Es zählt nur noch der vierte Platz für den FC Arsenal

1:3 gegen den FC Bayern verloren. Ich hatte vor dem Spiel noch einen Funken Zweckoptimusmus und Hoffnung, aber es kam für den FC Arsenal dann doch, wie von vielen Fans befürchtet. Die englische Presse kippt einen Eimer Häme über die Gunners und Arsène Wenger aus, die deutschen Sportmedien zeigen sich hingegen eher erstaunt, wie einfach der FC Bayern gegen Arsenal gewinnen konnte. So viele Spiele der Gunners wurden scheinbar von einigen diese Saison noch nicht gesehen.

Arsène Wenger zeigte sich auf der Pressekonferenz enttäuscht, gab indirekt einen Klassenunterschied zu. Es ist so ernüchternd für die Fans des FC Arsenal. So wie der FC Bayern gestern im Emirates Stadium aufgetreten ist, haben die Gunners vor vielen Jahren auch einmal Spiele dominiert. Der Zug Viertelfinale in der Champions League ist nach dem Hinspiel abgefahren – und vielleicht ist es auch besser so. Der Kader der Mannschaft ist qualitativ so dünn besetzt, ich mag gar nicht dran denken, wenn Spieler wie Wilshere, Cazorla oder Giroud sich diese Saison noch verletzten. Jedes überflüssige Spiel mehr sollte als solches angegangen werden. Und das Rückspiel in München gehört definitiv dazu. Es wäre keinem geholfen, wenn die beste Elf in der Allianz-Arena spielen würde. Wofür und wie würde das aussehen? Im FA-Cup und Ligapokal schonen ich in wichtigen, offenen Duellen die Spieler, und im schon entschiedenen Duell in der Champions League schicke ich dann trotzdem die besten Spieler auf den Platz?

Für Arsenal zählt, so traurig das auch klingen mag, nur noch der vierte Platz in der Liga. Darauf sollten alle Kräfte gerichtet sein, das ist das Ziel für die letzten Spieltage in dieser Saison und es wäre finanziell wie sportlich so wichtig für den Verein. Das Restprogramm der Gunners ist anspruchsvoll, aber sehr gut machbar ohne weitere Belastungen durch Pokalwettbewerbe. Die eventuellen Schlüsselduelle finden aber ausgerechnet im Zeitraum des Rückspiels der Champions League statt.

23. Februar 16:00, Aston Villa (H) (live auf Sky)

03. März 17:00, Tottenham (A) (live auf Sky)
09. März 16:00, Everton (H) (live auf Sky)
13. März 20:45, Bayern München (A) (live auf Sky/ZDF)
16. März 16:00, Swansea (A)
30. März 16:00, Reading (H)

06. April 16:00, West Brom (A)
13. April 16:00, Norwich (H)
20. April 16:00, Fulham (A)
28. April 17:00, Manchester United (H) (live auf Sky)

04. Mai 16:00, QPR (A)
12. Mai 16:00, Wigan (H)
19. Mai 16:00, Newcastle (A)

Drei richtig große Brocken hält der Spielplan noch bereit, gleich zu Beginn des März, bei Tottenham und zuhause gegen Everton. Das sind direkte Duell um die Europapokalplätze. Tottenham liegt vier Zähler vor den Gunners, an der White Hart Lane muss gewonnen werden. Das gilt ebenso für das Duell gegen die Toffees. Und dann kommen mit Ausnahme des Spiels bei Swansea (die Waliser liegen Arsenal überhaupt nicht) eigentlich sehr leichte Aufgaben mit genügend Pausen für die Spieler unterhalb der Woche. Das sollte eigentlich alles kein Problem sein. Ende April empfangen die Gunners noch Manchester United, die dann bereits englischer Meister sein könnten. Arsenal hat es selbst in der Hand. Der FC Chelsea, derzeit fünf Punkte vor Arsenal auf Platz 3, spielt noch gegen Manchester City, Tottenham, Liverpool, Swansea, Manchester United und den FC Everton. Tottenham spielt noch gegen Liverpool, bei Swansea, gegen Everton, Chelsea und Man City. Das ist das deutlich schwierigere Restprogramm.

Ich habe auf Spox mal den Tabellenrechner angeworfen. Meine Abschlusstabelle nach 38 Spieltagen sieht so aus.

Premier League Tipps 2012/2013 – Europapokalplätze

Wenn das Ziel erreicht ist, dann lässt sich auch über Trainer, zukünftige Ausrichtung und Strategie des Vereins reden.

Arsenal vor dem CL-Achtelfinale gegen Bayern: Auf der Suche nach etwas Hoffnung

Arsenal Fans Moaning Schedule (via @REDactionAFC)

Hoffen, aber auf was eigentlich? Bradford, Blackburn, Bayern. Diese Alliteration könnte spätestens Mitte März die Triologie einer weiteren völlig gescheiterten Saison des FC Arsenal sein. Nicht nur, dass es die achte Saison in Folge ohne einen weiteren Titel gibt. Daran haben sich die meisten Fans der Gunners mittlerweile gewöhnt, fast schon arrangiert. Die neue Dimension der Saison 2012/2013: Noch in keiner Spielzeit hat der FC Arsenal, die sportliche Leitung wie die Klubführung insgesamt, das Vertrauen und die Unterstützung der Fans so dermaßen beschädigt, dass viele Anhänger des Vereins den aktuellen Zustand und die derzeitige Entwicklung nur noch schwer akzeptieren können.

Als Arsenal-Fan seit vielen Jahren befinde ich mich laut dem Arsenal Fans Moaning Schedule gerade in der Phase, in der nach einer eher mäßigen Hinserie in der Premier League in den nächsten Wochen in der Liga die große Aufholjagd folgte – begleitet von dem Ausscheiden in den diversen Pokalwettbewerben. Auf die Aufholjagd in der Liga wird zweckoptimistisch noch gehofft, in den Pokalspielen hat Arsenal sein Soll erfüllt. War das Ausscheiden im Capital One Cup gegen den Viertligisten Bradford schon schmerzhaft genug, folgte mit der peinlichen 0:1-Niederlage gestern im FA-Cup gegen die Blackburn Rovers, die in 90 Minuten eigentlich nur eine gute Torchance hatten, der nächste Stich ins ehe schon blutende Herz der Arsenal-Fans. Die Niederlage war vom Ergebnis und dem Zustandekommen eigentlich nicht zu akzeptieren. Arsenal spielte wahrlich keinen guten Fußball, hatte aber genug Torchancen, um die 90 Minuten souverän über die Bühne zu bringen. Problem nur: Wenn die besten Spieler geschont werden und Gervinho für die Tore verantwortlich ist, kann das Tor eigentlich auch zehn Meter breit sind. Der Ball landet mit höherer Wahrscheinlichkeit wohl noch auf der Eisenbahnstrecke neben dem Stadion als im Tornetz. Es ist frustrierend. Viele Arsenal-Fans haben sich gestern auf Twitter geäußert, dass sie nach dem Spiel extra in Richtung Pressetribüne gegangen sind, um den Journalisten ihren Frust in die Spielberichte zu diktieren. Ausverkauft war das Spiel sowieso nicht, viele Plätze blieben leer. Wie so häufig schon in dieser Saison. Da wären wir wieder beim Vertrauen und der Unterstützung.

Viele Arsenal-Fans sind gar nicht so wütend, sondern vielmehr traurig. Es ist ganz offensichtlich, dass Arsenal sportlich auf der Stelle tritt, sich nicht verbessert. Berücksichtigt man die letzten zehn Jahre in der Vereinsgeschichte, lässt sich die Phase treffenderweise mit “sportlicher Abstieg” titulieren. Die Saison 2012/2013 wirkt dabei wir das Ende einer Ära, wie das Eingestehen eines gescheiterten Versprechens, das ich freundlicherweise noch mit Klub-Strategie unterschreiben würde. Sobald in der aktuellen Saison ein Fortschritt erkennbar war, gab es ein neues sportliches Tief, einen neuen Rückschlag, der die Fans immer mehr fassungslos zurücklässt. Nach dem tollen 3:1 bei West Ham United im Oktober folgte die Auswärtsniederlage in Norwich, der dürftige Heimauftritt in der Champions League gegen Schalke, der den Gruppensieg wohl verhinderte. Nach dem überragenden 5:2 gegen die Tottenham Hotspur folgte das Remis bei Aston Villa, die Heimniederlage gegen Swansea und die CL-Niederlage in Piräus. Nach drei Siegen in Folge Ende Dezember gab es ein klägliches 1:1 bei Southampton und Niederlagen gegen Man City und bei Chelsea. Nach zuletzt zehn Punkten in vier Spielen in der Premier League steht jetzt das Aus im FA-Cup. Wirklich überraschend ist das doch eigentlich gar nicht passiert.

Als einen “Haufen von Weicheiern” hat der Daily Mirror in seiner Sonntagsausgabe die Mannschaft des FC Arsenal bezeichnet. Und natürlich gerät Arsène Wenger erneut in die Schusslinie – und erneut zurecht. Wenger schonte mit Podolski, Cazorla, Ramsey, Walcott, Sagna und Wilshere wichtige Stammspieler und schickte stattdessen mit Rosicky, Gervinho und Oxlade-Chamberlain Spieler aufs Feld, die mit so einer Situation schlicht überfordert sind. Allen voran bei Gervinho fragen sich viele Arsenal-Fans, wieviele Chancen der Ivorer diese Saison noch vergeben möchte. Das gestrige Aus im FA-Cup war der erneute Beweis dafür, dass die wirtschaftliche und sportliche Strategie der Gunners schlicht und einfach gescheitert ist. Zunächst aber das Positive vorweg: Die Transfers in diesem Sommer, alle von Wenger eingeleitet, waren alle große Gewinne für den Klub: Giroud, Podolski und Cazorla sind mittlerweile tragende Stützen des Vereins – so ganz hat Wenger es also noch nicht verlernt. Nur funktionieren die besten Transfers nicht, wenn gleichzeitig stets die besten Spieler aus welchen Gründen auch immer verkauft werden. Arsenal spielte sogar mit einem stärkeren Team gegen Bradford und schied trotzdem aus. Und am Samstag bot Wenger nur die Reserve auf, in dem einzigen Wettbewerb, in dem es noch realistische Chancen auf einen Titel gab. Das ist die eine Seite der Medaille, die sportliche Perspektive, für die Wenger verantwortlich ist. Er entscheidet, welches Team spielt. Wenger hat falsch entschieden. Die andere Seite der Medaille ist die wirtschaftliche Komponente. Nächste Woche wird der Verein neue Finanzzahlen präsentieren. Arsenal ist wirtschaftlich auf einem sehr starken Weg. Gewinn und Umsatz sollen, schenkt man Vorabbrichten Glauben, gestiegen sein. Rund 100 Millionen Pfund liegen auf der Bank und könnten problemlos ausgegeben werden, ohne das sich der Verein verschulden würde. Und gerade dieser Umstand verärgert die Arsenal-Fans dann noch mehr. Schließlich ist es immer noch ein Fußballverein, und kein Wirtschaftsunternehmen, das möglichst hohen Gewinn und Umsatz machen muss. Wirtschaftliches Arbeiten ja, aber nicht um jeden Preis – und das ist momentan der sportliche Erfolg. Der Verein kann sich auch totsparen, nämlich wenn in der nächsten Saison keine Champions League im Emirates gespielt wird. Die Zukunft des FC Arsenal wird leichtfertig aufs Spiel gesetzt.

The Arsenal – 2012-13 (via @feverpitch)

Was bleibt also noch? Zum Glück ist diese Saison noch nicht vorbei, so traurig das auch klingen mag. Denn noch hat Arsenal eine wichtige Hürde vor sich: Platz 4 in der Liga erreichen. Nur das sollte noch auf der Agenda stehen. Das Achtelfinale in der Champions League gegen den übermächtigen FC Bayern wirkt dabei fast schon wie eine lästige Nebenbeschäftigung. Wenn diese Saison überhaupt noch einigermaßen gerettet werden kann, dann durch den vierten Platz in der Liga. Das wäre auch ein versönlicher Abschluss für Arsène Wenger. Er ist der größte Trainer, den der FC Arsenal je hatte, und aus der Ferne schätze und mag ich ihn sehr, aber das heißt nicht, dass er auch der richtige Trainer ab der Saison 2013/2014 ist. David Moyes wäre sicherlich frei.

Nun aber erstmal Achtelfinale gegen die Bayern. Ich sehe die Chancen auf ein Weiterkommen bei vielleicht fünf Prozent – und da kalkuliere ich großzügig. Die einzige Möglichkeit für ein Weiterkommen, die ich derzeit sehe: Bayern unterschätzt die Gunners maßlos und Arsenal schafft eine dieser offensiven Explosionen, die es hin und wieder mal gibt, wo ganz plötzlich ein Ruck durch die Mannschaft geht, der Gedanke an die eigene Stärke zurückkommt und plötzlich innerhalb weniger Minuten die Tore fallen (es sei denn, Gervinho steht auf dem Feld), wie beim 5:2 gegen Tottenham, dem 7:3 gegen Newcastle, dem 7:5 bei Reading im Ligapokal, dem 5:1 gegen West Ham oder beim 6:1 gegen Southampton. Mehr Optimismus kann ich nicht anbieten. Die Bayern sind derzeit vielleicht das stärkste Team in Europa und Arsenal defensiv und offensiv über 180 Minuten sicherlich zwei Klassen überlegen. Es muss viel passieren, dass Arsenal überhaupt im Rückspiel noch realistische Chancen auf das Viertelfinale hat.

Erste Voraussetzung: Die beste Elf muss ihre bestmögliche Leistung bieten. Das wird schon mal von Beginn an eingeschränkt. Da Kieran Gibbs verletzt fehlt und frühstens beim Rückspiel in München wieder dabei ist, Nacho Monreal nicht spielberechtigt ist und André Santos glücklicherweise nach Brasilien ausgeliehen wurde, fehlt Arsenal ein gelernter Linksverteidiger. Thomas Vermaelen rückt nach links, Per Mertesacker und Laurent Koscielny bilden das Innenverteidigerduo, jene Kombination, die diese Saison insbesondere bei Standardsituationen extrem anfällig war. Szczesny im Tor hat extrem viele kleine Fehler in dieser Saison vorzuweisen. Sagna auf der RV-Position ist nach seinen beiden Verletzungen leider nie wieder zur Form vergangener Tage aufgelaufen. Arsenal ist und bleibt defensiv sehr anfällig. Das Herzstück der Arsenal-Mannschaft bleibt das Mittelfeld. In einem 4-2-3-1 bilden Jack Wilshere und Mikel Arteta die etwas defensivere Rolle. Und beide sind die Leistungsstärksten in dieser Saison. Trotz seiner langen Verletzung spielt Wilshere eine tolle Saison, kämpft und ackert, gibt viele Impulse nach vorne. Arteta spielt eher unauffällig, aber effektiv, der Spieler mit der höchsten Passgenauigkeit in der Premier League. Davor zieht Santi Cazorla die Fäden, in seiner Leistungskurve noch nicht konstant auf Top-Niveau. Podolski und Walcott kommen über die Flügel. Vorne steht Olivier Giroud, der nun wahrlich kein Fehleinkauf ist. Neun Tore, drei Vorlagen in der Liga in 25 Spielen. Das ist die erste Elf – und man kann, das hat der FA-Cup gezeigt, nur hoffen, dass sich keiner dieser elf Spieler in der Saison noch verletzt. Die Alternativen auf der Bank heißen Gervinho, Rosicky und Arshavin. Das sagt doch alles. Coquelin, Jenkinson und Oxlade-Chamberlain sind noch zu jung und vielleicht unerfahren, dass Fehler verständlicherweise immer wieder mal vorkommen.

Dienstag steigt das Hinspiel, vielleicht das letzte Heimspiel in der Champions League für etwas längere Zeit. Dass der absolute Worst Case nicht eintritt, kann noch verhindert werden – durch gute Leistungen in der Liga. Noch sind dafür 12 Spiele Zeit. Mein Wunsch wäre, dass sich Arsenal tapfer schlägt, sich zerreißt und alles fürs Weiterkommen unternimmt. Es wird wahrscheinlich ja nicht reichen, aber es wäre großartig, wenn der Verein, die Spieler und die Fans gestärkt aus den Duellen gegen den FC Bayern hervorgehen könnten für einen spannenden und hoffentlich erfolgreichen Saisonendspurt. Arsène Wenger kann noch einmal zeigen, dass er ein großartiger Trainer ist. Nie war ein vierter Platz in der Liga wichtiger als in dieser Saison. Und im Sommer bleibt genug Zeit, ein neues Team aufzubauen, viel Geld in die Mannschaft zu investieren und sich nach einem neuen Trainer umzuschauen. Sollte die Champions League verpasst werden, könnte ich mir vorstellen, dass Wenger selbst von sich aus geht. Beim Erreichen des vierten Platzes nicht unbedingt, wobei ich glaube, dass Wenger sehr gut einschätzen kann, dass ein Wechsel auf der Trainerposition gut tun würde. Also hoffen auf einen vierten Platz am Saisonende und ein packendes Duell auf Augenhöhe mit den Bayern. Die Ansprüche werden kleiner, aber das ist ja nicht zu viel verlangt.

Auf dass eher wenige Tickets bis Mai noch verbrannt werden müssen. Come on Arsenal!

Und was nun, Herr Wenger? (Season 2012/2013, Episode 1) – Ratlosigkeit vor dem Schalke-Spiel

Das System Arsenal ist wie ein Patient, der ein wenig kränkelt, nicht so wirklich schlimm, dass es bedrohlich ist. Aber eben doch so schlimm, dass es jederzeit einen Rückfall geben könnte. Und der behandelnde Arzt lindert mit seiner Medizin nur hin und wieder die Symptome, ohne wirklich nachhaltig die Ursachen der Krankheit zu bekämpfen.

0:1 bei Norwich City verloren, bei dem Team, das zuvor an der Carrow Road fünf Treffer von Liverpool schlucken musste und beim FC Chelsea vier Gegentore kassierte. Das Team, welches vor dem Spiel gegen die Gunners noch keinen Saisonsieg verbuchte. Eine Leistung vom FC Arsenal, die über 90 Minuten fast schon frech war. Offensiv harmlos, defensiv anfällig. Die Gunners liegen nach acht Spieltagen mit 12 Punkten auf Platz neun in der Tabelle, zehn Zähler hinter Tabellenführer Chelsea. Einer der schlechtesten Saisonstarts für Arsenal in der Premier League Geschichte. Arsene Wenger hatte vor dem Spiel in Norwich gesagt, dass solche Partien gewonnen werden müssten, um ernsthaft in Sachen Meisterschaft mitreden zu können. Nach dieser Leistung am Samstag brauchen wir vorerst nicht weiter über Titel und Meisterschaften sprechen.

Der letzte Satz könnte eigentlich ein Baustein sein, den Fans und Journalisten regelmäßig im Laufe einer Saison wieder herausholen können. Noch steht in besagter Aussage das kleine Wörtchen vorerst. Momentan sprechen viele Entwicklungen aber dafür, dass auch dieses Wörtchen spätestens im Februar gestrichen werden kann. Die Unterschiede sind deutlicher denn je am gestrigen Spieltag offenbar geworden. Man City gewinnt in letzter Minute bei West Bromwich, Chelsea und United setzen sich in ihren Spielen zwar ein wenig mühevoll, aber erfolgreich durch. Arsenal hatte vom Papier her die leichteste Aufgabe – und versagte kollektiv. Große Hoffnungen bei Arsenal in dieser Saison, einige wirklich sehr ansprechende Leistungen bisher in der Premier League – und trotzdem hängt nach dem 0:1 in Norwich der Haussegen schief rund um das Emirates Stadium. Zeit für einen kleinen Rückblick auf die bisherige Saison und eine Analyse zur aktuellen Lage bei den Gunners. Mittwoch geht es in der Champions League gegen Schalke. Auch wenn sich Titelträume derzeit verbieten, ist es genauso unangebracht, jetzt den Teufel an die Wand zu malen. Vorausgesetzt, Arsenal zeigt am Mittwoch eine Reaktion und unterlässt solche Leistungen wie in Norwich und Wenger kümmert sich endlich um die Defizite im Spielsystem. Momentan sind es nur sechs Punkte Rückstand in der Tabelle auf Manchester United bei noch 30 Saisonspielen. Alles in Frage zu stellen wäre fahrlässig – vorerst.

Vielleicht ist das aber eben auch in der Leistung von Arsenal am Samstag in Norwich begründet. Nach der Niederlage und schlechten Leistung im Heimspiel gegen Chelsea Ende September gewann Arsenal bei West Ham mit 3:1 und zeigte, dass die erste Saisonniederlage nur ein Ausrutscher gegen einen sehr guten Gegner war. Mit den Partien in Norwich und kommenden Samstag gegen die Queens Park Rangers sollte Anschluss an die Tabellenspitze gehalten werden. Wenger gab dieses Ziel aus. Sechs Punkte müssen es sein. Und dafür war die Leistung in Norwich erschreckend. Bei großzügiger Rechnung waren es vielleicht drei brauchbare Torchancen. Norwich hatte zwei Gelegenheiten, von denen sie eine nach Fehler von Mannone zur Führung und zum Sieg nutzten. Arsenal ergötzte sich am eigenen Ballbesitz, ohne durch Druck, Kreativität, schnelles und direktes Spiel für Gefahr zu sorgen. Ich habe noch nie so viele Rückpässe auf Mannone gesehen wie am Samstag. Die Leistung von allen auf dem Feld war enttäuschend. Einzelkritik bringt wenig. Arsenal hat im Vergleich zu Man Utd, Man City oder auch Chelsea und Tottenham nicht die großen Individualisten im Team. Die Mannschaft als Kollektiv war in einigen Spielen der Saison bisher so stark und erfolgreich. Das ist Grund zur Freude und Sorge zugleich für Arsene Wenger. Er hat in dieser Saison schon häufiger gesehen, dass sein Team wunderbar Fußball spielen kann. Wenn es aber nicht so rund läuft – was immer mal passieren kann und wird – hat sein Team nicht den Spieler oder die beiden Akteure, die das Team aufrütteln und mit Einzelaktionen für Tore sorgen können. In den letzten Jahren war das Aufgabe von Robin van Persie, Theo Walcott oder auch Cesc Fabregas. Einige haben den Verein verlassen, Walcott fehlte Samstag verletzt. Sämtliche Neuzugänge blieben blass. Wenger kann schon mal bezüglich Transfers im Januar bei Ivan Gazidis vorsprechen. Es muss sich etwas tun.

Wenn Trainer Wenger und auch das Umfeld des FC Arsenal in den letzten Wochen vom Potential des Teams gesprochen haben und in die Öffentlichkeit trugen, wie hungrig, engagiert und motiviert die Spieler nach Erfolgen seien, wurde sich immer wieder auf einige gute Saisonleistungen konzentriert. Die Unentschieden zum Auftakt gegen Sunderland und bei Stoke wurden zurecht schnell vergessen, weil das Team offensichtlich ein wenig Zeit brauchte zum einspielen. Das 2:0 bei Liverpool, das 6:1 gegen Southampton und auch das 1:1 bei Manchester City waren insgesamt großartige Leistungen, spielerisch, kämpferisch und vom Fokus der gesamten Mannschaft. Das 1:2 gegen Chelsea wurde eben schnell unter einmalig schlechter Leistung abgehakt. Nach dem 3:1 bei West Ham war die Euphorie wieder groß, nur um vom Spiel in Norwich so richtig an die Wand gefahren zu werden. Am Samstag platzte dann eine Blase. Offensichtlich ist das Team der Saison 2012/2013 noch nicht so weit, wie Wenger es immer verkündete und es sich in einigen Spielen zeigte. Die katastrophale zweite Hälfte gegen Chelsea und die 90 Minuten in Norwich geben Anlass zur Sorge. Es ist scheinbar keiner auf dem Platz, der Impulse setzen kann, um die Mannschaft aus ihrer Lethargie zu befreien. Arsene Wenger sagte nach dem Spiel in Interviews, dass sein Team die Aufgabe vielleicht ein wenig unterschätzt habe und nicht konzentriert genug auf dem Platz war. Es wäre so schön, wenn diese eigentlich schlimme Begründung einen großen Kern Wahrheit enthielte, weil sie sich dann eigentlich nicht wiederholen dürfte. Aber meiner Meinung nach ist dies nur eine kleine Seite der Medaille. Gestern und auch in den vergangenen Spielen wurden spielerische Defizite deutlich, die Arsenal schnell lösen muss.

Nur zur Erinnerung darf nicht vergessen werden, dass immer noch einige wichtige Spieler verletzt fehlen. Im Tor ist es Szczesny, der noch zwei Wochen vom Comeback entfernt ist. Auf der rechten Abwehrseite ist Barcary Sagna fast wieder fit, Samstag fehlte links Kieran Gibbs. Im defensiven Mittelfeld fehlen mit Abou Diaby und Jack Wilshere vielleicht die beiden wichtigsten Puzzleteile für die Hoffnung, dass es mit Arsenal doch noch aufwärts gehen kann in den nächsten Wochen. Arsenal spielt derzeit also nicht mit der besten Elf. Das ist keine Ausrede, aber Feststellung. Carl Jenkinson hat positive Akzente auf der rechten Seite gezeigt, ist offensiv aber im Vergleich zu Sagna viel zu hastig. Da kommt fast keine Flanke vernünftig an. Ähnliches gilt für Kieran Gibbs, der seine Stärken eindeutig in der Defensive hat. Sein Ersatz André Santos ist offensiver ausgelegt, kann aber auch nicht vernünftig flanken. Als zentralen Stürmer hat Arsenal nun Olivier Giroud, der Flanken und Zuspiele von den Außenbahnen benötigt, der eher schlecht flach durch die Mitte angespielt werden kann. Blöd nur, wenn keiner für verwertbare Flanken sorgen kann. Dann wirkt Giroud wie ein Fremdkörper im gegnerischen Strafraum und bekommt auf Twitter und in vielen Fanforen schnell viel Kritik ab. Nur, was soll Giroud machen, wenn er einfach auf verlorenem Posten steht? Der Franzose ist nicht der Spielertyp wie Robin van Persie, der sich auch mal zurückfallen lässt und mit Schwung in den Strafraum zieht. Die Offensive scheint bei Arsenal bald eine größere Baustelle zu werden als die Verteidigung. Das Spiel der Gunners krankt eben an der mangelnden Kreativität und Flexibilität über die Außenbahnen. Also läuft fast jeder Angriff durch die Mitte. Das ist für Teams wie Norwich viel einfacher zu verteidigen. Und für Arsenal viel schwieriger zu spielen, wenn Zuspiele nicht ankommen, sich nicht viel bewegt wird und es viel zu lange dauert, bis der Ball mal schnell gespielt wird. Am Ende dieser Perlenkette steht dann der Rückpass auf Mannone. Es war zum wahsinnig werden am Samstag vor dem TV. Dieser Umstand ist eine Entwicklung, die in Ansätzen auch schon häufiger in den Spielen gegen Chelsea und West Ham zu sehen war. In Norwich bekam sie eine neue Dimension. Die mangelnde Flexibilität in der Offensive ist die eine größere Baustelle, die andere ist – wie oben schon mal angerissen – das Fehlen von Spielern, die das Spiel an sich reißen wollen und das Team nach vorne bringen.

Santi Cazorla ist eine echte Verstärkung für Arsenal, ein toller Fußballer, beidfüßig, wunderbare Übersicht. Nur ist der Spanier häufig völlig auf sich alleine gestellt. Mikel Arteta hat von Arsene Wenger eine neue Rolle zugesprochen bekommen, die defensive Stabilität heißt. Arteta gibt den klassischen Sechser, soll defensiv absichern. Das macht Arteta auch wunderbar, nur gehen damit seine ebenso guten Impulse für die Offensive häufig verloren. Erinnert sich noch jemand an das Siegtor von Arteta letzte Saison gegen Manchester City? So energisch habe ich den Spanier diese Saison noch nicht zum Tor ziehen sehen. Neben Arteta spielt Aaron Ramsey, der durch die vielen Einsätze ein wenig überspielt scheint. Der Waliser braucht dringend mal eine Pause, ist in einem Formtief und läuft der Musik häufig hinterher. Ich kann schon verstehen, warum das Comeback von Wilshere ein paar Tage vorgezogen wurde. Ramsey braucht Ersatz und Konkurrenz auf der Position. Die derzeitigen Defizite im defensiven Zentrum bei Arsenal setzen sich dann auf den Außenbahnen im offensiven Mittelfeld fort. Vorne steht weiter Giroud und wartet auf Zuspiele, die ihm auch Podolski und Gervinho nicht wirklich geben können. Podolski nehme ich von meiner Kritik ein wenig aus, weil er mit Ausnahme vom Spiel in Norwich wirklich sehr gute Ansätze gezeigt hat. Und wenn er in der richtigen Position ist, kann der ehemalige Kölner wunderbare Flanken schlagen, siehe das Zuspiel auf Giroud zum 1:1 bei West Ham. Gervinho kann das nicht. Es ist mir ein Rätsel, warum Gervinho noch Spielzeit bekommt. Ja, der Ivorer hat hin und wieder seine partiellen Glanzlichter, wie beim 1:1 gegen Chelsea oder im Spiel gegen Southampton. Aber ansonsten verliert er viele Zuspiele, läuft sich fest, hat selten den Blick für seinen Mitspieler und bringt erschreckend schlechte Zuspiele in den Strafraum, wenn er sich an drei Abwehrspielern nicht gerade wieder festgedribbelt hat. Und vorne wartet weiter Giroud…

Das ganze System bei Arsenal wirkt immer häufiger wie ein Bremsklotz. Alle stehen sich selbst im Weg. Das war auch häufiger gegen West Ham so, wurde aber von der guten kämpferischen Leistung und dem Ergebnis überstrahlt. Das fehlte Samstag in Norwich. Und als Einwechselung konnte eben nicht Theo Walcott neue Impulse geben. Es klingt fast schon paradox, aber Walcott ist eine der positiven Erscheinungen in dieser Saison bisher. Derzeit hat er aber keinen Stammplatz. Ein Weggang des Flügelflitzers im Januar scheint immer wahrscheinlicher. Es wäre eines dieser fatalen Zeichen, dass Wenger eigentlich nicht mehr gebrauchen kann. Diese Farce kann nur noch durch die Verpflichtung neuer Spieler kompensiert werden. Auf dem Transfermarkt muss sich etwas tun, vor allem für die Offensive und den Sturm. Verschiedene Spieler scheinen, schenkt man den vielen Gerüchten einen Funken Relevanz, auf dem Radar von Wenger zu sein. Geld scheint reichlich zur Verfügung zu stehen. Angeblich sind die Gunners an einer Verpflichtung von Adrian Lopez, Stürmer von Atletico Madrid, interessiert. Heißestes Gerücht scheint Fernando Llorente zu sein. Ich rechne fest damit, dass Arsenal alles versucht, um den Spanier von Bilbao nach London zu holen. Ähnliches könnte für Leandro Damiao, Stürmer von Porto Alegre, der in 123 Spielen 74 Tore erzielte, gelten. Wenger muss also einiges an Geld in die Hand nehmen – und nicht nur deshalb ist das Spiel am Mittwoch in der Champions League gegen den FC Schalke 04 so imminent wichtig. Wenn es schon in der Liga nicht ganz so wunderbar aussieht, muss vorerst wenigstens in der Champions League gepunktet werden. Das Erreichen des Achtelfinals ist derzeit zwar nicht gefährdet, trotzdem darf sich der Schlendrian von Samstag nicht wiederholen. Schalke ist sehr gut in Form, offensiv variabel und stark. Das wird eine echte Herausforderung für die wackelige Defensive der Gunners. Ich sehe derzeit mit dem Schock der Niederlage in Norwich sogar Königsblau leicht favorisiert ins Spiel gehen. Arsenal muss aufpassen, nicht in eine kleine Negativspirale zu gelangen. Zwischen den beiden Spielen gegen Schalke in der Champions League stehen Partien gegen QPR und bei Manchester United an. Einfach ist anders. Von den zwei Spielen gegen Schalke sollte eines schon gewonnen werden. Unter Berücksichtigung der Heimstärke von Schalke steht Mittwoch also einiges auf dem Spiel, viel mehr, als Wenger eigentlich gehofft hatte. Aber jetzt muss auch noch Wiedergutmachung geleistet werden. Da ist die Champions League nicht unbedingt die attraktivste Bühne für.

Noch – und die Betonung liegt auf noch – werden die beiden schlechten Saisonleistungen in der Liga bisher als seltene Ausrutscher abgehakt. Dabei darf aber eben nicht, wie ich weiter oben gezeigt habe, übersehen werden, dass das gesamte Spiel von Arsenal an vielen Stellen und Positionen erheblich krankt. Das fällt gegen Gegner wie West Ham, Southampton oder Piräus nicht unbedingt auf. Gegen Mannschaften wie Chelsea oder Schalke aber schon. Und wenn dann neben den offensichtlichen spielerischen Defiziten, die ja auch keiner abstreitet – die Mannschaft ist qualitativ nicht ganz auf dem Niveau der letzten Spielzeiten anzusiedeln -, auch noch Lustlosigkeit, fehlendes Engagement und Unkonzentriertheiten hinzukommen, kann auch nicht gegen Norwich gewonnen werden. Und dann wird es langsam kritisch. Wenger wirkte ratlos nach der Niederlage gegen die Canaries, intern weiß er aber hoffentlich, die offensichtlichen Probleme zu adressieren. Aber auch die Fans sind ratlos und wütend (siehe zum Beispiel Germangunners oder Arseblog), weil keiner mit so einer Leistung und einem Rückschritt gegen Norwich gerechnet hat.

Das Vertrauen in Wenger und die gesamte Mannschaft ist aufgrund der fehlenden Titel und Erfolge in den letzten Jahren sehr brüchig geworden. Wird gewonnen, sind alle zufrieden und verfallen gelegentlich in eine kleine Euphoriesträne. Aber bei dem kleinsten Hauch von Negativerlebnis sind die Kritiker und negative Stimmen ganz schnell aus dem Häuschen. Häufig zu unrecht, wie ich finde. Seit gestern bin ich aber auch am Grübeln. Die Mannschaft hat sich in eine ganz missliche Lage gebracht. Und was mich derzeit am meisten nervt, ist die scheinbar positive Stimmung bei Arsene Wenger, der zumindest in der Außenwahrnehmung die Spiele in Norwich und gegen Chelsea immer noch mit psychologischen Erklärungsansätzen oder der Länderspielpause auseinandernimm – ohne das Eingeständnis, dass das Team an vielen Stellen nicht richtig aufgestellt ist. Und das hat Wenger zu verantworten. Das fängt bei der Isolation von Giroud an, für die er selbst eigentlich gar nichts kann. Und das endet bei Gervinho und Ramsey, die seit Wochen weit von ihrer Bestform entfernt sind, aber trotzdem regelmäßig 90 Minuten durchspielen dürfen. Das System Arsenal ist wie ein Patient, der ein wenig kränkelt, nicht so wirklich schlimm, dass es bedrohlich ist, aber eben so schlimm, dass es einen Rückfall geben könnte. Und der behandelne Arzt lindert mit seiner Medizin nur hin und wieder die Symptome, ohne die Ursachen wirklich zu bekämpfen.

Und was nun, Herr Wenger? Noch habe ich keine wirklich gute Antwort auf die Formschwankungen und Leistungsdefizite der letzten Wochen gelesen. Aber vielleicht bekommen die Fans diese am Mittwoch auf dem Platz zu sehen. Mal sehen, wie lange Wenger noch den Ratlosen in der Öffentlichkeit gibt. Viel Zeit und Kredit scheint er und das Team bei den Fans nicht mehr zu haben. Arsene knows – until now.

Champions League 2011/2012 #1, Vor der deutsch-englischen Nacht, Episode 1

Der Vorhang für die Champions-League öffnet sich in dieser Woche wieder. Was für fußballbegeisterte Menschen heißt: 7 Tage Fußball in der Woche. Man kann sicherlich über die Qualität der europäischen Fußballigen streiten und natürlich vor allem über die Gruppenphase der Champions League, die in den letzten Jahren immer stärker in die Kritik geriet: zu viele Spiele, langweilig, in den Gruppen nicht ausgeglichen genug. Zumindest vor dieser Saison sind negative Bekundungen ferngeblieben. Viele spannende Gruppen mit namhaften Gegnern. Auch für die deutschen Klubs.

Vor dem 1. Spieltag in der Gruppenphase ein paar Notizen und Gedanken zu den Gegnern von Borussia Dortmund und Bayer 04 Leverkusen.

FC Arsenal
Man kann nicht behaupten, dass der FC Arsenal vor Selbstvertrauen strotzt vor dem Spiel bei Borussia Dortmund. Dafür hat der Saisonstart zu viele Enttäuschungen hinterlassen. Zum Auftakt gelang ein 0:0 in Newcastle, als die Gunners es aber verpassten ihre Überlegenheit in klare Torchancen umzumünzen. Was gegen die Magpies noch wie die fehlende Eingespieltheit zu Saisonauftakt aussah, sollte in den nächsten Wochen eine ernsthaftere Angelegenheit werden. Arsenal schafft es in der Spielzeit 2011/2012 sich viele große Torchancen zu erspielen. Das fing gegen den FC Liverpool an, als 70 Prozent Ballbesitz nur zu 10 starken Minuten in der Offensive führten. Das war auch gestern gegen Swansea City zu sehen. Arsenal war über weite Strecken überlegen, viele Torschüsse sprangen nicht dabei raus. Über die Demütigung bei Manchester United will ich gar nicht so viele Worte mehr verlieren. Das war schlicht ein Tag, den man als Arsenal-Fan schnell vergisst und es sich dank so vieler möglicher Erklärungen auch nicht anbietet tiefergehender zu analysieren.

Wenn wir einen Strich unter die ersten sechs Pflichtspiele von Arsenal setzen, sind die fehlende Kreation von Torchancen, und das nicht mehr vorhandene druckvolle, schnell Spiel nach vorne die derzeitigen Hauptsorgen. Lediglich im Rückspiel bei Udinese Calcio schafften es die Gunners mal eine Halbzeit lang durch schnelles Spiel in der Offensive zum Torerfolg zu kommen. Aus Sicht von Arsene Wenger, der sein Team genau, auf diese Spielweise hin aufstellt, eine beänstigende Zwischenbilanz, deren Ursachen aber schnell erklärt sind und sich in den nächsten Wochen sicherlich minimieren lassen. Aus Sicht von Borussia Dortmund kommt Arsenal zu einem günstigen Zeitpunkt in der Gruppenphase. Woran liegen die genannten Probleme bei den Gunners? Der Hauptgrund liegt in der fehlenden Eingespieltheit des Teams. So viele Faktoren sind dafür verantwortlich: die Verletzungen von Jack Wilshere und auch Theo Walcott (jetzt wieder fit) ebenso wie Kieran Gibbs und Thomas Rosicky (wohl in Blackburn nächstes Wochenende wieder dabei), dazu die Sperren für Gervinho, Alex Song und Frimpong. Chamakh sucht seine Form ebenso wie Andrej Arshavin. Die Leistung des Russen gegen Swansea City könnte ein erster Hoffnungsschimmer sein, dass sich Arshavin wieder auf seine Stärken beruft und nicht ständig sich festdribbelt, Bälle verliert und Fehlpässe spielt. Durch die vielen Sperren und Verletzungen hatte das junge Team nicht die Chance sich einzuspielen. Das wird erst jetzt nach und nach klappen. Defensiv sieht die Lage etwas besser aus, klammern wir das 2:8 gegen Man Utd mal aus. Arsenal wirkt defensiv immer noch nicht stabil, weil immer wieder andere Formationen spielen mussten. Thomas Vermaelen fehlt noch bis Ende Oktober verletzt, dann war mal Laurent Koscielny ein Spiel nicht dabei, gleiches gilt für Johan Djourou oder Carl Jenkinson.

Es gab also einen Kern von Spielern, die immer dabei waren und die dann alleine die Verantwortung übernehmen mussten. Und es gab keinen Samir Nasri oder Cesc Fabregas mehr, welche die jungen Spieler an die Hand nehmen konnten. Aaron Ramsey, der junge wallisische Nationalspieler, musste nun alleine die Fäden im Mittelfeld ziehen, war gegen Newcastle und Liverpool auch engagiert, aber wirkungslos. Gegen Swansea City gestern konnte er sich ein wenig mehr verstecken als sonst. Ein Unterschied zu den Leistungen zuletzt ist kaum aufgefallen. Für Dienstag ist de Einsatz von Ramsey wegen einer Knöchelverletzung fraglich. Arsene Wenger musste auf dem Transfermarkt handeln und hat das auch gemacht. Mit Yossi Benayoun und Mikel Arteta kamen zwei Neuzugänge für die kreative Offensivabteilung, Chu-Young Park soll neben Robin van Persie für Tore sorgen und Marouanne Chamakh zeigen, dass Konkurrenz das Geschäft belebt. Per Mertesacker soll die Defensive stabilisieren zusammen mit André Santos von Fenerbahce Istanbul. Alle Neuzugänge sind fit, haben teilweise gegen Swansea schon gespielt, aber ihre Integration ins Mannschaftsgefüge und die Arsenal-Spielweise braucht Zeit.

Zeit, die Arsenal nur begrenzt hat um am Ende der Saison vorne mitspielen zu können. Titel gewinnen ist ja das Ziel – und das wurde von Wenger auch nicht geändert. Warum Arsenal so schwer in die Saison findet, hat neben den oben genannten sportlichen Gründen eine emotionale Komponente. Dem jungen Team war anzusehen, dass sie mit dem Druck nach dem Weggang von Fabregas und Nasri, der öffentlichen Forderung nach weiteren Neuzugängen, den schlechten Ergebnissen zu Saisonstart und der fehlenden Gewissheit Champions League zu spielen nur schwer umgehen kann. Die letzten 20 Minuten am Samstag gegen Swansea City haben demonstriert, dass die Nervosität noch nicht verflogen ist, das Selbstvertrauen nur langsam zurückkommt. Spielerisch ist Arsenal derzeit meilenweit von den Kurzpassorgien der letzten Saison entfernt. Das muss sich alles erst noch finden und braucht Zeit und viele Erfolgserlebnisse sobald wie möglich.

Eigentlich nicht die schlechtesten Voraussetzungen für Borussia Dortmund vor dem Spiel gegen die Gunners. Mit einem Punktgewinn wäre Arsenal sicherlich schon zufrieden.

FC Chelsea

Bayer 04 Leverkusen reist am Dienstagabend zum FC Chelsea an die Stamford Bridge. Ebenso wie bei Arsenal läuft es bei den Blues noch nicht rund nach vier Spielen in der Premier League, wenngleich die Sorgen im Südwesten nicht ganz so groß und umfangreich sind wie im Nordosten der Stadt. Der Vorteil beim FC Chelsea: Es stimmen zumindest die Ergebnisse. Nach dem schwachen Auftakt am 1. Spieltag beim 0:0 in Stoke konnten die letzten drei Spiele gewonnen werden. 2:1 gegen West Bromwich Albion, 3:1 gegen Norwich City und ein 2:1 beim FC Sunderland, das praktisch ohne Stürmer spielt. Also schnell erkennbar: Das ist ein Auftaktprogramm, mit dem man gut und lässig in die Saison starten kann. Das haben die Blues gemacht, so ist Bayer Leverkusen der erste richtige Härtetest. Was für Leverkusen nur von Vorteil sein kann.

Beim FC Chelsea hat sich im Sommer einiges geändert, wobei der Eindruck gewonnen werden kann, dass durch die geringe Nachhaltigkeit auf der Trainerposition Chelsea in jedem Sommer einen kleinen Umbruch vollzieht. Mit André Villas-Boas steht mal wieder ein Portugiese an der Seitenlinie, der sich sein Team um die arivierten Kräfte und Leistungsträger, wie Lampard, Drogba, Terry und Malouda, mit seinen Wunschspielern zusammengebaut hat. Last minute wurde Raul Meireles vom FC Liverpool verpflichtet, vom FC Valencia kam der Spanier Juan Mata. Vom RSC Anderlecht kam Romelu Lukaku für schlappe 22 Millionen Euro. Und von der B-Mannschaft des FC Barcelona kam Oriol Romeu zu den Blues und bekam gegen Sunderland einen Kurzeinsatz.Es gab schon Zeiten, da hat der FC Chelsea mehr Geld für neue Spieler ausgegeben. Es waren diesen Sommer nur knapp über 80 Millionen Euro. Und nicht blind eingekauft, sondern gezielt verstärkt – und für die Zukunft geplant.

Dass der FC Chelsea auf und abseits des Platzes derzeit eher wenig Sorgen hat, zeigt die Diskussion um Fernando Torres, jener Stürmer, der im letzten Winter für 50 Millionen Euro nach London wechselte und dessen Tore die Fans seitdem an einer Hand abzählen können. Auch in dieser Spielzeit wirkt der Spanier noch wie ein Fremdkörper in der Chelsea-Offensive. Das hat Trainer Villas-Boas erkannt und gleich mal Selbstvertrauen nach außen demonstriert. Den wenn Torres nicht seine Form hat, spielt er nicht. Bei der Partie in Sunderland stürmten Daniel Sturridge, Nicolas Anelka und Juan Mata in einem 4-3-3. Didier Drogba fehlte wegen seiner Kopfverletzung und wird wohl am Dienstag noch nicht im Kader stehen. Torres durfte sich die letzten 15 Minuten empfehlen. Mehr nicht. Im Chelsea-Mittelfeld vermissen die Fans weiterhin den verletzten Michael Essien. Ramires beackert die rechte Seite, Raul Meireles kommt eher über links, Frank Lampard zieht die Fäden in der Mitte. In der Defensive scheint Villas-Boas mit Bosingwa auf rechts, Terry und Ivanovic als Innenverteidigung und Ashley Cole auf der linken Seite seine Wunschformation gefunden zu haben. Interessant wird sein, was passiert, wenn David Luiz nach seiner Verletzung zurückkehrt. Am Samstag stand Luiz zumindest im Kader, Einsätze werden sicherlich folgen, vielleicht schon gegen Leverkusen. Am ehesten müsste Bosingwa dann wohl auf die Bank, Ivanovic rückt auf rechts und Luiz spielt neben Terry. Aufatmen für viele Chelsea-Fans auf der Torhüterposition. Peter Cech ist nach seiner Verletzung wieder dabei, gegen Sunderland die 90 Minuten ohne Probleme absolviert. Hilario, der nicht wirklich schlecht gespielt hat, darf bei Cech dessen Klasse und Ausstrahlung abschauen. Momentan hat Villas-Boas also mit David Luiz im Team eine ganz gute Aufstellung gefunden. Es reicht für knappe Siege gegen Mittelfeldteams der Premier League.

Von Titelträumen und der Form solche zu gewinnen sind die Blues also noch ein ganzes Stück entfernt. Und die Gegner zuletzt hießen eben nur Norwich, West Brom und Sunderland. Da sollte für Leverkusen mit ihrem schnellen Spiel nach vorne ein Punkt auf alle Fälle drin sein. Sunderland hat ganz gut gezeigt, wie Chelsea zu knacken ist. Hätten die Black Cats doch nur Stürmer. Zwei Wege: entweder durchs Spiel über die Außen, nach innen ziehen und mit flachen Zuspielen die Stürmer suchen. Mit Geschwindigkeit hatten Terry und Ivanovic Probleme, bei hohen Zuspielen waren sie sicher. Der zweite Weg wird ein wenig von der Aufstellung von Villas-Boas abhängen. Spielt er wieder volle Offensive mit einem 4-3-3 oder baut er eine etwas defensive Absicherung ein und macht das Mittelfeld enger. Sollte Chelsea beim 4-3-3 bleben, sollte sich Bayer 04 die 90 Minuten von Chelsea gegen Norwich anschauen, als der Aufsteiger es mit schnellem Spiel gut geschafft hat das Chelsea-Mittelfeld zu überwinden. Chelsea ist defensiv anfällig. Und bisher schlägt auch die Offensivpower noch nicht voll zu. Und warum sollte Fernando Torres ausgerechnet gegen Leverkusen jetzt wieder in die Erfolgsspur zurückfinden?

Für Bayer Leverkusen ebenso wie für Borussia Dortmund nicht der schlechteste Zeitpunkt auf die Gegner aus der Premier League zu treffen. Ich tippe auf ein Remis für den BVB und einen Sieg für Bayer 04. Wie seht ihr das?

Champions League 2011/2012, Auslosung Playoffs

[12h07] So, dann scheint es jetzt auch loszugehen. Hier die Paarungen der CL-Playoffs 2011/2012:

Wisla Krakau – Apoel Nikosia
Maccabi Haifa – KRC Genk
Dinamo Zagreb – Malmö FF
FC Kopenhagen – FC Viktoria Pilsen
Bate Borisov – Sturm Graz

Odense BK – FC Villarreal
Twente Enschede – Benfica Lissabon
FC Arsenal – Udinese Calcio
FC Bayern München – FC Zürich
Olympique Lyon – Rubin Kasan

Eher einfaches Los für die Bayern, dagegen hat Arsenal eine etwas härtere Nuss zu knacken. Lyon gegen Kasan und Twente gegen Benfica sind weitere Partien, die definitiv Aufmerksamkeit verdienten. Der genaue Spielplan wird heute Nachmittag festgelegt.

[12h05] Das Prozedere der Auslosung wird erklärt. Wer weiß das eigentlich noch nicht?

[12h02] Die nächsten Minuten wird dann wieder viel geredet, viel gelobt und vorausgeschaut, bevor es dann mit der eigentlichen Auslosung losgeht. Ist ja wie immer, bei solchen UEFA-Auslosungen in Nyon. Ob die ihre Skripts für jedes Jahr neu schreiben?

[11h59] Bayern und Arsenal könnten also auf Twente Enschede, Rubin Kasan, Udinese Calcio, den FC Zürich oder Odense BK treffen. Attraktive Gegner und keinesfalls im Vorbeigehen zu erledigen.

[11h58] Die Lostöpfe:

Lostopf 1:
FC Kopenhagen
FC Bate Borisov
Maccabi Haifa
Dynamo Zagreb
Apoel Nikosia

Wisla Krakau
Sturm Graz
KRC Genk
Malmö FF
Victoria Pilsen

Lostopf 2:
FC Arsenal
Bayern München
Olympique Lyon
Benfica Lissabon
FC Villarreal

Twente Enschede
Rubin Kasan
Udinese Calcio
FC Zürich
Odense BK

[11h54] 10 Teams werden also noch für die Gruppenphase gesucht. Gespielt werden die Playoffs am 16./17. und 23./24. August. Es gibt zwei Töpfe à 10 Mannschaften. Ein Topf mit gesetzten Teams, ein Pott mit den ungesetzten Mannschaften und dann jeweils nochmal unterschieden, ob Meister oder nicht Meister. In den Playoffs spielt dann jeweils eine ungesetzte gegen eine gesetzte Mannschaft.

[11h48] Tach zusammen. Mal eben die Masterarbeits-Lektüre weglegen und sich kurz der Auslosung zu den Playoffs in der Champions League widmen. Eurosport überträgt ab 12 Uhr live.

Champions League 2010/2011 Achtelfinale Hinspiel, FC Arsenal – FC Barcelona 2:1

Ich war zu nervös und angespannt um heute Abend das Spiel live mit zu bloggen. Zu sehr habe ich mit den Gunners mitgefiebert. Außerdem immer wieder auch einen Blick auf den Eishockeyticker geworfen. Von daher nun etwas verspätete in loser Form ein paar Gedanken und Informationen zum Hit im Achtelfinale der Champions League.

Vor dem Spiel
Im Prinzip war ja eigentlich alles gesagt. Arsenal und Barceona sind die beiden Mannschaft in Fußball-Europa, die am meisten der Idealvorstellung von The Beautiful Game entsprechen. Die Erwartungen an ein Fußballspektakel mit spielerischen Highlights waren also groß. Ich sah, wie hier geschrieben, Arsenal weiter in der Außenseiterrolle. Ein knapper Heimsieg im Hinspiel wäre schon eine exzellente Basis für das Rückspiel. Damit wäre ich schon zufrieden gewesen. Arsene Wenger hat Samir Nasri in die Startelf gestellt, geht also das kleine Risiko ein. Scheint überschaubar zu sein. Eboue ersetzt den rotgesperrten Sagna auf der Rechtsverteidigerposition. Sonst ist das die gewohnte Aufstellung der letzten Wochen für die ganz wichtigen Spiele. Barcelona bot die geballte Offensive und Kreativität auf mit Pedro, David Villa und Messi in der Offensive. Kein Ibrahimovic mehr, die Furcht heißt eben nun David Villa. Xavi, Iniesta und Busquets in der Zentrale. Abidal ersetzte Puyol in der Verteidigung. Maxwell hat es auf seiner linken Seite mit dem schnellen Theo Walcott zu tun. Fantastische Stimmung im Emirates Stadium. Ganz hohe Erwartungen. Eigentlich können sie nur alle enttäuscht werden.

Arsenal misst sich der besten Mannschaft der Welt.

1. Halbzeit
Arsenal zum ersten Mal in der vierten Minute gefährlich vor dem Tor, als Song in der Mitte ganz knapp an einem scharf gezogenen Freistoß von Nasri vorbeirauscht. Valdez hat den Ball sicher. Barcelona hatte in den ersten Minuten viel Ballbesitz, aber Arsenal hielt gut dagegen, lief viel, machten die Räume eng im Mittelfeld, holten sich verloren gegangene Bälle sehr schnell wieder. Und van Persie hatte in der sechsten Minute die Riesenchance zur Führung für die Gunners. Walcott und Fabregas spielen den Niederländer frei und der scheitert am sensationell haltenden Valdes. Guter Start der Gunners, vor allem auch im Vergleich zum Viertelfinale im letzten Jahr. Verteiltes Spiel, viel ereignete sich im Mittelfeld. Da kam die perfekte Chance für Barcelona zum 1:0 nach einer Viertelstunde schon plötzlich. Traumpass von Villa auf Messi, der nicht im Abseits stand. Aber Messi legt den Ball zwar an Szczesny vorbei, aber auch ganz knapp am Tor. Das Emirates atmete durch. Von Minute zu Minute bekam Barcelona mehr Platz im Mittelfeld und erspielte sich ein deutliches Übergewicht an Ballbesitz. Arsenal verlor zu schnell die Bälle und Barcelona überzeugte mit brillianter Ball- und Passsicherheit. Barca wurde stärker, Song nahe am Platzverweis, aber Arsenal schaffte es immer wieder durch den ganz starken Jack Wilshere für Entlastung zu sorgen, spielte dann aber zu umständlich in der Offensive. Gleichzeitig schaffte man damit immerhin ein wenig Entlastung, bis zur 26. Minute. Einmal schnappt die Abseitsfalle von Arsenal nicht zu, Messi steckt für Villa durch und der hat keine Probleme an Szczesny vorbei zum 1:0 einzuschieben. Arsenal kam unter Druck, Szczesny reagierte gläzend zwei Minuten später gegen Pedro. Im Gegenzug Konter von Arsenal über Wilshere, van Persie verzieht. Die Chancenverwertung machte den Unterschied aus und ein Nasri, der nicht in Bestform war. Und Barcelona nervte Arsenal immer mehr mit dem erdrückenden Ballbesitz, die Gunners lebten gefährlich.

Mit dem 1:0 für die Katalanen ging es in die Pause, insgesamt verdient. Arsenal spielt sehr gut mit, viel besser als letztes Jahr. Da hat man doch einige Lehren mitgenommen. Warum es dann doch nicht zu mehr reicht, ist allein der individuellen Klasse geschuldet. Barca aus den wenigen Chancen eben ganz abgeklärt das Tor. Und Arsenal hat es verpasst in den ersten Minuten, als man überlegen war, die Führung zu erzielen. Da schien Barca verwundbar, im weiteren Verauf immer weniger. Arsena mit kleiner Schwächephase zwischen der 15. und 25. Minute – und ein Spitzenteam wie Barca nutzt das aus.

2. Halbzeit
Die Gastgeber kamen wieder mit viel Schwung und Elan aus der Kabine. Aber immer wieder nahm Barcelona mit dem Balbesitz das Tempo aus dem Spiel, verlagerte die Begegnung ins Mittelfeld, wo Arsenal viel Kraft und Engagement aufbringen musste um sich den Ball zurückzuholen. Das kann schon mal frustrierend sein. War eine komische zweite Hälfte. Tore lagen in den ersten zehn Minuten nicht in der Luft. Barca legte sich Arsenal zurecht und die Gunners wollten noch nicht das letzte Risiko gehen und machte zu wenig aus seinen wenigen Torchancen und Standardsituationen. Und so geschah wenig Abwechselung in der zweiten Halbzeit. Mal ein Torschuss Arsenal, viel Geplänkel im Mittelfeld, mal Barca gefährlich. Aber die Arsenal-Abwehr stand gut, war aber auch nicht mehr so häufig gefordert wie in den ersten 45 Minuten. Beste Chance für Barca in der 68. Minute, als Messi nur das Außennetz traf. Sonst passierte wenig, was man schriftlich festhalten musste. Wenger brachte Arshavin und Bendtner für Song und Walcott, einen wirklichen Impuls brachte es erstmal nicht. Dann musste doch der Torjäger vom Dienst für den Ausgleich sorgen. Tolles Zuspiel von Clichy auf van Persie, der aus spitzem Winkel ins Tor trifft. Valdes hatte die kurze Ecke zu weit aufgemacht. Und van Persie fällt Wenger in die Arme. Immerhin der Ausgleich. Verdient. Und dann kam ein weiteres kleines Puzzleteil für die Sternstunde eines Arsenal-Fans. Das 2:1 durch Arshavin in der 83. Minute nach einem brillianten Konter über Fabregas und Nasri. Und der Russe schließt ruhig und überlegt zum 2:1 ab. Emirates tobt. Und das blieb der Endstand.

Die zweite Halbzeit hatte viele Hänger, insbesondere zwischen der 50. und 70. Minute passierte nicht viel. Barcelona wähnte sich sicher. Und plötzlich machte Arsenal immer mehr Druck und belohnte sich mit den beiden späten Treffern. Wunderbar, weil sie mit dem Arsenal-Style erzielt wurden. Es geht also doch, die effiziente Chancenverwertung. Wilshere überragend im defensiven Mittelfeld, Koscielny ganz stark in der Verteidigung und Szczesny saucool bei seinem CL-Debüt.

Auch wenn es vielleicht nicht reicht zum Weiterkommen, war das insgesamt eine sehr gute Leistung der Gunners. Da sollte man ganz viel für die restliche Saison rausziehen können. Und dann schauen wir mal, was Barca am 8. März anbietet. Arsene knows.

Arsenal vor dem Spiel gegen Barcelona: Etwas weniger Außenseiter

Vor dem Achtelfinalduell zwischen dem FC Arsenal und dem FC Barcelona will ich gar nicht final beantworten, ob Arsenal Barcelona schlagen kann. Das kann ich auch gar nicht, weil ich diese Saison zu wenige Spiele von Barca gesehen habe. Bei all den Nachrichten, die man von den Katalanen vernimmt, wird es nicht wesentlich einfacher als letzte Saison. Für mich ist das Team von Messi, Xavi und Iniesta so oder so in jedem Spiel Favorit. Von daher stellt sich diese Frage nicht. Vielmehr möchte ich die Situation beim FC Arsenal ein wenig detaillierter beleuchten, versuche aufzuzeigen, warum Arsenal sportlich in einer besseren Lage ist als letzte Saison im Viertelfinale gegen Barcelona und versuche die Wichtigkeit dieses Achtelfinalduells für Arsenal, seine Spieler und den Trainer ein wenig einzuordnen. Summa summarum ist das Team von Arsene Wenger gereift über die letzten Monate und hat im Vergleich zum letzten Jahr eine bessere Chance Titel zu gewinnen. Warum erkläre ich nach und nach anhand der Mannschaftsteile.

Arsenal vs Barcelona 2009/2010 revisited
Zunächst aber ein Rückblick und ein paar einleitende Sätze. Ende März, Viertelfinale im Emirates Stadium. Arsenal kommt nach einem 0:2-Rückstand noch zu einem glücklichen 2:2 und wird von den Gästen vor allem in der ersten Hälfte phasenweise an die Wand gespielt. Einzig und allein Manuel Almunia und der schwachen Torchancenverwertung war es zu verdanken, dass Barcelona nicht schon zur Pause mit 5:0 führte. Arsenal kam dann zurück ins Spiel, zeigte viel Moral und erkämpfte sich das Remis. Aber insbesondere in der ersten Halbzeit sah man die psychische Verfassung der Gunners, die es in den letzten Jahren verhinderte, dass die Wenger-Boys nach einem Titel greifen konnte. In den entscheidenen Momenten konnte das Team sein volles Potential niemals abrufen, wirkte ängstlich und nervös, glaubte nicht an seine eigene Stärke und schied so aus allen Pokalwettbewerben aus. In der Liga zeigte man sich letzte Saison schon verbessert, spielte lange um den Titel mit, ehe man im April bei Wigan Athletic nach 2:0-Führung wie ein Kartenhaus zusammenbrach. Am Ende stand man wieder trotz viel Potential ohne Trophäe da. Arsene Wenger resümierte nach jedem Ausscheiden im Pokalwettbewerb dieselbe Leier: Sein Team lerne, lege von Spiel zu Spiel mehr Unerfahrenheit ab, werde sicherer und irgendwann reiche es dann für einen Titel. Die Arsenal-Fans mussten ihre Hoffnungen auf die neue Spielzeit verschieben.

Saison 2010/2011: Alles anders und die große Sehnsucht nach einem Titel
Im Februar 2011 scheint alles anders zu sein und ist es teilweise auch. Die Gunners spielen noch um die Meisterschaft mit, liegen derzeit vier Punkte hinter Man Utd und empfangen die Red Devils Ende April noch im Emirates Stadium. In der Champions League tat man nicht mehr als notwendig und zog ins Achtelfinale ein, verspielte aber mit einer schlechten Leistung in Braga den Gruppensieg. Es war insbesondere im ersten Saisondrittel bis in den November hinein nicht die einzige Schwächephase des FC Arsenal. Heimniederlagen in der Premier League gegen West Brom, Newcastle und den Spurs. 2011 ist aber bisher das Jahr der Gunners. Rechnet man den wirklich einzigen Patzer, das 4:4 in Newcastle heraus, kassierte das Team von Wenger in der Liga nur ein mageres Gegentor. Defensiv hat Arsenal an Stabilität zugelegt. Und jedes Mal, als Beobachter den Eindruck hatten, Arsenal könne ins Straucheln geraten, waren die Gunners mit ihrer Siegermentalität da. Es drohte das Pokalaus im Heimspiel gegen Leeds, Arsenal erzielt kurz vor Schluss den Ausgleich und überzeugt dann im Wiederholungsspiel in Leeds mit einer dominanten Leistung. Rückspiel im Carling Cup gegen Ipswich. Man tut sich lange Zeit schwer, irgendwann ist der Druck der Gunners aber zu groß und man knackt den Defensivregel von Ipswich. Ligaspiel gegen Everton. Man liegt 0:1 zur Halbzeit zurück, der Titeltraum könnte wie eine Seifenblase zerplatzen. In der zweiten Halbzeit dreht man das Spiel und gewinnt 2:1. Also ist man derzeit noch in allen Pokalwettbewerben im Rennen und hat noch Chancen auf die Meisterschaft – übrigens als einziges Team in der Premier League.
Arsene Wenger hat im Sommer wieder nicht das große Geld ausgegeben. Chamakh, Koscielny und Squillaci heißen die bekanntesten Neuverpflichtungen. Kein neuer Torwart, kein weiterer Stürmer, wie von vielen Arsenal-Fans gefordert wurde. Im Januar-Transferfenster gab Arsenal nicht einen Cent für neue Spieler aus trotz der vorübergehenden Knappheit an Innenverteidigern. Wenger vertraut seinem derzeitigen Personal so stark wie noch nie, ist überzeugt von seiner Klasse und Qualität. Und bisher hat er für diese Saison stets Recht behalten, die Jahre davor nicht. Wenger gibt so offenkundig wie nie zu, dass er überzeugt ist, dass seine Mannschaft diese Spielzeit einen Titel holt. Und spricht damit allen Arsenal-Fans die Sehnsucht aus dem Herzen. Seit 2005 – damals gewann Arsenal den FA-Cup – warten die Anhänger auf einen Titel. Der Gewinn des Carling Cup wäre ein kleiner Anfang, etwas mehr als ein Trostpreis. Trotz der sehr guten Saison ist man immer noch so realistisch, dass ein Weiterkommen gegen Barca nicht unbedingt zu erwarten ist. Bleiben noch die Liga und der FA-Cup. Und eine davon sollte schon gewonnen werden. Sonst sind spätestens im Sommer wieder die Wenger-Kritiker auf Wolke Sieben und fordern namhafte und teure Neuverpflichtungen.
Dabei übersieht gerade diese Gruppe, dass Arsenal im Vergleich zur letzten Saison in nahezu allen Mannschaftsbereichen besser aufgestellt ist, vor allem in der Offensive. Defensiv gibt es stets das ein oder andere kleine Fragezeichen aufzulösen.

Torhüter: Von Almunia zu Fabianski und Szczesny
Wenn es sowas wie dauerhafte Sorgen und Befürchtungen gibt, liegen die bei Arsenal auf der Torhüterposition. Wenger verlieh Almunia vor dem Saisonstart den Status Nummer 1, der Spanier verletzte sich aber und fiel immer wieder durch einige schwächere Aktionen auf. Nach und nach machte Fabianski mit guten Trainingsleistungen auf sich aufmerksam und bekam die Chance sich als Stammtorhüter zu probieren. In den ersten Spielen noch ein wenig wackelig (“Flappianski”) zeigte er von Spiel zu Spiel bessere Leistungen und sicherte Arsenal einige Siege. Und plötzlich sprach man nur noch von “Faboulanski”. Arsenal kommt diese Saison – auch im Vergleich zu den Vorjahren – ohne größere Verletzungen aus. Das gilt leider nicht für die Torhüterposition. Fabianski fällt mit Schulterverletzung bis zum Saisonende aus. Also liegt die Verantwortung nun beim Polen Wojciech Szczesny, der erstmals im Dezember bei Man Utd das Arsenal-Tor hütete. Und konnte bisher überzeugen, größere Patzer blieben nahezu komplett aus. In Erinnerung bleiben vielmehr einige exzellente Paraden. Nun macht Szczesny als 20-jähriger sein erstes Spiel in der Champions League. Von der Erfahrung definitiv nicht so erfahren wie Almunia und Fabianski, auf der Linie aber stark. Kleinere Schwächen in der Strafraumbeherrschung. Mal sehen, wie er nervlich mit einem solchen Abend am Mittwoch umgeht. So oder so ist Szczesny bei Arsenal die Zukunft.

Die Verteidigung: Vielleicht das einzige Sorgenkind
Barcary Sagna spielt seit Jahren konstant gut und zeigt auch diese Saison seine enorme Wichtigkeit und Bedeutung für die Gunners. Im Vergleich zu den letzten Jahren schaltet sich der Franzose auch häufiger in die Offensive ein, macht sogar Tore. Solange er seine defensiven Pflichten nicht vernachlässigt, ist Arsenal hier definitiv stärker als im März 2010. Was man nicht unbedingt von der Linksverteidigerposition sagen kann. Gael Clichy hat Höhen und Tiefen, spielt gelegentlich fantastisch, hat aber auch Tage, wo sich Aussetzer an Aussetzer reiht. Insgesamt ist aber auch Clichy sicherer als letztes Jahr, wirkt gereifter, weniger hektisch. Im Vergleich zu Sagna ist Clichy weiterhin nicht der Außenverteidiger, der durch brilliante Flanken besticht. Aber defensiv spielt Clichy einen soliden Part. Ob es reicht damit Barcelona in Schach zu halten, bleibt abzuwarten. Das gilt insgesamt ebenso für die Innenverteidigung, wo man den langwierigen Ausfall von Thomas Vermaelen besser verkraftet, als ich es erwartet hatte. Wofür in erster Linie Johan Djourou verantwortlich ist. Der Schweizer Nationalspieler ist bereits seit über sechs Jahren bei den Gunners, hat aber gerade mal etwas mehr als 60 Spiele für die Profis gemacht. Immer wieder haben ihn Verletzungen zurückgeworfen. Nun ist er letzten Sommer und bisher ohne Verletzungen durch die Saison gekommen und zeigt seine lang erhoffte Klasse. Ein echter Gewinn für die Innenverteidigung der Gunners. Das kann man nicht unbedingt von seinen Partner Koscielny oder Squillaci sagen, die immer wieder durch Nachlässigkeiten auffallen und an die Klasse, Ruhe und Souveränität eines Thomas Vermaelen nicht ranreichen. Die Verteidigung bleibt ein kleines Sorgenkind, wenn auch kleiner als letztes Jahr.

Das Mittelfeld: So stark wie noch nie
Patrick Viera, Fredrik Ljungberg, Gilberto Silva, Robert Pires und Jose Antonio Reyes. Das Mittelfeld aus der Meistersaison 2003/2004, als Arsenal zu den Invincibles wuchs und vielleicht das stärkste Mittelfeld seit langer Zeit hatte. Im Vergleich zu heute war es vor allem die Erfahrung, welche die Spieler auszeichnete. Heute ist es diese ebenso gepaart mit jugendlicher Dynamik. Vielleicht ist Arsenals Mittelfeld in der Saison 2010/2011 noch stärker als vor sieben Jahren. Auf alle Fälle passen die Spieler derzeit perfekt ins taktische System von Arsene Wenger. Spielte der Franzose letzte Saison häufig noch in einem 4-4-2 mit zwei echten Spitzen, hat sich jetzt ein 4-2-3-1 als die beste Formation herausgestellt, ist flexibler und gibt dem torgefährlichen Mittelfeld mehr Raum für Kreativität, hin und wieder allerdings nicht für Torabschlüsse. Alex Song und Jack Wilshere übernehmen den defensiven Part und machen das bisher großartig, vor allem Wilshere, der seine erste durchgehende Saison in der Premier League spielt und letztens von Fabio Capello in die Nationalelf berufen wurde – gerade mal 19 Jahre alt geworden. Offensiv mangelt es ihm noch ein bisschen am Zug zum Tor, den dieses Jahr ausgerechnet Alex Song aufweist, was aber nicht zu Lasten seiner defensiven Brillianz geht. Cesc Fabregas ist weiterhin das Herz des Mittelfelds. Auch wenn er diese Saison längst nicht so viele Tore schießt wie letztes Jahr (Saison 2009/2010: 15 Tore in 27 Spielen, Saison 2010/2011 3 Tore in 19 Spielen), ist es für das Team ungemein wichtig. Das zeigt sich nicht nur an seinen 10 Torvorlagen, sondern auch, wenn er in wichtigen Situationen – und seien es nur Elfmeter kurz vor Spielschluss – Verantwortung übernimmt. Fabregas ist eben da, wenn sein Team ihn braucht. Theo Walcott hat sich auf dem rechten Flügel zum Stammspieler entwickelt. Im Viertelfinale 2010 wurde er noch eingewechselt. Und auf der linken Seite spielt sich Samir Nasri nach seiner Abwesenheit von der Weltmeisterschaft immer mehr zum Spieler der Saison. Schon neun Tore in 20 Einsätzen hat er in der Premier League erzielt. Nun ist der Einsatz des Franzosen am Mittwoch noch unsicher. Nasri sei wieder fit, so Wenger, er will aber kein unnötiges Risiko gehen und eine weiterer Verletzung riskieren. Würde Nasri fehlen, könnte das ein Schlüssel zu Erfolg oder Misserfolg in diesem Duell werden. So groß ist der Input von Nasri mittlerweile in einem starken und ausgeglichenen Arsenal-Mittelfeld.

Der Sturm: He is like a new signing
Gemeint ist Robin van Persie, der endlich mal verletzungsfrei durch die letzten Monate gekommen ist und damit zum entscheidenen Schlüssel für einen Titelgewinn werden kann. Bei allem Respekt für Niklas Bendtner – der Däne war im Viertelfinale einzige Spitze – ist van Persie noch eine neue Qualität im Sturm der Gunners. Und der Niederländer is on fire, erzielte 10 Tore in den letzten acht Pflichtspielen für Arsenal, sieben übrigens in den letzten drei Ligaspielen. Das könnte Arsenal den Vorteil geben näher an einem Weiterkommen in der Champions League zu sein.

Die Alternativen auf der Bank: Offensiv gut, defensiv weniger gut
Für das Mittelfeld und den Sturm hat man beispielweise mit Arshavin, Bendtner und Chamakh brauchbare Alternativen. Insbesondere Bendtner hat in den letzten Wochen gezeigt, dass er großen Worten hin und wieder auch große Taten folgen lässt. Wenn das nur immer so wäre. Arshavin spielt aus Sicht vieler Arsenal-Fans nur eine mittelmäßige Saison, was ich unterstreichen würde. Insbesondere in 2010 wirkte er lustlos, demotiviert, häufig zu verspielt. Das hat sich in den letzten Wochen wieder gebessert, der Russe wirkte präsenter, lief mehr, zeigte mehr Engagement und machte nach seiner Einwechselung, zum Beispiel beim Sieg gegen Everton, mal wieder den Unterschied aus. Vielleicht größtes Sorgenkind von den Reservisten ist derzeit Marouanne Chamakh, der eigentlich einen außerordentlich guten Saisonstart hatte, aber vor allem um die Weihnachtsfeiertage müde und erschöpft wirkte. Wenger gönnte dem Marokaner daraufhin mehr Pausen. So richtig ist Chamakh aus seinem Leistungstief aber noch nicht heraus, ist derzeit hinter van Persie und Bendtner nur dritte Wahl. Defensiv heißt das Backup Denilson, Kieran Gibbs, Emmanuel Eboue und Sebastien Squillaci. Insbesondere Eboue konnte in den letzten Wochen in Abwesenheit des gesperrten und dann verletzten Sagna seine Chance nicht nutzen sich wieder nachhaltig für einen Stammplatz zu empfehlen. Gleiches gilt für Squillaci. Gibbs war lange verletzt und spielte als Entlastung für Clichy vor allem in den Pokalwettbewerben. Das sah okay aus, mehr aber auch nicht. Ihm fehlt einfach die Spielpraxis. In der Premier League reichte es auch nur für drei (Kurz-)Einsätze. Defensiv bleibt Arsenal in Abwesenheit von Vermaelen die Tiefe einer europäischen Spitzenmannschaft ein wenig schuldig. Da kann man hin und wieder die Rufe nach einem weiteren erfahrenen Innenverteidiger verstehen, gleichwohl hätte es dann – und das ist das Argument von Arsene Wenger – ein Überangebot an sehr guten Spielern. Gleichzeitig würde man damit die steigende Formkurve von Djourou mit seinen zahlreichen Einsätzen wieder bremsen.

Besser als 2009/2010, aber gut genug?
In allen Mannschaftsteilen sehe ich den FC Arsenal stärker aufgestellt als letzte Saison, vor allem in der Offensive trifft das zu. Kleinere Zweifel müssen in der Defensive und auf der Torhüterposition erlaubt sein. Da das Duell gegen den FC Barcelona sicherlich nicht in der Offensive entschieden wird, glaube ich nicht, dass es für Arsenal über 180 Minuten oder vielleicht mehr reichen wird. Aber man ist defenitiv näher dran und kann vielleicht, wenn man einen perfekten Tag erwischt und Barcelona diesen ausnahmsweise mal nicht für sich beansprucht, für eine Überraschung sorgen. Eine Sensation wäre es schon nicht mehr. Was positiv für Arsenal sein könnte, auch bezogen auf das letzte Jahr, dass aufgrund der geringen Verletzungen die Mannschaft ausgeruhter ist. Arsene Wenger hat im Januar viel rotieren können, als Arsenal beinahe zwei Spiele pro Woche absolvierte. Und er hat endlich seine Formation gefunden, seine Startelf für die wichtigen Spiele. In den letzten Wochen hatte meist Arshavin Nasri auf links ersetzt, aber ansonsten spielten meist dieselben Spieler zusammen. Das Team wirkt eingespielter denn je. Und hat in dieser Saison schon häufiger als Barcelona in K.O.-Duellen spielen müssen, war gefordert, stand ein paar Mal mit dem Rücken zur Wand und hat bisher nie enttäuscht.

Nun kommt mit dem FC Barcelona die nach Inter Mailand erfolgreichste Mannschaft in Fußball-Europa der letzten Jahre. Eine überragende Offensive gepaart mit spielerischer Leichtigkeit. Wenn für Beobachter es schon ein mittlerer Weltuntergang ist, wenn Barca innerhalb der ersten 15 Minuten in einem Ligaspiel kein Tor erzielt, weiß man, wie hoch die Messlatte liegt. Aber eben das könnte für Arsenal auch eine Chance sein. Wenn man sich gut verkauft, wird kein Gunners-Fan böse sein, sollte es mit dem Viertelfinaleinzug nicht klappen. So formverbesser Arsenal auch ist, zu überwiegendem Maße kann nur der FC Barcelona die Erwartungen enttäuschen.

Der mögliche Schlüssel zu einem Sieg für Arsenal im Hinspiel muss auch defensive Stabilität sein. Auch wenn Barcelona meist über 80 Prozent Ballbesitz hat, wäre es für Arsenal ratsam selbst den Ball zu halten, ihr Spiel zu machen. 80 Prozent Ballbesitz für Barca mögen nicht gefährlich sein. Für Arsenal schon, denn auch in dieser Saison hat sich immer wieder gezeigt, dass Arsenal – egal gegen wen – massive Probleme hat, wenn sie nicht ihr Spiel spielen können, sprich durch Ballbesitz und Kontrolle des Balls langsam den Druck auf die Verteidigung erhöhen. Die Gunners sollten mittlerweile genug Selbstvertrauen haben ihr eigenes Spiel auch gegen Barcelona durchzuziehen. Was passiert, wenn man es nicht macht, haben sie letztes Jahr im Viertelfinale erfahren müssen. Offensiv schnell, sicher und direkt spielen gepaart mit einer guten Chancenverwertung ist ebenso wichtig wie defensiv nahe am Gegner zu stehen, nach hinten zu arbeiten. Das hat bisher – nehmen wir mal das Spiel gegen Newcastle aus der Betrachtung heraus – sehr gut geklappt. Aber da hat man blöderweise auch nicht gegen den FC Barcelona gespielt. Und noch ein Faktor: Die Chancenverwertung. Gegen Wolverhampton kann man es sich leisten, Chancen am Fließband zu vergeben, gegen Barcelona geht das nicht. Also auch mal den Abschluss suchen, egoistisch sein, wenn nötig, und den Ball nichts ins Tor tragen wollen.

Die Arsenal-Spieler geben sich im Vorfeld der Partie erstaunlich selbstbewusst. Theo Walcott glaubt, dass es ein offenes, ausgeglichenes Spiel wird. Jack Wilshere kündigt einen offenen Kampf mit Barca an und Alex Song weiß, dass Fabregas endlich einen Titel mit Arsenal braucht und die Mannschaft ihm diesen bieten wird.

Das neue Selbstbewusstsein beim FC Arsenal. Nach dem bisherigen Saisonverlauf haben sie auch allen Grund dazu. Jetzt müssen sie es nur noch 90 Minuten am Mittwoch gegen den FC Barcelona auf dem Rasen zeigen.

Walcott ebnet Arsenal den Weg ins Achtelfinale

Man war nervös beim FC Arsenal vor dem wichtigen Spiel um den Einzug ins Achtelfinale der Champions League 2010/2011. Und dabei hieß der Gegner nur Partizan Belgrad, bisher noch punktlos in der Gruppe H und ohne jegliche Chance auf eine Qualifikation für den dritten Platz. Ein netter Ausflug nach London für die Serben. Sich eine memorable Night machen und mal schauen, ob man den großen FC Arsenal ärgern kann. Und die Gunners fanden sich auf einmal in der Situation dieses Spiel wirklich gewinnen zu müssen. Arsenal musste auf Sieg spielen ohne die Defensive zu vernachlässigen. Das hatte man in der Premier League im Emirates Stadium schon gegen West Brom, Newcastle und die Tottenham Hotspur versucht – und Niederlagen kassiert. Wenn es in dieser Saison noch eine Schwäche bei Arsenal gibt, dann ist es die Defensive und der völlige Fokus auf ein Spiel über 90 Minuten. Immer häufiger nimmt man sich einfach mal 10 Minuten eine Auszeit im Spiel. Man muss immer wieder ein Fragezeichen dahinter setzten, ob Arsenal in dieser Spielzeit reif für einen großen Titel ist. Die eigene Unsicherheit versus der von Wenger vermittelte Glaube Großes zu leisten. Und zwischen diesen beiden Polen pendeln die Gunners. Und noch zu häufig, zu groß sind die Leistungsschwankungen. Dass man trotzdem Tabellenführer der Premier League ist, zeigt vielmehr die Ausgeglichenheit der Liga in dieser Saison.

Man war nervös und angespannt heute Abend in London und so absolvierte Arsenal auch die ersten 30 Minuten. Wenger stellte Van Persie und Chamakh auf, der Niederländer spielte aber mehr eine hängende Spitze, flankiert auf den Außen von Arshavin und Nasri. Song und Denilson sollten sich um die defensiven Aufgaben kümmern. Viel lief nicht zusammen, Arsenal wirkte lethargisch und nervös, scheute das Risiko. Man hatte zwar viel Ballbesitz, erspielte sich aber kaum Torchancen. Song konnte wie zuletzt auch kaum Impulse aus dem Mittelfeld setzten und produzierte viele Fehler. Van Persie und Chamakh harmonierten nicht so prächtig, wie von Wenger vielleicht gewünscht. Arshavin spielte weit unter seinen Möglichkeiten. Also passierte offensiv fast gar nichts. Und Belgrad unternahm kaum eigene Bemühungen an diesem Spiel teilzunehmen, man igelte sich hinten ein und wartete auf Konter. So viel memorable wollten die Serben dann doch nicht erzwingen. Es dauerte eine halbe Stunde, bis Arsenal zum Torerfolg kam. Van Persie holte einen Elfmeter gegen Jovanovic raus, verwandelte selbst sicher zum 1:0. Erleichterung im Emirates. Mit dem Ergebnis ging es dann auch in die Pause.

Arsenal kam schwungvoll aus der Partie und verpasste es in den ersten Minuten die Führung auszubauen. Und brauchte es eines weiteren Beweises, warum die Nervosität und Angespanntheit im Norden Londons berechtigt war, muss man sich nur Arsenal Defensivverhalten vor dem Ausgleich von Partizan zu Gemüte führen. Viel zu viel Platz in der Mitte, Song und Denilson Lichtjahre entfernt, Koscielny und Squillaci gehen nicht energisch genug auf den ballführenden Spieler, Cleo erzielt per abgefälschtem Schuss das 1:1 in der 54. Minute. Arsenal verlor danach komplett den Faden, wirkte unstrukturiert im Spielaufbau, kombinierte sich nur noch durch die Mitte. Dort stand Partizan sicher und zuverlässig. 11 Mann hinter dem Ball, das kennt Arsenal aus Heimspielen in der Premier League. Und es stellt sie immer noch vor enorme Schwierigkeiten damit umzugehen. Wenger musste reagieren um dem Spiel der Gunners wieder Leben und Dynamik einzuhauchen, brachte Theo Walcott für Arshavin in der 67. Minute. Und der Flügelflitzer sollte zum Matchwinner werden. Sechs Minuten nach seiner Einwechselung markierte Walcott mit einer schönen Direktvolleyabnahme das wichtige, ein wenig glückliche 2:1, nachdem die Defensive der Serben nach einer Flanke von Sagna den Ball nicht klären kann und Unglücksrabe Jovanovic per Kopf direkt für Walcott auflegte. Wenger jubelnd an der Seitenlinie, der Bann schien gebrochen. Wobei man mit solchen Formulierungen bei Arsenal in dieser Saison vorsichtig sein muss. Aber es sollte alles gut werden. Ein typisches Arsenal-Tor musste es für die 60.000 Zuschauer noch geben. Vier Minuten nach der Führung erhöhte Samir Nasri auf 3:1 nach wunderbarer Vorarbeit von Bendtner und Song, der sich wunderschön durch die Abwehr dribbelte und im richtigen Moment auf Nasri auflegte. Beste Szene von Song an diesem Abend. Arsenal brachte das Ergebnis ohne große Probleme über die Zeit, bis Sagna kurz vor Schluss nach einer Notbremse mit glatt rot vom Platz musste und damit sicherlich im Achtelfinale fehlen wird. Hätte nicht sein müssen. Passt aber zu Arsenal in dieser Saison.

Jetzt ist das Achtelfinale erreicht und vorübergehend können sich jetzt die Gunners voll und ganz auf den Titelkampf in der Premier League konzentrieren. Und in der Champions League heißt es für Arsenal jetzt Deutschland oder Spanien. Schalke, Bayern, Real Madrid und der FC Barcelona sind die potentiellen Gegner fürs Achtelfinale. Mit den Leistungen der Gruppenphase, insbesondere in den letzten drei Spielen, werden es die Gunners schwer haben. Glamour-Spiel für Arsenal oder leichte Favoritenstellung. So oder so wird Arsenal wieder ein klein wenig nervös oder angespannt sein, denn das Hinspiel wird im Emirates stattfinden. And Arsenal has to deliver.

Champions League 2010/2011 #1, Real Madrid – Ajax Amsterdam

[22h35] Endstand Real Madrid – Ajax Amsterdam 2:0

Herzliche Umarmung zwischen Jose Mourinho und Martin Jol nach Abpfiff. Sehr bequemer Sieg für Real. Verdient, hätte höher ausfallen können. Mangelhafte Chancenverwertung. Ajax mit einer guten Torchance. Das war zu wenig. Es Klassenunterschied zu nennen wäre fies. Aber Ajax konnte mit Real nicht mithalten.

[22h32] Zwei Minuten Nachspielzeit

[22h29] Wechsel Real Madrid: Das ganze Stadion erhebt sich. Mesut Özil geht vom Platz, Segio Canales, der Youngstar von Real, das Supertalent, für die letzten Minuten mit dabei.

Und Real dem 3:0 näher als Ajax überhaupt der Mittellinie.

[22h27] Wechsel Ajax Amsterdam: Sulejmani geht, für die letzten Minuten auf dem Platz Christian Eriksen. Irgendwann sicherlich mal bei Arsenal eines Tages, wenn man Wenger glauben mag. Ist ja schon seit einem Jahr hinter ihm her.

[22h25] Wechsel Real Madrid: Lassana Diarra für Xabi Alonso.

Sehr starke Partie von Alonso, hat defensiv nichts anbrennen lassen. Wie sehr man einen solchen Spieler in Liverpool gerade vermisst. Plus die nötigen offensiven Impulse nach vorne. Überhaupt geschlossene Mannschaftsleistung von Real. Higuain, di Maria und Özil die besten.

[22h21] Wechsel Real Madrid: Angel di Maria geht, Pédro Leon kommt.

[22h18] Real spielt jetzt schon tollen Fußball. Higuain mit seinem achten Torschuss, verpasst wieder knapp das Tor. Doppelpass am Strafraumeck mit Ronaldo, Higuain dringt in den Strafraum, bekommt vom Portugiesen das Zuspiel, geht noch einen Schritt und schiebt am langen Pfosten vorbei.

Richtig klasse Spiel jetzt, weil Ajax jetzt alles oder nichts spielt. Zwei gute Chance für die Niederländer. Zunächt verpasst Sulejmani eine Hereingabe von außen und schafft es aus kurzer Distanz nicht den Ball unter Kontrolle zu bringen, zwei Minuten später lenkt Casillas, der noch wach ist, einen Schuss von Emanuelson an die Querlatte. Das wäre interessant gewesen, sollte Ajax gleich den Anschluss hinbekommen. Bisschen Pech.

[22h15] 2:0, Gonzalo Higuain, 73. Minute

Dann ist es passiert. War überfällig, aber erwähnte ich ja schon mal. di Maria leistet den ersten Schritt. Wunderschön gelupfter Pass in den Rücken der Abwehr auf Özil, der nicht im Abseits steht, weil Anita schläft. Özil knallt die Kugel aufs kurze Eck, wo Stekelenburg einmal mehr glänzend reagiert. Özil bekommt den Abpraller, sucht für die zweite Chance aber nicht den direkten Abschluss, sondern legt quer auf Higuain, der nur noch einschieben braucht.

[22h11] Wechsel Ajax Amsterdam: Teemu Tainio für den schon verwarnten de Zeeuw

[22h08] UNFASSBAR was Real an Chancen liegen lässt. Wobei dieser wunderschöne Spielzug ein Tor verdient gehabt hätte. Özil zieht wieder die Fäden, bindet in der Mitte zwei Gegenspieler, hat aber noch die Übersicht und spielt einen wunderschönen Pass raus nach links in den Lauf von di Maria, der passt quer in die Mitte, wo Ronaldo zentral völlig blank steht. Aber zu genau gezielt, knapp am Pfosten vorbei. Ajax noch in diesem Spiel, nicht zu fassen.

[22h06] Aber hey, Standards gehen immer. Alderweireld mit Freistoß aus 20 Metern knapp vorbei. Wobei der Freistoß (angebliches Handspiel von Pepe, hätte ich so nicht gegeben) schon glücklich in der Entstehung war. Sonst weiter nichts von Ajax.

[22h04] So fahrlässig wie Real mit seinen Chancen umgeht, rächt sich das normalerweise ja. Aber Ajax ist soweit von einem Torerfolg entfernt, dass ich es mir beim besten Willen nicht vorstellen kann.

[21h56] Gute 55 Minuten durch und Iker Casillas musste zum ersten Mal einen Schuss abwehren. Kein wirklich großes Problem.

[21h53] Völlig unverändertes Bild auch bei der Chancenverwertung. Ronaldo scheitert am glänzenden Stekelenburg. Aber wie war das durch Özil per Hacke wunderschöne in Szene gesetzt. Aber der Doppelpass Ronaldo-Özil führt nicht zu einem weiteren Tor.

Nächste Doppelchance. Fernschuss di Maria, Stekelenburg hat die Fäuste oben. Den Nachschuss aus aussichtsreicher Position setzt Higuain in den spanischen Abendhimmel. Könnte 3:0 oder sogar 4:0 stehen. Verschwenderisch halt. Aber ziemlich viel Spektakel und Unterhaltung.

[21h52] Real Madrid bisher fast fehlerlos in der Defensive. Mourinho-like. Da reichen also ein paar Monate Vorbereitung schon für aus.

[21h48] Und Real macht da weiter, wo man in der ersten Halbzeit aufgehört hat. Higuain gewinnt mal wieder das Laufduell gegen Ooijer, der Innenverteidiger bekommt dann aber letzlich noch den Fuß dazwischen. Statt möglichem 2:0 nur Eckball. Ich warte noch auf die erste Chance von Ajax.

[21h47] Beginn 2. Halbzeit

[21h41] Anita war es! Sehe gerade noch einmal eine Zeitlupe und da ist zu erkennen, dass der Linksverteidiger von Ajax mit seinem Fuß zuletzt am Ball war. Bei der UEFA wird aber immer noch Higuain als Torschütze gelistet.

[21h31] Halbzeit Real Madrid – Ajax Amsterdam 1:0

Das sieht alles sehr souverän aus für Real Madrid. Die Gastgeber liegen verdient mit 1:0 in Führung. Und könnten mehr Tore geschossen haben, einzig die Chancenverwertung dürfte Mourinho etwas ärgern. Ansonsten viel Ballbesitz, schnelles Spiel nach vorne, gute Ballstafetten, viel Laufarbeit. Und es sieht einfach aus, was Real macht.

Ajax eigentlich nur fünf fünf bis zehn Minuten richtig in diesem Spiel. Spielen mit zu viel Respekt, sehr ängstlich zu Beginn. Dann ab der 20. etwas mutiger. Als man dann gemerkt hat, dass die Konter von Real konsequenterweise um die Ohren fliegen, hat man diesen Mut wieder zurückgenommen. Amsterdam spielt die wenigen Konter nicht final zuende und gibt viel zu schnell den Ball her. Bester Mann bei den Niederländern Torwart Stekelenburg.

Khedira unauffällig, defensiv aber auch kaum gefordert, allerdings mit wenigen offensiven Impulsen. Özil mit richtig guter Leistung, gefällt mir, präsent, fordert viel den Ball, macht vieles richtig. Leichte Schwächen im Abschluss, aber das ist bei Real – di Maria, I’m looking at you – nicht alleine.

[21h30] Eine Minute Nachspielzeit bis zum Pausentee

[21h23] Großes Fleißkärtchen für Marcelo, der auf dem linken Flügel schon in der ersten Hälfte unglaubliche Strecken zurücklegt. Sieht very comfortable für Real aus. Ajax noch ohne Torchance und gefühlt hatte Cassilas noch nicht einmal die Hand am Ball.

[21h18] Beim Geld und heute Abend auch bei den Torchancen zunehmend verschwenderisch, das Team von Jose Mourinho. Wieder geht es über die linke Seite der Madrilenen, Ronaldo steckt zu Marcelo durch. Der könnte es eigentlich schon selbst machen, legt aber noch einmal quer zu Higuain, der über den Ball tritt. Und am langen Pfosten hat dann di Maria so viel Zeit und Platz, dass er völlig überrascht den Ball über das Tor schlenzt. Da hätte es ein präziser Flachschuss auch getan.

[21h15] 1:0, Gonzalo Higuain, 31. Minute

Die verdiente Führung für die Königlichen. Wurde auch Zeit. Eckball von der linken Seite, getreten durch Xabi Alonso, in der Mitte drückt Higuain mit dem Oberschenkel den Ball über die Linie. Die Ajax-Defensive wieder zu passiv.

Und wenn Amsterdam jetzt wieder blind nach vorne rennt, wie kurzzeitig zwischen der 20. und 25. Minute, kann der Ofen hier ganz schnell aus sein.

[21h13] Ajax hat Glück, als der quirlige di Maria in den Strafraum zieht und von Stekelenburg zu Fall gebracht wird. Für mich ein klarer Elfmeter. Vielleicht hat sich der Referee davon beeindrucken lassen, dass der niederländische Keeper noch beim Foul die Hand hob und andeutete, dass er Di Maria aber überhaupt nicht getroffen habe.

[21h10] Fast ein perfekter Konter für Real, machen das schon clever, ziehen sich ein wenig zurück und lassen dann Ajax im Regen stehen. Emanuelson verliert im Mittelfeld den Ball an Alonso, der Ex-Liverpooler zögert nicht lange und schickt Ronaldo auf die Reise, der marschiert links den Flügel runter, umkurvt einen Gegenspieler, aber Alderweireld bekommt noch die Fußspitze dazwischen. Nur Eckball.

[21h07] Es war ein kurzes Aufflackern des Ajax-Engagements. Um Martin Jol vielleicht ein wenig freundlicher ausschauen zu lassen. Auf links setzt sich erst Christiano Ronaldo gegen van der Wiel durch, Stekelenburg ist rechtzeitig draußen. Und dann Doppelchance durch Di Maria innerhalb von gut einer Minute, zwei Schüsse, beide Male zu zentral, keine Probleme für Stekelenburg. Führung für die Madrilenen liegt in der Luft.

[21h02] Ajax Amsterdam scheint sich in den letzten Minuten bewusst geworden zu sein, dass es passender sei sich doch an diesem Spiel aktiv zu beteiligen. Das machen sie jetzt. Erste Konsequenz: die Dominanz von Real in Sachen Ballbesitz ist erstmal weg, Ajax taucht zart in die spanische Hälfte ein.

Aber beste Chance in diesem Spiel bisher für Higuain, der verdammt engagiert auftritt. Wunderschön geschlenzter Schuss an die Querlatte. Die Innenverteidigung von Ajax wieder zwei Schritte zu langsam. Stekelenburg wäre ohne Chance gewesen. Lässt sich gut anschauen, interessantes Spiel.

[20h56] Beste Szene von den Hausherren, die spielbestimmend sind, aber noch nicht so richtig den Zug zum Tor suchen. Haben viel Ballbesitz, lassen den Ball sicher durch die Reihen laufen, finden aber noch kein Durchkommen. Ausnahme eben der feine Antritt von Özil, an Ooijer vorbei, flache Hereingabe mit dem rechten Fuß in die Mitte, aber Stekelenburg ist unten und hat den Ball sicher.

Man nährt sich. Eine Minute später ein wunderschöner langer Ball von Alonso auf Higuain, der viel zu viel Platz und Zeit zum Annehmen der Kugel bekommt, geht zwei Schritte und trifft mit seinem Schuss das Außennetz. Ajax sehr vorsichtig in dieser Partie.

[20h53] Die Freundin von Iker Casillas scheint heute Abend nicht hinter dem Tor zu stehen. De Zeeuw bekommt für hartes Einsteigen nach acht Minuten völlig zurecht den gelben Karton. Bisschen sehr früh für eine Partie in Madrid.

[20h50] Sobald Real aber das Tempo mal anzieht, hat Ajax schon den ersten Schwindelanfall. Drei, vier Querpässe und Higuain hat auf der linken Seite viel Platz sich durchzusetzen, findet Di Maria aber in der Mitte nicht. Ajax kann klären. Eine Minute später Khedira mit dem Schuss aus 20 Metern direkt in die Arme von Stekelenburg.

[20h48] Der fürchterliche Zustand des Rasens ist übrigens einem Traktorunfall geschuldet. Der Traktor hatte Öl verloren und auf dem Rasen hat sich dann eine Pilzkultur entwickelt. Noch hat Markus Gaupp Gelegenheit solche Geschichten zu erzählen, weil auf dem Platz wenig passiert.

[20h45] Beginn 1. Halbzeit

Real Madrid ganz in weiß. Ajax in den dunklen Trikots. Die Könglichen stoßen an, spielen von rechts nach links in den ersten 45 Minuten.

[20h39] Die Aufstellungen im Estadio Santiago Bernabéu

Real Madrid: Casillas – Arbeloa, Carvalho, Pepe, Marcelo – Alonso, Khedira – Di Maria, Ozil, Ronaldo – Higuain

Ajax Amsterdam: Stekelenburg – van der Wiel, Alderweireld, Ooijer, Anita – Enoh, de Jong, de Zeeuw – Emanuelson, El-Hamdaoui, Sulejmani

Jose Mourinho stellt Khedira und Xabi Alonso auf die defensiven Positionen im Mittelfeld. Sieht dann von der Formation nach einem 4-2-3-1 aus, mit Ronaldo als hängende Spitze hinter Higuain. Khedira bekommt also den Vorzug vor Lassana Diarra, weiter fehlen die Langzeitverletzten Kaka, Albiol und Fernando Gago. Bei den Niederländern wie gesagt Suarez nicht mit dabei. Zudem fehlt in der Innenverteidigung Jan Vertonghen, dafür kommt Ooijer an die Seite von Alderweireld. Sieht nach einem verkappten 4-3-3 aus, wohl aber mit Mounir El Hamdaoui als Spitze ganz vorne in der Mitte. Kann bei Angriff Real dann schnell in ein 4-5-1 wechseln.

[20h25] Und für Real Madrid kann es in der Champions League ja eigentlich nur besser werden. Und wenn einer Ahnung vom Triumph in der Königsklasse hat, dann Jose Mourinho. Gelingt ihm mit den Königlichen sein dritter Champions League Gewinn. Eigentlich wäre das ja fast schon Pflicht, auch um die erheblichen Investitionen zu rechtfertigen. Und seit bekannt ist, dass sich die Verletzung von Christiano Ronaldo doch nicht so langwierig herausstellte, steht einem guten Auftakt eigentlich nichts mehr im Wege. Wobei man das bei Real Madrid in der Champions League schon so häufig behauptete.

[20h19] Der niederländische Vizemeister zum ersten Mal seit fünf Jahren wieder in der Königsklasse. Hat sich in den Playoffs gegen Dynamo Kiew durchgesetzt. In der Eredivisie hat man einen exzellenten Saisonstart hingelegt und liegt nur aufgrund einem Tor weniger hinter dem PSV Eindhoven auf Platz 2. Bisher gab es vier Siege und ein Remis, zuletzt am Samstagabend ein 2:0 gegen Willem II. Doppeltorschütze Luis Suarez, auf den sich alle Augen auch heute Abend in der spanischen Hauptstadt richten würden, wenn er nicht gesperrt fehlte. Das ist schon ein erheblicher Nachteil, aber Trainer Martin Jol hat genug Alternativen. Und man weiß ja nicht erst seit gestern, dass der Torjäger fehlt.

[20h10] Erster Auftritt von Jose Mourinho auf der Bühne Champions League, Özil und Khedira stehen in der Startelf. Und Real nimmt einen erneuten Anlauf mal nicht im Achtelfinale anzuscheiden. Zu Gast heute Abend im Bernabeu der niederlänische Vizemeister aus Amsterdam. Buenas tardes!

Champions League 2010/2011 #1, Werder Bremen – Tottenham Hotspur

[22h53] Thomas Schaaf: Wir haben in der ersten Halbzeit die Situationen über uns ergehen lassen. Wir waren zu passiv. Alles, was gegen die Bayern am Samstag gut war, haben wir heute vermissen lassen. Das ärgert mich [...] Wir waren heute nicht im Spiel, haben immer abgewartet, was der Gegner macht. Uns ist es nicht gelungen selbst die Initiative zu ergreifen, stattdessen haben wir sie im Mittelfeld spielen lassen. Wir haben immer nur reagiert.

Thomas Schaaf im Sky-Studio sichtlich bedient. Vor allem aufgrund der Leistung in der ersten Halbzeit.

[22h36] Endstand Werder Bremen – Tottenham Hotspur 2:2

Am Ende dann doch ein leistungsgerechtes Unentschieden. Verglichen mit dem, wo sich Werder in der 30. Minute befand, war das insgesamt zufriedenstellend. Wieder viel Moral, Kampfgeist, niemals aufgegeben. Aber dass man das überhaupt wieder nötig hatte, wird hoffentlich intern aufgearbeitet. Denn was Werder in den ersten 30 Minuten defensiv aufgeboten hat, möchte ich bitte so schnell nicht wiedersehen. Die erste Hälfte ging mit Ausnahme der letzten fünf Minuten klar an die Spurs. Toller Auftritt der Redknapp-Truppe, Chancen genutzt und defensiv sattelfest. Dann durch die einzige Nachlässigkeit in persona Assou-Ekotto den Anschluss kassiert. Werder nahm den Schwung mit in die Hälfte und glich postwendend aus. Danach die Hanseaten spielbestimmend mit den besseren Torchancen. Aber es war dann kein Offensiv-Feuerwerk, am Ende gingen die Kräfte aus und auch die Spurs waren zweimal gefährlich vor dem Tor und hätten ebenso mit drei Punkten nach London zurückkehren können.

Im anderen Gruppenspiel zwischen Twente und Inter gab es ebenfalls ein 2:2, also noch gar nichts passiert in der Gruppe A. Aber Werder muss sich steigern.

Marin: Sind nicht gut ins Spiel gekommen, Ergebnis ist okay. Ich weiß nicht, was zu Beginn los war. Das war schon in Genua los. Wir können mit dem Punkt leben.

[22h33] Drei Minuten Nachspielzeit

[22h30] Noch mal ein wenig Dramatik. Während Werder alles versucht den Sieg zu erringen, hat Peter Crouch den Big Point auf dem Fuß, wird wunderschön von Jenas und final Keane freigespielt, Silvestre hebt das Abseits auf, Crouch legt mit ganz viel Gefühl den Ball an Wiese und am Tor vorbei. Glück gehabt. Im Gegenzug scheitert Hunt mit Schuss an Cudicini.

[22h23] Und es wäre fast Gareth Bale gewesen. Setzt sich gegen Fritz auf der linken Seite mal wieder durch, flache Hereingabe in die Mitte, wo alle Spurs-Spieler am Ball vorbeirutschen. Spiel schleppt sich dem Ende entgegen, glaube, da passiert nicht mehr so viel.

[22h21] Gute zehn Minuten noch. Tempo hat doch ein wenig nachgelassen. Werder zwar spielbestimmend, aber es sind dann auch nicht Torchancen am Fließband passiert. Drei, vier gute Szenen insgesamt, zu wenig, um die Spurs dauerhaft in Bedrängnis zu bringen. Mal sehen, ob jemand von den 22 nochmal die Kraftreserven mobilisieren kann um dieses Spiel zu entscheiden.

[22h18] Wechsel Tottenham Hotspur: Wilson Palacios für Aaron Lennon

[22h16] Mit die beste Chance für Werder zum Ausgleich zur Führung. Frings setzt sich auf der linken Seite durch, wunderschöner Pass auf Hunt im Strafraum der Spurs, lässt einen Gegenspieler aussteigen und legt sich den Ball dann auf den rechten Fuß. Kugel rutscht ein wenig über den Spann, deutlich übers Tor. Schade, schön herausgespielt, Abschluss ausbaufähig.

[22h13] Tottenham steht jetzt tief, zieht sich weit zurück. Man könnte meinen, die wären mit einem Punktgewinn an der Weser zufrieden.

[22h10] Wenig Torchancen zuletzt, wenige Aktionen in der Nähe des Strafraums, Partie bewegt sich überwiegend im Mittelfeld, wo Werder die Überhand hat. Kommt aber zu wenig Input für die Stürmer, gleiches auch bei Tottenham, die Crouch und Keane kaum noch in Szene setzen können. Da braucht es schon eine Einzelleistung von Marin, um mal wieder für etwas Torgefahr zu sorgen.

Wechsel Werder Bremen: Tim Borowski für Wesley. Starke Leistung vom Brasilianer.

[22h06] Herr Schaaf, Arnautovic bitte vom Platz nehmen. Der hat keine Lust mehr, ist nicht sein Tag heute. Winkt bei jedem Ballverlust ab.

[22h02] Marko Marin, ähnlich wie im Rückspiel in Genua, in der zweiten Hälfte völlig enthemmt spielend. Geht das nicht mal auch von Beginn an? Tottenham versucht wieder einen Fuß in dieses Spiel zu bekommen, es gelingt vorerst nicht, wenngleich sie es jetzt wieder vermehrt versuchen, über die außen Werder unter Druck zu setzen. Bis jetzt hält Fritz dicht.

[21h58] Nächste gute Chance für die Bremer, ganz langer Ball von Frings auf Almeida, der setzt sich im Laufduell gegen das Innenverteidiger-Duo Kaboul und King durch, Abschluss dann zu hoch angesetzt. Vielversprechend, solange man defensiv weiter sicher agiert wie bisher in der zweiten Hälfte. Temporeiches Spiel jetzt, das sich momentan noch nicht entscheiden kann, in welche Richtung es gehen will.

[21h55] Werder in den ersten fünf Minuten mit mehr Torschüssen als in der gesamten ersten Hälfte. Huddlestone mit der ersten gelben Karte. Marin dreht auf, Wesley zieht das Spiel an sich. Das sieht offensiv doch schon mal sehr viel besser aus. Nur noch Werder im Moment.

[21h52] Wechsel Tottenham Hotspur: Robbie Keane für Rafael van der Vaart, der sich mit einer Wadenzerrung rumplagte.

[21h50] 2:2, Marko Marin, 48. Minute

Wunderbar! Wunderbar! Werder nimmt den Schwung aus der ersten Hälfte mit, jetzt bitte nicht gleich wieder defensiv ins Koma fallen. Tolle Einzelleistung von Marin, der sich gegen mehrere Spurs-Spieler durchsetzt, zieht in die Mitte, super Schuss ins kurze Eck, direkt neben den Pfosten. Keine Chance für Cudicini diesmal.

[21h49] Was für eine Chance zum Ausgleich für Werder nach einer gespielten Minute. Langer Ball auf Arnautovic, der legt auf Hunt ab, dessen kraftvoller Schuss von Cudicini über die Latte gelenkt wird. Schade, nicht präzise genug.

[21h48] Beginn 2. Halbzeit

[21h45] Die Spurs lassen sich viel Zeit in der Kabine, Werder wartet auf dem grünen Rasen.

[21h39] Ich will nicht in die Kerbe schlagen, ob Schaaf die falsche Taktik angewendet hat mit dem Rauslassen von Hunt. Ob nun 4-4-2 mit Raute, ob nur ein Stürmer oder zwei Sechser. Ist im Prinzip völlig egal, wenn man defensiv so beteiligunglos dem Gegner beim Toreschießen zusieht.

[21h31] Halbzeit Werder Bremen – Tottenham Hotspur 1:2

Klaus Allofs im Interview: Die letzten Minuten waren etwas besser, insgesamt waren wir überhaupt nicht im Spiel. Wir haben es dem Gegner zu leicht gemacht. Ich habe keine Pfiffe gehört. Ich hoffe, wir gehen sehr viel wacher in die zweite Halbzeit und drehen dieses Spiel noch.

Werder vorerst mit einem blauen Auge davongekommen. Das war über 43 Minuten defensiv eine ganz gruselige Leistung, die leider alle Vorurteile, die man von der Werder-Defensive hat, bestätigt sah. Das hat Tottenham zweimal konsequent genutzt und verdient mit zwei Toren in Führung gelegen. Danach dominierten sie das Geschehen und waren dem 3:0 näher als Werder überhaupt mal einem passablen Spielaufbau. Gegen Ende Werder etwas präziser in den Pässen und mit etwas mehr Elan nach vorne. Belohnung der wichtige Anschlusstreffer. Ein wenig Hoffnung, doch wenn man die Fehler in der Defensive nicht abstellt, dann kann man dieses Spiel nicht mehr zu seinen Gunsten entscheiden. Insgesamt schon enttäuschend, was Werder gezeigt hat. Das wirkte so unvorbereitet, als hätte man Gareth Bale noch nie flanken gesehen. Noch ist Zeit. Leider auch für weitere Fehler.

[21h27] 1:2, Hugo Almeida, 43. Minute

Was sehr viel Besseres hätte Werder nach dieser katastrophalen ersten Hälfte nicht passieren können. Da schaffte man es über 40 Minuten lang nicht, mal drei, vier Pässe in Folge zum Mitspieler zu bringen und dann macht man mit ganz simplen Mitteln den Anschluss, auch weil die Spurs zum ersten Mal in der Abwehr zu weit weg vom Gegner waren. Wesley mit der langen Flanke von der linken Seite, in der Mitte setzt sich Almeida gegen Assou-Ekotto durch und lässt per Kopf Cudicini keine Chance. Immerhin.

[21h25] Natürlich ist man schon ein wenig überraschend mit 1:0 in Führung gegangen, aber was die Spurs nach dem 1:0 hier zeigen – spielerisch wie taktisch – verdient ganz große Anerkennung in einem ersten Champions League Spiel. Bin sehr beeindruckt. Und das macht die ganz schwache Werder-Leistung noch deutlicher. Wir haben noch fünf Minuten bis zur Pause.

[21h21] Wechsel Werder Bremen: Aaron Hunt für Bargfrede.

[21h20] Chaos und Unordnung in der Werder-Abwehr nach dem ersten Eckball für die Gäste. Bremen schafft es nicht den Ball weiträumig zu klären, die Spurs bekommen stets die zweite Chance. Am Ende rettet Wiese sehr stark gegen den Schuss von Bale.

[21h15] Gute halbe Stunde durch. Zuletzt ein paar engagiertere Minuten von Werder, aber da ist im Spiel nach vorne insgesamt zu wenig Bewegung, keine guten Einfälle. Dass, was Allofs und Schaaf vor der Partie ausgeführt haben, dass man schnell spielen möchte und muss, gelingt überhaupt nicht. Keine Kreativität, keine Ideen. Marin mit seinen Dribblings ist auch nicht der Weisheit letzter Schluss. Tottenham macht das nahezu perfekt in der Defensive, geringe Fehleranzahl, präsent in den Zweikämpfen, super das Werder-Spiel antizipierend.

Und eher macht hier Tottenham das 3:0. Wieder Schema F, sprich über die linke Seite. Aber diesmal kann Wiese vor Crouch klären, fehlte aber nicht viel für den Knockout. Werder, wenn man so will, noch ohne echte Torchance.

[21h12] Werder hat Pech, weil sie einen für mich klaren Handelfmeter nicht gewährt bekommen. Nach dem Schuss von Marin nimmt Huddlestone die linke Hand hoch. Und das ist Elfmeter, von natürlicher Bewegung habe ich da nichts gesehen. Und der zusätzliche Linienrichter verspeist hinter dem Tor wohl gerade ein Fischbrötchen, meine Güte…

[21h08] Und mit der Führung im Rücken dominieren die Spurs jetzt diese Partie, greifen Werder früh an und lassen den Hanseaten kaum Platz zum Kombinieren. Und Werder ist geschockt. Es gelingt ganz wenig. Und bei den Spurs passt im Moment soviel, dass ein Treffer für Werder ganz weit entfernt scheint.

[21h06] Im Parallelspiel zwischen Twente Enschede und Inter Mailand steht es übrigens 1:1.

[21h02] 0:2, Peter Crouch, 18. Minute

Was für ein wunderschönes Kopfballtor von Peter Crouch. Und Werder im kollektiven Tiefschlaf. Ich fasse es nicht. Scheiß blödes Gefühl vor dem Spiel. Flanke von links durch van der Vaart, in der Mitte setzt sich Crouch – gut eine Etage höher springend – ohne Probleme gegen Pasanen durch, der noch nicht mal hochspringt. Kopfball passt par excellance ins Tor, keine Chance für den bedienten Wiese. Nicht zu fassen.

[20h58] Sehr gelassener Jubel übrigens von Harry Redknapp nach der Führung für sein Team. Ob er registriert hat, dass man mit 1:0 in Front gegangen ist?

[20h56] 0:1, Eigentor Petri Pasanen, 12. Minute

Na, schönen guten Abend. Langer Ball auf Bale auf den linken Flügel, der ist viel viel schneller als Fritz, in der Mitte kann Pasanen nur schwer mit dem Antritt von Crouch mithalten, ist dann aber doch da, um den Ball ins eigene Tor zu lenken. Aber Crouch wäre sowieso da gewesen. Und ich sage noch, dass die Außenpositionen ein Schlüssel in diesem Spiel sein können. Was für ein furchtbares Abwehrverhalten von Fritz und Pasanen. Erste Chance in diesem Spiel bringt die Führung für die Spurs. Eiskalt Werders Schwäche ausgenutzt. Und scheinbar braucht Werder wie immer ein Gegentor um warm zu laufen. Hoffentlich.

[20h52] Werder nährt sich ganz allmählich dem Gehäuse von Cudicini, kann die Spurs mal ein paar Minuten in der eigenen Hälfte beschäftigen und holt den ersten Eckball der Partie. Aber man sieht gleich, dass die Spurs verdammt kompakt stehen, sobald Werder die Angriffe startet. Und nach dem Eckball gingen alle Kopfballduelle an die Spurs.

Erste gute Szene von Wesley, schöne Einzelleistung, Flachschuss geht aber knapp am Tor vorbei, insgesamt noch viele Aktionen, nur so von Nervosität geprägt.

[20h49] Das erste Laufduell zwischen Pasanen und Lennon ging völlig überraschend an den Engländer. Bin mal gespannt, wie konsequent die Spurs über die Außen spielen oder doch alternativ die langen Bälle auf Crouch suchen. Sehr gemählicher Beginn, beide Teams noch in der Abtastphase, bloß keinen Fehler gleich zu Beginn machen.

[20h45] Beginn 1. Halbzeit

Die Spurs in den weißen Trikots und mit Anstoß von links nach rechts, Werder in grün.

[20h43] Schiedsrichter der Begegnung ist der Schweizer Massimo “Don’t make signals” Busacca.

[20h37] Die Aufstellungen im Weserstadion

Werder Bremen: Wiese – Fritz, Pasanen, Prodl, Silvestre – Frings, Bargfrede, Marin, Wesley – Arnautovic, Hugo Almeida

Tottenham Hotspur: Cudicini – Corluka, Kaboul, King, Assou-Ekotto – Huddlestone – Lennon, Jenas, Bale – Van der Vaart – Crouch

Werder also im 4-4-2, die Spurs wollen den Selbstmord vermeiden und treten mit nur einer Spitze an. Huddlestone gibt den Aufräumer vor der Abwehr, Lennon über den rechten Flügel, Bale über links, van der Vaart hinter Crouch. Modric nicht mit dabei, auf der Bank bei den Spurs noch Keane und Pavlyuchenko. King bekommt in der Innenverteidigung den Vorzug vor Gallas, im Mittelfeld bekommt Jermaine Jenas den Vorzug gegenüber Wilson Palacios. Bei Werder nur eine Änderung, Almeida für Hunt in der Partie.

[20h27] Thomas Schaaf bei Sky: Aaron hat nicht schlecht gespielt, ein taktischer Wechsel. Wir müssen vorne präsenter und aktiver sein als gegen die Bayern. Wesley wird nicht übernervös sein, aber er hat festgestellt, dass er aktiv sein muss. Das hat er Samstag gut gemacht, ich hoffe, das gelingt ihm wieder. Tottenham ist eine sehr kompakte Mannschaft, die sehr gut umschaltet, die nach einem Angriff wieder schnell in der Abwehr zurück sind. Wir müssen geduldig sein. Es wird wichtig den Ball schnell laufen zu lassen. Ich hoffe, das bekommen wir hin.

[20h25] Live-Blog vom Werder Spiel beim geschätzten Tobias/Meine Saison. Und Kai bei allesaussersport ist glücklicherweise auch wieder mit von der Partie und blickt auch auf das Schalke-Spiel.

[20h22] Klaus Allofs bei Sky: Ich bin froh, dass wir wieder in der Champions League sind. Ich glaube, dass wir die Gruppenphase überstehen können. Inter ist der Favorit, wir können Zweiter werden oder sogar mehr erreichen.

[20h15] Ich hoffe, Werder hat sich das Video vom Playoff-Hinspiel der Spurs in Bern angeschaut. Denn so wie die Young Boys aufgetreten sind in den ersten Minuten, muss man gegen Tottenham agieren. Druckvoll, schnelles Spiel, die Abwehr unter Druck setzen. Das schaffte West Bromwich Albion letzten Samstag, Werder sollte das ebenso gelingen.

[20h12] Harry Redknapp ist Meldungen der BBC von heute Nachmittag nicht gefolgt und hat Luka Modric nicht in den Kader berufen. Die Spurs in einem 4-5-1 mit Crouch als Tower ganz vorne. Werder ohne Hunt, mit Wesley hinter den Spitzen, die Almeida und Arnautovic heißen.

[20h09] Ich weiß nicht warum, aber ich habe ein komisches Gefühl für heute Abend. Kann aber explizit keine Gründe nennen. Ich hoffe, dass die gute Leistung vom Auswärtsspiel in München den Spielern im Kopf nicht zu hoch gestiegen ist. Wie in den letzten Spielzeiten in der Champions League, als guten Ligaleistungen meist ernüchternde Vorstellungen in der Königsklasse folgten.

[20h03] Gegner heute Abend im Weserstadion also die Tottenham Hotspur, nur mittelmäßig in die neue Premier League Saison gestartet, aber mit vielen guten Einzelspielern und einer stets geschlossenen Teamleistung, wenn es in den letzten Monaten wichtig wurde. Mehr zum Team von Harry Redknapp in der Analyse bei Meine Saison. Für mich eine der Schlüssel zum Erfolg für Werder ist, ob man die Außenpositionen der Spurs in Schach halten kann. Lennon dominiert allein schon durch seine Geschwindigkeit, Bale spielt eine fantastische Saison bisher. Da kommt viel Arbeit auf Silvestre und Fritz hinzu. Und vielleicht sollte man allen Werder-Spielern und den Fans erzählen, dass Crouch mittlerweile auch ein sehr guter Fußballer geworden ist. Schauen wir mal.

[19h58] Als Einstimmung auf die Champions League sei die kompakte Vorschau der BBC empfohlen.

[19h54] Endlich wieder meinerseits Zeit zu bloggen. Und endlich wieder Champions League. Hereinspaziert und guten Abend zu den Dienstagsbegegnungen des ersten Spieltages. Und endlich wieder Königsklasse mit Werder. Riesengroße Vorfreude auf den heutigen Abend.