Beitrags-Archiv für die Kategory 'Düsseldorf'

Bewegung bei den DEG Metro Stars

Montag, 26. September 2011 18:34

Die DEG Metro Stars stehen vor einer ungewissen Zukunft. Darüber hatte ich in diesem Blogeintrag ausführlicher geschrieben. Nun läuft es derzeit sportlich ebenfalls nicht rund. Der Saisonstart wurde ziemlich in den Sand gesetzt. Drei Spiele, drei Niederlagen, allerdings zweimal nach Verlängerung gegen den Meister Berlin und in Augsburg. Richtig schlecht spielten die Metro Stars am Freitag vor eigenem Publikum gegen den EHC München.

In der Stadt wird vermehrt über die aktuelle Situation und die Zukunft der Metro Stars. Einen ersten Impuls gibt es jetzt von Stefan Sporken, dem ehemaligen Fanbetreuer der DEG, der in einer Streitschrift einige in den Medien kursierenden Gerüchte und Argumente versucht klarzustellen und zu erläutern.

Die Streitschrift wurde dankenswerter Weise von der Westdeutschen Zeitung in Gänze online gestellt und kann hier heruntergeladen werden.

Thema: Düsseldorf, Sport | Kommentare (0) | Autor: medispolis

Impressionen aus Düsseldorf (III)

Mittwoch, 14. September 2011 20:44

Ich freue mich auf die Herbstmonate. September und Oktober finde ich großartig. Und vielleicht wird der November dieses Jahr weniger mild, trüb und grau als sonst im Rheinland. Die vergangenen Tage waren außergewöhnlich windig, aber nicht unfreundlich. Es wird Herbst. Morgens ist es kühl, über dem Rhein liegen ein paar Dunst- und Nebelfelder. Aber die Luft ist klar, trocken. Seit heute scheint wieder die Sonne vom tiefblauen Himmel. Aber ein wenig geht ihr die Puste aus. Abends ziehen immer wieder Wolken durch. Und sorgen für ein wundervolles Schauspiel am herbstlichen Abendhimmel. Das konnte ich vorgestern festhalten. Die Sonne versucht mit letzter Kraft ihre Strahlen und ihr Licht in die Abenddämmerung zu schicken. Die Sonne kämpft mit dunklen Wolken, die keine geschlossene Wolkendecke bilden, sondern vereinzelt wie ein loser Verbund den Himmel verzieren. Und so wechseln sich Licht und Schatten, hell und dunkel spektakulär ab, spiegeln sich im Rhein. Der für September erstaunlich viel Wasser führt, langsam in die Nacht fließt. Die Schiffe tuckern leise Richtung Horizont, hintereinander weg. Viel geordneter als das Schauspiel am Himmel.

Die Sommerwärme des Tages hat sich verzogen. Es ist kühl. Auf der Rheinprommenade ist wenig los. Im Sommer säumen alle die Bereiche am Fluss. Jetzt, wo es dunkel wird, die Tage kürzer werden, laufen noch ein paar Jogger am Rhein entlang, einige Spaziergänger sieht man. Bald ist es vollständig dunkel.

Thema: Alltägliches, Düsseldorf | Kommentare (0) | Autor: medispolis

Kann doch eigentlich gar nicht sein

Mittwoch, 17. August 2011 21:21

Heute Mittag in der Rheinischen Post gelesen, dass Düsseldorf seit 2007 der “Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Städte” angehört. Was hat man denn dann die letzten vier Jahre gemacht? Oder anders gefragt: War die Situation für Radfahrer in Düsseldorf City vor 2007 noch schlimmer? Gab es da noch weniger Radwege in der Stadt?

Thema: Düsseldorf | Kommentare (0) | Autor: medispolis

Altstadtpflaster

Mittwoch, 20. Juli 2011 11:51

Eine der Hauptsehenswürdigkeiten für Touristen in Düsseldorf ist die Altstadt, wo sich Restaurant an Restaurant oder Kneipe an Kneipe reiht. Wenn auf dem Rhein die Hotelschiffe aus den Niederlanden anlegen, führt der erste Weg sofort an die “längste Theke der Welt”. Für die Touristen bleibt sie das auch wohl, für die Bewohner Düsseldorfs wird die gemütliche Umgebung derzeit zu einer Politikposse auf Kommunalebene. Das ganze steht noch ziemlich am Anfang, besitzt aber Potential für viele lustige und kontroverse Diskussionen.

Es geht ums Altstadtpflaster.

Um die Altstadt optisch noch weiter aufzuwerten, hat sich die politische Elite der Stadt entschlossen ein neueres, helleres Pflaster zu verlegen. Das ist mit vielen Baurarbeiten verbunden, Wirte klagen über Einbußen. Alles gar nicht so gemütlich gewesen. Nach und nach wurden die einzelnen Straßen mit neuem Pflaster ausgelegt, 2013 sollte alles runderneuert sein. Ungefähr 6 Millionen Euro kostet die Schönheitsoperation. Letzlich besteht, so ist es zumindest meine Einschätzung, Konsens darüber, dass das Altstadtpflaster erneuert werden musste. Zum ersten Mal in Kritik gekommen ist aber das ganze Vorhaben, als die Politik sich sehr schnell für ein Design entschlossen hat – ohne sich groß mit den Bewohnern und Wirten der Altstadt abzusprechen.

Das Pflaster wurde nach und nach verlegt. Mitte April wurden dann in dem neu verlegten Straßen Risse in den Steinen entdeckt. Offensichtlich ist das Material der Pflastersteine doch nicht so belastbar. Im Düsseldorfer Rathaus ließ man sich davon nicht beeindrucken. Ist ein Einzelfall, kann mal passieren. Weiter geht es. Und jetzt tauchen nach und nach überall dieselben Schäden auf, quer durch die Altstadt, unabhängig davon, ob jetzt zehntausende oder nur 500 Menschen täglich über das Pflaster flanieren. Konsequenz: Baustopp. Und die Wirte haben weiter den Bagger in ihrer Küche.

Der Baustopp wurde von allen Seiten bejubelt. Alternativlos, nennt man solche Maßnahmen ja. Das aber Interessante ist jetzt die Suche nach möglichen Ursachen. Und da sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Eine kleine Auswahl:

- Altstadtwirte: Es waren die Pferde des Schützenumzuges am Wochenende.
- Erstes wissenschaftliches Gutachten aus dem April: Falsche Fugenfüllstoffe
- Unsachgemäße Verlegung durch die Baufirma

Die bisher beste Erklärung liefert die FDP im Düsseldorfer Rathaus: Sabotage!

Ende der Woche gibt ein weiteres Gutachten hoffentlich erste Aufklärung.

Wobei Sabotage als Ursache. Müsste man mal schauen, ob einige Kölner derzeit unter Schlafstörungen leiden. Aber das wird die FDP sicherlich beweisen.

Thema: Düsseldorf | Kommentare (0) | Autor: medispolis

Times are changing: Niedrigwasser in jeglicher Hinsicht

Freitag, 13. Mai 2011 20:55

Morgen ist also Eurovision Song Contest in Düsseldorf. Und die Zeiten ändern sich, immer schneller und rasanter. Aber einige Dinge bleiben dieser Tage doch so vertrauensvoll und bekannt, dass man fast nur noch schmunzeln kann. Auch das Stadtbild von Düsseldorf sah vor vier Monaten noch ganz anders aus.


Hochwasser im Januar 2011, Pegelstand deutlich über 8 Meter.


Niedrigwasser im Mai 2011, Pegelstand bei knapp über 80 Zentimeter.

Niedrigwasser scheinen auch einige Journalisten in Hamburg zu haben, anders sind solche – ich möchte sie schon gar nicht mehr journalistisch nennen – Berichte über Düsseldorf nicht wirklich zu erklären. Es ist – und das nervt mich in diesem Land schon seit Jahren – dieser ewige Neid, dass Erfolg, Anerkennung und etwas Besonderers anderen Menschen nicht gegönnt wird. Ich finde es toll, wie sich Düsseldorf für den Eurovision Song Contest herausgeschmückt hat. Und wenn Spiegel Online und teilweise auch die HAZ sich darüber amüsieren, dass es in Düsseldorf bei einem Bäcker jetzt zum Beispiel Lena-Gebäck gibt, muss es diesem Land ja richtig gut gehen. Es ist ätzend, wie einige Menschen scheinbar immer noch Erfolg anderer nicht akzeptieren können und dann hämisch sich Texte zusammenschustern. Dass das dann auch noch Journalisten sind, die in einer Demokratie eine essentielle Aufgabe haben, macht zumindest mir Sorgen.

Und ich hatte es in diesem Blogeintrag vom Oktober 2010 schon geahnt. Neid überall, dass Düsseldorf den Contest austragen darf. Schon damals lächerliche Argumente.

Es geht aber auch anders, so gibt es bei der FAZ und der ZEIT einen sehr differenzierteren Blick auf Düsseldorf. Hier ist auch nicht alles Gold was glänzt, keine Frage. Aber welche Stadt kann das schon von sich behaupten. Trotzdem – und das merkt jeder, der in diesen Tagen in Düsseldorf ist – geben sich ganz viele Menschen unendlich viel Mühe, dass sich die Teilnehmer und Gäste der Songcontests hier wohl fühlen.

Hätte bloß noch gefehlt, dass sich Spiegel Online darüber beschwert hätte, dass wir Düsseldorfer den Rhein trockener als sonst gelegt haben. Muss sich um das niederländische Partyboot also keiner Sorgen machen. Noch ist genug Wasser da.

In diesem Sinne: Schönes Wochenende. Man liest sich.

Thema: Alltägliches, Düsseldorf | Kommentare (0) | Autor: medispolis

Lena, du hast es oft nicht leicht.

Donnerstag, 14. April 2011 9:15

Gestern Abend eröffnete Lena Meyer-Landrut in der Berliner O2-World ihre Deutschland-Tournee, heute Abend macht sie in ihrer Heimatstadt Hannover Station. Da ich nun in Hannover geboren wurde und die lokalen Medien an der Leine krampfhaft versuchen die Begeisterung für Lena hochzuhalten – und ich gleichzeitig als Wahl-Düsseldorfer derzeit mit dem Eurovision Song Contest quasi an jeder Straßenecke konfrontiert werde, ist bei mir die Stimmung in Bezug auf Lena jetzt vielleicht nicht ganz so mies, wie sie es beim Rest der Republik scheint. Viele halten ihren Zauber für erloschen, sehen es als Fehler, dass sie ein zweites Mal antritt und trauen ihr sowieso nicht zu, dass sie große Hallen füllen und begeistern kann.

Soweit so gut. Gestern also Auftakt der Tour in Berlin. Gestern Abend twitterte die HAZ live vom Konzert und offenbarte ein Lob nach dem anderen. Von daher dachte ich mir heute Morgen, ich schaue mal, was die deutsche Presse so schreibt. Und Pustekuchen: Von großer Begeisterung war da nur selten was zu lesen. Was – nebenbei bemerkt – der erneute Beweis ist, Konzertkritiken nicht mehr zu lesen. Es sei denn, man war selbst auf dem Konzert. Aber es ist verblüffend, wie unterschiedlich die Zeitungen und Magazine den Tourauftakt von Lena bewerten.

Gestern Abend twitterte HAZ-Medienredakteur Imre Grimm über den Twitter-Account der HAZ:

“Gänsehautstimmung bei #lena: mr curiosity. Ein hauch von #usfo. Ich sag mal so: im osten geht die sonne auf. [...] #lena: premiere geglückt, konzert zu ende. Keiner sitzt mehr. So geht das. Und morgen ein Heimspiel in Hannover. Kommet zuhauf!

Entsprechend positiv fällt heute auch das Fazit in der Printausgabe der HAZ auf Seite 8 aus. Ich zitiere:

“Und siehe da. Sie kann das, tausende Menschen zwei Stunden begeistern [...] Sie hat die Sache früh im Sack. Eine spektakuläre Lichtshow, eine präzise, druckvolle Band – und eine Lena in Spiellaune, mit überraschend kräftiger Stimme.”

Auch die deutsche Presse-Agentur (hier ein Artikel im Weser-Kurier) spricht von einem fantastischen Konzert:

“Und die Fans, die gekommen waren, erlebten eine Lena in Bestform: Auf der Bühne der Berliner O2 World präsentierte sich die Hannoveranerin anders als beim Grand Prix 2010 nicht zurückhaltend minimalistisch, sondern mit großem Aufgebot. Eine auf Podesten stehende, gut aufgelegte Live-Band sowie Backgroundsängerinnen und Tänzerinnen ließen selten Langeweile aufkommen; ein Leinwand-Reigen leuchtender Sterne und Herzen, grellbunte Lichteffekte sowie Konfetti-Regen machten aus dem Konzert eine bunte Pop-Show.”

Der Stern hat ein völlig anderes Konzert gesehen und spart nicht mit Kritik an der gesamten Organisation der Lena-Tournee.

“Nur 6000 Zuschauer waren nach Berlin gekommen. Tapfer spulte Lena ihr Programm ab – und ist genau daran gescheitert [...] Doch nicht ihre Fans, sondern ihr Management ist an dieser Misere schuld. Die größten zur Verfügung stehenden Hallen in Deutschland wurden für die Lena-Tour gebucht. Festhalle Frankfurt, O2-Arena Hamburg, Lanxess-Arena Köln – der Größenwahn zieht sich quer durchs Land. 10.000 Karten wurden bei einer Gewinnspielaktion unters Volk gebracht, neuerdings werden die Tickets sogar zum halben Preis im Internet verscherbelt – vergebens. Bislang ist keine einzige Halle ausverkauft. Das passiert zwar selbst Superstars wie Kylie Minogue (nur 8000 Zuschauer in Berlin), doch bei Lena ist es umso bedauerlicher.

Denn ihr Konzert ist in Wahrheit ein Liederabend. Einer, der im Friedrichstadtpalast oder im Tempodrom, wunderbar funktioniert hätte, der aber in einer Arena zum Scheitern verurteil ist. Viel zu weit weg ist sie von ihrem Publikum. Die Bestätigung ihrer Fans, die sie dringend gebraucht hätte, sie kommt nicht bei ihr an. Versuche, mit dem Publikum in Kontakt zu kommen, bricht sie gerade dann ab, wenn die Zuschauer richtig in Fahrt gekommen sind. Selbst als sie bei der Vorstellung ihres neuen Songs “Wanna Find Love” drei Fans auf die Bühne holt, wirken diese eher wie ungewollte Statisten. Statt mit Lena zu tanzen oder zu singen, müssen sie auf einer Couch Platz nehmen.”

Dirk Hautkapp/Der Westen schlägt in die gleiche Kerbe und sieht anders als HAZ und dpa einen schwachen Auftritt von Lena.

“Und? So viel darf man vielleicht sagen, ohne der wirklich herzallerliebsten Diplomatenfamilien-Enkelin und ihren beseelten Anhängern, die als Vater, Mutter, Sohn und Tochter in Familienausflugformat angereist waren, zu nahe zu treten: Die Frühform ist noch nicht zum Fürchten [...] Überspringen wollte der Funke dennoch nicht so richtig. Und wo kein Funke, da kein Feuer. Ganz gleich, ob Lena „What Happened To Me“, „Mama Told Me“ oder „Mister Curiosity“ sang: Der schöne Charme des Unausgereiften und Unbeholfenen, der vor einem Jahr Millionen Castingshow-Zuschauer für die Hannoveranerin eingenommen hatte, ist auf der Bühne einem wohltemperierten Gleichmaß gewichen. Tausend mal gehört, live leider nix passiert. Seltsam langweilig.”

Haben wir von “langweilig” über “gescheitert” und “Bestform” alles dabei. Alles eine Frage der Betrachtung. Bleibt nur die Einsicht, selbst auf eine Lena-Konzert zu gehen um das mal zu prüfen. Platz gibt es ja noch genug. Und die Preise der Tickets sinken ja auch weiter. Und das sagt ja eigentlich schon alles.

Thema: Düsseldorf, Zeitungen/Zeitschriften | Kommentare (0) | Autor: medispolis

Impressionen aus Düsseldorf (II)

Montag, 10. Januar 2011 18:33

Netter Wochenanfang gewesen, nicht nur weil ich einiges an Arbeit geschafft habe und gleich nach dem Abendessen noch schaffen werde. Es war auch vom Wetter endlich mal wieder ein wunderschöner Tag. Ein kühler und sonniger Morgen mit ein wenig Nebel über dem Rhein. Dazu trockene Luft, welche die Sonne über den Tag zwar nur zögerlich erwärmen konnte, aber die Sonnenstrahlen waren schon gern gesehen auf vielen Gesichtern, die zum Rhein “pilgerten” um sich das Hochwasser anzuschauen. Da für morgen schon der nächste Regen vorhergesagt ist, war der Kaffee vorhin in der Nachmittagssonne am Rheinufer eine willkommene Gelegenheit die Sonne wenigstens ein bisschen zu genießen.

Thema: Alltägliches, Düsseldorf | Kommentare (0) | Autor: medispolis

Bild des Tages: Es fahren Bus und Bahn – oder auch nicht

Sonntag, 19. Dezember 2010 19:26

Wenigstens kann man sich bei dieser Meldung nicht beklagen, man wäre über Verspätungen nicht informiert. Manchmal wünschte ich mir aber, man könnte die Fahrgäste einen Tick detaillierter informieren.

Thema: Düsseldorf | Kommentare (0) | Autor: medispolis

Kommt doch alle einfach mal nach Düsseldorf

Mittwoch, 13. Oktober 2010 13:47

Düsseldorf darf also den Eurovision Song Contest 2011 austragen, was im Rest der Republik, insbesondere in den anderen Bewerberstädten Berlin, Hamburg und Hannnover, große Verwunderung, Skepsis, Sarkasmus, teilweise sogar Häme und was weiß ich nicht alles ausgelöst hat. Das gehe doch überhaupt nicht, dass Düsseldorf einen solchen Wettbewerb austragen wird. Klischees, Vorurteile und teilweise plumpe Behauptungen wurden in die Welt gesetzt. Nun habe ich das wirkliche Vergnügen, etwas mehr als ein Jahr in dieser Stadt schon wohnen zu dürfen. Zeit und Anlass also, ein paar Sachverhalte und Fakten für den Rest der Republik – Hamburg, Berlin und Hannover, I’m looking at you – ins richtige Licht zu rücken.

Eine Aussage von gestern hat mich übrigens am meisten zum Schmunzeln gebracht. Jan Feddersen, Grand-Prix-Experte, hat sich zu Düsseldorf als Austragungsort geäußert: “Düsseldorf, man fasst es kaum. Eine Stadt, welche sich auf Mode, Senf und Waschpulver als Produktion spezialisiert hat – sehr reich, sehr teuer und sehr gediegen dazu.” Herr Feddersen war bestimmt schon ganz oft in Düsseldorf.

1. Ach, was war das putzig, die ganzen Wortspiele mit DüsselDORF zu lesen. Nur mal so zur Kenntnis. In der Stadt selbst wohnen knapp 600.000 Menschen, Tendenz steigend – rund 10 Prozent bis 2030 – , mehr zum Beispiel als in Hannover. Im Einzugsgebiet der Stadt im Umkreis von knapp 50 Kilometern leben wahrscheinlich mehr Menschen als in Hamburg und Berlin zusammen. Das Ruhrgebiet mag zwar eine kleine Industrieregion sein, aber dort wohnen auch ein paar Millionen Menschen, von der Millionenstadt Köln, ein wenig südlich von Düsseldorf, ganz zu schweigen. Düsseldorf ist also alles andere als ein Dorf, auch wenn die Stadt das Wort in ihrem Namen trägt.

2. Der NDR und die Intendanten der ARD-Rundfunkanstalten haben sich für Düsseldorf entschieden, weil die Stadt im Preis-Leistungs-Vergleich ganz offensichtlich am besten abgeschnitten hat. Wo sind die jetzt auf einmal alle hin, die sonst über die Öffentlich-Rechtlichen meckern, sie würden zu viel Geld verpulvern. Jetzt hat man mal auf die Finanzen geachtet – und die ARD bekommt wenig Lob dafür. Und mal ganz ehrlich, wer will denn den Song-Contest auf einem historischen Flughafen vor 8.000 Zuschauern oder in ungemütlichen Messehallen abhalten, wenn man gleichzeitig fast 25.000 Zuschauer in eine Open-Air-Arena bekommt, die bei Musikkonzerten übrigens eine fantastische Akustik hat. Coldplay haben letztes Jahr nach ihrem Konzert in der Esprit-Arena gesagt, dass sie selten in einer Arena mit einer solch perfekten Akustik gespielt haben.

3. Düsseldorf sei teuer, hört man immer wieder überall. Stimmt nicht, jedenfalls nicht teurer als jede andere Großstadt in Deutschland auch. Und da längst nicht so stark von Touristen überfüllt wie Hamburg oder Berlin, bekommt man hier übrigens seinen Eisbecher auch für unter fünf Euro und zahlt nicht wie in Berlin-Mitte knapp 7 Euro. Wenn man ein wenig auf sein Geld achtet, macht Düsseldorf keineswegs arm. Und die Gastronomiepreise liegen auch nicht höher als in anderen deutschen Großstädten. Wo Düsseldorf hingegen richtig teuer ist, sind die Mieten. Aber die Gäste zum Eurovision Song Contest kommen ja nur zu Besuch und wollen nicht für Jahre hier gleich eine Wohnung beziehen. Ein Tagesticket für eine Person in Düsseldorf für den ÖPNV kostet übrigens 5,30 Euro, in Hamburg für den Großbereich Hamburg plus zwei Ringe 6,50 Euro. Eine Tageskarte in Berlin kostet übrigens 6,30 Euro. Aber Hauptsache man posaunt weiter durch die Welt, dass Düsseldorf übermäßig teuer sei.

4. Immer wieder hört man, Düsseldorf sei reich. Ja, diese Stadt hat viel Geld und es gibt Luxusviertel wie Ober- oder Niederkassel. Hat Hamburg mit Blankenese oder Berlin mit Grunewald ebenso. Und ja, Düsseldorf ist eine reiche Stadt. Ein Haushalt mit einem Volumen von über zwei Milliarden Euro, Einnahmen aus der Gewerbesteuer von 800 Millionen Euro. Hat sich was mit Mode, Senf und Waschpulver. Düsseldorf genießt in der Kommunikations- und Werbebranche einen exzellenten Ruf, demnächst entsteht ein eigener Vodafone-Campus, viele mittelständische Betriebe runden das Bild ab. Und Düsseldorf ist seit knapp drei Jahren schuldenfrei, weil man gespart und gekürzt hat und die Schuldenlast abgebaut hat. Und jetzt kann man investieren wie kaum eine andere Stadt in Deutschland. Neue U-Bahn, neue Geschäftsgebäude, Umgestaltung der Innenstadt. Erweiterung des Medienhafens etc. pp

5. Düsseldorf sie derzeit eine Großbaustelle, meinen viele Einwohner. Stimmt auch, und das mindert derzeit ein wenig die Lebensqualität. Durch die Innenstadt wird eine neue U-Bahn gebaut, die Wehrhahn-Linie, gleichzeitig wird der zentrale Platz in der Innenstadt am nördlichen Ende der Königsallee, der Jan-Wellem-Platz, komplett umgebaut, samt architektonische Neubauten von Daniel Libeskind. Aber es zeigt doch auch, dass Düsseldorf das Geld sinnvoll investiert. Durch die neue U-Bahn kann man schneller durch die Innenstadt fahren, der Jan-Wellem-Platz wird nach dem Umbau Beginn einer Flaniermeile mit Anbindung an den Hofgarten.

6. Überhaupt investiert Düsseldorf das Geld längst nicht nur in Klientelpolitik, wie so oft gerne von außerhalb behauptet. Seit Jahren wird der Sozialetat nicht gekürzt. Natürlich hat man sich diese Schuldenfreiheit auch teuer erkauft. Vieles an private Firmen verkauft, reiche Hochburgen wie Mettmann oder Kaiserswerth entstehen lassen, zu wenig Wohnraum in der City – vor allem zu wenig günstiger Wohnraum. Aber dafür kann man im Gegenzug auch in exzellente Kinderbetreuung und Spielplätze in Hülle und Fülle investieren. Und neue Wohnungen sind in Bau.

In Düsseldorf ist längst nicht alles rosig, aber auch bei weitem nicht so schlecht, wie es von Außen gemacht wird. Ich wette, dass viele deutsche Großstädte gerne mit Düsseldorf tauschen würden, was die finanziellen Spielräume angeht. Ich glaube, dass ganz viele Städte in Deutschland auch sehr gediegen sein möchten, lieber als pleite. Natürlich hat Düsseldorf nicht die internationale Strahlkraft und das Flair wie Hamburg oder Berlin. Aber die Stadt ist längst auch nicht der Schandfleck, den viele ihr jetzt zuschreiben, welche die Stadt selbst wohl gar nicht kennen. Düsseldorf wächst, viele junge Menschen ziehen in die Stadt, in der Regel Besserverdienende. Davon kann die Stadt nur profitieren.

Und die beste Politik, die man machen kann, ist auf Schulden und Zinszahlungen zu verzichten. Einen großen Hafen haben wir übrigens wirklich nicht, der ist auf der linken Rheinseite in Neuss. Was nicht weiter störend ist. Aber scheinbar ist selbst das nicht okay, dass man als Stadt am Rhein keinen eigenen großen Hafen hat, sondern nur ein Häfchen, wo die Schiffe aus den Niederladen ihre Ladungen Container abladen.

Es bleibt dabei: In Deutschland können ganz viele Leute den Erfolg anderer nicht ertragen.

Thema: Düsseldorf, TV und Radio | Kommentare (2) | Autor: medispolis

Zahl des Tages: Donnerstag, 23. September 2010 – 18

Donnerstag, 23. September 2010 21:19

18 neue Fahrer stellt die Rheinbahn ein. Das hat das Unternehmen bekanntgegeben. Damit reagiert man auf die vielen Ausfälle von Straßenbahnfahrten und zahlreichen Busverbindungen in den letzten Wochen.

Außerdem sollen, so meldete Antenne Düsseldorf in den Lokalnachrichten, organisatorische Abläufe geprüft werden. Was so viel heißt: Wir wussten seit Juli von den Fehlern, haben aber öffentlich nie zugegeben, dass Fahrten wegen zu wenigen Fahrern ausfallen. Wir entschuldigen uns. Nur eine richtige Entschuldigung gab es bis heute nicht. Aber immerhin scheint das Problem jetzt gelöst. Wurde auch Zeit.

Thema: Düsseldorf | Kommentare (0) | Autor: medispolis