Beitrags-Archiv für die Kategory 'Alltägliches'

Schifffahrt durchs Mittelrheintal

Montag, 16. August 2010 11:03

Sonnenschein. Blauer Himmel. Ein paar Quellwolken. 25 Grad. Keine Sonnencreme eingepackt. Trotzdem Sonnendeck. Touristen aus aller Welt. Japener. Niederländer. Erklärungen der Sehenswürdigkeiten in fünf Sprachen. Verliere die Lust zuzuhören. Bewundere lieber die Landschaft. Wasser. Weinberge. Kleine gemütliche Dörfer am Flussufer. Burgen. Schlösser. Ein Mäuseturm. Containerschiffe. Tanker. Vorbeiratternde Güterzüge. Leise vorbeischleichende Inter City. Strömung. Wellen. Schiffstuten. Fähren. Fotoapparate und Digitalkameras machen Bilder im Sekundentakt. Dieselgeruch. Enge Flusskurven. Binger Loch. Oberwesel. Bacharach. Loreley. St. Goar. Hektisches Trieben auf dem Sonnendeck. Vier Cola. Drei Alster. Sechs Pils. Einmal Salat, drei Portionen Pommes Frites. Wahrschauen. Gegen die Strömung. Mit der Strömung. Das Zuwinken der anderen Schiffsreisenden. Ich weiß nicht, was soll es bedeuten. Kleine enge Gassen in den Weindörfern am Fluss. Kultur. Geschichte. Romantik. Weltkulturerbe. Mittelrheintal.

Das war mein Samstag. War sehr schön. Kann ich nur empfehlen.

Thema: Alltägliches | Kommentare (1) | Autor: medispolis

Ich könnte mich freuen…wenn die Hannover Scorpions nicht wären

Freitag, 23. Juli 2010 17:49

So, es geht dann hier nach kurzer Pause wieder weiter im gewohnten Rhythmus. Hatte die letzten Tage viel Arbeit um die Ohren und musste mich nebenbei auch noch auf meine mündliche Prüfung vorbereiten. Das ist soweit ganz ordentlich gelaufen und über die anstehende Arbeit habe ich jetzt auch wieder den Überblick, sodass jetzt wieder Zeit zum Bloggen bleibt.

Ich hatte gestern Nachmittag nochmal intensiv für die mündliche Prüfung gelernt – und dann mach ich das meistens so, dass ich alle Geräte ausschalte, sodass ich mich komplett auf meine Notizen und Buchtexte konzentrieren kann. Frei nach dem Motto: Zwei Stunden konzentriert wiederholen anstatt ständig abgelenkt zu sein. Wenn man dann nach knapp drei Stunden wieder Anschluss an die Öffentlichkeit bekommt, Mails liest, bei Facebook vorbeischaut, habe ich eigentlich mit allem gerechnet – nur nicht mit der Meldung, dass das Aus der Hannover Scorpions kurz bevorsteht. Erst dachte ich wirklich, es wäre ein Fake, aber relativ schnell entpuppte sich die Meldung dann als ganz traurige Gewissheit. Einen Bekannten angesimst, der gute Kontakte zu den Scorpions hat. Antwort ein paar Minuten später: “Ich war auf der Pressekonferenz, ich bin nicht fähig zu kommunizieren gerade. Schock.” Und plötzlich bricht eine kleine Welt zusammen. Traurig, nach Erklärungen suchen.

Ich dachte, ich schaue dann mal, was die lokalen Medien so schreiben, aber habe es gleich sein gelassen, weil die Indianer wieder mit Häme und Galgenhumor wirklich alles zumüllten, was nach Textfeld aussah. Nicht mal in einer so großen Krise ist die Eishockey-Fan-Gemeinschaft in Hannover vereint. Ich habe diese Auseinandersetzungen zwischen Skorpionen und Indianern nie verstanden. Und Ausnahmen bestätigen die Regel. Dass ein Ende der Hannover Scorpions für den gesamten Eishockey-Standort Hannover dramatische Folgen hätte, scheint den meisten Indians-Fans egal zu sein, die immer noch von alten Zeiten schwärmen. Doch es ist kein Geheimnis, dass auch bei den Indians das Finanzielle nicht auf Rosen gebettet ist und schon mal mehr Einigkeit zwischen den Fangruppen bestand. Aber egal, das ist nicht das Thema.

Ich könnte jetzt noch einmal alles erklären, wie es zu den Problemen Hannover Scorpions gekommen ist – genau genommen ist der Eishockeyverein ja gar nicht die Schwierigkeit, sondern die Betreibung der Tui-Arena (nebenbei ein Projekt, das vor 10 Jahren von Stadt, Land und Messe AG vehement unterstützt wurde) – die Scorpions sind nur die Drohkulisse von Günter Papenburg. Im Moment fehlt mir dazu aber die Lust und Motivation. Immer noch geschockt. Dass die Situation der Scorpions nie einfach war, dürfte jedem Fan klar gewesen sein. Dass aber so plötzlich der Stecker gezogen wird, hat mich völlig unvorbereitet getroffen. Habe ich noch Hoffnung? Nicht wirklich. Und ich hatte mich schon so auf die neue Saison gefreut.

Nun ja, immerhin noch einmal Meister geworden. Wie bitter es klingt. Abwarten, was die nächsten Tage bringen. Vielleicht sehe ich mir dann in der Lage für eine ausführliche und detaillierte Analyse. Bis dahin vergesse ich einfach die Scorpions und freue mich über alle anderen schönen Dinge.

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WM-Erlebnisse abseits des heimischen Fernsehers

Donnerstag, 24. Juni 2010 22:53

Ich konnte die letzten beiden Tage, Mittwoch und Donnerstag, nicht so umfangreich wie gewohnt die WM verfolgen. Ich habe zwar alles mitbekommen, aber irgendwie meist nur zwischen Tür und Angel, meist schon auf dem Sprung zum nächsten Termin oder der nächsten Aufgabe. Was aber auch daran liegt, dass Mittwoch und Donnerstag meine beiden Uni-Tage sind mit zahlreichen Seminaren und Vorlesungen. Theoretisch hätte ich an beiden Tagen fernbleiben können, da ich noch keinerlei Fehlzeiten habe. Allerdings musste ich am Mittwochnachmittag ein Konzept für eine mögliche Forschungsstudie vorstellen und auch heute waren neben den Präsenzvorstellungen zahlreiche andere Termine auf dem Campus zu erledigen, sodass es eigentlich nur von Nachteil gewesen wäre an beiden Tagen nicht hinzugehen. Und dann in den Vorlesungen oder während der Präsentation den Livestream laufen lasse, wollte ich auch nicht. Dann hätte ich ja auch gleich nach Hause gehen können.

Dann also der umständliche Weg, für einen Fußballfan während der WM nicht unbedingt einfach zu schlucken. Zumal wenn England spielt. Mittwochnachmittag, kurz vor vier. Halbwegs pünktlich aus dem Seminarraum raus, auf der Treppe im Live-Blog von allesaussersport schnell die Aufstellung angeschaut und dann erstmal aufs Fahrrad gesetzt. Von der Uni weg, kurz am Rhein entlang, weiter durch Flehe nach Unterbilk. Am Südring mal wieder die lange rote Ampelphase. Schnell das iPhone aus der Hemdtasche gekramt, durch die Tweets gelesen, wollte wieder losfahren, da springt die Ampel schon wieder auf rot. Eine Ampelphase verpasst. Habe ich wirklich so lange gelesen? Sonst stehe ich da immer eine halbe Ewigkeit. Weiter geht es, durch Unterbilk, an der Bilker Kirche vorbei auf die Rheinprommenade. Wieder viel los, Fußgänger latschen auf dem Radweg, aber eine lange Strecke ohne Ampeln und Autos. iPhone raus, beim Fahren schauen, wie es bei den Engländern steht. Beim Scrollen bloß nicht auf das Handy schauen, sondern geradeaus. Funktioniert nicht. Da ich keinen Massenunfall auslösen möchte, halte ich doch kurz an. Weiter 0:0, dann beruhigt die letzten Minuten weiter am Rhein entlang, über den Burgplatz, durch den Hofgarten nach Pempelfort. Im Park sonnen sich die Menschen, der Radweg ist leer, Zwischenstand schauen. Verdammt, ein Tor verpasst, Defoe macht das 1:0 für England. Ich hätte es doch fast geschafft bis nach Hause. Fahrrad gar nicht erst in den Keller bringen – kann ich ja in der Halbzeit erledigen, sondern nur draußen an die Laterne lehnen. In die Wohnung stürmen, TV an, alles stehen und liegen lassen. In der Pause wird für Ordnung gesorgt und das Fahrrad in den Keller gebracht. Die zweite Halbzeit kann ich dann ganz in Ruhe verfolgen. Hätte ich unterwegs nicht ständig angehalten und die Zwischenstände überprüft, hätte ich es vielleicht geschafft rechtzeitig zum Tor von Defoe zuhause zu sein.

Mittwochabend in großer Runde das Deutschland-Spiel geschaut, bin immer noch nicht ganz schlüssig, wie ich die Leistung insgesamt und die Chancen vor dem England-Spiel einordnen soll. Vielleicht dazu mehr am Freitag und Samstag. Eigentlich schaue ich Fußballspiele sehr gerne alleine oder in kleiner Runde zu zweit oder dritt. Aber es hat auch seinen Reiz und den Spaß mit 10-15 Menschen zu schauen. Und immer wieder köstlich zu sehen, wie die Frauen aufschreien, falls der Ball mal nur in Nähe des Tores kommt oder ein Spieler frei vor Neuer auftaucht. Und immer wieder bewundernswert, wie interessiert und teilweise auch bewandt einige Menschen sind, die sonst eher Fußball schauen oder meist nur während EM und WM. Ich muss nochmal genauer untersuchen, warum gerade EM und WM so eine Fußballeuphorie auslösen können und sich das in der Breite dann zum Beispiel nicht auf die Bundesliga überträgt. Und das allerbeste: Zu den Kommentatoren kann jeder seinen Senf dazugeben.

Donnerstagmorgen, kurz vor halb zehn. Ich sitze in der Sonne auf dem Campus, Milchkaffee geholt, draußen schon über 20 Grad. Wenn ich denke, dass ich bis 18:00 Uhr heute hier rumhängen würde, steht mir die Unlust ins Gesicht geschrieben. Es ist erstaunlich leer für einen Donnerstag in der Uni. Obwohl wir zur Stoßzeit in die Mensa gehen, ist es um kurz vor eins so leer, dass wir fünf Minuten später unser Essen haben. Da genießen wohl einige Menschen das schöne Wetter. Letzte Veranstaltung für diese Uni-Woche, Vorlesung zu Medienpsychologie, ein Thema, von dem ich wenig Ahnung habe, also sollte ich die Vorlesung besuchen, damit ich wenigstens mal einen Eindruck von der Thematik bekomme. Nebenbei aktualisiere ich alle drei Minuten meine Twitter-Timeline, zehn Reihen weiter vor uns schauen Studenten auf den ZDF-Livestream, irgendwann ist es soweit, dass auch Komliltonen in den hinteren Reihen Fußball schauen und der Professor sich die Zwischenstände durchsagen lässt. Bei jedem Tor gegen die Italiener jubelt der halbe Hörsaal. Ich wäre jetzt gerne zuhause. Thema ist interessant, also kann ich es gerade noch verkraften 90 Minuten meiner kostbaren Zeit der Medienpsychologie geschenkt zu haben.

Kurz vor sechs, diesmal kein Stress mit dem Rad auf dem Nachhauseweg. Auf dem Burgplatz sogar noch Bekannte getroffen und spontan für ein Bier angehalten. Im Hintergrund läuft die Zusammenfassung von Italien gegen die Slowakei. Ich habe keine Lust mich umzudrehen, sondern schaue lieber in die Sonne und auf den Rhein. Wochenende.

Thema: Alltägliches, WM 2010 | Kommentare (0) | Autor: medispolis

Geschafft

Samstag, 8. Mai 2010 18:20

Ich nach 90 Minuten vor dem TV. Werder die Champions League Qualifikation. Hannover 96 den Klassenerhalt. Und es sind die Erfolge am schönsten, mit denen man am wenigsten vor Wochen gerechnet hat.

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Stimmungsbericht, 27.04.2010

Dienstag, 27. April 2010 21:38

So, da bin ich wieder. Entschuldigung für die erneute Auszeit, aber ein Ereignis folgte dem nächsten in den letzten Tagen, sodass leider wenig Zeit zum Bloggen blieb. Wie eigentlich schon seit Anfang Februar. Der Euphemismus Semesterferien – bei Studenten besser bekannt als vorlesungsfreie Zeit – hatte bei mir leider wenig mit Ferien zu tun. Die Monate Februar, März und April waren vollbepackt, unter anderem wegen der Nachwuchstagung, dem Düsseldorfer Forum Politische Kommunikation, die ich mit acht weiteren Kommilitonen organisiert habe, wegen meiner Mitgliedschaft in der Jugendredaktion des Wahl-O-Mat für die NRW-Wahl und dann nebenbei die verschiedensten anderen Aktivitäten, damit am Monatsende ausreichend Geld auf dem Konto ist.

Irgendwie sind diese Wochen wie im Flug an mir vorbeigerauscht, gestern hatten wir eine kleine, aber lange Abschlussfeier des DFPK-Organisationsteams, und damit ist dann dieses Projekt erstmal auch fast abgeschlossen und ich kann mich seit Wochen mal wieder auf den simplen, aber in Düsseldorf stets abwechselungsreichen Alltag konzentrieren. Und umso besser, dass die kalten, dunklen Wintermonate mit Arbeit zugeschüttet waren und dafür Mai, Juni und Anfang Juli eher überschaubar sind. Glücklicherweise konnte ich alle Prüfungsleistungen auf die Zeit vor und nach der WM legen, das heißt, ich kann die WM doch recht umfangreich verfolgen. Und dann nimmt man die Anstrengungen der letzten Wochen auch gerne in Kauf. Was dabei aber völlig liegen geblieben ist, sind viel zu viele unbeantwortete Mails, meine Beteiligung in diversen Netzwerken. Ich habe mal vorhin eine Liste gemacht mit Leuten, bei denen ich mich mal wieder unbedingt melden müsste. Sind nach Rausstreichen erstmal 15 liebe Menschen, die in letzter Zeit viel zu wenig von mir gehört haben.

Und da war ja dann noch ein Ereignis, das meine volle Aufmerksamkeit bekommen hat und das ja letzlich viel länger dauerte als jemals von mir erhofft. Die Playoffs der Hannover Scorpions. Sonntag machte man dann den Meistertitel perfekt. Ich war live dabei in der Tui-Arena und habe die mit Abstand emotionalsten 180 Minuten von Sport ever mitbekommen. Von der Stimmung einfach nur großartig, dazu eines der besten Eishockeyspiele, das ich seit Jahren in der DEL gesehen habe, ein Wechselbad der Gefühle für die Scorpions-Fans – und dann ein Comeback der Scorpions, an das ich nicht mehr geglaubt hatte. Großer Sport. Viele Emotionen. Kann das immer noch gar nicht begreifen, dass die Scorpions wirklich Meister geworden sind. Ein kleines Sportmärchen und das perfekte Ende für Hans Zach. Manchmal passt eben doch alles im Leben, in einem kleinen Moment scheint alles vorgezeichnet, alles vorbereitet, alles möglich. Man muss nur dran glauben, alles dafür tun und alles um einen herum vergessen und hinten anstellen.

So, dann jetzt einfach mal wieder aufs Sofa an einem Dienstagabend, Champions League weiter schauen und dann nachher einfach mal ganz in Ruhe einschlafen ohne schon wieder daran zu denken, was ich morgen früh noch erledigen muss. Nur ausschlafen kann ich diese Woche noch nicht, das wird dann am Wochenende nachgeholt. Und zum Einschlafen nachher noch Brian Eno. Hach, schön waren die ersten Monate dieses Jahres. Anstrengend, aber abwechselungsreich. Manchmal geht Zeit einfach zu schnell vorbei.

Viva la Vida

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Selbstreferenzielles: Das Blog-Stöckchen

Sonntag, 14. März 2010 22:21

Drüben beim Jubiläumseintrag von Planet Of Sports gefunden – und da dachte ich mir, ich greife einfach mal das Stöckchen auf und beantworte die paar Fragen. Wobei ich mich bei sowas immer ein wenig schwer tue. Ich könnte zum Beispiel keinem spontan fünf bis sechs Argumente geben, warum ich ein Blog betreibe. Höchstens nach längerem Überlegen. Vielleicht sollte ich an der Spontanität mal arbeiten.

Warum bloggst du?

Klar, dass der Spaßfaktor an erster Stelle steht. Schreibe schon seit der Kindheit unglaublich gerne, das hat damals mit Reisetagebüchern von den gemeinsamen Urlauben mit meinen Eltern angefangen, ging dann über ein kleines Praktikum in der Schulzeit bei einer Stadtteilzeitung bis hin zum Schreiben von vielen Texten für das Abi-Buch. Alles natürlich immer irgendwie freiwillig und nicht so richtig professionell. Und das liebe ich auch am Bloggen. Ich muss nicht zwingend auf jedes Detail in der Rechtschreibung achten (gebe mir aber Mühe), ich muss Texte nicht nach einem gewissen Schmema aufbauen. Ich kann einfach so schreiben, wie das mir entweder Spaß macht oder wie ich es für notwendig halte, damit die Botschaft eines Textes so gut wie möglich rüberkommt. Ich wurde letztens mal gefragt, warum ich mit der Liebe zum Schreiben nach der Schulzeit nicht was mit Journalismus machen wollte. So richtig habe ich das nie versucht, habe mich zwar auf Praktika beworben, aber bekam stets eine Absage. Und seitdem nicht mehr weiter verfolgt. Also Spaß und Begeisterung fürs Schreiben ist der eine Grund. Dann habe ich durchs Bloggen unglaublich viele neue Leute kennengerlernt, nicht alle bisher persönlich, nur die wenigsten, aber Anlaufstellen gefunden, die man fragen kann über bestimmte Themen und bei spezifischen Problemen, aber durch die man auch viele neue Infos und Ansichten täglich erhält. Und ich entdecke heute noch Woche für Woche neue Blogs, die mir immer wieder noch gefallen und die ich neu in den Feedreader hinzufüge. Von daher will ich das Bloggen eigentlich auch nicht aufgeben.

Seit wann bloggst du?

Der erste Eintrag in diesem Blog stammt vom 29. Mai 2007, sind also in ein paar Monaten dann drei Jahre. Seitdem haben sich 994 Artikel angesammelt.

Warum lesen deine Leser deinen Blog?

Ich könnte jetzt eine Geschichte erzählen, als ich vor einem Jahr auf einer Geburtstagfeier mich mit Namen vorstellte und dann von zwei Leuten angequatscht wurde, ob ich der von medien-sport-politik sei. Führe jetzt zu weit. Und ich glaube, ich kann die Frage auch nicht beantworten. Uch weiß aber von vielen, dass meine Sport-Live-Blogs von vielen sehr geschätzt werden. Drehen wir das doch einfach mal um. Ich lese Blogs zum Beispiel um mich zu informieren, um nette Geschichten, Beobachtungen und Skuriles aus dem Alltag zu erfahren und teilweise auch um mir eine Meinung zu bilden abseits von den traditonellen Medien. Das kann ich wohl nicht erfüllen. Das wäre ja auch mal was für eine schöne Umfrage: Warum lesen wir eigentlich Blogs? Wenn es dazu schon Ergebnisse gibt, bitte melden.

Welche war die letzte Suchanfrage, über die jemand auf deine Seite kam?

Die letzte Suchanfrage war “BBC Radio 5 live in Deutschland hören”. Weiß gar nicht, ob ich da mal was konkret zu geschrieben habe. Ich weiß nur, dass ich den Sender sehr gerne höre.

Welcher deiner Blogeinträge bekam zu Unrecht zu wenig Aufmerksamkeit?

Rückblickend habe ich mir schon damals gewünscht, dass die Diskussion um die Ticket-Preise bei den Scorpions in den letztjährigen Playoffs mehr Aufmerksamkeit bekommt. Leider nicht. Mal sehen, was dieses Jahr wird.

Dein aktueller Lieblingsblog?

Das kann ich gar nicht sagen. Was ich schon immer gerne gelesen habe und immer noch gerne lese – und hier vielleicht noch nie wirklich erwähnt habe: London Leben

Welchen Blog hast du zuletzt gelesen?

Die letzten beiden eben gerade. Beim Fußball-Blog der BBC über die aktuelle sportliche Lage bei den Wolverhampton Wanderers, und die deutsche Fankultur am Scheideweg beim Sportmedienblog

Wie viele Feeds hast du gerade im Moment abonniert?

Habe letzte Woche es endlich mal geschafft meinen Feedreader aufzuräumen. Habe 119 Feeds abonniert, davon sind 82 Blogs oder Zusammenfassungen von mehreren Blogs, der Rest Newsfeeds und Sportnachrichten.

An welche fünf Blogs wirfst du das Stöckchen weiter und warum?

Wer will, darf nehmen!

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Nach Brüssel (I): Einleitende Bemerkungen und erste Eindrücke

Donnerstag, 4. März 2010 15:16

Ich bin wieder zurück aus Brüssel und hatte drei interessante und durchaus spannende Tage in der “Hauptstadt” Europas. Ich habe es noch nicht geschafft meine ganzen Notizen noch einmal im Detail durchzugehen – sind knapp 20 Seiten DIN-A5-Format geworden – von daher zunächst hier erstmal ein paar einleitende Bemerkungen und Eindrücke. Ich werde dann die Tage noch ausführlicher in wahrscheinlich drei Berichten auf die Exkursion in Brüssel eingehen. Thematisch soll es dann einmal um Lobbying auf EU-Ebene gehen, ich schaue auf die politische Agenda der Europäischen Union in den nächsten Jahren (Stichworte Post-Lissabon-Strategie und Europa 2020) und werde dann noch einmal separat auf die Medienpolitik der EU samt Internet-Strategie und Web 2.0-Aktivitäten der EU-Parlamentarier blicken. Habe leider nicht zu all meinen Fragen wirklich konkrete Antworten bekommen, ganz brauchbare Hinweise gab es zur digitalen Agenda der EU und auch zu medienpolitischen Streitfragen, für das Thema europaweiter Erwerb von Sportrechten durch Medienunternehmen, zum Beispiel NewsCorp, blieb leider keine Zeit mehr. Na ja, man kann nicht alles haben.

Wie gesagt, ich war von Montagvormittag bis Mittwochabend in Brüssel, Hauptstadt Belgiens, aber vielmehr inoffizielle Hauptstadt von Europa. Eine Stadt, die in den letzten Jahren mehr denn je geprägt wurde von den Insitutionen der EU und den in ihr arbeitenden Menschen. Die Exkursion wurde veranstaltet vom Sozialwissenschaftlichen Institut der Uni Düsseldorf, begleitet und betreut von der Konrad-Adenauer-Stiftung, was zur Folge hatte, dass die politischen Gesprächspartner häufig eine gewisse “CDU-Lastigkeit” besaßen, was aus meiner Sicht aber überhaupt nicht schlimm war. Umso intensiver und kontroverser waren die Diskussionen. Immer wieder erstaunlich übrigens, wie wenig sich die Ansichten von Studenten mit den Ausführungen von CDU-Politikern überschneiden. Ist mir zumindest schon häufiger aufgefallen. Aber wie gesagt, das war eigentlich kein Problem, zumal auf europäischer Ebene die Parteizugehörigkeit nicht ganz so entscheidend und bedeutend ist wie zum Beispiel in den nationalen Parlamenten. Natürlich gehören die Abgeordneten des Europäischen Parlaments einer nationalen Partei an und sind auf EU-Ebene in Fraktionen zusammengeschlossen, beispielweise die EVP als Europäische Volkspartei für die konservativen Kräfte. Allerdings gibt es keinen Fraktionszwang, die Parlamentarier sind also weitesgehend in ihren Entscheidungen frei, dementsprechend häufiger gibt es auch fraktionsübergreifende Initiativen oder der regelmäßige Austausch mit anderen Fraktionskollegen. Es ist also nicht verwunderlich, wenn Abgeordnete der EVP nicht der beschlossenen Linie folgen und mit den Sozialisten/Sozialdemokraten oder den Grünen stimmen.

Wir bekamen die Gelegenheit am Mittwochmorgen die Fraktionssitzung der EVP zu besuchen, unter anderem war dort auch der Präsident des Europäischen Rates, Herman van Rompuy, eingeladen um sich den Fragen der Abgeordneten zu stellen beziehungweise sich von den Parlamentariern einen Input zu geben. Die Fraktionssitzung fand in einem großen Plenarsaal statt, wo sicherlich 400-500 Menschen Platz gefunden hätten. Die Sitzung war für drei Stunden angesetzt. In den Reihen saßen die Abgeordneten, weiterhin standen dann Besucher und die zahlreichen Mitarbeiter. Etwas höher versetzt sitzen mit Blick auf den ganzen Saal die Übersetzter in ihren Glaskabinen. Es gibt für jeden Mitgliedstaat eine Glaskabine, wo bis zu drei Menschen Platz finden können. Alle Kabinen sind durchnummeriert, Deutschland hat die 001. Die Einleitung zur Sitzung wurde vom Vorsitzenden auf Französisch gesprochen, auch für die Besucher gab es Kopfhörer. Van Rompuy hielt sein Statement, etwa 15 Minuten lang, auf Englisch. Die Bemerkungen der Abgeordneten gab es dann teilweise auf englisch, teilweise aber auch nur in den jeweiligen Landessprachen. Man muss also nicht zwingend in solchen Sitzungen der englischen Sprache mächtig sein. Es herrschte zumindest zu Beginn eine eher hektische Atmosphäre. Während der Vorsitzende und der Gast schon sprachen, waren in den hinteren Reihen immer noch die Bediensteten des Parlaments fleißig. Kellner – übrigens alle mit Fliege – gingen durch die Reihen und verteilten Kaffee und einen Keks. Das Geschirrgeklimper war schon störend. Jeder Abgeorndeter hat einen kleinen Platz, reicht für die Tasse Kaffee und einige Mappen und Unterlagen. Am Platz gibt es für jeden einen Kopfhörer und ein Audio-System, wo man die Kanäle für die Übersetzung einstellen konnte. Zudem gibt es ein Mikrofon und einen kleinen Bildschirm, vergleichbar von der Größe eines Digitalkamera-Displays. Zudem gibt es im Saal drei große Flachbildschirme, damit auch die hinteren Reihen sehen können, wer gerade spricht. Während der Rede wird auf den Redner gezoomt. Die Sitzung wurde zudem gefilmt vom EPP-TV, das ist das Fernsehen der European People’s Party.

Ich war vor vier Jahren schon einmal für einen Tag in Brüssel und habe damals eine gute Freundin in der Europäischen Kommission besucht, die zu der Zeit dort ein Praktikum machte. Ich kann mich an diesen Tag hauptsächlich aus kulinarischer Sicht erinnern, an die exzellente Hähnchenbrust in der Kantine der Kommission, die leckeren Waffeln in der belgischen Innenstadt und die zahlreichen Biersorten. Neben den Einblicken in die politische Sphäre der EU, hatte ich mich also auch umso mehr auf Brüssel gefreut. Leider blieb dank der vielen Termine wenig Zeit die Stadt wirklich zu erkunden. Aber mein damaliger Eindruck hat sich die letzten Tage wieder bestätigt. Ich finde Brüssel jetzt nicht übermäßig schon – obwohl es auch wunderbare Parkanlagen gibt – halte die Stadt aber für sehr liebenswert. Man fühlt sich sehr wohl. Brüssel hat eine pulsierende Innenstadt und eine sehr gemütliche Altstadt – ein wunderbarer Kontrast zu den kalten Betonbauten und Glaspalästen der EU-Institutionen. Herzstück der Stadt ist der Grand Place, der vor über 400 Jahren durch französische Truppen zerstört wurde und danach wieder vollständig aufgebaut wurde. Seit 1998 gehört der Platz zum Unesco-Weltkulturerbe und ist für einer der schönsten, wenn nicht der schönste Platz Europas. Von dort gibt es dann viele kleine Straßen und Gassen, in denen zahlreiche Kneipen und Restaurants auf die Einwohner und Touristen waren. In den Restaurants der Fressgasse sind das teilweise schon gesalzene Preise, aber ansonsten habe ich Brüssel nicht als übermäßig teuer wahrgenommen. Kulinarische Highlights waren natürlich die leckeren Waffeln, die es fast an jeder Straßenecke gibt. Zudem die belgischen Pommes mit der großen Auswahl an Saucen und die vielfältigen Biersorten in Brüssel. Wirklich köstlich ist das Kriek, Bier, das durch Spontangärung entsteht und mit Kirschen eingeweicht wird. Sehr zu empfehlen, wer mal in Brüssel ist.

Alles weitere zu Brüssel dann in den nächsten Tagen.

Thema: Alltägliches | Kommentare (0) | Autor: medispolis

Wie die Tageszeitung aus meinem Leben verschwand

Montag, 4. Januar 2010 12:44

Ich war einmal ein leidenschaftlicher Tageszeitungsleser. Jeden Morgen vor der Schule bin ich extra eher aufgestanden als notwendig um genug Zeit für die ausführliche Zeitungslektüre zu haben, während und nach dem Frühstück. Meine Eltern hatten zwei Tageszeitungen abonniert und die beide auch morgens spätestens pünktlich um 06:00 Uhr im Briefkasten waren. Zuerst immer der Sportteil der Neuen Presse, dann meist der Politikteil der HAZ, wenn dann noch Zeit blieb ein kurzer Blick in den Lokalteil. Das Lesen der Tageszeitung war mein Start in den Tag, ich fühlte mich gut informiert und sah die Tageszeitung als festen Bestandteil in meinem Leben. Standen längere Zugfahrten auf dem Programm, kaufte ich mir ein, zwei verschiedene Ausgaben, im Urlaub war ich morgens der erste, der sich entweder Süddeutsche, FAZ oder die Welt holte, je nachdem, was es gerade im europäischen Ausland gab.

Doch so ganz allmählich verschwand die Tageszeitung immer mehr aus meiner Alltagsroutine. Ich zog von zuhause aus, und mittlerweile habe ich seit fünf Jahren keine Tageszeitung mehr abonniert. Hin und wieder lese ich zum Zeitvertreib mal eine im Zug oder im Urlaub, aber nie mehr wirklich ein bewusster und geplanter Kauf, wenn überhaupt spontan und ich keinen anderen Lesestoff mehr habe. Das Internet hat die Tageszeitung als Informationsmedium bei mir vollständig abgelöst, nicht von einen Tag auf den anderen, sondern allmählich in einem schleichenden Prozess. Nun musste ich vorgestern für ein Uni-Projekt einiges recherchieren und war fast ein wenig gezwungen, mir diverse Zeitungen zu kaufen. Also habe ich acht Tageszeitungen geholt, drei regionale und fünf überregionale und war dann damit bei der Lektüre am Wochenende damit konkfrontiert, warum es für mich überhaupt keinen Sinn mehr macht, Tageszeitungen zu lesen geschweige denn zu abonnieren.

Damit das hier nicht falsch verstanden wird. Ich möchte gar nicht die Diskussion um die toten Printmedien zu sehr neu aufleben lassen, weil ich glaube, dass es immer noch hervorragende journalistische Leistungen bei diversen Zeitungen in Deutschland gibt. Aber für mich reicht das eben längst nicht mehr als Argument zum Kauf aus, eben weil mein Mediennutzungsverhalten sich rapide verändert hat und Tageszeitungen mir kaum noch einen Mehrwert an Informationen und Hintergründen geben. Dabei lese ich liebend gerne das Streiflicht in der Süddeutschen. Die Seite 3 der SZ hielt ich mal für das Beste, was im deutschen Printjournalismus gibt und für Artikel von Raphael Honigstein über den englischen Fußball in der SZ würde ich sogar seperat bezahlen. Wirklich gut geschrieben sind immer wieder auch die Artikel des Medienjournalisten Imre Grimm in der HAZ.  Aber das alles reicht eben nicht mehr aus mich zum Kauf einer Tageszeitung zu bewegen.

Dabei scheine ich als Student, Mitte 20, mit erstem akademischen Abschluss eigentlich wie gemacht für den Tageszeitungsleser, vor allem mit meinen Studienfächern Politik, Medien und Kommunikation. Ich bin auch einer der wenigen, der bei uns im Studiengang keine Tageszeitung liest oder abonniert hat, morgens in der Bahn Richtung Uni ist die Zeitungsleserdichte extrem hoch. Doch die Lektüre am Wochenende hat mir mal wieder gezeigt, dass Zeitungen mir überhaupt keinen Mehrwert bieten.

Kurzer Einschub zu meinem Medienverhalten, wie ich Informationen und Nachrichten aufnehme. Ich schmeiße morgens meinen Feedreader an, lese mich durch die abonnierten Feeds von 20 Nachrichtenportalen, und schaue dann bei der BBC, dem Guardian und der New York Time vorbei. Wenn ich tagsüber zuhause bin, lasse ich meistens Twitter laufen, wo die wichtigsten Nachrichten sowieso recht schnell aufschlagen. Abends schaue ich meistens Nachrichten im TV, entweder Tagesschau, BBC World, CNN oder Sky News und bevor ich ins Bett gehe, gehe ich einmal über die Internetseiten der HAZ, des Weser-Kurier und der Rheinischen Post und schaue noch kurz bei den Medienseiten der großen überregioalen Tageszeitungen vorbei. Damit habe ich mein Informationsbedürfnis abgedeckt, merken kann ich mir da sowieso alles nicht, aber meine Interessen sind damit bedient und alles Wichtige bekomme ich auch schnell, unkompliziert und direkt mit (ja, und bisher ist auch noch alles kostenlos). Und ich bekomme eben einigermaßen auch noch das mit, was vor meiner Haustür in Düsseldorf stattfindet und in meinen Heimatstädten Hannover und Bremen.

Wenn es also überhaupt noch einen Grund gibt eine Zeitung zu abonnieren, dann aus meiner Sicht nur für die lokale Berichterstattung, ansonsten musste ich bei der Lektüre der Zeitungen am Wochenende feststellen, dass ich kaum Informationen bekam, die ich am Vortag nicht schon im Feedreader hatte oder irgendwo anders gelesen hatte. Ich war erstaunt, wie viel Agenturmaterial gerade in den regionalen, aber auch in den überregionalen Zeitungen übernommen wird. dpa- und ap-Meldungen im Überfluss sind natürlich das Kaufargument für eine Zeitung, dann kann ich doch gleich den Newsticker laufen lassen, um mal ein Beispiel zu nennen. Sportberichte bekomme ich heute in zahlreichen Blogs viel ausführlicher und besser als in der regionalen Tageszeitung. Ergebnisse und Tabellen bekomme ich aktuell im Internet schon am Vortrag. Zeitungen müssen mir etwas bieten, dass mir noch nicht bekannt ist oder dass von solch guter journalistischer Qualität ist, dass ich am Kauf gar nicht vorbeikomme. Streiflicht, Seite 3 und die umfassenden Artikel im Sportteil wären ein Argument für die SZ. Nur wird dadurch die Zeitungskrise, wenn es sie denn gibt, nicht gerade kleiner, weil die Süddeutsche sowieso schon viele Menschen lesen. Aber es muss wohl ein Wunder passieren, dass ich nochmal eine regionale Tageszeitung kaufe oder abonniere.

Nun liegt das ganz offensichtlich vollkommen an mir, dass ich kein leidenschaftlicher Tageszeitungsleser mehr bin wie vor Jahren noch, weil sich mein Mediennutzungsverhalten so verändert hat, dass ich Informationen schneller und einfach anderswo wahrnehmen kann. Die Theoretiker der “Print ist tot”-Diskussion würden jetzt sagen, dass sich die traditonellen Medien, wie Tageszeitungen, viel zu lange dieses neue Mediennutzungsverhalten ignoriert haben und jetzt nur schwer die Kurve bekommen, gerade jüngere Abonnenten zu gewinnen. Natürlich ist für mein halbwegs umfassendes Meinugsbild nicht nur Information, sondern auch Hintergrund notwendig. Und da sind Printprodukte immer noch hervorragend geeignet, zum Beispiel durch die Wochenzeitung die ZEIT, die ich seit Jahren abonniert habe, und ja immer auch noch stark nachgefragt, trotz jährlicher Preiserhöhung und auch hier einem verstärkten Drang zur Boulevardisierung, wie beim SPIEGEL.

Wie sollten die Tageszeitungen also mit dem neuen Mediennutzungsverhalten, für das ich ja nur exemplarisch stehe, das aber einen Großteil der Gesellschaft erfasst hat, umgehen? Es wird sicherlich schwierig, solche Leute überhaupt als Abonnenten einer Zeitung zurückzugewinnen, vielmehr würde ich mir wünschen, dass die Verlage es endlich schaffen, mehr in Qualität und und Hintergrundberichterstattung investieren – und dafür dann eben auch Geld verlagen. Ich habe keine Probleme damit, für gute journalistische Leistungen Geld zu bezahlen, zum Beispiel das Streiflicht oder einen Hintergrundartikel zur NBA oder Premier League in der FAZ. Nur das ganze müsste einfach und schnell gehen, sonst schaue ich eben da, wo es immer noch kostenlos ist. Für die Internetseite des Guardian würde ich sogar ein Jahresabo abschließen. Und vielleicht schaffen die Verlage gerade durch solche Bezahlangebote eben auch den Kontakt und das Bewusstsein für das Zeitungslesen, gerade jetzt auch bei den 14-19-Jährigen, wieder herzustellen.

Es muss langfristig einiges geschehen, dass ich morgens wieder mit Freude zum Briefkasten renne. Aber ausgeschlossen ist das nicht. Mein Mediennutzungsverhalten ist scheinbar flexibler als die strategischen Überlegungen vieler Verlage.

Thema: Alltägliches, Zeitungen/Zeitschriften | Kommentare (4) | Autor: medispolis

2009

Mittwoch, 30. Dezember 2009 11:18

1. Zugenommen oder abgenommen?

  • Leicht zugenommen, ungefähr ein oder zwei Kilo. Vielleicht liegt es jetzt auch an dem Weihnachtsessen. Nehme mir fürs neue Jahr vor, wieder mehr Salat und weniger Eis zu essen.

2. Haare länger oder kürzer?

  • Im Winter eher ein wenig länger, was soviel heißt, dass meine Friseurbesuche seltener stattfinden. Im Sommer wie immer ganz ganz kurz. Tja, und was heißt das jetzt für die Frage. Keine Ahnung.

3. Kurzsichtiger oder weitsichtiger?

  • Immer noch kurzsichtig, aber nicht mehr kurzsichtiger als vor zwei, drei Jahren.

4. Mehr Kohle oder weniger?

  • Mehr Kohle.

5. Mehr ausgegeben oder weniger?

  • Mehr ausgegeben. Versuche das nochmal zu ergründen, ob das auch damit zu tun hat, dass man mehr Geld zur Verfügung hat.

6. Mehr bewegt oder weniger?

  • Generell im Sommer mehr. Im Winter ist die Motivation meist dahin. Dabei habe ich eine so schöne Laufstrecke in Düsseldorf gefunden, quer durch Parks und am Rhein entlang. Wird wieder verstärkt in Angriff genommen.

7. Der hinrissigste Plan?

  • An einem Wochenende mit Blockseminar freitagabends auf eine Party gehen mit der Prämisse, nichts zu trinken und um Mitternacht nach Hause zu gehen. Ziemlich gescheitert das Vorhaben.

8. Die gefährlichste Unternehmung?

  • Nur in Düsseldorf bewerben, in der Hoffnung, dass das mit dem Studienplatz klappt und gleichzeitig beim Arbeitgeber gekündigt und gesagt, dass ich ab Oktober in Düsseldorf sein werde. Gut gegangen.

9. Der beste Sex?

  • Offensivfußball vom FC Arsenal

10. Die teuerste Anschaffung?

  • Diverse Konzertkarten, i-Phone und wenn man so will Studiengebühren (immerhin 728 Euro)

11. Das leckerste Essen?

  • Grillabend bei Freunden in Bremen. Gegrillte Erdbeeren mit Schokoeis und eiskalter Vanillesauce. Bis heute ein Traumdessert. Ansonsten diverse Abende im Palladion (Lieblingsgrieche in Hannover) und im kleinen Olymp (Lieblingsrestaurant in Bremen).

12. Das beeindruckenste Buch?

  • Viel zu wenig gelesen dieses Jahr, mal abgesehen von Fachliteratur und Zeitungen/Zeitschriften. Lese gerade Payback von Frank Schirrmacher, weiß aber nach der Hälfte immer noch nicht, was ich davon halten soll. Ansonsten zum ersten Mal Frank Schätzing gelesen, was ich nicht bereut habe.

13. Der ergreifendste Film?

  • Ich gucke jedes Jahr vor Weihnachten einmal Tatsächlich Liebe, und finde den bis heute immer wieder sehenswert. Ansonsten auch dieses Jahr viel zu wenig im Kino. Einiges gesehen, u.a. 2012, Kaufhaus Cop, Slumdog Millionär, Inglorious Bastards und Twilight. Fand ich alles soweit gut, aber wirklich ergreifend war für mich 2009 zumindest im Kino eher wenig. Bin sowieso mehr der Serien-Fan, ganz vorne bei mir 30 Rock, West Wing und die siebte Staffel von 24.

14. Die beste CD?

  • Muse – The Resistance. Besonders positiv überrascht war ich von Lady Gaga (The Fame) und The Flaming Lips (Embryonic), was ich auch noch gut fand, waren die neuen Veröffentlichungen von a-ha, den Pet Shop Boys und den Killers (wenn auch schon Ende 2008 veröffentlicht). Geheimtipp aus diesem Jahr: Arctic Monkeys (Humbug) und Kasabian (Anspieltipp die Single Fire).

15. Das schönste Konzert?

  • Viele gute gesehen, aber das mit Abstand tollste und beste war Coldplay in Hannover. Hatte ein bisschen Befürchtung, dass ein ganzes Stadion und viele only Viva la Vida-Fans Coldplay ein wenig bremsen. Aber letzlich war es nach wackeligem Start einfach nur toll. Und wenn ich lese, dass vielleicht schon nächstes Jahr ein neues Album rauskommen soll und Coldplay wieder engeren Kontakt zu den Langzeitfans suchen wollen, steigt die Vorfreude auf Parachutes-Feeling schon. Musikalisch ganz weit vorne für mich auch weiterhin Snow Patrol und Muse, super Livebands.

16. Die meiste Zeit verbracht mit?

  • Nachdenken, arbeiten und ein wenig das Leben genießen.

17. Die schönste Zeit verbracht mit?

  • Ich weiß, dass du mitliest :-). Und die Antwort auf Frage 9  ist ganz bewusst durchgestrichen.

18. Vorherrschendes Gefühl 2009?

  • Wird schon alles klappen

19. 2009 zum ersten Mal getan?

  • In einem Auswahlgespräch gewesen. Im Bad getwittert. Rhabarberschnaps getrunken, Economist abonniert, im Sommer auf dem Balkon gegrillt, Mitglied bei Werder geworden, Premier League Spiel live im Stadion gesehen. Ernsthaft überlegt, ob ich wählen gehen soll. Schnee geschippt in Düsseldorf. Mich in Streamportalen umgeschaut.

20. 2009 nach langer Zeit wieder getan?

  • Wieder häufiger auf Konzerte gegangen, am Wochenende gearbeitet, regelmäßig zur Uni gehen, selber kochen statt essen gehen oder Bringdienste kommen lassen. Durch das verschneite Bremen spaziert.

21. Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten können?

  • Wohnungssuche in Düsseldorf, Nebel und Sprühregen im Februar und abweichende Blutwerte

22. Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?

  • Wählen gehen, auch wenn man mit der Politik unzufrieden ist. Dass man sich Coldplay live anhören muss und dass Düsseldorf, Bremen und Hannover ja fast um die Ecke liegen.

23. Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?

  • Zeit, Zuhören, da sein

24. Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?

  • Vertrauen, Zuhören

25. Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?

  • “Ah, du bist also der Felix aus dem studi VZ.”

26. Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?

  • “Das war jetzt nicht falsch, das war nur weniger richtig.”

27. 2009 war mit einem Wort …?

  • Überdurchschnittlich

Thema: Alltägliches | Kommentare (1) | Autor: medispolis

Nah- und Fernverkehrserlebnisse

Mittwoch, 23. Dezember 2009 9:51

Die letzten Tage mit dem teils rasanten Wintereinbrüchen waren für die Menschen, welche auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen sind, sicherlich kein schöner Abschnitt in der ohnehin schon stressigen Vorweihnachtszeit. Auch ich durfte es erleben, wie es ist Opfer von Schnee, Eis und Kälte zu werden – wie so viele andere auch.

Sonntagabend bin ich mit dem IC von Bremen nach Düsseldorf gefahren. Insgesamt meine derzeitige Heimat mit gut 45 Minuten Verspätung erreicht, wovon allein 25 Minuten Halten auf offener Strecke zwischen Essen und Duisburg eingerechnet sind. Das viel größere Problem bestand dann im Nachhauseweg vom Düsseldorfer Hbf, weil Bahnen nur noch sehr unregelmäßig oder gar nicht fuhren. Gleiches Schauspiel dann auch am Montag, wo ich fast zwei Stunden zur Uni gebraucht habe, weil diverse Bahnen gar nicht fuhren – und wenn, dann nur sehr unregelmäßig und nicht bis zum eigentlichen Endpunkt. Dafür klappte die Nachhausefahrt von der Uni am Montagabend zumindest einigermaßen problemlos, um dann dafür gestern Nachmittag wieder fast eine Stunde länger von Düsseldorf nach Hannover zu brauchen, weil Züge ausgefielen sind und damit Anschlüsse verpasst wurden. Irgendwann verliert man dann die Lust und die Haltung, alles ein wenig locker und entspannt zu sehen.

Nun bin ich weit davon entfernt zu sagen, dass bei solchen Witterungsverhältnissen alles perfekt laufen muss und man sich doch eigentlich viel früher auf den Wintereinbruch hätte einstellen müssen. Als ich Sonntagabend in Düsseldorf ankam, war ich sowas von perplex, weil ich solche Schneemassen in einer deutschen Großstadt selten gesehen habe. Dass dann nicht mehr alles nach Plan läuft, dürfte klar sein – und findet bei mir auch Verständnis. Was ich allerdings gar nicht begreifen kann, ist die mangelnde Bereitschaft, die Bevölkerung und damit die Kunden über den aktuellen Betriebsablauf zu informieren. Da gibt es in Zeiten der Internetdienste und zusätzlich über Radio und TV so viele Möglichkeiten, die aber einfach nicht wahrgenommen werden. Und überhaupt war die Informationslage an den Tagen eher dürftig.

Ein paar konkrete Beispiele: Zumindest für den Sonntag muss ich die Deutsche Bahn wirklich loben, die uns wirklich sobald es verkündbare Informationen gab, informiert hat. Man hat uns auch alles erklärt, warum wir jetzt warten – aufgrund von Weichenstörungen ist nur eingleisiger Fahrbetrieb möglich – und hat bereits in Dortmund darüber informiert, dass es im Laufe der Fahrt zu massiven Verspätungen kommen kann. Das klappte wunderbar, von daher richtet sich mein Ärger auch eher gegen die Düsseldorfer Rheinbahn. Ehrlich gesagt weiß ich noch nicht mal, ob die wissen, was gute und brauchbare Informationen sind. Als ich Sonntagabend in Düsseldorf ankam, lief über den Abfahrtszeitenbildschirm der Hinweis, dass es aufgrund der extremen Witterung auf allen Linien zu Verspätungen kommen kann. Ach, guck an, hätte ich jetzt nicht gedacht. Nach 30 Minuten war aber noch immer keine Bahn da. Dann muss die Rheinbahn meiner Meinung nach ganz einfach mal den Arsch in der Hose haben und sagen, dass bestimmte Stadtbahnlinien nicht mehr fahren. Und man nicht erst eine halbe Stunde in der Kälte steht, sondern sich andersweitig um Ersatz kümmert, zum Beispiel durch Fahrt mit der S-Bahn und eines etwas längeren Fußweges oder alternativ Taxi. Aber hinzuschreiben, dass es zu Verspätungen kommen kann – und man dann Ewigkeiten auf Bus und Bahn wartet, ist ungefähr so, als würde man sagen, man solle bei Dauerregen doch bitte eine regenfeste Jacke anziehen und nicht im T-Shirt durch die Stadt laufen.

Ärger über die Rheinbahn bei mir auch am Montagvormittag. Um mich zu informieren, wie ich aus Pempelfort zu Uni komme, schaue ich auf die Internetseite der Rheinbahn und lese diesen grandios präzisen, völlig überwältigenden Satz, dass es aufgrund der extremen Witterung auf allen Linien zu Verspätungen kommt, lediglich für einige U-Bahn Linien standen konkrete Hinweise, dass einzelne Streckenabschnitte nicht bedient werden. Also früh genug zur Haltestelle gegangen, als dann aber nach 30 Minuten weder die 706 noch die 707 vorbeischauten, zu Fuß in die Stadt gegangen. Auf dem Weg immerhin festgestellt, dass die 701 fährt, allerdings nur alle 20 Minuten und mit verkürzten Wagen. Zudem konnte ich sehr schnell feststellen, dass die 715 relativ regelmäßig fährt und die Bahnen durch die Altstadt nur bis Graf-Adolf-Platz fuhren und nicht weiter über Kirchplatz bis nach Bilk. Und dann frage ich mich doch ganz ehrlich, warum das nicht so und nur so auch detailliert im Netz als Info zu finden ist. Warum nicht? Wieso nicht der Hinweis, dass die 706 und 707 nur sehr unregelmäßig fährt und es empfohlen wird, andere Alternativen für die Fahrt Richtung Uni zu suchen? Zum Beispiel mit der 701, auf der ein Fahrplan im Takt von 20 Minuten versucht wird aufrechtzuerhalten. Aber nur hinzuschreiben, dass es zu Verzögerungen kommt, ist faul, dreist und alles andere als kundenfreundlich.

Und warum man nicht auch mal die Gelegenheit nutzt, im Radio über die aktuelle Verkehrslage zu informieren, weiß ich bis heute nicht. Das Lokalradio Antenne Düsseldorf würde sich da ja sicherlich anbieten. Ich will ja gar nicht so weit gehen und fordern, dass aktuelle Verkehrsmeldungen der Rheinbahn getwittert werden, aber eine detaillierte Übersicht im Internet darf ich ja wohl als Kunde erwarten. Man sollte es seinen Fahrgästen so leicht wie möglich machen. Und eigentlich finde ich es selbstverständlich bei Schneehöhen von 20 Zentimetern nachts die Hauptlinien zumindest einigermaßen frei zu räumen und Weichen und Verkehrskreuzungen nicht erst um 11:00 Uhr mit Salz zu bestreuen. Hoffentlich lernt man für den nächsten Wintereinbruch.

Und die Deutsche Bahn sollte mal überlegen, dass bei schlechtem Wetter und Ferienbeginn mehr Leute fahren als sonst ehe schon üblich und es damit sicherlich im Berufsverkehr zu noch überfüllteren Zügen kommt. Aber ein Zusatzzug grenzt da ja schon fast an ein Weltwunder.

Thema: Alltägliches, Düsseldorf | Kommentare (2) | Autor: medispolis