Hallo zusammen. Dank akuten Zeitmangels für private Aktivitäten meinerseits in dieser Woche ist es an dieser Stelle etwas ruhig. Ab Sonntag geht es dann in der gewohnten Schlagzahl weiter. Also gibt es jetzt hier einen großen Eintrag mit einigen Gedanken und Infos, was die letzten Tage so liegen geblieben ist.
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Wollte ich an dieser Stelle eigentlich schon viel eher erwähnen. Großartiger Essay von Thea Dorn in der letzten ZEIT-Ausgabe über den Umgang der Menschen mit Bedrohnungsszenarien.
“Der global vernetzte Zuschauer des frühen 21.Jahrhunderts hat seinen Instinkt für die Realität verloren. Seine eigene Urteilskraft reicht nicht mehr aus, um zu unterscheiden, wo der Theaterdonner aufhört und die wirkliche Bedrohung anfängt. Auch die Medien helfen ihm nicht, wenn es darum geht, Sinne und Verstand zu schärfen. Im Gegenteil: Immer schneller und unter immer grelleren Jahrmarktsklängen treiben sie das Karussell der schlechten Nachrichten aus aller Welt an: Schweinegrippe, bombardierte Tanklaster in Afghanistan, Erdbeben in Haiti, Griechenland vor dem Staatsbankrott. Alles furchtbar, alles scheinbar ganz nah und dann doch wieder weit weg. Mit jedem Tag, an dem die Verhältnisse in seiner kleinen Welt stabil bleiben, erscheint dem Zuschauer der Katastrophenhorizont mehr und mehr als flirrender Bühnenprospekt. Doch wenn er die überreizten Augen für einen Moment schließt, kommt die Angst, und er fleht nach Politikern, die versprechen, dass ihm in seiner Nussschale nichts zustoßen wird, ganz gleich, wie wild die Wogen draußen toben.”
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Zumindest in Hannover ist es hin und wieder immer noch ein Thema: Die Alkoholfahrt von der ehemaligen Vorsitzenden der evangelischen Kiche in Deutschland, Margot Käßmann. Ein neues Licht bekam dieser Fall, als Joahim Steinhöfel, Rechtsanwalt und Blogger aus Hamburg, behauptete, dass nach ihm vorliegenden oder zugespielten Informationen, der Beifahrer von Käßmann an besagtem Abend Ex-Kanzler Gerhard Schröder gewesen sein soll. Schröder hat mittlerweile per eidesstattlicher Eklärung mitgeteilt, dass er nicht der Beifahrer gewesen sei. Hinzu kommt eine einstweilige Verfügung, Steinhöfel musste den Beitrag mit den Behauptungen entfernen. Bleibt immer noch die Frage, wer denn Beifahrer war. In Hannover gibt es durchaus die Grundstimmung, dass es jemand nicht ganz Unbekanntes gewesen ist, weil unter normalen Umständen doch schon längst herausgefunden wurde, wer mit Käßmann zusammen im Auto saß. Mal sehen, vielleicht gibt es da ja noch ein weiteres Kapitel.
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Das United Kingdom hat nun endlich einen Wahltermin. Am 6. Mai stellt sich Premier Gordon Brown zur Wiederwahl, in den nächsten Wochen versuche ich an dieser Stelle den Wahlkampf ein wenig ausführlicher zu begleiten. Es war schon ein biazarres Bild vorgestern. Brown fährt zur Queen in den Buckingham Palace und von dort weiter zu seinem Amtssitz in die Downing Street. Mit dabei rund um die Uhr auf fas jedem Schritt der ganze britische Medienmarkt (gefühlt). In Minutenabständen gingen via Twitter die Breaking-News rein, wo sich Gordon Brown gerade befindet, mit Hubschraubern wurde die Autofahrt begleitet und diverse Zeitungsjournalisten füllten einen ganzen Tag lang Live-Blogs mit Informationen, die schon am Vortag feststanden. Unterhaltsamer, wenn auch leicht hyperventilierender Journalismus. Aber besser als andersherum.
Ich werde die Tage noch eine kleine Linkliste zu den Wahlen in GB aufstellen. Fürs erste seien zwei Blogs empfohlen. Guardian-Journalist Andrew Sparrow bloggt den ganzen Tag über täglich bis zum Wahltermin bei Live with Andrew Sparrow. Wenn er das bis zum 06. Mai durchhält, Respekt! Zudem sei das BBC-Blog von Nick Robinson, political editor bei der BBC, wärmstens ans Herz gelegt. Ergänzend das Blog vom Sky News Political Team.
Insgesamt wird es drei TV-Duelle der Spitzenkandidaten Brown, Cameron und Clegg geben. Beginnend am 15. April über innenpolitische Themen (übertragender Sender ist ITV), am 22. April über außenpolitische Fragen (Sky News überträgt) und eine Woche später die BBC-Debatte über Wirtschaftspolitik. Sky News überträgt seine Debatte in HD. Und rührt dafür schon mal kräftig die Werbetrommel.

Screenshot: Guardian
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Thema DEL-Playoffs: Die Halbfinals stehen fest. Wolfsburg emfängt am Freitag Augsburg, und die Hannover Scorpions haben den ERC Ingolstadt zu Gast. Es wird nach dem Ausscheiden der Eisbären Berlin nicht nur einen neuen deutschen Meister geben, sondern auch eine Mannschaft, die erstmals die Trophäe gewinnen würde. Ausgang der Halbfinals völlig offen. Ich kann beim besten Willen keine durchdachte Prognose abgeben. Ich hatte die Grizzlys leicht favorisiert, aber wer wie Augsburg Berlin rausschmeißt und mit Endres einen derzeit in Top-Form spielenden Goalie hat, ist alles zuzutrauen. Zwei Teams auf den Pre-Playoffs im Halbfinale, dazu der Dritte und Vierte aus der Hauptrunde. Auch wenn es auf dem ersten Blick nicht die großen Namen sind, verspricht das doch eine Menge Spannung. Und das schöne ist: Kein Team verspürt wirklich den Druck unbedingt gewinnen zu müssen. Das ist schon alles Zugabe für die vier Klubs.
Schiedsrichter in der DEL: Ist ja auch ein schon mehr oder weniger komplett durchgekautes Thema. Ich hatte das Vergnügen Spiel 3 zwischen Hannover und Nürnberg live in der Tui-Arena zu sehen, wo zumindest einige sehr zweifelhafte Entscheidungen gegen Hannover getroffen wurden. Auch die DEG hatte sich häufig über die Referees in der Serie gegen Wolfsburg beklagt. Nach den zahlreichen DEL-Spielen, die ich zuletzt gesehen habe, ist das größte Problem der Schiedsrichter nicht mehr, dass sie zu kleinlich pfeifen, sondern dass die Entscheidungen häufig nicht mehr nachvollziehbar sind, sprich nicht konsistent und konsequent in ihrer Auslegung. Da wird ein Check oder ein Haken 10 Mal nicht abgepffifen – um dann ganz plötzlich doch mal für 2 Minuten gut zu sein. Und das kann es eigentlich nicht sein. Entweder ich pfeife es immer – oder gar nicht. Das macht es für die Spieler einfacher – und für die Fans nachvollziehbar.
Spiel 5 gestern Abend zwischen Hannover und Nürnberg. Ich hatte zwischendurch mal auf den Live-Ticker geschaut und konnte nach dem ersten Drittel meinen Augen nicht trauen, war aber erst für die letzten 10 Minuten vor dem heimischen Fernseher. Und sowas möchte ich nicht mehr durchmachen. Zwischendurch habe ich vor Aufregung abgewaschen, damit ich nicht jede Nürnberger Angriffswelle erlebe. In Hannover waren gestern Abend gerade mal knapp 3.000 Zuschauer in der Arena, was extrem wenig ist, aber auch seine Ursachen hat (Champions League parallel, später Beginn, kurzfristige Ansetzung), ist natürlich aber trotzdem schade. Auch in den hannoverschen Medien wird heute die geringe Zuschauerzahl beklagt. Und was ist auf der Titelseite der HAZ: Jubelnde Bayern-Spieler, die Meldung über den Halbfinaleinzug der Scorpions muss man schon sehr lange suchen. Da steht das Team von Hans Zach zum dritten Mal in den letzten fünf Jahren im Halbfinale (haben nebenbei bemerkt nur die Eisbären, Düsseldorf und die Haie geschafft), aber hannoversche Medien schaffen es außer einem Vor- und Nachbericht zum Spiel überhaupt nicht sowas wie eine Playoff-Stimmung zu erzeugen in der Stadt. Und da ist die Titelbildauswahl nur das letzte Puzzleteil. Auf der Internetseite der Neuen Presse klebt immer noch eine emotionlose dpa-Meldung zum Einzug. Wo sind die Hintergründe zu den Spielen? Wo ist ein vernünftiger Live-Ticker aus der Arena, wo ein Live-Blog eines Redakteurs? Gibt es keinen, de Fans per Twitter aus der Arena mit Eindrücken versorgen kann? Wo ist mal ein Interview zum Playoff-Start gewesen? Wo ist ein Fan-Forum, wo besondere Specials in den Zeitungen? Nein, es wird seitens hannoverscher Medien gar nichts gemacht. Eishockey, sowohl von den Scorpions als auch den Indians, wird links liegen gelassen, es ist schlicht Pflicht statt Kür. Und sich dann noch über die schlechten Zuschauerzahlen beklagen. My ass, seid ruhig und lasst uns, die regelmäßig in die Arena gehen oder die Scorpions andersweitig unterstützen, in Ruhe. Dann kommen eben nur 3.000 – aber die machen stimmung und unterstützen das Team bis zur letzten Sekunde.
P.S.: Ich will die Leistung der Bayern nicht schlechtreden. Großartig gemacht bei Man Utd. Es ging in erster Linie um die Auswahl der Titelbilder.
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Die Premier League startet am Wochenende den 34. Spieltag. Da parallel die Halbfinals im FA-Cup stattfinden, werden am Samstag nur zwei Spiele ausgetragen. Im echten Abstiegsknaller empfängt Hull City den FC Burnley, beide drei Punkte voneinander getrennt, Hull einen Platz vor Burnley und selbst einen Zähler hinter dem rettenden Ufer. Zudem empfängt West Ham Sunderland. Auch die Hammers brauchen jeden Punkt im Abstiegkampf. Sunderland kommt mit Rückenwind durch den Sieg gegen die Tottenham Hotspur. Am Sonntag spielen dann unter anderem Liverpool, Man Utd und Man City, bevor es dann am Mittwoch das Spitzenspiel des Spieltages gibt. Nord-London-Derby zwischen Tottenham und Arsenal. Soviel zur Premier League erstmal in Kürze. Mehr dann am Sonntag.
Schönen Start ins Wochenende.