Premier League 2011/2012 Preview #32 – “Ihr dürft nicht absteigen!”
Donnerstag, 5. April 2012 12:02
Die Premier League absolviert über die Osterfeiertage zwei komplette Spieltage. Daher kann, wer will, vom morgigen Karfreitag bis kommenden Mittwoch täglich Fußball aus der Premier League geschaut werden. Es gibt schlimmere Umstände. Zunächst steht der 32. Spieltag auf dem Programm. Ich reiche eine Vorschau auf den 33. Spieltag (Ostermontag bis Mittwoch) im Laufe des Wochenendes nach. Außerdem gibt es auch diese Vorschau zunächst nur in Teilen, da ich eine vollgepackte Arbeitswoche hatte und vor Freitagnachmittag nicht zum Schreiben des Eintrags komme.
Aber einen Blick auf die Partie am Freitag gibt es schon mal. Der Freitag und Samstag steht ganz im Zeichen des Kampfes um die Europapokalplätze und für den Klassenerhalt. Im Meisterschaftskampf wird es erst am Sonntag spannend. Und viele Experten haben diese Woche bereits prognostiziert, dass es das letzte Mal spannend werden könnte. Manchester United hat eine Pflichtaufgabe mit den Queens Park Rangers, während Man City zum FC Arsenal reisen muss.
Swansea City – Newcastle United
Freitag 17:25 Uhr, Sky Sport 1/HD 1 live, Kommentar: Marcel Meinert
Während für Swansea City die Saison eigentlich gelaufen ist, kämpft Newcastle United noch um die Europapokalplätze. Nach dem etwas mühsamen Sieg am Sonntag gegen den FC Liverpool – es war der dritte Sieg in Folge für Newcastle – haben die Magpies gerade mal fünf Punkte Rückstand auf den FC Arsenal auf dem dritten Platz. Nun folgt allerdings der schwere Gang ins Liberty Stadium. Swansea hat erst drei Heimspiele in dieser Saison verloren, gegen Everton zuletzt vor zwei Wochen, zuvor noch Norwich und Manchester United. Also nicht unbedingt Teams, mit denen man gerechnet hätte. Arsenal, Man City, Chelsea und Tottenham konnten bei dem Team aus Wales nicht gewinnen. Drei Punkte für das Team von Alan Pardew wären also ein weiterer großer Schritt Richtung Europa League. Denn das ist bisher immer noch das erklärte Saisonziel von Newcastle. Champions League nehmen die wenigsten in den Mund. Dabei schaut das Programm der nächsten Wochen eher einfach aus. Nach dem Trip zu Swansea gibt es zwei Heimspiele gegen Bolton und Stoke. Für das Spiel am Freitag kann Swansea wieder auf Innenverteidiger Steven Caulker zurückgreifen, der gegen Tottenham nicht spielberechtigt war. Nathan Dyer könnte nach seinem Kurzeinsatz gegen die Spurs wieder in die Startelf rücken. Bei Newcastle werden weiterhin Davide Santon und Jonas Gutierrez die linke Seite bilden, Gutierrez rückt ins Mittelfeld vor. Der Einsatz von Danny Guthrie ist fraglich. Newcastle hat gegen die Aufsteiger auswärts noch nicht geglänzt, Niederlage in Norwich, Remis bei QPR. Kann das Traumtrio in der Elf von Newcastle mit Cisse, Ba und Ben Arfa wieder zurückschlagen oder schlägt Gylfi Sigurdsson (sechs Tore in den letzen acht Spielen) für Swansea zu?
AFC Sunderland – Tottenham Hotspur
Samstag 13:40 Uhr, Sky Sport 1 live, Kommentar: Toni Tomic
Die Black Cats scheinen sich in der Rolle des Spielverderbers recht wohl zu fühlen. Folgt nach dem 3:3 bei Man City der nächste Streich? Zu Gast im Stadium of Light sind die Tottenham Hotspur, die an diesem Spieltag im Kampf um den dritten Platz vorlegen dürfen. Aufpassen muss nur Harry Redknapp, dass seine Euphorie und die Jubelstürme nach dem 3:1 gegen Swansea und Arsenals Niederlage bei QPR nicht schon wieder verblassen. Denn die Spurs haben die letzten sechs Auswärtsspiele nicht gewonnen, drei Remis und drei Niederlagen stehen zu Buche. Demgegenüber hat Sunderland unter Trainer Martin O’Neill sechs ihrer acht Heimspiele gewonnen. Während bei den Spurs alle Spieler außer die Langzeitverletzten an Bord sind, muss Sunderland weiter auf John O’Shea, Wes Brown und Titus Bramble verzichten, der Einsatz von Stürmer Fraizer Campbell ist fraglich. Aber Sunderland hat ja vorne Niklas Bendtner, der mit weiteren Toren seinem Noch-Arbeitgeber FC Arsenal einen großen Gefallen tun könnte.
FC Chelsea – Wigan Athletic
Samstag 16:00 Uhr
Ganz interessantes Spiel auch an der Stamford Bridge, verbunden mit der Frage, welche Mannschaft am besten den Schwung aus den letzten Erfolgen mitnehmen kann. Chelsea qualifizierte sich gegen Benfica für das Halbfinale der Champions League und konnte letztes Wochenende bei Aston Villa zum ersten Mal seit Anfang Januar wieder auswärts gewinnen. Wigan feierte mit dem 2:0 gegen Stoke den zweiten Sieg in Folge und hat zur Konkurrenz um den Klassenerhalt aufgeschlossen. Die Blues wollen den sechsten Sieg im achten Aufeinandetreffen mit den Latics, die erstmals seit November 2005 drei Spiele in Folge gewinnen könnten. Bei den Hauptstädtern fehlt John Terry, Wigan muss weiter auf Stürmer Hugo Rodallega verzichten, soll aber Mitte April wieder spielen können.
Bolton Wanderers – FC Fulham
Samstag 16:00 Uhr
Ganz viel Abstiegskampf am Samstagnachmittag auch im Reebok Stadium. Bolton präsentiert sich derzeit in guter Form, steckt zwar weiter unten im Tabellenkeller, spielt derzeit aber bei weiten nicht wie ein zukünftiger Absteiger. Die letzten drei Ligaspiele wurden gewonnen, letztes Wochenende gab es einen imminent wichtigen 3:2-Sieg bei den Wolves durch zwei Tore in der Schlussphase. Fabrice Muamba befindet sich auf dem Weg der Besserung und kann bereits wieder Gehversuche unternehmen. Die Wanderers haben nach und nach die Schockstarre verlassen. Mit Fulham kommt jetzt eines der auswärtsschwächsten Teams der Liga mit den wenigsten geschossenen Toren in der Fremde. David N’Gog und Ivan Klasnic bilden auch am Samstag das Sturmduo, bei den Wanderers fehlt weiterhin Rechtsverteidiger Gretar Steinsson. Bei Fulham sind Pavel Pogrebnyak und Orlando Sa fraglich wegen Oberschenkelproblemen bzw. Knöchelbeschwerden. Beide sollen Samstag nochmal getestet werden.
West Bromwich Albion – Blackburn Rovers
Samstag 16:00 Uhr
Bevor für die Blackburn Rovers vier schwierige Partien anstehen – es geht gegen Liverpool, Swansea, Norwich und Tottenham – gibt es als Aufwärmprogramm eine Reise in The Hawthorns. Die Rovers stehen auf dem ersten Abstiegsplatz und müssen eigentlich bei den Baggies gewinnen angesichts des Restprogramms. West Brom wartet seit vier Spielen auf einen Sieg, Blackburn hat die letzten zwei Partien verloren und in der Saison überhaupt nur zweimal auswärts gewonnen. Beide Teams können wieder auf Stammkräfte zurückgreifen. Bei Blackburn hat Verteidiger Gael Givet seine Oberschenkelzerrung überstanden, bei West Brom ist Kapitän Chris Brunt nach seiner Mandelentzündung zumindest wieder so fit, dass er im Kader für die Partie steht.
FC Liverpool – Aston Villa
Samstag 16:00 Uhr
Man fragt sich, ob der FC Liverpool eigentlich noch tiefer sinken kann als in dieser Saison. Das Auswärtsspiel letztes Wochenende in Newcastle war Sinnbild für die erschreckende Form der Reds in den letzten Wochen. Defensiv anfällig, im Mittelfeld ohne Druck und Kreativität und im Sturm spielt Andy Carroll, der lieber gelb für eine Schwalbe kassiert statt ins leere Tor zu treffen. Zu allem Überfluss flog auch noch Torwart Pepe Reina wegen vermeintlicher Tätlichkeit vom Platz und wurde für drei Spiele gesperrt, Alexander Doni, ehemals AS Rom, ersetzt Reina am Wochenende im Tor. Man darf auf die Atmosphäre an der Anfield Road gespannt sein. Sechs der letzten sieben Spiele hat Liverpool verloren. Bevor es am nächsten Wochenende im FA-Cup gegen Everton geht, steht Dienstag die Reise zu den Blackburn Rovers auf dem Programm – eine lästige Nebenaufgabe, so scheint es. Spannend bleibt auch, wie Trainer Dalglish auf die Misere personell reagiert. Kuyt für Bellamy? Eine neue Chance für Henderson und Downing? Glen Johnson und Daniel Agger sind auf dem Weg der Besserung und könnten gegen Blackburn wieder spielen. Emotionale Wochen erlebt auch Aston Villa. Vergangenes Wochenende die traurige Diagonose der Leukämie-Erkrankung bei Stiliyan Petrov und die überwältigende Anteilnahme im Heimspiel gegen Chelsea. Sportlich läuft es weiter miserabel, nur ein Sieg in den letzten acht Spielen. Fünf Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsplatz. Villa-Besitzer Randy Lerner hat einen Appell an die Mannschaft gerichtet: Ihr dürft nicht absteigen!
Norwich City – FC Everton
Samstag 16:00 Uhr
Das große Highlight für die Fans des FC Everton kommt erst am nächsten Wochenende mit dem Halbfinale im FA-Cup. In der Liga können sie befreit aufspielen – und das lässt sich ja meistens ganz gut machen. Nur zwei Niederlagen – gegen Arsenal und Liverpool – in den letzten 11 Ligaspielen kassierten die Toffees. Den Stadtrivalen hat man in der Tabelle auch überholt. Norwich will mit drei Punkten wieder in die obere Tabellenhälfte gelangen, zuletzt gab es nur ein Sieg aus den letzten vier Spielen. Einen Schub könnte die Rückkehr des gesperrten Top-Stürmers Grant Holt bringen. Bei Everton könnte das Verletztentrio Seamus Coleman, Jack Rodwell und Royston Drenthe wieder im Kader stehen.
Stoke City – Wolverhampton Wanderers
Samstag 18:30 Uhr
Sind die Wolves schon abgestiegen oder gibt es noch eine Rettung, the great escape? Sechs Punkte Rückstand hat Wolverhampton und nun folgt das unbequeme Auswärtsspiel bei Stoke City. Acht der letzten zehn Ligaspiele wurden verloren. Momentan spricht wenig dafür, dass die Wolves den Turnaround schaffen. Vielleicht ist die Hoffnung am Samstagabend schon vorbei. Wobei Stoke City in den letzten Wochen auch nicht glänzte, nur zwei Punkte aus den letzten fünf Spielen.
Manchester United – Queens Park Rangers
Sonntag 14:25 Uhr, Sky Sport 1/HD 2 live, Kommentar: Markus Jestaedt
Letztes Wochenende haben mit dem Heimspiel gegen den FC Arsenal die Hammerwochen für die Queens Park Rangers begonnen. Den Auftakt haben sie erstaunlich gut über die Bühne gebracht. Durch das 2:1 gegen die Gunners wurden die Abstiegsplätze verlassen. Jetzt reist QPR ins Old Trafford, bevor dann Swansea, West Brom, Tottenham und Chelsea als nächste Gegner warten. Manchester United befindet sich derzeit in bestechender Form, neun Siege und ein Remis in den letzten zehn Ligaspielen. Fünf Punkte Vorsprung auf City, ein annehmbares Restprogramm (einzige Hürden gegen Man City und beim FC Sunderland) und an diesem Wochenende die deutlich leichtere Aufgabe als der Stadtrivale. Es könnte eine Vorentscheidung im Kampf um die Meisterschaft fallen. Der letzte Auswärtssieg von den Queens Park Rangers datiert von Mitte November bei Stoke City. Warum dann jetzt ausgerechnet bei Man Utd? Bei den Red Devils kehrt Nani endlich wieder zurück. Der Portugiese habe, so Sir Alex, die ganz Woche trainiert und sei ein Kandidat für die Startelf.
FC Arsenal – Manchester City
Sonntag 16:45 Uhr, Sky Sport 1/HD 2 live, Kommentar: Andreas Renner
Das Momentum, von dem Arsene Wenger immer so gerne spricht, ist seinem FC Arsenal letztes Wochenende ein wenig abhanden gekommen. Nach sieben Siegen in Serie folgte eine durchweg enttäusche Leistung bei den Queens Park Rangers. Für den Franzosen aber kein Grund gleich wieder in Hektik zu verfallen. Wenger heute Vormittag auf der Pressekonferenz: “Das Momentum ist immer noch da. Das Ergebnis gegen QPR war eine Unterbrechung und Enttäuschung. Wir sind in der Lage, selbst dafür verantwortlich zu sein, uns wieder in die Erfolgsspur zu bringen. Wir wollen das nächste Spiel gewinnen.” Das wäre auch bitter nötig, denn Chelsea und Tottenham machen Druck auf den dritten Platz. Personell stehen Wenger dieselben Spieler wie gegen QPR zur Verfügung. Unklar bleibt, wer spielt. Mir haben die Versuche von Wenger, Ramsey auf die linke Mittelfeldseite zu stellen überhaupt nicht gefallen. Aus Fan-Sicht würde ich Ramsey mal eine Pause gönnen, Oxlade-Chamberlain auf links stellen, Song und Rosicky defensiv und Arteta zentral hinter van Persie. Kieran Gibbs dürfte weiterhin den Vorzug vor Santos hinten links bekommen. Jack Wilshere fehlt weiterhin. Auf der PK teilte Wenger mit, dass sich in den nächsten 14 bis 20 Tagen entscheide, ob Wilshere nochmal in dieser Saison spielt. Sollte es im Worst Case nicht klappen, hält Wenger auch wenig von einer Nominierung Wilsheres für die Europameisterschaft.
Auf der anderen Seite steht Sonntag Manchester City, die zuletzt ihre gute Position im Meisterschaftskampf ziemlich erbärmlich verschwendet haben. Nur ein Sieg in den letzten vier Ligaspielen. So groß die sportlichen Probleme sein mögen, ist das noch kein Vergleich zur derzeitigen miesen Stimmung in der Mannschaft. Zu viele Einzelinteressen, ein leicht überforderter Trainer – und das enfant terrible Mario Balotelli, der seine eigenen Interessen scheinbar nicht der Mannschaft unterordnen will. Mancini betont weiterhin, dass die Meisterschaft noch zu holen sei – aber im Vergleich zu Manchester United hat City zu viele Nebenkriegsschauplätze, die verhindern sich ganz auf den Sport zu konzentrieren. Vielleicht ist es auch schon ein wenig Frust. Gerade die Defensive wirkte in den letzten Wochen weit von der Bestform entfernt. Sergio Aguero sollte nach seinem Kinderfahrradunfall wieder fit sein, ebenso wie Juleon Lescott. Samir Nasri kehrt zu seinem alten Verein zurück.
Und Sonntagabend um 19:00 Uhr wissen wir, ob es eine Vorentscheidung im Titelkampf gibt.
Einen schönen Start in das Osterwochenende.
Thema: Premier League | Kommentare (0) | Autor: medispolis


