Beitrags-Archiv für die Kategory 'Sport'

Eine Abrechnung mit den DEL-Schiedsrichtern

Montag, 24. Oktober 2011 10:40

Nicht von mir, wobei ich das auch könnte, nur wegen der Masterarbeit nicht alle Gedanken beisammen habe. Sondern von Toni Krinner, Trainer der Hannover Scorpions.

Nachdem die Hannover Scorpions am Freitag beim Spiel in Hamburg ein reguläres Tor nach Betrachtung des Videobeweises nicht bekommen haben und am Sonntag im Heimspiel gegen die Krefeld Pinguine Marvin Krüger mit schwerer Verletzung verloren hatten und der Krefelder Gegenspieler dafür nur eine 2-Minuten-Strafe erhielt, platzte Scorpions-Coach Toni Krinner auf der anschließenden Pressekonferenz der Kragen. Eine Abrechnung mit den DEL-Schiedsrichtern, die vielen Fans aus der Seele sprechen wird.

“Die Schiedsrichterleistung in Hamburg war verheerend. Die Schiedsrichterleistung hat uns einen Punkt gekostet. Ich finde es schade, dass unsere Fans, die so super mitgemacht haben und so zahlreich erschienen sind in Hamburg, leider nicht sehen konnten, dass wir etwas mitnehmen. Aber so ist das und es ist ja mal ganz gut, dass die Fans auswärts sehen, wie wir manchmal verschaukelt werden. Das muss ich ganz deutlich sagen. Da sind wir verschaukelt worden. [...]
Ja, er sagt, er hat nur zwei Minuten gegeben, weil der Spieler nicht blutet. Das ist eine so lächerliche Aussage. Wenn der Spieler so von hinten gecheckt wird, dass er benommen liegenbleibt, dann muss schon was passiert sein. Die sind zu dritt – und sehen nichts. Und genauso war es in Hamburg. Die sind zu dritt, sehen nichts, brauchen einen Fernsehbeweis, und machen selbst dann noch Fehler. Das Problem ist so groß, dass das fürchterlich ist. Und wenn man dann was sagt, dann wird man abgestraft, so wie wir im letzten Drittel, als nichts mehr gepfiffen wird. Und dass eine selbstherrliche Darstellung abgeliefert wird, die seines Gleichen sucht. Es ist peinlich, wie 40 Spieler, zwei oder vier Trainer, eine ganze Woche lang die Mannschaft vorbereiten, mit der Mannschaft arbeiten, und dann wird innerhalb von Momenten ein Spiel kaputt gemacht. Mich ärgert das heute noch so maßlos, was der Brüggemann sich in Hamburg erlaubt hat. Das ist eine Sauerei, die stinkt zum Himmel. Das ist eine Unverschämtheit. Wenn der so schlecht ist, dass er solche Entscheidungen nehmen muss, dann ist es peinlich. Dann hat er da nichts zu suchen. Oder er ist nicht so schlecht. Dann will ich ihm da nichts unterstellen. Dann wird es ins Uferlose gehen. Aber das ist peinlich.”

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Bewegung bei den DEG Metro Stars

Montag, 26. September 2011 18:34

Die DEG Metro Stars stehen vor einer ungewissen Zukunft. Darüber hatte ich in diesem Blogeintrag ausführlicher geschrieben. Nun läuft es derzeit sportlich ebenfalls nicht rund. Der Saisonstart wurde ziemlich in den Sand gesetzt. Drei Spiele, drei Niederlagen, allerdings zweimal nach Verlängerung gegen den Meister Berlin und in Augsburg. Richtig schlecht spielten die Metro Stars am Freitag vor eigenem Publikum gegen den EHC München.

In der Stadt wird vermehrt über die aktuelle Situation und die Zukunft der Metro Stars. Einen ersten Impuls gibt es jetzt von Stefan Sporken, dem ehemaligen Fanbetreuer der DEG, der in einer Streitschrift einige in den Medien kursierenden Gerüchte und Argumente versucht klarzustellen und zu erläutern.

Die Streitschrift wurde dankenswerter Weise von der Westdeutschen Zeitung in Gänze online gestellt und kann hier heruntergeladen werden.

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DEG Metro Stars: das nächste Sorgenkind der Deutschen Eishockey Liga

Freitag, 2. September 2011 15:16

12. April 2011: Die DEG Metro Stars kämpfen um den Finaleinzug in der Deutschen Eishockey Liga. Vor fast ausverkaufter Kulisse im ISS-Dome unterliegt die DEG mit 1:3 den Eisbären Berlin. Denkbar knapp verpassen die Metro Stars das DEL-Finale. Der verpasste Finaleinzug steht am Ende von starken Playoffs der Metro Stars. Zum ersten Mal in der Saison kam richtige Euphorie in Eishockey-Düsseldorf auf.

23. Oktober 2012: Die DEG spielt in der Oberliga West gegen den Herforder EV. Rund 1000 Zuschauer sind zum Ligaspiel an die altehrwürdige Brehmstraße gekommen.

Der zweite Eintrag liest sich wie aus einer anderen Welt, könnte aber schon bald Realität werden. Ganz Eishockey-Deutschland würde sich diese Entwicklung nicht wünschen, doch die DEG Metro Stars stehen vor einer ungewissen Zukunft. Für die in zwei Wochen beginnende Saison 2011/2012 gibt es noch keinerlei Auswirkungen, doch spätestens im Mai 2012 dürfte sich entscheiden, ob die DEG Metro Stars von der Eishockey-Bildfläche verschwinden werden. Sollte sich ein weiterer großer Traditionsklub aus der DEL verabschieden, dürfte die Liga endgültig zu Grabe getragen werden.

Aber warum geht es eigentlich? Traditionalisten nennen die Kufencracks aus Düsseldorf immer noch gerne die Düsseldorfer EG, seit 2002 heißt der Klub aber DEG Metro Stars. Der Zusammenschluss mehrerer Großhandels- und Einzelhandelsunternehmen aus Düsseldorf ist seit 2002 Sponsor und Namensgeber des Vereins. Das meiste Geld für den Düsseldorfer Eishockeysport kommt von der Metro. Nach Ende der Saison läuft der Vertrag mit Metro aus. Weitere Großsponsoren wie die Altbierbrauerei Schlösser, Klüh und der Unternehmer Ben Zamek (Nahrungsmittelindustrie) sind ebenfalls abgesprungen oder haben ihr Engagement drastisch reduziert. Der DEG fehlen am Ende der nächsten Saison drei Millionen Euro im Etat für die Spielzeit ab September 2012. Lance Nethery, Geschäftsführer der DEG, ist nun auf der Suche nach neuen Sponsoren – bisher vergeblich.

Die oben genannten Fakten sind das Düsseldorfer Problem, verstärkt wird es von den Schwierigkeiten der Deutschen Eishockey Liga. Aufgeblähte Saison, wenig Free-TV-Präsenz, geringes Interesse für Eishockey in Deutschland. Das merken mit Ausnahme der Eisbären Berlin alle Vereine in der DEL. Die DEG nimmt im Vergleich zu 2006 heute 50% weniger aus Ticketeinnahmen ein, Tendenz weiter sinkend. Der ISS-Dome ist kaum ausgelastet, der Oberrang wird bei Spielen in der regulären Saison zugehängt. Und jede Woche gegen die Kölner Haie zu spielen kann auch keine Lösung sein. Die Einnahmesituation verschärft sich also noch durch das schlechte Standing und Image, das sich die DEL in den letzten Jahren erarbeitet hat. Wenger Geld von den Sponsoren, weniger Geld durch Ticketeinnahmen. Dazu eine von den Gehältern eher teure Mannschaft, bei denen die meisten Spieler den Verein aber verlassen können nach Ende der Saison. Fast alle Verträge laufen aus. Die DEG hat vorgesorgt: Keine unnötigen Vertragsverlängerungen für die ungewisse Zukunft.

Es könnte besser aussehen. Und was machen die DEG-Verantwortlichen in dieser schwierigen, aber nicht aussichtslosen Lage? Sie mobilisieren ihre Presse- und Öffentlichkeitsarbeit massiv und weisen auf die schwierige finanzielle Lage hin. Heute Morgen gab es zwei längere Themenschwerpunkte im Lokalradio Antenne Düsseldorf, Lance Nethery, ist mit einen zentralen Aussagen an die Rheinische Post herangetreten. Also erstmal in Düsseldorf ein Bewusstsein bei Unternehmen und Öffentlichkeit schaffen, dass die Lage durchaus dramatisch ist. Und das wird schon schwierig genug.

Rund 2400 Dauerkarten hat die DEG bisher verkauft. Das liegt ungefähr auf dem Niveau des Vorjahres. Am kommenden Freitag findet im Stahlwerk die Saisoneröffnungsfeier statt. Vorher greifen die Spieler wieder zum Telefonhörer um weitere Fans vom Kauf einer Dauerkarte zu überzeugen. Aus Liebe zum Eishockey und zur DEG, nicht um das letzte Mal Spitzeneishockey in Düsseldorf zu sehen. Aber ausgeschlossen ist es leider nicht.

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Zitat des Tages: Donnerstag, 7. Juli 2011 – Verdammt hohes Ross

Mittwoch, 6. Juli 2011 19:40

“Wenn es so ist, das Pyeongchang im ersten Wahlgang gewinnt, zeigt das, dass sich das IOC offenbar überhaupt nix scheißt. Das zeigt, dass die auf einem verdammt hohen Ross sitzen. Die Entscheidung ist heftig. Mit solchen Geldsäcken kann München nicht durch die Welt reisen, da kann München nicht mithalten.”

Hep Monatzeder, dritter Bürgermeister von München, zur Entscheidung des IOC die olympischen Winterspiele 2018 nach Südkorea zu geben. Als dritter Bürgermeister kann man solche Ansichten wohl auch durch die Öffentlichkeit tragen.

[via Süddeutsche.de]

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Auf der Suche nach neuen Fans

Donnerstag, 19. Mai 2011 20:58

Als ich gestern in der Uni-Mensa mit einigen Professoren und wissenschaftlichen Mitarbeitern beim Mittagessen saß, haben wir – ich weiß gar nicht, wie wir darauf gekommen sind – über Fußballfans diskutiert. Jemand outete sich dann gleich, dass er sich nicht für Fußball interessiert und auch noch nie im Stadion war. Daraufhin bemerkte ich ein wenig flapsig, dass das eine großartige Einstellung sei, weil die Fans, die von Fußball nur wenig Ahnung haben, meistens die schlimmsten und nervigsten Sitznachbarn seien. Wer kein Interesse für Fußball habe, muss ja auch nicht ins Stadion. Meinen Ausführungen fanden dann letzlich doch irgendwie einen leichten Hauch von Zustimmung, doch im Nachhinein ließ mich das Gesagte nicht so wirklich los. Weil ich einerseits als Sportbegeisteter quasi von oben auf jemanden, der halt wenig für Sport übrig hat, heruntergeschaut habe und andererseits meine Haltung ja dann letzlich irgendwann dazu führt, dass es keinen neuen Fans für Sportarten mehr geben wird – oder schwieriger zu erreichen sein wird. Denn wie wird man Fan und Anhänger einer Sportart, einer Sportmannschaft? In erster Linie wird das Interesse für Sport gewöhnlich nicht in die Muttermilch gemischt, sondern das geschieht, indem sicherlich ein gewisses Grundinteresse, eine Offenheit gegenüber der Sportart, vorherrscht. Und dann natürlich in erster Linie, indem das klitzekleine Interesse sich entwickeln muss. Man schaut die Sportart häufiger im Fernsehen, geht mal ins Stadion oder die Sporthalle, beschäftigt sich ein wenig mit den Regeln, sodass über den Sport gesprochen werden kann. Will heißen: Jeder, der irgendwann einmal glühender Fan eines Sports und begeisteter Anhänger einer Mannschaft bzw. eines Sportlers wird, hat ganz klein angefangen. Als Ahnungsloser, vielleicht mal von Freunden mit zu einem Spiel genommen.

Von daher ärgert mich meine Aussage ein wenig. Jemand, der sich für Sport interessiert und begeistert, muss doch froh sein, wenn sich Menschen neu für eine Sportart interessieren. Also: Nehmt die vorerst Ahnungslosen doch mal zu solchen Spielel mit, auch wenn man häufig Dinge erklären muss. Dann hoffentlich von Spiel zu Spiel weniger.

Sportarten und Mannschftssportarten in Deutschland. Da kommt Fußball, Fußball, Fußball…und dann lange erstmal gar nichts. Vielleicht noch ein wenig Formel 1, auch dank des Weltmeistertitels von Sebastian Vettel und dem Comeback von Michael Schumacher. Und dann kommen irgendwann die – ich hasse eigentlich diese Bezeichnung- “Randsportarten”, wie Eishockey, Basketball, Handball, Wintersport, vielleicht noch Golf und Tennis. Der Fußball braucht sich um seine Fans und sicherlich auch um den Nachwuchs keine großen Sorgen machen. Der Motorsport erstmal auch nicht. Aber wie sieht es mit den anderen Sportarten aus? Dazu gleich mehr weiter unten.

Was macht eine Sportart populär, was bringt einer Sportart in Deutschland Fans und Zulauf? Es sind meiner Meinung nach insgesamt sechs wichtige Faktoren. Ein regionaler Bezug muss da sein, sowohl von der Mannschaft als auch der Medienpräsenz, Übertragungen im Free-TV, Erfolge bei großen Tunieren, einfache, sprich verständliche Regeln und Menschen müssen mit ihrer nächsten Umgebung, mit Freunden, Kollegen und Verwandten, über den Sport reden können. Egal, wie umfangreich und detailliert. Aber es gibt ein Thema, Anschlusskommunikation wird hergestellt. Und nicht zu vergessen sind Traditionen, teilweise historisch verwurzelt. Fußball hat in den USA nie eine bedeutende Rolle gespielt und etabliert sich erst langsam als fünfte oder sechste Säule neben der NFL, NBA, MLB und NHL. Je länger also die Geschichte, die gemeinsamen Erfahrungen über Generationen hinweg bestehen, desto einfacher dürfte es sein, neue Fans und Menschen an einen Sport heranzuführen. Natürlich lässt sich diese Liste beliebig lange ergänzen und ich habe sicherlich einige relevante Aspekte vergessen, für mich sind die genannten Punkte aber der Schlüssel. Sind sie alle erfüllt, fällt es für die Sportart leichter Fans zu generieren. Und dann kommen natürlich externe Faktoren wie die Außendarstellung der Sportart, die mediale Wahrnehmung und das wirkliche Bemühen neue, junge wie ältere Fans zu gewinnen, ergänzend hinzu.

Der Fußball hat es also einfach. Fußballmannschaften gibt es in fast jeder Stadt, von den Profis runter bis in die Kreisklasse, in Deutschland läuft im europäischen Vergleich viel Fußball im Free-TV, die Nationalmannschaft hat riesige Erfolge markieren können, die lokalen Zeitungen berichten überdurchschnittlich vom runden Leder, jeder kann mitreden, und bei den großen Tunieren mitfeiern. Solche positiven Charakteristika haben Eishockey und Basketball nicht in Deutschland.

Da nützt es derzeit wenig, dass Dirk Nowitzki Zauberleistungen in den NBA-Playoffs hinlegt oder die deutsche Eishockeynationalmannschaft eine sehr gute WM in der Slowakei gespielt hat. Der große Zuschauerboom insbesondere beim Eishockey ist nicht eingetreten. Immerhin konnte Sport1 mit dem exzellenten Kommentatorenduo Hindelang/Goldberg über eine Million Zuschauer bei einem Vorrundenspiel verzeichnen. Das passiert auch nicht alle Tage. Letzlich sind trotz Heim-WM im letzten Jahr und guter WM in diesem Sommer die üblichen Vokabeln von “Eishockey-Märchen” und neuer “Eishockey-Boom” in Deutschland nicht mehr gefallen.

In Deutschland scheint es – auch im Vergleich zum United Kingdom und den USA unglaublich schwierig – mehrere populäre Sportarten nebeneinander laufen zu lassen. In Deutschland ist bei zwei Schluss. Was schade ist. Da spielt Martin Kaymer sich an den ersten Platz der Weltrangliste und plötzlich fragen sich 30 Millionen Menschen in diesem Land: Huch, Golf wird noch gespielt und wir haben sogar einen deutschen Star dabei? Dann wird es natürlich schwierig, wenn sich neue Leute für einen Sport interessieren und begeistern sollen.

Bleibt am Ende dieses kleinen Brainstormings und einiger Feststellungen der kleine Appell an uns Sport-Fans: Nehmt doch mal jemand mit ins Stadion, in die Arena oder Sporthalle, der sich überhaupt nicht für diesen Sport interessiert, beantwortet brav alle Fragen. Denn so klein haben wir ja mal alle angefangen. Denn eines ist klar: Je mehr Fans diverse Sportarten in Deutschland haben, umso besser. Da gibt es keine Höchstgrenze. Und gerade Eishockey, Basketball und vielleicht auch Tennis können ruhig noch ein wenig aufholen. Der Handball hat zumindest teilweise den richtigen Zeitpunkt getroffen sich ein wenig zu emanzipieren. WM-Titel 2007 sei Dank.

Sport funktioniert nur mit emotionalen, leidenschaftlichen und begeisterungsfähigen Menschen. Und mit Fans, die dafür sorgen, dass vielleicht der ein oder andere neue Fan hinzukommt.

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DEL-Finale 2011: Erfahrene Eisbären gegen Ken Magowan und Grizzly-Powerplay

Donnerstag, 14. April 2011 22:09

Wenn im September eine neue Saison in der deutschen Eishockey-Liga startet, ist das der Moment, auf den alle 14 Teams hinarbeiten: das DEL-Finale. In der Serie Best of five stehen sich ab heute die Grizzly Adams Wolfsburg und die Eisbären Berlin gegenüber, das drittbeste Team der Vorrunde gastiert am Freitag zunächst beim Hauptrunden-Primus in Wolfsburg. Die Grizzlys stehen zum ersten Mal in einem DEL-Finale.

Und an dieser Stelle wären wir schon bei einer Dimension dieses Finales, die fernab der Überlegenheit des Teams von Pavel Gross diese Serie prägen wird. Wolfsburg hat die Hauptrunde und auch die Playoffs in einer Art und Weise dominiert, die jedem Finalgegner Schrecken einjagen müsste. Es sei denn, dieser Gegner heißt Eisbären Berlin. Denn was Wolfsburg vermeintlich an Finalerfahrung fehlt, haben die Eisbären aus der Hauptstadt fast schon im Blut. Aber zunächst einmal zu den Wolfsburgern. Die Behauptung, dass die Grizzlys überhaupt noch nie ein Finale gespielt haben, stimmt nicht ganz. 2009 wurden sie Pokalsieger gegen die Hannover Scorpions. Doch reicht das an nötiger Voraussetzung für eine Finalserie gegen die Eisbären Berlin? Sonst war für Wolfsburg bisher das Tor zum Finale immer verwahrt. 2009 im Viertelfinale gegen Hannover raus, 2010 im Halbfinale gegen Augsburg. Da ist der Finaleinzug 2011 fast schon der nächste logische Schritt gewesen. Die Mannschaft hat sich kontinuierlich weiter entwickelt und will jetzt ihren ersten großen Titel. Jene großartige Erfahrung, welche die Eisbären Berlin schon mehrmals feiern durften. Viermal gewannen die Eisbären die deutsche Meisterschaft, zuletzt 2009 gegen Düsseldorf. Auch das Jahr davor feierte man den Titel. 2010 reichte es nicht für die Meisterschaft, als Ersatz nahm man die European Trophy mit in die heimische Glasvitrine. Will sagen: Wenn eine Mannschaft weiß, wie man Titel gewinnt, dann sind es die Eisbären Berlin. Fragt sich nur, ob die Bären noch hungrig auf weitere Erfolge sind.

Dass sie es sind, haben sie am Dienstag in Spiel 5 in Düsseldorf gezeigt, wo man souverän, abgeklärt und erfolgreich einen 3:1-Sieg einfuhr. Es war die vielleicht beste Leistung bis dato in den Playoffs 2011. Das ist zum einen erfreulich, wenn die Spieler von der Leistung da sind, wenn es wirklich drauf ankommt. Zum anderen haben die Duelle gegen den ERC Ingolstadt und die DEG aber offenbart, dass die Eisbären von der völligen Dominanz und Souveränität der vergangenen Jahre noch ein gutes Stück entfernt sind. In Spiel 1 und 3 in Düsseldorf agierte man taktisch viel zu offen und machte in den spielentscheidenen Phasen die Fehler, etwas, was von den Eisbären bis 2009 kaum gewohnt war. Auch in Spiel 3 im Viertelfinale gegen Ingolstadt vor heimischer Kulisse ließ man sich die Butter vom Brot nehmen – nur um dann wieder zu zeigen, wie stark, selbstbewusst und kompromisslos man eigentlich auftreten kann. Spiel 4 in Ingolstadt war der erneute Beweis. Schaut man auf die Grizzlys Adams Wolfsburg, kann man die bisherigen Playoffs eigentlich recht schnell abhaken. Zwei Sweeps gegen Köln und Krefeld. Man konnte die bärenstarke Form der letzten Spiele aus der Hauptrunde in die Playoffs mitnehmen. Zwei Punkte schränken die angebliche Souveränität der Wolfsburger aber ein wenig ein. Der Gegner im Viertelfinale hieß nur Köln und in der Serie gegen die Pinguine waren alle Spiele eng und umkämpft mit dem stets glücklicheren Ausgang für Wolfsburg. Das ist dann natürlich in erster Linie individueller Qualität zu verdanken, nur hätten die Spiele 2 und 3 genauso gut an Krefeld gehen können. Vom Ergebnis dominant und souverän, die Spiele der Wolfsburger waren es nicht durchgängig. Es duellieren sich zwei Teams auf Augenhöhe. Blickt man auf die Bilanz der direkten Duelle, spricht diese eine klare Sprache für die Mannschaft von der Spree. Die letzten acht Duelle gewannen alle die Eisbären. Gewöhnlich spricht man bei solchen Teams von Angstgegner, nicht aber in den Playoffs, wo Serien meist gar nichts wert sind oder zumindest nur eingeschränkt gelten.

Die beiden größten Trümpfe der Gastgeber von der Aller sind die exzelltente Defensive – die Grizzlys stellten die beste Abwehr der Hauptrunde – und der in den Playoffs überragende Stürmer Ken Magowan. Mit seinen neun Treffern hat der Kanadier, der 2008 vom Zweitligisten SC Riesersee nach Wolfsburg wechselte, Maßstäbe gesetzt. Mit Jochen Reimer hat Wolfsburg in den Playoffs den stärksten Torhüter gehabt. Fast 95% aller Schüsse hat Reimer, der im Sommer zum EHC München wechselt, gehalten. Auf Platz 2 in der Liste folgt übrigens Rob Zepp von den Eisbären. Der deutlichste Vorteil könnte sich bei den Special Teams zeigen. Wolfsburg hatte in der Hauptrunde schon ein gutes Powerplay und das Überzahlspiel in den Playoffs nochmal verbessert, die Quote liegt bei knapp 27 Prozent. Nun sind insbesondere die Eisbären während der laufenden Saison nicht unbedingt für erfolgreiches Unterzahlspiel bekannt gewesen. Das hat sich in den Playoffs aber insgesamt ein wenig verbessert, gleichwohl hat die Serie gegen Düsseldorf gezeigt, dass, wenn man schnell spielt und zwei schlagfertige Schützen an der blauen Linie hat, die Chancen auf Powerplay-Tore groß sind. Das könnte der Schlüssel für Wolfsburg zum Titel sein. Mit Jan-Axel Alavaara und Sebastian Furchner hat Wolfsburg zwei Akteure in ihren Reihen, die von der blauen Linie treffen können. Dazu die spielstarken und schnellen John Laliberte, Tyler Haskins und Norm Miley. Das werden keine entspannten Nachmittage für Zepp im Berliner Tor.

Und die Eisbären? Erfahrung, Erfahrung, Erfahrung. Stefan Ustof fast 500 DEL-Spiele, Florian Busch über 300 Spiele, Andre Rankel ebenso, Frank Hördler ein paar weniger. Und das um nur mal einige Zahlen zu nennen. Und den Berlinern fehlt mit Denis Pederson noch ein weiterer Routinier verletzt. Mit Rob Zepp hat Berlin einen sehr guten Torwart und spielt in fast jedem Spiel mit vier Reihen. Don Jackson vertraut auch seinen jüngeren Spielern. Das ersetzt und ergänzt die Verantwortung und Erfahrung der ersten und zweiten Sturmreihe. Von den Statistiken ist Berlin jetzt gar nicht so auffällig, positiv wie negativ. Mannschaftliche Geschlossenheit bringt den Erfolg. Das überragende Publikum in der ausverkauften O2-World tut das Übrige dazu bei. Und dann hat Berlin mit Don Jackson einen Trainer, der 2008 und 2009 schon mit den Eisbären Meister wurde und schon mal den Stanley Cup in die Höhe recken durfte. Spieler wie Trainerteam sind erfahren im Gewinnen von Titeln. Spieler und Trainer wissen, was sie zu tun haben.

Die Bilanz zwischen beiden Teams aus den letzten Hauptrunden lassen wir jetzt mal außen vor. Es wird sicherlich eine engere Serie, als die Hauptrundenspiele es vermuten lassen. Wolfsburg geht ausgeruht in diese Finalserie, Berlin ist im Spielrhythmus und hat bisher keinerlei Anzeichen von Müdigkeit aufkommen lassen. Wenn Wolfsburg Spiel 1 zuhause gewinnt und schnell in das erfolgreiche Powerplay reinfindet, haben sie ganz gute Chancen. Laufstark sind beide Teams, Wolfsburg noch ein wenig mehr als Berlin. Ob es also so viele Strafen geben wird, bleibt abzuwarten. Berlin muss eigene Unterzahlspiele tunlichst vermeiden. Wenn ich mich festlegen würde, reichen Berlin die größere Erfahrung gegen die starken Wolfsburger Individualkünstler und das perfekte Powerplay. Die Eisbären gewinnen die Finalserie 2011 mit 3:1.

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Zitat des Tages: Mittwoch 13. April 2011 – Lauwarmer Auftritt

Mittwoch, 13. April 2011 20:35

„Wichtig war, grundlegend zu definieren, was den Eishockeysport überhaupt ausmacht [...] Wir wollen einen positiven Imagetransfer durch ein dynamisches und zeitgerechtes Erscheinungsbild schaffen. Dazu wird der neue Auftritt beitragen.”

DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke zu dem leicht modifiziertem DEL-Logo und dem neuen Markenauftritt der Deutschen Eishockey Liga (Quelle: Pressemitteilung der DEL)

Dass ein neuer Markenauftritt nicht zur neuen Saison gestartet wird, sondern zur Finalserie ab Freitag, sagt eigentlich schon alles über das Dilemma der DEL aus. Im September würde man so eine kleine lauwarme Neuerung – denn mehr ist es nicht – kaum wahrnehmen. Ein bisschen Kreativität, mehr nicht. Und auf den positiven Imagetransfer warte ich schon seit Jahren. Der neue Markenauftritt ist eigentlich ein Schlag ins Gesicht jedes Eishockey-Fans in Deutschland. Die Playoffs werden trotz nahezu rappelvoller Hallen weiterhin als Best Of Five zu spielen, die DEL-Homepage begleitet die Playoffs nur mit dem Nötigsten. Grundlegende strukturelle Probleme im deutschen Eishockey werden weiter nicht angegangen. Aber Hauptsache, man verkündet einen neuen Markenauftritt. Hätte man heute endlich einen neuen Kooperationsvertrag zwischen DEL, DEB und ESBG verkündet, der wieder den Auf- und Abstieg aus der DEL einführt, hätte ich mich gefreut. Wenn man heute Best of Seven für die Playoffs 2012 verkündet hätte, wäre ich begeistert gewesen. So ist der heutige Tag eine bloße erneute Offenbarung der DEL. Eiskalte Leidenschaft für ein abgestaubtes, höchstens in der Außendarstellung und Wahrnehmung in diesem Land lauwarmes Produkt. Dabei ist das ein so toller Sport. Frage mich bloß, warum man nicht erst das Produkt reformiert und dann einen neuen Markenauftritt initiiert? Es passt zu meinem Erscheinungsbild, das ich von den DEL-Verantwortlichen habe. Wird nicht besser.

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Fünf Feststellungen nach drei Mal Viertelfinale in den DEL-Playoffs 2011

Sonntag, 27. März 2011 17:45

Drei mal 60 Minuten und in Krefeld ein wenig mehr sind in den DEL-Playoffs 2011 absolviert. Nachfolgend fünf kurze Feststellungen, die mir während der ersten drei Spieltage aufgefallen sind.

1. Es geht nichts über eine gute und stabile Defensive
Es gibt diesen abgedroschenen Satz aus den Playoffs in fast allen Sportarten: “Offense wins games, defence wins championships.” Aber auch an den ersten drei Spieltagen war er deutlich zu beobachten. Stehst du defensiv nicht über 60 Minuten nicht sicher, ist das Spiel eigentlich schon verloren. Vorübergehende Schwächephasen oder das Verschlafen eines Drittels darf man sich fast nicht leisten. Hannover ging am Mittwoch im ersten Drittel in Krefeld unter und konnte trotz großer Moral das Spiel nicht mehr drehen. Die DEG verlor den Überblick im Schlussabschnitt in Spiel 1 und kassierte prompt drei Gegentreffer. Das ist schlicht nicht zu kompensieren. Wie es anders geht, zeigt der EHC Wolfsburg, bei der das gesamte Team über 60 Minuten defensiv mitarbeitet. Nun hieß der Gegner der Grizzlys zwar nur Köln, die aber im letzten Saisondrittel brilliant aufspielten, trotzdem setzt Wolfsburg bei der Defensivarbeit Maßstäbe. Mal sehen, ob das auch gegen ein offensivstärkeres Team im Halbfinale gelingt.

2. Playoffs haben mit der regulären Saison wenig zu tun.
Viele Experten haben vor dem Viertelfinale immer wieder mit den Ergebnissen aus der Hauptrunde argumentiert. Da hat zum Beispiel Ingolstadt vier Spiele gegen die Eisbären Berlin gewonnen oder die Krefeld Pinguine den Scorpions immer die Grenzen gezeigt. Nun führen nach drei Spielen Hannover und Berlin mit 2:1. Glücklich und hart umkämpft. Aber in den Playoffs ist der Faktor bisherige Saisonduelle viel geringer als häufig angenommen. Viel mehr zählen Kampfgeist, Moral, Eingespieltheit und Playoff-Erfahrung – und das wird immer wieder vergessen: Glück.

3. Immer wieder: das ewige Motzen über die Schiedsrichter
Bereits gleich heute nach zwei Minuten ging Hans Zach am Sky-Mikro verbal auf die Schiedsrichter los. Sie seien ein Witz. Harte Worte, aber berechtigt, denn Köln wurde im ersten Drittel klar benachteiligt bei den Entscheidungen der Linesmen. Und auch wenn man sich durch die diversen Eishockey- und Vereinsforen wühlt, liest man selten eine positive Stimme über die Schiedsrichter. Es ist das, was ich schon immer an ihnen kritisiere. Die Entscheidungen werden beliebig getroffen. Mal ist etwas Stockschlag, mal nicht. Wenn wenigstens konsequent gepfiffen werden würde, wäre zumindest mir schon geholfen.

4. Wolfsburg im Halbfinale. Und wie geht es weiter?
Die Niedersachsen im Halbfinale, dazu die DEG, Hannover und Berlin mit 2:1 in den Serien vorne. Und da diese Liga so ausgeglichen ist, fast alle Spiele dieser drei Serien so verdammt eng waren, kann man schlicht keine Prognose abgeben. Vom Gefühl her, sehe ich Berlin am ehesten in vier Spielen ins Halbfinale einziehen. Dienstag geht es weiter.

5. Die Playoffs müssen besser vermarktet werden!
Liebe DEL-Verantwortliche, die Playoffs sind die Highlights des Jahres. Und irgendwas anders zum Beispiel bei der Berichterstattung im Online-Angebot? Nö. Wenn schon die traditionellen Medien die Playoffs ignorieren, dann macht doch wenigstens selbst etwas, um diese Zeit auch medial besonders für die Fans zu machen. Die Playoffs werden einfach unglaublich schlecht vermarktet. Ein bisschen Facebook ersetzt gar nichts. Und dazu noch das starre Festhalten an den Best-of-Five-Serien. Dabei haben die Spiele bis jetzt gezeigt, dass die Playoffs eng, umkämpft und emotional sind. Die Arenen sind gut gefüllt. Es müsste viel mehr solcher Spiele während einer Saison laufen. Also nochmal: Best of seven statt Best of five. Und Kompliment an Sky. Die Eishockey-Übertragungen sind und waren schon immer exzellent. Leider tut sonst auch Sky wenig um ein wenig auf die Übertragungen hinzuweisen.

Dienstag die nächste Runde. Es wird spannend bleiben.

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Start der DEL-Playoffs 2011

Montag, 21. März 2011 15:46

Für die Eishockeyfans in Deutschland beginnt am Mittwoch die schönste Zeit des Jahres: die Playoffs. Ich schaffe es leider vorerst nicht, ein paar Sätze zu den Playoffs zu schreiben, aber das wurde schon sehr gut beim Eishockey-Blog erledigt. Dürfte bekannt sein, dass ich die Daumen für die Hannover Scorpions drücke. Und ein paar Sympathien gehen an die DEG. Schauen wir mal.

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DEL 2010/2011 #53, Hannover Scorpions – Grizzly Adams Wolfsburg 2:1 (0:1, 0:0, 2:0)

Sonntag, 20. Februar 2011 21:25

Jetzt, wo die Deutsche Eishockey Liga (DEL) auf die heiße Saisonphase einbiegt und die Liga so spannend und ausgeglichen ist wie noch nie, versuche ich jetzt wieder häufiger über die DEL zu schreiben. Ich hoffe, ich finde dann auch ausreichend Zeit die Playoffs an dieser Stelle zu begleiten.

Das Sonntagabendspiel am 53. Spieltag war das Niedersachsen-Derby. In der Tui-Arena empfingen die Hannover Scorpions die Grizzly Adams Wolfsburg. Mittlerweile ist in dieser Phase ja jedes Spiel von enormer Bedeutung. So auch diese Partie. Wolfsburg ist souveräner Spitzenreiter der DEL und konnte mit einem Sieg in der Hauptstadt den Vorsprung auf die Verfolger noch weiter ausbauen, zumal der ärgste Konkurrent, die Eisbären Berlin, heute Nachmittag bei den Thomas Sabo Ice Tigers Nürnberg mit 0:2 verloren. Die Hannover Scorpions, der amtierende deutsche Meister, kämpft mit sieben Teams um die Plätze 5-10, also irgendwo zwischen direkter Qualifikation für die Playoffs und Scheitern am Einzug in die Pre-Playoffs. Da zählt also jeder Punkt. Allerdings ist die Aufgabe gegen Wolfsburg alles andere als einfach. Die Grizzlys sind das beste Auswärtsteam der Liga, haben die letzten fünf Begegnungen in der Fremde gewonnen. Die Scorpions gehören zu den heimstärkeren Teams der Liga. Zuletzt gab es aber eine Niederlage gegen den ERC Ingolstadt, dafür konnte man souverän mit 3:0 beim EHC München gewinnen. Und die Scorpions haben noch eine Revanche zu erfüllen. An Weihnachten verloren sie mit 2:3 nach Verlängerung gegen Wolfsburg, in Wolfsburg selbst gab es eine 3:0-Klatsche. Die will man vergessen machen und gleichzeitig die Chance im Kampf um die Playoffs verbessern.

Die Scorpions müssen auf die verletzten Niki Mondt, Matt Dzieduszycki und Ben Cottreau verzichten, Tino Boos ist dafür wieder dabei. Wolfsburg fast in Bestbesetzung, nur Blake Sloan und Christoph Höhenleitner fehlen, dafür ist Toni Dahlmann wieder mit von der Partie.

Das erste Drittel ist der starke Abschnitt der Wolfsburger. Nur Krefeld kann mit einer besseren Bilanz in den ersten 20 Minuten aufweisen. Die Grizzly Adams kassieren die wenigsten Gegentreffer in Auftaktabschnitt. Das wird also eine harte Nuss, welche die Scorpions knacken müssen. Matt Diesel also nicht in der ersten Reihe, Tyler Moss wie gewohnt im Tor. Mit Aris Brimanis und Paul Manning, der eine tolle Saison spielt, in der Verteidigung. Adam Mitchell, Chris Herperger und Martin Hlinka im Sturm. Wolfsburg wie gewohnt mit Alavara, Furcher und Morzinetz. Jochen Reimer bekam eine Pause, im Tor stand Daniar Dshunussow.

Guter Start der Hannover Scorpions. Hlinka nach 20 Sekunden mit dem präzisen Schuss, aber Dshunussow hält stark im Tor der Grizzlys. Hätte das 1:0 sein können. Doch Wolfsburg ließ sich nicht beeindrucken, hatten nach zwei Minuten schon die erste Überzahl, Sascha Goc saß wegen hohen Stocks bei Hannover. Wolfsburg kam schnell in die Aufstellung mit Norm Milley und Alavara an der blauen Linie, Fischer traf nur den Pfosten, aber Hannover wie zuletzt mit gutem Unterzahlspiel. Wolfsburg insgesamt mit den besseren Chancen, konnte die Scorpions mit dem hohen Tempo fast einschnüren. Furchner scheiterte nach Fehlpass von Goc am gut reagierenden Tyler Moss, Wurm verpasste die Führung nur knapp. Von Hannover kam gar nichts, außer Strafzeiten. Vikingstad wegen Beinstellen, anders war dem Wolfsburger Angriffssturm nicht beizukommen. Hannover konnte sich in der Folge ein wenig befreien, erspielte sich aber kaum Torchancen, weil Wolfsburg gut verteidigte und keine schnellen Breaks zuließ. Pech für die Scorpions: Adam Mitchell verletzt sich bei einem Zweikampf an der Schulter. Es sprach wenig für die Gastgeber. Wolfsburg erhöhte kurz vor Drittelpause nochmal die Schlagzahlen. Tyler Haskins scheiterte frei aus dem Slot an Tyler Moss.

Ohne Tore ging es in die erste Drittelpause. Wolfsburg eine gute Spur besser, viel Tempo, waren immer präsent. Hannover hatte ganz wenig Platz um zu kombinieren, hatten kein Powerplay, Wolfsburg sehr diszipliniert. Deutliches Chancenplus für die Grizzlys. Beste Nachricht für die Scorpions. Sie blieben ohne Gegentor. Wolfsburg einmal mehr ohne Gegentreffer im ersten Drittel. Adam Mitchell hat sich die Schulter ausgekugelt, damit fehlt Toni Krinner jetzt praktisch eine ganze Sturmreihe. Keine guten Vorzeichen für das zweite Drittel, das der schwache Abschnitt der Scorpions ist. Kassieren die meisten Gegentreffer im zweiten Abschnitt.

Hannover bekam das erste Powerplay nach 23 Minuten und zum ersten Mal stand das Wolfsburger Tor unter Dauerbeschuss, Herperger scheiterte an Dshunussow, Dolak verfehlte das Tor knapp. Und dann flog den Scorpions das eigene Powerplay um die Ohren. Puckverlust von Köppchen, Wolfsburg in der 3:2-Überzahl, Tyler Haskins mit wuchtigem Schuss ins lange Eck über die Schulter von Tyler Moss. Verdiente Führung für die Grizzlys in der 25. Minute, als Hannover zum ersten Mal wirklich gefährlich in der Offensive war. Das ist Eishockey. Wolfsburg mit der Führung im Rücken noch dominanter, hatte die besseren Chancen. Jeff Hoggan konnte ebenso wie Ulmer Tyler Moss nicht überwinden, Robbie Bina verzog seinen Rückhandschuss knapp am Tor vorbei. Hannover konnte nur mit Kampf dagegenhalten und konnte sich glücklich schätzen und bei Tyler Moss bedanken. Trotzdem weiterhin ein gut anzuschauendes Spiel, viel Tempo, schnelles Überbrücken der neutralen Zone. Hannover gelegentlich mit Vorstößen. Dolak auf Andy Reiss, der endlich mal frei zum Schuss kommt. Dshunussow auf dem Posten. Bina hatte in der 37 Minuten die riesengroße Gelegenheit zum 2:0, als er frei auf Moss zulief, den Puck aber übers Tor donnerte. Auch ihr zweites Powerplay kurz vor Drittelende konnten die Scorpions nicht nutzen, haben sich kaum eine Chance erspielt.

1:0 nach 40 Minuten. Wolfsburg mit einer ganz starken Leistung, vor allem defensiv. Lassen kaum was zu. Hannover nach 40 Minuten nur mit 10 Torschüssen. Und auch offensiv sieht das bei Wolfsburg zügiger zum Tor aus. Noch waren 20 Minuten zu absolvieren. Das letzte Drittel ist die Stärke der Scorpions, haben viele Tore in den letzten 20 Minuten erzielt. John Laliberte hatte zum Auftakt die Möglichkeit auf 2:0 zu erhöhen, doch Moss krazt die Scheibe von der Linie. Nach Videobeweis wurde auf kein Tor entschieden. Hannover machte mehr Druck in den ersten fünf Minuten des letzten Drittels, versuchte wirklich alles um sich Torchancen zu erspielen. Aber Wolfsburg Defensive hielt weiter stand, die Grizzlys lauerten auf Konter. Zwölf Minuten vor Schluss das erste Break der Scorpions, David Wolf auf Herperger, doch der Schuss des Kanadiers direkt in die Fanghände von Dshunussow. Spiel wurde ausgeglichener. Elf Minuten vor Schluss zwei auf eins der Scorpions, David Wolf in die Fanghand. So eine gute Chance bekommt man gegen Wolfsburg nicht zweimal. Klaus Kathan hatte sechs Minuten vor Schluss die nächste, als er freistehend den Stock in den Schuss hält. Puck rollt neben das Tor. Aber Wolfsburg konnte sich auch immer wieder befreien, von Dauerdruck wenig zu spüren. Es waren spärliche Offensivaktionen. Aber fünf Minuten vor Schluss hat es dann endlich geklappt. Ryan Maki mit dem Ausgleich nach schöner Vorarbeit von Herperger und Martin Hlinka hinter dem Tor, sechster Saisontreffer für Maki. Es wurde eine packende Schlussphase. Drei Minuten vor Schluss waren Hoggan und Hospelt frei durch, doch Hoggan ist zu eigensinnig und scheitert an Moss. Wolfsburg gehörten die Schlussminuten, Alavara fand in Tyler Moss seinen Meister. Aber auch die Scorpions hatten durch Köppchen und David Wolff sehr gute Gelegenheiten. Und dann doch noch der Siegtreffer. 25 Sekunden vor Schluss bringt Vikingstad die Scheibe vors Tor, Getümmel vor Dshunussow, der mit der Kelle die Scheibe rausbringt. Direkt dort, wo Aris Brimanis steht. Und dann kam der satte Schlagschuss ins Glück. Endstand 2:1. Tui-Arena tobt. Wer hätte das gedacht…

Die Scorpions drehen in den letzten fünf Minuten dieses Spiel. Insgesamt natürlich glücklich. Aber manchmal werden eben auch Kampf, Hartnäckigkeit und Geduld belohnt. Wolfsburg bleibt Spitzenreiter, Hannover sammelt wichtige Punkte um den Abstand auf Platz 10 zu vergrößern. Die Scorpions müssen Dienstag nach Düsseldorf, Wolfsburg empfängt Freitag Nürnberg. Es bleibt spannend und eng.

Thema: Sport | Kommentare (0) | Autor: medispolis