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Medien-Sport-Politik, 16.02.2010

Dienstag, 16. Februar 2010 17:36

Das närrischen Treiben liegt fast hinter dem Rheinland. Ich durfte zum ersten Mal sowas wie Karnevalsluft schnuppern und war gestern beim Rosenmontagsumzug in Köln. Unabhängig mal davon, dass es die Deutsche Bahn nicht schafft an einem solchen Festtag mehr Züge einzusetzen und man auf der ganzen Fahrt von Düsseldorf nach Köln kaum Luft zum Atmen hatte, war es eigentlich ein schöner Tag. So ganz langsam erschließt sich mir auch der Sinn von Karneval beziehungsweise hat das gestern das ZDF für mich erledigt. Als ich abends wieder in Düsseldorf war, wollte ich Heute-Journal schauen und hatte mich auf ein Bilder von den Rosenmontagsumzügen im Nachrichtenblock gefreut. Aber nein, zu meinem Erstaunen waren die Umzüge in Düsseldorf, Köln, Bonn und Mainz das zweite Topthema in der Sendung. Die Anmoderation ließ dann auch erahnen warum: Karneval hat eine politische Botschaft, durch die Mottowagen wird eine politische Meinung geäußert. Und das hat dann auch das ZDF für seinen Beitrag gemacht. Mal schön mit dem Mikro durch die Massen und gefragt, was man von der aktuellen politischen Lage halte. Alles durchweg negativ. Und damit dürfte dann endlich auch der Stellenwert des Karnevals für Gesamtdeutschland gegeben sein. Volkes Stimme wird gehört und auch noch schön visualisiert. Und für das ZDF, deren boulevardeske Grundtendenz vor allem im Heute-Journal ich schon häufiger festgestellt habe, ein willkommener Anlass. Für mich war es ein lustiger Tag mit netten Leuten, Musikkapellen, Süßigkeiten und ausreichend Alkohol. Habe nicht einmal an Politik gedacht. Selbst Rousseau hat die politische Relevanz  von Festumzügen als direktdemokratisches Element nicht erkannt. Wir sind mal wieder schlauer, danke liebes ZDF.

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Heute Abend startet die KO-Phase der Champions League mit dem Aufeinandertreffen von David Beckham im Trikot des AC Mailand und seinem Ex-Klub Manchester United, zudem reist Real Madrid an die Rhone zu Olympique Lyon. Kevin McCarra vom Guardian mit einem Plädoyer für den Wettbewerb Champions League.

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Seit dem Wochenende laufen nun auch endlich die Olympischen Spiele, habe bis auf das Skispringen und den Biathlon-Sprint der Frauen noch eher wenig gesehen, von daher kann ich bisher wenig zu den Übertragungen sagen. Generell bin ich bei solchen Events kein Freund von ARD und ZDF, wobei es gerade auf den hinteren Optionen und bei den weniger populären Wettbewerben ungeahnte Qualität gibt. Erinnert sei an Carsten Sostmeier bei den Reitwettbewerben und der Dressur 2008 in Peking. Das war für die ÖR ja fast schon eine kleine Sternstunde. “Hinni, behalt die Nerven, mach da jetzt keine Scheiß-Distanz rein.” Mal schauen, wie sich ARD und ZDF machen. Und am Duo Faßnacht/Leinauer beim Eishockey und Siegmund/Thiele führt sowieso kein Weg vorbei, von daher haben es ARD/ZDF bei mir da schon mal schwer.

Jens Weinreich, der selbst mal wieder hervorragend aus Vancouver bloggt, war heute beim DRadio Wissen im Interview: Blogging Regeln für Olympioniken.

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Heute Abend werden die Brit Awards 2010 vergeben. Es entsteht ja immer wieder die Diskussion, ob der Musikpreis nicht langsam an Stellenwert verliert, weil er immer weniger die musikalischen Leistungen berücksichtigt, sondern vielmehr zu einer Auszeichnung von kommerziellem Erfolg geworden ist. Was auch nur bedingt stimmt, denn Coldplay gewannen letztes Jahr zum Beispiel trotz mehrfacher Nominierungen keinen Brit Award. Das ganze findet wieder im Londoner Earls Court statt. Live-Blog durch den ganzen Abend beim Guardian. Zum ersten Mal gibt es eine Kategorie, von der sich die Veranstalter eine Menge versprochen hatten: Brits Album of 30 Years mit Musikgrößen wie Oasis, Dire  Straits, Travis und Coldplay. Doch die drei letztgenannten Bands haben ihr Teilnahme schon mal abgesagt, genauso Dido, Keane und Duffy. Coldplay wollen sich lieber auf ihre Lateinamerika-Tour vorbereiten, die in einigen Tagen startet. Ob da noch ein bisschen Ärger drinsteckt wegen der Erfolgslosigkeit des letzten Jahres, sei dahingestellt. Und nun hat diese Kategorie nur noch einen Stellenwert, nämlich für Oasis. Sollten sie die gewinnen. Bei den Buchmachern gelten sie neben Coldplay als Favorit. Wer nimmt den Preis aber entgegen? Liam und Noel haben sich ja zerstritten und auch keinen Kontakt mehr zueinander. Es wäre ein Wunder, wenn beide auf die Bühne kommen sollten. So ein ganz bisschen ist diese Kategorie aus dem Ruder gelaufen. Es gibt dann noch das Pendant, Brits Hits of 30 Years. Aber der Album-Preis hat schon das höchste Ansehen, doch kaum eine Bands interessiert sich für die mögliche Trophäe. Die besten Chancen mit je drei Nominierungen haben Lily Allen, Lady Gaga und Pixie Lott. Live-Performances am Abend gibt es von Jay-Z, Kasabian, Florence and the Machine, JLS und Robbie Williams. Moderieren wird der britische Komiker Peter Kay, der aber wirklich lustig ist. Die Liste der Nominierten gibt es hier.

Und wie mache ich das heute Abend? Champions League und Olympia im TV, Brit Awards im Live-Blog (es sei denn, ich finde einen brauchbaren Stream) und die Scorpions spielen gegen Straubing. Schwere Entscheidung.

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Medien-Sport-Politik, 19.01.2010

Dienstag, 19. Januar 2010 8:20

Wurde eigentlich jemals schon so umfassend und ausführlich über eine Naturkatastrophe, wie das Erdbeben in Haiti, im deutschen Fernsehen berichtet? Von meinem Gefühl übersteigert das auch noch die Berichterstattung zum Tsunami in Südostasien vor einigen Jahren. Ich bin bei sowas ja immer ein wenig sensibel, was den Umfang und die Art der Berichterstattung angeht. Natürlich muss umfassend uns ausführlich über die Lage in Haiti berichtet werden, auch mit Extra-Sendungen, Brennpunkten und zu ausführlichem Teil in den Hauptnachrichtensendungen. Und gerade auch die Resonanz auf die Spendenaufrufe scheint zu zeigen, dass die Menschen das Thema und das Schicksal der hilflosen Menschen in Haiti bewegt. Gestern Abend in den ARD-Tagesthemen wurde ebenfalls wieder ausführlich mit mehreren Berichten und einer Fast-Live-Schalte nach Haiti berichtet. Unter anderem gab es eine interessante Reportage, in welcherein Hilfsteam, das frisches und sauberes Wasser an die Menschen verteilt, begleitet wurde. Sowas finde ich dann für eine sachliche Berichterstattung angemessen. Aber muss man einer alten Frau, die nach einer Woche unter Trümmern gelegen hat und im letzten Moment gerettet wurde, gleich als Erstes das Mikro ins Gesicht halten? Ich finde, hier geht die Berichterstattung zu weit.

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Achtung Trommelwirbel…Angela Merkel hat sich zu einem politischen Sachverhalt klar und deutlich geäußert. Sie hat den Bau von Kohlekraftwerken unterstützt, sie war gestern in NRW auf einem CDU-Wirtschaftstreffen. Aktuell gibt es in NRW recht fortgeschrittene Pläne ein neues Kohlekraftwerk zu bauen, eventuell auch in Düsseldorf. Auf kommunaler Ebene hat man sich aber scheinbar in Düsseldorf gegen den Bau eines neuen Kraftwerkes entschlossen.

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Diese Geschichte mit der Hotelspende und der FDP darf man durchaus als unglücklich bezeichnen, wenn auch alles im rechtlichen Rahmen geschehen ist. Könnte bei entsprechender Dynamik vielleicht ein ähnlicher Fall werden wie die Dienstwagenaffäre von Ulla Schmidt. Nicht gegen das Gesetz verstoßen, aber politisch nicht gerade clever gehandelt. Blöd nur, dass für eine entsprechende Änderung des Gesetzes für die Parteispenden sich eigentlich alle Parteien daran beteiligt müssen. Nur eine Anstrengung aller Akteure könnte ein Verbot von Spenden durch Unternehmen an Parteien effektiv umsetzen. Aber, ich wette, das lässt die FDP nicht mit sich machen. Wäre trotzdem ein deutliches Zeichen. Es wäre clever, denn ich sehe doch schon wieder die ganzen wüsten Kommentare aller Politikenttäuschten, die auf dieser Story tagelang rumreiten. Und die, welche ehe schon skeptisch der neuen Regierung gegenüberstanden, bekommen jetzt kein besseres Bild.

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Gestern Abend gab es zum ersten Mal die Liga Total! Spieltagsanalyse im DSF. Auf den ersten Blick dachte ich, es wäre ein weitere dieser Quiz-Shows mit einem Moderator und zwei Kandidaten hinter ihren Pulten. Und es gibt dann alle drei Minuten eine Frage, eine kleine Szene und dann die Antworten der beiden Experten. Warum eine solch große Distanz zwischen Moderator und Gästen? Finde ich völlig unangebracht. Warum nicht ein großer Analysetisch und ein Halbkreis im Sitzen? Inhaltlich war das sicherlich soweit okay, trotzdem würde ich mir da ein wenig Abwechselung wünschen. Man muss nicht jedes Tor krampfhaft analysieren, ständig werden Szenen eingespielt. Man kann sich auch überanalysieren. Ein bisschen Abwechselung mit Interviews und einem Loslösen vom Analysieren der einzelnen Spielszenen würde der Sendung sicherlich gut tun.

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Vor einiger Zeit hatte sich der private britsche Fernsehsender Channel 4 die Rechte an den London Paralympics 2012 gesichert und damit der BBC sicher geglaubte Übertragungsstunden weggenommen. Jetzt wird wieder darüber spekuliert, ob Channel 4 sein Engagement im Sportbereich ausbauen könnte und damit an frühere Zeiten anknüpfen könnte. Spekuliert wird zum Beispiel über einen Ausbau und eine Rückgewinnung der Cricket-Übertragungen. Quelle: Guardian.

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Gestern Abend wurden die Nominierten für die Brit Awards bekanntgegeben. Lily Allen, Lady Gaga und Pixie Lott führen die Liste mit je drei Nominierungen an. Hier die komplette Liste der Nominierungen. Die Brits Album of 30 years werden übrigens per Publikumvoting ermittelt. Da bin ich mal richtig gespannt, wer das gewinnt. Einige Top-Alben dabei.

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“Du hast da so ein Funkeln in den Augen. Ist was passiert?” “Nein, überhaupt nicht, ich sehe gerade nur, dass der FC Arsenal am Mittwoch die Tabellenspitze übernehmen kann.” Auch wenn das zu diesem Zeitpunkt überhaupt nichts wert ist und das Spiel gegen Bolton auch erstmal gewonnen werden muss, stellt sich für einen Arsenal-Fan dann schon sowas wie ein großes Gefühl der Erleichterung ein. Im August schrieb ich noch: ” Ich tue mich sehr schwer mit einer Prognose für die Gunners. Wenn alles gut läuft, wird es am Ende der vierte Platz.” Und dann war schon viel Wunsch und Hoffnung dabei. Und das es jetzt so gut läuft, freut mich dann doch sehr. Mittwoch also das Nachholspiel gegen Bolton. Parallel dazu spielt Rafael Benitez um seinen Job. Wichtiges Spiel gegen die Tottenham Hotspur. Mit einem Sieg würde man auf einen Punkt an Platz 4 ranrücken. Und das aber auch nur, weil die Konkurrenz vor dem FC Liverpool auch nicht gerade eine Siegesserie hat. Mit den bisherigen Leistungen wäre Liverpool eigentlich schon aus dem Rennen, aber so können regelmäßig weitere Enttäuschungen produziert werden.

Beide Spiele gibt es am Mittwoch bei Sky und hier im Live-Blogging.

Bei irgendeinem Klub in der Premier League brennt ja immer der Baum. War es in den vergangenen Tagen eher der FC Portsmouth, sucht derzeit West Ham United händeringend nach einem neuen Investor. Einer fällt schon mal weg: Tony Fernandes, Unternehmer aus Malaysia, konnte sich nicht mit West Ham einigen. Und Fernandes hat das mal eben schnell via Twitter mitgeteilt. Jetzt dürfte der Weg frei sein für David Sullivan und David Gold. Entscheidung vielleicht schon heute. Je eher desto besser, denn West Ham braucht frisches Geld für Aktionen auf dem Transfermarkt.

Im Brennpunkt steht dieser Tage auch Manchester United. Ein mit Schulden überfüllter Klub, Fan-Aufstand gegen die Glazers mit der Aufforderung an Ferguson zurückzutreten, Gedanken über den Verkauf des Trainingsgeländes. Die Glazers brauchen dringend neues Geld und wollen ihre Schulden verschenken. Wenn das so einfach wäre. Momentan hat das vor allem noch eine wirtschaftliche Komponente, über die sportlichen Auswirkungen wird man wohl erst nächste Saison richtig diskutieren können. Mehr im Artikel von Raphael Honigstein zur Tickenden Bombe Man Utd.

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Medien-Sport-Politik, 29.10.2009

Donnerstag, 29. Oktober 2009 22:11

Da ich am Wochenende außer Haus bin und eher wenig vor dem TV und Computer hänge, hier mal eine komprimierte Übersicht zu den Themen des Wochenendes, allen voran Premier League und ein wenig Politik.

Wer es noch nicht mitbekommen hat, dem sei das Interview von Frank Buschmann mit André Voigt vom Five Basketball-Magazin empfohlen. Mit Buschmann sprach er über seinen emotionalen Stil Basketballspiele zu kommentieren und blickt zurück auf die NBA-Übertragungen der 90er Jahre. Überhaupt nimmt das Thema TV im Basketball einen breiten Raum ein. Absoluter Hörtipp. Gerade, wer ein wenig in Erinnerungen über die frühen NBA-Übertragungen schwärmen möchte.

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Neues Deutschland titelt heute die ZEIT, die ich ansonsten ja über wirklich alles schätze. Aber so eine Titelzeile und dazu die Konterfeis von Rösler, Guttenberg und Norbert Röttgen. Das neue Deutschland sieht also so aus. Kann man nicht noch dicker auftragen? Vielleicht können wir über eine solche Schlagzeile mal nachdenken, wenn wir Schulden abgebaut haben oder ein nachhaltig finanziertes Gesundheitssystem. Aber nicht, wenn Rösler und Röttgen im Kabinett sind. Das ist zwar neu, das steht fest. Aber Deutschland ist dadurch ganz sicherlich nicht neu. Aber vielleicht wird in fünf Jahren rückblickend die Schlagzeile doch richtig sein. Hoffen wir es mal.

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Der Guardian hat heute eine interaktive Seite zu den Olympischen Spielen 2012 in London gestartet. Vor allem die Bauabschnitte sollen bildlich festgehalten werden.

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Zudem gibt es neue Hörerzahlen aus der Radiolandschaft in Großbritannien. Größter Sieger diesmal das Dokumentationsradio der BBC, BBC Radio 4. Da sind dann wohl mehrere auf die exzellenten Reportagen aufmerksam geworden. Auch der neue Internetauftritt dürfte sich positiv ausgewirkt haben.

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Tony Blair ist jetzt auch mal wieder in den Schlagzeilen. Der könne doch nicht die Europäische Union als ständiger Ratspräsident führen, war die einhellige Meinung auf dem EU-Gipfel in Brüssel. Der habe sich ja kaum Verdienste auf europäischer Ebene führen. Mag richtig sein, was aber viele vergessen, dass Blair mit einem sehr ambitionierten Programm in der Europapolitik 1997 nach seinem Wahlsieg an den Start ging. Dass dann in 10 Jahren eher wenig dabei rumkam, lag aber in erster Linie an den skeptischen Menschen auf der Insel, was eigentlich nahezu alle Fragen europäischer Politik anbetrifft, sei es der Beitritt zur Euro-Zone oder die Ablehnung beziehungsweise das Chaos um eine Referendum für die EU-Verfassung. Und im Prinzip hat Blair nur auf nationale Interessen Rücksicht genommen um wiedergewählt zu werden. Das machen doch alle in der EU.

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In der Premier League ist vor dem 11. Spieltag einiges los. Vor allem bei Hull City und Trainer Phil Brown. Es kursierten Gerüchte, wonach Brown bereits vom Verein entlassen wurde. Das hatten mehrere Tageszeitungen berichtet. Prompt kam vom Verein das Dementi. Er genieße weiterhin das Vertrauen, stattdessen hat sich der Chairman des Vereins, Paul Duffen, verabschiedet. Die sportlichen Ergebnisse seien nicht gut genug gewesen und deswegen müsse er gehen, nicht Trainer Brown. Das ist eine gewagte These und Behauptung. Denn für den sportlichen Bereich hat ganz klar Phil Brown die Verantwortung. Der Trainer der Tigers rechne damit, dass er auch weiterhin Trainer bleibe und seine Spieler komplett hinter ihm stehen. Für Hull geht es am Samstagnachmittag zum FC Burnley. Und dann wollen wir mal schauen, was passiert, sollte Hull auch hier wieder nicht gewinnen können.

Marlon King von Wigan Athletic ist heute zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt worden, weil er in einer Disko einer 20-jährigen die Nase gebrochen und sie beleidigt hat. Prompt kam die Stellungnahme vom Verein. King wird von Wigan Athletic entlassen: “Er ist selbstverständlich rausgeworfen worden. Wir akzeptieren keine Spieler, die für 18 Monate ins Gefängnis kommen. Soweit wir das beurteilen können, ist seine Zeit beim Fußballklub Wigan Athletic abgelaufen.”

Und dann ist wieder Derby-Time am Wochenende – und fast mehr Derby geht nicht. Arsenal empfängt am Samstagmittag um 13:45 Uhr die Tottenham Hotspur zum Derby im Norden Londons. Und es ist ein echtes Spitzenspiel, dritter gegen vierter. Mit einem Sieg kann sich Arsenal endgültig in der Spitzengruppe festsetzen. Nachdem man am Mittwoch Liverpool mit einer Jugendgruppe besiegt hat, spielen am Samstag wieder die etablierten, etwas älteren Männer. Man Utd hat ein leichtes Heimspiel gegen Blackburn, Chelsea reist nach Bolton. Liverpool muss zu Fulham und darf dann mal zeigen, ob sie auch wieder gegen die kleinen Teams gewinnen können.

Ach ja, Düsseldorf gefällt mir immer besser. Mehr dazu in der nächsten Woche. In diesem Sinne einen schönen Gruß aus Düsseldorf.

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Medien-Sport-Politik, 20.10.2009

Dienstag, 20. Oktober 2009 18:50

Wer es noch nicht entdeckt hat. Beim Guardian gibt es seit ein paar Tagen die sehr interessante Sonderseite 2000 to 2009: Reviews of the decade mit vielen lesenswerten Berichten und Eindrücken verschiedenen Ressorts. Da gibt es vieles, was sich als Lektüre anbietet. Besonders empfehlen kann ich die Schilderung von Alan Rusbridger: Democracy in the decade of Google.

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Noch einmal der Guardian, diesmal eher aus sportpolitscher Sicht. Journalisten der Zeitung sind nämlich vom englischen Viertligisten Drittligisten Leeds United rausgeschmissen worden und dürfen nicht mehr zu Spielen, Trainingssessions und Pressekonferenzen. Das schildert David Conn im Inside Sport Blog des Guardian. Anstoß des Rauswurfs war ein sehr kritischer und investigativer Artikel von Conn über die Besitzverhältnisse von Leeds United, mit denen sich der Verein nicht einverstanden zeigte. Konkret geht es darum, dass der Chairman Ken Bates den Verein zwar zusammen mit einer Holding besitze, dies auch einmal ausdrücklich so mitteilte, diese Schilderung dann aber wieder zurücknahm. Seitdem ist völlig unklar, wer zu welchem Anteil Leeds United besitzt. Vom Verein selbst habe ich keine Erklärung gefunden.

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Es ist ja bekannt, dass ich die BBC verehre. Und mal wieder ein weiterer Beweis dafür: Die Aktion Children in Need von der BBC. Das ist ja schon mal aller Ehren wert dieses Engagement. Aber dann noch nebenbei für diese Benefizaktion ein Konzert organisieren, unter anderem mit Muse, Snow Patrol, Take That, Mika und Lily Allen, macht mich schon wieder neidisch, dass das ARD und ZDF nicht in ähnlicher Weise mal hinkriegen. Aber das ist dann ja nicht Volksmusik oder mit der Beteiligung von Jörg Pilawa. Zum Heulen.

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Heute in genau einer Woche startet die neue Saison in der NBA, unter anderem mit der Spitzenpartie zwischen Boston und Cleveland, zudem empfängt Dallas die Washington Wizards. Früher habe ich mich seit Anfang Oktober darauf gefreut, mir Basketballhefte gekauft und die Homepages der Vereine besucht. Mich einfach riesig darauf gefreut, dass es wieder losgeht. Sonntagabend Basketball und bei guten Spielen gerne auch einmal in der Nacht aufgestanden. Seit zwei Jahren ist diese Begeisterung verflogen, weil die NBA nicht mehr im deutschen TV läuft. Es ist doch fast schon ein Armutszeugnis, dass wir einen der besten Basketballspieler der Welt in der NBA aus Deutschland haben und wir hier im TV nichts sehen, stattdessen die NBA in Dänemark, Belgien und Polen zu sehen ist. Manchmal würde ich am liebsten auswandern. Gerade Dallas mit einem wieder erstarkten Jason Terry, mit Nowitzki und Neuzugang Shawn Marion halte ich zumindest für deutlich stärker als letzte Saison. Aber was sehen wir deutschen Basketballfans mal wieder davon – nichts. Und liebe ARD und ZDF, Ergebnisse braucht ihr im Morgenmagazin auch nicht durchgeben. Zeigt lieber Basketball.

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Heute Abend Olympique Lyon, Sonntag Manchester United. Dazu schon sieben Punkte Rückstand auf eben Manchester United, den derzeitigen Tabellenführer in der Premier League. Könnten am Sonntag 10 Zähler werden. Schwere Zeiten für Trainer Rafael Benitez und den FC Liverpool. Da ist es für den Spanier nur erfreulich, dass immer noch über den Strandball diskutiert wird – und nur am Rande über die fast schon dramatische sportliche Situation bei Liverpool. Im schlimmsten Fall könnte man vielleicht schon die Meisterschaftsträume begraben und muss um das Weiterkommen in der Champions League bangen. Zumindest für diese eine Sache war der Beach Ball dann doch gut.

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Wort des Tages: Schattenhaushalt. Und sagen wir es mal so: Sollten CDU und FDP Steuergeschenke über neue Schulden finanzieren, hat diese Koalition bei mir schon jeden Kredit verloren. Hoffentlich verläuft sich Westerwelle dann irgendwo auf seiner Auslandsreise.

Zitat des Tages: “Ullrich wäre jetzt gut beraten, seine Anzeige zurückzuziehen. Es weiß ja nun jeder, was wirklich passiert ist”, sagt der Anwalt von Werner Franke, unser deutscher Anti-Doping Ermittler. Interessanter Artikel dazu im Tagesspiegel.

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Medien-Sport-Politik, 07.09.2009

Montag, 7. September 2009 18:29

Für mich ist eines der Sporthighlights des Sommers immer auch die US Open in New York, die seit Jahren von Eurosport übertragen werden. Dieses Jahr auch parallel auf Eurosport, Eurosport 2 und Eurosport HD. Eigentlich genug Kanäle, um die deutschen Spieler in den Fokus der Berichterstattung zu stellen. Aber scheinbar hat Eurosport keine Auswahl auf die Spielauswahl oder das Signal, welches angeboten wird. Sagt Eurosport. So ganz kann ich das aber nicht verstehen, weil man zum Beispiel am Samstagabend immer wieder zwischen Tommy Haas und dem Sharapova-Match gewechselt ist. Da frage ich mich ganz ehrlich, wieso Tommy Haas nicht vollständig gezeigt wird. Und auf Eurosport 2 lief ein Match, das gefühlt 10 Menschen interessieren könnte. Schade, da hatte Eurosport eine große Chance verpasst, zwei wirklich gute Spiele parallel zu übertragen. Und generell habe ich dieses Jahr das Gefühl, dass sehr viel häufiger die Damen übertragen werden, wenn man die Auswahl zwischen Herren und Damen hat. Kommt mir persönlich so vor. Kann mich auch irren. Mir fällt es dieses Jahr aber verstärkt auf.

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Bei Sky News tut sich mal wieder was hinter den Kulissen. Der Nachrichtenkanal von der Insel hat eine Petition ins Leben gerufen, dass es zur General Election im nächsten Jahr ein landesweites TV-Duell der Spitzenkandidaten von Labour, den Liberal Democrats und der Conservative Party. Eine entsprechende Einladung ging an Gordon Brown, David Cameron und Nick Clegg, den Chef der Liberal Democrats. Es gibt bereits zwei Zusagen – nur Gordon Brown hat noch nicht geantwortet. Die Debatte soll bei Sky News, live im Internet und im Radio übertragen werden. Eat this, RTL und Sat.1. Es wäre das erste Mal, dass es eine solche Debatte im britischen Fernsehen geben würde. Um dieses Vorhaben zu unterstützen, hat Sky News eine Petition gestartet, damit diese Idee realisiert wird.

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Nochmal britische Medien, diesmal BBC Five Live. Jetzt hat auch der Sport-und Nachrichtenkanal der BBC als letzter der Radiostationen eine neue Website bekommen. Zudem wurde das Programm am Wochenende ein wenig verändert. Wichtigste Neuerung: Danny Baker hat seine eigene Radioshow bekommen. Baker ist vor allem für seine stets direkte Meinung bekannt, insbesondere zu Zeiten, als er noch 6-0-6 bei BBC Five Live leitete. Stets direkt, aber auch ungemein nett, witzig und unterhaltsam. Und nicht nur deswegen unglaublich beliebt bei vielen Radiohörern. Von 10:00-12:00 Uhr deutscher Zeit gibt es jetzt samstags jetzt immer die Danny Baker Show. Wer Zeit hat, zum Beispiel beim Wochenendputz, unbedingt einmal reinhören. Baker hat der Montags-Medienausgabe des Guardian ein längeres Interview gegeben, indem die Art und Weise, wie Baker Radio macht, sehr gut herüberkommt und wie er sich gerade wegen seines vorlauten Mundwerks verändern musste.

“I certainly don’t feel under any kind of scrutiny. I would thunder against that. It’s not a matter of mellowing, I just don’t believe there are any windmills to be tilted at in football any more. There is a much more sly route to bring things down and put them in perspective than being Mr Angry. It is much funnier to tweak tails than to bellow and rage.”

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Wo wir gerade bei der BBC sind. BBC Radio 1 fährt in den nächsten Tagen mal wieder alle Geschütze auf. Heute Abend von 20:00 bis 01:00 Uhr ist Muse Night inklusive Mitschnitt eines Live-Konzerts von Muse‘ Heimatstadt Teignmouth an der Südküste Englands von vergangenem Samstag. Zudem gibt es Interviews und eine Muse-Dokumentation. Wer diese großartige Band näher kennenlernen möchte, dem sei ein Reinhören empfehlen. Kommen für einige Konzerte Ende November auch nach Deutschland. Und am 18. September gibt es dann ab 11:00 Uhr mein persönliches Highlight. Coldplay in der Live-Lounge und Highlights vom Konzert im Glasgower Hampden Park. Und für solche Ereignisse verehre ich diesen Radiosender.

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Via des Pottblogs bin ich auf die Petition Wir wollen nur Fußball gestoßen. Diese Petition richtet sich gegen die höheren Preise Bundesliga zu verfolgen seit dem Launch von Sky in Deutschland. Dabei ärgert die Initiatoren der Petition vor allem, dass man das Bundesliga-Paket nicht mehr alleine buchen kann, sondern zusätzlich Sky Welt abonnieren muss. Meine Güte, einige regen sich über die Preise auf, andere wie ich klagen über das eher mangelhafte Sportprogramm. Am besten Sky holt sich alle Sportrechte der Welt und bietet die für 5 Euro an. Wenn alles so einfach wäre. Zumindest in einem Ansatz kann ich die Petition verstehen. Gerade im Bundesliga- und Sportbereich ist die Preiserhöhung rapide, zumal es an neuen Sportrechten eher wenig gab. Nur mehr Anstoßzeiten bei der Bundesliga. Andererseits wäre Sky ohne die Preiserhöhung schon klinisch tot.

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Nochmal zurück auf die Insel, diesmal aber Fußball. Samstag kehrt die Premier League aus der Länderspielpause zurück. Und in den Internetforen, Blogs und Zeitungen gibt es dieser Tage nur ein Thema: Das Transferverbot für den FC Chelsea. Mittlerweile soll auch Manchester United in Verdacht stehen Dreck am Stecken zu haben. Ich habe ja im englischen Fußball schon einiges erlebt, aber dieser Artikel hat mir dann doch die Sprache verschlagen. Der Viertligist Crewe Alexandra hat sich in die Debatte eingeschaltet und wirft einem Premier League Klub vor, junge Spieler dem Verein zu klauen. Dabei muss man wissen, dass Crewe Alexandra für seine exzellente Jugendarbeit bekannt ist. Der director of football, Dario Gradi, macht dann auch gleich ein großes Fass auf:

“The big clubs are stealing other people’s players and you worry financially for the clubs where the players are stolen from. What sort of compensation are we going to get for all the work that has gone into developing him? Any compensation is insignificant for the effort that gone in. I’m delighted with what has happened with Chelsea. I would hope all the big clubs are frightened to death. There is no excuse for breaking the rules.”

Da dürfte das letzte Wort noch nicht gesprochen sein…

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Medien-Sport-Politik, 31.08.2009

Montag, 31. August 2009 20:13

Der Sommer neigt sich dem Ende entgegen. Heute und morgen noch einmal knapp oder leicht über 30 Grad, am Wochenende dann bei uns hier im Norden ein kleiner Hauch von Herbst. Freue mich aber schon auf den goldenen Oktober und die letzten warmen Tage des Jahres. So, versuche dann langsam auch mal wieder in einen vernünftigen Blog-Rhythmus zu kommen. Das einzige, was ich noch an großem Projekt vor mir habe, ist ein kleiner Umzug von Bremen nach Düsseldorf Ende September. Aber das sollte zu schaffen sein – und vor allem wird das – verglichen mit der doch teils sehr zähen und hektischen Wohnungssuche – eher entspannend. So viel zur persönlichen Gemütslage bei mir. Blicken wir noch ein wenig kurz auf die Ereignisse des Wochenendes zurück.

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Wahlabend gestern in Thüringen, Sachen und dem Saarland. Ich wollte mir den medialen Wahlabend eigentlich gar nicht antun, habe dann aber doch weite Strecken geschaut bzw. es nebenbei laufen lassen. Vielleicht kurz zu der politischen Dimension: Ich glaube, dass sich für die Bundestagswahl 2009 gar nicht so viel verändert hat, was die reine Stimmenanzahl angehen wird. Vielmehr haben wohl auch die Leute das Gefühl seit gestern Abend bekommen, dass jetzt erst überhaupt ein Wahlkampf stattfinden wird, dass es eine inhaltliche Auseinandersetzung geben wird. Dass durch die Ergebnisse der Landtagswahlen die SPD jetzt aber mal ganz schnell fünf Prozentpunkte auf die CDU aufholt, halte ich für eher zweifelhaft. Vielmehr ist die Basis dafür, das in den nächsten Wochen zu erreichen, ein wenig besser geworden. Ich kann mich noch an ein älteres Uni-Seminar erinnern, in der ein CDU-Politiker mal gesagt habe, dass Volksparteien wieder stärker sein müssen, damit man gar nicht erst schwierige Dreier-Koalitionen bilden muss. Mit dem gestrigen Abend sollte diese Wunschvorstellung beendet sein. Das 5-Parteien-System wird in Deutschland die Regel und Koalitionen von drei Parteien kommen schneller denn je. Vielleicht schon Ende September.

Wie gesagt, eigentlich wollte ich den Wahlabend ohne TV verbringen – und als in der ARD um gefühlt 18:06 Uhr ein Reporter einen CDU-Vertreter aus dem Saarland gefragt hat, wie er sich die Verluste erklären kann, war ich auch kurz davor. Ich bin kein Journalist, aber ich werde es wohl nie begreifen und verstehen, wie man so eine Frage zu so einem Zeitpunkt stellen kann. Was für eine Antwort wird da eigentlich erwartet? Um 22:00 Uhr dann ein Dreierpack an TV-Talkrunden in der ARD, beim ZDF und Sat.1. Ich hatte mich, weil ich zu faul zum Zappen war, für die ARD entschieden, zumal ich mir von Gabriel und Westerwelle zumindest auch ein bisschen Zoff und Unterhaltung versprochen hatte. Gab es dann auch zumindest im Ansatz. Im Ansatz, weil Anne Will die fürchterliche Gabe hat jegliche Diskussion kaputt zu reden und nicht mal für ein paar Minuten laufen zu lassen. Als wenn ihr die Redaktion vorschreibt, sie müsse 320 der erarbeiteten 500 Fragen von ihren Notizkärtchen loswerden. Sehr viel Potential nach oben. Man muss in der ARD nur mal die Courage haben, das auch zu nutzen.

Und da war ja dann noch diese Twitter-Geschichte mit der Veröffentlichtung von Exit-Polls via Twitter schon am frühen Nachmittag. Thomas Knüwer hat schon die wichtigsten Aspekte zusammengefasst. Ich finde den Vorfall jetzt nicht unbedingt so schlimm, trotzdem finde ich es unbegreiflich, warum man die Ergebnisse nicht einfach für sich behalten kann. Es ist alles andere als cool, via Twitter solche Ergebnisse zu posten. Aber gut, Medienkompetenz ist nicht jedem mit in die Gene gelegt worden.

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Vierter Spieltag der Premier League 2009/2010. Ich konnte wegen Zeitmangels nur wenig sehen, die letzte halbe Stunde von Bolton gegen Liverpool und Manchester United gegen Arsenal, wobei das alleine aufgrund der acht Minuten Nachspielzeit und dem Platzverweis von Arsene Wenger schon jeden Cent wert war. Im Prinzip hat sich zu meinen Beobachtungen der Vorwoche nicht viel verändert. Ich finde Arsenal trotz der Niederlage weiterhin auf einem richtig guten Weg, genauso läuft bei Manchester United weiterhin wenig zusammen. Chelsea, Tottenham und West Ham konnten ihre blütenweiße Weste behalten, während Bolton und Portsmouth weiter ohne Punkt dastehen. Morgen schließt das Transferfenster auf der Insel. Wenn ich es zeitlich irgendwie unterbringen kann, werde ich tagsüber ein wenig bloggen – je nach Lage der Dinge.

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Bekanntlich sind die Verhandlungen zwischen Sky und der Primera Division gescheitert. Ich finde es bedauerlich, zeigt es doch vor allem, dass Sky wenig anders agiert als PREMIERE – zumindest vom Gefühl her. Mittlerweile gibt es eine Online-Petition für den Verbleib der Primera Division bei Sky, bei der sich schon immerhin knapp 500 Leute eingetragen haben. Tendenz steigend. Nehmen wir mal an, man knackt die Zahl der 1000 Unterschriften. Würden alle diese 1.000 Abonnenten komplett kündigen, gehen Sky pro Jahr (vorausgesetzt jeder Abonnent zahlt im Schnitt 40 Euro pro Monat) knapp 480.000 Euro an Einnahmen flöten. Angeblich sollen die Rechte für drei Jahre für um die 10 Millionen Euro zu haben gewesen sein. Inklusive Produktion der Spiele durch Sky plus das Parallelangebot Internet-Stream ist es mehr als klar, warum Sky die PD nicht zeigen will. Da soll man das gesparte Geld lieber in anderen Sport, BBL, NBA oder sogar Nascar stecken.

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Am Wochenende fand das Edinburgh TV Festival statt. Der Guardian hat auf einer Sonderseite die Debatten und Gespräche dokumentiert und viele interessante Artikel veröffentlicht. Außerdem gibt es den Media Talk Podcast diesmal auch als Video.

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Medien-Sport-Politik, 25.08.2009

Dienstag, 25. August 2009 10:37

“Politik ohne Umwege” oder “Es geht ums Ganze” oder “Reichtum besteuern” – tja, was nehmen wir denn da jetzt in Deutschland für die nächsten Jahre? Der Wahlkampf zur Bundestagswahl 2009 wirft seine Schatten voraus – oder auch nicht. Und ich weiß immer noch nicht wirklich, wen ich wählen soll. War der Wahlkampf früher immer noch eine Auseinandersetzung um die beste und richtige Politik, ist es heute schlicht das Aufstellen irgendwelcher sinnloser Wahlplakate, die zum überwiegenden Teil von irgendwelchen Frustrierten gleich wieder beschmiert werden. Streit – ja sowas gehört in eine Demokratie! – um die richtige Politik sucht man vergebens. Und sobald ein politischer Akteur einen anderen kritisiert, fallen 80 Millionen Menschen inklusive der schreibenden Zunft um, als hätte sich der Politiker gerade mit Sprengstoffgürtel durch die Fußgängerzone bewegt. Wenn ich in einem Wahlkampf nicht polarisieren darf, wann darf ich es denn dann? Es ist doch paradox: Ich kenne ganz viele Menschen, die sich fürchterlich darüber aufregen, dass die Parteien sich inhaltlich immer mehr annähren. Jetzt wird versucht sich im Wahlkampf so gut es geht unterscheidbar zu machen – und wieder heulen alle auf. Den politischen Gegner schlecht machen, das geht ja gar nicht. Meine Güte, wie leblos ist unsere Demokratie mittlerweile geworden, wie beliebig gehen wir Bürger mit den politischen Entscheidungen um. Im Vergleich zum derzeitigen Wahlkampf ist eine Fahrt im CityNight Line der Bahn ein echtes Erlebnis. Ich finde das schade, weil Demokratie lebt von aktiven Bürgern, von politischem Wettbewerb und dem Ringen um die besten Konzepte. Aber dieses Jahr rollt der Wahlkampf wie ein Schlafwagen vor sich hin. Da braucht sich dann keiner wundern, wenn die Leute zur Stimmabgabe nicht bewegt werden.

Ich habe mir mittlerweile die Wahlprogramme der im Bundestag vertretenen Parteien durchgelesen, nicht komplett, aber die wichtigsten Punkte. Und ich sehe da sehr wohl Unterschiede. Warum werden diese nicht auch nach außen getragen? Wieso wirbt keine Partei für ihre Politik auch einmal in klarer Abgrenzung zu den anderen politischen Akteuren? Michael Spreng, der ehemalige Medienberater von Edmund Stoiber, sieht ähnliche Ansätze und beklagt den Schlafwagen-Wahlkampf. Vielleicht kommt ja am Wochenende etwas mehr Pfeffer in den Wahlkampf durch die Landtagswahlen in Thüringen, Sachsen und dem Saarland. Eine detailierte Analyse gibt es bei ZEIT online.

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Nichts Neues in Sachen TV-Rechte bei Sky Deutschland. Es gibt noch keine Einigung bezüglich der Übertragung der Serie A und der Primera Division zu vermelden. Gestern hatte sich Sky Sports in UK die Rechte für drei weitere Spielzeiten an der spanischen Liga gesichert, in Deutschland warten die Fans noch vergeblich auf eine erfolgreichen Abschluss. Knapp zwei Monate nach Start von Sky in Deutschland macht sich bei den ersten Ernüchterung bereit. Was steht für den Sportfan auf der Haben-Seite: 1-2 Premier League Spiele mehr pro Wochenende und die Rechte an der Europa League. Ansonsten sei man an allem interessiert und man verhandelt über alles. Große Worte, wenig Taten bisher bei Sky Deutschland.

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Vergangene Woche hatte Medienmogul Rupert Murdoch die weiße Fahne gehisst und angekündigt die Gratis-Zeitung “London Paper” einzustellen. Der Guardian beleuchtet Hintergründe und Ursachen.

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Es ist ja so eine Sache mit Sport-Experten. Ich finde Experten, die den Moderatoren mit Rat und Tat zur Seite stehen, immer eine Bereicherung, solange sie mit Hintergrundwissen aufwarten können und auch einmal selbst Initiative ergreifen und nicht jedes Wort vom Moderator in den Mund gelegt bekommen müssen. Bisher haben mir ehemalige Aktive als Experten am besten gefallen, weil sie eben sich auch noch ein bisschen in die Spieler reinversetzen können. Dass ist da aber auch Unterschiede gibt, sieht man an Lars Ricken, der seit ein paar Tagen bei Sky regelmäßig auftaucht und alles andere ist – nur kein Experte. Da ist die Verpflichtung von Kevin Keegan als Fußballexperte für ESPN schon sehr viel interessanter von den Voraussetzungen. Und an dieser Stelle noch mal: Jeder TV-Sender kann sich glücklich schätzen, wenn Mirko Slomka als Experte eingeladen ist. Wenn er schon kein Trainer bei Hannover 96 werden wird…

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Bisher sind noch keine Protestbriefe von Liverpool-Fans bei der BBC, dem Guardian oder der Times eingegangen. Aber auch an der Anfield Road ist man ähnlich wie beim FC Bayern alles andere als zufrieden mit dem Saisonstart. 3 Punkte aus 3 Spielen ist für den Anspruch des FC Liverpool viel zu wenig. Gestern Abend setzte es eine 1:3-Niederlage daheim gegen Aston Villa. Und in den 90 Minuten wurde bisher so deutlich wie nie, dass den Reds Xabi Alonso enorm fehlt. Für Lucas sind die Fußstapfen derzeit noch minimum zwei Nummern zu groß. Phil McNulty von der BBC analysiert das Spiel in seinem Blog. McNulty twittert diese Saison auch von seinen Reisen zu den Spielen und der journalistischen Arbeit. Sehr interessant.

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Medien-Sport-Politik, 18.08.2009

Dienstag, 18. August 2009 9:18

Bevor ich für einen Tag und eine Nacht nach Düsseldorf aufbreche um den Wohnungsmarkt anzuschauen und Papierkram an der Uni zu erledigen, noch ein paar Informationen, die nicht unerwähnt bleiben sollen.

Auch an dieser Stelle noch einmal der Hinweis auf die wieder sehr interessante und bisher gut aufbereitete Themenwoche von Sky News. Aufghanistan: The Future. Es gibt tagsüber immer wieder Hintergründe, Dokumentationen und Schalten zu dem exzellenten Jeremy Thompson, der live in Kabul diese Woche ist. Zu empfehlen auch die Eindrücke von Nick Ludlam aus der Forward Operating Base Jaker. Alle weiteren Informationen gibt es hier. Am Donnerstag finden in Afghanistan Präsidentschaftswahlen statt.

Einen guten Artikel über die Rolle des derzeitigen Präsidenten Hamid Karzai in der aktuellen Ausgabe des Economist.

Die Zahl der toten Soldaten aus Großbritannien hat am Wochenende erstmals die 200 überschritten. Und so ganz allmählich bekommt auch die Insel eine politische Diskussion über den Krieg in Afghanistan, die Sicherheit der Soldaten und den Sinn des Kampfeinsatzes. Premier Gordon Brown hatte am Sonntag in einem Interview gesagt, dass die Arbeit und das Engagement der Soldaten am Hindukusch Großbritannien sicherer mache und dies immer wieder mit der Gefahr des islamistischen Terrorismus begründet, der sich am deutlichsten bei den Anschlägen von London im Sommer 2005 gezeigt habe. Der Guardian hat Zahlen und Hintergründe zu der Anzahl der toten Soldaten von der Insel. Besonders auffällig: Die steigende Zahl toter Soldaten in Afghanistan. Da ist in Großbritannien die politische Diskussion erst am Anfang.

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Kein Tag vergeht, wo die BBC nicht im Blickpunkt der Medien-Seiten der englischen Tageszeitungen steht. Zu groß, zu teuer, zu viel Meinungsmacht. Da ist die Kritik, die ein ehemaliger Mitarbeiter an BBC Radio 2 äußert, ja fast schon milde. Auch für die deutschen Radiosender vielleicht ganz interessant zu lesen.

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Angela Merkel war gestern Abend in Bremen zu einer Wahlkampfrede auf dem Marktplatz. Spontan habe ich mich doch noch entschlossen ihr zuzuhören. Die Rede fand ich höchstens durchschnittlich, ich hätte mir gerne mehr konkrete inhaltliche Forderungen gewünscht. So blieb der große Teil ihrer Rede meist sehr vage. Man müsse alles tun um zu verhindern, dass diese Wirtschafts- und Finanzkrise nicht wieder passiere. Doch wie die Politik das erreichen kann, sagte Merkel nicht. Der Weser-Kurier fasst die wichtigsten Aussagen zusammen. Und da ist schon das Optimum rausgeholt worden. Schade, Chance verpasst. Wenn man Merkels Rede dagegen mit der des CDU-Landesvorsitzenden Röwekamp vergleicht, war Merkel brilliant. Einer der ersten Sätze von Röwekamp: “Bremen ist Merkel-Land”. Da hat der halbe Marktplatz gelacht. Wichtigtuer. Mehr nicht.

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Nichts Neues übrigens in Sachen Primera Division und Serie A bei Sky. Man teilte mir auf meine Anfrage nur mit, dass man weiter verhandele und bei erfolgreichem Abschluss eine Pressemitteilung herausgebe. Ich lehne mich einmal ein bisschen aus dem Fenster, was reine Spekulation ist: Primera Division sehen wir ab dieser Saison mit drei Spielen pro Woche. Serie A nicht, wahrscheinlich erst nächste Saison, wenn die Kasse eventuell ein wenig voller ist. Ist aber mein derzeitiger Tipp. Und dass verhandelt wird, sagt Sky. Wie es wirklich hinter den Kulissen aussieht, weiß wohl nur Carsten Schmidt.

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Dafür läuft die Premier League dankenswerter Weise wieder auf sehr gutem Niveau bei Sky. Fünf Spiele am ersten Wochenende, am kommenden Wochenende sind es wegen des Spielplans nur vier, aber damit kann ich gut leben. Der 2. Spieltag der Premier League Saison 2009/2010 steht heute und am Mittwoch auf dem Programm. Sky zeigt heute Abend ab 20:40 Uhr Sunderland gegen Chelsea mit Markus Gaupp und morgen Abend ebenfalls ab 20:40 Uhr Burnley gegen Manchester United. Die Heimpremiere der Clarets im Turf Moor kommentiert Marcel Meinert. Für den FC Chelsea keine leichte Aufgabe heute Abend in Sunderland. Die Black Cats sind gut in die Saison gestartet, gegen Bolton wirkte insbesondere das Zusammenspiel im Mittelfeld und das Verständnis mit den beiden Stürmern schon recht gut für den Beginn einer Saison. Bei Chelsea wirkte gegen Hull City noch vieles ungenau, wenig eingespielt und häufig durch Zufall produziert. Manchester United möchte in Burnley den zweiten Saisonsieg, Burnley den ersten Punktgewinn.

Wigan will den tollen Saisonstart mit dem Auswärtssieg bei Aston Villa jetzt mit einem Heimsieg gegen die Wolverhampton Wanderers krönen und erstmals Tabellenführer für eine Nacht werden. Für die Wolves würde das die zweite Auftaktniederlage bedeuten. Liverpool will den fürchterlichen Saisonstart mit einem Heimsieg gegen Stoke City vergessen machen. Letzte Saison gab es an gleicher Stelle nur ein 0:0. Um den ersten Saisonsieg kämpfen Birmingham und Portsmouth im St. Andrews Park. Und Hull City will den Höhenflug der Tottenham Hotspur stoppen.

Und dann ist da heute Abend ja noch der Battle of Britain, Celtic-Arsenal. In diesem Sinne Cheers und bis die Tage.

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Medien-Sport-Politik, 10.08.2009

Montag, 10. August 2009 16:48

Zurück von einer kurzen Auszeit, da ich seit Donnerstagabend Besuch aus Baden-Württemberg in Bremen hatte und meinen Gästen fünf Tage lang das schöne Bremen und die Landschaft an der Nordsee zeigen konnte. Und wenn man dann feststellt, dass sich Touristen für so ganz banale Dinge wie die Bremer Stadtmusikanten interessieren, weiß man, dass man das ganz Spezielle in Bremen als Einwohner gar nicht mehr wahrnimmt. Aber es war sehr schön – und der Besuch hat sich sehr positiv über Bremen, die Stadt und das hanseatische Flair geäußert. Wenn man aber Besuch über vier Tage in der Stadt hat, kommt man selten zu etwas anderem als den Besuch zu betreuen. Sprich, ich habe wenig Fußball gesehen am Wochenende, was ich aber auch gar nicht schlimm fand. Den Auftakt am Freitag musste ich natürlich sehen, das konnte ich den VfB-Fans nicht verweigern. Ich hatte mich bereit erklärt, auf das Spiel von Werder zu verzichten und stattdessen lieber an die Nordsee zu fahren – was im Nachhinein die beste Entscheidung war.

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Apropos Fußball: Nur noch wenige Tage bis zum Start der Premier League. Am Samstag ist es dann endlich soweit. Seit heute hat der Guardian auch wieder seine große Vorschau online gestellt. Das ganze gibt es auch in der heutigen Ausgabe in Papierform, auf dem Bremer Hbf war die Beilage aber nicht im Guardian zu finden. Trotzdem einmal nachschauen. Und ansonsten kann man alles auch mal an einem Abend schön am PC durchlesen. Insbesondere die Artikel von Amy Lawrence und Kevin McCarra sind sehr lesenswert.

Mit der Saisonvorschau geht es auch an dieser Stelle weiter. Heute im Laufe des Montags noch mit Manchester City. Von Dienstag bis Donnerstag steht dann das internationale Geschäft, das Mittelfeld und die Abstiegskandidaten im Fokus, bevor ich Freitag wieder eine Übersicht über die Medienberichterstattung zur Premier League erstelle.

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Manchmal verstehe ich Journalisten nicht. Wieso regen sich jetzt eigentlich alle über die neuen Anstoßzeiten der Bundesliga auf? Gibt es keine wichtigeren Themen mehr. Und bei der Argumentation bekomme ich sowieso das Grauen, zum Beispiel…

Christoph Biermann bei SPIEGEL Online

“Vielleicht gibt es deshalb im Kleingedruckten der Verträge mit den Anbietern Sky und Liga Total bislang überlesene Hinweise auf die Gefahren von übermäßigem Genuss von Fernsehfußball. Dort könnte es etwa heißen: “Das Anschauen von zu vielen Fußballspielen kann zu Störungen des Familienfriedens, sozialer Vereinsamung und körperlichen Schäden durch mangelnde Bewegung führen.”

Steffen Dobbert bei ZEIT online

“Dann werden sich alle zum Fußball verabreden, erst freitags, dann zweimal samstags, dann zweimal sonntags. Wenn die Männer das ganze Wochenende Fußball gucken, was sagen dann ihre Frauen? Sie werden sich zu ihren Männern vor den Fernseher setzen, in der Halbzeitpause werden Handtaschen und Prosecco beworben. Ganze Familien werden sich erst auf Gladbach gegen Hannover und dann besonders auf Nürnberg gegen Freiburg freuen. Zum Glück überträgt Sky jetzt diese Spiele hintereinander.”

Oskar Beck bei WELT online

“Am Montag schleppen wir Fußballfans uns scharenweise in die Notaufnahmen der Hospitäler, mit Bindehautentzündungen und Augapfeltrübungen bis hin zur Nackenverspannung mit Beckenschiefstand – soviel zu den Risiken und Nebenwirkungen dieses Dauerfernsehens, das uns der Fußball neuerdings serviert.”

Unsere Journalisten machen sich also alle Gedanken um unser Familienleben. Schon einmal darüber nachgedacht, dass man alles gar nicht gucken muss, was im TV läuft. Vielleicht gibt es in Familien auch Kompromisse? Ein Wochenende Fußball, das andere dann Familienausflug…aber hauptsache mal wieder auf irgendetwas sinnlos eindreschen und so tun, als würde die Welt untergehen, weil die Bundesliga fünf Anstoßzeiten hat. Dass die Mehreinnahmen der Liga durch den neuen TV-Vertrag uns allen – auch den Fans – mehr als positiv zu Gute kommen, wurde in den letzten Tagen nicht mit einer Silbe erwähnt. Aber hauptsache, man macht sich Gedanken um Bindehautentzündungen. Verrückt.

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Medien-Sport-Politik, 01.08.2009

Samstag, 1. August 2009 12:42

Max von Abenteuer Fussball war gestern beim ersten Pflichtspiel von RasenBallsport Leipzig, finanziell unterstützt und für die Zukunft das große Spielzeug von Red Bull, gegen Blau-Weiß Leipzig.

“Die Stimmung auf den Rängen war etwa so, wie von mir erwartet. Nach dem ersten Treffer gab es artigen, aber verhaltenen Applaus der insgesamt 2.321 Zuschauer. Doch nur etwa eine Viertelstunde dauerte es, bis die ersten RB-Anti-Rufe kamen. Zunächst nur von einer Gruppe von zehn Leuten, doch schon bald kamen weitere Schreihälse aus den Löchern gekrochen.”

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Enno hat sein Blog Welt-Hertha-Linke eingestellt und bloggt und ist jetzt Teil eines Trios, die seit ein paar Stunden das Hertha BSC Blog ins Leben gerufen haben.

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Der Guardian gedenkt an den gestern verstorbenen Sir Bobby Robson.

“It was Robson’s enduring presence in the game, whether abroad as a club manager in Holland, Portugal and Spain or back in this country at Newcastle, or simply as a spectator at St James’ Park, that reminded people of the essentially English footballing values which he represented in an age of strong foreign influences on and off the field.”

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Der Weser-Kurier hat jetzt endlich seinen neuen Internetauftritt. Optisch sieht das ganze schon mal sehr viel besser aus als im Vergleich zum alten Design. Wobei das auch nicht sehr schwer war. Jetzt gibt es endlich auch eine klare, übersichtliche Themenaufteilung nach Ressorts, die ganz oben auf der Homepage zu finden ist. Was für mich vor allem noch einen großen Verbesserungsbedarf darstellt, ist die Auswahl der Themen auf der Hauptseite. Mir kommt es im Moment so vor, als würden da einfach nur die Artikel reingeklatscht ohne groß zumindest eine gewisse Themenstruktur erkennen zu lassen. Nach einem Bericht über Werder folgt Mallorca, dann der DFB-Pokal, weiter unten mischen sich dann Politik und Wirtschaft ab. Auch auf der Hauptseite sollte zumindest nach Themenblöcken gegliedert sein. Das macht die schnelle und vollständige Suche sehr viel einfacher, finde ich. Und weiteres Manko: Ich sehe immer noch keinen RSS-Feed. Keine Ahnung warum man sich damit so schwer tut. Positiv zumindest von der Idee: Der Chefredakteur hat sein eigenes Blog und man möchte regelmäßig twittern. Scheinbar hat sich bis jetzt aber keiner bereit erklärt das auch am Wochenende zu übernehmen.

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Morgen startet dann Werder Bremen in die Pflichtspielsaison 2009/2010. Man ist in der ersten Runde des DFB-Pokal zu Gast beim Zweitligisten Union Berlin. Ich blogge die Partie an dieser Stelle live ab 14:00 mit. Freue mich auf den ein oder anderen Leser. Alle Termine für die Live-Blogs gibt es oben in der Kategorie “Live-Blog”.

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Ich habe nächste Woche meine letzten Urlaubstage. Bisher konnte ich mich in den 10 Urlaubstagen überhaupt nicht über das Wetter beschweren. Da hatten wir schon viel schlimmere Juli-Monate. Und nächste Woche soll es nach derzeitigem Stand noch einmal hochsommerlich werden. Ich habe mal wieder festgestellt: Wenn man im Urlaub nicht wegfährt, hat man in den ersten Tagen doch sehr viel mehr zu tun, als man eigentlich gedacht hat. Wohnung mal wieder aufräumen und ausmisten und tausend andere kleine Dinge, die man sonst eher vernachlässigt oder für die man keine Zeit hat, und sei es nur Fenster putzen, Fahrrad zur Inspektion bringen oder den Keller aufräumen. Von daher war es gar nicht so schlecht, dass ich nicht weggefahren bin. Wobei ich da wahrscheinlich anders darüber denken würde, wenn es die ganze Zeit geregnet hätte. Ich bin jetzt aber mittlerweile in der zweiten Urlaubsphase angelangt, der sehr viel schöneren, wo man einfach mal so in den Tag hineinlebt und sich auch nicht schlecht fühlen muss, wenn man samstags erst um halb zehn aufsteht, eine Stunde frühstückt und dann sich erstmal in den Garten zum Sonnen legt und dabei seine Lieblings-Playlisten durchhört. Kann man eben alles mal genießen, weil man gewöhnlicherweise dazu an einem Samstag nicht immer die Zeit hat. So, nachdem ich jetzt diesen kurzen Beitrag geschrieben habe, geht es wieder in die Gartenliege.

Einen sommerlichen Samstag euch allen!

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