Beitrags-Archiv für die Kategory 'Alltägliches'

Was war, was ist, was sein wird

Mittwoch, 7. Oktober 2009 15:50

Ich habe  vorhin in einer ruhigen Stunde mal die letzten Wochen hier im Blog durchgeblättert und dann doch sehr schockiert festgestellt, dass ich eher wenig Inhalt beigetragen habe. Das tut mir einerseits Leid, andererseits zeigt es, dass ganz offensichtlich nicht viel Zeit zum Bloggen war. Bin ich doch immer mehr der Auffassung, dass man sich zum bloggen Zeit nehmen sollte, und das nicht alles irgendwo zwischen Tür und Angel machen. Geht natürlich auch, finde ich aber schlechter, als für ein paar Tage einfach mal gar nichts zu schreiben. Es war ja auch einiges auf der Agenda, allen voran mein Umzug nach Düsseldorf. Das eigentliche Umziehen war das kleinste Übel, aber die Vor- und Nachbereitungen haben dann doch viel Zeit (und auch ein paar Nerven) gefressen. Allen voran, weil ich noch nie zwischen zwei Städten umgezogen bin, die weiter als eine Fahrstunde mit dem Auto auseinander liegen. Aber das ist Vergangenheit, genau so wie Bremen, wobei in meinen Gedanken stets präsent – was sich wohl auch nicht ändern wird. Aber ist ja auch nicht schlimm.

Gegenwart, Mittwochnachmittag, mein dritter richtiger Tag in Düsseldorf. Meine Wohnung ist eingerichtet, ich sitze mit einer Streuselschnecke und einem Cappucino am Schreibtisch, ich kann mit der Außenwelt kommunizieren und habe jetzt auch die nähere Umgebung erkundet. Auch wenn ich bisher nur 72 Stunden hier bin, Düsseldorf gefällt mir auch als Einwohner weiterhin so gut wie bei meinen Tagesbesuchen im Sommer. Etwas besseres Wetter hätte ich mir für die ersten Tage schon gewünscht, zumal ich eigentlich vorhatte, noch ein paar Ausflüge in der Oktobersonne zu machen. Muss dann erstmal verschoben werden. Dafür heute Vormittag im NRW Forum Catwalks gesehen. Auch wenn mich Modeschauen nicht sonderlich begeistern, war das schon sehr interessant aufbereitet. Heute Morgen kurz in der Uni gewesen. Mit der 707 scheint es die günstigste Verbindung zu sein. In Düsseldorf beobachtet man übrigens dasselbe Phänomen wie in Bremen, was den Fuhrpark der Stadtbahnen angeht. Von traditionell bis supermodern ist alles dabei. Aber das Ansagen der Haltestellen durch den Fahrer hat schon Stil. Nicht so sehr freuen sich Mütter mit Kindern und Rollstuhlfahrer über die alten Straßenbahnen. Aber insgesamt kann ich mich mit Düsseldorf immer mehr erwärmen. Zumindest mit meiner Umgebung, in der ich täglich leben werde.

Ich habe lange überlegt, was ich mit diesem Blog machen werde. Schließen, längere Pause oder Weitermachen. Die Antwort fiel dann schnell auf Weitermachen, die übrigen Alternativen standen eigentlich nie zur Debatte. Ich hoffe, dass Sky es dann auch mal schafft mir nicht nur Geld für den Smartcardtausch abzubuchen, sondern mir eine neue Smartcard auch mal zuzuschicken, damit ich weiter Werder und Premier League schauen kann. Ich habe keine Ahnung, in welche Richtung sich das hier entwickeln wird und wieviel Zeit ich die nächsten Monate und zwei Jahre haben werde hier Inhalt beizusteuern. Mal sehen, was dann im Laufe der Zeit dabei herauskommt. Ich weiß es nicht, aber ich freue mich drauf. Inhaltlich bleibt es weiterhin bei den drei Themenschwerpunkten, hin und wieder ergänzt durch einen kleinen persönlichen Touch aus dem Alltag eines Studenten in Düsseldorf.

In diesem Sinne, das Kapitel Düsseldorf ist aufgeschlagen worden. Danke fürs Lesen über all die Jahre. Es kommen noch ein paar hinzu.

Thema: Alltägliches | Kommentare (3) | Autor: medispolis

Auf Wiedersehen, Bremen

Samstag, 3. Oktober 2009 19:21

Häufig ist es ja so, dass man Dinge im Leben am meisten vermisst, wenn sie nicht mehr um einen herum sind. So wird das wohl auch bei mir mit Bremen sein. Wobei ich Bremen ständig vermisse, auch wenn ich nur mal ein paar Tage nicht mehr da bin. Aber ich habe mich ganz gut daran gewöhnt, Bremen in der nächsten Zeit etwas seltener zu sehen. Ich werde trotzdem alle schönen Ereignisse in Erinnerung behalten, die Sommerabende an der Schlachte, die Kneipenabende im Viertel, das eher beschauliche Horn-Lehe, das wunderschöne Stadtzentrum und natürlich auch das Weserstadion. Ich mag Bremen sehr, eben weil es als Großstadt immer noch ein wenig beschaulich geblieben ist, weil die Menschen unglaublich offen und herzlich sind und weil Bremen gerade in den letzten Jahren einen immer stärkeren maritimen Touch bekommen hat. Und der steht Bremen sehr gut.

Viele Menschen, die Bremen nicht kennen oder in Bremen nicht wohnen, sehen häufig nur die offensichtlichen Fakten: Kleines Bundesland, eigentlich überflüssig, pleite, mit Bremerhaven einen kleinen Partner an der Hand, der durch Massenarbeitslosigkeit und rechte Stimmengewinne glänzt. Das mag teilweise auch richtig sein, aber alle, die mich in den letzten Jahren in Bremen besucht haben und die Stadt noch nicht kannten, waren begeistert und wollten gerne wieder kommen. Und das scheint mittlerweile ein allgemeiner Trend zu sein. Vom Gefühl her kommen viel mehr Touristen nach Bremen als noch vor fünf oder drei Jahren.

Ich habe in Bremen unglaublich viele nette Menschen getroffen, viele sind zu sehr guten Freunden geworden. Ich habe also stets beste Gründe mal wieder nach Bremen zu fahren. Und ich nehme es mir auch fest vor. Und zum Abschluss habe ich mich quasi als kleines Geschenk an die Stadt endlich für eine Vollmitgliedschaft bei Werder entschlossen. Das wird in den nächsten Tagen in Angriff genommen. Mit ganz vielen schönen Erinnerungen, aber auch Gedanken an ein paar blöde Entscheidungen und Versäumnisse, die ich immer noch ein wenig bereue, geht es jetzt nach Düsseldorf. See you soon, Bremen, und bleib so wie du bist.

War noch was? Ach ja, lebenslang grüß-weiß. Ist ja wohl mal klar.

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Die letzten Tage in Bremen

Sonntag, 27. September 2009 18:15

Ich weiß, dass es hier die letzten Tage mal wieder ein wenig ruhiger war. Ich habe aber auch den ersten Teil meines Umzuges nach Düsseldorf absolviert. Mittlerweile sind alle meine Möbel in der neuen Wohnung, ich bleibe aber Bremen noch eine Woche erhalten und werde von Hannover aus pendeln. Am 05.10 geht es dann endgültig von Weser und Leine an den Rhein. Fällt es mir schwer Abschied zu nehmen? Ja! Freue ich mich auf die neue Zeit? Ja! Irgendwie ist eine Woche zwischen ein bisschen Traurigkeit und Vorfreude auf eine neue Zeit. Und soweit liegen Bremen, Hannover und Düsseldorf auch nicht auseinander. Gibt es nicht schon genug Gründe für den Wechsel nach Düsseldorf aufgrund des Studiums, gefällt mir das kulturelle Angebot in der Region unfassbar gut. Da muss ich schon mit Bedacht auswählen, was ich alles sehen möchte. Also, jetzt an diesem Sonntagnachmittag liegt erstmal noch eine Woche im schönen Bremen vor mir, auf die ich mich sehr sehr freue. Aber zunächst ein Rückblick auf Ereignisse und Gedanken der letzten Tage.

Montag, 22.09.

Zum letzten Mal ein Montag, wo ich von zuhause in Horn-Lehe aus ins Büro fahre. Das Wetter ist großartig, so, wie ich es so schätzen gelernt habe im Hollerland. Wieder dichter Bodennebel über den Feldern, darüber strahlt die Sonne vom wolkenlosen Himmel. Also mit dem Fahrrad der bekannte Weg, den ich fast schon im Schlafen absolvieren kann. Ein kurze Stück am Autobahnzubringer, auf den Jan-Reiners-Weg, über das Uni-Gelände und dann auf der Parkallee am Bürgerpark entlang in die City. Brauche wieder fast 30 Minuten und liege damit im Schnitt. Habe es mal in 23 geschafft, aber da hatte ich mal Rückenwind bei einem Wintersturm. Arbeitstag wie immer voll gepackt, am frühen Abend zuhause, zwischendurch eingekauft. Zuhause eine To-Do-Liste für die Woche erstellen. Ist ja doch viel Kleinkram zu erledigen. Mir graut schon ein wenig davor irgendwas Wichtiges vergessen zu haben. Aber lässt sich sicherlich alles spontan gerade biegen, sage ich mir. Telefoniere fast eine Stunde am Abend und falle dann doch recht müde ins Bett – um kurz nach neun. Schaffe immerhin noch zwei Podcasts zu hören. Meine Wohnung wirkt aufgeräumt und sortiert.

Dienstag, 23.09.

Ich habe frei, stelle mir den Wecker aber trotzdem wie immer auf 06:30 Uhr. Genug Tätigkeiten auf dem Zettel, die man an einem freien Tag machen könnte. Das Weckerklingeln höre ich zwar, ich stehe aber erst um kurz nach acht auf. Wenn man schon mal die Chance hat unter der Woche auszuschlafen…am Vormittag volles Programm. Friseur, Bank, Schuhmacher, Baumarkt, dazu ein paar Telefonate und Einrichten des Mail-Accounts an der Uni Düsseldorf. Zum Mittag gibt es Fisch. Ich sehe schon, dass ich in Düsseldorf häufiger zu Gosch gehen muss für eine Portion Fisch. Aber gut, warum nicht. Zum Nachtisch gibt es die exzellente Dokumentation über Coldplay aus The South Bank Show von ITV. Brilliant gemacht. Nach solchen 45 Minuten fällt es dann schwer, Kartons zu packen. Geht dann aber doch ganz angenehm, dauert aber länger als geplant. Entdecke viele Sachen, von denen ich meinte, ich hätte sie längst nicht mehr. Sortiere auch viel aus. Am Ende bin ich zufrieden – und meine Wohnung eine einzige Baustelle. Mit dem Schreibtischstuhl darf ich jetzt nicht zurückrollen, weil ich sonst das leere Bücherregal umhaue. Beim Aufstehen muss ich aufpassen, dass ich nicht über einen Turm von Kartons stolpere. Während ich die Kartons packe, spricht Obama auf Sky News über den Klimawandel, am Abend schaue ich aus dem Augenwinkel Leeds gegen Liverpool im Carling Cup. Irgendwann höre ich Torjubel, flitze aus der Küche vor den Schreibtisch und stolpere fast über einen Karton, der da normalerweise nicht steht. Aber normal sind diese Tage sowieso nicht. Erneut wunderschöner Sonnenuntergang über dem Hollerland.

Die nächsten Tage sind eindimensional. Büro, abends packen und immer weniger Platz sich in der Wohnung halbwegs zurechtzufinden. Mein Archiv gesammelter Zeitungen wird auch immer kleiner, weil ich mich dafür entschieden habe, Geschirr in Zeitungspapier einzuwickeln. Warum, weiß ich gar nicht mehr genau. Aber wahrscheinlich, damit nichts kaputt geht. Als letztes müssen dann PC, Fernseher und Schreibtisch dran glauben. Freitagabend, kurz nach acht. Ich habe alles eingepackt. Kann mich kaum mehr frei bewegen, habe nichts zu tun. Kann kein TV schauen. Nichts. Stehe auf dem Balkon, i-Pod auf und lasse die schönen Jahre in Bremen Revue passieren. Letzte Nacht in meiner Wohnung, aber noch eine Arbeitswoche in Bremen.

Am Wochenende dann Umzug der Möbel nach Düsseldorf. Hat alles ganz gut geklappt. Bin erleichtert. Und jetzt geht es in die allerletzten Tage in Bremen. Eine Woche als Pendler. Das lässt sich überstehen.

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Einfach mal die Pausentaste drücken…

Samstag, 29. August 2009 11:43

Mein Leben fühlt sich derzeit wie eine hektische Reise an, irgendwo zwischen Bremen, Düsseldorf und Hannover, irgendwo zwischen frühem Aufstehen und morgendlichen Zugfahrten und erschöpften Nachmittagen und drei Stunden Schlaf im Inter City auf dem Rückweg nach Bremen. Ich hoffe sehr, dass dieser Zustand sich Anfang der Woche erledigt hat und endlich wieder der Alltag in ruhigeren Bahnen verläuft. Deshalb auch seit ein paar Tagen hier weniger los, aber ich bemühe mich das wieder zu ändern. Aber momentan muss das Bloggen einfach mal hinten anstehen.

Und wenn man dann morgens um kurz nach vier aufsteht und mit dem ersten Zug, EuroCity 7 nach Chur, Richtung Rheinland fährt und ganz alleine im vorderen Wagen sitzt, dann kommt einem das Gefühl nahe, dass im Leben doch eigentlich alles in Ordnung ist und man vielleicht auch auf hohem Niveau über die Situation klagt, weil ja alles viel schlimmer sein könnte. Das ist ja auch völlig richtig – doch ich finde es furchtbar, wenn man ständig unterwegs ist, wenn man bei dem einen Projekt schon an das andere denken muss, wenn man zu Beginn der Woche mit all seinen Aktivitäten und Plänen schon auf das Ende der Woche Rücksicht nehmen muss – und vor allem, wenn man nicht weiß, ob das alles, was man sich vornimmt, auch erfolgreich sein wird. Enttäuschungspotential war noch nie größer. Und bei der ganzen Hektik und trotzdem den ganzen schönen Momenten um einen herum möchte man dann einfach mal die Pausentaste drücken, mal für einen Moment länger stehen bleiben, mal das Hier und Jetzt genießen – und nicht schon wieder mit den Gedanken bei der Wohnungsbesichtigung um 13:30 Uhr sein.

Einfach mal auf Pause drücken. Hey, Euro City 7, fahr doch einfach mal rechts ran, für drei bis vier Minuten aufs Abstellgleis, lass dich von lahmen Güterzügen überholen, aber bleib stehen. Ich könnte das Fenster runtermachen, frische Sommerluft an einem herrlichen Morgen einatmen und in aller Ruhe den tollen Sonnenaufgang fotografieren. Aber nein, du bretterst mit 200 km/h über Weichen und Gleise, immer näher deinem Ziel entgegen. Und plötzlich ist es hell draußen.

Ich will beim Coldplay-Konzert ständig auf Pause drücken, bei jedem Lied, bem Chor von Viva la Vida, bei den bunten Schmetterlingen, die durch die Arena fliegen, bei den großen gelben Ballons, die bei Yellow durch den Innenraum schweben. Ich will, als ich Dienstagnacht umarmt werde, nicht mehr loslassen, muss mich aber doch trennen.

Ach, lieber Düsseldorfer, für ein paar Minuten muss die 704 Richtung Kniebrücke und Landtag wegen eines Unfalls anhalten. Der Straßenbahnfahrer gibt durch, dass es in Kürze weiter geht. Alle Fahrgäste springen auf, verlassen die Bahn und gehen zu Fuß weiter, suchen hektisch nach Alternativmöglichkeiten der Weiterfahrt. Als ich der letzte im Fahrzeug bin, springe ich auch auf und hetze zu Fuß zum nächsten Besichtigungstermin. Wieder Hektik. Kurz vor meinem Ziel überholt mich wieder die Straßenbahn, fast leer, ohne Menschen.

Es ist eine Situation irgendwo zwischen latenter Unzufriedenheit, Vorfreude auf die nächsten Monaten in Düsseldorf und ein wenig Traurigkeit, das Bekannte und Bewährte aufzugeben. Und alles gepaart mit Hektik, die ich aber so gerne vermeiden würde, andererseits wird es nie langweilig. Und zwischen all den Hochs und Tiefs bewege ich mich gerade. Aber ich weiß, dass wenn alles gut geht, in den nächsten Tagen ein stabiles Hoch kommt. Und dann verichte ich auf die Pausentaste und würde wahrscheinlich am liebsten vor- und zurückspulen in meinem Leben.

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Coldplay in Hannover

Mittwoch, 26. August 2009 17:30

Mir fehlen immer noch die Worte um den gestrigen Abend zu beschreiben. Grandios, toll, gefühlvoll, mächtig, zurückhaltend, stimmungsvoll. Irgendwie ein bisschen von allem. Und am allerliebsten möchte ich einfach den großen Ballon an die Hand nehmen und mich zum nächsten Konzert fliegen lassen. Jetzt heißt es wohl erstmal zwei Jahre warten. Wie immer, Coldplay, See You Soon.

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Just four friends trying to make great music

Donnerstag, 20. August 2009 22:38

Coldplay spielen Acoustic-Version von Yellow am 18.06.08 bei der BBC. Foto: kavita41

Coldplay spielen Acoustic-Version von Yellow am 18.06.08 bei der BBC.

“In a telescope lens, and all you want is friends. I’ll see you soon” Coldplay – See You Soon

Am Dienstag ist es dann endlich soweit: Coldplay Open Air in Hannover – und der Tag, auf den ich mich seit Monaten freue. Zum ersten Mal meine absolute Liebligsband auf Stadiontour in Deutschland. Coldplay – eine der derzeit angesagtesten und erfolgreichsten Musikgruppen des 21. Jahrhunderts, aber auch eine etwas seltsame Band. Vier Männer, die ein bisschen in ihrer ganz eigenen Welt leben und damit Coldplay anders machen als viele erfolgreiche Musikgruppen. Irgendwo zwischen der Schüchternheit eines Chris Martin und dem Selbstbewusstsein weit über 30 Millionen Alben verkauft zu haben, begeistern Coldplay seit fast 10 Jahren – in ihrer ganz eigenen Welt. Coldplay sind anders, aber trotzdem besonders. Und das vor allem aufgrund ihrer Musik.

Wie wird eine Band zu einer Lieblingsband? Ich hatte 2001 in das schon etwas ältere Debüt-Album “Parachutes” reingehört, ganz zufällig, weil ich das Cover mit dem Globus so schön fand. Und ich war von der Musik ganz angetan und hatte Coldplay weiter in meinem Hinterkopf. 2002 kam dann ja das zweite Studioalbum A Rush Of Blood To The Head – und seitdem hatte es mich völlig gepackt. Ich war so fasziniert von der Musik, von den wunderschönen Balladen wie “The Scientist” und “Green Eyes” von “Clocks” und der nachdenklichen und mächtigen Song “Politik”. Drei Jahre später dann der nächste Schritt. Ich fand das dritte Album X&Y noch einmal besser, allen voran “Speed of Sound” und “Fix You”. Und seitdem so oft es eben geht auf die Konzerte gegangen, viel über Coldplay gelesen und gesehen. Doch nach X&Y wurde es lange ruhig um Chris Martin, Jonny Buckland, Will Champion und Guy Berryman, die sich damals auf dem College getroffen hatten um Musik zu machen. Just four friends trying to make great music. Und nach dem dritten erfolgreichen Studioalbum stellte sich dann die Frage, wie man weiter erfolgreich sein kann, was man neu und besser machen kann und muss, um weiterhin die Arenen und Stadien voll zu bekommen.

Und wenn man diesen Revitalisierungsprozess von Coldplay vor ihrem vierten Studioalbum Viva la Vida or Death and all his Friends verstehen will, muss man sich ein wenig mit dem Innenleben der Band vertraut machen, soweit es zumindest an die Öffentlichkeit drängt. Chris Martin, Frontman und Lead Singer von Coldplay, hat einmal gesagt, sass er nicht so wie Usher tanzen kann, nicht so wie Beyonce singen kann und seine Songs nicht so schreiben kann wie Elton John. Deshalb beruhe Coldplays Erfolg vielmehr auf Enthusiasmus und Leidenschaft, als auf die Fähigkeiten aller vier Bandmitglieder. “We can do the best with what we’ve got.” Und dafür brauchte es eben eine kleine Erneuerung, mehr Frische, mehr Kreativität um ein weiteres Kapitel an die Trilogie der ersten Alben zu hängen. Weniger Trauer, weniger Melancholie, mehr Begeisterung und Leben in den Songs. Parallel dazu geben sich Coldplay auf ihren Konzerten anders. War es vor fünf Jahren fast noch Schüchternheit, sind es heute Hingabe und Interaktivität mit den Fans. Man traut sich zu kommunizieren, so blöd das auch klingen mag. Eben weil man es sich selbst bewiesen hat, dass man durch Veränderung noch mehr Erfolg haben kann. Das nehmen auch die eher zurückhaltenden, schüchternen Jungs von der Insel sehr erfreut zu Kenntnis. Auch wenn man eigentlich nie richtig im Rampenlicht stehen möchte. Man möchte nur Musik machen und am liebsten auf Interviews verzichten. So groß das Befremdnis gegen Kommerz und Kommerzialisierung – man ist selbst in dieser Blase drin und versucht sich immer besser in ihr zurechtzufinden. Vor drei Jahren eine Charaktereigenschaft der Band, die schwer vorstellbar schien. Coldplay haben sich selbst mal als eine Band mit einer komplizierten menschlichen Beziehung, als eine seltsame Ehe bezeichnet – nur zu viert und ohne Sex. Und vielleicht hat genau der im übertragenden Sinne gefehlt – und Leidenschaft war wieder von Nöten nach X&Y für den kleinen, aber feinen Wandel von Coldplay, musikalisch, wie vom Auftreten in der Öffentlichkeit.

Was macht Coldplay nicht nur für mich so besonders? Vor allem ist es eben die Musik, die vielen Titel, welche man zu so vielen unterschiedlichen Zeitpunkten und verschiedenen Gefühlslagen hören kann. Wenn man traurig ist, dann die großartige Ballade “The Scientist”, das von dem Ende einer Beziehung handelt und das Leben  eines engen Freundes der Band erzählt. Oder die Aufbruchstimmung von “Fix You”, nach jedem Tief kommt auch ein Hoch. Das Lied ist übrigens für Martins Ehefrau Gwyneth Paltrow geschrieben worden, deren Vater gestorben war. Oder eben das fröhliche Viva la Vida. Alles ist so wie es ist – und es ist gut so. Aber es ist eben nicht nur die Musik. Mir gefällt auch, wie Coldplay sich nach außen geben, wie sie als Band zusammenhalten und mit dem Ruhm und dem Erfolg umgehen. Die britische Presse mag das zwar gerne mal als zu ehrlich und langweilig berzeichnen, aber ich finde es eine Bereicherung, wenn man nur durch Musik und gesellschaftliches Engagement auffällt. Und nicht durch Skandale, Drogenexzesse oder Pöbeleien. Ich sehe Will Champion lieber hundertmal Fußball spielen vor einem Konzert als irgendwie seinen Rausch auszuschlafen. Und Chris Martin schafft auf der Bühne auch immer besser den Spagat zwischen ängstlich und selbstbewusst. Aber stets ehrlich und authentisch.

Wer Drogen nimmt, fliegt weiterhin raus. Nur eine der vielen Band-Regeln. Man möge doch mystisch bleiben und eher wenig Interviews geben. Und Alben dürften fortan nicht mehr länger als 42 Minuten sein. Als Reaktion darauf, dass Chris Martin am liebsten noch heute drei Songs vom X&Y Album streichen würde. Natürlich steht Martin besonders im Mittelpunkt der Boulevard-Welt, nicht nur wegen Coldplay, sondern auch seiner Ehefrau, Hollywood-Star Gwyneth Paltrow. Aber ich kenne wenige Menschen, die damit so zurückhaltend umgehen. Keine Kameras, wenn sie zusammen sind, keine gemeinsamen Interviews, die privaten und beruflichen Leben sind strikt getrennt. “It feels best”, sagt Chris Martin. Und am allerbesten ist es, wenn er darüber Journalisten gar keine Auskunft geben muss. Da freut sich auch der Rest der Band. Auf die Frage, welche Songs Chris Martin in seiner Top Drei sehen würde, nannte er vier: Politik, Fix You, Yellow und Clocks. Ich gehe mal davon aus, dass wir alle am Dienstag hören werden. Und dass er vier statt drei nennt, kann man Chris Martin nun wirklich nicht böse nehmen. Neues Selbstbewusstsein wäre es gewesen, wenn er gleich zehn aufgezählt hätte.

Was die Zukunft von Coldplay angeht, herrscht für die Fans erstmals Beruhigung. Gerüchte, die im Winter aufkamen, wonach die Band sich trennen werde, waren Gerüchte. Mehr nicht. Am neuen Album wird bereits gearbeitet. Es soll angeblich etwas ganz Neues sein. Das kann bei Coldplay nie verkehrt sein. Trotzdem ist es immer wieder schön alte Songs und Melodien zu hören. Darauf freue ich mich am Dienstag. Und live ist Coldplay sowieso ein unbeschreibliches Erlebnis. Und solange Chris Martin noch Songs schreibt, bis sein Haar wächst, weiß ich, dass Coldplay uns noch ein paar Jahre erhalten bleiben. Vielleicht ein weniger mystisch als bisher.

Und wie die neue Kreativität aussieht, sollte sich diese Acoustic-Version von Yellow anschauen.

Look at the stars, look how they shine for you, and everything you do, and they were all yellow.

Foto: kavita41

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Feels like home without home

Mittwoch, 19. August 2009 22:19

Düsseldorf

Weniger erreicht als ich gedacht und erhofft hatte. Uni-Krams lief super, Wohnung solala. Dafür kenne ich jetzt Düsseldorf immer besser, weiß, in welche Straßenbahn ich steigen muss ohne nochmal vorher in den Faltplan zu schauen und weiß jetzt auch, wo man wohnen kann und was man besser meiden sollte. Und trotz 33 Grad und langen Fußmärschen durch Düsseldorf habe ich in einer perfekten Wohnung den Schimmel im Badezimmer entdeckt. Man muss ja immer das Positive aus dem Leben ziehen.

To be continued.

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Luftveränderung: Düsseldorf Is Calling!

Donnerstag, 6. August 2009 11:30

Kleine Quizfrage vorne weg: Was macht man, wenn man sich in einer Stadt sehr wohl fühlt, in einer schönen Wohnung wohnt mit traumhafter Aussicht auf Sonnenuntergänge, man mit seinem Job in der Stadt mehr als nur zufrieden ist, man viele Freunde in der Stadt hat, die man definitiv vermissen wird, wenn sie nicht um einen herum sind, und wenn man in einer Stadt wohnt, die den tollsten Fußballverein Deutschlands hat, und wenn man eigentlich alles so lassen könnte, wie es jetzt ist – weil es schön ist und man selbst sehr zufrieden ist?

Die einzig richtige Antwort ist Umziehen in eine neue Stadt, mit neuer Umgebung und neuen Leuten. So wird es dann mir in den nächsten zwei Monaten gehen. Nach langem Hin und Her hatte ich mich dann doch dafür entschieden, noch ein Masterstudium zu machen, weil auf lange Sicht der Bachelor wohl doch nicht gut genug ist, später irgendwann einmal einen vernünftigen und  gut bezahlten Job zu haben. Das Plädoyer für eine bessere Bildungspolitik entfällt. Also habe ich lange in mich hinein gehört und als ich letzte Woche im Düsseldorf zum Auswahlgespräch war und dieser Tage eine feste Zusage bekam, habe ich mich nun auch ein bisschen schweren Herzens dafür entschieden, Bremen erstmal zu verlassen und für mindestens zwei Jahre in Düsseldorf zu leben, wo ich ab Mitte Oktober dann meinen Master in Politischer Kommunikation mache (ein interdiziplinärer Studiengang der Politikwissenschaften und Medien- und Kommunikationswissenschaften). Wenn man so will, ein Thema, das mich schon seit Ewigkeiten interessiert, und wo es mir dann auch nicht sehr schwer fiel den Studienplatz anzunehmen, weil mir das sicherlich neben der Vermittlung von Wissen auch so sehr viel Spaß machen wird.

Düsseldorf also, in erster Linie natürlich ausgesucht aufgrund des Aufbaus und Inhalt des Studiengangs, aber Düsseldorf als schöne Stadt am Rhein und in einer Metropolregion Rhein-Ruhr mit fantastischem kulturellen Angebot (habe schon 10 Konzerte auf dem Zettel, wo ich hingehen möchte) macht die Entscheidung Bremen zu verlassen dann doch ein wenig einfacher. So groß die Freude dann für Luftveränderung ist, so herausfordernd werden wohl die nächsten Wochen mit Suche einer Wohnung, WG-Zimmer oder ähnliches. Fällt eindeutig unter die Kategorie: Kann viel Spaß machen, ist teilweise auch anstrengend, muss aber wohl sein.

Von daher gibt es hier in den nächsten Wochen ein paar mehr Erfahrungsberichte und Tipps, wie man es problemlos schaffen kann (oder auch nicht) in einer Stadt zu arbeiten und drei Stunden Zugfahrt entfernt sich in einer anderen Stadt nach Wohnungen oder Zimmern zu erkundigen und die nach Möglichkeit auch anzuschauen. So hundertprozentig weiß ich noch nicht, wie mir das gelingen kann, aber unmöglich scheint es nicht – und ein bisschen freue ich mich auf auf den positiven Stress der nächsten Wochen und Monate. Zunächst ist erstmal alles geregelt, von daher heißt es jetzt, die Tage zu zählen, die ich Bremen noch genießen kann – und dann freue ich mich auf Düsseldorf. Schauen wir mal, wie sich das alles entwickelt.

Eine Sache noch: Falls hier jemand aus Düsseldorf vorbeischaut oder schon einmal in Düsseldorf gewohnt hat, Bekannte dort hat, und mit Erfahrungen und Tipps aufwarten kann, bin ich für alles offen, was Vorschläge, Tipps und Erlebnissen über den Wohnungsmarkt in Düsseldorf angeht. Ich habe schon einiges gehört, freue mich aber jederzeit gerne auf neue Hinweise. Einfach in den Kommentaren oder per Mail an Felix.Flemming@medien-sport-politik.de schreiben. Danke schon einmal im Voraus.

So, und jetzt. Die letzten zwei Urlaubstage im Bremer Hochsommer genießen. Wird für erste ja die letzte Gelegenheit sein. Bye Bremen, Hallo Düsseldorf heißt es dann ab Oktober. To be continued.

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Snow Patrol im Hamburger Stadtpark

Freitag, 31. Juli 2009 10:22

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Brief an Ulla Schmidt

Samstag, 25. Juli 2009 17:09

Sehr geehrte Frau Schmidt,

ganz ehrlich. Ich halte nicht viel so Ihrer Politik und der Art und Weise, wie sie ihre Politik vermitteln. Ganz beiläufig habe ich dann heute Mittag gelesen, dass Ihr Dienstwagen geklaut wurde. Danach habe ich auch gleich weitergeblättert, weil ich es gar nicht für weiter erwähnenswert hielt. Erst eine Stunde später laß ich dank zahlreicher Tweets, dass der Vorfall im Urlaub in Spanien passiert ist. Das tut mir Leid für Sie. Das muss unangenehm sein. Jetzt im Sommerloch – so eine Geschichte. Politiker haben es schwer, ich weiß.

Da sträuben sich dann bei mir wieder alle Haare, weil ich hundert Möglichkeiten kenne, für den Steuerzahler eine günstigere Lösung zu finden als ihren Dienstwagen nach Spanien zu fahren. Und jetzt muss man auch noch einen neuen kaufen. Hoffentlich haben Sie dafür schon Zusatzbeiträge eingeplant.

Aber egal. Ich las dann auch, dass Sie bis August noch  in Spanien seien. Frau Schmidt, Stil wäre es gewesen, wenn Sie dann auch in ihrem Dienstwagen die 3-Tage-Reise nach Spanien gemacht hätten (hätte doch zeitlich auch gepasst, sie sind ja wohl schon länger da), durchs wunderschöne Rhone-Tal, an den Pyrenäen vorbei und die spanische Mittelmeerküste entlang. Ist eine großartige Strecke. Und noch besser wäre es gewesen, wenn sie das alles schön bildlich dokumentiert hätten. Ich wette, die Web 2.0-Gemeinde wäre begeistert gewesen, wenn Sie getwittert hätten, dass Sie in ihrem Dienstwagen gerade die letzte Mautstation passiert hätten und jetzt den Sonnenuntergang entgegen fahren und in Canet Plage bei Perpignan noch übernachten würden.

Und so hätte man vielleicht auch die französische Schulen mit den spanischen Einrichtungen vergleichen können. Und in Collioure gibt es ganz tolle Restaurants in der Altstadt. Aber so bleibt der Eindruck: Wieder hat der deutsche Staat Geld verplempert. Vielleicht können Sie sich ja einmal dafür einsetzen, dass Dienstwagen in der EU europaweit für Politiker zur Verfügung stehen. Dann fahren Sie halt mal in einem spanischen Dienstwagen. Oder ganz normal auch für dienstliche Zwecke in einem simplen Mietwagen. Ist das denn so schwer und nicht realisierbar.

Herzliche Grüße und schönen Urlaub noch. Wie kommt denn jetzt eigentlich Ihr Dienstwagenfahrer zurück?

Felix Flemming

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