Beitrags-Archiv für die Kategory 'TV und Radio'

Lese- und Hörtipps: Montag, 27. September 2010

Montag, 27. September 2010 19:45

Sie Fragen – der Minister antwortet: Innenminister de Maizière über die Digitalisierung von Stadt und Land: Chancen und Grenzen von öffentlichen und privaten Geodatendiensten.

Zwar schon ein paar Tage älter, aber ein großartiger Bericht. New York Magazine: Why the worst of times for Politics and Media has been the best of Times for Jon Stewart and “The Daily Show

The International Herald Tribune mit einem ganz ausführlichen Porträt von der Labour-Party unter dem neuen Vorsitzenden Ed Miliband

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Zitat des Tages: Montag, 20. September 2010 – Raising Hope and Running Wilde

Montag, 20. September 2010 21:55

Martha Plimpton isn’t the only reason “Raising Hope” could be the best new sitcom of the season, but she is the main reason. Greg Garcia created “Raising Hope,” and the show is similar in tone and setting to his previous series, “My Name Is Earl.” Mr. Garcia has a gift for lampooning blue-collar yokels in a way that endears rather than repels; in this dark comedy, the Chances are a trailer park Addams Family — so eccentrically cemented to their way of life and to one another that soon anything else seems alien and unappealing. Class is easy to mock on television, but it’s hard to do well. “Running Wilde”, which also begins on Tuesday on Fox and stars the very funny Will Arnett, is supposed to be a screwball comedy about a spoiled heir to an oil fortune, Steve Wilde, who wants to reconnect with his childhood love, Emmy (Keri Russell), the housekeeper’s daughter. Emmy became a radical environmentalist who raised her daughter, Puddle (Stefania Owen), in the Amazonian rain forest and is intent on saving an endangered indigenous tribe.

Die New York Times blickt auf die neuen Sitcoms Raising Hope und Running Wilde, welche diese Woche bei Fox in den USA starten und zumindest im Fall von Raising Hope als die beste neue Sitcom in diesem Jahr gilt.

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DEL im Free-TV: Immerhin ein Anfang (Update)

Mittwoch, 15. September 2010 15:47

Update, Donnerstag 14h58: Der NDR hat mir per Mail bestätigt, dass man jetzt regelmäßig über die DEL-Spiele der norddeutschen Klubs in Zusammenfassungen berichten möchte. Meist in der Sportklub-Sendung samstags um 17:00 Uhr. Übermorgen gibt es einen Bericht von der Partie Grizzly Adams Wolfsburg – Hamburg Freezers.

Ein großes Manko der Deutschen Eishockey Liga (DEL) ist die mangelnde Free-TV-Präsenz, meinen viele. Ich halte das für eines von vielen Problemen, aber bei weitem nicht das schwerwiegendste. Aber gut, diese Diskussionen sind auch hier in diesem Blog schon geführt worden. In den letzten Tagen gab es für alle DEL-Fans positive Nachrichten.

1. Ich habe per Zufall am Samstagnachmittag entdeckt, dass in der Sendung Sportclub Aktuell -  im NDR immer samstags um 17:00 Uhr – ein Spielbericht der DEL-Partie zwischen den Eisbären Berlin und den Hannover Scorpions lief. Immerhin, ein paar wichtige Szenen und alle Tore wurden gezeigt. Ich habe eine Anfrage an den NDR geschickt, ob das ein einmaliges Experiment war oder ob man nun häufiger über die norddeutschen DEL-Clubs berichten möchte. Habe leider noch keine Antwort bekommen.

2. Damit die ARD-Sportschau am bundesligafreien Samstag, 9. Oktober, ihre Sendung füllen kann, wurde die Partie zwischen den Hannover Scorpions und den Adler Mannheim von Freitagabend auf Samstagnachmittag gelegt. Sicherlich eine Möglichkeit mehr Zuschauer anzulocken und begrüßenswert, dass die ARD auch mal Eishockey in der Sportschau zeigt.

3. Heute wurde bekanntgegeben, dass Eurosport bis zum Jahresende sechs Partien live zeigen wird. Startschuss ist am kommenden Dienstag mit der Begegnung Adler Mannheim gegen die Grizzly Adams Wolfsburg. Die weiteren TV-Termine sind bekanntgegeben, die Spiele stehen noch nicht fest. Bereits letzte Saison gab es zwei Spiele bei Eurosport. Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, sieht der TV-Vertrag zwischen Sky und der DEL, dass bis maximal sechs Spiele pro Saison im Free-TV laufen können. Von dieser Regelung wird jetzt Gebrauch gemacht. Natürlich nur bis zum Jahreswechsel, wenn dann die wichtigen Partien um die Playoff-Plätze laufen, benutzt Sky seine Exklusivrechte. Quelle: Offizielle Pressemitteilung der DEL

4. Mittlerweile hat Sky die Live-Spiele der DEL bis Anfang November terminiert.

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Zitat des Tages: Mittwoch, 08. September 2010 – Erklärungen basteln

Mittwoch, 8. September 2010 21:36

Es ist doch bedauerlich, das der gute Herr im Zeitalter der modernen Technik und Kommunikation noch nicht einmal wusste, das ich aufgrund einer Verletzung ausgewechselt wurde. Stattdessen bastelte er sich eine Erklärung zusammen – wohlgemerkt vor einigen Millionen Zuschauern – die absolut nicht zutreffend war und mich sehr negativ dargestellt hat. Ich war immer der Meinung, ein Kommentator beschreibt das Geschehen auf dem Spielfeld und, wenn er gut ist, bringt er noch Emotionen und Stimmung rüber, sofern dies das Spiel erlaubt. Im Ausland bekommen es die Kommentatoren doch auch in einem respektvollem und für den Zuschauer amüsanten Stil hin.

Nationalspieler Marcell Jansen auf seiner Homepage mit Frontalkritik an ARD-Kommentator Gerd Gottlob, der vergangenen Freitag Belgien gegen Deutschland kommentiert hatte.

Ich halte mich mit Kritik an Kommentatoren ja zurück, jeder Mensch ist anders, jede hat seine ganz besondere und persönliche Art zu sprechen, Dinge zu erklären. Und das gilt es zu achten. Aber was sich Tom Bartels gestern beim Spiel zwischen Deutschland und Aserbaidschan am Mikrofon erlaubt hat, war eine der, wenn nicht die schlechteste Kommentierung eines Fußballspiels, die ich jemals gehört habe. Das war so unfassbar schlecht, dass ich zur Halbzeit auf Schweiz-England umgeschaltet habe. Meckerte ständige über den Schiedsrichter, jubelte die Leistungen der deutschen Mannschaft in unermessliche Höhen um Sekunden später gleich wieder irgendetwas zu kritisieren. Beobachtungen zur Taktik, Fehlanzeige. Vernünftige Einordnung der Leistung der deutschen Mannschaft, Fehlanzeige. Nette Geschichten zur Mannschaft aus Aserbaidschan, Fehlanzeige. Aufzeigen, was gut im deutschen Team lief und was nicht so gut, Fehlanzeige. Den Mut haben Neuer einen klaren Torwartfehler anzukreiden, Fehlanzeige. Und ich könnte die Liste weiter fortsetzen.

Ich verlange nicht viel von Kommentatoren. Vorbereitet sein, das Spiel informativ begleiten, erzählen, was ich als gewöhnlicher Zuschauer nicht sofort erkenne. Das Spiel einordnen und lesen. Sich selbst zurücknehmen. Mit Wertungen und Bewertungen vorsichtig umgehen.

All das hat Bartels gestern nicht mal im Ansatz geschafft. Vielleicht war es schon immer so. Aber mir ist es gestern extrem aufgefallen. Ich war fast schockiert. Vorerst schaue ich keine Spiele mehr mit Bartels als Kommentator. Denn sonst werde ich noch wütend, dass ich dafür monatlich Geld bezahle.

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Aber was macht Cantona da?

Freitag, 16. Juli 2010 16:13

So funktioniert eine ordentliche Einbettung von Online-Aktivitäten in das Gesamtprofil eines Senders. Das britische Sky Sports hat seine Kampagne für die HD-Sender und den Start von Sky Sports News HD, der künftig nur noch verschlüsselt empfangen werden kann, gestartet. Und den Spot zuerst den Fans auf der Facebook-Page gezeigt, bevor das ganze dann auch in das Abendprogramm im TV gelangen konnte.

Netter Werbespot, der die besonderen Moment im Sport zeigt. Und wohl deshalb hat man auch Eric Cantona genommen, der durch den Werbespot führt. Anything can happen in sport, auch Fußtritte, die man sonst einfach nicht für möglich gehalten hat.

Den Spot gibt es hier zum Anschauen.

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Zitat des Tages: Montag, 05. Juli 2010 – BBC Radio 6 Music

Montag, 5. Juli 2010 19:05

“The Trust concludes that, as things stand, the case has not been made for the closure of 6 Music. The Executive should draw up an overarching strategy for digital radio. If the Director General wanted to propose a different shape for the BBC’s music radio stations as part of a new strategy, the Trust would consider it. The Trust would consider a formal proposal for the closure of the Asian Network, although this must include a proposition for meeting the needs of the station’s audience in different ways.”

Pressemitteilung der BBC zur zukünftigen Ausrichtung der BBC im bei TV, Radion und im Online-Bereich.

Ende 2011 sollte die Radiostadion BBC Radio 6 Music zusammen mit dem Asian Network geschlossen werden und mit zahlreichen weiteren Einsparungen dem Druck der Politik nachgegeben werden, verkündete die BBC im März diesen Jahres. Knapp zwei Wochen nach der Verkündigung der Pläne durch BBC-Chef Mark Thompson waren bereits knapp 8.000 Beschwerden bei der BBC eingegangen, die eine Fortführung von BBC Radio 6 Music forderten, darunter bekannte Moderatoren, aber auch Musikbands wie Coldplay, Lily Allen und andere. Die Zuschauerzahlen von BBC 6 Music schossen in die Höhe, Solidarität allerorten. BBC 6 Music ist ein Nischenprogramm, von daher konnte man die BBC durchaus verstehen, dass sie bei den Sparvorgaben der Politik als erstes bei der Radionstation 6 Music angesetzt hat. Aber es ist zwar Nische, aber eben auch großartiges Musikprogramm und hervorragender Musikjournalismus mit vielen Porträts und Dokumentationen, Interviews und Features. Unübertroffen ist die Berichterstattung von 6 Music von den großen britischen Musikfestivals im Sommer. Letzte Woche zu sehen beim Glastonbury Festival, als man drei Tage nichts anderes machte als von der Farm von Michael Eavis zu berichten und alle wichtigen Konzerte live ausstrahlte. Von daher ist es zu begrüßen, dass die BBC sich ihre Entscheidung aus dem März nochmal überlegt hat – was in der Konsequenz aber auch heißt, dass an anderer Stelle gekürzt werden muss. Denn am Sparen kommt die BBC nicht vorbei.

Heute dann also die Entscheidung, dass BBC 6 Music nicht geschlossen wird. Via Twitter offenbarten die Moderatoren ihre Glücksgefühle. Immerhin wären mehrere tausend Mitarbeiter von einer Schließung  betroffen gewesen. Coldplay lobten auf ihrer Internetseite die Entscheidung der BBC 6 Music nicht zu schließen.

Weitere Informationen:

- Meldung der BBC mit Statement von Sir Michael Lyons, BBC Trust Chairman.
- Nachricht des Guardian mit weiteren Einschätzungen und Reaktionen.
- Guardian: The saving of 6 Music a victory for the digital campaign?
- The Independent: 6 Music saved – against the odds.

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Hörtipp: Neue Medien statt Sportstudio

Sonntag, 4. Juli 2010 13:32

Wer es noch nicht mitbekommen hat: Gestern Mittag fand eine interessante und sehr entspannte Diskussion beim ZEIT online Talk auf dradio Wissen statt zum Thema, wie Blogs und Social Media die Fußballberichterstattung verändern. Zu Gast unter anderem Jens Weinreich, direkt aus dem Winter in Südafrika, Oliver Fritsch von den Hartplatzhelden und Redakteur bei ZEIT online sowie Kai Lorentz/probek, Gründer des Sportbloggernetzwerkes, dem ich auch angehöre.

Reinhören lohnt sich auf alle Fälle. Weitere Infos zu den Gästen, dem Thema und Möglichkeiten des Nachhörens gibt es hier.

Thema: Fußball, TV und Radio | Kommentare (0) | Autor: medispolis

Sky News at it’s best

Montag, 10. Mai 2010 20:13

Hatte mal wieder eine großartige TV-Begleitung heute beim Abendessen. Die frühen Abendnachrichten bei Sky News. In den Hauptrollen Labour Berater Alastair Campbell und Sky News Political Editor Adam Boulton. Lustig wird es spätestens ab Minute 4. Großartig. Wie gerne hätte ich einen solchen Sender in Deutschland. Und auch wenn es nicht immer den höchsten journalistischen Standards entsprechen mag, ist es stets unterhaltsam. Und man erfährt immer noch mehr Nachrichten, als wenn Panzerdokus oder Brückenvorstellungen gezeigt werden.

Direktlink zum Video

Weitere Hintergründe auch beim Guardian.

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TV-Kritik: Erst fragen, dann wählen mit Hannelore Kraft

Freitag, 16. April 2010 22:37

Freitagabend, kurz nach 18:00 Uhr. Im ZDF-Infokanal und parallel auf zdf.de startet ein kurzes, gut gemachtes Intro mit flotter Musik und die Kamera schwenkt in ein viel zu großes Studio, wo ein paar Sitzecken, ein paar PC-Pools und ein großer Moderationstisch aufgebaut sind. Die Moderatoren Dunja Hayali und Steffen Seibert begrüßen die Zuschauer am Fernseher und von den Computern im “aufgepimpten” Studio des ZDF. Da sind wir also bei der Jugendsprache des ZDF. Faszinierend, wie schnell sich das ZDF wandeln kann und sich seiner neuen, ansonsten eher unbekannten Zielgruppe anpassen kann. Vermeintlich. Bis auf diesen kleinen Aussetzter werden es spannende und interessante 90 Minuten.

Das ZDF hatte also mal wieder eingeladen, Erst- und Jungwähler für Politik zu begeistern und zu erwärmen, konkret im Vorfeld der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen am 9. Mai. Die wie ich finde sehr gelungene Premiere im Rahmen der Bundestagswahl, wo sich die Spitzenkandidaten der Parteien den Fragen der jungen Wählerschaft gestellt haben, wurde auch für die Landtagswahl an Rhein und Ruhr wieder ins Leben gerufen. Die ganze Veranstaltung heißt ZDF log in und läuft unter dem Slogan: Erst Fragen, dann wählen. In Kooperation mit den VZ-Netzwerken bietet das ZDF Sendezeit, Örtlichkeit und die Chance Fragen zu stellen an die Spitzenkandidaten für die NRW-Wahl. Das ganze wird medial begleitet über diverse Twitter-Accounts und einem Chat, der parallel zur Sendung läuft. Man kann per Videobotschaft Fragen stellen oder einfach auch nur schnell per Twitter die ein oder andere Nachfrage äußern. Bei studi VZ hat die Sendung immerhin knapp 700 Fans. Kein herausragender Wert, aber es ist ja auch mal schön, wenn sich das ZDF nicht immer nur nach Quote und Beliebtheit orientiert.

Alle großen Parteien aus Nordrhein-Westfalen haben ihr Kommen zugesagt, nur der Herr Ministerpräsident ist sich zu schade, mit jungen Menschen zu kommunizieren. Scheinbar. Und schickt stattdessen seinen wesentlich dynamischeren Generalsekretär. Da kann das ZDF nichts für, peinlich ist das nur aus Sicht der CDU. Ist so ein Projekt erfolgreich? Wobei muss man diese Frage als Qualitätskriterium überhaupt stellen? Zur Bundestagswahl noch als Experiment angedacht, scheint sich diese TV-Runde als fester Baustein zu etablieren. Das ZDF sprach selbst von mehreren tausend Fragen, die eingesendet wurden. Wie gesagt, mir haben die Runden im Rahmen der Bundestagswahl gut gefallen. Ob das ZDF alles tut, so eine Runde bekannter zu machen, steht auf einem anderen Blatt Papier. Wieviele Jung- und Erstwähler mögen wohl den ZDF-Infokanal empfangen. Da ist die Übertragung im Netz verständlich, nur sind die Themen, die dort diskutiert werden, vielleicht stark gemünzt auf die junge Wählerschaft, doch letzlich gehen sie alle an und sollten deshalb auch von einem viel größeren Publikum beachtet werden. Insgesamt ein gutes Format, eine gute Idee, das man aber an der ein oder anderen Stelle noch modifizieren und verbessern kann. Herr Frey formuliert das so: Fernsehen und online werden verknüpft. In dem kurzen Einspielfilm sagt er das so, als wäre es eine kleine Revolution.

Zu Gast in der heutigen Auftaktsendung war Hannlore Kraft, die Spitzenkandidatin der SPD und Herausforderin von Ministerpräsident Jürgen Rüttgers. Hannelore Kraft kommt über die kleine Wendeltreppe in das Studio und setzt sich zusammen mit den beiden Moderatoren an den zentral positionierten Tisch. Nach etlichen Minuten Smalltalk (“Haben Sie trotz Asche gut hierher gefunden? Sag mal, Steffen, bekomme ich auch was zu trinken?”). Es folgt ein Porträt von Hannlore Kraft. Sie mag Gesellschaftsspiele (“Mensch, ärgere dich nicht.”). Und in 30 Sekunden hat man dann offensichtlich alles über die Person Hannlore Kraft erfahren. Bilder in hektischer Reihenfolge abgespielt sprechen Worte, beim ZDF ersetzen sie diese. Erstes Thema ist Bildung, bei der Länderzuständigkeit keine Überraschung. Steffen Seibert mit der ganz forschen Frage an Hannelore Kraft, sie möge doch bitte mal die grundsätzlichen Veränderungen in der Bildungspolitik bei Regierungswechsel skizzieren. So einfach ist Politik dann auch nicht. Und dann ging die restliche Sendung im vorhersagbaren Schema vom Band. Fragen wurden gestellt, Frau Kraft beantwortete sie, es wurden Gäste aus NRW gehört, in eine Kneipe nach Düsseldorf geschaltet, bei den “Onlinern” (diejenigen jungen Menschen, die vor den PC-Bildschirmen saßen) wurde beobachtet, wie die Resonanz im Netz sich darstellt. Es war durchaus unterhaltsam, nie wirklich langweilig, auch und vor allem weil Hannelore Kraft trotz Wahlkampfstress sich sehr munter und frisch präsentierte, sympathisch rüberkam, selbstbewusst auftrat und bemüht war, einfach und verständlich zu antworten. Ob sie damit dann neue Wähler gewinnen konnte und unentschiedene Wähler überzeugen konnte, wird sich erst am 9. Mai zeigen. Alle wichtigen landespolitischen Themen – Bildung, Energie, Wirtschaft, Arbeit, Integration – wurden abgedeckt, wenngleich eine klare thematische Linie manchmal fehlte und es zu Überschneidungen kam. Da hätte man besser trennen können. Bemerkenswert fand ich auch, dass das eher sperrige Thema Kommunalfinanzen seinen Platz bekam. Hayali und Seibert führten souverän durch die Sendung und stellten – wenn nötig – kluge und gute Nachfragen. Ist man gar nicht gewohnt.

Was mir nicht so gut gefiel, war die optische Umsetzung. Ich brauche für einen einfachen, verständlichen Frageaspekt doch keinen kleinen Einspieler, indem dann visuell gezeigt wird, was es bedeutet, wenn Lehrerstellen gestrichen werden. Gleichzeitig bringt es wenig, wenn Frau Kraft eine ausfühliche Antwort gibt und am unteren Bildrand dann irgendwelche Chat-Meldungen und Diskussionen in einem Laufband erscheinen. Konzentriert zuhören und lesen konnte ich da nicht. Und auch hier wieder mein kleiner Appell: Qualität statt Quantität. Es hätte doch völlig gereicht, wenn man zwischendurch einfach mal häufiger in den Chat geschaut hätte. Dann braucht man auch nicht diesen Laufband-Quatsch.

Die große Stärke dieser Sendung lebt eben auch vom Input der Zuschauer und der Bereitschaft des ZDF diese dann auch einzubinden. Bestes Beispiel die Diskussion über die Abschaffung der Studiengebühren. Es kam via Video die Frage nach der alternativen Finanzierung der Hochschulen auf, wenn die Studiengebühren schrittweise bis Mitte zur nächsten Legislaturperiode abgeschafft würden. In welchen Schritten das passieren soll, ist wohl auch der SPD noch völlig unklar. Frau Kraft sagte dann nur, dass man es “aus Mitteln des Haushalts” ausgleichen müsse. Was so konkret ist wie die Meldung, dass in 2011 Schnee fallen wird. Also hatte ich via Twitter nachgefragt mit der Bitte um Konkretisierung. Glücklicherweise wurde mein Tweet dann vorgelesen und Frau Kraft hatte die Gelegenheit dort noch einmal genauer drauf einzugehen. Hat sie dann auch gemacht, so richtig zufriedenstellend war das aber nicht. Wenn ich jetzt böse wäre, würde ich sagen, die SPD und Frau Kraft wüssten überhaupt nicht, wie sie die Abschaffung der Studiengebühren finanzieren sollen. Aber Hauptsache man zieht mit dem Kassenschlager durch den Wahlkampf. Dann gab es dann den Aspekt von überflüssigen Ausgaben der CDU/FDP-Regierung. Also die Formel: Statt verlängerter Landebahn für den Flughafen Münster-Osnabrück eben Umschichtung im Haushalt und Geld für die Hochschulen. Wenn Politik so einfach wäre. Dann wurden noch irgendwelche Fonds und Banken ins Spiel gebracht. Alles nicht so befriedigend aus meiner Sicht. Aber das hat sich eben dann noch an einigen anderen Themenfeldern gezeigt. Und dementsprechend oft musste Frau Kraft nochmal ihre Position deutlich machen. So sollte das sein – und das trug maßgeblich zur hohen Qualität der Sendung bei.

Nach knapp 90 Minuten war die Sendung beendet. Frau Kraft ging gut gelaunt aus dem Studio (“Hat Spaß gemacht, Tschüss zusammen”). Insgesamt ein sehr ordentlicher Auftritt. Nur zu möglichen Koalitionsoptionen hat sie wenig Konkretes gesagt (“Wir fusionieren nicht, wir koalieren.”). Und Frau Hayali hat der SPD-Spitzenkandidatin “noch viel Kraft für den Wahlkampf” gewünscht (sic!). Sonntag geht es dann weiter. Ab 19:35 ist dann CDU-Generalsekretär Andreas Krautscheid zu Gast, gefolgt von den Spitzenkandidaten von FDP, Grüne und Linke. Herr Seibert, es wäre schön, wenn Frau Hayali dann schon im Wasser im Glas hätte. In diesem Sinne: Bitte weiter einschenken bei den nächsten Wahlen!

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Zitat des Tages: Donnerstag, 25. Februar 2010 – APPsolut überflüssig

Donnerstag, 25. Februar 2010 17:51

Ich verstehe bis heute die Aufregung um die Tagesschau-App nicht. Die BBC hatte vor ein paar Tagen angekündigt, dass es im Frühjahr zwei Applikationen für News und Sport geben sollte. Begeisterung überall, vor allem bei den Nutzern. Kaum Kritik. Anders in Deutschland, wo die App-Sau schon seit Wochen durchs Land gejagt wird. Nächste Etappe: Ein Brief von Silvana-Koch Mehrin (das ist die Person, die sonst meist durch Abwesenheit glänzt, falls sich niemand mehr an den Namen erinnert) an die EU-Kommission:

“[Die] ARD kann einen solchen Dienst offensichtlich nur deswegen kostenlos bereitstellen, weil sie durch obligatorische Rundfunkgebühren finanziert wird. Dagegen müssten private Anbieter ein solches Angebot kostenpflichtig machen.Die ARD [nutze] ihr staatlich garantiertes Recht auf ein hohes Gebührenaufkommen aus, um sich gegenüber privaten Konkurrenten einen nicht gerechtfertigten Vorteil zu verschaffen.”

Das dürfte alle privaten Medienanbieter und Zeitungen freuen. Endlich mal wieder, der sich auf ihre Seite schlägt. Und untereinander tun sich die WAZ-Mediengruppe und Grunner+Jahr auch zusammen: Der Kampf gegen die Tagesschau-App, die dafür sorgt, dass Qualitätsjournalismus im Netz gratis sei. Und das könne ja nicht die Zukunft sein!

Blöd nur – finde ich – dass man von den privaten Medienanbietern nicht einen qualitativen Beitrag in dieser Debatte bekommt. Eine Entwicklung verhindern – statt selbst ein vernünftiges, qualitativ hochwertiges Angebot zu machen. Selten war ich so auf Seite der ÖR-Befürworter. Komme mir schon ganz komisch vor.

[via Sat+Kabel]

Thema: TV und Radio, Zitat des Tages | Kommentare (0) | Autor: medispolis