Von Außenseitern bis Zukunftsmusik – Ein kleiner Rückblick auf die EM 2008

A wie Außenseiter – Ohne jetzt groß das Favoritensterben bedauern zu wollen, hätte ich vor der EM nicht damit gerechnet, dass die Türkei und Russland im Halbfinale stehen, bei den Türken sogar noch weniger. Aber es ist schön zu sehen, dass man sich im moderenen Profifußball immer weiter entwickeln muss. Das hat Frankreich zum Beispiel nicht geschafft, Italien und die Niederlande nur bedingt, wenngleich Oranje bis zum Viertelfinale den besten Fußball gespielt hat.

B wie BBC – Stammleser dieses Blogs wissen, wie sehr ich die BBC verehre. Auch dieses mal bei der EM wieder. Live-Bloggings von allen Spielen, vom Finale ab 16h00 deutscher Zeit, zahlreiche Blogs, Journalisten der BBC sind bei twitter angemeldet, bei BBC Five Live viele Hintergrundberichte und Schalten in die Stadien. Obwohl die englische Mannschaft gar nicht dabei war, hat die BBC eine Berichterstattung auf den Tisch serviert, der europaweit seines gleichen sucht – qualitativ wie auch von der Quantität her.

C wie Casillas – Mit 27 Jahren Europameister, vier Mal schon spanischer Meister und zweimal Champions League Sieger. Für mich der beste Torwart dieses Turniers.

D wie Deutsche Elf – Ja, man kann sicherlich zweigeteilter Meinung sein über die Leistung des Teams von Trainer Joachim Löw. Ich fand sie allenfalls durchschnittlich, aber längst nicht so schlecht, wie sie mancherots gemacht wird. Zweiter bei einer Europameisterschaft wird man nicht, wenn man nur vom Glück verfolgt ist. Und wer sechs Tore im Viertel- und Halbfinale schießt, braucht sich mal gar nicht verstecken. Klar ist nicht alles Silber was glänzt, aber da haben wir schon viel schlechtere Leistungen gesehen. Auch das sollte man mal berücksichtigen.

E wie Eigentor – In den Spielen gab es keines, dafür umso mehr neben dem Platz. Ich sage mal nur Seebühne und Stimmungsberichte von Bernd Schmelzer, die vor dem Spiel gegen Österreich mit der Filmmusik aus Armageddon unterlegt werden. So schlimm war die Situation in der Gruppe B auch nicht.

F wie Football Daily – Der Podcast des Guardian war eine Bereicherung jeden Morgen beim Frühstück. Wer mehr erfahren will, schaue bitte hier.

G wie Günter Netzer – Ich kann dem Original nicht mehr viel abgewinnen, zu vorhersehbar sind die Analysen von Günter Nezter. Viel besser ist das hier.

H wie Hellas – Als ich Ende Mai bei meinem Lieblingsgriechen in Hannover war, waren sich die Kellner sicher, dass Griechenland zumindest ins Viertelfinale kommt. Nur einer wollte nicht mitwetten – der Barkellner aus Spanien.

I wie Innovation – Bela Rethy als Radioreporter, Hansi Flick als Chefcoach und Frank-Walter Steinmeier als zukünftiger Kanzlerkandidat mit der Deutschlandkrawatte.

J wie Ja richtig – Hände hoch, wer sofort wusste, dass das 1:0 der Niederlande gegen Italien ein regulärer Treffer war? Wohl die wenigsten. Aber es wusste Kommentator Steffen Simon, alleine deswegen zwei Karmapunkte für den Reporter der ARD.

K wie Klose – Hat eigentlich eine passable EM gespielt. Nur mit Arnd Zeigler wird er wohl nicht mehr befreundet sein. Der Stadionsprecher von Werder hatte sich über Klose lustig gemacht und gewettet, dass der Bayern-Stürmer bei dieser EM kein Tor erzielen werde. Wetteinsatz von Zeigler war, einen Podcast nackt zu vertonen. Prompt macht Klose das 2:0 gegen Portugal. Wenn es doch immer so einfach wäre.

L wie Leiden – Es gab dann eben auch die Momente der ganz großen Trauer. Gleich zu Beginn im Eröffnungsspiel zum Beispiel die Verletzung vom schweizer Hoffnungsträger Alexander Frei, oder die Verletzung von David Villa, der dann ausgerechnet beim Finale zugucken musste. Wenn man ganz weit zurückgehen will, dann fällt einem noch die Verletzung von Italiens Fabio Cannavaro ein, der Italiens Abwehr so nicht zur nötigen Stabilität verhelfen konnte.

M wie Manuel González – Joachim Löw und Joseph Hickersberger sind wahrlich keine Trainer mit dem Temprament eines Fatih Terim oder Giovanni Trappatoni. Aber der Spanier hatte wohl einen Geheimauftrag, den erst die spanische Mannschaft erfüllen konnte. Ansonsten aber durchweg anständige Schiedsrichterleistungen. Und warum ausgerechnet Herbert “Herb” Fandel den Spaniern zweimal keinen Elfmeter gegeben hat, dürfte jetzt auch klar sein.

N wie Nihat – Hat für mich das schönste Tor bei dieser Europameisterschaft geschossen. Der Siegtreffer zum 3:2 gegen Tschechien.

O wie Ovationen – Ich frage mich schon seit längerem, seit wann Großteile der Bevölkerung so verrückt nach Fußball geworden sind. Das war vor sechs Jahren noch nicht der Fall. Und alles auf die WM 2006 zu schieben finde ich zu einfach. Aber ich habe auch keine bessere Erklärung, warum 600.000 Menschen auf die Berliner Fanmeile pilgern um die deutsche Nationalmannschaft zu sehen.

P wie Public Viewing – Ich war bis dato eigentlich kein großer Freund des Public Viewing, aber mein Nachbar hatte mich dann dazu mehrfach überredet, sodass ich zumindest mit Ausnahme von Viertelfinale und Finale alle Spiele der deutschen Mannschaft beim Public Viewing am Theater am Goetheplatz in Bremen gesehen. Und warum ich nach dem Viertelfinale das Finale dort nicht schauen wollte, dürfte klar sein. Blöder Aberglaube.

Q wie Quickie – Schnellstes Tor dieser EM von Luka Modric im Spiel gegen Österreich per Foulelfmeter nach vier Minuten.

R wie Rauswurf – Italiens Nationalcoach Roberto Donadoni musste nach dem Ausscheiden im Viertelfinale seinen Hut nehmen, Marco van Basten wird Trainer bei Ajax, Köbi Kuhn kümmert sich um seine kranke Frau und Joseph Hickersberger verlässt das Team Austria. Nur einer ist noch mit an Bord: Raymond Domenech. Aber wenigstens hatte der Heiratsantrag Stil. Genauso so eine Verpflichtung von Peter Neururer als österreichischer Nationaltrainer.

S wie Slaven Bilic – Komischer Trainertyp, den nicht vom Charakter nicht unbedingt leiden kann. Fand das daher auch sehr amüsant, wie Bilic im Viertelfinale beim Tor von Klasnic von allen guten Geistern verlassen aufs Spielfeld gerannt ist um dann prompt den Ausgleich zu kassieren. Natürlich war die Nachspielzeit schon abgelaufen, Herr Bilic.

T wie Terim – Für mich ein bisschen der Trainer dieses Turniers. Stand vor der EM im eigenen Land extrem in der Kritik, er halte an den falschen Leuten fest, im Team und dem türkischen Verband gab es interne Streitigkeiten. Aber nach der Auftaktniederlage gegen Portugal dann sein Team so einzustellen und mit solch einer Begeisterung an der Linie sein Team zu dirigieren, verdient höchste Anerkennung. Der hat während der 90 Minuten mehr Flüssigkeit verloren als so mancher Spieler. Schlichtweg großartig.

U wie Unglaublich dankbar – Ich habe eine kleine gewisse negative Grundhaltung gegenüber der Schweiz, man muss ständig an der Grenze warten, sein Geld tauschen. Aus vielem hält sich die Alpenrepublik raus. Und das man dann ganz ohne Murren sein eigenes Fernsehbild zur Verfügung steht, verdient Anerkennung. Dann zahle ich im Winterurlaub auch wieder brav meine Mautgebühren.

V wie Videotext – Ich hoffe die Praktikanten beim Schweizer Fernsehen sind fristlos entlassen worden. Oder man schafft die Texte der Nationalhymnen im Videotext wieder ab. Liest doch ehe keiner mit.

W wie Wasserfall – Das Spiel zwischen der Schweiz und der Türkei bleibt wohl in längerer Erinnerung. Regen, Regen, Regen, wohin das Auge schaute. Und Gary Lineker sagte bei der BBC, dass der Scorerpunkt für die Führung der Schweizer der Regen bekommen müsste. War ein tolles Spiel.

X wie Xylophon – Wer kann damit mal eine zünftige Stadionmusik komponieren? [Fällt jemandem etwas Besseres zu X ein?]

Y wie Yildiray Bastürk – Wurde nicht vom türkischen Verband für diese EM nominiert und wird erst wieder spielen, wenn Fatih Terim nicht mehr Trainer ist. Der neutrale Zuschauer verzichtet dann doch lieber auf Bastürk.

Z wie Zukunftsmusik – Wo findet die nächste EM statt? Wie viele Mannschaften spielen mit? Fragen über Fragen, die UEFA muss Antworten finden. Und es wäre schön, wenn Entscheidungen transparenter und nachvollziehbarer gemacht werden als die vergangenen Jahre. Aus Fehlern kann man auch lernen.

“Schlussendlich also drei Tolle Wochen, nicht wahr, Herr Netzer.” – “Ja, in der Tat.”

Zitat des Tages: Montag 30. Juni 2008 – Nothing but admiration

“I have nothing but admiration for the Germans. I cannot believe how bad they have been throughout the tournament and they did well to get to the final. They are bad as I have ever seen – they could have been beaten five or six in Vienna.” Alan Hanson Hansen, Fußballexperte bei der BBC

“Defensively Germany were so weak it’s unbelievable. Every single team they played against had so many chances to score it was untrue. From a German point of view, I just cannot believe they got this far.” Alan Shearer, Fußballexperte bei der BBC

Ja, wir sind aber so weit gekommen und wir waren so gar dabei bei der Euro 2008. Aber im Prnzip hat die BBC ein bisschen Recht. Ich schreibe heute Abend noch einen kleinen Rückblick.

Mr Fashion: Joachim Löw

“Fitted white shirt, black trousers, hint of emo – totally adores himself. Fatih Terim tried the white shirt too, so did Löw’s number two, but with limited success. Peter Drury on ITV fell just a little bit in love with ‘the dapper German’.”

Der Observer, die Sonntagsausgabe des Guardian, blickt ausführlich und ein bisschen humorvoll auf die Europameisterschaft 2008 zurück. Der Rückblick zur Euro 2008 kann auch seitens der Leser kommentiert werden.

EM 2008 Viertelfinale, Spanien – Italien

[23h24] Casillas wird Spieler des Spiels. Damit spielt Spanien im Halbfinale am Donnerstag gegen Russland. Die Revanche der Hiddink-Truppe steht dann an, dürfte auf alle Fälle interessanter werden.

[23h21] Endstand Spanien – Italien 4:2 nach Elfmeterschießen.

[23h16] Elfmeterschießen in Wien. Spanien wird mit David Villa beginnen.

  • 1:0, David Villa
  • 1:1, Fabio Grosso
  • 2:1, Cazorla
  • Casillas hält den Schuss von de Rossi
  • 3:1, Marcos Senna (souverän und hoch geschossen)
  • 3:2, Mauro Camoranesi
  • Buffon hält den Schuss von Daniel Guiza – alles wieder offen
  • Casillas hält den Schuss von di Natale. Genauso so schwach geschossen wie vorher Guiza
  • 4:2, Cesc Fabregas.

Spanien im Halbfinale!!!!

[23h12] Spanien – Italien 0:0 nach 120 Minuten Man kann nur hoffen, dass die Italiener für ihre destruktive Spielweise hier nicht belohnt werden. Also Elfmeterschießen. Bei den beiden Torhütern, die gleichzeitig Kapitäne ihrer Teams sind, könnte es auch bis Mitternacht gehen.

[23h10] 20 Sekunden vor Schluss nochmal schön vorgetragener Angriff der Spanier, aber es fehlte wieder ein bisschen.

[23h06] Fünf Minuten noch in Wien. Es ist ein verzweifeltes Anrennen beider Teams ohne jegliche Struktur mehr, ohne Spielfluss. Die Spanier scheinen noch den etwas längeren Atem zu haben. Insgesamt wäre ein Sieg der Iberer durchaus verdient. Aber we fragt danach, wenn es zum Elfmeterschießen kommt?

[23h03] Nettes Bild vom Guardian.

[23h01] Es ist auch noch Zeit für einen Sonntagsschuss.

[22h58] Wechsel Italien: Del Piero für Alberto Aquilani. Die 108. Minute könnte vielleicht noch wichtig werden, vielleicht.

[22h54] Spanien – Italien 0:0 nach 105 Minuten So munter die ersten Minuten der Verlängerung waren, so trist und einfallslos war die Partie danach. Die Spieler sind platt, keine Ideen mehr, Italien macht gar nichts mehr. Können wir nicht gleich zum Elfmeterschießen fortschreiten?

[22h49] Der traumhafte Sonnenuntergang und der leicht rötlich gefärbte Himmel, den ich von meinem Balkon aus sehen kann, entschädigen etwas. Mitunter schaue ich da länger darauf als auf den Fernseher.

[22h44] Aber auch die Italiener mit einem wunderschönen Konter über di Natale, Grosso, aber Marchena vor Toni am Ball. Im Anschluss Kopfball von di Natale, den Casillas über die Latte lenkt. Kleine Druckphase der Blauen.

[22h42] Beste Chance für Spanien, als Italien im Sekundenschlaf ist. Fabregas Schuss wird geblockt, den Abpraller setzt Silva ganz knapp neben das Tor. Da wäre Buffon nicht mehr rangekommen. Spanien mit dem besseren Start in die Verlängerung.

[22h40] Weiter geht es. Weiter, immer weiter.

[22h38] Und im Stadion wird “Let Me Entertain You” gespielt, wie passend.

[22h35] Spanien – Italien 0:0 nach 90 Minuten Gellendes Pfeifkonzert von den Zuschauern. Zu Recht. Über 90 Minuten gesehen ein furchtbares Spiel. Italien über weite Strecken mit einem “Anti-Fußball”, der eigentlich verboten gehört. Spanien bemüht, druckvoller, zwingender, aber ohne die Cleverness im Abschluss. Also Verlängerung.

[22h32] Drei Minuten Nachspielzeit. Wofür das denn bitte? Verstehe das einer wer will.

[22h29] Erste Aktion von Guiza. Nach Flanke von Villa nimmt der Spieler von Real Mallorca den Ball aber per Hand mit, wäre aber sowieso an Buffon gescheitert. Zwei Minuten noch [und leider noch ein paar mehr]

[22h26] Wechsel Spanien: Daniel Guiza für Fernando Torres. Mutige Entscheidung, weil Torres eigentlich noch am besten spielte.

[22h22] Spanien baut noch einmal Druck auf, Senna mit Distanzschuss aus 30 Metern, Buffon rollt der Ball durch die Arme – an den linken Pfosten.

[22h21] Cesc Fabregas vor den Augen von Trainer Wenger mit einer unterirdischen Leistung nach seiner Einwechselung, kaum Kreativität. Man sieht ihn nur beim Ausführen von Eckbällen. Etwas mehr als 10 Minuten noch, aber das geht hier straight auf Verlängerung. Leider, denn eigentlich kann man dieses Spiel nicht länger anschauen, so schlecht ist es mittlerweile.

[22h16] Wechsel Italien: di Natale für Cassano.

[22h13] David Villa rutscht bei einem Angriff im Strafraum weg und sieht gelb wegen Schwalbe. Herb hatte auch schon bessere Tage. Etwas mehr als 15 Minuten noch in Wien, Italien etwas bemühter, man spielt häufiger über die Mittellinie, aber Toni ist entweder glücklos im Abschluss oder bekommt kein verwertbares Zuspiel. Und es ist mucksmäuschenstill im Stadion.

[22h10] Statistik der BBC: “Italy have been involved in more goalless draws at European Championships than any other team, with six from 26 games.” Das Spiel ist weiterhin eine ganz zähe Angelegenheit.

[22h02] Wow. Beste und erste Chance für die Italiener, ein bisschen Chaos, die Italiener gewinnen ein paar Kopfballduelle, Casillas will Toni den Ball wegschnappen, kommt aber zu spät, ist aber dennoch rechtzeitig zurück um den Schuss von Perrotta gerade so von der Linie zu klären. Zum ersten Mal die Defensive der Spanier etwas unsortiert.

[22h01] Wechsel Spanien: Fabregas für Xavi und Santi Cazorla für Iniesta

[21h59] Wechsel Italien: Camoranesi für Perrotta

[21h57] Offensive bei den Spaniern. Nach einer Ecke Fernschuss von Marchena aus 30 Metern, weit über das Tor in Richtung Donauprommenade.

[21h55] Das Spiel ist nicht wirklich besser geworden, Italien in der Offensive weiter völlig von der Rolle, Spanien im Angriff bemüht mit einem starken Silva und einem beweglichen Fernando Torres, aber hilflos was den finalen Pass und das kreative Moment angeht, aber immerhin kann man da so etwas wie einen durchdachen Ansatz sehen. Den Italienern ist sowas auf irgendeinem Alpenpass wohl abhanden gekommen.

[21h53] Beim Live-Blogging der BBC wird Herbert Fandel übrigens nur noch “Herb” genannt.

[21h47] Ohne Wechsel geht es weiter mit der zweiten Hälfte.

[21h33] Jaja, eine politische Nachrichtensendung. In Simbabwe kapituliert die Opposition, Isreal öffnet Grenzübergänge etc. etc. Und wir erfahren als Topmeldung, dass das deutsche Team wieder trainiert. Morgen dann der Aufmacher: Bei Jens Lehmann wurden auf dem Zimmer die Handtücher nicht getauscht. Bin fassungslos.

[21h31] Halbzeit Spanien – Italien 0:0 Zum Glück ist Pause. Spanien überlegen gegen ganz schwache Italiener. Viel magere Kost auf beiden Seiten, allerdings haben die Spanier ein paar Mal gezeigt, wie diese Abwehr zu knacken ist. Das sah teilweise nach richtig gutem Fußball aus, zudem hatte man ein bisschen Pech mit den Schiedsrichterentscheidungen. Insgesamt kann das Spiel nur besser werden, wenn auch die Italiener mal konsequent an diesem Spiel teilnehmen wollen.

[21h29] Und Bela Rethy spricht von der “Siegermentalität” der Italiener. Guten Abend, Herr Rethy, welches Spiel sehen Sie denn?

[21h26] Wahnsinn, mehr als klares Foul von Grosso an Silva am linken Strafraumeck, Fandel hat freie Sicht und lässt weiterspielen. Unfassbar. Passt sich dem schlechten Niveau an.

[21h22] Großes Fleißkärtchen für Silva, der jetzt vermehrt über rechts kommt, nach links Richtung Strafraum zieht und humorlos abzieht, Ball geht ganz knapp am rechten Pfosten vorbei. Klares Chancenplus für Spanien, wenngleich es keine hochkarätigen Aktionen waren.

[21h20] Für die Angriffe der Italiener muss man als Entschädigung eigentlich morgen bei der Pizzaria um die Ecke die Nudeln umsonst bekommen. Grausam, grausam, grausam.

[21h16] Silva ist einer der wenigen positiven Erscheinungen auf dem Spielfeld, spielt druckvoll und hat vor allem ein gutes Auge für den Mitspieler. Eben aber eine Einzelaktion, Schuss aus 20 Metern, Buffon taucht ab und kann ohne Probleme den Ball festhalten. Spanien mit der ersten Ecke in diesem Spiel.

[21h10] Das was die Italiener in der Offensive zeigen, ist mit Abstand das Schlechteste, was ich bei dieser EM bisher gesehen habe. Da kommt kein Pass an, da stimmen die Laufwege nicht, da gibt es schlicht kein Konzept. Von einem Weltmeister darf man sicherlich mehr erwarten.

[21h08] De Rossi räumt Villa 20 Meter vor dem Strafraum um, bekommt aber keine gelbe Karte, wer weiß warum der Pianist die stecken ließ. Den Freistoß hält Buffon sicher. Eine der ganz wenigen Torchancen in diesem Spiel.

[21h01] Ambrosini foult Villa im Strafraum, der Spanier bleibt mit Schmerzen liegen, Fandel lässt weiterspielen, obwohl es meiner Meinung nach durchaus Elfmeter hätte geben können. Spanien wird etwas aktiver, versuchen mehr über die Flügel zu spielen. Italien weiter mit “Anti-Fußball” par exellance.

[20h58] Das könnte ein ganz zäher Abend werden, weil Italien hier gar nichts macht, lässt Spanien kommen, denen fällt aber offensiv noch nicht das richtige Rezept ein um den italienischen Abwehrriegel zu knacken. Silva hatte vor ein paar Minuten eine ganz gute Chance, sein Schuss wurde aber geblockt. Spanien scheut es noch (verständlicherweise) mehr Risiko zu gehen, fürchtet man schnelle Gegenangriffe der Italiener.

[20h51] Die ersten paar Minuten sind absolviert, Italien steht unglaublich tief, fast mit zwei Viererketten vor dem eigenen Strafraum, überlassen den Spaniern das Mittelfeld, greifen dann aber konsequent und effektiv an, sodass die Spanier noch nicht gefährlich vor das Tor von Buffon kamen.

[20h45] Spanien mit Anstoß, spielen in den roten Triktos von links nach rechts in der ersten Hälfte.

[20h42] Königliche Unterstützung für die Spanier. Prächtige Stimmung, ein buntes Miteinander im Stadion.

[20h40] So, die Nationalhymnen, einmal mit Text und einmal ohne.

[20h36] BBC Five Live sieht einen kleinen Vorteil für die Spanier. Sehen mit Villa und Torres die etwas stärkere Sturmspitze, die von der Abwehrschwäche der Italiener in der Abwesenheit von Cannavaro profitieren könnten.

[20h32] BBC Five Live ist jetzt live im Stadion in Wien, die Reporter berichten, dass es immer noch unglaublich warm ist, aber keine schwüle Luft, sondern ein wunderbarer trockener Sommerabend.

[20h27] Wien meldet um 20h00 noch fast 30 Grad bei leicht bewölktem Himmel. Es soll auf alle Fälle trocken bleiben.

[20h23] Es wird zahlreich gebloggt heute Abend. Kai bei allesaussersport, beim EM-Blog und auch der Stadtneurotiker ist live dabei.

[20h20] Die Aufstellungen im Ernst-Happel-Stadion zu Wien

Spanien: CasillasSergio Ramos, Marchena, Puyol, CapdevilaIniesta, Senna,  Xavi, SilvaVilla, Torres

Italien: BuffonZambrotta, Panucci, Chiellini, GrossoAquilani, de Rossi, AmbrosiniPerrottaToni, Cassano

Die Spanier knüpfen zumindest mit der Aufstellung an die beiden ersten erfolgreichen Spiele aus der Gruppenphase an, da gibt es keine Veränderungen. Bei den Italienern gibt es zwei Wechsel. Gattuso und Pirlo fehlen beide gelbgesperrt, dafür rückt Perrotta hinter die Spitzen, die Toni und Cassano heißen.

[20h12] Spanien hat Italien seit 88 Spielen nicht besiegen können, wenngleich die Spanier seit neun Pflichtspielen ungeschlagen sind. Das letzte Mal, das man neun Spiele am Stück gewinnen konnte, war im Jahre 1927. Das 10. Spiel ging dann verloren – gegen Italien. Der Trainer der Furia Roja, Luis Aragonés, geht dementsprechend mit ein bisschen Trotzigkeit in diese Partie: “Das Team ist überzeugt, dass es gewinnen kann. Sie werden 110% geben. Ich weiß, dass wenn mein Team auf dem Spielfeld sterben muss, werden sie es tun.”

[20h04] Sid Lowe, der spanische Fußball-Korrespondent des Guardian, hat im EM-Podcast davon berichtet, dass die Spanier mit sehr viel Respekt in diese Begegnung gehen. Schaut man sich die aktuelle Form bei dieser EM an, muss man das nicht unbedingt erwarten. Viel mehr die Vergangenheit dürfte daran schuld sein. Zu oft haben die Spanier in der Vorrunde überzeugt um dann in der KO-Runde sang- und klanglos auszuscheiden. Nun also gegen Italien. Das Team von Roberto Donadoni zuletzt mit ansteigender Form im Spiel gegen Frankreich, gleichzeitig haben die Spanier im letzten Gruppenspiel gegen Griechenland nicht gerade überzeugen können. Und nach dem Gesetz dieser Viertelfinale bisher dürfte Italien weiterkommen, das Team also, das erst etwas später in Form kam und als Zweitplatzierter in dieses Viertelfinale geht. Gleichzeitig gilt aber auch: Spanien hat absolut das Potential die Italiener, gerade auch mit der etwas wackligen Abwehr, aus dem Turnier zu werfen.

[19h58] Dieser UN-Kindergarten beim ZDF beinhaltet mehr politische Sachverhalte als diverse Heute-Journal-Sendungen der letzten Tage. So, kommen wir zum Sportlichen.

[19h55] Während die drei Fragezeichen auf der Seebühne in Bregenz krampfhaft mal versuchen ein Ausrufezeichen in Sachen qualitativer Berichterstattung zu setzen, groove ich mich langsam bei der BBC auf das letzte Viertelfinale dieser Europameisterschaft ein. Spanien gegen Italien steht auf der Dessertkarte.

Zitat des Tages: Mittwoch, 18. Juni 2008 – Die Hand war schuld

Aus dem schriftlichen Urteil der UEFA zur Sperre von Jaochim Löw:

“Es besteht kein Anlass, an der Richtigkeit des Schiedsrichterberichtes zu zweifeln, in dem ein unkorrektes Verhalten von Löw beschrieben wird. Dieses bestand darin, dass der fehlbare Trainer in Richtung seines österreichischen Kollegen beziehungsweise des vierten Kollegen schrie. Die Intensität dieses Verhaltens war offensichtlich derart, dass der mit der Erfahrung aus zahlreichen Spielen einer europäischen Profiliga bestückte Schiedsrichter keinen Augenblick zögerte, Joachim Löw aus der technischen Zone zu verweisen. Für den im Schiedsrichterbericht dargestellten Sachverhalt spricht auch der Umstand, dass sich beide Trainer beim Verlassen der technischen Zone die Hand reichten.”

[Hervorhebung von mir]

Merke: Schreien ist verboten (wer weiß, ob es überhaupt Schreien war), Manuel Mejuto Gonzales ist ein Schiedsrichtergott und Händeschütteln zwischen Trainer ist strafbar. Vertragen darf man sich nicht in der technischen Zone.

EM 2008 Gruppe A, Türkei – Tschechien

[22h43] Endstand Türkei – Tschechien 3:2 Kann mich mal jemand kneifen? Ich lass das einfach mal so stehen. Respekt an die Türkei für diese Moral. Nach einer schwachen ersten Hälfte, nach dem 0:2 das Spiel noch so zu drehen innerhalb von 10 Minuten – Hut ab. Damit Viertelfinale Kroatien-Türkei.

[22h42] Wer solche Spiele gewinnt, der….[ergänzen nach Wahl]

[22h39] Platzverweis Volkan Demirel/Türkei Der Torhüter der Türkei lässt sich provozieren und dann mit der Tätlichkeit an Koller. Glatt Rot, absolut zurecht. Welche Dramatik. Mir fehlen die Worte

[22h38] Vier Minuten Nachspielzeit

[22h37] Türkei – Tschechien 3:2, Nihat, 90. Minute Die Tschechen klären nur in die Mitte, die Türkei reagiert blitzschnell, Nihat wird geschickt, der Cech wunderbar verlädt und mit tollem Schlenzer abschließt. Was für eine Schlussphase. Es könnte lauter werden heute Nacht.

[22h35] Türkei – Tschechien 2:2, Nihat, 88. Minute Was für ein Spiel. Wahnsinn. Peter Cech kann eine Flanke von rechts nicht festhalten, der Ball fällt Nihat vor die Füße, der nur noch über die Linie schieben muss. Unglaubliche Szene. Ein Torwartfehler bringt die Türkei endgültig zurück ins Spiel.

[22h31] Wechsel Tschechien: Stanislav Vlcek für Libor Sionko

[22h29] Langer Ball vom stark spielenden Altintop in die Mitte, am langen Pfosten köpft Servet knapp am Tor vorbei. Zum ersten Mal sah Peter Cech nicht ganz so gut aus. Acht Minuten noch

[22h28] Schweiz – Portugal 2:0, Hakan Yakin, 83. Minute per Foulelfmeter

[22h25] Ganz komische Partie im zweiten Durchgang, zunächst die Türken mit tollem Spiel und Moral, bekommen dann den zweiten Gegentreffer, ich wollte die schon für seelisch am Ende erklären, da passiert aus dem Nichts der Anschlusstreffer – und wieder berauschen sich die Türken an ihrem Spiel, fahren das Tempo wieder hoch, und die Tschechen beginnen wieder zu schwimmen in der Defensive.

[22h22] Türkei – Tschechien 1:2, Arda Turan, 75. Minute Toller Spielzug der Türken, langer Pass in die Schnittstelle der Abwehr, Altintop mit der Hereingabe von rechts, Arda in der Mitte mit dem Flachschuss, keine Chance für Cech.

[22h18] Du liebe Güte, Tschechien mit einer Großchance und Pfostenschuss und das ZDF blendet das 1:0 aus Basel ein. Da merkt man, dass das ZDF keine Erfahrung mit Konferenzschaltungen à la PREMIERE hat.

[22h14] Schweiz-Portugal 1:0, Hakan Yakin, 71. Minute

[22h09] Türkei – Tschechien 0:2, Jaroslav Plasil, 62. Minute Zweiter Konter der Tschechen innerhalb kürzester Zeit, nutzen zahlenmäßige Überlegenheit, weil Türkei wegen verletztem Spieler kurzfristig in Unterzahl. Flanke von rechts von Sionko, am langen Pfosten sprintet Plasil in den Ball hinein und drückt ihn über die Linie.

Zuvor war bereits Koller mit einer guten Chance gescheitert, lief frei auf das Tor zu, verzog aber. Die Türkei nach der kurzzeitigen Verletzungspause völlig von der Rolle. Spielverlauf der zweiten Halbzeit völlig auf den Kopf gestellt.

Und Trainer Fatih Terim mit einem Gesichtsausdruck, als wolle er das Stadion zum Einsturz bringen. Der Wechsel stand schon bereit, als Tschechien sich zum 2:0 konterte.

Wechsel Türkei: Emre Asik für Güngör

[22h03] Erstaunlich, wie die Türkei Tschechien jetzt hier fast an die Wand spielt (im Vergleich zur ersten Halbzeit), beim Team von Brückner geht gar nichts mehr zusammen. Peter Cech bewahrt bis jetzt noch sein Team vor dem Ausgleich. Die Türkei – angefeuert von einem frenetischen Publikum – kommt immer mehr über die Flügel. Noch steht die tschechische Defensive.

Wechsel Türkei: Kazim Richards für Mehmet Topal

[21h59] Na immerhin gibt es jetzt auch mal sowas wie Tempo im Spiel der Türken, mehr Bewegung vor allem auch ohne Ball, da wird sich mal angeboten und auch mal der freie Raum gesucht. Die Türken werden stärker und drängen Tschechien, das sich kaum noch befreien kann, immer mehr in die eigene Hälfte.

Zudem geht ein heftiger Regenguss über Genf nieder. Das sollten die Türken ja gewohnt sein.

[21h53] Weiter geht es in Genf

[21h52] Wechsel Türkei: Sabri Sarioglu für Semih Sentürk

[21h50] Und auf der Seebühne ist das Hauptthema in der Halbzeitanalyse der Schuhwechsel zu Beginn.

[21h47] Pünktlich für die Schalte zu Steinbrecher nach Wien ist das Bild wieder da. Was für ein Timing in Mainz.

[21h42] Hat noch jemand Probleme das ZDF und den Infokanal zu empfangen via Kabel Deutschland? Ich habe nur noch ein schwarzes Bild mit dem Schriftzug “Programm verschlüsselt”.

[21h37] Halbzeit Türkei-Tschechien 0:1 Führung für die Tschechen geht ok, weil etwas mehr ins Spiel investiert und auch die bessere Spielanlage machte den Unterschied. Bis jetzt hat Karel Brückner alles richtig gemacht. Die Türkei noch viel zu ängstlich und passiv im Offensivspiel. Insgesamt eine Begegnung auf sehr überschaubarem Niveau.

[21h33] Zum Glück spielt Jan Koller, ansonsten wäre das hier eine ganz einschläfernde Veranstaltung.

[21h27] Wechsel Tschechien: David Jarolim für Marek Matejovski, der verletzt raus muss. Und Jarolim ist genau der richtige Spieler für so ein Spiel.

[21h23] Türkei – Tschechien 0:1, Jan Koller, 34. Minute Flanke von rechts von Grygera, in der Mitte setzt sich Koller per wuchtigem Kopfball durch, Demirel mit den Fingerspitzen noch am Ball, kann das Tor aber nicht verhindern. Alles in Allem verdiente Führung für die Tschechen.

[21h19] In Basel steht es zwischen der Schweiz und Portugal ebenfalls noch 0:0, Spiel soll auch nicht wesentlich besser sein, gibt aber mehr Torchancen als in Genf.

[21h15] Der beste Mann auf dem Platz, Libor Sionko, mit schöner Einzelleistung, zieht von seiner rechten Seite in die Mitte, schießt mit dem linken Fuß aber knapp über das Tor. Bis dato kein besonders gutes Spiel, einzig die Tschechen sorgen für ein paar spielerische Aufwacher. Spiel mit unglaublich vielen Unterbrechungen.

[21h07] Das Spiel nimmt vorübergehend mal etwas an Fahrt auf, zunächst zieht Tuncay für die Türken knapp am Tor vorbei, im Gegenzug Distanzschuss von Matejovsky, aber zu zentral aufs Tor direkt in die Arme von Demirel.

[21h04] Koller wird konsequent hoch angespielt, damit haben die kleinen Türken enorme Probleme, können sich oft nur mit Fouls behelfen. Koller bekommt einiges auf den Kopf und den Nacken heute, gewinnt aber auch viele Zweikämpfe.

[21h00] Erste gute Gelegenheit für Tschechien nach einem Freistoß von Jankulovski. Koller mit dem Kopfball aber über das Tor. Leichte Feldvorteile für das Team von Karel Brückner, aber noch wenig passiert, außer den vielen Unterbrechungen.

[20h55] Mehmet Topal kriegt nach sechs Minuten die erste gelbe Karte dieses Spiels. Schiedsrichter ist Peter Frojdfeldt aus Schweden.

[20h54] Bela Rethy: “Das ist Hakan, Linksverteidiger, gebürtiger Charlottenburger.”

[20h49] Dann wollen wir mal nach dem dritten Schuhwechsel. Tschechien mit Anstoß in weiß von links nach rechts.

[20h45] In der türkischen Startelf acht Spieler, die bei Vereinen aus der Türkei unter Vertrag stehen, alle in Istanbul.

[20h43] Ein sichtlich bewegter Köbi Kuhn bei seiner letzten Nationalhymne als Trainer der Schweiz.

[20h40] In Basel sind die Teams schon auf dem Platz, in Genf noch im Tunnel. Gibt es da nicht den minutiös getimten Plan? Wohl nicht.

[20h37] Die Hansestadt Bremen verweist auf die Hansestadt Hamburg, wo Kai bei allesaussersport bloggt.

[20h35] Urs Meier: “Tschechien hat ein Sturmproblem.” Und warum habe ich das seit Tagen noch nicht einmal in Verbindung mit der deutschen Mannschaft gehört?

[20h30] Die Aufstellungen im Stade de Geneve zu Genf

Türkei: Demirel – Altintop, Güngör, Cetin, Balta – Aurelio – Tuncay, Topal, Turan Arda – Semih Sentürk, Nihat.

Tschechien: Cech – Grygera, Ujfalusi, Rozehnal, Jankulovski – Sionko, Polak, Matejovsky, Galasek, Plasil – Koller.

Die Tschechen mit nur einem Wechsel. Im Sturm gibt diesmal Koller die einzige Spitze, Baros nur auf der Bank. Bei der Türkei drei Veränderungen. Emre, Tümer und Gökdeniz müssen für Mehmet Topal, Sentürk und Emre Güngör.

[20h23] Der Stadtneurotiker bloggt auch live

[20h20] Nochmal zur Erinnerung. Diese Partie läuft im ZDF, Schweiz gegen Portugal gibt es im ZDF-Infokanal, wer Fernsehen digital empfängt (Kabel oder Satellit) kann also auch die Partie aus Basel sehen.

[20h17] Ich tue mich schwer eine Prognose für heute Abend abzugeben, habe minutenlang beim Tippspiel überlegt, wie ich abstimmen soll, weil beide Teams mich nicht restlos überzeugt haben. Die Türkei mit einem mäßigen Auftritt gegen Portugal und einer durchaus starken zweiten Hälfte in der Wasserschlacht gegen die Schweiz. Ich frage mich aber, ob man diese Leistungsexplosion aufgrund der Witterungsverhältnisse so hochhängen darf. Allenfalls die Leistungssteigerung von Torwart Demirel lasse ich da noch durchgehen. Gleiche Perspektive ebenso beim Team von Karel Brückner. Gegen die Schweiz war das ein extrem uninspirierter Vortrag, auch wie bei der Türkei eine Leistungssteigerung im zweiten Spiel haben durchaus die defensiven Schwächen der Portugiesen erkannt, wenngleich man wieder verloren hat. Können also beide Teams nochmal ihre Leistung erhöhen? Nötig wäre es. Der Sieger dieser Partie steht dann im Viertelfinale.

[20h09] Kleine Vorbemerkung meinerseits. Das ZDF darf jetzt auch endlich mal im Regen stehen. Trotz der unfassbar schlechten Berichterstattung vor dem Spiel morgen in Wien, die sich auf Cordoba und einen möglichen Rauswurf von Joachim Löw beschränkt, muss ich doch sagen, dass ich mich unglaublich auf dieses Spiel freue. Selten schon einen Tag vorher so elektrisiert gewesen.

[20h04] Guten Abend zum letzten Spieltag in der Gruppe A. Die Türkei und Tschechien kämpfen um das Viertelfinale.

EM 2008 Gruppe C, Niederlande – Frankreich

[22h35] Endstand Niederlande – Frankreich 4:1 Beeindruckende Offensivleistung der Niederlande gegen zwar verbesserte Franzosen, aber in der Offensive haben die größeren Optionen und besseren Alternativen der Niederlande den Ausschlag gegeben. Das war ein gutes Fußballspiel mit tollen Toren. Bitte mehr davon. Dienstag gibt es dann das Endspiel zwischen Italien und Frankreich. Sollte aber Rumänien die Niederlande schlagen, sind diese beiden Teams weiter.

Tja, wer hätte das gedacht, dass nach dem zweiten Spieltag in der Gruppe C die Niederlande vorne stehen, sowohl Frankreich und Italien geschlagen haben und dabei sieben Tore erzielt haben? Das macht den Fußball so besonders. Viel Spannung also am kommenden Dienstag. Ich wünsche einen guten Start ins Wochenende. Bis dahin.

[22h33] Niederlande – Frankreich 4:1, Wesley Sneijder, 90.+2 Über Van Nistelrooy kommt der Ball zu Sneijder in die Mitte, der sich einmal um seinen Gegenspieler dreht und dann aus 20 Metern den Ball unter das Dach hämmert. Wunderschönes Tor. Wow.

[22h32] Zwei Minuten Nachspielzeit

[22h29] Ribery nochmal mit einem Freistoß aus guter Position, aber knapp drüber. Damit dürfte die Geschichte endgültig durch sein.

[22h25] Schöne Szene von Ruud, der nach langem Pass erkennt, dass Coupet zu weit vor seinem Tor steht, über den Keeper der Franzosen köpft, aber Coupet ist rechtzeitig zurück und kann noch zur Ecke klären. Ein 4:1 wäre aber auch einen Tick zu hoch.

[22h22] 10 Minuten noch zu spielen. Sollten die Franzosen nochmal eine Schippe wieder drauflegen können? Im Moment sieht es nicht so aus. Sollte da nicht mehr kommen, ist dieses Spiel entschieden. Aber ein Anschlusstreffer könnte auch nochmal für Belebung sorgen, nur sieht es danach im Moment nicht aus.

[22h19] Auch wenn man Defensiv noch kleine Defizite hat, was die Niederländer offensiv veranstalten ist das Beste, was diese Europameisterschaft zu bieten hat. Robben und van Persie mit tollen Leistungen nach ihrer Einwechselung. Und wenn die erstmal von Beginn an spielen…

Wechsel Niederlande: Wilfred Bouma für Rafael Van der Vaart

[22h17] Wechsel Frankreich: Nicholas Anelka für Sidney Govou

[22h13] Niederlande – Frankreich 3:1, Arjen Robben, 72. Minute Traumtor von Arjen Robben. Im Gegenzug schneller Spielzug der Niederländer, Robben bekommt auf links den Ball, spielt Lilian Thuram dreimal schwindelig und schießt dann aus ganz spitzem Winkel unters Dach. Fantastisch gemacht – und alles wieder so wie vor knapp 2 Minuten.

[22h13] Niederlande – Frankreich 2:1, Thierry Henry, 71. Minute Sagnol setzt sich auf rechts robust durch, über den Doppelpass mit Ribery nimmt er Fahrt auf, flankt wunderbar in die Mitte, wo Henry nur noch den Ball kurz antippen muss. Verdienter Anschlusstreffer.

[22h11] Das 2:0 hat den Franzosen so richtig den Zahn gezogen, ein kleiner Bruch im Offensivspiel. Die Niederlande haben das jetzt wieder besser im Griff, wieder mehr Spielanteile auch in der Hälfte der Franzosen.

[22h08] Ich freue mich jetzt schon auf kommenden Dienstag mit der Partie Frankreich-Italien. Franzosen und Italiener sind dann alle Oranje-Fans. Schönes Bild.

[22h03] Ich wollte eigentlich vor dem Tor schreiben, dass mir die Franzosen heute zwei Klassen besser gefallen als am Montag. Vor allem in der Offensive, Ribery dreht richtig auf. Und dann lässt man sich so auskontern und hat Überzahl in der Mitte, lässt aber van Persie trotzdem zum Torschuss kommen. Blöder Abend für die Equipe Tricolore. Aber kämpferisch und von der Laufbereitschaft sehr verbessert.

[22h01] Niederlande – Frankreich 2:0, Robin van Persie, 59. Minute So kann man mal auswechseln. Van Nistelrooy gibt nach links zu Robben, der richtig Fahrt aufnimmt und alles überläuft, was ihm im Weg steht und hat dann noch die Kraft eine präszise Flanke geschlagen, die van Persie mit Glück über die Linie bringt, Coupet war noch dran. Spielverlauft einmal auf links gedreht durch tollen Angriffszug.

Wechsel Frankreich: Gomis für Florent Malouda

[21h57] Wechsel Niederlande: Robin van Persie für Dirk Kuyt.

[21h55] Du liebe Güte, was für eine Chance von Henry. Malouda leitet per Fallrückzieher einen Ball aus dem Mittelfeld weiter, Herny nicht im Abseits, läuft frei auf Van der Sar zu, hebt den Ball aber über den Schlussmann – und über das Tor. Die Franzosen haben nochmal zulegen können, klar spielbestimmend jetzt mit guten Chancen. Ausgleich liegt in der Luft und wäre auch verdient.

[21h51] Dramatische Szene im Strafraum der Niederländer. Govou schießt von rechts mit Tempo in den Strafraum, der Ball wird abgeprallt und fällt Henry vor die Füße. Henry zieht sofort ab, Ooijer wirft sich in den Schuss. Der Franzose reklamiert sofort Handspiel. Fandel entscheidet richtig, nur auf Eckball.

[21h47] Und weiter geht es mit der zweiten Hälfte.

[21h45] Wechsel Niederlande: Arjen Robben für Orlando Engelaar

[21h32] Halbzeit Niederlande – Frankreich 1:0 Die Niederlande haben hier die ersten 30 Minuten im Griff gehabt, ohne die ganz großen Torchancen zu haben. Aber man hat eben die Führung erzielt. Die letzten 15 Minuten gehörten ganz klar den Blauen, hatten viele Chancen, angetrieben von den starken Govou und Ribery. Aber man hat eben kein Tor erzielt. Trotzdem verspricht das viel Spannung für die zweite Hälfte.

[21h30] Eine Minute Nachspielzeit

[21h29] Der Vollständigkeit halber, weil ich Henry gerade kritisiert habe, hatte eben seine beste Szene, als er einen Drehschuss knapp neben das Tor setzt. Ein Anfang.

[21h27] Starke Phase der Franzosen in den letzten Minuten, wo man endlich mal Fußball spielte und auch die Flügel miteinbezog. Allerdings hat man es verpasst daraus den Ausgleich zu erzielen. Sehr viel ging über Ribery, der das Spiel an sich gerissen hat. Von Henry bis dato noch nichts zu sehen, ein Schatten vergangener Tage. Ein paar Minuten sind es noch in der ersten Hälfte.

[21h20] Klasse Einzelleistung von Ribery und weltklasse Parade von Van der Sar, ist blitzschnell unten. Spiel wird besser.

[21h18] Für den Ellenbogenschlag haben viele Schiedsrichter schon rot gezeigt, Makelele bekommt nur gelb und kann sich damit glücklich schätzen. Niederlande haben etwas das Tempo rausgenommen, bestimmen aber weiterhin das Tempo des Spiels. Zwischendurch Malouda aus der Distanz, keine Probleme für Van der Sar. Im Anschluss scheitert Govou am Schlussmann von Oranje, kleine Druckphase der Franzosen.

[21h16] Ich hätte mal gerne eine Statistik zu Passgenaugikeit der Niederländer.

[21h14] So wunderbar das Zusammenspiel von Sneijder und Van der Vaart klappt, desto erschreckender ist die Schwäche in der Offensive der Franzosen, Henry praktisch nicht existent, Ribery bekommt kaum Unterstützung aus dem Mittelfeld. 30 Minuten durch, die Niederlande haben das souverän im Griff.

[21h10] Maloudas Flanken von links sind so gefährlich wie ein Buttercrossaint in der Auslage einer boulangerie.

[21h08] Beste Chance für Frankreich, nach einer Flanke von Sagnol kommt Govou an den Ball, setzt sich schön durch, scheitert aber im kurzen Eck an Van der Sar. Sah endlich mal wieder ein überlegter Spielzug der Equipe Tricolore aus.

[21h05] Nächste gute Chance für die Niederlande, weil sich Thuram verschätzt und per Kopf dann unfreiwillig auf Kuyt auflegt, dessen Schuss aber unter Bedrängnis übers Tor geht. Oranje ballsicherer, präsenter und zweikampfstärker. Führung geht nach 20 Minuten absolut in Ordnung.

[21h00] Dirk Kuyt macht auf rechts ein ganz ganz starkes Spiel in den ersten Minuten, verliert kaum einen Zweikampf. Setzt seine gute Leistung aus der Saison bei Liverpool also exellent fort. Frankreich muss erstmal wieder in den Rhythmus finden, im offensiven Mittelfeld hakt es noch. Die Niederländer machen via Kuyt und Van Bronckhorst die Flügel dicht, dann ist Ribery vor allem in der Mitte sehr auf sich alleine gestellt, Zusammenspiel mit Henry ist auch noch ausbaufähig. Malouda sieht gegen Kuyt im Moment kein Land.

[20h54] Niederlande – Frankreich 1:0, Dirk Kuyt, 10. Minute Gallas klärt zunächst gegen Kuyt zu einer Ecke, die dann Van der Vaart von rechts reinbringt. In der Mitte setzt sich Kuyt klasse gegen Malouda durch und braucht nur noch einköpfen.

Führung hat sich nicht unbedingt abgezeichnet. Frankreich stand defensiv recht sicher, wirkte etwas aggressiver, die Niederlande haben sehr ruhig und behutsam angefangen und machen mit der ersten Chance das Tor zur Führung. Und Tom Bartels lässt sich zu der These leiten: “Frankreich muss jetzt nach vorne spielen.” Das mussten sie doch auch schon vorher.

[20h49] Erste Mini-Chance für die Niederländer nach einem Schüsschen von Van Nistelrooy, aber keine Probleme für Coupet. Partie mit vielen Fouls in den ersten Minuten, Makelele mit einem gelbwürdigen Foul an Kuyt, bekommt aber vom Klavierpianisten nur eine Ermahnung.

[20h45] Wir starten in der schweizer Hauptstadt. Die Franzosen mit Anstoß, spielen von rechts nach links in der ersten Hälfte.

[20h43] Mir gefällt die französische Hymne neben der spanischen und der Hymne Argentiniens immer noch am besten.

[20h40] Die Einlaufmusik ist auch in allen Stadion gleich, oder? Hätte man sich da nicht was Besseres ausdenken können. Die Nationalhymnen.

[20h38] Du liebe Güte, Herbert Fandel pfeift. Zum Glück überträgt das ZDF heute nicht. Delling und Netzer sind ja nicht so die Regelfüchse.

[20h35] Es bloggen wie immer die üblichen Verdächtigen an diesem Freitagabend: Beim EM-Blog, Kai bei allesaussersport, der Stadtneurotiker, sowie die Freunde von der Insel bei BBC und Guardian.

[20h31] Die Aufstellungen im Stade de Suisse Wankdorf zu Bern

Niederlande: Van der SarBoulahrouz, Ooijer, Mathijsen, Van BronckhorstDe Jong, EngelaarVan der Vaart, Kuyt, Sneijder – Van Nistelrooy

Frankreich: CoupetSagnol, Thuram, Gallas, EvraToulalan, MakeleleGovou, Ribery, Malouda – Henry

Die Niederländer unverändert gegenüber dem 3:0 gegen Italien, die Franzosen mit drei Wechseln. Henry ist einzige Spitze, Anelka und Benzema nehmen auf der Bank Platz. Zudem kommt Govou über die rechte Seite und Ribery wohl mehr durch die Mitte. Auf links beginnt Evra von Manchester United und ersetzt den am Montag sehr lauffaulen Abdial.

[20h26] So ernüchternd der Auftakt für die Franzosen gegen Rumänien war, desto überraschender und fußballerisch attraktiver war der Sieg der Niederlande gegenüber Italien. Beide Teams gehen also mit ganz unterschiedlichen Voraussetzungen in dieses Spiel, was eher den Niederlanden entgegen kommen dürfte. Frankreich muss dieses Spiel gewinnen oder zumindest einen Punkt holen. Vielleicht kann das Team von Marco van Basten erstmal abwarten und schauen, was die Franzosen anbieten.

[20h19] Der gefühlte 30. Stimmungsbericht der ARD zur deutschen Nationalmannschaft, allerdings von einer journalistischen Qualität, die seinesgleichen sucht. Im negativen Sinne.

[20h17] Guten Abend. In der selbst ernannten “Todesgruppe” ist Italien nach dem 1:1 gegen Rumänien schon ein bisschen auf Kurs Friedhof eingebogen. Sollte jetzt noch Frankreich gewinnen, wird es eine ganz schwere Aufgabe für die Italiener. Die Niederländer können mit einem Sieg heute das Viertelfinale erreichen – und gleichzeitig den Italienern helfen. Schauen wir mal.

Warum ich nicht mehr zum Public Viewing sollte und ich kein Tippglück habe

Gestern Nachmittag kam mir recht spontan die Idee mit meinem ebenso fußballverrückten Nachbar mal public zu viewen. Da wir keine Lust hatten auf das “offizielle” Fanfest in Bremen, das von Radio Bremen auf dem Domshof präsentiert wird und Eintritt kostet (1 Euro Sicherheitszuschlag), bekam ich den Geheimtipp, dass es am Theater am Goetheplatz an den Wallanlagen auch Public Viewing gibt.

Besonders reibungslos verlief die Fahrt in die Innenstadt mal wieder nicht, zum wiederholten Male hatte sich bei der Großbaustelle Concordiatunnel ein LKW unter der Eisenbahnbrücke festgefahren, die Straßenbahnen aus Horn-Lehe und Osterholz konnten nicht in die Innenstadt fahren. Also ging es dann mit dem Schnellbus zum Hauptbahnhof und von dort weiter zum Theater am Goetheplatz. Dort waren bereits zahlreiche Tische, Bänke und Schirme aufgebaut.

Public Viewing beim Theater am GoetheplatzAuch wenn das Wetter vor allem in der zweiten Halbzeit sich dem schlechten Spiel der deutschen Nationalmannschaft angepasst hat, kann ich das Public Viewing beim Theater durchaus empfehlen. Es ist nicht zu voll und wenn man rechtzeitig da ist (Empfehlung: Eine Stunde vor Beginn des Spiels) hat man auch gute Plätze und eine ordentliche Sicht, wenngleich die Leinwand nicht die größte ist. Aber man kann sitzen und sich nett mit den Leuten unterhalten. Essen und Trinken ist vielleicht etwas teuer als anderswo. Für Bruscetta mit Salatbeilage (hat exellent geschmeckt) zahlt man 4,50€, ein Becks 0,5l kostet 3,50€. Aber es ist eben auch längst nicht so überfüllt wie beispielweise auf dem Domshof. Auch wenn mam später kommen sollte, hat man durch die vielen Lautsprecher zumindest die Chance noch was zu hören. Und man muss sich auch nicht unbedingt auf die Bänke setzen, viele Leute blieben einfach auf dem Gehweg stehen und schauten zu. Also kleiner Geheimtipp in Sachen Public Viewing für Bremen. Montag werde ich wieder da sein.

Wobei ich gestern von meinem Nachbar eine kleine Schelte bekommen habe, habe ich doch am Nachmittag gesagt, dass die deutsche Mannschaft bei jedem Public Viewing meinerseits verloren hat. Montag traue ich mich nochmal, dann schauen wir mal weiter, ob ich Konsequenzen ziehen muss. Und eines nervt mich noch an dieser Europameisterschaft im Moment. Es sind die späten Tore. Ich hatte in zahlreichen Tippspielen, an denen ich teilnehme, bei der Partie Portugal-Tschechien 2:1 getippt, bei dem Spiel Türkei-Schweiz 1:1 und bei Österreich-Polen ein 0:1. Das waren teilweise bis zu 93. Minute alles gute Tipps, die dann alle baden gingen. Gestern Abend sagte ich noch in einem Chat in der 90. Minute, dass in Wien garantiert noch der Ausgleich fällt. Prompt war mein Tipp wieder im Eimer.

Also, wenn es hart auf hart kommt, werde ich ab Montag nicht mehr zum Public Viewing gehen und nie wieder tippen bei dieser EM.