Freitag, 3. Oktober 2008 2:42
[04h50] Ein paar Gedanken zur Debatte der Kandidaten für den Vize-Präsidenten.
Sarah Palin hat ganz gut begonnen, mit viel frischem Wind, sehr präzise, auch wenn sie nicht immer die Fragen direkt beantwortete und lieber ihr Programm durchspulte. Der Bruch kam dann mit der Außenpolitik. Da hat sie ihre Linie verloren, sich zu sehr in Details verstrickt, zu sehr vielleicht auch ein bisschen zu viel George W. Bush verteidigt statt ihre eigenen Punkte durchzusetzen. Und von dieser inhaltlichen Schwächephase hat sie sich auch nicht mehr erholt. Also inhaltlich höchstens oberer Durchschnitt.
Ganz anders Joe Biden. Ich habe ihn zu Beginn sogar etwas schwächer gesehen. Er hatte ein paar Probleme in diese Debatte zu kommen, aber dann blühte er auf. Spätestens bei der Energiepolitik und vor allem bei der Außenpolitik war Biden in vielen Punkten präziser, direkter, verständlicher, mit mehr Details, Fakten und auch beeindruckenden Zahlen. Inhaltlich eine gute Debatte von Biden.
Den größten Unterschied sah man wohl in der Präsentation der beiden Kandidaten. Natürlich steht die inhatliche Seite im Vordergrund, aber man schaut natürlich immer auch auf Gestik, Mimik und Wortwahl. Und hier fand ich Biden um einiges besser. Palin schaute in die Kamera und spulte ihre Reden runter, wenig Variation in der Stimme, eher wenig Veränderung des Sprechtempos, wenig prägnante Sätze, die sich mir eingeprägt haben. Da war Biden besser, sei es die Extra Mile of Diplomacy oder das Schlussstatement, das prägnant war, das einprägsam war.
Die Frage ist jetzt immer, ob es beide Kandidaten geschafft haben, die noch unentschlossenen Wähler für sich zu gewinnen. Und dafür glaube ich war die Leistung von Palin nicht gut genug. Es reicht vielleicht das konservative Lager ruhig zu stimmen, es zu begeistern, aber was nützt es, wenn man die jetzigen Wähler eventuell noch mal bestärkt. Biden konnte da schon eher punkten, weil er umfassender seine Statements abgab, weil er auch über die gesamte Länge der Debatte präsenter und prägnanter wirkte.
Insgesamt sehe ich Joe Biden bei diesem Duell vorne. Ich kann mich auch gerne irren, aber gesamt gesehen war es ein Sieg für den Kandidaten von Barack Obama. Sarah Palin konnte sich verbessern gegenüber bisherigen Erfahrungen, hatte auch ganz gut begonnen, aber gegen Ende hatte Biden die wichtigen Argumente auf seiner Seite. Ich bin auf die Umfragen gespannt. Noch eine angenehme Nacht.
[04h28] Die Schlussstatements: How you change Washington als Vice-President? Erstes Wort von Biden: John McCain. Das war nicht ganz so geschickt. Ansonsten das bekannte Programm, nichts Neues. Palin: Auch sie will wie Biden die unterschiedlichen Parteilinien überwinden in Washington. Palin spricht von Steuererleichterungen für Arbeiter. Möchte die Ausgaben in Washington begrenzen.
Palin: Danke für diesen Abend. Es sei eine Ehre gewesen mit Biden zu debattieren. Würde gerne mehr abseits der Mainstream-Medien zu debattieren. Ich kenne die Herausforderungen, McCain wird für diese kämpfen. Zitiert Reagen: Freiheit muss an die nächste Generation weitergegeben werden. Und McCain hat immer für Freiheit gekämpft.
Biden. Pleasure to debate with Mrs Palin. “Look folks” als Anrede. Amerika brauche Wandel, brauche Fortschritt. Und diese Garantie kann nur Barack Obama geben. Die Soldaten aus dem Irak, die nach Hause kommen werden, bekommen einen umfassenden Gesundheitsschutz. It is time for America to get up. I’m ready to get up, Barack Obama is ready to get up.
Und das war dieser knackige Schlusssatz, den Biden auf seiner Seite hat, den Palin nicht brachte und der für diese gesamte Debatte stehen könnte.
[04h21] Biden: American People looking for help, not for the same. Sehr emotionaler Abschnitt von Biden, als er über sehr viele persönliche Erfahrungen innerhalb seiner langen politischen Karriere gesprochen hat, über den Tod seiner Frau und seiner Tochter bei einem Autounfall. Am Ende stand dann dieser Satz. Palin: American people are not looking for the same, they are looking for change. Passt inhalich zusammen. Biden greift noch mal McCain an. Er sei in vielen Punkten kein Maverick. Biden nochmal mit einem Rundumschlag der verfehlten Bush-Politik. Und da ist wieder die unterschiedliche Tonlage, die unterschiedliche Geschwindigkeit im Reden.
[04h18] Angesprochen auf ihre Erfahrung sagt Palin, dass sie in vielen Bereichen, wie Familien-, Gesundheits und Energiepolitik habe und diese auch in Washington einsetzen werde.
[04h17] Biden: Dick Cheney is the most dangerous Vice-President in the history of the United States. Er habe viel zu viel Einfluss gehabt, zu viel Macht an sich gerissen. Der Vize-Präsident sei nicht zum Wählen da, sondern zur Unterstützung.
[04h15] Frage nach dem Wert des Vizepräsidenten. Palin wird mit einem Zitat konfrontiert, als sie den Wert des Amtes für gering schätzte. Es sei ein Witz gewesen, so Palin. Der Saal lacht das erste Mal. Jede Entscheidung, die Obama macht als Präsident und bei der er Unterstützung und Rat braucht, wird von Biden unterstützt. Er stehe ihm immer zur Seite. Das sei sein Wert, auch im Amt des Vize-Präsidenten.
[04h11] Erster Pluspunkt für Palin heute Abend. Biden gucke wieder zu viel zurück in die Vergangenheit, als er McCain wegen der Unterstützung von Bush kritisiert. Palin will lieber in die Zukunft schauen. Jetzt wird sie auch wieder detaillierter.
[04h08] Nächster Themenschwerpunkt: Wie würde der Vizepräsident als Präsident handeln? Biden hofft, dass dies nicht vorkomme. Er würde, sollte es passieren, exakt die Politik von Obama ausführen. Und dann kommt ein ganzes Bündel an Maßnahmen, an Philosophie über die Politik von Obama. Es sei eine der wichtigsten Wahlen in der US-Geschichte. Obama habe seine volle Unterstützung in allen Punkten. John McCain sei ein Maverick und macht gute Politik. Auch Palin will die gute Politik von McCain fortsetzen, will die Korruption an der Wall Street beenden. Palin verpasst es hier mehr Aspekte zu nennen, verstrickt sich wieder in zu vielen Details. Hier war Biden oberflächlicher, aber hat mehr Themen abgedeckt.
[04h03] Frage nach der Interventionspolitik der USA. Biden wägt ab und erklärt warum er unter anderem für den Angriff gegen Bosnien gestimmt hat. Er habe keine Bauchschmerzen, wenn eine Intervention nötig sei. Beispiel sei der Massemord in Darfur, aber sie müsse auf erfolgsversprechenden Beinen stellen. Palin gibt erstmal folgendes Statement: “I’m a Washington Outsider” und gibt sich damit wieder die Möglichkeit überhaupt nicht zu diesem ganzen Thema Stellung beziehen zu müssen. Geht nur auf das aktuelle Beispiel Darfur ein. Amerika sei dort bereit zu helfen. Biden mit einem Rundumschlag zur verfehlten Außenpolitik von McCain gegenüber dem Irak. Antwort Palin: Ähm…nach fünf Sekunden geht es weiter, leider nicht zum Thema.
[04h00] Wieder ein guter Vergleich von Biden: Drei Wochen Irak haben die USA genauso viel gekostet wie siebeneinhalb Jahre in Afghanistan. Aber laut Palin liegt im Irak ja auch der Schwerpunkt im Kampf gegen den Terror. Doch bei ihrer Antwort geht sie darauf überhaupt gar nicht ein, leider, und verpasst somit eine klare Chance zur Untermauerung ihrer Position.
[03h57] Joe Biden mit einer gelungenen Aufzahlung. Er sehe keine Unterschiede zwischen der Außenpolitik von Bush und McCain und zählt das an zahlreichen Beispielen immer mit dem gleichen Satzbau auf. Das sind rhetorische Mittel, die hängen blieben, und die man von Palin überhaupt nicht gesehen hat bisher. Biden punktet klar auf der Ebene der Außenpolitik, inhaltlich wie rhetorisch. Palin verstrickt sich jetzt in zu viele Details und verliert ihre klare Linie vom Beginn, wo sie eher klar und verständlich argumentiert hat.
[03h52] Thema Israel: Palin unterstützt die 2-Staaten-Lösung für den Nahen Osten und den klaren Schutz von Israel. “Nobody in the American senate has been a greater friend on Israel”, sagt Joe Biden.
[03h49] Palin: Auch wir würden in einer neuen Regierung ein verstärktes Engagement für Diplomatie übernehmen. Diplomacy is hard work by serious people. Auch ein schöner Satz. Biden widerlegt die Vorwürfe von Palin, das erinnert an die erste TV-Debatte. Biden spricht von “Passion of Diplomacy”. Die Demokraten müssten die “extra mile of Diplomacy” gehen. Gut gekontert, aber auch Palin fand ich in diesem Abschnitt durchaus angriffslustig und detaillert.
[03h45] Frage nach der größten Gefahr momentan für die USA, Iran oder Pakistan. Biden sieht beide als Herausforderungen für die Vereinigten Staaten. Atomwaffen im Iran müssen verhindert werden, Pakistan stbilisiert werden. Greift an dieser Stelle wieder McCain an. Durch den Irak-Krieg habe man Afghanistan und damit auch das Grenzgebiet zu Pakistan vernachlässigt. Palin: Unser zentraler Krieg gegen den Terror findet im Irak statt (huch, das höre ich das erste Mal in diesem Wahlkampf). Beide sind sich in den wesentlichen Fragen einig. Palin greift Obama an, bezeichnet ihn als naiv und nicht urteilsfähig, weil er sich ohne Preconditions mit Diktatoren sprechen will.
[03h42] Biden: We will end this war in Iraq. Er hebt wieder den Finger und klopft auf das Pult. Dieser Satz hat gesessen, dieser Satz war so klar und deutlich, dass Palin erstmal ein paar Sekunden überlegen muss, was sie sagen soll.
[03h42] Erster Themenschwerpunkt: Rückzug-Strategie aus dem Irak. Palin: Wir können uns einen frühzeitigen Rückzug nicht leisten, wir können uns eine Niederlage im Irak nicht leisten. Kein Rückzug aus dem Irak in den nächsten Jahren. Biden: Obama habe einen klaren Plan. Teilrückzug innerhalb der nächsten 16 Monate. Ein Plan, so Biden, dem auch George Bush und Iraks Ministerpräsident Maliki zugestimmt haben.
[03h40] Nächstes Thema Außenpolitik. Bei Palin beginnen die Schweißperlen, Biden lächelt.
[03h38] Nächstes Thema: Heirat gleichgeschlechtlicher Lebenspartner und mögliche Benefits für diese: Biden bekennt sich klar dazu, Palin lehnt dies ab. Es gibt nur eine Heirat, laut Palin, zwischen Mann und Frau.
[03h35] Sehr lustig. Abschluss der Energiepolitik: Forderung von Biden: “Drill, drill, drill.” Und was macht Palin da raus: “Drill, Baby, drill.” Klasse, habe mich vor Lachen nicht mehr eingekriegt.
[03h31] Geschickt, geschickt von Palin. Beim nächsten Thema Klimawandel und der Frage nach den Ursachen geht die Gouverneurin der Frage wieder aus dem Weg, sagt, dass sie gar nicht so über die Ursachen, sondern viel mehr über die Lösungen sprechen will. Das klingt nach Tatendrang, zeigt aber auch, dass Palin von den Ursachen wohl wenig Ahnung hat. Joe Biden gibt einen detaillierten Überblick. Klimawandel sei vom Menschen verursacht, gibt Details, Statistiken wieder und wirbt dann für die Energiepolitik der Demokraten, für eine neue Energiepolitik mit alternativen Energien. Klarer Pluspunkt für Biden an dieser Stelle.
[03h26] Oho, Biden lobt Palin für ihre Energiepolitik in Alaska, die ähnlich den Vorstellungen der Demokraten entspricht, aber im totalen Gegensatz zu der Politik von McCain stehe. Biden blüht langsam auf, benutzt Gestik und Mimik, erhebt den Zeigefinger, schaut direkt zu Palin rüber, redet mal schnell, mal langsam. Palin wirkt sicher, aber sehr eindimensional. Sie spricht ihren Schuh in die Kamera, ohne eine Regung, ohne Variation in der Stimme. Biden gliedert seine Antworten meist sehr gut. Spricht von erstens, zweitens und listet dann seine Argumente auf. Es ist etwas einfacher, durchdachter, stringenter zu verstehen. Palin verlässt manchmal ein bisschen der Mut forsch und frech zu sein, hat Probleme, ihre Argumentation zu gliedern. Aber von beiden durchaus eine gute Performance bis jetzt. So, dann erstmal wieder zum Inhaltlichen. Thema momentan: Energiepolitik.
[03h23] Die Demokraten würden angesichts der Finanzkrise und der schwächelnden Wirtschaft auf die vielen Steuererleichterungen für die Wohlhabenden und Firmen verzichten, stattdessen gibt es Steuerkürzungen für die Mittelschickt. Es sei unpatriotisch, so Biden, für die großen Firmen Steuer zu kürzen, aber nicht für die Mittelschicht. Palin weicht der Frage mal wieder aus, wie man Geld sparen kann/muss trotz der Krise und wo dann die Schwerpunkte stehen, und spricht über Obamas Schlingerkurs in der Energiepolitik und den Energieplan, für den Obama gestimmen habt und der auch Steuerkürzungen für die Öl-Industrie habe. Erst auf Nachfrage geht Palin auf die eigentliche Frage ein.
[03h21] Sarah Palin schlägt sich bis jetzt ganz gut, gibt jetzt sogar Detailwissen zu dem Gesundheitsplan von John McCain bekannt. Aber auch sie ist vorsichtig, versucht ihre Linie durchzuziehen, wenig Kritik gegenüber Biden/Obama. Joe Biden wirkt präziser, direkter, angriffslustiger, gerade auch im Bereich der Wirtschaftspolitik/Finanzkrise und nimmt McCain und damit auch Palin immer wieder ins Kreuzfeuer. Bis jetzt sehr ausgeglichen, leichter Vorteil für Biden, der langsam etwas aufblüht und den ersten Lacher dieses Abends für sich verbuchen kann.
[03h16] Biden: McCain vernachlässige die Mittelschicht der Amerikaner. Unter Obama würde niemand mit einem Einkommen unter 250.000 Dollar im Jahr Steuern erhöht bekommen. Palin sieht damit aber die Gefahr für viele kleine Betriebe und Unternehmen, die mehr verdienen und damit dann höhere Steuern zahlen.
[03h13] Biden greift Palin an, beschuldigt sie, die Frage der Monderatorin nicht beantwortet zu haben. Gilt so halb. Frage war nach der Schuld der Finanzkrise. Biden redet über Deregulierung, Palin greift nur einen Aspekt auf, nämlich der Steuererleichterungen. Na ja, kann man so sehen. Nächster Fragenkomplex: Steuererleichterungen.
[03h11] Frage nach der Schuld für die Finanzkrise: Beide mit recht guten, verständlichen Ausführungen. Palin spricht von Korruption an der Wall Street. Es ist nicht die Schuld der amerikanischen Bürger, sie appelliert aber auch an die Verantwortung der Bürger. Joe Biden gibt natürlich der Bush-Regierung die Schuld. Die Deregulierungspolitik der jetzigen Regierung habe die Krise maßgeblich verursacht. Auch John McCain habe stets für Deregulierung geworben un sei damit verantwortlich für die Krise. Hier kann Biden natürlich punkten, die jetzige Situation macht es ihm einfach. Palin kritisiert, dass Obama/Biden in Washington für Steuererhöhungen gestimmt haben, im Wahlkampf aber Erleichterungen fordern. Washington müsse effizienter arbeiten.
[03h07] Biden greift McCain und Palin an. John McCain habe es eben nicht früh erkannt, dass die Wirtschaft in Schwierigkeiten ist. “Two weeks on Monday at 9h00 in the morning”…das klang wie der Telefonanruf. Palin kann diesen Vorwurf nicht wirklich entkräften. Amerika brauche frischen, neuen Beginn in Washington. Toller Satz, war aber nicht die Frage.
[03h03] Erste Frage an Biden, was zurzeit das Schlechteste/Beste an der Finanzkrise in/für Washington sei. Spricht vom Scheitern der Deregulierung, das sei jetzt mehr als sichtbar. Gleich der Bezug zum Wahlprogramm von Obama. Steuererleichterungen für den Mittelstand. Dies sei der Unterschied zu McCain/Palin. Die Gouverneurin von Alaska antwortet: Spricht von empirischen Beweisen, von Schwierigkeiten für die Leute, von einer am Boden liegenden Wirtschaft. John McCain habe dies früh erkannt, früh reagiert, und dafür sei sie ihm dankbar. McCain sieht das Land als oberste Priorität.
[03h01] Es gibt ein Eröffnungsstatement beider Kandidaten, dann jeweils Themenkomplexe, mit 10 Minuten Zeit für ein Abschlussstatement. So Begrüßung der PBS-Moderatorin, Erklärung der Regeln. Beide kommen zielstrebig auf die Bühne, begrüßen sich herzlich.
[02h59] Ganz interessant die Aussagen von CNN-Chefkorrespondent John King: Das Potential des Scheiterns von Palin sei größer. Sollte sie eine schreckliche Nacht haben, würde das mehr Einfluss auf die Umfragen von John McCain haben. Für mich wird aber auch eher umgekehrt ein Schuh drauß. Sollte Palin Biden in Grund und Boden reden (was ich nicht glaube), könnte sie und damit auch John McCain Punkte aufholen.
[02h57] Stefan Niggemeier bloggt live beim Fernsehlexikon mit.
[02h55] So sehr ich diese stänsige Lobdudelei von CNN (“The best political team on Television”) verabscheue, desto mehr muss ich CNN loben für eine durchaus interessante und unterhaltsame Einstimmung auf dieses Duell. Viele wichtige Aspekte des Duells wurden begutachtet, zahlreiche Experten wurden eingeladen. Und wenn das ganze von Campbell Brown moderiert wird, kann man(n) sich nun wirklich nicht beschweren.
[02h51] Ich freue mich heute Nacht vor allem auf drei Aspekte dieses Duells. Erstens: Wie gut kann Sarah Palin ihre bekannte Unerfahrenheit, die sie vor allem in Fragen der Außenpolitik besitzt, kompensieren durch schlagfertige Argumente und ihre durchaus rhetorischen Fähigkeiten. Zweitens: Wie geht Joe Biden damit um, dass er bisher überhaupt nicht im Fokus dieses Wahlkampfes stand und jetzt auf seine Gegenkandidatin trifft, die die Schlagzeilen positiv wie negativ fast täglich bestimmt hat. Und Drittens: Wie angriffslustig sind beide, welche Taktik verfolgen Sie. Palin ganz auf Offensive und Angriff, mit vielleicht weniger Substanz aus? Joe Biden eher der Elder Statesman mit viel Souveränität, mit der Erfahrung, mit der Kenntnis des Washingtoner Innenlebens? Und wie geht Joe Biden mit Angriffen von Palin um? Da muss er aufpassen, dass er Palin nicht zu sehr in die Enge treibt. Das könnte ihm durchaus negativ ausgelegt werden. Biden muss wohl eher den Ausgleich finden nicht zu arrogant und erfahren zu wirken, Palin muss vor allem zeigen, dass sie Ahnung hat. Und wenn sie das halbwegs tut, dann hätte sie schon einiges erreicht.
[02h42] Moin zusammen. Noch knapp 15 Minuten bis zum Duell der Vize-Kandidaten im “Field House” der Universität St. Louis.