Beitrags-Archiv für die Kategory 'Alltägliches'

Herbst-Atmosphäre

Dienstag, 16. November 2010 22:12

Ich bin kein Freund der jetzigen Jahreszeit. Ich liebe Sommer, wenn es früh morgens schon richtig warm ist, wenn es tagsüber heiß und schwül wird und abends die Gewitter über die Stadt ziehen. Und ich finde Winter großartig, wenn es draußen richtig kalt ist, Schnee fällt oder die Sonne scheint. Aber mit dem Herbst konnte ich mich noch nie so richtig anfreunden, immer dieses Novembergrau, der tagelang anhaltende Hochnebel, der nervige Sprühregen, dazu Temperaturen irgendwo zwischen fünf und elf Grad. Nichts halbes, nichts ganzes, irgendwie so ein Übergang, der viel zu lange dauert.

Doch seit heute Morgen habe ich meinen Meinung über den Herbst ein wenig positiv verändern müssen. Ich bin gegen kurz vor acht mit dem Fahrrad von Pempelfort aus Richtung Universität aufgebrochen. Heute mal wieder Rad, weil kein Regen vorausgesagt war. Mittlerweile dauert die Fahrt mit der Rheinbahn im Berufsverkehr sowieso länger. Es war ein kalter Morgen, in der City ein wenig neblig, doch je näher ich Richtung Rhein fuhr, nahm der Nebel zu, bis ich bei der Fahrt durch den Hofgarten schon manchmal richtig Probleme hatte 50 weit nach vorne zu schauen. Ich fahr schon seit meinem ersten Tag immer einen Umweg zur Uni. Ich könnte den direkten Weg über die Königsallee und Bilk nehmen und dann durch das Uniklinikumgelände auf den Campus gelangen. Doch ich habe keine Lust mich durch den Berufsverkehr zu quälen, auch weil Düsseldorf Radwege nur bedingt kennt. Was schade ist und längst schon hätte verbessert werden können. Also fahr ich von Pempelfort aus durch den Hofgarten und die Ratinger Straße an den Rhein, auf der Prommenade lang, am Landtag vorbei, lasse den Medienhafen rechts liegen, durch Unterbilk und Flehe und komme dann von Südwesten aufs Unigelände. Dauert 10 Minuten länger als der Weg durch die Innenstadt, ist aber auch weniger stressig. Wenngleich so interessant keiner der beiden Wege ist.

Doch das galt nicht für den heutigen Morgen. Als ich durch die Ratinger Straße fuhr, nährte ich mich den großen Nebelbänken, die sich über die ganze Flussebene ausgebreitet haben. Vom Ufer konnte man kaum das Wasser erkennen, irgendwo tuckerten die Schiffe, doch man sah sie nicht. Die Oberkasseler Brücke und die Rheinkniebrücke waren vollständig in Nebel eingehaucht. Beim Blick gen Himmel sah man ein paar blaue Wolkenlücken. Am Landtag vorbei, wieder vom Fluss weg, nahm der Nebel ab. Die Sonne versuchte sich zu zeigen, Sonnenstrahlen leuchteten durch die Häuserschluchten. Durch das schnuckelige Flehe gefahren, komme ich dann wieder an den Rhein in Höhe Fleher Brücke um ein paar hundert Meter auf dem Deich zu fahren und dann Richtung Universität abzubiegen.

Und an der Fleher Brücke habe ich dann angehalten, weil ich sowas von fasziniert von der Kulisse war, dass das iPhone dann herhalten musste um die Atmosphäre wenigstens einigermaßen festzuhalten. Auf dem Rhein die dichten Nebelbänke, wie Dämpfe, die durch die Luft wirbelten, man konnte wieder kein Wassser sehen. Und aus dem Nebel schaute der Brückenpfeiler hervor, markiert von der aufgehenden Sonne, die es mittlerweile teilweise geschafft hatte den Nebel ein wenig aufzulösen. Auf dem Rhein fuhren die Schiffe, hin und wieder erklangen sekundenlange Schiffstuten. Scheint wohl trotz Radar und modernster Technik nicht so einfach bei diesem Wetter auf dem Rhein zu fahren (wobei das für Autos noch gefährlicher scheint). Jedenfalls war das eine traumhafte Kulisse, die ich selten gesehen habe. Vielleicht kann ich mich ja doch noch mit dem Herbst anfreunden, jedenfalls, wenn er so bleibt wie heute Morgen.

Thema: Alltägliches | Kommentare (2) | Autor: medispolis

Update aus meinem Leben, 28.10.2010

Donnerstag, 28. Oktober 2010 13:47

So, da bin ich wieder. Sorry für die mal wieder längere Auszeit hier im Blog. Ist eigentlich ganz einfach und stets dasselbe Prinzip. Wenn hier nicht so viel passiert, habe ich einfach zu viele andere Dinge um die Ohren. Und da das hier meine Freizeitbeschäftigung ist, kommt es leider im Ranking der wichtigen Erledigungen immer an letzter Stelle, was nicht heißt, dass ich mir in meiner Abwesenheit keine Gedanken ums Bloggen mache. Nur kann ich die vielen Ideen dann nicht umsetzen.

Der Oktober war wieder ein wenig stressig, was ich allerdings erwartet hatte, von daher war ich jetzt nicht so überrascht. Nach den schönen Tagen in der Schweiz ging es dann wieder Schlag auf Schlag. An erster Stelle derzeit auf der To-Do-Liste das kleine Forschungsprojekt, was ich mit drei Komilitonen seit April durchführe. An dieser Stelle vielen Dank an alle, die an der Umfrage teilgenommen haben. Freut mich sehr. Wer noch nicht teilgenommen hat, kann dies bis einschließlich Sonntag noch erledigen.

Dann war ich seit Juli in ein größeres Forschungsprojekt am Lehrstuhl für Kommunikations- und Medienwissenschaften eingespannt, das jetzt erstmal nicht mehr in unseren Händen und damit auf meinem Schreibtisch liegt (aber hoffentlich bald mal wieder, wenn es eventuell genehmigt wird). An dieser Stelle heißt es dann auch erstmal ein wenig Durchschnaufen können. Und gewöhnlich sind Semesteranfänge und der Beginn der Vorlesungen und Seminare grundsätzlich chaotisch und zeitaufwendig. Irgendwann will ich nochmal erleben, dass man im Oktober oder April auch am ersten Tag des neuen Semesters ganz ruhig in die Universität rein- und wieder rausgehen kann. Und ich freue mich, dass ich mit zwei bezaubernden Menschen zusammen die Teamleitung für das Düsseldorfer Forum Politische Kommunikation 2011 übernommen habe. Und das brauchte im Oktober auch erstmal vermehrt meine Aufmerksamkeit. Und dann blieb leider eher wenig Zeit für Freizeitaktivitäten, weil nebenbei auch noch einige andere Dinge zu erledigen waren.

Hieß die letzten Tage und Wochen auch eher wenig Sport schauen, und wenn nur nebenbei mit geringer Aufmerksamkeit. Was aber auch mal ganz nett ist und seine Vorteile hat. Man regt sich über keine Schiedsrichter und vergebene Chancen auf, man ist umso erfreuter, wenn man dann im Radio auf der Autobahn Endergebnisse hört und nicht zwischendurch permanent aufs iPhone schaut, ob Werder, 96 oder Arsenal schon wieder Tore geschossen haben. Denn es gibt tatsächlich Gegenden in Deutschland, wo man keinen Empfang für mobiles Internet besitzt. Hat also auch alles seine Vorteile, wenn man beschäftigt ist und sich keine Meinung bilden muss zu Kämpfen zwischen Bloggern und Verlegern, und politischen Aussagen zu Integration und Zuwanderung – abseits der leeren Kühlschränke, weil man es spätabends wieder nicht geschafft hat einzukaufen oder einfach keine Lust mehr hatte.

Der Herbst ist bisher irgendwie an mir vorbeigerauscht. Zu wechselhaft ist momentan das Wetter, ich kann mich nur noch sporadisch an die goldenen Oktobertage vor ein paar Wochen erinnern. Mit Vorfreude blicke ich jetzt auf den November, zumindest weil ich hoffe, dass etwas weniger Arbeit ansteht und ich endlich längst überfällige Sachen erledigen kann (zu IKEA fahren, Winterjacke zur Änderungsschneiderei bringen).

Und heute Abend sitze ich mal nicht am Schreibtisch. Endlich.

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Greetings from Switzerland

Donnerstag, 7. Oktober 2010 9:06

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Detroit Red Wings und die Rheinbahn

Montag, 27. September 2010 20:24

Woran erkennt man, dass Urlaub ist? Es gibt morgen ausreichend Zeit im Internet zu stöbern. Und man kann sich dann Gedanken darüber machen, warum die Logos der Detroit Red Wings und der Rheinbahn so verdammt ähnlich sehen. Zum Glück noch ein paar Tage Urlaub.

Logo der Detroit Red Wings

Logo der Rheinbahn

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Schifffahrt durchs Mittelrheintal

Montag, 16. August 2010 11:03

Sonnenschein. Blauer Himmel. Ein paar Quellwolken. 25 Grad. Keine Sonnencreme eingepackt. Trotzdem Sonnendeck. Touristen aus aller Welt. Japener. Niederländer. Erklärungen der Sehenswürdigkeiten in fünf Sprachen. Verliere die Lust zuzuhören. Bewundere lieber die Landschaft. Wasser. Weinberge. Kleine gemütliche Dörfer am Flussufer. Burgen. Schlösser. Ein Mäuseturm. Containerschiffe. Tanker. Vorbeiratternde Güterzüge. Leise vorbeischleichende Inter City. Strömung. Wellen. Schiffstuten. Fähren. Fotoapparate und Digitalkameras machen Bilder im Sekundentakt. Dieselgeruch. Enge Flusskurven. Binger Loch. Oberwesel. Bacharach. Loreley. St. Goar. Hektisches Trieben auf dem Sonnendeck. Vier Cola. Drei Alster. Sechs Pils. Einmal Salat, drei Portionen Pommes Frites. Wahrschauen. Gegen die Strömung. Mit der Strömung. Das Zuwinken der anderen Schiffsreisenden. Ich weiß nicht, was soll es bedeuten. Kleine enge Gassen in den Weindörfern am Fluss. Kultur. Geschichte. Romantik. Weltkulturerbe. Mittelrheintal.

Das war mein Samstag. War sehr schön. Kann ich nur empfehlen.

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Ich könnte mich freuen…wenn die Hannover Scorpions nicht wären

Freitag, 23. Juli 2010 17:49

So, es geht dann hier nach kurzer Pause wieder weiter im gewohnten Rhythmus. Hatte die letzten Tage viel Arbeit um die Ohren und musste mich nebenbei auch noch auf meine mündliche Prüfung vorbereiten. Das ist soweit ganz ordentlich gelaufen und über die anstehende Arbeit habe ich jetzt auch wieder den Überblick, sodass jetzt wieder Zeit zum Bloggen bleibt.

Ich hatte gestern Nachmittag nochmal intensiv für die mündliche Prüfung gelernt – und dann mach ich das meistens so, dass ich alle Geräte ausschalte, sodass ich mich komplett auf meine Notizen und Buchtexte konzentrieren kann. Frei nach dem Motto: Zwei Stunden konzentriert wiederholen anstatt ständig abgelenkt zu sein. Wenn man dann nach knapp drei Stunden wieder Anschluss an die Öffentlichkeit bekommt, Mails liest, bei Facebook vorbeischaut, habe ich eigentlich mit allem gerechnet – nur nicht mit der Meldung, dass das Aus der Hannover Scorpions kurz bevorsteht. Erst dachte ich wirklich, es wäre ein Fake, aber relativ schnell entpuppte sich die Meldung dann als ganz traurige Gewissheit. Einen Bekannten angesimst, der gute Kontakte zu den Scorpions hat. Antwort ein paar Minuten später: “Ich war auf der Pressekonferenz, ich bin nicht fähig zu kommunizieren gerade. Schock.” Und plötzlich bricht eine kleine Welt zusammen. Traurig, nach Erklärungen suchen.

Ich dachte, ich schaue dann mal, was die lokalen Medien so schreiben, aber habe es gleich sein gelassen, weil die Indianer wieder mit Häme und Galgenhumor wirklich alles zumüllten, was nach Textfeld aussah. Nicht mal in einer so großen Krise ist die Eishockey-Fan-Gemeinschaft in Hannover vereint. Ich habe diese Auseinandersetzungen zwischen Skorpionen und Indianern nie verstanden. Und Ausnahmen bestätigen die Regel. Dass ein Ende der Hannover Scorpions für den gesamten Eishockey-Standort Hannover dramatische Folgen hätte, scheint den meisten Indians-Fans egal zu sein, die immer noch von alten Zeiten schwärmen. Doch es ist kein Geheimnis, dass auch bei den Indians das Finanzielle nicht auf Rosen gebettet ist und schon mal mehr Einigkeit zwischen den Fangruppen bestand. Aber egal, das ist nicht das Thema.

Ich könnte jetzt noch einmal alles erklären, wie es zu den Problemen Hannover Scorpions gekommen ist – genau genommen ist der Eishockeyverein ja gar nicht die Schwierigkeit, sondern die Betreibung der Tui-Arena (nebenbei ein Projekt, das vor 10 Jahren von Stadt, Land und Messe AG vehement unterstützt wurde) – die Scorpions sind nur die Drohkulisse von Günter Papenburg. Im Moment fehlt mir dazu aber die Lust und Motivation. Immer noch geschockt. Dass die Situation der Scorpions nie einfach war, dürfte jedem Fan klar gewesen sein. Dass aber so plötzlich der Stecker gezogen wird, hat mich völlig unvorbereitet getroffen. Habe ich noch Hoffnung? Nicht wirklich. Und ich hatte mich schon so auf die neue Saison gefreut.

Nun ja, immerhin noch einmal Meister geworden. Wie bitter es klingt. Abwarten, was die nächsten Tage bringen. Vielleicht sehe ich mir dann in der Lage für eine ausführliche und detaillierte Analyse. Bis dahin vergesse ich einfach die Scorpions und freue mich über alle anderen schönen Dinge.

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WM-Erlebnisse abseits des heimischen Fernsehers

Donnerstag, 24. Juni 2010 22:53

Ich konnte die letzten beiden Tage, Mittwoch und Donnerstag, nicht so umfangreich wie gewohnt die WM verfolgen. Ich habe zwar alles mitbekommen, aber irgendwie meist nur zwischen Tür und Angel, meist schon auf dem Sprung zum nächsten Termin oder der nächsten Aufgabe. Was aber auch daran liegt, dass Mittwoch und Donnerstag meine beiden Uni-Tage sind mit zahlreichen Seminaren und Vorlesungen. Theoretisch hätte ich an beiden Tagen fernbleiben können, da ich noch keinerlei Fehlzeiten habe. Allerdings musste ich am Mittwochnachmittag ein Konzept für eine mögliche Forschungsstudie vorstellen und auch heute waren neben den Präsenzvorstellungen zahlreiche andere Termine auf dem Campus zu erledigen, sodass es eigentlich nur von Nachteil gewesen wäre an beiden Tagen nicht hinzugehen. Und dann in den Vorlesungen oder während der Präsentation den Livestream laufen lasse, wollte ich auch nicht. Dann hätte ich ja auch gleich nach Hause gehen können.

Dann also der umständliche Weg, für einen Fußballfan während der WM nicht unbedingt einfach zu schlucken. Zumal wenn England spielt. Mittwochnachmittag, kurz vor vier. Halbwegs pünktlich aus dem Seminarraum raus, auf der Treppe im Live-Blog von allesaussersport schnell die Aufstellung angeschaut und dann erstmal aufs Fahrrad gesetzt. Von der Uni weg, kurz am Rhein entlang, weiter durch Flehe nach Unterbilk. Am Südring mal wieder die lange rote Ampelphase. Schnell das iPhone aus der Hemdtasche gekramt, durch die Tweets gelesen, wollte wieder losfahren, da springt die Ampel schon wieder auf rot. Eine Ampelphase verpasst. Habe ich wirklich so lange gelesen? Sonst stehe ich da immer eine halbe Ewigkeit. Weiter geht es, durch Unterbilk, an der Bilker Kirche vorbei auf die Rheinprommenade. Wieder viel los, Fußgänger latschen auf dem Radweg, aber eine lange Strecke ohne Ampeln und Autos. iPhone raus, beim Fahren schauen, wie es bei den Engländern steht. Beim Scrollen bloß nicht auf das Handy schauen, sondern geradeaus. Funktioniert nicht. Da ich keinen Massenunfall auslösen möchte, halte ich doch kurz an. Weiter 0:0, dann beruhigt die letzten Minuten weiter am Rhein entlang, über den Burgplatz, durch den Hofgarten nach Pempelfort. Im Park sonnen sich die Menschen, der Radweg ist leer, Zwischenstand schauen. Verdammt, ein Tor verpasst, Defoe macht das 1:0 für England. Ich hätte es doch fast geschafft bis nach Hause. Fahrrad gar nicht erst in den Keller bringen – kann ich ja in der Halbzeit erledigen, sondern nur draußen an die Laterne lehnen. In die Wohnung stürmen, TV an, alles stehen und liegen lassen. In der Pause wird für Ordnung gesorgt und das Fahrrad in den Keller gebracht. Die zweite Halbzeit kann ich dann ganz in Ruhe verfolgen. Hätte ich unterwegs nicht ständig angehalten und die Zwischenstände überprüft, hätte ich es vielleicht geschafft rechtzeitig zum Tor von Defoe zuhause zu sein.

Mittwochabend in großer Runde das Deutschland-Spiel geschaut, bin immer noch nicht ganz schlüssig, wie ich die Leistung insgesamt und die Chancen vor dem England-Spiel einordnen soll. Vielleicht dazu mehr am Freitag und Samstag. Eigentlich schaue ich Fußballspiele sehr gerne alleine oder in kleiner Runde zu zweit oder dritt. Aber es hat auch seinen Reiz und den Spaß mit 10-15 Menschen zu schauen. Und immer wieder köstlich zu sehen, wie die Frauen aufschreien, falls der Ball mal nur in Nähe des Tores kommt oder ein Spieler frei vor Neuer auftaucht. Und immer wieder bewundernswert, wie interessiert und teilweise auch bewandt einige Menschen sind, die sonst eher Fußball schauen oder meist nur während EM und WM. Ich muss nochmal genauer untersuchen, warum gerade EM und WM so eine Fußballeuphorie auslösen können und sich das in der Breite dann zum Beispiel nicht auf die Bundesliga überträgt. Und das allerbeste: Zu den Kommentatoren kann jeder seinen Senf dazugeben.

Donnerstagmorgen, kurz vor halb zehn. Ich sitze in der Sonne auf dem Campus, Milchkaffee geholt, draußen schon über 20 Grad. Wenn ich denke, dass ich bis 18:00 Uhr heute hier rumhängen würde, steht mir die Unlust ins Gesicht geschrieben. Es ist erstaunlich leer für einen Donnerstag in der Uni. Obwohl wir zur Stoßzeit in die Mensa gehen, ist es um kurz vor eins so leer, dass wir fünf Minuten später unser Essen haben. Da genießen wohl einige Menschen das schöne Wetter. Letzte Veranstaltung für diese Uni-Woche, Vorlesung zu Medienpsychologie, ein Thema, von dem ich wenig Ahnung habe, also sollte ich die Vorlesung besuchen, damit ich wenigstens mal einen Eindruck von der Thematik bekomme. Nebenbei aktualisiere ich alle drei Minuten meine Twitter-Timeline, zehn Reihen weiter vor uns schauen Studenten auf den ZDF-Livestream, irgendwann ist es soweit, dass auch Komliltonen in den hinteren Reihen Fußball schauen und der Professor sich die Zwischenstände durchsagen lässt. Bei jedem Tor gegen die Italiener jubelt der halbe Hörsaal. Ich wäre jetzt gerne zuhause. Thema ist interessant, also kann ich es gerade noch verkraften 90 Minuten meiner kostbaren Zeit der Medienpsychologie geschenkt zu haben.

Kurz vor sechs, diesmal kein Stress mit dem Rad auf dem Nachhauseweg. Auf dem Burgplatz sogar noch Bekannte getroffen und spontan für ein Bier angehalten. Im Hintergrund läuft die Zusammenfassung von Italien gegen die Slowakei. Ich habe keine Lust mich umzudrehen, sondern schaue lieber in die Sonne und auf den Rhein. Wochenende.

Thema: Alltägliches, WM 2010 | Kommentare (0) | Autor: medispolis

Geschafft

Samstag, 8. Mai 2010 18:20

Ich nach 90 Minuten vor dem TV. Werder die Champions League Qualifikation. Hannover 96 den Klassenerhalt. Und es sind die Erfolge am schönsten, mit denen man am wenigsten vor Wochen gerechnet hat.

Thema: Alltägliches | Kommentare (0) | Autor: medispolis

Stimmungsbericht, 27.04.2010

Dienstag, 27. April 2010 21:38

So, da bin ich wieder. Entschuldigung für die erneute Auszeit, aber ein Ereignis folgte dem nächsten in den letzten Tagen, sodass leider wenig Zeit zum Bloggen blieb. Wie eigentlich schon seit Anfang Februar. Der Euphemismus Semesterferien – bei Studenten besser bekannt als vorlesungsfreie Zeit – hatte bei mir leider wenig mit Ferien zu tun. Die Monate Februar, März und April waren vollbepackt, unter anderem wegen der Nachwuchstagung, dem Düsseldorfer Forum Politische Kommunikation, die ich mit acht weiteren Kommilitonen organisiert habe, wegen meiner Mitgliedschaft in der Jugendredaktion des Wahl-O-Mat für die NRW-Wahl und dann nebenbei die verschiedensten anderen Aktivitäten, damit am Monatsende ausreichend Geld auf dem Konto ist.

Irgendwie sind diese Wochen wie im Flug an mir vorbeigerauscht, gestern hatten wir eine kleine, aber lange Abschlussfeier des DFPK-Organisationsteams, und damit ist dann dieses Projekt erstmal auch fast abgeschlossen und ich kann mich seit Wochen mal wieder auf den simplen, aber in Düsseldorf stets abwechselungsreichen Alltag konzentrieren. Und umso besser, dass die kalten, dunklen Wintermonate mit Arbeit zugeschüttet waren und dafür Mai, Juni und Anfang Juli eher überschaubar sind. Glücklicherweise konnte ich alle Prüfungsleistungen auf die Zeit vor und nach der WM legen, das heißt, ich kann die WM doch recht umfangreich verfolgen. Und dann nimmt man die Anstrengungen der letzten Wochen auch gerne in Kauf. Was dabei aber völlig liegen geblieben ist, sind viel zu viele unbeantwortete Mails, meine Beteiligung in diversen Netzwerken. Ich habe mal vorhin eine Liste gemacht mit Leuten, bei denen ich mich mal wieder unbedingt melden müsste. Sind nach Rausstreichen erstmal 15 liebe Menschen, die in letzter Zeit viel zu wenig von mir gehört haben.

Und da war ja dann noch ein Ereignis, das meine volle Aufmerksamkeit bekommen hat und das ja letzlich viel länger dauerte als jemals von mir erhofft. Die Playoffs der Hannover Scorpions. Sonntag machte man dann den Meistertitel perfekt. Ich war live dabei in der Tui-Arena und habe die mit Abstand emotionalsten 180 Minuten von Sport ever mitbekommen. Von der Stimmung einfach nur großartig, dazu eines der besten Eishockeyspiele, das ich seit Jahren in der DEL gesehen habe, ein Wechselbad der Gefühle für die Scorpions-Fans – und dann ein Comeback der Scorpions, an das ich nicht mehr geglaubt hatte. Großer Sport. Viele Emotionen. Kann das immer noch gar nicht begreifen, dass die Scorpions wirklich Meister geworden sind. Ein kleines Sportmärchen und das perfekte Ende für Hans Zach. Manchmal passt eben doch alles im Leben, in einem kleinen Moment scheint alles vorgezeichnet, alles vorbereitet, alles möglich. Man muss nur dran glauben, alles dafür tun und alles um einen herum vergessen und hinten anstellen.

So, dann jetzt einfach mal wieder aufs Sofa an einem Dienstagabend, Champions League weiter schauen und dann nachher einfach mal ganz in Ruhe einschlafen ohne schon wieder daran zu denken, was ich morgen früh noch erledigen muss. Nur ausschlafen kann ich diese Woche noch nicht, das wird dann am Wochenende nachgeholt. Und zum Einschlafen nachher noch Brian Eno. Hach, schön waren die ersten Monate dieses Jahres. Anstrengend, aber abwechselungsreich. Manchmal geht Zeit einfach zu schnell vorbei.

Viva la Vida

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Selbstreferenzielles: Das Blog-Stöckchen

Sonntag, 14. März 2010 22:21

Drüben beim Jubiläumseintrag von Planet Of Sports gefunden – und da dachte ich mir, ich greife einfach mal das Stöckchen auf und beantworte die paar Fragen. Wobei ich mich bei sowas immer ein wenig schwer tue. Ich könnte zum Beispiel keinem spontan fünf bis sechs Argumente geben, warum ich ein Blog betreibe. Höchstens nach längerem Überlegen. Vielleicht sollte ich an der Spontanität mal arbeiten.

Warum bloggst du?

Klar, dass der Spaßfaktor an erster Stelle steht. Schreibe schon seit der Kindheit unglaublich gerne, das hat damals mit Reisetagebüchern von den gemeinsamen Urlauben mit meinen Eltern angefangen, ging dann über ein kleines Praktikum in der Schulzeit bei einer Stadtteilzeitung bis hin zum Schreiben von vielen Texten für das Abi-Buch. Alles natürlich immer irgendwie freiwillig und nicht so richtig professionell. Und das liebe ich auch am Bloggen. Ich muss nicht zwingend auf jedes Detail in der Rechtschreibung achten (gebe mir aber Mühe), ich muss Texte nicht nach einem gewissen Schmema aufbauen. Ich kann einfach so schreiben, wie das mir entweder Spaß macht oder wie ich es für notwendig halte, damit die Botschaft eines Textes so gut wie möglich rüberkommt. Ich wurde letztens mal gefragt, warum ich mit der Liebe zum Schreiben nach der Schulzeit nicht was mit Journalismus machen wollte. So richtig habe ich das nie versucht, habe mich zwar auf Praktika beworben, aber bekam stets eine Absage. Und seitdem nicht mehr weiter verfolgt. Also Spaß und Begeisterung fürs Schreiben ist der eine Grund. Dann habe ich durchs Bloggen unglaublich viele neue Leute kennengerlernt, nicht alle bisher persönlich, nur die wenigsten, aber Anlaufstellen gefunden, die man fragen kann über bestimmte Themen und bei spezifischen Problemen, aber durch die man auch viele neue Infos und Ansichten täglich erhält. Und ich entdecke heute noch Woche für Woche neue Blogs, die mir immer wieder noch gefallen und die ich neu in den Feedreader hinzufüge. Von daher will ich das Bloggen eigentlich auch nicht aufgeben.

Seit wann bloggst du?

Der erste Eintrag in diesem Blog stammt vom 29. Mai 2007, sind also in ein paar Monaten dann drei Jahre. Seitdem haben sich 994 Artikel angesammelt.

Warum lesen deine Leser deinen Blog?

Ich könnte jetzt eine Geschichte erzählen, als ich vor einem Jahr auf einer Geburtstagfeier mich mit Namen vorstellte und dann von zwei Leuten angequatscht wurde, ob ich der von medien-sport-politik sei. Führe jetzt zu weit. Und ich glaube, ich kann die Frage auch nicht beantworten. Uch weiß aber von vielen, dass meine Sport-Live-Blogs von vielen sehr geschätzt werden. Drehen wir das doch einfach mal um. Ich lese Blogs zum Beispiel um mich zu informieren, um nette Geschichten, Beobachtungen und Skuriles aus dem Alltag zu erfahren und teilweise auch um mir eine Meinung zu bilden abseits von den traditonellen Medien. Das kann ich wohl nicht erfüllen. Das wäre ja auch mal was für eine schöne Umfrage: Warum lesen wir eigentlich Blogs? Wenn es dazu schon Ergebnisse gibt, bitte melden.

Welche war die letzte Suchanfrage, über die jemand auf deine Seite kam?

Die letzte Suchanfrage war “BBC Radio 5 live in Deutschland hören”. Weiß gar nicht, ob ich da mal was konkret zu geschrieben habe. Ich weiß nur, dass ich den Sender sehr gerne höre.

Welcher deiner Blogeinträge bekam zu Unrecht zu wenig Aufmerksamkeit?

Rückblickend habe ich mir schon damals gewünscht, dass die Diskussion um die Ticket-Preise bei den Scorpions in den letztjährigen Playoffs mehr Aufmerksamkeit bekommt. Leider nicht. Mal sehen, was dieses Jahr wird.

Dein aktueller Lieblingsblog?

Das kann ich gar nicht sagen. Was ich schon immer gerne gelesen habe und immer noch gerne lese – und hier vielleicht noch nie wirklich erwähnt habe: London Leben

Welchen Blog hast du zuletzt gelesen?

Die letzten beiden eben gerade. Beim Fußball-Blog der BBC über die aktuelle sportliche Lage bei den Wolverhampton Wanderers, und die deutsche Fankultur am Scheideweg beim Sportmedienblog

Wie viele Feeds hast du gerade im Moment abonniert?

Habe letzte Woche es endlich mal geschafft meinen Feedreader aufzuräumen. Habe 119 Feeds abonniert, davon sind 82 Blogs oder Zusammenfassungen von mehreren Blogs, der Rest Newsfeeds und Sportnachrichten.

An welche fünf Blogs wirfst du das Stöckchen weiter und warum?

Wer will, darf nehmen!

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