Live-Blog: WM 2010, Tag 15
Freitag, 25. Juni 2010 7:45
[15h47] Live-Blog zur Partie in Durban zwischen Portugal und Brasilien gibt es in einem neuen Eintrag.
[15h19] Harry Redknapp, Trainer der Tottenham Hotspur, in seiner BBC-Kolumne über die Begegnung von England am Sonntag gegen Deutschland. Wie immer sehr eindimensional sieht Redknapp ohne Kompromisse einen Sieg der Three Lions.
“I am sure we will win anyway. Germany beat an ageing Australia side in their first game but lost to Serbia before overcoming Ghana in a pretty even final group game. I do not think it is the best German side we have seen, that is for sure, and I do not see why we cannot beat them. I am pretty confident. Let’s be honest, England haven’t played well and Slovenia were not up to much – they would be in the bottom half of the Championship at best – but our players have not set the tournament alight yet and they will raise their game for the big games that are coming up, starting on Sunday.”
[15h11] Sami Khedira bei Sky im Interview:
“Die U21 war ein tolles Erlebnis, das nehme ich mit in dieses Spiel gegen England. Natürlich habe ich die Duelle von früher verfolgt, am Fernseher mitgefiebert, ist ein besonderes Spiel. Wir freuen uns auf das Duell. Natürlich haben wir in unseren jungen Jahren schon viel erlebt, aber so eine WM ist schon besonders. Ich würde lügen, wenn ich sage, es wäre normal. Und jetzt geht es ja erst richtig los. Bastian und ich sind beide Spieler, die Verantwortung übernehmen wollen, wir ergänzen uns in unseren Aufgaben gut. Basti ist der Spieler, der das Spiel ordnet und sich die Bälle holt. Ich möchte lieber den Ball in der Tiefe fordern und gehe lieber eher nach vorne. Und in der Defensive haben wir die gleichen Aufgaben. Es wäre ein weiterer Nackenschlag, wenn Bastian ausfallen sollte und weil er mir auch enorm hilft. Wir verstehen uns sehr gut und wir haben genug Qualität in der Mannschaft um den Ausfall aufzufangen. Mit Toni Kroos ist die Abstimmung auch okay, ein hervorragender Fußball, das würde auch klappen, aber es wäre bitter für die komplette Elf, wenn Bastian nicht dabei wäre.”
Heute Nachmittag ist für die DFB-Elf übrigens Training angesagt, ab 16:00 Uhr soll es da losgehen.
[15h03] Brauchen wir doch gar nicht drüber reden, Herr Effenberg.
[14h38] Zwei Wochen bei der WM sind nun vorüber, jetzt geht es dann ab morgen um alles. Das nächste Spiel kann immer das letzte sein. Zwei Wochen, die mich fußballtechnisch jetzt nicht unbedingt vom Hocker gehauen haben, wenngleich aber auch nicht völlig enttäuscht haben. Natürlich hätte ich mir mehr Tempo, mehr Tore und mehr Dramatik gewünscht. Aber es waren durchaus einige Partien dabei, die richtig toll waren zum Anschauen, zum Beispiel Deutschland-Australien, Chile-Honduras, Spanien-Schweiz, USA-Slowenien, Dänemark-Kamerun, Nigeria-Südkorea, Slowakei-Italien und in Ansätzen auch Brasilien gegen die Elfenbeinküste. Da habe ich schon sehr viel schlechtere Spiele gesehen als bei dieser Weltmeisterschaft.
Es war auch die große Diskussion um die Schiedsrichter, die ich ja seit der Dokumentation im WDR mit völlig anderem Auge sehe und zumindest in Ansätzen begreife und nachvollziehen kann, wie deren Arbeit abläuft. Nur frage ich mich schon, wie einige Schiedsrichter zu ihrer Berufung gekommen sind. Da trennt sich bei dieser WM schon ein bisschen die Spreu vom Weizen. Umso mehr freut es mich, dass Howard Webb und auch Wolfgang Stark ganz gute Leistungen gezeigt haben.
War es wirklich die WM der großen Überraschungen bisher? Zum teil, denn mit einem Ausscheiden von Frankreich konnte man zumindest mal einen Gedanken verlieren, bei Italien war das nicht wirklich angebracht. Beide sind aber verdient frühzeitig nach Hause gefahren. Aber ansonsten mit Argentinien, Südkorea, Ghana, Deutschland, Niederlande und Paraguay erwartbar. Ein wenig überrascht war ich dann doch von Japan und Slowakei. Und dass sich aller Voraussicht nach Brasilien und Portugal für die Runde der letzten 16 qualifizieren, darf als Normalität bezeichnet werden. Sollte Spanien heute Abend nicht die Segel streichen müssen, halten sich die Wunder doch in Grenzen.
Bleibt nur zu hoffen, dass in den nächsten Runden noch mehr Tore, Dramatik und etwas weniger Taktik dominieren.
[13h13] Sehr hohe Dichte von schwedischen Journalisten bei der Pressekonferenz. Verwunderlich.
[13h05] Philipp Lahm ist der nächste, der sich noch knapp 20 Minuten den Fragen der Journalisten stellen wird.
“In erster Linie will ich ein gutes Spiel machen, die Mannschaft muss den Ball wieder besser laufen lassen und in den eigenen Reihen halten, weniger Großchancen zulassen.”
“Na klar kennt man einige Spieler, von den Vereinsmannschaften, auch aus der Champions League. Auf dem Platz ist das aber anders, wir spielen Fußball gegeneinander.”
“Unser Offensivspiel, vor allem das Passspiel, muss besser werden, und unsere Defensivleistung. Man sollte das aber nicht an einer Person fest machen. Unser Aufbauspiel aus der Abwehr heraus muss auch verbessert werden. Ich lasse die Bemerkung, dass das die beste deutsche Mannschaft ist, in der ich bisher gesielt habe, so stehen. Die Mannschaft ist jung, steckt noch in der Entwicklung, es war wichtig, so ein entscheidendes Spiel wie gegen Ghana zu erleben. Daraus kann unsere Mannschaft sehr viel ziehen.”
“Das Kapitänsamt ist keine Last, sondern sehr sehr viel Lust. Es macht Spaß mit dieser Mannschaft zusammenzuarbeiten, mit dem Trainer, dem ganzen Betreuerteam. Ich bin mir sicher, dass Bastian am Sonntag spielen wird. Es ist ein Kämpfer.”
“Wir wissen, was auf uns am Sonntag zukommt. England spielt nicht nur Kick and Rush, sondern haben mit Rooney auch einen Stürmer, der sich den Ball in den Fuß spielen lässt. Wir werden topvorbereitet sein.”
[12h58] Sehr entspannter, lockerer und lässiger, aber sehr sachlicher und konzentrieter Joachim Löw. Verbreitet Optimismus. Gefällt mir.
Löw zu Mertesacker: “Per wird am Sonntag eine wichtige Rolle spielen, auch weil England bei Flanken extrem stark ist. Es gab ein paar Situationen im Spiel gegen Ghana, wo er nicht ganz glücklich war. Gegen Australien und Serbien war ich mit Per sehr zufrieden. In den wichtigen Spielen hat er immer bewiesen, dass er dann seine beste Leistung zeigt und wir uns auf ihn zu 100 Prozent verlassen können.”
Zur Rückkehr von Klose: “Es ist wichtig, dass er wieder mitspielen kann. Es ist gut, dass wir alle Spieler zur Verfügung haben, das betrifft unsere gesamte Offensive, dass wir da unsere Aktionen besser zu Ende spielen können.”
“Solche Spiele wie gegen Ghana sind für ein so junges Team extrem wichtig, und dass wir da jetzt durch gekommen sind, ist umso schöner. Es gibt Momente, wo wir auch mal die Sicherheit dem Risiko vorziehen. Solche Erfahrungswerte sind gut für uns.”
“Es wird höchste Zeit, dass wir das mit den Kriegsvergleichen sein lassen. Das ist unangebracht. Wir leben in einem vereinten Europa.”
“Wir haben drei, vier Mal Standards gebübt, leider waren sie im Spiel noch nicht so ganz erfolgreich. Vielleicht klappt es ja ähnlich wie bei der EM 2008 gegen Portugal.”
[12h34] Die Pressekonferenz beginnt, zunächst gleich wieder die begrüßenden Worte von Herrn Stenger, und der Bundestrainer ist auch zu Gast. Letzte PK im Mannschaftshotel vor dem Achtelfinale gegen England.
Mannschaft hatte heute Vormittag einen knapp zweistündigen Safari-Ausflug, Trainerteam blieb im Hotel und hat Videostudium gemacht.
Joachim Löw: “Ja, in der Vorrunde waren einige Überraschungen zu sehen, man konnte nicht erwarten, dass Weltmeister und Vize-Weltmeister ausscheiden. Einige Teams, von denen man nicht erwartet hatte, dass sie so stark sind, wie Uruguay oder die USA, auch Japan, haben sehr emotional und erfolgreich gespielt. Die Konstellationen in den Gruppen waren sehr interessant, viele Ereignisse hatte ich nicht erwartet.”
“Zum einen ist es so, dass die Geschichte sehr viel aussagt über die Begegnung England-Deutschland, viele Spieler waren da noch gar nicht geboren. Ich erinnere mich noch wage an 1966, eher an 1970. Danach gab es bei den Tunieren immer wieder Spiele von hoher Wichtigkeit, das sind Spiele mit viel Brisanz und Intensität. England verfügt über eine unglaubliche Erfahrung und individuelle Klasse. Wir freuen uns auf das Duell, wir versuchen mit unserer jugendlichen Leichtigkeit dagegen zu setzen.
“Ich verfolge den englischen Fußball, die meisten Spiele können wir im deutschen TV ja auch sehen. Ich bin immer wieder vom Tempo vom Fußball auf der Insel begeistert, vom intensiven Zweikampfverhalten. Unglaublich gutes Niveau.”
“Wir verfügen nicht über eine brave Mannschaft, sie ist unglaublich jung und willig, aber im Training herrscht schon Konkurrenz und Ehrgeiz. Man sieht mit welcher Macht Spieler, die noch nicht gespielt haben, versuchen in die Startelf zu kommen. Wir haben einen Ehrgeiz entwickelt, um in diesem Turnier bestehen zu können.”
“Ich kann nicht 100% beantworten, dass England trotz der vielen Ausländer in der Premier League trotzdem ein sehr gutes Team bei dieser WM an, aber noch nicht so spielen, wie sie sich vielleicht das vorgestellt haben. Aber die Sitation in der Premier League muss nicht von Nachteil sein für die englische Nationalmannschaft.”
“Wir haben uns gestern und heute mit England beschäftigt, haben gute Informationen über das Team, wissen schon sehr gut, wo die Stärken dieses Teams liegen, kennen aber auch die Schwächen der Mannschaft. Bei diesen Spielen ist es doch klar, dass beide Teams mit einem gewissen Respekt in diese Partie gehen, Angst bei uns und den Engländern nicht. Die Engländer wissen doch auch, dass wir sie schlagen können. Eine Grundanspannung herrscht vor, eine positive Nervösität. Wir werden mit unserem jungen Team in der Lage sein dagegenzuhalten.”
“Muss Kompliment machen an unsere medizinische Betreuung. Hinter Boateng und Schweinsteiger steht bis jetzt ein ganz großes Fragezeichen, heute Nachmittag werden beide nicht mit der Mannschaft trainieren. Beide haben muskuläre Probleme, die nicht ausgeheilt sind. Wir hoffen auf Besserung, es ist mehr als fraglich, ob beide oder einer von beiden am Sonntag einsatzbereit ist. Mit 90% reicht es am Sonntag nicht.
“Ja, wir werden sehen, es könnte sein, dass wir heute Nachmittag Elfmeter üben.”
“Also, was das System betrifft, kann ich mir immer vorstellen, auch wenn Spieler ausfallen, es zu ändern. Da bin ich offen. Es wird aber nicht entscheidend sein gegen England, meine ich. Wir hätten gegen Ghana in der Offensive einiges besser machen können, unsere Spielanlage gegemn Ghana war ja eigentlich gut, Aktionen gut begonnen, aber nicht gut zu Ende geführt. Hat aber nichts mit dem System zu tun. Wir müssen abwarten, was mit unseren verletzten Spielern passiert. Wir müssen die Aktionen in der Offensive besser zu Ende bringen. Wenn wir das gegen England nicht schaffen und wir weiter Ballverluste produzieren, wird das England mit Gerrard ausnutzen.”
“Bastian ist das Herz in der Mannschaft, der Motor im Mittelfeld. Natürlich würde es nicht von Vorteil sein, wenn Bastian nicht spielen sollte. Dann schenke ich halt einem anderen Spieler das Vertrauen, Toni Kroos zum Beispiel. Der hat das gut gemacht, ich könnte mir gut vorstellen ihn spielen zu lassen am Sonntag, wenn Schweinsteiger ausfallen sollte.”
“Ich finde das gar nicht schlecht, wenn es mal Diskussion zwischen Trainern und Spieler gibt. Terry und Capello sind so erfahren, die wissen schon, dass beide daran gelegen ist, dass das störend war, sondern vor allem dazu dienen sollte, das Team wieder aufzurütteln und besser zu machen.”
[12h27] Noch ein Deutscher ist weiterhin dabei. Wolfgang Stark pfeift am Samstag das Achtelfinale zwischen Südkorea und Uruguay. Referee am Sonntag bei Deutschland-England ist Jorge Larrionda aus Uruguay, via Zeit Online.
[12h18] Pressekonferenz des DFB heute gegen 12:30 Uhr mit Philipp Lahm und Bundestrainer Joachim Löw.
[12h07] David James ist extrem relaxt auf der Pressekonferenz, die gerade bei Sky News übertragen wird: “Wir brauchen nicht mehr auf die bisherigen Spiele zurückschauen. Wir haben gegen Algerien teilweise sehr gut gespielt, konnten unsere Überlegenheit aber nicht in Tore transformieren. Wir freuen uns sehr auf das Spiel gegen Deutschland. Wir haben damit nicht unbedingt gerechnet, jetzt ist aus Möglichkeit aber Realität geworden. Wayne Rooney möchte das nächste Spiel zu seinem Spiel machen. Aber er möchte, dass wir noch weiter im Turnier vordringen. Wir haben eine gute Mannschaft, die Stimmung ist gut, wir gehen bestens vorbereitet ins Spiel. Deutschland besiegen zu würden wäre romantisch und ein erstebenswertes Ziel.” Das Üben von Elfmeterschießen sei übrigens Hausaufgabe in den nächsten Tagen.
Frage eines Journalisten, was James zu Deutschland-Spiel gegen Ghana sagt und wo er es gesehen hat: “I was sitting in a pub with my mate, drinking orange juice.”
[12h02] David James über das Spiel gegen Deutschland: “It’s a game against a decent outfit.” Apropos David James: Er hat bei Capello jetzt den Status der Nummer 1. Das Interessante aber: Er wurde in beiden Spielen, sowohl gegen Algerien und Slowenien, kaum ernsthaft geprüft. Mal sehen wie das dann ist, wenn ein paar mehr Schüsse aufs Tor kommen. Denn James ist alles anders als ein sehr guter Torwart, immer wieder gut für einen Fehler, häufiger als bei anderen Torhütern.
[11h48] Erstaunlich, wie wenig man in englischen Zeitungen darüber liest, dass England seit über 40 Jahren bei einem großen Turnier nichts mehr gerissen hat und stets gegen einen großen Gegner verloren hat. Jetzt haben sie im Achtelfinale der WM 2010 den ersten vor der Brust. Angst wieder zu scheitern?
[11h19] meedia. de mit einer Übersicht über die besten WM-Blogs. Insbesondere die Arbeit von HAZ-Redakteur Heiko Rehberg kann ich empfehlen. In Hannover entdeckt man nach und nach auch Weblogs. Nächste Saison soll die Saison von Hannover 96 ebenfalls in einem Blog begleitet werden.
[11h14] Sky-Formel 1 Kommentator Jacques Schulz eben beim 1. freien Training in Valencia: “Machen Sie Ihrer Familie klar, dass es am Sonntag keinen Ausflug gibt, keine Zeit für Kinderbetreuung oder Kaffee und Kuchen am Wohnzimmertisch. Es gibt nur Sport.”
[10h59] Ich tue ich mich schwer mit einer Einschätzung des Spiels am Sonntag. Für mich ist das völlig offen, wenn überhaupt ein kleiner Vorteil für England aufgrund des Potentials der Einzelspieler, Gerrard, Lampard, Rooney etc. Mir wird ein bisschen zu viel Wind um die Leistungskurve der deutschen Mannschaft gemacht. Klar zeigt die Tendenz eher nach unten, was nach dem 4:0 gegen Australien auch nicht so verwunderlich ist. Vielleicht haben wir da eben deutlich über unseren Möglichkeiten gespielt. Fakt ist eben auch, dass wir insbesondere gegen Ghana viel zu eindimensional gespielt, teilweise auch zu berechenbar. Und dass zumindest die Defensive ein paar Sorgenzeichen von sich gab, vor allem Per Mertesacker in den Innenverteidigung. Das sind meiner Meinung nach aber alles keine Sachen, die für unlösbar gelten sollten.
Auf der anderen Seite das englische Team, das bei dieser WM nun wirklich keine Bäume ausgerissen hat. Klar, man hat 1:0 gegen Slowenien gewonnen, hatte aber auch während dieses Spiels viele schlechte Phasen und wirkte vor allem gegen Ende der Partie sehr müde, unkonzentriert und behäbig. Und so wahnsinnig toll war die Leistung der Engländer nun wirklich nicht, mehr ein Hängen und Würgen ins Achtelfinale. Na selbstverständlich ist jetzt da eine Leistungssteigerung erkennbar, aber das war nach den Blamagen gegen die USA und Algerien auch nicht besonders schwierig. England hat mehr individuelle Klasse, aber gerade Lampard und Rooney zeigen, dass dies noch längst nicht zum Erfolg führen muss. Respekt vor England sollte da sein, aber Angst oder gar Panikmache ist völlig unangebracht. Dafür haben die Engländer mich bisher überhaupt nicht überzeugt.
Worauf kommt es am Sonntag an? England wird versuchen viel über die Flügel zu spielen, man hat die linke Defensivseite der deutschen Mannschaft als Schwachstelle ausgemacht. Milner bekommt also die Aufgabe die rechte Außenbahn rauf und runter zu rennen. Deutschland muss defensiv, vor allem in der Innenverteidigung besser stehen, sich harmonischer absprechen, näher am Mann sein. Wenn Rooney und Defoe zu viel Platz bekommen, wird es schwierig. Mertesacker, der ein fantastisches Kopfballspiel hat, aber sonst immer ein wenig ungelenk wirkt, wird es nicht einfach haben gegen die kleinen, schnellen Stürmer der Three Lions. Und was sollte Deutschland machen? Druck auf die englische Abwehr, die anfällig ist. Terry und auch Dawson haben nicht ihre beste Form, Johnson auf der rechten Seite spielt ein eher mäßiges Turnier. Da sollte Podolski Vorteile haben. Özil und Müller werden vornehmlich auf Ashley Cole und Gareth Barry treffen. Das dürfte interessant werden. Wenn Deutschland mit mehr Tempo spielt, genauer in den Pässen, ist auch die englische Defensive verwundbar. Und da die Three Lions garantiert nicht mit acht Mann sich hinten einmauern, wird Deutschland – das haben schon Englands Gruppenspiele gezeigt – Platz und auch Torchancen bekommen. Nur die müssen dann auch genutzt werden.
Mein Tipp: 2:2 nach 90 Minuten und dann 4:2 für Deutschland nach Verlängerung.
[10h01] Huch, BBC Five Live heute mit einer ganz besonderen Call-In-Sendung. Es geht um die Abschaffung der aktuellen Nationalhymne “God Save The Queen”, weil sie doch das ganze United Kingdom repräsentiere. Zukünftig soll, so Vertreter der Liberal Democrats, eine englandspezifische Nationalhymne installiert werden. Vorschläge der Anrufer sind zum Beispiel Pomp and Circumstances.
[09h47] Der sid meldet, dass der Wechsel von Michael Ballack zu Bayer Leverkusen fix ist. Wird ein 2-Jahres-Vertrag unterschreiben.
[09h41] Marina Hyde/Guardian über die Rivalität zwischen England und Deutschland.
“From the minute England’s round of 16 destiny was clear, you will have heard much about this sainted antagonism with Germany. Yet the so-called rivalry is quite obviously an illusion, existing only in the minds of those wishful to the point of insanity – which is to say, the English. We are rivals with Germany in the same way Christine Bleakley is rivals with Oprah [...] How to put it even more starkly? Since 1966, Germany have been in 11 major tournament finals, of which they have won five. We’ve been in two semi-finals, and it hardly needs pointing out how that ended. The only time we beat them in tournament football is when it didn’t matter, during Euro 2000 when both England and Germany went out in the first round anyway.”
Dass die Rivalität da ist, dürfte verständlich sein und ich finde das auch gar nicht schlimm. Gehört im Sport einfach dazu. Dementsprechend finde ich es auch nicht bedenklich, wenn die englischen und teilweise auch die deutschen Medien die Stimmung ein wenig anheizen. So zum Beispiel wie heute die SUN mit der Wurst-Schlagzeile. Das halte ich sogar für amüsant. Ein wenig bedenklich finde ich es, wenn englische Tageszeitungen sich immer noch für die Rivalität zwischen England und Deutschland auf den Zweiten Weltkrieg framen. Diese Zeit sollte doch eigentlich vorbei sein. Und schaut man sich die Berichte von heute an, gibt es scheinbar auch die Entwicklung es künftig bleiben zu lassen.
[09h27] Mark Lawrenson aus Südafrika bei BBC Radio 1: Er genieße trotz der großen Distanzen und der vielen Zeit im Flugzeug, die man zurücklegen muss, immer noch sehr diese Weltmeisterschaft. Das Land und seine Einwohner habe sich unglaublich freundlich und offen gegenüber den Besuchern gezeigt.
Lawrenson rechnet mit Elfmeterschießen von England gegen Deutschland, Lawrenson rechnet mit einem Weiterkommen von England (wen wundert es!). Begründung: Unterschiedliche Leistungskurven beider Teams während des Turniers, die etwas größere Unerfahrenheit des jungen deutschen Teams und die Verletzung von Bastian Schweinsteiger, der nicht hundertprozentig fit sein wird. Das sei ein Vorteil für England.
Einziges Problem für England dieser Tage: Sie könnten zu gut spielen. War wohl eine Anspielung auf Deutschland, die häufig auch mit mäßigen Leistungen es weit im Turnier geschafft haben. Oder dass jetzt die Erwartungen und die Selbstüberschätzung wieder zu hoch sind. Sucht es euch aus. Und noch ein Argument für ein England-Sieg: das Spiel läuft wieder bei der BBC. ITV wird sich in den Hintern beißen.
[09h23] Der Guardian mit der genaueren Analyse der Elfmeterschützen samt Statistik über die Elfmeterbilanz der jeweiligen Spieler in der Liga.
[09h13] Der Daily Telegraph berichtet, dass Fabio Capello wohl mit derselben Startelf gegen Deutschland spielt wie am Mittwoch gegen Slowenien. Er sei mit der Leistung sehr zufrieden gewesen und sehe keinen Grund etwas zu ändern. Dies gelte auch für Innenverteidiger Matthew Upson. Carragher würde damit erstmal wieder auf der Bank bleiben.
Englische Medien melden heute Morgen zudem, dass Capello verstärkt Elfmeterschießen geübt habe und bereits die ersten fünf Spieler für ein mögliches Elfmeterschießen benannt hat: Lampard, Rooney, Gerrard, Milner und Gareth Barry.
[09h05] Den Auftakt heute Nachmittag machen die letzten Spiele in der Gruppe G. Nordkorea empfängt die Elfenbeinküste. Die Nordkoreaner haben keine Chancen mehr auf das Achtelfinale, und die Elfenbeinküste eigentlich wenn überhaupt noch theoretisch. Muss man doch neun Tore gegenüber Portugal aufholen und gleichzeitig noch darauf hoffen, dass die Portugiesen gegen Brasilien verlieren. Also eher unwahrscheinlich. Deswegen sollte die meiste Aufmerksamkeit heute auch die Partie zwischen Portugal und Brasilien bekommen. Hier geht es noch um den ersten Platz in der Tabelle, verbunden mit der Hoffnung in einem möglichen Achtelfinale vielleicht Spanien aus dem Weg zu gehen. Portugal muss gewinnen um als Tabellenerster ins Achtelfinale einzuziehen, Brasilien reicht bereits ein Unentschieden.
Am Abend um 20:30 Uhr wird die Gruppe H beendet. Die besten Chancen aufs Achtelfinale hat Chile, denen ein Punkt gegen Spanien reicht um als Tabellenführer ins Achtelfinale einzuziehen. Chile könnte sich auch eine Niederlage gegen Spanien leisten, wenn die Schweiz nicht gleichzeitig gegen Honduras die zwei Tore gegenüber Chile aufholt. Alles ein wenig kompliziert. Sollte Chile gegen Spanien nur remis spielen, kann die Schweiz auch nur mit einem Tor Unterschied gewinnen, und Spanien wäre aus dem Turnier. Honduras könnte theoretisch auch noch das Achtelfinale erreichen, aber das ist so unwahrscheinlich, dass man sich damit gar nicht beschäftigen muss. Sagen wir es so: Die Schweiz muss voll auf Angriff spielen, denn dass Spanien patzt, darauf kann man sich nicht unbedingt verlassen. Und auch Chile ist längst noch nicht im Achtelfinale. Sehr interessante Konstellation und Ausgangslage.
[08h42] Interessante Ausgabe des World Cup Daily vom Guardian, auch mit einem Ausblick auf das Spanien-Spiel gegen Chile heute Abend von Sid Lowe.
[08h40] Kurzer Blick in die Premier League: Offenbar steht eine Einigung zwischen dem FC Liverpool und Roy Hodgson, jetzt noch Trainer in Fulham, unmittelbar bevor. Englische Medien berichten derweil, dass Sven Göran-Eriksson, noch Trainer der Elfenbeinküste, Favorit für die Nachfolge bei den Cottagers sein wird. Quelle: ESPN Soccernet.
[08h37] Was steht heute auf dem Speiseplan? Meine Aufmerksamkeit bekommt heute Vormittag ein wenig die BBC, einmal um die ehe schon gute Laune zu steigen und um die neuste Infos aus dem englischen Lager zu bekommen. BBC-Experte Lawrenson wird später aus Südafrika für die Chris Moyles Show zugeschaltet, BBC Five Live wird sicher in seinem Phone-In um 10:00 Uhr auf das Spiel am Sonntag blicken. Später am Mittag dann die deutsche Pressekonferenz, bevor um 16:00 Uhr dann endlich Fußball gespielt wird, mein Fokus wird auf Brasilien-Portugal liegen.
[08h01] Schon mal ein kurzer Blick in die englischen Tageszeitungen vom Freitag. Schaut man durch die Titelbilder ist die am Sonntag anstehende Partie nicht unbedingt das wichtigste Sportthema. Das ist bei den meisten Zeitungen heute Tennis. Entweder es gibt Bilder vom Treffen zwischen Andy Murray und der Queen. Murray ist locker lässig in die dritte Runde eingezogen und hatte danach die Queen getroffen. Die Königin war zum ersten Mal seit 1977 bei dem Tennisturnier. Oder es wird sich mit dem Rekordmatch zwischen John Isner und Nicolas Mahut. Also der ganze Fokus auf Tennis, wenn da mal wieder nicht die SUN wäre, die als einzige große englische Tageszeitung mit dem Spiel zwischen England und Deutschland aufmacht. Und den Engländern ihre größte Sorge nehmen möchte: das Elfmeterschießen. Denn die SUN hat herausgefunden, dass die Engländer vom Punkt eigentlich viel erfolgreicher sind als die Deutschen. Und Jermain Defoe hat schon 40 Elfmeter geübt.
[07h45] Guten Morgen allerseits. Fußball kann so schön sein, vor allem wenn das Team, welches man unterstützt, gewinnt und ins Achtelfinale einzieht. Und dann noch in so spektakuläre Weise wie die USA am Mittwoch. Wenn man eigentlich nicht mehr dran glaubt…wie die Reaktionen der Fans aus den USA zeigen [via Tweet von Hirngabel].
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Thema: Live-Blog, WM 2010 | Kommentare (0) | Autor: medispolis

