Beitrags-Archiv für die Kategory 'US Wahl 2008'

TV-Tipp: ARD-Doku zum Wahlkampf von Barack Obama und John McCain

Montag, 20. Oktober 2008 14:00

Knapp zwei Wochen sind es noch bis zu den Wahlen in den Vereinigten Staaten. Auch wenn John McCain in einzelnen Umfragen den Vorsprung auf Barack Obama ein wenig verkürzen konnte, liegt der Senator aus Illinois immer noch komfortabel in Führung und konnte gestern mit der Unterstützung von Colin Powell einen weiteren wichtigen Schritt zur Präsidentschaft verzeichnen.

Bereits letzte Woche hatte das ZDF in einer außerordentlich interessanten Dokumentation die beiden Kandidaten im US-Wahlkampf begleitet, am heutigen Montag zieht die ARD nach. Die Dokumentation “Duell ums Weiße Haus” der beiden US-Korrespondenten Thomas Berbner und Udo Lielischkies beginnt um 21h00 in der ARD.

Thema: TV und Radio, US Wahl 2008 | Kommentare (0) | Autor: medispolis

Deshalb verehre ich die BBC so

Mittwoch, 8. Oktober 2008 17:04

Die letzten Arbeitstage waren bei mir sehr anstrengend. Gestern Abend um 23h00 nach Hause gekommen, heute morgen um 6h30 aufgestanden. An ein Anschauen der TV-Debatte zwischen Barack Obama und John McCain war nicht zu denken, habe ich es doch gerade mal geschafft, ein Käsebrot gestern Abend zu essen. Bei der Daily Show bin ich eingeschlafen – man möge es mir verzeihen.

Ich plante mir beim Frühstück am Morgen einen kurzen Überblick über das TV-Duell zu machen und es dann heute Nachmittag zu schauen. Also, für ein erstes Eintauchen heute um 6h45 den PC angemacht und zuerst bei der Tagesschau vorbeigeschaut. Vielleicht gibt es ja schon einen Bericht von den ARD-Hörfunkkorrespondenten.

Leider, weit gefehlt. Einzig ein kleiner Agenturbericht (Stand 04h01) berichtet vom TV-Duell. Stand 04h01, fast drei Stunden später schaue ich vorbei. Nicht eine Angabe zu möglichen Blitzumfragen. Ein reiner Agenturbericht, der eigentlich nur an den Artikel vom Vorabend vorgehängt wurde. Erst um 08h27 kommt der Bericht von Ralph Sina, Hörfunkkorrespondent des WDR in Washington. Keine Angabe über einen möglichen Sieger oder Umfrageergebnisse.

Also rüber zu BBC: Und was ich da sehe, verschlägt mir schon wieder die Sprache. Bereits um 06h45 gibt es einen langen Bericht mit den wichtigsten Zitaten, es gibt schon einige Highlightvideos zu den wichtigsten Kernaussagen. Um 07h00 folgt eine sehr ausführliche Analyse, die komplette Debatte wird ins Internet gestellt. Da war bei der ARD immer nur noch der Agenturbericht auf der Seite. Und nicht zu vergessen das exzellente Live-Blogging der BBC live aus Nashville. So stelle ich mir eine ausführliche, fundierte und ausgewogene Berichterstattung vor.

Das soll kein Frontalangriff auf die ARD sein, aber die BBC zeigt, wie man schnell und gut seine Leser informieren kann. Vielleicht kann sich die ARD da mal eine Scheibe von abschneiden. Denn nur ein mickriger Artikel auf tagesschau.de ist schlicht sehr wenig. Beim nächsten Mal wird gleich bei der BBC geschaut.

Thema: TV und Radio, US Wahl 2008 | Kommentare (4) | Autor: medispolis

All I Need Is A Game Changer

Montag, 6. Oktober 2008 20:46

Ein neuer Werbespot, neue Attacken gegen Barack Obama, und man holt sich Rat von einem ausgewiesenen Experten.

Ich finde es immer noch bedenklich, wenn John McCain jetzt wieder über die mangelnde Erfahrung von Barack Obama herzieht, wenn er gleichzeitig Seit an Seit mit Sarah Palin auftritt. Ob das gut gehen kann?

Und was sagt Barack Obama: They’re running out of time. Und schaltet einen 13-Minuten-Spot über McCains Scheitern in der Finanzpolitik und gibt sich gleichzeitig als der Handelnde in der Krise. Die Obama-Kampagne hat auch erkannt, dass man mit dem Thema Wirtschaft punkten kann, allerdings nur solange, wie es auf der Agenda steht. Das will John McCain verhindern, gelingt aber nur sehr bedingt. Fallende Aktienkurse sorgen halt momentan für mehr Angst als eine angebliche Verbindung zwischen Obama und Terroristen.

John McCain braucht im Moment scheinbar mehr als nur einen Game Changer. Er braucht Fehler von Obama, aber der scheint souveräner denn je.

Thema: US Wahl 2008 | Kommentare (0) | Autor: medispolis

The End is just…

Samstag, 4. Oktober 2008 12:04

Ich habe gerade in der Straßenbahn die neue Ausgabe des Economist angefangen und musste mal wieder herzlich über die Karikatur von Kevin Kallaugher lachen.

Im Mittelpunkt der neuen Ausgabe steht natürlich die Finanzkrise. Es gibt aber auch einen nach erstem Überfliegen sehr lesenswerten Special Report auf 25 Seiten über die US-Wahlen und den Kampf zwischen Barack Obama und John McCain, bezogen auf wesentliche programmatische Aspekte, sei es Außenpolitik, Wirtschaft oder auch Wertevermittlung.

Der Special Report mit dem Titel “The Battle of Hope and Experience” ist auch als pdf-Datei für alle Interessierten verfügbar (5,3 MB).

Thema: US Wahl 2008, Zeitungen/Zeitschriften | Kommentare (0) | Autor: medispolis

US-Wahl 2008: Das TV Duell Sarah Palin gegen Joe Biden

Freitag, 3. Oktober 2008 2:42

[04h50] Ein paar Gedanken zur Debatte der Kandidaten für den Vize-Präsidenten.

Sarah Palin hat ganz gut begonnen, mit viel frischem Wind, sehr präzise, auch wenn sie nicht immer die Fragen direkt beantwortete und lieber ihr Programm durchspulte. Der Bruch kam dann mit der Außenpolitik. Da hat sie ihre Linie verloren, sich zu sehr in Details verstrickt, zu sehr vielleicht auch ein bisschen zu viel George W. Bush verteidigt statt ihre eigenen Punkte durchzusetzen. Und von dieser inhaltlichen Schwächephase hat sie sich auch nicht mehr erholt. Also inhaltlich höchstens oberer Durchschnitt.

Ganz anders Joe Biden. Ich habe ihn zu Beginn sogar etwas schwächer gesehen. Er hatte ein paar Probleme in diese Debatte zu kommen, aber dann blühte er auf. Spätestens bei der Energiepolitik und vor allem bei der Außenpolitik war Biden in vielen Punkten präziser, direkter, verständlicher, mit mehr Details, Fakten und auch beeindruckenden Zahlen. Inhaltlich eine gute Debatte von Biden.

Den größten Unterschied sah man wohl in der Präsentation der beiden Kandidaten. Natürlich steht die inhatliche Seite im Vordergrund, aber man schaut natürlich immer auch auf Gestik, Mimik und Wortwahl. Und hier fand ich Biden um einiges besser. Palin schaute in die Kamera und spulte ihre Reden runter, wenig Variation in der Stimme, eher wenig Veränderung des Sprechtempos, wenig prägnante Sätze, die sich mir eingeprägt haben. Da war Biden besser, sei es die Extra Mile of Diplomacy oder das Schlussstatement, das prägnant war, das einprägsam war.

Die Frage ist jetzt immer, ob es beide Kandidaten geschafft haben, die noch unentschlossenen Wähler für sich zu gewinnen. Und dafür glaube ich war die Leistung von Palin nicht gut genug. Es reicht vielleicht das konservative Lager ruhig zu stimmen, es zu begeistern, aber was nützt es, wenn man die jetzigen Wähler eventuell noch mal bestärkt. Biden konnte da schon eher punkten, weil er umfassender seine Statements abgab, weil er auch über die gesamte Länge der Debatte präsenter und prägnanter wirkte.

Insgesamt sehe ich Joe Biden bei diesem Duell vorne. Ich kann mich auch gerne irren, aber gesamt gesehen war es ein Sieg für den Kandidaten von Barack Obama. Sarah Palin konnte sich verbessern gegenüber bisherigen Erfahrungen, hatte auch ganz gut begonnen, aber gegen Ende hatte Biden die wichtigen Argumente auf seiner Seite. Ich bin auf die Umfragen gespannt. Noch eine angenehme Nacht.

[04h28] Die Schlussstatements: How you change Washington als Vice-President? Erstes Wort von Biden: John McCain. Das war nicht ganz so geschickt. Ansonsten das bekannte Programm, nichts Neues. Palin: Auch sie will wie Biden die unterschiedlichen Parteilinien überwinden in Washington. Palin spricht von Steuererleichterungen für Arbeiter. Möchte die Ausgaben in Washington begrenzen.

Palin: Danke für diesen Abend. Es sei eine Ehre gewesen mit Biden zu debattieren. Würde gerne mehr abseits der Mainstream-Medien zu debattieren. Ich kenne die Herausforderungen, McCain wird für diese kämpfen. Zitiert Reagen: Freiheit muss an die nächste Generation weitergegeben werden. Und McCain hat immer für Freiheit gekämpft.

Biden. Pleasure to debate with Mrs Palin. “Look folks” als Anrede. Amerika brauche Wandel, brauche Fortschritt. Und diese Garantie kann nur Barack Obama geben. Die Soldaten aus dem Irak, die nach Hause kommen werden, bekommen einen umfassenden Gesundheitsschutz. It is time for America to get up. I’m ready to get up, Barack Obama is ready to get up.

Und das war dieser knackige Schlusssatz, den Biden auf seiner Seite hat, den Palin nicht brachte und der für diese gesamte Debatte stehen könnte.

[04h21] Biden: American People looking for help, not for the same. Sehr emotionaler Abschnitt von Biden, als er über sehr viele persönliche Erfahrungen innerhalb seiner langen politischen Karriere gesprochen hat, über den Tod seiner Frau und seiner Tochter bei einem Autounfall. Am Ende stand dann dieser Satz. Palin: American people are not looking for the same, they are looking for change. Passt inhalich zusammen. Biden greift noch mal McCain an. Er sei in vielen Punkten kein Maverick. Biden nochmal mit einem Rundumschlag der verfehlten Bush-Politik. Und da ist wieder die unterschiedliche Tonlage, die unterschiedliche Geschwindigkeit im Reden.

[04h18] Angesprochen auf ihre Erfahrung sagt Palin, dass sie in vielen Bereichen, wie Familien-, Gesundheits und Energiepolitik habe und diese auch in Washington einsetzen werde.

[04h17] Biden: Dick Cheney is the most dangerous Vice-President in the history of the United States. Er habe viel zu viel Einfluss gehabt, zu viel Macht an sich gerissen. Der Vize-Präsident sei nicht zum Wählen da, sondern zur Unterstützung.

[04h15] Frage nach dem Wert des Vizepräsidenten. Palin wird mit einem Zitat konfrontiert, als sie den Wert des Amtes für gering schätzte. Es sei ein Witz gewesen, so Palin. Der Saal lacht das erste Mal. Jede Entscheidung, die Obama macht als Präsident und bei der er Unterstützung und Rat braucht, wird von Biden unterstützt. Er stehe ihm immer zur Seite. Das sei sein Wert, auch im Amt des Vize-Präsidenten.

[04h11] Erster Pluspunkt für Palin heute Abend. Biden gucke wieder zu viel zurück in die Vergangenheit, als er McCain wegen der Unterstützung von Bush kritisiert. Palin will lieber in die Zukunft schauen. Jetzt wird sie auch wieder detaillierter.

[04h08] Nächster Themenschwerpunkt: Wie würde der Vizepräsident als Präsident handeln? Biden hofft, dass dies nicht vorkomme. Er würde, sollte es passieren, exakt die Politik von Obama ausführen. Und dann kommt ein ganzes Bündel an Maßnahmen, an Philosophie über die Politik von Obama. Es sei eine der wichtigsten Wahlen in der US-Geschichte. Obama habe seine volle Unterstützung in allen Punkten. John McCain sei ein Maverick und macht gute Politik. Auch Palin will die gute Politik von McCain fortsetzen, will die Korruption an der Wall Street beenden. Palin verpasst es hier mehr Aspekte zu nennen, verstrickt sich wieder in zu vielen Details. Hier war Biden oberflächlicher, aber hat mehr Themen abgedeckt.

[04h03] Frage nach der Interventionspolitik der USA. Biden wägt ab und erklärt warum er unter anderem für den Angriff gegen Bosnien gestimmt hat. Er habe keine Bauchschmerzen, wenn eine Intervention nötig sei. Beispiel sei der Massemord in Darfur, aber sie müsse auf erfolgsversprechenden Beinen stellen. Palin gibt erstmal folgendes Statement: “I’m a Washington Outsider” und gibt sich damit wieder die Möglichkeit überhaupt nicht zu diesem ganzen Thema Stellung beziehen zu müssen. Geht nur auf das aktuelle Beispiel Darfur ein. Amerika sei dort bereit zu helfen. Biden mit einem Rundumschlag zur verfehlten Außenpolitik von McCain gegenüber dem Irak. Antwort Palin: Ähm…nach fünf Sekunden geht es weiter, leider nicht zum Thema.

[04h00] Wieder ein guter Vergleich von Biden: Drei Wochen Irak haben die USA genauso viel gekostet wie siebeneinhalb Jahre in Afghanistan. Aber laut Palin liegt im Irak ja auch der Schwerpunkt im Kampf gegen den Terror. Doch bei ihrer Antwort geht sie darauf überhaupt gar nicht ein, leider, und verpasst somit eine klare Chance zur Untermauerung ihrer Position.

[03h57] Joe Biden mit einer gelungenen Aufzahlung. Er sehe keine Unterschiede zwischen der Außenpolitik von Bush und McCain und zählt das an zahlreichen Beispielen immer mit dem gleichen Satzbau auf. Das sind rhetorische Mittel, die hängen blieben, und die man von Palin überhaupt nicht gesehen hat bisher. Biden punktet klar auf der Ebene der Außenpolitik, inhaltlich wie rhetorisch. Palin verstrickt sich jetzt in zu viele Details und verliert ihre klare Linie vom Beginn, wo sie eher klar und verständlich argumentiert hat.

[03h52] Thema Israel: Palin unterstützt die 2-Staaten-Lösung für den Nahen Osten und den klaren Schutz von Israel. “Nobody in the American senate has been a greater friend on Israel”, sagt Joe Biden.

[03h49] Palin: Auch wir würden in einer neuen Regierung ein verstärktes Engagement für Diplomatie übernehmen. Diplomacy is hard work by serious people. Auch ein schöner Satz. Biden widerlegt die Vorwürfe von Palin, das erinnert an die erste TV-Debatte. Biden spricht von “Passion of Diplomacy”. Die Demokraten müssten die “extra mile of Diplomacy” gehen. Gut gekontert, aber auch Palin fand ich in diesem Abschnitt durchaus angriffslustig und detaillert.

[03h45] Frage nach der größten Gefahr momentan für die USA, Iran oder Pakistan. Biden sieht beide als Herausforderungen für die Vereinigten Staaten. Atomwaffen im Iran müssen verhindert werden, Pakistan stbilisiert werden. Greift an dieser Stelle wieder McCain an. Durch den Irak-Krieg habe man Afghanistan und damit auch das Grenzgebiet zu Pakistan vernachlässigt. Palin: Unser zentraler Krieg gegen den Terror findet im Irak statt (huch, das höre ich das erste Mal in diesem Wahlkampf). Beide sind sich in den wesentlichen Fragen einig. Palin greift Obama an, bezeichnet ihn als naiv und nicht urteilsfähig, weil er sich ohne Preconditions mit Diktatoren sprechen will.

[03h42] Biden: We will end this war in Iraq. Er hebt wieder den Finger und klopft auf das Pult. Dieser Satz hat gesessen, dieser Satz war so klar und deutlich, dass Palin erstmal ein paar Sekunden überlegen muss, was sie sagen soll.

[03h42] Erster Themenschwerpunkt: Rückzug-Strategie aus dem Irak. Palin: Wir können uns einen frühzeitigen Rückzug nicht leisten, wir können uns eine Niederlage im Irak nicht leisten. Kein Rückzug aus dem Irak in den nächsten Jahren. Biden: Obama habe einen klaren Plan. Teilrückzug innerhalb der nächsten 16 Monate. Ein Plan, so Biden, dem auch George Bush und Iraks Ministerpräsident Maliki zugestimmt haben.

[03h40] Nächstes Thema Außenpolitik. Bei Palin beginnen die Schweißperlen, Biden lächelt.

[03h38] Nächstes Thema: Heirat gleichgeschlechtlicher Lebenspartner und mögliche Benefits für diese: Biden bekennt sich klar dazu, Palin lehnt dies ab. Es gibt nur eine Heirat, laut Palin, zwischen Mann und Frau.

[03h35] Sehr lustig. Abschluss der Energiepolitik: Forderung von Biden: “Drill, drill, drill.” Und was macht Palin da raus: “Drill, Baby, drill.” Klasse, habe mich vor Lachen nicht mehr eingekriegt.

[03h31] Geschickt, geschickt von Palin. Beim nächsten Thema Klimawandel und der Frage nach den Ursachen geht die Gouverneurin der Frage wieder aus dem Weg, sagt, dass sie gar nicht so über die Ursachen, sondern viel mehr über die Lösungen sprechen will. Das klingt nach Tatendrang, zeigt aber auch, dass Palin von den Ursachen wohl wenig Ahnung hat. Joe Biden gibt einen detaillierten Überblick. Klimawandel sei vom Menschen verursacht, gibt Details, Statistiken wieder und wirbt dann für die Energiepolitik der Demokraten, für eine neue Energiepolitik mit alternativen Energien. Klarer Pluspunkt für Biden an dieser Stelle.

[03h26] Oho, Biden lobt Palin für ihre Energiepolitik in Alaska, die ähnlich den Vorstellungen der Demokraten entspricht, aber im totalen Gegensatz zu der Politik von McCain stehe. Biden blüht langsam auf, benutzt Gestik und Mimik, erhebt den Zeigefinger, schaut direkt zu Palin rüber, redet mal schnell, mal langsam. Palin wirkt sicher, aber sehr eindimensional. Sie spricht ihren Schuh in die Kamera, ohne eine Regung, ohne Variation in der Stimme. Biden gliedert seine Antworten meist sehr gut. Spricht von erstens, zweitens und listet dann seine Argumente auf. Es ist etwas einfacher, durchdachter, stringenter zu verstehen. Palin verlässt manchmal ein bisschen der Mut forsch und frech zu sein, hat Probleme, ihre Argumentation zu gliedern. Aber von beiden durchaus eine gute Performance bis jetzt. So, dann erstmal wieder zum Inhaltlichen. Thema momentan: Energiepolitik.

[03h23] Die Demokraten würden angesichts der Finanzkrise und der schwächelnden Wirtschaft auf die vielen Steuererleichterungen für die Wohlhabenden und Firmen verzichten, stattdessen gibt es Steuerkürzungen für die Mittelschickt. Es sei unpatriotisch, so Biden, für die großen Firmen Steuer zu kürzen, aber nicht für die Mittelschicht. Palin weicht der Frage mal wieder aus, wie man Geld sparen kann/muss trotz der Krise und wo dann die Schwerpunkte stehen, und spricht über Obamas Schlingerkurs in der Energiepolitik und den Energieplan, für den Obama gestimmen habt und der auch Steuerkürzungen für die Öl-Industrie habe. Erst auf Nachfrage geht Palin auf die eigentliche Frage ein.

[03h21] Sarah Palin schlägt sich bis jetzt ganz gut, gibt jetzt sogar Detailwissen zu dem Gesundheitsplan von John McCain bekannt. Aber auch sie ist vorsichtig, versucht ihre Linie durchzuziehen, wenig Kritik gegenüber Biden/Obama. Joe Biden wirkt präziser, direkter, angriffslustiger, gerade auch im Bereich der Wirtschaftspolitik/Finanzkrise und nimmt McCain und damit auch Palin immer wieder ins Kreuzfeuer. Bis jetzt sehr ausgeglichen, leichter Vorteil für Biden, der langsam etwas aufblüht und den ersten Lacher dieses Abends für sich verbuchen kann.

[03h16] Biden: McCain vernachlässige die Mittelschicht der Amerikaner. Unter Obama würde niemand mit einem Einkommen unter 250.000 Dollar im Jahr Steuern erhöht bekommen. Palin sieht damit aber die Gefahr für viele kleine Betriebe und Unternehmen, die mehr verdienen und damit dann höhere Steuern zahlen.

[03h13] Biden greift Palin an, beschuldigt sie, die Frage der Monderatorin nicht beantwortet zu haben. Gilt so halb. Frage war nach der Schuld der Finanzkrise. Biden redet über Deregulierung, Palin greift nur einen Aspekt auf, nämlich der Steuererleichterungen. Na ja, kann man so sehen. Nächster Fragenkomplex: Steuererleichterungen.

[03h11] Frage nach der Schuld für die Finanzkrise: Beide mit recht guten, verständlichen Ausführungen. Palin spricht von Korruption an der Wall Street. Es ist nicht die Schuld der amerikanischen Bürger, sie appelliert aber auch an die Verantwortung der Bürger. Joe Biden gibt natürlich der Bush-Regierung die Schuld. Die Deregulierungspolitik der jetzigen Regierung habe die Krise maßgeblich verursacht. Auch John McCain habe stets für Deregulierung geworben un sei damit verantwortlich für die Krise. Hier kann Biden natürlich punkten, die jetzige Situation macht es ihm einfach. Palin kritisiert, dass Obama/Biden in Washington für Steuererhöhungen gestimmt haben, im Wahlkampf aber Erleichterungen fordern. Washington müsse effizienter arbeiten.

[03h07] Biden greift McCain und Palin an. John McCain habe es eben nicht früh erkannt, dass die Wirtschaft in Schwierigkeiten ist. “Two weeks on Monday at 9h00 in the morning”…das klang wie der Telefonanruf. Palin kann diesen Vorwurf nicht wirklich entkräften. Amerika brauche frischen, neuen Beginn in Washington. Toller Satz, war aber nicht die Frage.

[03h03] Erste Frage an Biden, was zurzeit das Schlechteste/Beste an der Finanzkrise in/für Washington sei. Spricht vom Scheitern der Deregulierung, das sei jetzt mehr als sichtbar. Gleich der Bezug zum Wahlprogramm von Obama. Steuererleichterungen für den Mittelstand. Dies sei der Unterschied zu McCain/Palin. Die Gouverneurin von Alaska antwortet: Spricht von empirischen Beweisen, von Schwierigkeiten für die Leute, von einer am Boden liegenden Wirtschaft. John McCain habe dies früh erkannt, früh reagiert, und dafür sei sie ihm dankbar. McCain sieht das Land als oberste Priorität.

[03h01] Es gibt ein Eröffnungsstatement beider Kandidaten, dann jeweils Themenkomplexe, mit 10 Minuten Zeit für ein Abschlussstatement. So Begrüßung der PBS-Moderatorin, Erklärung der Regeln. Beide kommen zielstrebig auf die Bühne, begrüßen sich herzlich.

[02h59] Ganz interessant die Aussagen von CNN-Chefkorrespondent John King: Das Potential des Scheiterns von Palin sei größer. Sollte sie eine schreckliche Nacht haben, würde das mehr Einfluss auf die Umfragen von John McCain haben. Für mich wird aber auch eher umgekehrt ein Schuh drauß. Sollte Palin Biden in Grund und Boden reden (was ich nicht glaube), könnte sie und damit auch John McCain Punkte aufholen.

[02h57] Stefan Niggemeier bloggt live beim Fernsehlexikon mit.

[02h55] So sehr ich diese stänsige Lobdudelei von CNN (“The best political team on Television”) verabscheue, desto mehr muss ich CNN loben für eine durchaus interessante und unterhaltsame Einstimmung auf dieses Duell. Viele wichtige Aspekte des Duells wurden begutachtet, zahlreiche Experten wurden eingeladen. Und wenn das ganze von Campbell Brown moderiert wird, kann man(n) sich nun wirklich nicht beschweren.

[02h51] Ich freue mich heute Nacht vor allem auf drei Aspekte dieses Duells. Erstens: Wie gut kann Sarah Palin ihre bekannte Unerfahrenheit, die sie vor allem in Fragen der Außenpolitik besitzt, kompensieren durch schlagfertige Argumente und ihre durchaus rhetorischen Fähigkeiten. Zweitens: Wie geht Joe Biden damit um, dass er bisher überhaupt nicht im Fokus dieses Wahlkampfes stand und jetzt auf seine Gegenkandidatin trifft, die die Schlagzeilen positiv wie negativ fast täglich bestimmt hat. Und Drittens: Wie angriffslustig sind beide, welche Taktik verfolgen Sie. Palin ganz auf Offensive und Angriff, mit vielleicht weniger Substanz aus? Joe Biden eher der Elder Statesman mit viel Souveränität, mit der Erfahrung, mit der Kenntnis des Washingtoner Innenlebens? Und wie geht Joe Biden mit Angriffen von Palin um? Da muss er aufpassen, dass er Palin nicht zu sehr in die Enge treibt. Das könnte ihm durchaus negativ ausgelegt werden. Biden muss wohl eher den Ausgleich finden nicht zu arrogant und erfahren zu wirken, Palin muss vor allem zeigen, dass sie Ahnung hat. Und wenn sie das halbwegs tut, dann hätte sie schon einiges erreicht.

[02h42] Moin zusammen. Noch knapp 15 Minuten bis zum Duell der Vize-Kandidaten im “Field House” der Universität St. Louis.

Thema: Live-Blog, US Wahl 2008 | Kommentare (0) | Autor: medispolis

Mediales am Sonntagnachmittag: Fußball-Kommentatoren, Nachtrag TV-Duell, NBA Europe Tour, DFL, Blogs

Sonntag, 28. September 2008 16:07

Ich weiß, dass das Thema Fußball-Kommentatoren eine sensible Angelegenheit ist. Die einen finden diesen gut, die anderen schalten aus, wenn jener kommentiert. So geht es mir im Prinzip auch. Dennoch breche ich hier mal eine Lanze und mache etwas, was ich eigentlich nie vorhatte, dass ich mich in diese Debatte einschalte. Aber seit gestern Abend musste es mal passieren. Nämlich ein ausführliches Lob für Marco Hagemann, der bei PREMIERE und Eurosport so alles kommentiert, was es an Fußball zu zeigen gibt. Vor vier Jahren habe ich Marco Hagemann das erste Mal bei PREMIERE gehört und seitdem hat er sich meiner Meinung nach zu einem der besten Kommentatoren in Deutschland entwickelt. Bestens informiert, mit viel Hintergrundwissen, gute analytische Einschätzungen und vor allem mit der nötigen Begeisterung an seiner Arbeit. Dabei darf nicht vergessen werden, dass Marco Hagemann dank seiner Arbeit für zwei Sender mehrere Spiele pro Woche kommentiert, teilweise sogar zwei pro Tag. Und dafür stets so exzellent vorbereitet zu sein, verdient höchste Anerkennung. Daran können sich ganz viele Kommentatorenkollegen orientieren. Bestes Beispiel wieder gestern Abend: Ich hatte mir zu später Stunde noch die Aufzeichnung von Arsenal gegen Hull City angeschaut. Den Aufsteiger gab es zum ersten Mal im Fernsehen zu sehen, Marco Hagemann gab über das gesamte Spiel viele, viele interessante Informationen und wirkte bestens vorbereitet. Da merkt man, dass sich jemand besonders für seine Arbeit einsetzt – und dann soll das auch entsprechend gewürdigt werden. Bitte mehr davon auch in der Zukunft !

Um das Thema Fußball-Kommentatoren abzuschließen, sei der Hinweis auf das Kommentatoren-Voting von Planet Of Sports gestattet.

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Eine paar kleine Nachträge noch zum TV-Duell zwischen Obama und McCain. Nach diversen Umfragen zu unrteilen, geht Barack Obama als klarer Sieger hervor. Über die Deutlichkeit bin ich schon ein bisschen verwundert. Ein paar gute Analysen zum TV-Duell gibt es unter anderem bei der New York Times, bei der BBC und bei Spreeblick.

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Das DSF hat sich die Rechte an einem Spiel der NBA Europe Live Tour geholt. Am Dienstag, 14. Oktober, zeigt man ab 19h55 die Partie zwischen den Washington Wizards und den New Orleans Hornets. Damit hat die NBA das Minimum bisher bezüglich der TV-Rechte erreicht. Das Preseason-Spiel in Deutschland wird hier immerhin auch im Fernsehen gezeigt. Mehr auch nicht. Was ist mit den weiteren Spielen? Was ist mit der neuen Saison? Die NBA hüllt den Mantel des Schweigens über sich und verärgert viele NBA-Fans in Deutschland. Die NBA ist sicherlich nicht ganz alleine daran schuld, PREMIERE trägt einen gehörigen Teil dazu bei. Wenn man ernsthaft Interesse an den Rechten hätte, wäre ein Vertrag sicherlich schon abgeschlossen. Aber so zappeln alle – und der Verbraucher schaut in die Röhre. Bei Digital Plus in Spanien gibt es noch keinerlei Übertragungshinweise überhaupt auf die NBA Europe Tour.

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Die Ausschreibung der Fernsehrechte für die Fußball-Bundesliga ab der Saison 2009 schlägt immer noch hohe Wellen. Die DFL im Spagat zwischen mehr Exklusivität für PREMIERE und der Entscheidung des Kartellamtes. RealityCheck fasst in seinem Sportmedienblog die wichtigsten Überlegungen zusammen.

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Noch zwei kleine Anmerkungen zum Thema Blogs: Die Konservativen auf der Insel, die zurzeit im Umfragehoch schweben und die zurzeit in Birmingham ihren Parteitag abhalten, haben am Wochenende das Blue Blog gestartet, in welchem über die Parteiarbeit berichtet werden soll. Dazu heißt es beim Guardian:

“The Blue Blog, which will be updated about five times a day, aims to give a “behind the scenes” feel of life in Conservative politics to appeal beyond the party faithful.”

Hier geht es zum Blue Blog.

Und was die Europäische Union von Blogs denkt, berichtet die ZEIT.

Thema: Fußball, US Wahl 2008, Zeitungen/Zeitschriften | Kommentare (4) | Autor: medispolis

“I think Senator Obama does not understand…”

Samstag, 27. September 2008 9:03

In der vergangenen Nacht also das erste TV-Duell zwischen den beiden Präsidentschaftskandidaten, Obama und McCain. In Oxford im US-Bundesstaat Mississippi gab es aber 90 Minuten Magerkost, keine Überraschungen, wenig Spektakuläres. Ehrlich gesagt: Ich hatte viel mehr erwartet.

Mit Ausnahme der ersten 30 Minuten, in denen sehr ausführlich und sachlich über die Finanzkrise gesprochen wurde, war es von beiden Kandidaten ein Herunterspulen ihrer bisherigen Aussagen des Wahlkampfs. Alles hatte sogar ich schon mal irgendwo wörtlich so gehört oder gelesen, von daher darf man sich schon fragen, on irgendein interessierter, unentschlossener US-Wähler, der tagtäglich und überall mit dem US-Wahlkampf in Kontakt kommt, irgendein Erkenntnisgewinn bekam und sich für einen Kandidaten entscheiden konnte. Denn darum sollte es beiden Anwärtern ja gehen. In einem TV-Duell wird man mit Sicherheit keine großen Wählerschichten verlieren, es sei denn man macht große Schnitzer. Aber gerade die Unentschlossenen können sich erstmals ein Bild machen, haben quasi den direkten Vergleich, können zu bestimmten Positionen die Einschätzungen der Kandidaten gegenüberstellen. Doch bekam sie gestern irgendeinen neuen Erkenntnisgewinn?

Nein, beide sprachen in ihren festen Strukturen. John McCain hat vor allem im Teil zur Außenpolitik Obama als den unerfahrenen, nicht geeinigten Kandidaten darstellen wollen. nd das gelang zumindest teilweise, von daher sah ich McCain zumindest inhaltlich im diesem Gebiet leicht vorne. Ungefähr 50 Mal begann McCain mit dem Satz “I think Senator Obama does not understand…” und setzte dann seine Liste fort. Obama sei nicht in Pakistan, im Iran, in Nordkorea und überall gewesen. Er habe sich nie ein Bild vor Ort gemacht. Von daher verbietet es sich, dass Obama über wichtige außenpolitische Sachverhalte entscheiden darf. Streng formuliert war das die Haltung von John McCain. Natürlich brachte der Senator aus Arizona auch seine Positionen zum Thema Außenpolitik deutlich hervor, ohne aber stets darauf hinzuweisen, wen er wo und überall schon alles getroffen habe. John McCain ist auf dem Bereich der Außenpolitik ein richtig toller Hengst und hat dies in jedem Satz weit und breit erklärt. Das ist legitim, hat mich aber persönlich stets genervt. Seine Via sollte doch den meisten Wählern bekannt sein. Barack Obama gab nur am Ende eine kleine persönliche Anekdote, als er an seinen Vater erinnert hat. Der Senator aus Illinois hat vor allem die acht Jahre Außenpolitik der Regierung Bush auseinandergenommen, den Irak-Krieg als falsch bezeichnet und McCain vorgeworfen, dafür gestimmt zu haben. Er habe also das bessere Urteilsvermögen in wichtigen außenpolitischen Entscheidungen. Brisant wurde es nur einmal, als es darum ging, wie man diplomatisch mit dem Iran oder auch Nordkorea umgehen sollte. Beide machten ihre bekannten Positionen hier deutlich und verstrickten sich dann in den üblich festgefahrenen Ansichten, sprich: Obama unerfahren in Außenpolitik, McCain nicht mit dem Urteilsvermögen, nicht daran interessiert Amerikas Stellung und Ansicht in der Weltpolitik zu verbessern.

Begonnen hatte die Debatte mit einer halbstündigen Diskussion über die aktuelle Finanzkrise. Beide betonten, dass Amerika in einer ernsten Krise sei und das dies Auswirkungen auf ihre Präsidentschaft habe. Eine neue Position wurde dann doch deutlich: McCain möchte eine umfassende Ausgabenbegrenzung, Obama weiter an seinen Investitionen festhalten und unnütze Ausagen, sprich Steuersenkungen für die Wohlhabenden und Unternehmen, zurücknehmen. Im Bereich der Wirtschafts- und Finanzpolitik sah ich Obama leicht vorne.

Insgesamt kommt dann von der inhaltlichen Ebene ein Unentschieden heraus. Rhetorisch sah ich ebenfalls beide gleichauf. Obama wirkte in seinen Aussagen sehr viel präsenter und präziser, McCain angriffslustiger und aggressiver. Ich bin gespannt, ob diese Strategie von McCain aufgeht. Die nächsten Umfragen werden es zeigen. Unter der Berücksichtigung, dass das Thema Wirtschaft immer mehr an Bedeutung gewinnt, könnte ich mir vorstellen, dass McCain den Vorsprung nicht wesentlich vergrößern wird. Denn ich fand Obama in diesem Abschnitt des TV-Duells sehr viel überzeugender. Insgesamt hatte ich mir aber mehr erwartet, und zwar vor allem in der direkten Interaktion zwischen den Kandidaten, in der Auseinandersetzung über einzelne Positionen. Häufig war es ein Vortragen seiner eigenen Position mit dem Verweis darauf, dass der Gegenkandidat in diesem Punkt die falsche Ansicht habe und diese Versäumnisse aufweisen kann.

Mal schauen. Wenn das Thema Außenpolitik im Moment den Wahlkampf beherrschen würde, könnte John McCain sehr viel Rückenwind mitnehmen. So wird sich in den Umfragen vielleicht nur geringfügig etwas ändern. Zu wenig Überraschungen, zu viel Bekanntes. Und gerade im Bereich der Wirtschaft hat Obama durch einige sehr gute Aussagen punkten können. Richtig Bewegung könnte dann die Debatte der Vizepräsidentschaftskandidaten geben. Denn beide stehen nicht so sehr im Rampenlicht und müssen für ihre Kandidaten werben. Insbesondere im Bereich der Außenpolitik hat dann hier McCain das Nachsehen, verfügt seine Kandidatin Palin über nicht den größten Horizont. Aber zum Glück hat der Senator aus Arizona da schon mal die Positionen abgesteckt. Es könnte aber im falschen Themengebiet gewesen sein. Im Moment sind für die Amerikaner die eigenen Dollarscheine wichtiger als Afghanistan oder der Irak. Und was nützt es dann, wenn McCain alle diese Länder schon besucht hat, wie er immer wieder betont hat? I do not understand that.

Thema: US Wahl 2008 | Kommentare (0) | Autor: medispolis

Vor dem TV-Duell zwischen Obama und McCain

Donnerstag, 25. September 2008 21:51

Eigentlich hatte ich damit gerechnet, dass die Freitagabend stattfindende TV-Debatte zwischen McCain und Obama schon Tage vorher die Schlagzeilen beherrscht. Aber da hat man wohl die Absprache mit der Wall Street nicht getroffen. Amerika taumelt in der Finanzkrise – und den Bürgern (und auch John McCain) sind Konten, Aktienkurse und Zinsen wichtiger als Debatten über die Außenpolitik, Redezeiten und Wortduelle.

So sieht die Lage einen Tag vor dem ersten von drei TV-Duellen zwischen den Präsidentschaftskandiaten aus. Stattfinden wird das TV-Duell aber doch. Da konnte John McCain noch so viel Krisenpanik schieben und noch so verantwortungsvoll sich für das Land einsetzen, das Obama-Team hat der Verschiebung nicht zugestimmt. Man kann jetzt trefflich drüber spekulieren, ob Obama das aus rein wahlkampftaktischen Gründen gemacht hat um McCain die kalte Schulter zu zeigen, quasi nach dem Motto, dass er sich von den Republikanern nicht diktieren lasse. Demgegenüber steht die auch von Obama geäußerte Ansicht, dass ein möglicher Präsident mehrere Aufgaben zu erledigen hat und wenn es nötig sei Schwerpunkte zu verschieben sind.

Wahrscheinlich ist es eine Mischung aus beidem. Begonnen mit der Vermischung Finanzkrise-Wahlkampf hat sowieso John McCain. Sinkende Umfragewerte für den Veteranen aus Arizona, die Wähler machen die Republikaner für die Finanzkrise mehrheitlich verantwortlich – was liegt näher daran, alls Wahlkampftermine auszusitzen und das TV-Duell erstmal zu verschieben. Vielleicht hat sich bis dahin die Situation etwas entschärft. John McCain hat einen mutigen Schritt gemacht, den zweiten bereits nach der Nominierung von Sarah Palin. Aber ob dieser Schritt auch den gewünschten Erfolg bringt? Sarah Palin hatte durchaus einen positiven Effekt, aber der jetzige Plan wirkt für mich so ein bisschen die Flucht aus schwachen Umfragewerten und den Wahlkampfterminen. Im Moment bietet Barack Obama wenig Angriffsfläche – also machen die Republikaner einfach mal Pause.

Aber eben nur bis Freitag. Ich freue mich schon auf das TV-Duell. Ursprünglich sollte vor allem um Außenpolitik gesprochen werden. Jetzt dürfte DAS Thema aber klar sein. John McCain darf dann die Flucht nach vorne beginnen. Die BBC fasst die Rolle des TV-Duelles in Zeiten von Wahlkampf wunderbar zusammen. Ich werde das Duell in der Nacht von Freitag auf Samstag live mitbloggen.

Thema: US Wahl 2008 | Kommentare (0) | Autor: medispolis

ARD und ZDF blicken rechtzeitig über den Teich

Montag, 22. September 2008 15:29

Ich habe in den letzten Wochen vor allem ARD und ZDF häufig kritisiert, dass sie nicht ausführlich genug über die bevorstehende US-Wahl berichten, und wenn nur, erst sehr kurzfrisitg über die Sendetermine informieren (bei der Rede von Barack Obama waren es gerade mal 24 Stunden vorher).

Aber man scheint bei den Öffentlich-Rechtlichen zu lernen. Heute gab man bekannt, dass man alle vier TV-Duelle vor der US-Wahl, dreimal zwischen den Präsidentschaftskandidaten und einmal zwischen den Vize-Präsidenten, live übertragen wird. Und das hat man sogar vier Tage vor dem ersten Duell bekanntgegeben.

Quelle: Quotenmeter

Thema: TV und Radio, US Wahl 2008 | Kommentare (1) | Autor: medispolis

Zitat des Tages: Mittwoch 10. September 2008 – Lippenstifte und Fische

Mittwoch, 10. September 2008 12:53

Der Ton im US-Wahlkampf wird härter. Barack Obama sieht seine Wahlkampagne für Wechsel in den USA gefährdet und kritisiert gleichzeitig den jetzt bei den Republikanern plötzlich auftauchenden Wunsch nach change.

“Du kannst einem Schwein Lippenstift auftragen. Es ist immer noch ein Schwein. Du kannst einen alten Fisch in ein Papier namens ‘Wandel’ einwickeln, er wird weiter stinken.”

Ich denke, es dürfte klar sein, welche Person mit dem Lippenstift und welche mit dem alten Fisch gemeint ist. Mehr dazu bei der Chicago Tribune und dem Boston Herald.

Thema: US Wahl 2008, Zitat des Tages | Kommentare (1) | Autor: medispolis