Zitat des Tages: Mittwoch, 13. Juni 2012 – A day late and a euro short

True, these are essentially matters of tactics. But the questions demonstrate the continuing strategic weakness of Europe’s approach to the debt crisis that has been destabilizing the continent and the entire world for more than 21 / 2 years. Quite simply, Europe needs an approach to its problems as massive and as confidence-inspiring as the Troubled Assets Relief Program and related measures were for the United States in the fall of 2008. And it still either can’t, or won’t, devise one.

Washington Post: More half-measures from Europe

Zitat des Tages: Mittwoch, 2. Mai 2012 – Towards the political mainstream

Ms Le Pen’s eyes are not really on Sunday’s presidential vote, but on the parliamentary elections in June, and beyond. She has done many things to try to drag the xenophobic party of her father, Jean-Marie, towards the political mainstream: she has shed neo-Nazi and anti-Semitic relics; given the party a fresher, female face; and broadened the list of things it hates, to include not only immigration but globalisation, the euro, Brussels, austerity, free trade, the European Central Bank and more. “On May 6th, it is not a president of the republic who will be elected,” she thundered at her rally today, “but a simple employee of the European Central Bank!” Perhaps the most important change Ms Le Pen has made is to her party’s raison d’être. Where the father wanted simply to rail against everybody else, the daughter wants power.

Hervorragender Einblick in die strategischen Überlegungen von Marine Le Pen, nicht nur für die Stichwahl am Sonntag, sondern insgesamt für die Positionierung der National Front im politischen Alltag Frankreichs.

The Economist: Marine makes her choice

Aus dem sehr lesenswerten Blog des Economist zur Frankreich-Wahl: Elysée

BBC-Bericht: Inside Syria

Gestern Abend bei BBC World News America einen längeren Bericht vom BBC-Korrespondenten Ian Pannell aus Syrien gesehen. Das hat mich völlig fassungslos und bestürzt zurückgelassen. Teile des Berichts sind auch auf der BBC-Website. Pannell war unterwegs mit der syrischen Oppositionsbewegung und gibt seltene Einblicke in die Ansichten der Oppositionellen und zeigt auch, welches Schlachtfeld die Bomben des Assad-Regimes hinterlassen.

“I want freedom in all its concepts, whatever this word means I want it”, sagte ein Mitglied der Oppositionsbewegung. Hier Ausschnitte auf der BBC Newssite.

Zitat des Tages: Donnerstag, 23. Februar 2012 – R.I.P.

Der Zweijährige ist nur einer unter vielen Kindern, die in Syrien jeden Tag sterben. Colvin, die über 25 Jahre bei der britischen «Sunday Times» beschäftigt war, fand es überaus wichtig, über solche Schicksale zu berichten. «Hier in Syrien leben 28’000 Zivilisten, Männer, Frauen und Kinder, die wehrlos versuchen, nicht getroffen zu werden. Die Geschichte über den kleinen Jungen würde vielleicht mehr Menschen darüber nachdenken lassen, was hier jeden Tag passiert», sagte sie gegenüber CNN.
Kurz nachdem sie das Gespräch mit Anderson Cooper von CNN beendet hatte, starb die engagierte Journalistin – durch eine Bombe, die frühmorgens im Haus in der Widerstandshochburg Homs einschlug. Die Reporter und die Aufständischen wurden offenbar durch einen Knall geweckt. Sie versuchten, sich zu retten, schafften es aber nicht, aus dem Haus zu kommen, bevor die nächste Rakete einschlug. Die Kriegsjournalistin Marie Colvin und der junge französische Kriegsfotograf Rémi Ochlik starben noch vor Ort.

[via Tagesanzeiger]

Einfach schrecklich, über das Morden eines brutalen Regimes in Syrien zu berichten – und dabei selbst zu sterben. Hier der letzte BBC-Bericht von Marie Colvin, ein lesenswerter Nachruf im FOX-Blog.

Zitat des Tages: Donnerstag, 8. September 2011 – New York sollte ganz normal weitermachen

Auf eine Weise schon, auf eine andere nicht. Es ist unglaublich, wie schnell der Alltag in New York weiterging. Bürgermeister Rudolph Giuliani rief damals die Leute auf, wieder herauszugehen auf die Straßen. Sie sollten ganz normal weitermachen. Das habe ich auch gemacht. Am übernächsten Tag ging die Schule für unseren Sohn wieder los, der Kindergarten meiner Tochter machte auf. Nach außen hin ging es ganz normal weiter. Aber innen hat sich etwas verändert. Ich hatte so eine Katastrophe noch nie erlebt. Ich hatte plötzlich Angst, in ein Flugzeug zu steigen oder in die Subway. Ich habe versucht, so wenig wie möglich nach Manhattan zu fahren und bei den Kindern zu bleiben. Diese Möglichkeit, das so etwas passieren kann, aus dem Nichts heraus, das kannte ich vorher nicht.

Interview bei ZEIT online mit Anja Reich: “Ich hatte plötzlich Angst, in ein Flugzeug zu steigen”

Zitat des Tages: Montag, 22. August 2011 – It is all about following the story

In the back of the vehicle, Andy Marsh, the producer, sat holding the satellite dish and a compass, constantly readjusting the dish to track the satellite above. The arrangement proved so stable that at one stage Crawford was able to broadcast live and uninterrupted for 40 minutes, answering questions from Stephen Dixon, Sky’s anchor in London.

Sarah Whitehead, the channel’s head of international news, said: “It is still the cigarette lighter that is the source of power for everybody. But another key point is the producer in the back being able to track the satellite. The difference last night was that we were getting a good enough signal to keep filming as they were moving. Andy would have been constantly tilting the dish to track the satellite. I haven’t seen the technology used like that before, and a lot of it has to do with the geographic situation of Libya. But we are a 24-hour rolling news channel and it is all about following the story.”

Patrick Foster/The Guardian: Sky News in the frontline as Libyan rebels advance

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Im Ersten und beim ZDF berichteten die üblichen Spätnachrichten am Sonntagabend über die Lage in Libyen, die privaten Nachrichtensender N24 und n-tv schalteten Laufbänder, doch wer Liveberichterstattung aus dem nordafrikanischen Krisenland erwartete, wurde enttäuscht. Wieder einmal war das deutsche Publikum mit Informationen über Ereignisse an internationalen Brennpunkten unterversorgt. Wer sich zeitnah informieren wollte, war angewiesen auf den arabischen Nachrichtensender al-Dschasira. Dessen englischsprachiger Kanal war ein Beispiel für gut gemachten Nachrichtenjournalismus – er lieferte Live-Bilder, Analysen und Kommentare. Aber auch englischsprachige Nachrichtensender wie BBC World News, Sky News oder CNN International, die nicht über den Heimvorteil von al-Dschasira verfügen, berichteten immer wieder live über den Fortgang der Ereignisse in Libyen. Die Qualität der angelsächsischen Berichterstattung war zwar nicht so gut wie bei al-Dschasira, doch immerhin war ein Bemühen zu erkennen: Fehlendes Live-Material reicherten die Redaktionen mit Hintergründen, Expertenmeinungen und Telefonschaltungen an.

Paul Katzenberger/Süddeutsche Zeitung: Bei ARD und ZDF sitzen Sie in der letzten Reihe

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Lesenswert dazu auch die Analyse von Stefan Winterbauer/meedia.de: Verzweifelt gesucht: ein echter Newssender

Zitat des Tages: Donnerstag, 14. Juli 2011 – Where would Hemingway go today?

“Europe is feeling uncertain in a rapidly changing world. While European cities possess enormously rich cultural and historical heritages that make them a magnet for tourists, the forces of globalization are sweeping across the land. Europe is staging an unprecedented experiment to integrate different countries into one supranational entity, with the help of tens of thousands of specially trained eurocrats. With its high standard of living and generous social models, Europe is a very comfortable place to live, but can barely afford it anymore. Protectionist feelings are spreading, including the willingness to guard traditional ways of life from people of different cultures and religions. Finally, in losing its central position in world affairs, Europe wants to be left alone and focus on internal development rather than external ambition.”

Fyodor Lukyanov, Chefredakteur der Zeitschrift Russia in Global Affairs, mit einer, wie ich finde, sehr präganten Beschreibung des derzeitigen europäischen Selbstverständnisses.

Der Beitrag von Lukyanov ist Teil einer exzellent zu lesenden Artikelserie der New York Times, die fragt, welche Stadt in Europa zurzeit das dynamische Zentrum des Kontinents darstellt: Where would Hemingway go?

Zitat des Tages: Mittwoch, 16. Februar 2011 – Einmannregimes

“Warum aber haben all die Einmannherrschaften versagt? Und wieso kamen sie überhaupt zustande? Ihr Versagen ist leicht zu erklären, es liegt in der Natur solcher Herrscher. Wenn sie lange genug absolut regieren, umgeben sie sich fast unvermeidlich mit einem dichten Geflecht von Schmeichlern und Profiteuren. Diese tun ihr Möglichstes, um ihren Herrn und Gebietern vorzusagen, alles gehe sehr gut, dank ihrer fabelhaften Herrscherqualitäten, das Volk sei glücklich mit ihnen und liebe sie. Sie sorgen auch dafür, dass nichts anderes gedruckt und gesendet wird, und sie bauen einen Polizeiapparat auf (heute vornehm «Sicherheitsapparat» genannt), der dafür sorgt, dass alle Kritik verstummt. Die Schmeichler und die Familienangehörigen sind dann auch diejenigen, welche von dem Alleinherrscher wirtschaftliche Monopole, Oligopole und andere besondere Wirtschaftsvorteile erlangen, die sie bald schwer reich werden lassen. Ihr Reichtum fliesst nicht – wie das in den meisten Industrieländern der Fall ist – in Neuunternehmen und in Konsum der Artikel des eigenen Landes (oder im Falle der EU des eigenen wirtschaftlichen Grossverbandes), sondern ins Ausland. Sie konsumieren weitgehend «amerikanisch» und «europäisch». Dort finden sie die Artikel und die Lebensformen, die sie wirklich begehren.”

Der Nahostexperte Arnold Hottinger im Tagesanzeiger: “Den USA waren die Einmannregimes willkommen”

No news ist auch eine News

Manchmal kann es auch von Vorteil sein, wenn man via digitales Kabel ein paar Nachrichtensender oder solche, die sich so nennen, empfängt. Also habe ich am Freitagnachmittag um 14:00 Uhr mal einen Schnelldurchlauf durch CNN, BBC World, Euronews, France 24, Sky News, Al Jazeera, N24, n-tv und Eins Extra – um mal einige zu nennen – gemacht um zu schauen, mit welchem Thema die Nachrichtensendungen zur vollen Stunde aufmachen. Und als n-tv der einzige Sender war, der die Proteste und Unruhen in Ägypten nicht als Topthema hatte, huschte nur ein müdes Lächeln über mein Gesicht. N24 schaffte es immerhin mit einem 2-minütigen Korrespondenbericht zu starten, bevor man dann wieder die Dokumentationsschiene fuhr.

Nichts Besonderes eigentlich und schon mehrfach erlebt, dass unsere Nachrichtensender in Deutschland nicht wirklich die Nachrichten in den Mittelpunkt stellen. Und so erlebt man, wenn man sich über die Krisen und großen Entwicklungen der Welt informieren möchte, bei n-tv nachmittags irgendwelche Modemagazine und abends bei N24 die hunderttausendste Wiederholung einer Dokus über Panzer oder die Sexualität des Mannes.

Nun habe ich an dieser Stelle es schon zu häufig erwähnt, als dass die Leier von den Nachrichtensendern in Deutschland, die reine Doku-Kanäle sind, nicht mehr wirklich neu sein sollte. Ich schaue N24 und n-tv mittlerweile gar nicht mehr. Für Außenpolitik und Weltgeschehen sowieso nur noch die BBC und Sky News und für Inlandsnachrichten greife ich meist auf Eins Extra im Fernsehen zurück. Für den schnellen Überblick reicht es. Doch war ich trotzdem schon erstaunt, wie im Laufe des Freitagnachmittags und am Abend immer mehr der Unmut über n-tv und N24 geäußert wurde, via Twitter, in vielen Blogs und auch in diversen Facebook-Updates. Da scheinen viele jahrelang einige Entwicklungen bei n-tv und N24 verpasst zu haben. Was aber auch zeigt: Es gibt bei solchen Ereignissen wie in Ägypten ein Bedürfnis nach Information, Menschen wollen sich informieren. Und können es in Deutschland im Fernsehen nicht. Und man kann nicht verlangen, dass Menschen sich extra Sender hinzuabonnieren um auf dem aktuellen Stand zu sein, von möglichen Sprachproblemen einmal ganz zu schweigen.

Nachrichtensender sind teuer
Rupert Murdoch und seine News Corporation machen mit Sky News – glaubt man Angaben der Financial Times – einen jährlichen Verlust von 30 bis 40 Millionen Pfund, wohlgemerkt bei einem Nachrichtensender, der rund um die Uhr berichtet, ein großes Korrespondentennetz hat und trotzdem Synergieeffekte mit Fox News in den USA und dem Sportsender Sky Sports News für die Sportberichterstattung nutzt. Nun ist ein Verlust solcher Größenordnung für Murdoch fast schon Taschengeld. Diesen finanziellen Spielraum hat insbesondere N24 nicht. Permira und KKR zücken eher den Rotstift anstatt massiv in N24 zu investieren. Warum man dann doch überhaupt noch Nachrichten zeigt, erschließt sich wahrscheinlich nur, weil man für die 20:00 Uhr-Ausgabe auf Sat.1 sowieso Korrespondentenberichte braucht. Warum aber die RTL Group mit Bertelsmann im Rücken nicht den Mut einen starken Nachrichtensender aufzubauen, erschließt sich mir nicht. Die Marktlücke wäre ja da, gerade auch im Konkurrenzkampf mit N24 um potentielle Werbekunden.

Eins Extra – wird das nun der große Wurf?
ARD und ZDF haben immer wieder angekündigt, eins Extra zu einem echten Nachrichtenkanal auszubauen, nach dem Vorbild von BBC News 24. Das scheint dringender denn je. Denn so informativ eins Extra auch sein mag, fehlt es diesem Sender an Flexibilität. Ich finde den starren, sekundengenauen Sendeplan – ähnlich wie bei den Inforadios der ARD-Wellen – nicht angemessen für einen Nachrichtenkanal. Wenn ich einem Thema plötzlich mehr Raum und Zeit geben möchte, sollte ein Nachrichtensender das tun. Das würde ja gerade seine Stärke auszeichnen. Es fehlt also noch ein ganzer Schritt, damit eins extra mit Sky News und der BBC mithalten kann. Im Prinzip scheitert es ja hier aber nur an der Umsetzung, Filmmaterial ist da, Korrespondenten sind da. Synergieeffekte mit tagesschau.de und den zahlreichen Inforadios können perfekt genutzt werden. Und dann noch Gäste einladen – und wir wären in Deutschland schon ein Schritt weiter. Und wenn dann wieder die privaten Zeitungsverleger und RTL und Sat.1 jammern, sollen sie einfach alle ignoriert werden. Die haben ihre Chance schon längst verspielt. Wird eins Extra nun der große Wurf, habe ich geschrieben. Man muss ihn nur wollen.

Inhalt von Nachrichtensendern: Nicht nur Politik
Die Stärke von Newssendern sind die Flexibilität, die Spontanität, die Aktualität und die Themenvielfalt. Es darf also nicht nur Politik und Wirtschaft bedient werden, sondern auch Kultur und Musik, jede Menge Sport, Gesundheit, Showbizz und viele andere Boulevardnews. Nur wenn ein politisches Thema wichtig wird, muss der Fokus darauf gelegt werden. Aber in nachrichtenärmeren Zeiten kann man doch auch mal eine Stunde über Fettleibigkeit diskutieren oder über Sporttransfers. Möglichst viele Interessen sollten bedient werden. Sprich nicht nur aktuelle News. Ziel muss es sein Zuschauer zu informieren und aufzuklären. Wie wunderbar könnte man die ARD-Themenwoche in einen Nachrichtensender eingliedern…

Wie gesagt, ich will n-tv und N24 bei weitem nicht in Schutz nehmen, sondern nur darauf hinweisen, dass die Produktion von erfolgreichen Nachrichtensendern viel Geld kostet. Das ist der eine Fakt. Gleichzeitig wollte ich damit deutlich machen, dass, wenn die Eigentümer von N24 und n-tv nicht gewillt sind zu investieren, kein Weg vorbeiführt an einem Nachrichtenkanal von ARD oder ZDF. Denn das Bedürfnis nach aktuellen Nachrichten, nach Einordnung des Weltgeschehens ist da. Und Nachrichtensender müssen nicht nur aktuelle Themen im Programm haben, sondern können auch über Themen des Alltags informieren, also eine breite Publikumsschicht ansprechen.

So, wie die Lage der Nachrichtensender in Deutschland jetzt ist, bleibt es ein Armutszeugnis. Denn Fernsehen hat trotz der Expansion der Online-Medien immer noch einen Vorteil. Bewegte Bilder. Und den sollte man nutzen.

Lesetipp: Wie Politiker in Europa Social Media nutzen

Man kann es auf die einfache Formel bringen: Sie informieren sich darüber, kommunizieren aber nicht mit ihren Zielgruppen. Was schade und bedenklich ist. So kommt die Studie der Düsseldorfer Agentur Ketchum Pleon, die im letzten Sommer durchgeführt wurde und bei der 500 Parlamentarier befragt wurden, auch zu dem eher ernüchternden Ergebnis: Social Media spielt bei der Wahlkampfkommunikation in Europa nahezu keine Rolle.

Wenn 85% der Politiker Europas das persönliche Gespräch als bevorzugten Weg im europäischen Wahlkampf mit der Bevölkerung zu kommunizieren nennen und Internetanwendungen weit abgeschlagen sind, kann man ohne zu übertreiben behaupten, dass Social Media bei Europas Politikern noch ganz am Anfang steht.

Die Ergebnisse der Studie samt Interpretation und Analyse sind in dieser Präsentation kompakt und übersichtlich zusammengefasst. Lohnt sich mal einen Blick draufzuwerfen.