeordneten gab es dann teilweise auf englisch, teilweise aber auch nur in den jeweiligen Landessprachen. Man muss also nicht zwingend in solchen Sitzungen der englischen Sprache mächtig sein. Es herrschte zumindest zu Beginn eine eher hektische Atmosphäre. Während der Vorsitzende und der Gast schon sprachen, waren in den hinteren Reihen immer noch die Bediensteten des Parlaments fleißig. Kellner – übrigens alle mit Fliege – gingen durch die Reihen und verteilten Kaffee und einen Keks. Das Geschirrgeklimper war schon störend. Jeder Abgeorndeter hat einen kleinen Platz, reicht für die Tasse Kaffee und einige Mappen und Unterlagen. Am Platz gibt es für jeden einen Kopfhörer und ein Audio-System, wo man die Kanäle für die Übersetzung einstellen konnte. Zudem gibt es ein Mikrofon und einen kleinen Bildschirm, vergleichbar von der Größe eines Digitalkamera-Displays. Zudem gibt es im Saal drei große Flachbildschirme, damit auch die hinteren Reihen sehen können, wer gerade spricht. Während der Rede wird auf den Redner gezoomt. Die Sitzung wurde zudem gefilmt vom EPP-TV, das ist das Fernsehen der European People’s Party.

Ich war vor vier Jahren schon einmal für einen Tag in Brüssel und habe damals eine gute Freundin in der Europäischen Kommission besucht, die zu der Zeit dort ein Praktikum machte. Ich kann mich an diesen Tag hauptsächlich aus kulinarischer Sicht erinnern, an die exzellente Hähnchenbrust in der Kantine der Kommission, die leckeren Waffeln in der belgischen Innenstadt und die zahlreichen Biersorten. Neben den Einblicken in die politische Sphäre der EU, hatte ich mich also auch umso mehr auf Brüssel gefreut. Leider blieb dank der vielen Termine wenig Zeit die Stadt wirklich zu erkunden. Aber mein damaliger Eindruck hat sich die letzten Tage wieder bestätigt. Ich finde Brüssel jetzt nicht übermäßig schon – obwohl es auch wunderbare Parkanlagen gibt – halte die Stadt aber für sehr liebenswert. Man fühlt sich sehr wohl. Brüssel hat eine pulsierende Innenstadt und eine sehr gemütliche Altstadt – ein wunderbarer Kontrast zu den kalten Betonbauten und Glaspalästen der EU-Institutionen. Herzstück der Stadt ist der Grand Place, der vor über 400 Jahren durch französische Truppen zerstört wurde und danach wieder vollständig aufgebaut wurde. Seit 1998 gehört der Platz zum Unesco-Weltkulturerbe und ist für einer der schönsten, wenn nicht der schönste Platz Europas. Von dort gibt es dann viele kleine Straßen und Gassen, in denen zahlreiche Kneipen und Restaurants auf die Einwohner und Touristen waren. In den Restaurants der Fressgasse sind das teilweise schon gesalzene Preise, aber ansonsten habe ich Brüssel nicht als übermäßig teuer wahrgenommen. Kulinarische Highlights waren natürlich die leckeren Waffeln, die es fast an jeder Straßenecke gibt. Zudem die belgischen Pommes mit der großen Auswahl an Saucen und die vielfältigen Biersorten in Brüssel. Wirklich köstlich ist das Kriek, Bier, das durch Spontangärung entsteht und mit Kirschen eingeweicht wird. Sehr zu empfehlen, wer mal in Brüssel ist.

Alles weitere zu Brüssel dann in den nächsten Tagen.

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Wie die Tageszeitung aus meinem Leben verschwand

Montag, 4. Januar 2010 12:44

Ich war einmal ein leidenschaftlicher Tageszeitungsleser. Jeden Morgen vor der Schule bin ich extra eher aufgestanden als notwendig um genug Zeit für die ausführliche Zeitungslektüre zu haben, während und nach dem Frühstück. Meine Eltern hatten zwei Tageszeitungen abonniert und die beide auch morgens spätestens pünktlich um 06:00 Uhr im Briefkasten waren. Zuerst immer der Sportteil der Neuen Presse, dann meist der Politikteil der HAZ, wenn dann noch Zeit blieb ein kurzer Blick in den Lokalteil. Das Lesen der Tageszeitung war mein Start in den Tag, ich fühlte mich gut informiert und sah die Tageszeitung als festen Bestandteil in meinem Leben. Standen längere Zugfahrten auf dem Programm, kaufte ich mir ein, zwei verschiedene Ausgaben, im Urlaub war ich morgens der erste, der sich entweder Süddeutsche, FAZ oder die Welt holte, je nachdem, was es gerade im europäischen Ausland gab.

Doch so ganz allmählich verschwand die Tageszeitung immer mehr aus meiner Alltagsroutine. Ich zog von zuhause aus, und mittlerweile habe ich seit fünf Jahren keine Tageszeitung mehr abonniert. Hin und wieder lese ich zum Zeitvertreib mal eine im Zug oder im Urlaub, aber nie mehr wirklich ein bewusster und geplanter Kauf, wenn überhaupt spontan und ich keinen anderen Lesestoff mehr habe. Das Internet hat die Tageszeitung als Informationsmedium bei mir vollständig abgelöst, nicht von einen Tag auf den anderen, sondern allmählich in einem schleichenden Prozess. Nun musste ich vorgestern für ein Uni-Projekt einiges recherchieren und war fast ein wenig gezwungen, mir diverse Zeitungen zu kaufen. Also habe ich acht Tageszeitungen geholt, drei regionale und fünf überregionale und war dann damit bei der Lektüre am Wochenende damit konkfrontiert, warum es für mich überhaupt keinen Sinn mehr macht, Tageszeitungen zu lesen geschweige denn zu abonnieren.

Damit das hier nicht falsch verstanden wird. Ich möchte gar nicht die Diskussion um die toten Printmedien zu sehr neu aufleben lassen, weil ich glaube, dass es immer noch hervorragende journalistische Leistungen bei diversen Zeitungen in Deutschland gibt. Aber für mich reicht das eben längst nicht mehr als Argument zum Kauf aus, eben weil mein Mediennutzungsverhalten sich rapide verändert hat und Tageszeitungen mir kaum noch einen Mehrwert an Informationen und Hintergründen geben. Dabei lese ich liebend gerne das Streiflicht in der Süddeutschen. Die Seite 3 der SZ hielt ich mal für das Beste, was im deutschen Printjournalismus gibt und für Artikel von Raphael Honigstein über den englischen Fußball in der SZ würde ich sogar seperat bezahlen. Wirklich gut geschrieben sind immer wieder auch die Artikel des Medienjournalisten Imre Grimm in der HAZ.  Aber das alles reicht eben nicht mehr aus mich zum Kauf einer Tageszeitung zu bewegen.

Dabei scheine ich als Student, Mitte 20, mit erstem akademischen Abschluss eigentlich wie gemacht für den Tageszeitungsleser, vor allem mit meinen Studienfächern Politik, Medien und Kommunikation. Ich bin auch einer der wenigen, der bei uns im Studiengang keine Tageszeitung liest oder abonniert hat, morgens in der Bahn Richtung Uni ist die Zeitungsleserdichte extrem hoch. Doch die Lektüre am Wochenende hat mir mal wieder gezeigt, dass Zeitungen mir überhaupt keinen Mehrwert bieten.

Kurzer Einschub zu meinem Medienverhalten, wie ich Informationen und Nachrichten aufnehme. Ich schmeiße morgens meinen Feedreader an, lese mich durch die abonnierten Feeds von 20 Nachrichtenportalen, und schaue dann bei der BBC, dem Guardian und der New York Time vorbei. Wenn ich tagsüber zuhause bin, lasse ich meistens Twitter laufen, wo die wichtigsten Nachrichten sowieso recht schnell aufschlagen. Abends schaue ich meistens Nachrichten im TV, entweder Tagesschau, BBC World, CNN oder Sky News und bevor ich ins Bett gehe, gehe ich einmal über die Internetseiten der HAZ, des Weser-Kurier und der Rheinischen Post und schaue noch kurz bei den Medienseiten der großen überregioalen Tageszeitungen vorbei. Damit habe ich mein Informationsbedürfnis abgedeckt, merken kann ich mir da sowieso alles nicht, aber meine Interessen sind damit bedient und alles Wichtige bekomme ich auch schnell, unkompliziert und direkt mit (ja, und bisher ist auch noch alles kostenlos). Und ich bekomme eben einigermaßen auch noch das mit, was vor meiner Haustür in Düsseldorf stattfindet und in meinen Heimatstädten Hannover und Bremen.

Wenn es also überhaupt noch einen Grund gibt eine Zeitung zu abonnieren, dann aus meiner Sicht nur für die lokale Berichterstattung, ansonsten musste ich bei der Lektüre der Zeitungen am Wochenende feststellen, dass ich kaum Informationen bekam, die ich am Vortag nicht schon im Feedreader hatte oder irgendwo anders gelesen hatte. Ich war erstaunt, wie viel Agenturmaterial gerade in den regionalen, aber auch in den überregionalen Zeitungen übernommen wird. dpa- und ap-Meldungen im Überfluss sind natürlich das Kaufargument für eine Zeitung, dann kann ich doch gleich den Newsticker laufen lassen, um mal ein Beispiel zu nennen. Sportberichte bekomme ich heute in zahlreichen Blogs viel ausführlicher und besser als in der regionalen Tageszeitung. Ergebnisse und Tabellen bekomme ich aktuell im Internet schon am Vortrag. Zeitungen müssen mir etwas bieten, dass mir noch nicht bekannt ist oder dass von solch guter journalistischer Qualität ist, dass ich am Kauf gar nicht vorbeikomme. Streiflicht, Seite 3 und die umfassenden Artikel im Sportteil wären ein Argument für die SZ. Nur wird dadurch die Zeitungskrise, wenn es sie denn gibt, nicht gerade kleiner, weil die Süddeutsche sowieso schon viele Menschen lesen. Aber es muss wohl ein Wunder passieren, dass ich nochmal eine regionale Tageszeitung kaufe oder abonniere.

Nun liegt das ganz offensichtlich vollkommen an mir, dass ich kein leidenschaftlicher Tageszeitungsleser mehr bin wie vor Jahren noch, weil sich mein Mediennutzungsverhalten so verändert hat, dass ich Informationen schneller und einfach anderswo wahrnehmen kann. Die Theoretiker der “Print ist tot”-Diskussion würden jetzt sagen, dass sich die traditonellen Medien, wie Tageszeitungen, viel zu lange dieses neue Mediennutzungsverhalten ignoriert haben und jetzt nur schwer die Kurve bekommen, gerade jüngere Abonnenten zu gewinnen. Natürlich ist für mein halbwegs umfassendes Meinugsbild nicht nur Information, sondern auch Hintergrund notwendig. Und da sind Printprodukte immer noch hervorragend geeignet, zum Beispiel durch die Wochenzeitung die ZEIT, die ich seit Jahren abonniert habe, und ja immer auch noch stark nachgefragt, trotz jährlicher Preiserhöhung und auch hier einem verstärkten Drang zur Boulevardisierung, wie beim SPIEGEL.

Wie sollten die Tageszeitungen also mit dem neuen Mediennutzungsverhalten, für das ich ja nur exemplarisch stehe, das aber einen Großteil der Gesellschaft erfasst hat, umgehen? Es wird sicherlich schwierig, solche Leute überhaupt als Abonnenten einer Zeitung zurückzugewinnen, vielmehr würde ich mir wünschen, dass die Verlage es endlich schaffen, mehr in Qualität und und Hintergrundberichterstattung investieren – und dafür dann eben auch Geld verlagen. Ich habe keine Probleme damit, für gute journalistische Leistungen Geld zu bezahlen, zum Beispiel das Streiflicht oder einen Hintergrundartikel zur NBA oder Premier League in der FAZ. Nur das ganze müsste einfach und schnell gehen, sonst schaue ich eben da, wo es immer noch kostenlos ist. Für die Internetseite des Guardian würde ich sogar ein Jahresabo abschließen. Und vielleicht schaffen die Verlage gerade durch solche Bezahlangebote eben auch den Kontakt und das Bewusstsein für das Zeitungslesen, gerade jetzt auch bei den 14-19-Jährigen, wieder herzustellen.

Es muss langfristig einiges geschehen, dass ich morgens wieder mit Freude zum Briefkasten renne. Aber ausgeschlossen ist das nicht. Mein Mediennutzungsverhalten ist scheinbar flexibler als die strategischen Überlegungen vieler Verlage.

Thema: Alltägliches, Zeitungen/Zeitschriften | Kommentare (4) | Autor: medispolis

2009

Mittwoch, 30. Dezember 2009 11:18

1. Zugenommen oder abgenommen?

  • Leicht zugenommen, ungefähr ein oder zwei Kilo. Vielleicht liegt es jetzt auch an dem Weihnachtsessen. Nehme mir fürs neue Jahr vor, wieder mehr Salat und weniger Eis zu essen.

2. Haare länger oder kürzer?

  • Im Winter eher ein wenig länger, was soviel heißt, dass meine Friseurbesuche seltener stattfinden. Im Sommer wie immer ganz ganz kurz. Tja, und was heißt das jetzt für die Frage. Keine Ahnung.

3. Kurzsichtiger oder weitsichtiger?

  • Immer noch kurzsichtig, aber nicht mehr kurzsichtiger als vor zwei, drei Jahren.

4. Mehr Kohle oder weniger?

  • Mehr Kohle.

5. Mehr ausgegeben oder weniger?

  • Mehr ausgegeben. Versuche das nochmal zu ergründen, ob das auch damit zu tun hat, dass man mehr Geld zur Verfügung hat.

6. Mehr bewegt oder weniger?

  • Generell im Sommer mehr. Im Winter ist die Motivation meist dahin. Dabei habe ich eine so schöne Laufstrecke in Düsseldorf gefunden, quer durch Parks und am Rhein entlang. Wird wieder verstärkt in Angriff genommen.

7. Der hinrissigste Plan?

  • An einem Wochenende mit Blockseminar freitagabends auf eine Party gehen mit der Prämisse, nichts zu trinken und um Mitternacht nach Hause zu gehen. Ziemlich gescheitert das Vorhaben.

8. Die gefährlichste Unternehmung?

  • Nur in Düsseldorf bewerben, in der Hoffnung, dass das mit dem Studienplatz klappt und gleichzeitig beim Arbeitgeber gekündigt und gesagt, dass ich ab Oktober in Düsseldorf sein werde. Gut gegangen.

9. Der beste Sex?

  • Offensivfußball vom FC Arsenal

10. Die teuerste Anschaffung?

  • Diverse Konzertkarten, i-Phone und wenn man so will Studiengebühren (immerhin 728 Euro)

11. Das leckerste Essen?

  • Grillabend bei Freunden in Bremen. Gegrillte Erdbeeren mit Schokoeis und eiskalter Vanillesauce. Bis heute ein Traumdessert. Ansonsten diverse Abende im Palladion (Lieblingsgrieche in Hannover) und im kleinen Olymp (Lieblingsrestaurant in Bremen).

12. Das beeindruckenste Buch?

  • Viel zu wenig gelesen dieses Jahr, mal abgesehen von Fachliteratur und Zeitungen/Zeitschriften. Lese gerade Payback von Frank Schirrmacher, weiß aber nach der Hälfte immer noch nicht, was ich davon halten soll. Ansonsten zum ersten Mal Frank Schätzing gelesen, was ich nicht bereut habe.

13. Der ergreifendste Film?

  • Ich gucke jedes Jahr vor Weihnachten einmal Tatsächlich Liebe, und finde den bis heute immer wieder sehenswert. Ansonsten auch dieses Jahr viel zu wenig im Kino. Einiges gesehen, u.a. 2012, Kaufhaus Cop, Slumdog Millionär, Inglorious Bastards und Twilight. Fand ich alles soweit gut, aber wirklich ergreifend war für mich 2009 zumindest im Kino eher wenig. Bin sowieso mehr der Serien-Fan, ganz vorne bei mir 30 Rock, West Wing und die siebte Staffel von 24.

14. Die beste CD?

  • Muse – The Resistance. Besonders positiv überrascht war ich von Lady Gaga (The Fame) und The Flaming Lips (Embryonic), was ich auch noch gut fand, waren die neuen Veröffentlichungen von a-ha, den Pet Shop Boys und den Killers (wenn auch schon Ende 2008 veröffentlicht). Geheimtipp aus diesem Jahr: Arctic Monkeys (Humbug) und Kasabian (Anspieltipp die Single Fire).

15. Das schönste Konzert?

  • Viele gute gesehen, aber das mit Abstand tollste und beste war Coldplay in Hannover. Hatte ein bisschen Befürchtung, dass ein ganzes Stadion und viele only Viva la Vida-Fans Coldplay ein wenig bremsen. Aber letzlich war es nach wackeligem Start einfach nur toll. Und wenn ich lese, dass vielleicht schon nächstes Jahr ein neues Album rauskommen soll und Coldplay wieder engeren Kontakt zu den Langzeitfans suchen wollen, steigt die Vorfreude auf Parachutes-Feeling schon. Musikalisch ganz weit vorne für mich auch weiterhin Snow Patrol und Muse, super Livebands.

16. Die meiste Zeit verbracht mit?

  • Nachdenken, arbeiten und ein wenig das Leben genießen.

17. Die schönste Zeit verbracht mit?

  • Ich weiß, dass du mitliest :-). Und die Antwort auf Frage 9  ist ganz bewusst durchgestrichen.

18. Vorherrschendes Gefühl 2009?

  • Wird schon alles klappen

19. 2009 zum ersten Mal getan?

  • In einem Auswahlgespräch gewesen. Im Bad getwittert. Rhabarberschnaps getrunken, Economist abonniert, im Sommer auf dem Balkon gegrillt, Mitglied bei Werder geworden, Premier League Spiel live im Stadion gesehen. Ernsthaft überlegt, ob ich wählen gehen soll. Schnee geschippt in Düsseldorf. Mich in Streamportalen umgeschaut.

20. 2009 nach langer Zeit wieder getan?

  • Wieder häufiger auf Konzerte gegangen, am Wochenende gearbeitet, regelmäßig zur Uni gehen, selber kochen statt essen gehen oder Bringdienste kommen lassen. Durch das verschneite Bremen spaziert.

21. Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten können?

  • Wohnungssuche in Düsseldorf, Nebel und Sprühregen im Februar und abweichende Blutwerte

22. Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?

  • Wählen gehen, auch wenn man mit der Politik unzufrieden ist. Dass man sich Coldplay live anhören muss und dass Düsseldorf, Bremen und Hannover ja fast um die Ecke liegen.

23. Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?

  • Zeit, Zuhören, da sein

24. Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?

  • Vertrauen, Zuhören

25. Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?

  • “Ah, du bist also der Felix aus dem studi VZ.”

26. Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?

  • “Das war jetzt nicht falsch, das war nur weniger richtig.”

27. 2009 war mit einem Wort …?

  • Überdurchschnittlich

Thema: Alltägliches | Kommentare (1) | Autor: medispolis

Nah- und Fernverkehrserlebnisse

Mittwoch, 23. Dezember 2009 9:51

Die letzten Tage mit dem teils rasanten Wintereinbrüchen waren für die Menschen, welche auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen sind, sicherlich kein schöner Abschnitt in der ohnehin schon stressigen Vorweihnachtszeit. Auch ich durfte es erleben, wie es ist Opfer von Schnee, Eis und Kälte zu werden – wie so viele andere auch.

Sonntagabend bin ich mit dem IC von Bremen nach Düsseldorf gefahren. Insgesamt meine derzeitige Heimat mit gut 45 Minuten Verspätung erreicht, wovon allein 25 Minuten Halten auf offener Strecke zwischen Essen und Duisburg eingerechnet sind. Das viel größere Problem bestand dann im Nachhauseweg vom Düsseldorfer Hbf, weil Bahnen nur noch sehr unregelmäßig oder gar nicht fuhren. Gleiches Schauspiel dann auch am Montag, wo ich fast zwei Stunden zur Uni gebraucht habe, weil diverse Bahnen gar nicht fuhren – und wenn, dann nur sehr unregelmäßig und nicht bis zum eigentlichen Endpunkt. Dafür klappte die Nachhausefahrt von der Uni am Montagabend zumindest einigermaßen problemlos, um dann dafür gestern Nachmittag wieder fast eine Stunde länger von Düsseldorf nach Hannover zu brauchen, weil Züge ausgefielen sind und damit Anschlüsse verpasst wurden. Irgendwann verliert man dann die Lust und die Haltung, alles ein wenig locker und entspannt zu sehen.

Nun bin ich weit davon entfernt zu sagen, dass bei solchen Witterungsverhältnissen alles perfekt laufen muss und man sich doch eigentlich viel früher auf den Wintereinbruch hätte einstellen müssen. Als ich Sonntagabend in Düsseldorf ankam, war ich sowas von perplex, weil ich solche Schneemassen in einer deutschen Großstadt selten gesehen habe. Dass dann nicht mehr alles nach Plan läuft, dürfte klar sein – und findet bei mir auch Verständnis. Was ich allerdings gar nicht begreifen kann, ist die mangelnde Bereitschaft, die Bevölkerung und damit die Kunden über den aktuellen Betriebsablauf zu informieren. Da gibt es in Zeiten der Internetdienste und zusätzlich über Radio und TV so viele Möglichkeiten, die aber einfach nicht wahrgenommen werden. Und überhaupt war die Informationslage an den Tagen eher dürftig.

Ein paar konkrete Beispiele: Zumindest für den Sonntag muss ich die Deutsche Bahn wirklich loben, die uns wirklich sobald es verkündbare Informationen gab, informiert hat. Man hat uns auch alles erklärt, warum wir jetzt warten – aufgrund von Weichenstörungen ist nur eingleisiger Fahrbetrieb möglich – und hat bereits in Dortmund darüber informiert, dass es im Laufe der Fahrt zu massiven Verspätungen kommen kann. Das klappte wunderbar, von daher richtet sich mein Ärger auch eher gegen die Düsseldorfer Rheinbahn. Ehrlich gesagt weiß ich noch nicht mal, ob die wissen, was gute und brauchbare Informationen sind. Als ich Sonntagabend in Düsseldorf ankam, lief über den Abfahrtszeitenbildschirm der Hinweis, dass es aufgrund der extremen Witterung auf allen Linien zu Verspätungen kommen kann. Ach, guck an, hätte ich jetzt nicht gedacht. Nach 30 Minuten war aber noch immer keine Bahn da. Dann muss die Rheinbahn meiner Meinung nach ganz einfach mal den Arsch in der Hose haben und sagen, dass bestimmte Stadtbahnlinien nicht mehr fahren. Und man nicht erst eine halbe Stunde in der Kälte steht, sondern sich andersweitig um Ersatz kümmert, zum Beispiel durch Fahrt mit der S-Bahn und eines etwas längeren Fußweges oder alternativ Taxi. Aber hinzuschreiben, dass es zu Verspätungen kommen kann – und man dann Ewigkeiten auf Bus und Bahn wartet, ist ungefähr so, als würde man sagen, man solle bei Dauerregen doch bitte eine regenfeste Jacke anziehen und nicht im T-Shirt durch die Stadt laufen.

Ärger über die Rheinbahn bei mir auch am Montagvormittag. Um mich zu informieren, wie ich aus Pempelfort zu Uni komme, schaue ich auf die Internetseite der Rheinbahn und lese diesen grandios präzisen, völlig überwältigenden Satz, dass es aufgrund der extremen Witterung auf allen Linien zu Verspätungen kommt, lediglich für einige U-Bahn Linien standen konkrete Hinweise, dass einzelne Streckenabschnitte nicht bedient werden. Also früh genug zur Haltestelle gegangen, als dann aber nach 30 Minuten weder die 706 noch die 707 vorbeischauten, zu Fuß in die Stadt gegangen. Auf dem Weg immerhin festgestellt, dass die 701 fährt, allerdings nur alle 20 Minuten und mit verkürzten Wagen. Zudem konnte ich sehr schnell feststellen, dass die 715 relativ regelmäßig fährt und die Bahnen durch die Altstadt nur bis Graf-Adolf-Platz fuhren und nicht weiter über Kirchplatz bis nach Bilk. Und dann frage ich mich doch ganz ehrlich, warum das nicht so und nur so auch detailliert im Netz als Info zu finden ist. Warum nicht? Wieso nicht der Hinweis, dass die 706 und 707 nur sehr unregelmäßig fährt und es empfohlen wird, andere Alternativen für die Fahrt Richtung Uni zu suchen? Zum Beispiel mit der 701, auf der ein Fahrplan im Takt von 20 Minuten versucht wird aufrechtzuerhalten. Aber nur hinzuschreiben, dass es zu Verzögerungen kommt, ist faul, dreist und alles andere als kundenfreundlich.

Und warum man nicht auch mal die Gelegenheit nutzt, im Radio über die aktuelle Verkehrslage zu informieren, weiß ich bis heute nicht. Das Lokalradio Antenne Düsseldorf würde sich da ja sicherlich anbieten. Ich will ja gar nicht so weit gehen und fordern, dass aktuelle Verkehrsmeldungen der Rheinbahn getwittert werden, aber eine detaillierte Übersicht im Internet darf ich ja wohl als Kunde erwarten. Man sollte es seinen Fahrgästen so leicht wie möglich machen. Und eigentlich finde ich es selbstverständlich bei Schneehöhen von 20 Zentimetern nachts die Hauptlinien zumindest einigermaßen frei zu räumen und Weichen und Verkehrskreuzungen nicht erst um 11:00 Uhr mit Salz zu bestreuen. Hoffentlich lernt man für den nächsten Wintereinbruch.

Und die Deutsche Bahn sollte mal überlegen, dass bei schlechtem Wetter und Ferienbeginn mehr Leute fahren als sonst ehe schon üblich und es damit sicherlich im Berufsverkehr zu noch überfüllteren Zügen kommt. Aber ein Zusatzzug grenzt da ja schon fast an ein Weltwunder.

Thema: Alltägliches, Düsseldorf | Kommentare (2) | Autor: medispolis

Plug In Baby: Muse in der Lanxess-Arena

Dienstag, 17. November 2009 17:32

Gestern Abend gegen 21:30 Uhr hatte ich mal kurz den Gedanken daran verschwendet, wie lange die Kölner Lanxess-Arena diesen unglaublich bombastischen Sound von Muse noch aushalten wird und ob es nicht bald einfach Zeit ist, dass sich die Arena mal meldet und sagt: “So, Schluss jetzt. Ihr zerstört mit eurer lauten, dynamischen und von eleganten Riffs nur so durchsetzten Musik meine Grundmauern. Dafür bin ich nicht gemacht.” Hätte mich nicht gewundert, denn was Muse gestern Abend in Köln abgeliefert haben, war ein Feuerwerk an Musik, Optik und Bühnenshow, das es im Rockgeschäft nur selten zu bewundern gibt.

Vor über fünf Jahren habe ich zum ersten Mal Muse gehört, damals im Frankreich-Urlaub, als ich Musik mit einem netten Mädchen getauscht habe. Jeder hat mal so erzählt, was er gerne hört und dann haben wir mit Hilfe von MP3-Playern einige Stücke, die der andere noch nicht hatte ausgetauscht. Von einem Lied war ich beim ersten Mal gleich begeistert: Plug in Baby von Muse. Kannte ich damals überhaupt nicht. Sie sagte, es wären Muse. Als ich wieder zuhause in Deutschland war, gleich mal nachgeschaut, wer das ist und seitdem immer mehr von Muse begeistert gewesen. Spätestens als ich vor einem Jahr Bilder von der Eröffnung des neuen Wembley-Stadions sah, wo Muse das erste Konzert gaben, stand dann schnell der Entschluss fest, Muse auch einmal live zu sehen. Da passte der Termin in diesem November in Köln wie die Faust aufs Auge. Auch wenn Muse in der deutschen Radiolandschaft immer noch nicht ihren Platz eingenommen haben, den sie eigentlich verdient haben – was einerseits vielleicht auch ganz gut ist, weil sie so nicht völlig zerspielt werden, andererseits wäre es aber nicht schlecht, so eine großartige Band auch einem größeren Publikum einmal näher zu bringen. Wie dem auch sei, gestern Abend also Muse in der Lanxess Arena.

Darf ich kurz einen Einschub machen: Ich finde die Lanxess-Arena immer noch die tollste Stätte Konzerte untem Dach zu absolvieren. Und vom Service – Getränke wie Essen – hebt sich die Gastronomie auch positiv von anderen Spielstätten ab, was man allerdings auch ein wenig am Preis merkt. Positiv noch anzumerken: Die Getränkehalter an jedem Platz. Finde ich eine großartige Investition. Also: Lanxess Arena setzte zumindest schon einmal vom Umfeld mehr als positive Maßstäbe.

Und dann ging es los: Die drei großen LED-Türme auf der Bühne, die während des ganzen Konzerts immer wieder flexibel hoch- und runtergefahren wurden und tolle Videos zeigten, ließen die Hüllen fallen. Mit den beiden Tracks vom neuen Album, Urprising und Resistance hatten man die Arena gleich auf seiner Seite. Zwei neue Songs gleich zu Beginn, dann blieb im Folgenden viel Zeit für die älteren Stücke. Und die wurden auch gespielt, in guter Kombination zwischen ruhigeren Abschnitten und den mächtigen Gitarren und der Wucht des Schlagzeuges. Nach Undisclosed Desires im letzten Drittel des Konzerts folgte dann aus meiner Sicht der vorerst schönste Teil. Nach Starlight folgten dann Plug In Baby und Time Is Running Out, meine zwei Lieblingslieder von Muse. Und dann hielt es zumindest in unserem Block auch keinen mehr auf den Sitzen. Irgendwann verabschiedeten sich dann die Drei von der Bühne mit einem simplen Winken, die Arena stand und applaudierte – und Muse kamen mit drei Zugaben zurück. Mit dem ersten Teil der Exogenesis Symphony, von denen ich gerne alle drei Stücke gehört hätte. Und zum Schluss ließ man es dann noch einmal richtig krachen: Stockholm Syndrome und Knights of Cydonia. Spätestens jetzt hätte es mich nicht gewundert, wenn das Dach der Arena weggeflogen wäre.

Nach 100 Minuten war das Konzert vorbei. Ein kurzer Dank an das sehr gute Publikum und ein “See You next year” und dann waren Muse verschwunden. Wenn man dieser Band überhaupt etwas vorwerfen kann, dann die eher geringe Interaktion mit dem Publikum. Aber das ist ein Bonus, den derzeit sowieso nur wenige Bands richtig gut erfüllen. Und ich brauche das auch nicht unbedingt. Genauso fand ich die Länge der Show auch absolut angemessen. Lieber 100 Minuten richtig gut, als 20 Minuten noch dranhängen – und bei der Zugabe geht die Luft aus. Und die Stimme von Sänger Matt Bellamy ist ja auch nicht ewig belastbar. Bei der Intensität frage ich mich sowieso, wie die Stimme eine ganze Tour durchhalten soll.

Die Band aus dem Südwesten Englands hat in ihrer Bühnenperformance, von Sound und Optik sicherlich Maßstäbe gesetzt. Das war schon ein großartiges Spektakel und spätestens seit gestern Abend weiß ich, dass Muse zu Recht als eine der besten Live-Bands dieser Zeit gelten. Es war für alles gesorgt: Laser und zum Schluss sogar ein kleines Feuwerwerk. Und trotz des großen Erfolgs und der vielen Auszeichnungen wirken Muse stets geerdet. Denn sie hätten ja auch die ganze Zeit auf ihren großen Türmen spielen können. Muse lassen dann doch lieber perfekt gespielte Songs für sich sprechen. Plug in Baby, es war großartig.

Wer sich einmal überzeugen möchte, der schaue bitte hier.

Thema: Alltägliches | Kommentare (2) | Autor: medispolis

Was war, was ist, was sein wird

Mittwoch, 7. Oktober 2009 15:50

Ich habe  vorhin in einer ruhigen Stunde mal die letzten Wochen hier im Blog durchgeblättert und dann doch sehr schockiert festgestellt, dass ich eher wenig Inhalt beigetragen habe. Das tut mir einerseits Leid, andererseits zeigt es, dass ganz offensichtlich nicht viel Zeit zum Bloggen war. Bin ich doch immer mehr der Auffassung, dass man sich zum bloggen Zeit nehmen sollte, und das nicht alles irgendwo zwischen Tür und Angel machen. Geht natürlich auch, finde ich aber schlechter, als für ein paar Tage einfach mal gar nichts zu schreiben. Es war ja auch einiges auf der Agenda, allen voran mein Umzug nach Düsseldorf. Das eigentliche Umziehen war das kleinste Übel, aber die Vor- und Nachbereitungen haben dann doch viel Zeit (und auch ein paar Nerven) gefressen. Allen voran, weil ich noch nie zwischen zwei Städten umgezogen bin, die weiter als eine Fahrstunde mit dem Auto auseinander liegen. Aber das ist Vergangenheit, genau so wie Bremen, wobei in meinen Gedanken stets präsent – was sich wohl auch nicht ändern wird. Aber ist ja auch nicht schlimm.

Gegenwart, Mittwochnachmittag, mein dritter richtiger Tag in Düsseldorf. Meine Wohnung ist eingerichtet, ich sitze mit einer Streuselschnecke und einem Cappucino am Schreibtisch, ich kann mit der Außenwelt kommunizieren und habe jetzt auch die nähere Umgebung erkundet. Auch wenn ich bisher nur 72 Stunden hier bin, Düsseldorf gefällt mir auch als Einwohner weiterhin so gut wie bei meinen Tagesbesuchen im Sommer. Etwas besseres Wetter hätte ich mir für die ersten Tage schon gewünscht, zumal ich eigentlich vorhatte, noch ein paar Ausflüge in der Oktobersonne zu machen. Muss dann erstmal verschoben werden. Dafür heute Vormittag im NRW Forum Catwalks gesehen. Auch wenn mich Modeschauen nicht sonderlich begeistern, war das schon sehr interessant aufbereitet. Heute Morgen kurz in der Uni gewesen. Mit der 707 scheint es die günstigste Verbindung zu sein. In Düsseldorf beobachtet man übrigens dasselbe Phänomen wie in Bremen, was den Fuhrpark der Stadtbahnen angeht. Von traditionell bis supermodern ist alles dabei. Aber das Ansagen der Haltestellen durch den Fahrer hat schon Stil. Nicht so sehr freuen sich Mütter mit Kindern und Rollstuhlfahrer über die alten Straßenbahnen. Aber insgesamt kann ich mich mit Düsseldorf immer mehr erwärmen. Zumindest mit meiner Umgebung, in der ich täglich leben werde.

Ich habe lange überlegt, was ich mit diesem Blog machen werde. Schließen, längere Pause oder Weitermachen. Die Antwort fiel dann schnell auf Weitermachen, die übrigen Alternativen standen eigentlich nie zur Debatte. Ich hoffe, dass Sky es dann auch mal schafft mir nicht nur Geld für den Smartcardtausch abzubuchen, sondern mir eine neue Smartcard auch mal zuzuschicken, damit ich weiter Werder und Premier League schauen kann. Ich habe keine Ahnung, in welche Richtung sich das hier entwickeln wird und wieviel Zeit ich die nächsten Monate und zwei Jahre haben werde hier Inhalt beizusteuern. Mal sehen, was dann im Laufe der Zeit dabei herauskommt. Ich weiß es nicht, aber ich freue mich drauf. Inhaltlich bleibt es weiterhin bei den drei Themenschwerpunkten, hin und wieder ergänzt durch einen kleinen persönlichen Touch aus dem Alltag eines Studenten in Düsseldorf.

In diesem Sinne, das Kapitel Düsseldorf ist aufgeschlagen worden. Danke fürs Lesen über all die Jahre. Es kommen noch ein paar hinzu.

Thema: Alltägliches | Kommentare (3) | Autor: medispolis

Auf Wiedersehen, Bremen

Samstag, 3. Oktober 2009 19:21

Häufig ist es ja so, dass man Dinge im Leben am meisten vermisst, wenn sie nicht mehr um einen herum sind. So wird das wohl auch bei mir mit Bremen sein. Wobei ich Bremen ständig vermisse, auch wenn ich nur mal ein paar Tage nicht mehr da bin. Aber ich habe mich ganz gut daran gewöhnt, Bremen in der nächsten Zeit etwas seltener zu sehen. Ich werde trotzdem alle schönen Ereignisse in Erinnerung behalten, die Sommerabende an der Schlachte, die Kneipenabende im Viertel, das eher beschauliche Horn-Lehe, das wunderschöne Stadtzentrum und natürlich auch das Weserstadion. Ich mag Bremen sehr, eben weil es als Großstadt immer noch ein wenig beschaulich geblieben ist, weil die Menschen unglaublich offen und herzlich sind und weil Bremen gerade in den letzten Jahren einen immer stärkeren maritimen Touch bekommen hat. Und der steht Bremen sehr gut.

Viele Menschen, die Bremen nicht kennen oder in Bremen nicht wohnen, sehen häufig nur die offensichtlichen Fakten: Kleines Bundesland, eigentlich überflüssig, pleite, mit Bremerhaven einen kleinen Partner an der Hand, der durch Massenarbeitslosigkeit und rechte Stimmengewinne glänzt. Das mag teilweise auch richtig sein, aber alle, die mich in den letzten Jahren in Bremen besucht haben und die Stadt noch nicht kannten, waren begeistert und wollten gerne wieder kommen. Und das scheint mittlerweile ein allgemeiner Trend zu sein. Vom Gefühl her kommen viel mehr Touristen nach Bremen als noch vor fünf oder drei Jahren.

Ich habe in Bremen unglaublich viele nette Menschen getroffen, viele sind zu sehr guten Freunden geworden. Ich habe also stets beste Gründe mal wieder nach Bremen zu fahren. Und ich nehme es mir auch fest vor. Und zum Abschluss habe ich mich quasi als kleines Geschenk an die Stadt endlich für eine Vollmitgliedschaft bei Werder entschlossen. Das wird in den nächsten Tagen in Angriff genommen. Mit ganz vielen schönen Erinnerungen, aber auch Gedanken an ein paar blöde Entscheidungen und Versäumnisse, die ich immer noch ein wenig bereue, geht es jetzt nach Düsseldorf. See you soon, Bremen, und bleib so wie du bist.

War noch was? Ach ja, lebenslang grüß-weiß. Ist ja wohl mal klar.

Thema: Alltägliches | Kommentare (1) | Autor: medispolis

Die letzten Tage in Bremen

Sonntag, 27. September 2009 18:15

Ich weiß, dass es hier die letzten Tage mal wieder ein wenig ruhiger war. Ich habe aber auch den ersten Teil meines Umzuges nach Düsseldorf absolviert. Mittlerweile sind alle meine Möbel in der neuen Wohnung, ich bleibe aber Bremen noch eine Woche erhalten und werde von Hannover aus pendeln. Am 05.10 geht es dann endgültig von Weser und Leine an den Rhein. Fällt es mir schwer Abschied zu nehmen? Ja! Freue ich mich auf die neue Zeit? Ja! Irgendwie ist eine Woche zwischen ein bisschen Traurigkeit und Vorfreude auf eine neue Zeit. Und soweit liegen Bremen, Hannover und Düsseldorf auch nicht auseinander. Gibt es nicht schon genug Gründe für den Wechsel nach Düsseldorf aufgrund des Studiums, gefällt mir das kulturelle Angebot in der Region unfassbar gut. Da muss ich schon mit Bedacht auswählen, was ich alles sehen möchte. Also, jetzt an diesem Sonntagnachmittag liegt erstmal noch eine Woche im schönen Bremen vor mir, auf die ich mich sehr sehr freue. Aber zunächst ein Rückblick auf Ereignisse und Gedanken der letzten Tage.

Montag, 22.09.

Zum letzten Mal ein Montag, wo ich von zuhause in Horn-Lehe aus ins Büro fahre. Das Wetter ist großartig, so, wie ich es so schätzen gelernt habe im Hollerland. Wieder dichter Bodennebel über den Feldern, darüber strahlt die Sonne vom wolkenlosen Himmel. Also mit dem Fahrrad der bekannte Weg, den ich fast schon im Schlafen absolvieren kann. Ein kurze Stück am Autobahnzubringer, auf den Jan-Reiners-Weg, über das Uni-Gelände und dann auf der Parkallee am Bürgerpark entlang in die City. Brauche wieder fast 30 Minuten und liege damit im Schnitt. Habe es mal in 23 geschafft, aber da hatte ich mal Rückenwind bei einem Wintersturm. Arbeitstag wie immer voll gepackt, am frühen Abend zuhause, zwischendurch eingekauft. Zuhause eine To-Do-Liste für die Woche erstellen. Ist ja doch viel Kleinkram zu erledigen. Mir graut schon ein wenig davor irgendwas Wichtiges vergessen zu haben. Aber lässt sich sicherlich alles spontan gerade biegen, sage ich mir. Telefoniere fast eine Stunde am Abend und falle dann doch recht müde ins Bett – um kurz nach neun. Schaffe immerhin noch zwei Podcasts zu hören. Meine Wohnung wirkt aufgeräumt und sortiert.

Dienstag, 23.09.

Ich habe frei, stelle mir den Wecker aber trotzdem wie immer auf 06:30 Uhr. Genug Tätigkeiten auf dem Zettel, die man an einem freien Tag machen könnte. Das Weckerklingeln höre ich zwar, ich stehe aber erst um kurz nach acht auf. Wenn man schon mal die Chance hat unter der Woche auszuschlafen…am Vormittag volles Programm. Friseur, Bank, Schuhmacher, Baumarkt, dazu ein paar Telefonate und Einrichten des Mail-Accounts an der Uni Düsseldorf. Zum Mittag gibt es Fisch. Ich sehe schon, dass ich in Düsseldorf häufiger zu Gosch gehen muss für eine Portion Fisch. Aber gut, warum nicht. Zum Nachtisch gibt es die exzellente Dokumentation über Coldplay aus The South Bank Show von ITV. Brilliant gemacht. Nach solchen 45 Minuten fällt es dann schwer, Kartons zu packen. Geht dann aber doch ganz angenehm, dauert aber länger als geplant. Entdecke viele Sachen, von denen ich meinte, ich hätte sie längst nicht mehr. Sortiere auch viel aus. Am Ende bin ich zufrieden – und meine Wohnung eine einzige Baustelle. Mit dem Schreibtischstuhl darf ich jetzt nicht zurückrollen, weil ich sonst das leere Bücherregal umhaue. Beim Aufstehen muss ich aufpassen, dass ich nicht über einen Turm von Kartons stolpere. Während ich die Kartons packe, spricht Obama auf Sky News über den Klimawandel, am Abend schaue ich aus dem Augenwinkel Leeds gegen Liverpool im Carling Cup. Irgendwann höre ich Torjubel, flitze aus der Küche vor den Schreibtisch und stolpere fast über einen Karton, der da normalerweise nicht steht. Aber normal sind diese Tage sowieso nicht. Erneut wunderschöner Sonnenuntergang über dem Hollerland.

Die nächsten Tage sind eindimensional. Büro, abends packen und immer weniger Platz sich in der Wohnung halbwegs zurechtzufinden. Mein Archiv gesammelter Zeitungen wird auch immer kleiner, weil ich mich dafür entschieden habe, Geschirr in Zeitungspapier einzuwickeln. Warum, weiß ich gar nicht mehr genau. Aber wahrscheinlich, damit nichts kaputt geht. Als letztes müssen dann PC, Fernseher und Schreibtisch dran glauben. Freitagabend, kurz nach acht. Ich habe alles eingepackt. Kann mich kaum mehr frei bewegen, habe nichts zu tun. Kann kein TV schauen. Nichts. Stehe auf dem Balkon, i-Pod auf und lasse die schönen Jahre in Bremen Revue passieren. Letzte Nacht in meiner Wohnung, aber noch eine Arbeitswoche in Bremen.

Am Wochenende dann Umzug der Möbel nach Düsseldorf. Hat alles ganz gut geklappt. Bin erleichtert. Und jetzt geht es in die allerletzten Tage in Bremen. Eine Woche als Pendler. Das lässt sich überstehen.

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Einfach mal die Pausentaste drücken…

Samstag, 29. August 2009 11:43

Mein Leben fühlt sich derzeit wie eine hektische Reise an, irgendwo zwischen Bremen, Düsseldorf und Hannover, irgendwo zwischen frühem Aufstehen und morgendlichen Zugfahrten und erschöpften Nachmittagen und drei Stunden Schlaf im Inter City auf dem Rückweg nach Bremen. Ich hoffe sehr, dass dieser Zustand sich Anfang der Woche erledigt hat und endlich wieder der Alltag in ruhigeren Bahnen verläuft. Deshalb auch seit ein paar Tagen hier weniger los, aber ich bemühe mich das wieder zu ändern. Aber momentan muss das Bloggen einfach mal hinten anstehen.

Und wenn man dann morgens um kurz nach vier aufsteht und mit dem ersten Zug, EuroCity 7 nach Chur, Richtung Rheinland fährt und ganz alleine im vorderen Wagen sitzt, dann kommt einem das Gefühl nahe, dass im Leben doch eigentlich alles in Ordnung ist und man vielleicht auch auf hohem Niveau über die Situation klagt, weil ja alles viel schlimmer sein könnte. Das ist ja auch völlig richtig – doch ich finde es furchtbar, wenn man ständig unterwegs ist, wenn man bei dem einen Projekt schon an das andere denken muss, wenn man zu Beginn der Woche mit all seinen Aktivitäten und Plänen schon auf das Ende der Woche Rücksicht nehmen muss – und vor allem, wenn man nicht weiß, ob das alles, was man sich vornimmt, auch erfolgreich sein wird. Enttäuschungspotential war noch nie größer. Und bei der ganzen Hektik und trotzdem den ganzen schönen Momenten um einen herum möchte man dann einfach mal die Pausentaste drücken, mal für einen Moment länger stehen bleiben, mal das Hier und Jetzt genießen – und nicht schon wieder mit den Gedanken bei der Wohnungsbesichtigung um 13:30 Uhr sein.

Einfach mal auf Pause drücken. Hey, Euro City 7, fahr doch einfach mal rechts ran, für drei bis vier Minuten aufs Abstellgleis, lass dich von lahmen Güterzügen überholen, aber bleib stehen. Ich könnte das Fenster runtermachen, frische Sommerluft an einem herrlichen Morgen einatmen und in aller Ruhe den tollen Sonnenaufgang fotografieren. Aber nein, du bretterst mit 200 km/h über Weichen und Gleise, immer näher deinem Ziel entgegen. Und plötzlich ist es hell draußen.

Ich will beim Coldplay-Konzert ständig auf Pause drücken, bei jedem Lied, bem Chor von Viva la Vida, bei den bunten Schmetterlingen, die durch die Arena fliegen, bei den großen gelben Ballons, die bei Yellow durch den Innenraum schweben. Ich will, als ich Dienstagnacht umarmt werde, nicht mehr loslassen, muss mich aber doch trennen.

Ach, lieber Düsseldorfer, für ein paar Minuten muss die 704 Richtung Kniebrücke und Landtag wegen eines Unfalls anhalten. Der Straßenbahnfahrer gibt durch, dass es in Kürze weiter geht. Alle Fahrgäste springen auf, verlassen die Bahn und gehen zu Fuß weiter, suchen hektisch nach Alternativmöglichkeiten der Weiterfahrt. Als ich der letzte im Fahrzeug bin, springe ich auch auf und hetze zu Fuß zum nächsten Besichtigungstermin. Wieder Hektik. Kurz vor meinem Ziel überholt mich wieder die Straßenbahn, fast leer, ohne Menschen.

Es ist eine Situation irgendwo zwischen latenter Unzufriedenheit, Vorfreude auf die nächsten Monaten in Düsseldorf und ein wenig Traurigkeit, das Bekannte und Bewährte aufzugeben. Und alles gepaart mit Hektik, die ich aber so gerne vermeiden würde, andererseits wird es nie langweilig. Und zwischen all den Hochs und Tiefs bewege ich mich gerade. Aber ich weiß, dass wenn alles gut geht, in den nächsten Tagen ein stabiles Hoch kommt. Und dann verichte ich auf die Pausentaste und würde wahrscheinlich am liebsten vor- und zurückspulen in meinem Leben.

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Coldplay in Hannover

Mittwoch, 26. August 2009 17:30

Mir fehlen immer noch die Worte um den gestrigen Abend zu beschreiben. Grandios, toll, gefühlvoll, mächtig, zurückhaltend, stimmungsvoll. Irgendwie ein bisschen von allem. Und am allerliebsten möchte ich einfach den großen Ballon an die Hand nehmen und mich zum nächsten Konzert fliegen lassen. Jetzt heißt es wohl erstmal zwei Jahre warten. Wie immer, Coldplay, See You Soon.

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