Beitrags-Archiv für die Kategory 'US-Sport'

Sportliches am Montagabend: Transfers Premier League, Werder und Hannover 96 ohne Konzept, Scolari und NBA League Pass

Montag, 2. Februar 2009 21:45

Heute war also D-Day auf dem Transfermarkt in der Premier League. Sehr viel ruhiger als in den letzten Jahren, und eher auch wenig Überraschendes. Da sorgte der Schneefall mit fast 30 cm in London in den Nachrichten für mehr Aufsehen und Nervenkitzel. Elefanten im Schnee waren Sky News mehr Aufmerksamkeit wert als der Wechsel von Robbie Keane nach Tottenham. Das also die große Nummer dieses Montages. Back to the roots. Das Missverständnis Anfiel Road ist für den Iren wieder beendet. 17 Millionen Euro sollen angeblich an die Reds gezahlt worden sein. Und Aaron Lennom bleibt auch weiterhin bei den Spurs. Und wenn Tottenham in den nächsten Spielen die Gegner nicht in Grund und Boden schießt, hat man ein mehr oder weniger großes Problem. Erste Testprobe am Sonntag das Derby gegen Arsenal. Für PREMIERE-Abonnenten leider nicht zu sehen. Ich gehe Sonntag in die Altstadt von Hannover in einen Irish Pub. Nehme ich mir zumindest vor.

Wie gesagt, desweiteren ein eher ruhiger Montag. Der Wechsel von Ashavin zu Arsenal ist wohl fast perfekt, kleinere Details sind noch zu klären. Ob der Deal noch scheitern kann, möchte ich nicht einschätzen. Möglich wäre es. Zudem leiht sich der FC Chelsea Richardo Quaresma bis zum Ende der Saison aus. Näheres zu den Transfers dieses Tages in den Live-Blogs bei allesaussersport und dem sportmedienblog.

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Ich habe manchmal Fragen, die ich selbst nicht beantworten kann und die mir andere auch nicht wirklich beantworten können. Also versuche ich es jetzt mal so: Warum hat Tosic bei Werder einen Stammplatz als linker Außenverteidiger? Und warum muss Sebastian Boenisch sich auf die Bank setzen? Wieso freut sich Hannover 96, wenn sie Huszti für 2,5 Millionen Euro verkaufen können, Hecking in der Winterpause aber selbst sagte, dass man ihn für unter 6 Millionen Euro nicht ziehen lassen würde? Und warum schafft es Hannover 96 dann keinen neuen, jungen Spieler zu verpflichten, sondern Krzynowek vom VFL-Wolfsburg? Und überhaupt. Wieso schickt uns Wolfsburg ständig gescheiterte Spieler? Hanke, Brdaric…wird Krzynowek die Liste fortsetzen?

Werder hat es nicht geschafft sich in der Winterpause qualitativ zu verstärken, obwohl dafür dringend Bedarf herrschte. Und 96 gibt seinen besten Spieler ab ohne auch nur annährend dafür gleichen Ersatz zu schaffen? Spielt man halt im grauen Mittelfeld der Tabelle. Und ich kann samstags Premier League schauen. Manchmal verstehe ich Werder und 96 nicht, auf und neben dem Platz.

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Ganz neue Töne von Luis Felipe Scolari heute. Gleich eine doppelte Kritik an dem Schiri, die aber gut verpackt wie keine aussieht. Scolari meckert über den Referee, die rote Karte für Lampard sei ein Witz gewesen. Gleichzeitig macht er aber auch klar, dass er nichts gegen eine Sperre für Bosingwa wegen dessen Tritt an der Eckfahne habe. Also doppelte Kritik: Einmal hat der Schiri rot gezeigt, obwohl er nicht durfte und dann nicht rot gezeigt, obwohl er es hätte tun müssen. Oder anders formuliert: Lampard ist für Chelsea wichtiger als Bosingwa. Vielleicht kann der Portugiese ja die Strafe absetzen. Mal sehen, was die FA macht.

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Ich habe es dann doch gemacht, was ich eigentlich nie vorhatte. Den NBA League Pass für die internationalen Zuschauer zu holen. Aber in der Nacht von Samstag und Sonntag habe ich es dann doch mal versucht. Habe mir für ungefähr drei Euro einen Daily Pass geholt und mir Miami gegen Dallas auf meinem Computer angeschaut. Spiel war klasse, und ich war positiv überrascht über den League Pass. Man muss sich einmalig registrieren lassen, was einfach und unkompliziert ist, Bezahlung klappt via PayPal (wenn man da schon wie ich ein Konto habe) einfach und schnell, Zugang zum Spiel klappt problemlos. Spiel in der Liste auswählen und schon ist man live in der Halle. Qualität ist gut, das hatte ich viel schlechter erwartet, nur wenige Ruckler und Bildaussetzer. Also eigentlich alles wunderbar.

Aber dann kommen eben zwei Gründe, die mich für dieses Angebot eben doch nicht wirklich begeistern können. Für mich ist es ein Totschlagargument keine Playoffs und die Finals in diesem Paket zu haben. Regular Season hin oder her – auch die spannende Phase Ende März/Anfang April – so viel wert ist es mir dann doch nicht ohne Playoffs und Finals. Und ich habe irgendwo gelesen, dass Playoffs und Finals definitiv nicht im League Pass enthalten sein werden. Und zweitens: Ich hasse es vor meinem PC zu sitzen für ein NBA-Spiel. Ich will dann nachts mit Decke auf dem Sofa liegen und das ganze im TV schauen. Aber am Schreibtisch nachts zu sitzen und auf den Monitor zu glotzen, finde ich furchtbar. Aber das ist mein Problem. Und was auch blöd ist: Parallel NBA live zu bloggen und das Spiel auf dem PC zu haben.

Ach ich weiß nicht. Wenn es für Dallas im April um alles geht in der regular Season werde ich das wohl für einen Tag nochmal abonnieren, aber ich bete dafür, dass sich endlich wieder ein TV-Sender für die NBA-Übertragungen findet. Und ich meine nicht das ZDF.

Thema: Fußball, Premier League, US-Sport, Werder Bremen | Kommentare (2) | Autor: medispolis

NBA-Häppchen

Montag, 27. Oktober 2008 16:23

Ich werde im Laufe der nächsten Tage auch noch ein paar Sätze zur NBA schreiben. Ansonsten bleibt alles beim alten: Vorerst keine NBA im deutschen Fernsehen. Und das vorerst ist noch optimistisch. Ich glaube, wir sehen dieses Jahr keine NBA in Deutschland.

Thema: US-Sport | Kommentare (3) | Autor: medispolis

Arm, Ärmer, NBA und PREMIERE

Mittwoch, 22. Oktober 2008 14:31

Noch sechs Tage bis zum Saisonstart in der NBA. Die Teams absolvieren derzeit ihre letzten Vorbereitungsspiele. Jeden Morgen mache ich meinen 15-minütigen Rundgang bei den großen amerikanischen Sportseiten um halbwegs einen Überblick zu bekommen, aber jedes Mal frage ich mich, ob das überhaupt noch großen Sinn macht.

Denn sechs Tage vor der NBA-Saison 2008/2009 bekommen die NBA und PREMIERE noch immer keinen TV-Vertrag für Deutschland zustande. Und das ist für beide Parteien einfach nur ein großes Armutszeugnis. Fest steht mittlerweile nur, dass NASN mit Ausnahme des Magazins Fastbreak, das bis zu dreimal pro Woche laufen soll, keine Live-Bilder aus der NBA zeigen wird. Mittlerweile konnte die NBA in Spanien, Frankreich, Italien und den Niederlanden TV-Verträge abschließen.

Nur in Deutschland schauen die Fans wieder in die Röhre. Und ich habe mittlerweile jegliche Hoffnung aufgegeben, dass noch ein TV-Vertrag zustande kommt. Hätte nie gedacht, dass ich mal sagen würde, dass ich schon mit zwei Spielen pro Woche zufrieden wäre. Die Hoffnung habe ich aufgegeben, weil PREMIERE scheinbar doch finanziell zu angeschlagen ist um überhaupt ernsthaft neue Rechte zu bekommen und weil die NBA scheibar auch kein großes Interesse zeigt, die NBA weiter in Deutschland zu zeigen. Man muss sich doch nur mal die letzten Jahre anschauen. PREMIERE überträgt seit fast zehn Jahren jetzt Basketball aus den USA, aber einen langfristigen TV-Vertrag zwischen PREMIERE und der NBA hat es nie gegeben, die letzten Jahre gab es stets eine Verlängerung um ein Jahr, und das ganze auf dem bekannten Schmalspurniveau mit zwei Spielen pro Woche und einem bereits vor der Saison festgelegtem Sendeplan. Im April bekam man dann Partien wie Memphis gegen Minnesota zu sehen, während die spannenden und entscheidenen Spiele nicht gezeigt wurden. Und wundert sich jetzt bei PREMIERE noch jemand, dass man nur sehr niedrige Einschaltquoten hat? Wer soll denn als NBA-Fan PREMIERE abonnieren, wenn er nicht mal weiß, dass man länger als eine Saison überträgt? Niemand schließt wegen der NBA einen teueren 1-Jahres-Vertrag beim Unternehmen aus Unterföhring ab. Aber man hätte doch durchaus die letzten Jahren einen umfassenden TV-Vertrag schließen können, stattdessen gab es nur ein paar Häppchen. Schlecht für die Fans, und jetzt auch schlecht für die NBA und PREMIERE. Denn durch diese Salamitaktik konnte PREMIERE nie eine wirkliche Fanbasis aufbauen. Und der NBA scheint das wohl alles egal zu sein. Denn im Interesse der Fans hätte man schon längst umsteuern können.

PREMIERE will jetzt für ein paar Fans nicht allzuviel zahlen, und die NBA will weiterhin gute Geld sehen. PREMIEREs Ansicht kann man teils noch verstehen, doch die NBA scheint immer noch zu glauben von PREMIERE weiter die gleiche Summe wie die letzten Jahre zu bekommen. Hätte die NBA sicherlich auch verlangen können, wenn man PREMIERE mal mit einem längerfristigen Vertrag hätte ausstatten können. So haben jetzt beide Parteien den Schwarzen Peter. Kann man diese schwierigen Verhandlungen irgendwie lösen? Ja, indem die NBA, teilweise wie mit Canal Plus in Frankreich, PREMIERE mit dem Preis entgegenkommt. Aber scheinbar ist PREMIEREs Angebot so niedrig, dass die NBA überzeugt ist besser ganz auf eine Übertragung in Deutschland zu verzichten. Wir haben einen der besten Basketballer der Welt in der NBA, mit Chris Kaman einen weiteren Nationalspieler in der besten Basketballliga der Welt – aber PREMIERE und NBA stehen jetzt vis a vis im Ringen um einen neuen TV-Vertrag. Beide Parteien bekommen jetzt die strategischen Fehler der letzten Jahre zu spüren. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt, und das ist auch der einzige Rettungsanker, den ich noch für mich verbuchen kann. Mehr aber auch nicht.

Thema: TV und Radio, US-Sport | Kommentare (21) | Autor: medispolis

Was vom Tage übrig blieb: David Cameron, CSU, Föderalismus, TV-Duell, Werder, NASN und NBA TV-Rechte in Spanien

Donnerstag, 2. Oktober 2008 18:18

Ich hatte eigentlich viele Beiträge schon in Gedanken, hatte die letzten Tage aber zu wenig Zeit, weil beruflich zu viel anstand. Aber das Wochenende wird abgesehen der üblichen privaten “Verpflichtungen” sehr sehr relaxt werden. Und wenn man nach draußen schaut, weiß man, dass langsam wieder die gemütliche Jahreszeit auf dem heimischen Sofa beginnt.

Gestern ging der Parteitag der britischen Konservativen in Birmingham mit einer Grundsatzrede vom Parteivorsitzenden und wohl möglich nächsten Premierminister, David Cameron, zu Ende. Ich haeb gestern spät Abends eine Zusammenfassung der Rede bei Sky News gesehen. Er ist der Mann mit dem Plan, will einen Neuanfang in der britischen Politik. Ohne jetzt vollständig auf die Inhalte eingehen zu wollen – unter anderem ein Rückgang der Ausgaben, Ausbau des Schulsystems – muss ich sagen, dass Cameron rhetorisch sehr gut gefallen hat. Er ist ein teils brillianter Redner, jetzt muss er vielleicht auch zukünftig zeigen, dass er nicht nur über Politik sprechen, sondern diese auch konkret umsetzten kann. Eine Szene blieb mir besonders in Erinnerung: Cameron spricht über die Defninition von “Erfahrung”, die Gordon Brown so definiert, dass eine Regierung immer über eine lange Zeit denken muss. Cameron geht darauf ein und sagt, dass dies bedeuten würde, man hätte Gordon Brown 100 Jahre an der Backe. Dann macht er eine Pause, redet nicht weiter und verweist auf all die Menschen, die in den oberen Reihen des Gebäudes sitzen. Es ist keiner runtergesprungen. Die Analyse der Rede bei der BBC ist exzellent zu lesen. Dort gibt es auch den gesamten Beitrag als Video inkusive Tag-Cloud. Häufigstes Wort – was nicht in der Tabelle steht – ist “I”. Und Europa freut sich auch schon.

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Welcher Job ist zurzeit eigentlich angenehmer? Mitglied in der CSU, Börsianer an der Wall Street, Trainer beim FC Bayern oder Abwehrspieler bei Werder Bremen? Die CSU gräbt sich gerade ihr eigenes Grab. Ich habe selten eine Partei gesehen, die sich innerhalb von so kurzer Zeit (nach dem Rücktritt von Stoiber) so innerlich zerfleischt hat. Profitieren tun da vor allem die Menschen, die schon immer davon überzeugt waren, dass Politik ein schmutziges Geschäft ist. Die CSU hat mit all ihren internen Streitigkeiten wieder ein kleines Stück zur Parteiverdrossenheit beigetragen. Dazu ein schöner Artikel aus der Süddeutschen Zeitung: Die Droge Macht.

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Auch an der Föderalismusreform hat sich dieser Tage etwas getan. Zu Erinnerung: Es geht dabei um eine Neuaufteilung der Finanzbeziehungen zwischen Bund und Ländern, unter anderem auch um zusätzliche finanzielle Unterstützung für hoch verschuldete Bundesländer wie Bremen oder das Saarland. Unklar war bis dato immer, wieviele Schulden den Ländern erlassen werden bzw. wie hoch die finanziellen Kompensationsmittel sind. Jetzt soll Bremen einen jährlichen Zuschuss von 450 Millionen Euro bekommen. Damit kann Bremen immerhin einen Teil der Zinszahlungen abdecken, mehr aber auch nicht. Es wäre immerhin ein ganz kleiner Schritt, mehr aber auch nicht. Einen wirklichen Schuldenabbau und größere finanzielle Spielräume bekommt das Bundesland Bremen dadurch keinesfalls.

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Heute Nacht gibt es das zweite TV-Duell im US-Wahlkampf, diesmal sind die Kandidaten für das Amt des Vizepräsidenten am Start. Ich freu mich riesig auf die Debatte und werde ab 02h45 das ganze live mitbloggen. Natürlich bin ich auch auf Sarah Palin gespannt. Dafür hat sie diesen Wahlkampf zu sehr bestimmt, zu polarisiert als dass man da einfach so rüberschauen kann. Ein paar Vorabberichte zum TV-Duell (das ZDF überträgt übrigens auch): Spiegel Online, New York Times, Tagesschau, BBC, Guardian, CNN.

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Kurz ein Wort zu Werder Bremen in der Champions League. Ich denke man kann mit dem Punkt in Mailand zufrieden sein. Aber eine Sache muss ich noch loswerden. Frank Baumann hat erneut unter Beweis gestellt, dass er international nicht mithalten kann. Vielleicht kann man da mal über eine Alternative nachdenken. Jetzt muss Werder in Athen und Famagusta gewinnen. Sagen wir mal so: Die Auswärtsleistungen in der Champions League machen eher wenig Mut. Aber mal abwarten.

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NASN hat heute bekanntgegeben, dass man den Relaunch des Senders am 01. Februar 2009 abgeschlossen hat und dann in ESPN America umtaufen will. Der Schritt war schon lange erwartet worden. In diversen Pressemitteilungen hat man bekanntgegeben, dass man auch zukünftig ganz auf US-Sport setzen will. American Sports are unique, and ESPN America is the definitive place to watch them.” Scheinbar hat man den Vertrag mit der NHL verlängert, die NFL ist noch eine Saison an Bord. Aber was mit der NBA? Wenn man im Februar den Relaunch starten würde, könnte man in die entscheidene Phase der NBA-Saison umfassend einsteigen. Jetzt könnte man aber genauso argumentieren, dass durch die eventuelle Verlängerung der NHL-Rechte Übertragungskapazitäten für die NBA nicht mehr möglich sind. ESPN hat mit dem Relaunch-Termin ja durchaus einen Erwerb der NBA-Rechte verkünden können, wenn man sie denn hätte. Wahrscheinlich schimmeln sie immer noch auf dem freien Markt herum. Von PREMIERE ist weiterhin überhaupt eine brauchbare Info zu bekommen, sämtliche Hinweise auf die NBA sind von der Website entfernt. Für Spanien scheinen die TV-Rechte vergeben zu sein. Auf der Website von Digital Plus gibt es jetzt wieder explizite Hinweise auf die NBA, erste Termine sind im TV-Guide eingetragen. Mein Spanisch ist nicht gut genug um die Meldung in alle Einzelheiten wiederzugeben, von daher kann da jemand mit besseren Kenntnissen gerne helfen. Das würde NASN noch nicht ausschließen, kann man den Spartensender in Spanien nicht empfangen. Aber soll es eine paneuropäische Lösung der NBA via NASN geben, wenn der TV-Markt für die NBA in Europa seine eigenen Brötchen backt? Es bleibt spannend.


Thema: Politik International, Politik National, TV und Radio, US-Sport | Kommentare (0) | Autor: medispolis

Mediales am Montagabend: NBA TV-Rechte, DEL-Übertragungen, Sat.1 Nachrichten, Tageszeitungen, Thomas Wark, Blogs

Montag, 8. September 2008 21:02

Alles, was sich die letzten Tage so angesammelt hat, gibt es jetzt mal in einer kleinen Rundschau.

Noch knapp sieben Wochen sind es bis zum Start der neuen NBA Saison 2008/2009. Am 28. Oktober eröffnen die Cleveland Cavaliers gegen die Boston Celtics die neue Spielzeit. Für die NBA-Fans in Deutschland ist es jedes Jahr das gleiche Hoffen und Bangen, ob man zumindest ein paar Spiele aus der besten Basketballliga der Welt zu sehen bekommt. Der Vertrag zwischen der NBA und PREMIERE ist ausgelaufen, in Unterföhring äußert man sich dieser Tage selten zu aktuellen Wasserstandsmeldungen. Man sei angeblich in Verhandlungen. Wenn man den derzeitigen Sparkurs anschaut, ist es eigentlich unvorstellbar, dass man sich die NBA-Rechte sichert. Das wäre dann so, als würde Kurt Beck 2009 nochmal Parteivorsitzender der SPD. Aber ich lasse mich gerne überraschen. Eine Neuerung gibt es diese Saison: ESPN vermarktet in enger Absprache mit der NBA die weltweiten Rechte. Theoretisch würde es sich anbieten, dass dann auch die NBA zu NASN wechselt. Wenn die NBA aber durch länderspezifische Vergabe mehr Geld einnimmt, ist der Weg für NASN versperrt. Und das heißt dann wohl auch für die deutschen NBA-Fans. Oder glaubt jemand, dass das DSF sich bemüht, zwei Spiele pro Woche zu zeigen? Immerhin gibt es noch ein bisschen Hoffnung. Sowohl Digital Plus aus Spanien als auch Canal Plus aus Frankreich werben derzeit in ihren Programmpaketen nicht mit der NBA. Jedenfalls gibt es Informationen, aber keinerlei Hinweise, dass man auch die kommende Saison überträgt. BTW: Von dem Angebot sonst wird man fast erschlagen, sieht sehr umfassend aus. Canal Plus zeigt übrigens auch drei Topspiele pro Spieltag aus England, dazu aber noch Deutschland, Spanien und Italien. Zurück zur NBA: Die große Lösung mit NASN scheint eher unwahrscheinlich. Wir müssen wohl wieder auf PREMIERE hoffen

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Nachtrag zu meinem Bericht über die DEL-Übertragungen bei PREMIERE. Mittlerweile sendet man in der Regel nur noch ein Spiel pro Woche. Gestern hat man sich das Derby Düsseldorf gegen Köln entgehen lassen. PREMIERE-Sportchef Roman Steuer hat dem Branchendienst Quotenmeter ein Interview gegeben. Darin sagt Steuer bezüglich der DEL-Übertragungen [Hervorhebung von mir]

“Wir werden vor allem von den entscheidenden Spielen um die Deutsche Eishockey Meisterschaft so ausführlich als möglich berichten und halten stets die Augen nach technischen Innovationen offen. Sobald uns etwas angeboten wird, was die Qualität unserer Übertragungen weiter verbessert, werden wir einen On Air-Einsatz prüfen.”

Und was heißt das genau? Die entscheidenen Spiele um die Meisterschaft sind die Playoffs. Da zeigt man ja schon ab dem Halbfinale alle Spiele. Wieso fällt es PREMIERE so schwer endlich mal klare Aussagen zu machen? Zum Beispiel in der Art: Ja, zu Beginn zeigen wir nur ein Spiel pro Woche. Ab Janauar gibt es dann 2-3 Spiele pro Woche, damit wir die spannende Phase vor den Playoffs umfassend abdecken. Die Aussagen von Roman Steuer sind doch Käse. Null Inhalt. Man wirbt derweil weiter mit zwei Live-Spielen pro Woche. Und dass die Ausrede mit der begrenzten Kapazität im Sportportal nicht als Ausrede dienen kann, zeigt man nächste Woche. Dann gibt es nach der Formel 1 die DEL. Warum nicht immer so?

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Interview die Zweite, diesmal mit Peter Limbourg, Nachrichtensprecher bei Sat.1 für die einzige Nachrichtensendung des Tages um 20h00. Jetzt wird man die Sendung auch auf den Samstag ausweiten. Gewagter Schritt. Mal sehen, wieviele Menschen von der ARD-Sportschau dann zu den Sat.1 News rüberschalten. Die Quoten sind sehr bescheiden, aber das wird dann seitens Torsten Rossmann so gerechtfertigt:

“Die Tatsache, dass es unsere Sendung gibt, ist ein klares Statement – für die Relevanz von Sat.1.”

Welche Relevanz?

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Erst jetzt entdeckt, trotzdem immer noch aktuell und interessant zu lesen. Die Media Perspektiven haben Daten zur Konzentration der Tagespresse in Deutschland veröffentlicht. Die zehn größten Verlagsgruppen haben mittlerweile einen Marktanteil von fast 60% der verkauften Exemplare. Hier eine Kurzübersicht und die gesamte Studie.

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In England herrscht derzeit großes Entsetzen. Seit dieser Saison hat der Pay-TV Sender Setanta die Übertragungsrechte für Auswärtsspiele der englischen Mannschaft. Da weder ITV noch die BBC sich mit Setanta auf eine Einigung bezüglich einer Zusammenfassung im Free-TV einigen konnten, bleibt für viele Fans der Bildschirm schwarz. Jetzt soll die Politik eingreifen.  Wie gut, dass das ZDF zumindest die zweite Hälfte überträgt. An dieser Stelle schon mal der Hinweis für Thomas Wark, der das Spiel kommentieren wird. Auch Engländer, die kein Wort deutsch sprechen, merken, wenn man Spielernamen nicht dem richtigen Verein zuordnet. Und bitte nicht den Marktwert für Luka Modric in die Höhe treiben. Bei den Spurs-Fans besteht dann Suizidgefahr. Dankeschön.

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Miro, der vor ein paar Monaten der-kommentator geschlossen hat, bloggt ab heute an neuer Stelle unter north-stand. Themen: Politik, Medien, Alltag und Fußball. Willkommen zurück.

Ein kleiner Tipp: Wer sich gerne für britische Medien interessiert. Der Guardian pflegt mit viel Qualität unter media Monkey zu bloggen.

Thema: TV und Radio, US-Sport, Zeitungen/Zeitschriften | Kommentare (8) | Autor: medispolis

Spielplan der NBA Saison 2008/2009 veröffentlicht

Donnerstag, 7. August 2008 18:44

Die National Basketball Association (NBA) hat heute den Spielplan für die neue Saison 2008/2009 veröffentlicht. Season Opener ist die Partie Boston Celtics gegen die Cleveland Cavaliers. Der amtierende Meister empfängt also LeBron James. Dallas startet mit einem Heimspiel gegen die Houston Rockets in der Nacht vom 30. auf den 31.10. Dann geht es nach Minnesota, man empfängt Cleveland und reist dann zu den San Antonio Spurs und den Denver Nuggets. Ein einfacher Auftakt ist das nicht.

Ein ganz besonderes Schmankerl gibt es am 1. Weihnachtstag. Der ABC-Doubleheader besteht diesmal aus den Partien Phoenix Suns gegen die San Antonio Spurs und Los Angeles Lakers gegen die Boston Celtics. Die Neuauflage des Finales gibt es als Bescherung unter dem Weihnachtsbaum.

Die Frage ist halt nur, wo wir deutschen NBA-Fans wie das ganze sehen können. Bietet jemand 20 Euro auf PREMIERE? Mal schauen. NASN ist eigentlich reichlich mit Programm gefüllt. Könnte böse ausgehen.

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Thema: US-Sport | Kommentare (0) | Autor: medispolis

Fehler am frühen Morgen

Freitag, 13. Juni 2008 14:55

Gestern Nacht Spiel 4 der NBA Finals im Staples Center von Los Angeles. Die Führung der Lakers.

  • Mitte des ersten Viertels – 20:6
  • Nach dem 1. Viertel – 35:14
  • Mitte des zweiten Viertels – 45:21 (höchste Führung im Spiel)
  • Halbzeit – 58:40
  • Anfang des 3. Viertels – 70:50

Und dann habe ich den Fernseher ausgemacht, weil ich zu müde war, weil ich immer noch frustriert war von der EM und weil ich Boston keine Chance mehr gab in diesem Spiel.

Nach einem 21:3-Lauf im dritten Viertel waren die Celtics wieder dran und gewannen Spiel 4 mit 97:91. Wer solche Spiele noch dreht, der wird auch NBA-Champion.

Spiel 5 in der Nacht von Sonntag auf Montag wiederum an der Westküste der USA.

Thema: US-Sport | Kommentare (0) | Autor: medispolis

PREMIEREs Trauerspiel bei den NBA-Finals

Freitag, 6. Juni 2008 11:13

Um es gleich vorweg zu sagen, ich fand Spiel 1 der Finals durchaus unterhaltsam, eine starke und stabile Offensive der Boston Celtics stand sehr lange einer geschlossenen Mannschaftsleistung der LA Lakers gegenüber. Also sportlich will ich mich bei weitem nicht beschweren.

Was mich gestern Nacht am meisten ärgerte, war (einmal mehr) wieder PREMIERE. Dass nun Markus Krawinkel die Finalserie kommentiert, konnte ich noch verkraften, wobei ich mich schon frage, was PREMIERE mit Michael Körner angestellt hat. Seit dem All Star Game in New Orleans war Michael Körner – für mich mit Abstand Deutschlands bester Basketballkommentator – nicht mehr am Mikrofon des Bezahlsenders. Die vergangenen beiden Jahre kommentierte Michael Körner stets auch die NBA Finals. Schade, schade, schade.

Und eins kommt noch dazu. Michael Körner kommentierte die Finals live aus den USA, diesmal gibt es die Finalserie von PREMIERE aus dem Keller in Unterföhring präsentiert. Stimmungsmäßig drückt dies schon mal enorm, weil die Stadionatmosphäre ganz anders rüberkommt als würde man live aus Boston kommentieren. Aber scheinbar sind PREMIERE ein Flugticket für Krawinkel und eine günstige Übernachtungsmöglichkeit zu teuer. Ich kann es nicht verstehen. Es ist im ehe schon sehr sehr spärlichen Sport-Programm von Deutschlands schönstem Fernsehen eines der wenigen Highlights – für PREMIERE aber kein Grund aus dieser Übertragung etwas Besonderes zu machen. Business as usal, PREMIERE wird immer schlechter. Hoffentlich nimmt dies auch die NBA zu Kenntnis, dass man sich in Unterföhring nicht mehr sonderlich bemüht die NBA in Deutschland zu übertragen.

Und eines ärgert mich noch. Ich war vergangene Nacht in Hannover, also nicht zuhause in Bremen, musste aber meinen Receiver und Equipment mitnehmen, weil ich nicht via Internet die Übertragung sehen möchte. Denn als ehe schon zahlender Abonnent muss ich sogar nochmal für die Internet-Übertragung des Spieles bezahlen. Und bei so einer Übertragunsqualität und dem Bemühen, das PREMIERE zeigt für die Präsentation der NBA Finals, sind mir auch schon 2-3 Euro zuviel. Einziger positiver Effekt war, dass die US-Kollegen wie immer zu den Finals einen Worldfeed hatten, sodass die kleinen Musik-Einspielfilmchen sich sehr in Grenzen hielten.

Und so saß ich dann heute Morgen um 02h45 mit Teekanne und Brötchen im Sessel und habe mich erstmal geärgert. Zum Glück hat das Spiel dann entschädigt.

Wo wir gerade bei PREMIERE sind: Nach jetzigem Stand gibt es auch keine Live-Spiele von der Südamerika-Qualifikation im Juni, also bekommen wir am 18. Juni auch nicht die Partie Brasilien gegen Argentinien aus Bela Horizonte zu sehen. Und die Golden League hat PREMIERE auch gestrichen. Deutschland schönstes Fernsehen – dieser Slogan wird immer mehr zu einer sich auflösenden Utopie.

Thema: TV und Radio, US-Sport | Kommentare (0) | Autor: medispolis

Preview NBA Finals 2008: Boston Celtics vs. Los Angeles Lakers

Mittwoch, 4. Juni 2008 14:56

Vor großen Sportereignissen, wie es die NBA Finals nun einmal sind (trotz der eher rückläufigen TV-Quoten der letzten Jahre), werden vor allem von Sportjournalisten und TV-Experten immer wieder gerne Superlative bemüht um einem solchen Ereignis den letzten ruhmreichen und spektakulären Schliff zu geben. Oft ist eine solche Vorgehensweise aber alles andere als nützlich, wurde man doch vor allem in den NBA Finals die letzten Jahre eher mit mäßigen spielerischen Leistungen und häufig einer gewissen Einseitigkeit unterhalten. Die großen Storys, ja die Geschichten, an die man sich auch heute noch erinnern könnte, blieben vor, während und auch nach der Finalserie aus.

Diese Finalserie soll anders werden, sie soll für die letzten Jahre entschädigen, und schon überschlagen sich die Experten in den USA und auch der eine oder andere deutsche Sportjournalist mit Superlativen. Unabhängig davon wie diese Finalserie sich nun entwickeln wird, ist sie zumindest was die Rivalität, die Tradtionen und die Erfolge der beteiligten Mannschaften angeht ein Aufleben der glorreichen NBA-Zeiten. Basketball-Fans aus aller Welt scheinen sich danach wieder zu sehen, anders ist der Hype um die Celtics und Lakers nicht zu erklären.

Zum elften Male treffen sich die Boston Celtics und die Los Angeles Lakers in einer Finalserie, kein Duell gab es öfter im letzten Abschnitt vor dem Errreichen der Ringe. 30 Meisterschaften können beide auf sich vereinen, 16 Titel gingen an die Boston Celtics, 14 an die LA Lakers. Das Team aus Kalifornien kann mit einem Sieg in der diesjährigen Finalserie den Abstand auf den Rekordchampion der NBA also ein bisschen verkürzen. Boston möchte nach 22 Jahren Abstinenz wieder mal einen NBA-Titel feiern. Den Lakers gelang dies zuletzt 2002. Lang ist die Liste der großen Stars auf beiden Seiten, Bill Sharmann, Larry Bird, John Havlicek, John Chamberlain und Shaquille O’Neal um nur ein paar Namen zu nennen. Interessant bei der ganzen Traditon und Historie vor allem die Geschichte eines Mannes: Pat Riley, der zu Beginn der Saison 1981/82 die LA Lakers übernahm. Damals war er erst 35 Jahre alt. Neun Jahre blieb er dann bei den LA Lakers, verlor seine erste Finalserie 1984 in sieben Spielen gegen den großen Kontrahenten aus dem Osten, ein Jahr später ging der NBA-Titel dann nach Kalifornien. Boston wurde besiegt. Und auch diesmal steht in dieser Finalserie wieder ein Trainer im Mittelpunkt. Lakers-Coach könnte mit einem Titel zum erfolgreichsten Trainer aller Zeiten in der NBA aufsteigen, es wäre dann seit 10. Triumph und damit hätte er einen Titelgewinn mehr als der erfolgreichste Coach der Boston Celtics, Red Auerbach, der zwischen 1950 und 1966 an der Östküste der USA Trainer war und mit den Celtics neun Meisterschaften feiern durfte.

Kommen wir zur ja fast schon nüchternen Gegenwart in den NBA Finals 2008. Das beste Team aus der Eastern Conference trifft auf den Erstplatzierten der Regular Season aus der Western Conference, also ist es von diesem Standpunkt doch nur logisch, dass beide Teams auch den NBA-Titel 2008 unter sich ausmachen. Aber es stehen eben auch zwei Mannschaften im diesjährigen NBA Finale, mit denen man nicht unbedingt rechnen konnte, schon gar nicht nach der Leistung der Vorsaison bei den Celtics. Nach der diesjährigen regular Season hatte man 42 Siege mehr auf dem Konten, aus einem der heimschwächsten Teams 2006/2007 wurde dieses Jahr eine Festung im TD Banknorth Garden. Man darf schon jetzt die Trades von Kevin Garnett, Paul Pierce und Ray Allen nach Boston als die wohl beste Investiton in eine Mannschaft überhaupt bezeichnen. Denn die drei Superstars haben auch ihre Mitspieler zu deutlich besseren Leistungen gebracht, mannschaftlich kompakter als Boston konnte man die regular Season kaum spielen. Dass man in den Playoffs dann sieben Siege gegen die Atlanta Hawks benötigte, ist nicht mehr als ein Schönheitsfleck. Auch den Los Angeles Lakers half ein ja überraschender Trade zurück in die Ligaspitze der NBA. Anfang Februar einigte man sich mit den Memphis Grizzlies auf einen Trade des Spaniers Pau Gasol nach Kalifornien. Ein Schnäppchen, das aber jeden Cent wert war. Mit Pau Gasol wurde vor allem die Last von den Schultern von Kobe Bryant genommen, der Superstar der Lakers wurde immer mehr zum Mannschaftsspieler. Mit Derek Fisher und Lamar Odom hatte man die perfekte Mischung auf dem Parkett und konnte so auch Andrew Bynum fast adäquat ersetzen. Nicht auszummalen wenn auch noch Bynum in dieser Mannschaft mitgemischt hätte. Doch der Center leidet immer noch an einer Knieverletzung, Ausgang ungewiss.

Und ungewiss dürfte auch der Ausgang dieser Final-Serie sein. Ich kann es drehen, wie ich will, aber ich sehe keinen Favoriten. Dass es eine lange Serie werden wird, dürfte klar sein. Ich sehe Boston am Ende ganz knapp vorn, begründen kann ich es aber irgendwie nicht. Die Celtics gewannen beide Aufeinandertreffen in der regular Season gegen die Lakers deutlich. Gerne wird dieses Duell auf die Superstars runtergebrochen, aber es kann keinen Basketballspieler, auch nicht Kobe Bryant, geben, der eine Finalserie im Alleingang gegen Garnett, Pierce und Allen gewinnen kann. Die Celtics mögen zwar mit mehr Superstars gespickt sein, die Lakers setzten ihre gesamte Mannschaft dagegen. Für Boston ist auch gefährlich, wenn mal einer oder gleich zwei der großen Drei keinen guten Tag erwischt haben, denn dann hakte vor allem die Offensive sehr, zuletzt mehr als deutlich bei den Niederlagen gegen Detroit gesehen. Wobei Ray Allen mir in den Playoffs überhaupt nicht gefällt, sehr viel besser in Schwung bei den Celtics kommt James Posey, dem vielleicht eine Schlüsselrolle zufallen dürfte, wenn er sich darum bemüht Kobe Bryant in Schach zu halten, von Verteidigen will ich erstmal gar nicht sprechen. Interessant dürfte vor allem werden wie gut Kobe Bryant von Pau Gasol unterstützt wird. Der Spanier hat durchaus das Potential für Kobe in die Bresche zu springen, wenn sich der Star der Lakers mal für eine Halbzeit eine Auszeit nimmt. Dass Kobe ein Totalausfall wird, kann man eigentlich ausschließen.

Aber das ist wo auch das einzige in dieser Finalserie 2008. Ein Land scheint sich wieder für Basketball begeistern zu können, ABC als übertragender Sender freut sich auf Traumquoten. Und ich habe bis jetzt noch einen Wunsch: Dass wir auch während und nach dieser Serie noch viele spektakuläre und schöne Stories über diese Finals erzählen und behalten dürfen. Denn das Duell Boston Celtics gegen die Los Angeles Lakers hat schon so viele unglaubliche Geschichten geschrieben, es steht ihm nicht zu jetzt die NBA-Fans im Stich zu lassen.

Thema: US-Sport | Kommentare (0) | Autor: medispolis

NBA Playoffs 2008 Eastern Conference Final Spiel 6, Detroit Pistons – Boston Celtics 81:89

Freitag, 30. Mai 2008 12:19

Nachdem vergangene Nacht die LA Lakers dank einer überragenden Veranstaltung von Kobe Bryant die NBA Finals 2008 erreicht haben, wartet das Team von Trainer Phil Jackson jetzt auf den Gegner aus der Eastern Conference. Boston führt die Serie mit 3:2, braucht also einen Auswärtssieg um die Serie zu einem Ende zu bringen. Das gelang in den Playoffs 2008 bisher nur einmal – ausgerechnet in Detroit. Aber die Pistons versuchen ihre Heimstärke dagegen zu setzen.

Es war eine gespannte Atmosphäre vor Spiel 6 in Palace of Auburn Hills in Detroit. Die Pistons standen unter Druck, mussten Spiel 6 gewinnen um weiter Chancen auf das NBA Final zu haben, Boston konnte etwas beruhigter in dieses Spiel gehen auch wohlwissend, dass man schonmal auswärts in dieser Serie bei den Pistons gewonnen hatten. Die Celtics in der Starting Five wieder mit den Großen Drei, Kevin Garnett, Paul Pierce und Ray Allen wurden von Kendrik Perkins und Rajon Rondo unterstützt. Auch die Pistons konnten ihre beste Mannschaft aufs Parkett schicken mit Tayshaun Prince, Antonio McDyess, Rasheed Wallace, Richard Hamilton und Chanuncey Billups. Für Detroit kam es vor allem darauf an die Kreise von Kevin Garnett halbwegs wieder einzugrenzen, was in Spiel 5 überhaupt nicht gelang. Wichtig auch für das Team aus Michigan die einfachen Jump Shots der Celtics wieder effektiver zu verteidigen.

Nach zwei ersten ausgeglichenen Vierteln stand es 40:37 für die Boston Celtics, keine Mannschaft konnte sich wirklich absetzen, beide Teams spielten ihren Spielstil, konnten aber die gut stehenden Defensivreihen nicht immer überwinden. Einen Leistungsunterschied gab es aber überhaupt nicht festzustellen. Beide Teams vor allem von der Dreier-Linie mit einer erschreckenden Bilanz, erst kurz vor Ende des 1. Viertels konnte Ray Allen den ersten Dreier für Boston im Korb unterbringen.

So ausgeglichen die ersten beiden Viertel waren, desto spannender und rassanter wurde die zweite Halbzeit. Zum ersten Mal hatte man das Gefühl, das Spiel könnte zu Gunsten einer Mannschaft kippen – und zwar in Richtung Detroit. Auch die ersten Minuten des dritten Viertels waren wieder ausgeglichen, drei Minuten vor Ende stand es 58:58, doch dann ein kleiner Schlüsselmoment im dritten Spielabschnitt pro Detroit. Die Pistons führen 64:58, als Paul Pierce ein Wurf von Downtown versenkt, kassiert dabei aber ein mehr als fragwürdiges Offensivfoul. Statt 61:64 aus Sicht von Boston stand es dann 66:58 für Detroit, weil Tayshaun Prince beide Free Throws verwandelte. Mit einer 68:60-Führung ging Detroit in das letzte Viertel, das Momentum klar auf der Seite. Es war spannend zu sehen, wie Boston das vierte Viertel angehen würde. Ganz ehrlich, ich hatte damit gerechnet – auch aufgrund der bisherigen Auswärtsschwäche – dass Detroit das dann souverän nach Hause schaukeln würde, aber da habe ich mich wohl getäuscht.

Denn was die Boston Celtics in den letzten 12 Minuten da für einen Basketball zelebrierten, das war absolut NBA-Champion würdig. Vielleicht war sich Detroit schon etwas zu sicher aufgrund der Führung und wurde dann vom Garnett-Pierce-Express förmlich überrollt. Richard Hamilton eröffnete das vierte Viertel per Jump Shot zum 70:60, danach folgte ein 10:0-Lauf der Celtics, 70:70 knapp sieben Minuten vor Schluss, 72:74 knapp fünf Minuten vor Schluss. Und was der Schlüsselmoment für die Pistons im dritten Moment war, war dieser für die Celtics eine glänzende Einzelvorstellung von Paul Pierce, der nach tollem Zug zum Korb das Foul von Rodney Stuckey aufnahm und per 3-Punkt-Spiel zum 75:74 traf. Erste Führung für die Boston Celtics seit Mitte des dritten Viertels. Und von dort an lief es fast von selbst, man spielte sich in einen kleinen Schlussrausch und brachte die Führung sicher und souverän nach Hause. Am Ende stand es 89:81 für die Boston Celtics. Das vierte Viertel entschied man mit 29:13 für sich.

Am Ende war es vor allem Paul Pierce, der mit 27 Punkten und 8 Rebounds Boston den Sieg ermöglichte, Kevon Garnett kam auf 16 Zähler, Ray Allen konnte 17 Punkte für sich verbuchen. Mannschaftlich waren die Celtics einfach einen Tick geschlossener und kompakter, auch die 29 Punkte von Chauncey Billups und die 21 Zähler von Richard Hamilton konnten Boston letztendlich nicht gefährden. Die Pistons mit schwacher Trefferquote von der Dreierlinie, nur 6 von 21(28,6%), zudem 16 Turnovers. Pistons Coach Flip Saunders steht nach Informationen von ESPN vor einer ungewissen Zukunft, er hat noch einen gültigen Vertrag für die kommende Saison in Detroit, es bleibt aber fraglich, ob er diesen auch erfüllt.

Damit kommt es ab kommenden Donnerstag also zum für viele Experten selbst ernannten Traumfinale zwischen den LA Lakers und den Boston Celtics, ein Spiel, das so viele Geschichten erzählt, dass man gar nicht weiß, wo man anfangen soll. Zum achten Mal treffen sich beide Teams in einem NBA-Finale, zuletzt gewannen 1985 und 1987 jeweils die LA Lakers mit 4:2, aber mehr Tradition in einem NBA-Finale wie diesen gibt es nicht. Schauen wir mal, was wir erwarten können. Mehr dazu dann in den nächsten Tagen.

Thema: US-Sport | Kommentare (0) | Autor: medispolis