Nach Brüssel (III): Digitale Agenda und Medienpolitik der EU

Montag, 8. März 2010 19:55

Ganz ehrlich: Ich dachte, ich könnte bei diesen Themen mehr Infos mit nach Hause nehmen. Leider war für detailliertere Nachfragen nicht immer die Zeit, zweitens war die Auskunftspflicht der Politiker auch nicht immer so hervorragend. Vom Eindruck ist das in den Augen der EU-Parlamentarier auch mittlerweile ein Themenfeld, wo sie im ganzen Tempo und bei all den vielfältigen Aufgaben in Brüssel gar nicht mehr mitkommen und nicht mehr auf dem aktuellsten Stand sind. Und was ich in den drei Tagen so erlebt haben, kann ich das zumindest nachvollziehen, verstehen will ich es aber so richtig nicht. Wenn ich dann von älteren Abgeordneten des Parlaments schon wieder höre, dass “das Internet” (sic!) ja eigentlich kein Medium für die älteren Menschen sei und man damit nicht aufgewachsen sei und somit eigentlich auch keine Notwendigkeit besteht, sich mit Regulierung und medienpolitischen Fragen zu befassen, stäuben sich bei mir alle Haare.

Vielleicht ein kurzer Einschub zu den Web-Aktivitäten auf europäischer Ebene. Auch im Zuge des Anspruchs an Transparenz und Offenlegung ist mittlerweile fast jeder Schritt der Abgeordneten auf den Webseiten der Europäischen Kommission und des Parlaments zu sehen, jede Anfrage, jede Anfrage, jede Richtlinie, jede Vorlage. Ich bin mittlerweile zu der Überzeugung gekommen, dass das fast schon zu viel ist. Ich finde mich auf den diversen Informationsseiten nur schwierig zurecht. Twitter, Facebook und all die anderen Netzwerke und Tools sind natürlich auch in Brüssel angelangt. Werden auch genutzt, so viel Neues lässt sich dann dazu nicht erzählen. Oder um es mit den Worten der Mitarbeiterin einer niederländischen Abgeordneten zu sagen, die in der Fraktionssitzung der EVP neben mir saß und wir ins Gespräch darüber kamen, weil sie gerade ihre Facebook-Seite aktualisierte: “Ja, wir machen das auch. Aber nur, weil man es wohl muss. Spaß macht mir das nicht.” Im hektischen, stressigen Alltag in Brüssel kann ich das auch verstehen. Aber warum dann nicht engagierte Mitarbeiter einstellen, die Lust dazu haben und die Web 2.0-Aktivitäten der Abgeordneten betreuen?

Zurück zur digitalen Agenda, die übrigens im Rahmen der Europa 2020 Strategie läuft, böse formuliert, also mal so mitgeschleppt wird. Medienpolitik ist für die EU zunehmend auch Wirtschaftspolitik. Da geht es vor allem um Fragen des Urheberrechts und um den Zugang zu Web-Content, beispielsweise haben die Polen keinen Zugang zu einem iTunes-Store in ihrer Landessprache. Große Baustelle ist der europaweite Ausbau von Highspeed-Internet. Europa soll 2020 komplett mit Breitbandverbindungen ausgestattet sein, fällt bei der EU aber alles unter den Ausbau der Wissensgesellschaft. Angesprochen auf die Debatte um die GEZ und ein Vorgehen der Kommission bezüglich der Gebühren als mögliche unzulässige Beihilfe bekam ich immerhin eine klare Antwort. Die EU wird dieses Thema GEZ und Beihilfen von selbst nicht mehr aufgreifen, das sei zu “tricky”. Allenfalls durch eine Beschwerde kann dort noch einmal drüber diskutiert werden. Also, liebe privaten Akteure im deutschen Mediensystem, es liegt wohl an euch. Nachgefragt, ob das auch an der starken Lobby für die ÖR auf europäischer und nationaler Ebene liegt, gab es die Antwort, dass es einer der Hauptfaktoren sei. Da nützt dann der Brief von Silvana Koch-Mehrin in Folge der tageschau-App wohl gar nichts mehr.

Was in den nächsten Monaten vielleicht noch einmal auf die Agenda kommen kann, ist das Thema Netzneutralität, also die Gleichbehandlung aller nicht kriminellen Internetinhalte in Europa. Da geht es dann vor allem darum, dass Software von bestimmten Netzbetreibern nicht mehr blockiert werden darf und Videoinhalte von nationalen Fernsehsendern auch europaweit abgeruft werden können. Und die Baustelle mit der europaweiten Ausschreibung und dem transnationalen Rechteerwerb von Film- und Sportrechten samt die Blockade von bestimmten BBC-Sendungen und Radioprogrammen habe ich dann nicht mehr aufgemacht. Aber vielleicht schreibe ich da einfach mal eine Mail an einen EU-Abgeordneten. Mir wurde gesagt, dass sich die meisten über Post freuen. Hoffentlich auch über Anfragen zu medienpolitischen Themen.

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Nach Brüssel (II): “Uns holen die Sünden der Vergangenheit ein”

Sonntag, 7. März 2010 15:25

Ich weiß gar nicht, ob es ein neuer Trend ist, dass politische Akteure immer in Zehnerschritten denken. Scheinbar sind die Übergänge vom einen in das nächste Jahrzehnt aber immer eine willkommene Gelegenheit, eine politische Agenda neu zu formulieren und auf die letzten 10 Jahre zurückzublicken. Gerhard Schröder hat das mit der Agenda 2010 vorgemacht.  So macht es derzeit auch die Europäische Union. Man verabschiedet sich vom Lissabon-Prozess, der im März 2000 von den Staats- und Regierungschefs in der portugiesischen Hauptstadt verabschiedet wurde, und ist jetzt mit allen Kräften dabei eine neue Politikausrichtig, Europa 2020, zu formulieren und umzusetzen. Schwerpunkte dabei sind die Wachstums- und Beschäftigungspolitik, die Industriepolitik, Klima- und Umweltschutz, Energieversorgung, Bildungspolitik sowie eine Neuorientierung der sozialen Marktwirtschaft auf EU-Ebene. Und vielleicht wird man sich in den nächsten Jahren trauen, auch das Thema eines europäischen Sozialstaatsmodell wieder anzugehen.

Warum jetzt dieser Neubeginn europäischer Politik? Zunächst einmal muss man ganz nüchtern feststellen, dass die Ziele und vorgaben der Lissabon-Strategie nicht erreicht wurden. Bis 2010 sollte Europa zum wirtschaftsstärksten Wirtschaftsraum der Welt werden. Vorgesehen war ein Beschäftigungsverhältnis von 70 Prozent und ein Abnehmen der sozialen Ungleichheit. Man war eigentlich auf einem guten Wege, noch vor fünf Jahren bekräftigte man die Wachstums- und Beschäftigungsziele. Durch die Wirtschafts- und Finanzkrise wurden diese Vorgaben letzlich nicht erfüllt. Und dann verabschiedet man sich eben schnell vom Ballast und Sünden der Vergangenheit. Gerade auch wegen der aktuellen Diskussion um Hilfen aus der europäischen Union für Griechenland. Das passt so gar nicht in die Vorstellungen vom stärksten Wirtschaftsraum der Welt. Auch in der Bildungspolitik konnte Europa nicht wirklich aufholen. Europa hat eine Akademikerquote von knapp über 20 Prozent. Man liegt somit deutlich hinter Kanada, Japan und Südkorea. Mittelfristig soll diese Quote auf über 30 Prozent steigen, es soll mehr Akademikerabgänge von Universitäten geben. Geschehen soll dies vor allem in der Bildungspolitik. Problem nur, dass Europa in diesem Politikfeld kaum Kompetenzen hat. Es geht also nur durch die offene Methode der Koordinierung und das Aufmerksammachen von Missständen in den Mitgliedsländern. Eigentlich zu wenig für eine breit angelegte Strategie Europa 2020, die übrigens auch das Arbeitsprogramm der Europäischen Kommission für die nächsten fünf Jahre ersetzt. Die Herausforderungen werden ja nicht kleiner. Die Arbeitslosenquoten werden europaweit steigen. Insbesondere Spanien ist bei den low-skilled-workers massiv betroffen. Griechenland, Spanien und Irland reizen den Europäischen Stabilitäts- und Wachstumspakt bis in seine Grenzen aus. Muss die EU demnächst noch mehr Länder retten als nur Griechenland? Es wird also noch einige Zeit brauchen, bis Europa die Folgen der Wirtschaftskrise bekämpft hat. Primäres Ziel der EU-Politik bleibt auch in den nächsten Jahren die Wettbewerbsfähigkeit Europas herzustellen.

Ein weiterer großer Themenschwerpunkt ist die Energieversorgung Europas und das Herstellen von fairen Wettbewerbsbedingungen für Energiemärkte in Europa. Erstmals ist die Energiepolitik auch im Vertrag von Lissabon als Primärrecht (Artikel 194) niedergeschrieben. Es gibt zum ersten Mal eine Generaldirektion Energie bei der Europäischen Kommission. Und natürlich hat man dann auch gleich eine 50 Mann starke Task-Force zur Energieaußenpolitik eingerichtet. Bereits seit November 2008 existiert die Vorlage für das Energiesicherheits- und Solidaritätspaket, was vor allem die Beziehungen der EU zu Russland formuliert. Das ganze mündet jetzt in das Strategic Energy Review II als Follow-Up für den Energieaktionsplan 2010-2014. Im Mittelpunkt steht dabei vor allem die Versorgungssicherheit. Unklar noch, ob es in Europa irgendwann Straßenbeleuchtung nur durch erneuerbare Energien gibt. Ebenso geht es um die Dekarbonisierung der Energieversorgung, auch vor dem Hintergrund der Gaskrise zwischen Russland und der Ukraine 2009. Ähnlich umfangreich sind auch die Bemühungen in der Klimapolitik, vor allem nach dem Scheitern der Klimaverhandlungen von Kopenhagen. Aus Sicht der EU war das eine sehr große Enttäuschung. Das bisherige Ziel der Europäischen Union war bis 2020 20% weniger CO2-Ausstoß zu produzieren. Eventuell geht man sogar bis zu 30% runter. Die Neuerung ist, dass eine konkrete Zahl – wohl die 20 Prozent – jetzt explizit in der Agenda Europa 2020 niederzuschrieben. Evnetuell will man sogar bis 2020 20 Prozent der Energie insgesamt einsparen, zum Beispiel durch die Förderung sparsamerer Energien. Für Europa mit dem Interesse an einem globalen Klimaschutz bedeutet diese Herausforderung jetzt aber vor allem auch die Verhandlungen mit den USA, China, Indien und den anderen Schwellenländern. Es bringt nur wenig, wenn Europa seine Klimaziele erfüllt, der Rest der Welt aber nicht mitzieht. Prognosen sprechen davon, dass 0,1% des weltweiten CO2-Ausstoßes reduziert werden, sollte Europa seine Ziele erfüllen, der Rest der Welt aber so weitermacht wie bisher.

Neben den inhaltlichen Schwierigkeiten stehen durch das Ratifizieren des Lissabon-Vertrages aber auch institutionelle Herausforderungen der EU bevor. Wie integriert man die neuen Posten der EU, den hohen Vertreter für die Außen- und Sicherheitspolitik und den Präsidenten des Europäischen Rates (diese beiden Personen, die noch kaum einer kennt). Welche Befugnisse und Kompetenzen bekommen Sie, was genau sollen sie zur Außendarstellung der Europäischen Union beitragen? Da sind noch viele Fragen zu klären. Wie so häufig in Brüssel und Straßburg. Man erfindet einen neuen Posten, aber weiß noch gar nicht, was und mit wem genau gemacht werden soll. Da kann man nur hoffen, dass die Agenda Europa 2020 nicht nur erfunden wurde, sondern auch Schritt für Schritt umgesetzt wird. Sonst gibt es weitere Sünden der Vergangenheit.

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Premier League 2009/2010 Preview #29 – (Not) Arsenal against the rest of the world

Freitag, 5. März 2010 23:21

Es ist ein etwas seltsamer Spieltag, der uns da in den nächsten Tagen bevorsteht. Nur fünf Spiele stehen an diesem Wochenende auf dem Programm, weil gleichzeitig zum Liga-Betrieb das Viertelfinale des FA-Cup staffindet. Und da sechs Premier League Vereine in fünf Begegnungen um den Pokal kämpfen, haben wir in der Premier League nur die halbe Zahl an Spielen. Drei der fünf ausgefallenen Nachholspiele (Aston Villa-Sunderland, Portsmouth-Chelsea und Blackburn gegen Birmingham) werden am Mittwoch, 24. März 2010, nachgeholt. Für die Begegnungen zwischen Tottenham und Manchester City sowie Fulham gegen Stoke gibt es noch keine genauen Nachholtermine. Was zum einen daran liegt, dass Fulhams Terminplan aufgrund der Europa League noch extrem eng ist und sich damit Zeiträume unter der Woche vorerst nicht ergeben. Auch Manchester City hat Terminkollisionen, weil man auch noch eine weitere Partie im Nachzug ist. Gegen Everton muss man am 24. März erstmal antreten und dann findet sich dann wohl im April ein Nachholtermin für das Spiel gegen die Spurs. Und dann soll da keiner mehr sagen, dass die Premier League kein Terminproblem hat. Bei den ganzen Nachholpartien verliert man langsam den Überblick. Und zu allem Überfluss gibt es nächste Woche parallel zur Champions League und Europa League noch drei Nacholpartien. Die stammen aber noch aus dem Januar, als ein Schneechaos England lahmlegte.

Auch in den Meisterschaftskampf greift der Terminplan jetzt ein, weil Chelsea am Wochenende ja pausieren muss. Zeit und Gelegenheit für Manchester United und den FC Arsenal Boden gut zu machen. Insbesondere die Gunners hatten nach der schweren Verletzung von Aaron Ramsey keine leichte Woche. Arsene Wenger war nach seinen Aussagen vom letzten Wochenende nach dem Spiel gegen Stoke – er hatte beklagt, dass seine Spieler sich gegen die Fouls nicht wehren können und das alles kein Zufall sei – auch in den letzten Tagen ein gefragter Mann für die Journalisten. Vorläufiger Höhepunkt die heutige Pressekonferenz des Arsenal-Trainers, als er sich fast mit einem Journalisten anlegte und danach mehrfach sehr gereizt auf die Fragen der Medienvertreter reagierte. Angesprochen auf das Foul von Willam Gallas an Mark Davies aus dem Spiel gegen die Bolton Wanderers im Januar (nachzulesen hier in meinem Live-Blog) und dem Hinweis des Journalisten, Davies habe daraufhin vier bis Wochen seinem Team gefehlt, gibt es den ersten kleinen Ausbruch von Wenger.

” What you say here is not true. He played less than 10 days later. That is exactly what we face on the other side: Offense that is not checked and we have to stand up for [...] It is not Arsenal against the rest of the world. What I say here is valid for the Arsenal players as well. I want the Arsenal players to go into the tackles like everybody else. To go into the tackles and be committed. What I say is not just for Stoke or Arsenal players, it is for everybody. I defend football. It is not that we are apart from anybody else. We are the same. I am continuing to defend the values that I believe are important for our club and football. That doesn’t mean we are angels and everyone else is the devil. It is for everybody.”

Mal sehen, ob Wenger den Kampf gegen die Journalisten diese Saison noch gewinnt. Jetzt ist er erstmal wieder in der Defensive.

FC Arsenal – FC Burnley

Sky Sport 1, Samstag live ab 15:55 Uhr, Kommentar: Sven Schröter

Das soll sein Team am Samstagnachmittag ganz sicherlich nicht sein. Die Gunners wollen ihre Siegesserie auf  vier Spiele ausbauen und Schritt halten mit Manchester United und Chelsea. Im Heimspiel gegen Burnley können sie vorlegen. Definitiv ausfallen werden verständlicherweise Ramsey und der gesperrte Alex Song. Gute Chancen bestehen, dass Arshavin und Denilson wieder ins Team zurückkehren können, hinter dem Einsatz von Abou Diaby steht noch ein kleines Fragezeichen. Burnley stauchelt stark der Championship entgegen. Man holte nur einen Punkt aus den letzten 16 Spielen und gehört zu den schlechtesten Auswärtsteams der Liga, nur ein magerer Punkt steht zu Buche. Damit dürfte die Ausgangslage klar genug sein. Burnley spielt am Wochenende mit Trauerflor. Die Mutter von Alex MacDonald, dem 19-jährigen Stürmer der Clarets, Janette Fackrell, ist am letzten Freitag im Alter von 40 Jahren nach langer Krankheit verstorben. “Inside I feel lost. I am trying to carry on my life as normal, trying to put a brave face around the lads.” Und immer wird klar, wie wirklich unwichtig Fußball sein kann.

West Ham United – Bolton Wanderers

Auch West Ham United will eine Serie aufrecht erhalten. Seit fünf Heimspielen ist man unbesiegt und hat sich mit dieser tollen, teils auch unerwarteten Bilanz vorerst aus dem Tabellenkeller geschoben. Mit Bolton kommt jetzt der nächste Kandidat, der um den Klassenerhalt kämpft. Mit einem Sieg könnten sich die Hammers bis auf sechs Punkte von der Abstiegszone entfernen.

Wolverhampton Wanderers – Manchester United

Sky Sport 1, Samstag live ab 18:25 Uhr, Kommentar: Toni Tomic

Ich versuche noch sowas wie einen guten Grund zu finden, dieses Spiel eventuell in der Wiederholung am Sonntag zu schauen ohne das Ergebnis zu kennen. Die Frage ist nur, ob sich das lohnt. Eigentlich sollte das eine klare Sache sein. Die Wolves gewannen nur eines der letzten neun Ligaspiele. Woher also die Hoffnung für dieses Spiel nehmen? Auch wenn Man Utd eigentlich in guter Form ist, haben die letzten Auswärtsleistungen gezeigt, dass man immer noch anfällig ist für einen Ausrutscher. Man siegte nur in zwei der letzten sechs Auswärtsspiele und hat bereits bei den anderen beiden Premier League Aufsteigern aus Burnley und Birmingham schon nicht gewonnen. Also zumindest etwas Hoffnung, dass dieses Spiel sich nicht völlig nur in eine Runde entwickelt. Es ist zudem das erste Spiel, in dem Sir Alex auf Michael Owen verzichten muss, der wohl diese Saison auch nicht mehr in der Premier League zu sehen sein wird.

FC Everton – Hull City

Sky Sport 1, Sonntag live ab 16:55 Uhr, Kommentar: Andreas Renner

Immerhin hat sich die Premier League noch mit einem Spiel in den Sonntag gerettet. Everton empfängt Hull City. Vor allem für die Tigers im Abstiegskampf ein imminent wichtiges Spiel, liegt man doch mit 24 Punkten auf dem ersten Abstiegsplatz. Für Everton im gesicherten Mittelfeld ist diese Partie längst nicht so von großer Bedeutung.

Wigan Athletic – FC Liverpool

Sky Sport 1, Montag ab 20:55 Uhr, Kommentar: Marco Hagemann

Da muss man den Spielplanersteller der Premier League schon mal hinterfragen. Da fällt schon die Hälfte der Spiele aus beziehungsweise muss verlegt werden und trotzdem streckt man den Spieltag dann über drei Tage. Im Monday Night Game empfängt Wigan Athletic den FC Liverpool. Die Reds können, weil Man City und Tottenham spielfrei haben, wieder auf den vierten Platz vorrücken. Wigan braucht jeden Punkt im Abstiegskampf. Also eine richtig interessante Konstellation und Ausgangslage. Mehr zu dem Spiel dann – eventuell, wenn ich Zeit finde -  am Montag ab kurz vor neun im Live-Blog an dieser Stelle.

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Nach Brüssel (I): Einleitende Bemerkungen und erste Eindrücke

Donnerstag, 4. März 2010 15:16

Ich bin wieder zurück aus Brüssel und hatte drei interessante und durchaus spannende Tage in der “Hauptstadt” Europas. Ich habe es noch nicht geschafft meine ganzen Notizen noch einmal im Detail durchzugehen – sind knapp 20 Seiten DIN-A5-Format geworden – von daher zunächst hier erstmal ein paar einleitende Bemerkungen und Eindrücke. Ich werde dann die Tage noch ausführlicher in wahrscheinlich drei Berichten auf die Exkursion in Brüssel eingehen. Thematisch soll es dann einmal um Lobbying auf EU-Ebene gehen, ich schaue auf die politische Agenda der Europäischen Union in den nächsten Jahren (Stichworte Post-Lissabon-Strategie und Europa 2020) und werde dann noch einmal separat auf die Medienpolitik der EU samt Internet-Strategie und Web 2.0-Aktivitäten der EU-Parlamentarier blicken. Habe leider nicht zu all meinen Fragen wirklich konkrete Antworten bekommen, ganz brauchbare Hinweise gab es zur digitalen Agenda der EU und auch zu medienpolitischen Streitfragen, für das Thema europaweiter Erwerb von Sportrechten durch Medienunternehmen, zum Beispiel NewsCorp, blieb leider keine Zeit mehr. Na ja, man kann nicht alles haben.

Wie gesagt, ich war von Montagvormittag bis Mittwochabend in Brüssel, Hauptstadt Belgiens, aber vielmehr inoffizielle Hauptstadt von Europa. Eine Stadt, die in den letzten Jahren mehr denn je geprägt wurde von den Insitutionen der EU und den in ihr arbeitenden Menschen. Die Exkursion wurde veranstaltet vom Sozialwissenschaftlichen Institut der Uni Düsseldorf, begleitet und betreut von der Konrad-Adenauer-Stiftung, was zur Folge hatte, dass die politischen Gesprächspartner häufig eine gewisse “CDU-Lastigkeit” besaßen, was aus meiner Sicht aber überhaupt nicht schlimm war. Umso intensiver und kontroverser waren die Diskussionen. Immer wieder erstaunlich übrigens, wie wenig sich die Ansichten von Studenten mit den Ausführungen von CDU-Politikern überschneiden. Ist mir zumindest schon häufiger aufgefallen. Aber wie gesagt, das war eigentlich kein Problem, zumal auf europäischer Ebene die Parteizugehörigkeit nicht ganz so entscheidend und bedeutend ist wie zum Beispiel in den nationalen Parlamenten. Natürlich gehören die Abgeordneten des Europäischen Parlaments einer nationalen Partei an und sind auf EU-Ebene in Fraktionen zusammengeschlossen, beispielweise die EVP als Europäische Volkspartei für die konservativen Kräfte. Allerdings gibt es keinen Fraktionszwang, die Parlamentarier sind also weitesgehend in ihren Entscheidungen frei, dementsprechend häufiger gibt es auch fraktionsübergreifende Initiativen oder der regelmäßige Austausch mit anderen Fraktionskollegen. Es ist also nicht verwunderlich, wenn Abgeordnete der EVP nicht der beschlossenen Linie folgen und mit den Sozialisten/Sozialdemokraten oder den Grünen stimmen.

Wir bekamen die Gelegenheit am Mittwochmorgen die Fraktionssitzung der EVP zu besuchen, unter anderem war dort auch der Präsident des Europäischen Rates, Herman van Rompuy, eingeladen um sich den Fragen der Abgeordneten zu stellen beziehungweise sich von den Parlamentariern einen Input zu geben. Die Fraktionssitzung fand in einem großen Plenarsaal statt, wo sicherlich 400-500 Menschen Platz gefunden hätten. Die Sitzung war für drei Stunden angesetzt. In den Reihen saßen die Abgeordneten, weiterhin standen dann Besucher und die zahlreichen Mitarbeiter. Etwas höher versetzt sitzen mit Blick auf den ganzen Saal die Übersetzter in ihren Glaskabinen. Es gibt für jeden Mitgliedstaat eine Glaskabine, wo bis zu drei Menschen Platz finden können. Alle Kabinen sind durchnummeriert, Deutschland hat die 001. Die Einleitung zur Sitzung wurde vom Vorsitzenden auf Französisch gesprochen, auch für die Besucher gab es Kopfhörer. Van Rompuy hielt sein Statement, etwa 15 Minuten lang, auf Englisch. Die Bemerkungen der Abgeordneten gab es dann teilweise auf englisch, teilweise aber auch nur in den jeweiligen Landessprachen. Man muss also nicht zwingend in solchen Sitzungen der englischen Sprache mächtig sein. Es herrschte zumindest zu Beginn eine eher hektische Atmosphäre. Während der Vorsitzende und der Gast schon sprachen, waren in den hinteren Reihen immer noch die Bediensteten des Parlaments fleißig. Kellner – übrigens alle mit Fliege – gingen durch die Reihen und verteilten Kaffee und einen Keks. Das Geschirrgeklimper war schon störend. Jeder Abgeorndeter hat einen kleinen Platz, reicht für die Tasse Kaffee und einige Mappen und Unterlagen. Am Platz gibt es für jeden einen Kopfhörer und ein Audio-System, wo man die Kanäle für die Übersetzung einstellen konnte. Zudem gibt es ein Mikrofon und einen kleinen Bildschirm, vergleichbar von der Größe eines Digitalkamera-Displays. Zudem gibt es im Saal drei große Flachbildschirme, damit auch die hinteren Reihen sehen können, wer gerade spricht. Während der Rede wird auf den Redner gezoomt. Die Sitzung wurde zudem gefilmt vom EPP-TV, das ist das Fernsehen der European People’s Party.

Ich war vor vier Jahren schon einmal für einen Tag in Brüssel und habe damals eine gute Freundin in der Europäischen Kommission besucht, die zu der Zeit dort ein Praktikum machte. Ich kann mich an diesen Tag hauptsächlich aus kulinarischer Sicht erinnern, an die exzellente Hähnchenbrust in der Kantine der Kommission, die leckeren Waffeln in der belgischen Innenstadt und die zahlreichen Biersorten. Neben den Einblicken in die politische Sphäre der EU, hatte ich mich also auch umso mehr auf Brüssel gefreut. Leider blieb dank der vielen Termine wenig Zeit die Stadt wirklich zu erkunden. Aber mein damaliger Eindruck hat sich die letzten Tage wieder bestätigt. Ich finde Brüssel jetzt nicht übermäßig schon – obwohl es auch wunderbare Parkanlagen gibt – halte die Stadt aber für sehr liebenswert. Man fühlt sich sehr wohl. Brüssel hat eine pulsierende Innenstadt und eine sehr gemütliche Altstadt – ein wunderbarer Kontrast zu den kalten Betonbauten und Glaspalästen der EU-Institutionen. Herzstück der Stadt ist der Grand Place, der vor über 400 Jahren durch französische Truppen zerstört wurde und danach wieder vollständig aufgebaut wurde. Seit 1998 gehört der Platz zum Unesco-Weltkulturerbe und ist für einer der schönsten, wenn nicht der schönste Platz Europas. Von dort gibt es dann viele kleine Straßen und Gassen, in denen zahlreiche Kneipen und Restaurants auf die Einwohner und Touristen waren. In den Restaurants der Fressgasse sind das teilweise schon gesalzene Preise, aber ansonsten habe ich Brüssel nicht als übermäßig teuer wahrgenommen. Kulinarische Highlights waren natürlich die leckeren Waffeln, die es fast an jeder Straßenecke gibt. Zudem die belgischen Pommes mit der großen Auswahl an Saucen und die vielfältigen Biersorten in Brüssel. Wirklich köstlich ist das Kriek, Bier, das durch Spontangärung entsteht und mit Kirschen eingeweicht wird. Sehr zu empfehlen, wer mal in Brüssel ist.

Alles weitere zu Brüssel dann in den nächsten Tagen.

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Vor Brüssel

Sonntag, 28. Februar 2010 22:21

Sagen Ihnen die Namen Herman Van Rompuy und Catherine Ashton etwas? (*Keine Sorge, wenn nicht, ist das kein Weltuntergang. Sie können ruhig weiterlesen, die Auflösung gibt es am Ende dieses Beitrages). Ich fahre morgen früh für drei Tage nach Brüssel, um die Arbeit der Europäischen Union näher kennenzulernen und zu schauen, wie politische Kommunikation auf EU-Ebene funktioniert und sich gestaltet. Zudem gibt es auch noch eine Stadtführung und ich freue mich – nebenbei bemerkt – schon auf ein schönes belgisches Bier und eine Tüte Pommes.

Jedenfalls hoffe ich viele Eindrücke, Impressionen und Hintergründe mitzunehmen und werde dann hier einige Storys und Erlebnisse bloggen, wenn ich wieder zurück bin. Ich interessiere mich durchaus für EU-Politik, eben weil die Entscheidungen doch einen erheblichen Einfluss auf unser alltägliches Leben haben und ich es durchaus interessant finde, wie europaweit Politik gemacht wird. Scheinbar stelle ich damit aber doch eine Minderheit dar. Dem überwiegenden Teil der Bevölkerung in Deutschland ist die EU so ziemlich egal, ein bürokratisches Monster, das alle fünf Jahre auch noch zu einer Abstimmung einlädt, an der sich ein Drittel der Bevölkerung erfreut und mutwillig ihre Stimme abgibt. Dabei ist die Politik auf europäischer Ebene wohl noch nie so wichtig und bedeutend gewesen wie in den vergangenen Monaten in Zeiten der Wirtschafts- und Finanzkrise.

Warum nimmt aber keiner die Entscheidungen auf europäischer Ebene wahr beziehungsweise themenspezifisch immerhin ein kleiner Teil? Wahrscheinlich sind es drei Gründe kurz zusammengefasst: Die Entscheidungen auf europäischer Ebene sind zu undurchsichtig, die Bürger wissen einfach nicht, wer was entscheidet, wer wen kontrolliert, zumal sich das in den letzten Jahren ja auch stetig geändert hat. Mit dem Vertrag von Lissabon hat man zumindest in diesen beiden Punkten immerhin jetzt eine geltende Rechtsgrundlage, die den wenigsten aber bekannt sein wird. Die Motivation sich darüber zu informieren ist nach dem EU-Chaos der letzten Jahre scheinbar gegen null gesunken. Verständlich. Zweiter Grund: Die nationale Politik in Deutschland informiert nur selten über die Vorgaben und Richtlinien, die aus Europa vorgegeben werden. Die werden dann irgendwann nachts durch den Bundesrat gewinkt, wo kein Journalist mehr anwesend ist und wohl auch noch kaum ein Politiker. Ein Vermitteln von europäischer Politik auf nationaler Ebene ist bisher nie wirklich umgesetzt worden. Hilfe könnte zum Beispiel ein Europaministerium sein, die die EU-Politik Deutschlands koordiniert und die EU-Entscheidungen auf nationaler Ebene erklärt. Dritter Grund: In den nationalen Medien wird eher wenig über die EU berichtet, und wenn dann nur negativ, wenn mal wieder Krisen anstehen. Ein Teufelskreis, der scheinbar nicht zu lösen ist.

Mal sehen, ob ich auf diesen Teufelskreis eine Antwort bekomme. Auch versuche ich mal zu ergründen, wie das ganze Thema Internet und Web 2.0 den Alltag der Politiker auf EU-Ebene prägt. Und nächste Sache, die mich noch interessiert. Wie läuft eigentlich Lobbying genau ab? Laut Programm stehen einige interessante Gesprächspartner dafür zur Verfügung. Auflösung, wie das gelingt, dann hier in den nächsten Tagen. Wenn ich denn eine Antwort auf den Teufelskreis überhaupt bekomme.

Und zur Frage von oben: Herman von Rompuy und Catherine Ashton sind seit Dezember 2009 die beiden wichtigsten Personen der EU. Von Rompuy ist ständiger EU-Ratspräsident, für zweieinhalb Jahre gewählt. Und Catherine Ashton hat den Posten des hohen Vertreters der EU für Außen- und Sicherheitspolitik inne. Beide Positionen wurden durch den Vertrag von Lissabon geschaffen. Und haben Sie diese beiden Namen schon mal häufiger in Ihrer Tageszeitung oder im Fernsehen gesehen?

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DEL 2009/2010: Noch drei Wochen bis zu den Playoffs

Sonntag, 28. Februar 2010 13:13

Noch etwas mehr als drei Wochen sind es, bevor am 24. März das erste Spiel der Pre-Playoffs absolviert wird und damit die ganz heiße Phase im Kampf um die deutsche Eishockeymeisterschaft 2010 beginnt. Am Dienstag nimmt die DEL nach der Olympiapause wieder ihren Spielbetrieb auf. Dann heißt es für alle Mannschaften noch acht bis zehn Spiele zu absolvieren. Nach dem letzten Spieltag am 21. März steht dann fest, welche sechs Teams sich direkt für die Playoffs qualifiziert haben und welche vier Klubs um die letzten zwei verbliebenen Plätze kämpfen.

Und insbesondere der Kampf um die direkten Playoff-Plätze ist diese Saison so spannend wie lange nicht mehr. Die bisherige Spielzeit hat gezeigt, dass mit Ausnahme der Eisbären Berlin es keine Übermannschaft in der DEL gibt und jedes Team jeden schlagen kann. Zwischen Platz 2 und Platz 7 liegen gerade einmal 11 Punkte. Acht Teams haben noch gute Chancen sich für die direkte Teilnahme an den Playoffs zu qualifizieren. Fünf Plätze sind noch zu vergeben. Und auch der Kampf um die Pre-Playoff-Plätze bleibt interessant. Lediglich die Kassel Huskies und die Straubing Tigers sind davon völlig außen vor. Wohl auch die Hamburg Freezers, die gestern zwar in einem Nachholspiel mit 3:1 gegen Kassel gewannen. Das dürfte aber trotzdem nicht reichen um noch einmal in den Kampf um die Pre-Playoffs einzusteigen. Aber ansonsten tobt der Kampf um die Playoffs. Dienstag geht es wieder los, Anlass genug mal einen genaueren Blick auf die aktuelle Lage in der DEL zu werfen.

Ganz oben in der Tabelle stehen souverän die Eisbären Berlin, die als einziges Team auch schon für das Playoff-Viertelfinale qualifiziert sind. Und man braucht kein großer Prophet sein um zu sagen, dass der Klub aus der Hauptstadt auch der Topfavorit auf die Meisterschaft ist. Der ausgeglichenste Kader, die besten Spieler und die mit Abstand beste Heimbilanz in der Liga. Und stets mit Heimrecht in den Playoffs augestattet. Wer soll die Eisbären also stoppen? Zu Beginn des Jahres gab es mal eine kleine Schwächephase, wo man drei Spiele in Folge verloren hatte. Da wollten einige Journalisten den Berlinern schon eine Krise andichten. Davon war dann in den folgenden Wochen wenig zu spüren. Ganz still und heimlich haben sich die Grizzly Adams Wolfsburg auf Platz 2 geschoben. In der Abschiedssaison von Trainer Toni Krinner – er wird im Sommer Nachfolger von Hans Zach in Hannover – wollen sich die Spieler wohl noch einmal von ihrer besten Seite zeigen. Die Grizzlys legten eine tolle Serie hin, gewannen acht der letzten neun Spiele. Und dass das Team offensiv nicht schlecht aufgestellt ist, dürfte nach der letzten Saison bekannt sein. Mit Kai Hospelt und Ken Magowan hat man zwei treffsichere Spieler in den Reihen, und über all den steht noch John Laliberte, Topscorer der Wolfsburger mit schon 25 Toren und 26 Vorbereitungen. Für Platz 1 wird es nicht mehr reichen, aber man muss das Team auf der Rechnung haben, wenn es um den Finaleinzug geht. Diesen Status als Finalgegner für die Eisbären hatten bis zuletzt eigentlich die DEG Metro Stars, die über weite Strecken der Saison den zweiten Platz belegten, zuletzt aber zu schwächeln begannen. Zuletzt gab es fünf Niederlagen in Folge, unter anderem gegen Krefeld und Augsburg, aber vor allem auch gegen direkte Konkurrenten wie Frankfurt und Nürnberg – eigentlich gewann man bisher solche Spiele. Düsseldorf kommt auch diese Saison wieder nur mit drei kompletten Reihen aus. Da ist die Belastung natürlich besonders hoch, gerade bei der Dichte der Spiele vor der Olympiapause. Von daher ist so eine Schwächephase zwar ärgerlich, aber durchaus nachvollziehbar. Trotzdem hat man mit Kreutzer, Collins und Reimer immer noch Stürmer in den Reihen, die ein Spiel nahezu alleine entscheiden können. Spannend wird zu sehen sein, wie die Metro Stars aus der Pause herauskommen. Die ersten Gegner heißen Köln, Berlin und Mannheim. Mit Ausnahme des Rhein-Derbys zwei richtig schwierige Aufgaben.

Auf Platz 4 liegen derzeit die Nürnberg Ice Tigers mit 81 Punkten. Niederlagen wechselten sich in letzter Zeit mit Siegen ab, man spielte also nicht völlig konstant. Aber das geht für alle Teams, die zwischen dem vierten und siebten Platz stehen. Zusammen mit den Nürnbergern kämpfen die Frankfurt Lions, die Hannover Scorpions und der ERC Ingolstadt um die direkte Qualifikation für die Playoffs, getrennt nur durch sechs Punkte, wobei Nürnberg und Frankfurt sogar noch ein Spiel mehr absolviert haben als die Konkurrenz. Alle vier Teams spielen eine gute Saison, die Hannover Scorpions kamen nach ganz schwachem Saisonstart in die obere Tabellenhälfte. Prognosen fallen schwer, wer sich direkt für die Playoffs qualifiziert. Wahrscheinlich ist es das Team, das die konstantesten Leistungen in den nächsten drei Wochen bringt und vielleicht auch eine kleine Serie starten kann. Dass dazu alle Teams fähig sind, haben sie schon unter Beweis gestellt. Aber eben auch das Gegenteil. Vielleicht bekommen wir ja schon am Dienstag einen ersten Eindruck, wenn es in der Tui-Arena zum direkten Aufeinandertreffen zwischen Hannover und Frankfurt kommt. Allgemein ist es für die Scorpions kein leichter Start nach der Pause. Dienstag empfängt man die Lions, Donnerstag muss man zum Tabellenführer nach Berlin reisen und nächste Woche Sonntag empfängt man die Hamburg Freezers. Die Scorpions müssen weiterhin noch ein paar Wochen auf Stürmer Chris Herperger verzichten, der seinen Mittelfußbruch noch auskurieren muss. Aber auch die direkte Konkurrenz von Hannover hat keine leichten Aufgaben, Ingolstadt muss unter anderem nach Wolfsburg, Nürnberg empfängt unter anderem Mannheim und reist zu den stark formverbesserten Straubing Tigers. Was eben auch erkennbar ist: Es gibt noch zahlreiche direkte Duelle der Mannschaften, die um die direkte Teilnahme an den Playoffs kämpfen. Gerade solche Spiele sind doppelt wert. Vielleicht sind es dann auch die Mannschaften, die sich qualifizieren, die solche Big Points landen und dann vielleicht auch Selbstvertrauen für die vermeintlich leichteren Spiele mitnehmen.

Sechs Teams sind also erstmal in der näheren Auswahl für die letzten fünf Playoff-Plätze. Vier Teams muss man auf alle Fälle noch für die Pre-Playoffs auf der Rechnung haben: Die derzeit aussichtsreichsten Kandidaten sind die Augsburg Panther, die Adler Mannheim und die Kölner Haie. Außenseiterchancen wenn überhaupt noch für die Iserlohn Roosters und die Krefeld Pinguine. Aber aus den sechs Teams im Kampf für die direkte Qualifikation fällt ja noch ein Team raus, von daher haben Iserlohn und Krefeld nur bedingt gute Aussichten. Beide Teams spielen auch nicht das Eishockey, wo man sagen könnte, es ist aussichtsreich, das man mal eine Serie von vier bis fünf Siegen in Folge zeigt. Das ist im Moment vielleicht noch den Adler aus Mannheim zuzutrauen. Fraglich, ob es noch bis zur direkten Qualifikation reicht, aber die letzten Leistungen (vier Siege in Folge, unter anderem gegen Düsseldorf und Ingolstadt) geben zumindest Anlass zur Hoffnung, dass die verkorkste Saison mit den ganzen Undiszipliniertheiten zu Beginn der Spielzeit noch ein gutes Ende nimmt. Defensiv steht man jetzt wieder sicherer, offensiv hat der Schuh ja wirklich nie so richtig gedrückt. Aber was nützt die gute Offensive mit Scott King, Justin Papineau und auch Nathan Robinson, wenn man hinten häufig offen wie ein Scheunentor stand? Das war zuletzt besser und wenn man diese Grundausrichtung konservieren kann, hat man vielleicht auch noch eine klitzekleine Chance auf Platz 6, hängt eben auch davon ab, ob die Konkurrenz aus Frankfurt, Hannover und Ingolstadt patzt. In ähnlich guter Form wie Mannheim ist auch Augsburg, zuletzt gab es sieben Siege aus neun Spielen. Man hat mit der Partie in Mannheim und gegen Augsburg aber ein schwieriges Auftaktprogramm. Heißt aber auch: Mit zwei Siegen ist man ganz dick im Geschäft drin.

Richtig dick im Geschäft scheinen auch die Kölner Haie zu sein, zumindest was den Fortbestand des Vereins betrifft. Die Mannschaft aus der Domstadt macht derzeit eher Schlagzeilen in den Wirtschaftsteilen der Zeitung. Den Verein drücken Verbindlichkeiten in Höhe von 1, 5 Millionen Euro. Die Liquidität ist bedroht, kurzfristig müssen eine halbe Million Euro aufgebracht werden. Sonst droht die Insolvenz. Am Freitag gab es nun ein Gespräch zwischen der Geschäftsführung des Verein und dem Kölner Oberbürgermeister Jürgen Roters. Die Stadt hat sich scheinbar bereit erklärt für den finanziell angeschlagenen Klub einzuspringen. Zurückgehende Zuschauerzahlen sind ein Grund, warum die Haie weniger Geld in den Kassen haben. Interessant wird jetzt zu sehen sein, wie die wirtschaftliche Misere sih auf den sportlichen Erfolg auswirkt. Momentan ist man auf Platz 10, den letzten Pre-Playoff-Platz. Für die Haie wird es entscheidend sein, auch mal auswärts dreifach zu punkten. Man ist eines der besten Heimteams in der Liga, aber auswärts läuft nur selten etwas zusammen. Erste Gelegenheit die Auswärtsschwäche abzustellen ist am Dientag bei den Eisbären Berlin. Und dass man zu besten Heimteams der Liga gehört, kann man am Freitag im Derby gegen Düsseldorf unter Beweis stellen. Keine einfachen, aber aufregende Tage bei den Kölner Haien. In jeglicher Hinsicht.

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Premier League 2009/2010 #28, FC Chelsea – Manchester City

Samstag, 27. Februar 2010 13:33

[15h43] Endstand FC Chelsea – Manchester City 2:4

Dann wurde das ja in der zweiten Halbzeit noch eine richtig tolle Partie. Chelsea verspielte wieder mal eine Führung und offenbarte in der Defensive große Schwächen, die City eiskalt ausnutzte. Für die Gäste lief dann alles nach Plan, man konnte sich den Gegner zurecht legen und dann per Konter den Sack zuschnüren. Chelsea versuchte offensiv viel, es fehlte aber am Quäntchen Glück und Genauigkeit – oder man scheiterte wie Anelka am sehr guten Shay Given. Chelsea holt damit Man Utd und eventuell auch Arsenal wieder ganz dick ins Titelrennen zurück, City belegt jetzt Platz 4, aber Tottenham und Liverpool spielen ja erst morgen.

[15h38] 2:4, Frank Lampard, 90. Minute +1 (FE)

Barry mit dem Foul an Anelka im Strafraum, den Elfmeter muss man nicht unbedingt geben, aber sei es drum. Lampard verwandelt im Gegensatz zum Hinspiel, wo er noch an Given scheiterte, diesmal lässig und souverän.

[15h38] Elfmeter FC Chelsea

[15h37] So, die Chelsea-Fans dürfen noch mal richtig kräftig pfeifen. Tevez geht vom Platz, Silvinho kommt für die letzten Sekunden.

Fünf Minuten Nachspielzeit

[15h34] 1:4, Craig Bellamy, 87. Minute

Wird dann doch eine ziemliche Klatsche für die Blues. Toller Konter der Citizens, fünf gegen drei. Wright-Philips legt quer für den mitgelaufenen Bellamy, der nur noch einschieben braucht.

[15h33] Fünf Minuten noch regulär. Anelka scheiterte gerade eben am klasse reagierenden Shay Given. Das wäre noch einmal Pfeffer für die letzten Minuten gewesen. So bleibt es bei der komfortablen Führung für die Gäste, die das Spiel über die Zeit schaukeln wollen. Chelsea versucht alles.

[15h28] Platzverweis Michael Ballack/FC Chelsea

Mist, jetzt ist Ballack ja doch wieder in allen Zeitungsartikeln, aber negativ, denn nach 80 Minuten darf er völlig zurecht unter die Dusche. Hatte vorhin schon gelb wegen Meckerns bekommen, jetzt Frustfoul von hinten in Höhe der Mittellinie an Tevez. Chelsea nur noch zu neunt. Ballack und Beletti fehlen Chelsea damit im nächsten Ligaspiel am 13. März gegen West Ham United. Oder schon im FA-Cup am 7. März gegen Stoke. Das weiß ich jetzt nicht aus dem Kopf, wie da die Regel genau ist. Wer es weiß, darf sich gerne in den Kommentaren melden.

[15h26] Du meine Güte, was ist mit Mancini los? Führt 3:1 an der Bridge und bringt Stürmer für Linksverteidiger. Bridge darf Feierabend machen, Santa Cruz kommt aufs Feld. Wenn da nichts mehr passiert, hat das morgen jeder vergessen. Aber wäre mal sehr interessant zu erfahren, was er sich dabei gedacht hat.

[15h23] 1:3, Carlos Tevez, 76. Minute (FE)

Ist das die Entscheidung in diesem Spiel? Gareth Barry setzt sich wieder auf der linken Seite durch, ähnlich wie vorhin Bellamy, diesmal ist Belletti zu langsam und kann sich nur noch mit einem Foul helfen. Elfmeter geht völlig okay. Und Mike Dean ist knallhart und schickt Belletti wegen Notbremse auch noch vom Platz. Tevez verwandelt den Elfmeter sicher, keine Chance für Hilario. Und City mit der zweiten guten Szene in der zweiten Hälfte und dem zweiten Tor. Da ist ein Spiel ganz nach Wunsch verlaufen.

[15h22] Elfmeter Manchester City und Platzverweis Belletti/FC Chelsea

[15h20] Shaun Wright-Philipps hat seiner Einwechselung von vor zehn Minuten – er kam für Adam Johnson – auf rechts auch noch nicht viel bewegt. Überhaupt bleibt es jetzt zwar ein temporeiches, durchaus ansehnliches Spiel, aber es gibt wenige Torchancen. Chelsea macht Druck, aber City verteidigt gut. Beste Szene von Ballack so far. Schuss aus 20 Metern, aber Given auf dem Posten. Bei den Gastgebern fehlt der letzte Feinschliff.

[15h17] City wird noch mehr Platz bekommen, weil Chelsea zum letzten Mal wechselt. Kalou kommt für Carvalho, Stürmer für Innenverteidiger.

[15h11] Terry und Tevez geraten nach einem Zweikampf aneinander, können sich aber beide noch kontrollieren und schlagen nicht aufeinander ein. Referee Dean bittet beide zum Gespräch und belässt es bei einer Ermahnung. Und am Ende vertragen sich die beiden sogar.

[15h08] Ancelotti lässt wechseln, bringt Sturridge für den starken Joe Cole. Verstehe ich jetzt nicht. Aber ich bin auch nicht Trainer. Zudem kommt Belletti für Obi Mikel.

[15h04] City kommt dieser Spielstand natürlich jetzt sehr entgegen. Bellamy und Adam Johnson haben gezeigt, dass sie die Räume, die Chelsea jetzt anbietet, sehr gut nutzen können. City tut auch gut daran sich nicht völlig hinten einzuigeln. Die Blues versuchen derweil wieder mehr für das eigene Spiel nach vorne zu tun, wirkt aber alles zwar durchdacht und strukturiert, scheitert aber häufig an der Ausführung. Für alle deutschen Medien hier mal zum Mitschreiben: Ballack total unauffällig. Man muss ihn also nicht erwähnen.

[14h58] 1:2, Craig Bellamy, 51. Minute

Großes Tor von Bellamy, setzt sich auf links gegen Mikel durch, hat Tempo drauf und schafft es trotzdem einen präzisen Linksschuss ins lange Eck zu setzen. Hilario zu langsam unten. Und City hat dieses Spiel gedreht. Wieder keine gute defensive Leistung der Blues, zu offen auf den Außenbahnen und Bellamy hat das wunderbar ausgenutzt.

[14h56] John Terry sieht gelb nach Foul an dem quirligen Adam Johnson. Fans des FC Chelsea laufen aufs Spielfeld und wollen Wayne Bridge dafür verantwortlich machen, fordern Handschlag. Bridge schießt den Freistoß in die Mauer.

[14h53] Beginn 2. Halbzeit

Keine Wechsel auf beiden Seiten

[14h36] Halbzeit FC Chelsea – Manchester City 1:1

Dann war das ja doch noch ein wenig Spektakel in der ersten Hälfte nach ganz schwachen 30 Minuten. Chelsea tat dann mehr für die Offensive und ging verdient in Führung. City in der Defensive mit ordentlicher Leistung, im Angriff aber zu einfallslos. Höchstens Adam Johnson macht da einen ordentlichen Eindruck. Nichts desto trotz kam man glücklich zum Ausgleich, dank tatkräftiger Hilfe der Chelsea-Verteidigung. Verspricht also Spannung für den zweiten Durchgang.

[14h33] 1:1, Carlos Tevez, 45. Minute +1

Knappe vier Minuten hat die Führung für die Blues gehalten. Und dann macht Man City aus dem Nichts den Ausgleich. Und das war eigentlich gar keine Torchance. Unglückliche Kopfballverlängerung von Mikel auf Tevez, der hat keinen Mitspieler um sich herum, zieht aber trotzdem aufs Tor. Setzt sich gegen Terry und Carvalho durch und schießt fast schon im Liegen den Ball an Hilario, der wahrlich auch keine gute Figur macht, vorbei ins Tor. Tolle Einzelleistung von Tevez und fürchterliches Verteidigen bei Chelsea.

[14h32] Drei Minuten Nachspielzeit

[14h29] 1:0, Frank Lampard, 42. Minute

Chelsea hat in den letzten Minuten mehr für die Offensive getan und belohnt sich kurz vor Halbzeitpfiff mit der durchaus verdienten Führung. Lampard mit seinem 11. Saisontor. Schöner Pass von Joe Cole in die Schnittstelle der Abwehr, riesen Lücken in der City-Abwehr, Lampard mit dem Schuss an Given vorbei ins lange Eck, nimmt den Innenpfosten fast noch mit. Hat genau gepasst.

[14h24] Das war doch mal wenigstens etwas Aufregung – rein zufällig. Flanke von Ivanovic, City klärt den Ball zu kurz, Lampard will den Ball eigentlich aufs Tor schießen, produziert aber einen Querschläger, den Drogba aus der Drehung aufnimmt, aber über das Tor. An guten Tagen macht der Ivorer solche Gelegenheiten auch schon mal rein.

[14h18] Kein wirklich gutes Spiel, für die Ansprüche beider Teams schlicht zu wenig. Einen Hauch von Torgefahr gibt es nach Fernschüssen oder durch Zufallsprodukte Marke unglükliches Klären in der Abwehr. Passiert ganz wenig. Einzig die taktische Einstellung und das durchaus gute Defensivverhalten dürfte beide Trainer ein wenig zufrieden stellen.

[14h05] So langsam könnten sich die Spieler mal um mehr Torchancen kümmern, sonst ist dieser nicht vorhandene Handschlag das einzige Highlight in der ersten Hälfte. 17 Minuten gespielt, Freistoß von Adam Johnson, direkt ins Torwarteck auf Hilario. Null Gefahr.

[13h59] Erste kleine Chance in diesem Spiel. Distanzschuss von Malouda, aber über das Tor von Shay Given. Ansonsten ein sehr mäßiger Auftakt in den ersten 12 Minuten.

[13h53] Bin mal gespannt, wie weit sich Florent Malouda als Linksverteidiger nach vorne wagt. Ob das so offensiv wird wie bei Ashley Cole wage ich mal zu bezweifeln, weil die Rückwärtsbewegung des Franzosen sicherlich nicht so gut ist. Und Man City einen unbesetzte Außenbahn zu geben, dürfte nicht unbedingt das Ziel sein. Sonst schon was passiert? Nö, außer Szenenapplaus für John Terry nach einem erfolgreichen Tackling. Chelsea sucht den Weg nach vorne, die Citizens kompakt und eng am Gegenspieler.

[13h48] Beginn 1. Halbzeit

Dann man an den Sport. Chelsea mit Anstoß und ganz in blau von rechts nach links in den ersten 45. Minuten. Here we go.

[13h45] So, und Wayne Bridge hat John Terry nicht die Hand geschüttelt. Terry war bereit dazu, Bridge verweigerte. Hätten wir das auch abgehandelt.

[13h40] Die Aufstellungen an der Stamford Bridge

FC Chelsea: Hilario – Ivanovic, Carvalho, Terry, Malouda – Ballack, Mikel, Lampard – Anelka, Drogba, Joe Cole

Manchester City: Given – Richards, Kompany, Lescott, Bridge – Zabaleta, De Jong, Barry -  Bellamy, Tevez, Johnson

Beide Mannschaften plagen ein paar Personalsorgen. Chelsea muss Peter Cech ersetzen, Hilario tut das. Problem die Linksverteidigerposition. Ashley Cole und Zhirkov sind beide verletzt, also muss Malouda nach hinten links in die Viererkette. Insgesamt offensive Ausrichtung beider Mannschaften. Bei Man City kehrt Tevez ins Team zurück, Adam Johnson ersetzt den gesperrten Emmanuel Adebayor.

[13h33] Tach zusammen, bin gerade so fertig geworden mit Arbeit, Telefonaten und Mittag, von daher jetzt volle Konzentration auf den Auftakt zum 28. Spieltag der Premier League an diesem Wochenende. Und zum Glück bietet diese Partie genug sportliche Brisanz – Chelsea will die Tabellenführung ausbauen und Man City darf nicht den Anschluss an Platz 4 verpassen – sodass die Medien nicht vollends an der Saga Terry-Bridge ersticken.

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Premier League 2009/2010 Preview #28 – Going into administration

Freitag, 26. Februar 2010 10:03

Es ist ein 28. Spieltag der Premier League 2009/2010 in der etwas abgespeckten Variante mit nur acht Spielen. Manchester United hatte ja bereits am Dienstagabend im vorgezogenen Spiel West Ham United mit 3:0 besiegt und damit weiter Ansprüche auf die Meisterschaft angemeldet. Da am Sonntag auch das Carling Cup Finale stattfindet, ist die Partie von Aston Villa gegen Hull CityAufbau verlegt worden. Einen Termin für das Nachholspiel gibt es noch nicht. Nichts desto trotz ist es ein sehr interessanter Spieltag mit zwei wichtigen direkten Duellen im Abstiegskampf und schwierigen Aufgaben der Titelkandidaten. Chelsea empfängt Manchester City und Arsenal muss zum heimstarken Stoke City reisen.

Aber zunächst der Blick an die Südküste, wie so häufig in den letzten Wochen und Monaten. Aber zumindest heute kann unter die Saga des FC Portsmouth ein erster kleiner Schlussstrich gezogen werden. Nachdem man in den letzten Tagen noch vermehrt und intensiv nach einem neuen Besitzer geschaut hat – der derzeitige Balram Chainrai war nur eine Übergangslösung -, gab es dann gestern die Bestätigung vom Verein, dass man nicht fündig geworden ist und Insolvenz anmelden muss. Alle nötigen Formalia dafür sollen heute abgeschlossen werden. Mit einer Entscheidung am High Court in London wird am Vormittag gerechnet. Portsmouth ist der erste Klub der Premier League, der einen solchen Schritt vollziehen muss.  Den Verein drücken Schulden in Höhe von 60 Millionen Pfund, zudem standen Steuernachzahlungen in Höhe von fast 12 Millionen Pfund aus, die umgehend geleistet werden mussten. Dem konnte Pompey aber nicht nachkommen. Nachdem die Premier League in den letzten Wochen schon den Stecker zog und TV-Einnahmen dem Verein verweigerte, macht Portsmouth jetzt selbst die Lichter aus.

Was sind die Folgen für den FC Portsmouth? Langfrisitig kann man das nur schwer abschätzen. Zunächst wird es einen Abzug von neun Punkten geben, was soviel bedeutet, dass der Abstieg schon jetzt in Stein gemeißelt ist. Man wird nächste Saison also in der Championship spielen. Ob man ein zweites Leeds United wird, kann heute niemand sagen. Neben den Punktabzügen wird auch über Gehaltskürzungen diskutiert. Wie paradox: Jetzt diskutiert man in Portsmouth über Gehaltskürzungen, dabei konnte man zuletzt überhaupt froh sein, dass man Geld auf seinem Konto vorfand. Aber wenn der Verein weniger überweisen muss, geht es vielleicht zügiger. Trainer Avram Grant hat heute Morgen seine Spieler zu einem Treffen eingeladen, bei dem ein solcher Schritt diskutiert wurde. Nach Berichten des Guardian sollen zwei Spieler mit diesem Vorschlag auf Grant zugekommen sein. Über die Zukunft des Trainer kann nur spekuliert werden. Ich tippe darauf, dass er nach der Saison den Verein verlassen wird. Schaut man sich seine gestrigen Ausführungen im Interview bei Sky Sports News an, dürfte klar sein, dass Grant mit der Situation bei Pompey alles andere als zufrieden ist und seine Wut über die Situation nur schwer verbergen kann.

Welche Konsequenzen hat die Insolvenz des FC Portsmouth nun für die Premier League? Zunächst einmal steht damit ein Absteiger fest, was für die anderen Konkurrenten heißt, dass die Chancen für den Klassenerhalt wieder ein wenig größer geworden sind. Natürlich wird es jetzt auch wieder eine Diskussion über den Zustand der Premier League mit der Eigentümerstruktur und den hohen Schulden der Vereine geben. So eine Debatte kann der Premier League aber nur helfen. Und bei aller Kritik an der mit Geld aufgeblähten Liga darf eben auch nicht übersehen werden, dass die Situation des FC Portsmouth nur bedingt auf andere Premier League Klubs anwendbar ist. Über die Hintergründe und die spezielle Situation des Vereins hatte ich einen längeren Beitrag bereits im September letzten Jahres geschrieben.

FC Chelsea – Manchester City

Sky Sport 1 live, Samstag ab 13:40 Uhr, Kommentar: Markus Gaupp

Natürlich kommt man bei diesem Duell nicht um das direkte Aufeinandertreffen von John Terry und Wayne Bridge herum. Terry hatte eine Affäre mit der Ex von Bridge. Seitdem hetzt der Boulevard eine exklusive Story nach der anderen durch den Blätterwald, wohl nicht nur deswegen hat Bridge gestern bekannt gegeben, dass er nicht mehr für die englische Nationalmannschaft zur Verfügung steht und damit nicht mit John Terry zusammenspielen möchte. Aber das ist dann am Samstagmittag hoffentlich nur eine Randnotiz, es bleibt zu hoffen, dass das Spiel vor allem sportliche Schlagzeilen schreibt. City schied am Mittwoch im FA-Cup bei Stoke City aus und muss Wiedergutmachung leisten, auch damit man im spannenden Kampf um den vierten Platz nicht zurückfällt. Chelsea will den Abstand auf Man Utd wieder auf vier Punkte aufbauen und die Niederlage bei Inter Mailand wieder vergessen machen. Verzichten müssen die Blues auf Peter Cech, der mit einer Wadenverletzung vier Wochen ausfallen wird. Vertreten wird er von Hilario. Bei City könnte Craig Bellamy wieder in der Startelf stehen.

FC Burnley – FC Portsmouth

Wenn der Tabellenvorletzte das Schlusslicht der Liga empfängt, kann man auf alle Fälle von einem Kellerduell sprechen. Blöd nur, dass Portsmouth schon fast außer Reichweite für den Klassenerhalt ist. Heißt konkret, dass es ausschließlich das Spiel des Jahres für den FC Burnley ist. Den Clarets fehlt ein Punkt auf das rettende Ufer – und wenn nicht gegen Pompey gewinnen, wann dann? Hoffnung für Burnley gibt es vor allem durch die Rückkehr von Verteidiger Graham Alexander, der nach vier Wochen Verletzungspause in den Überlegungen von Trainer Brian Laws wieder eine Rolle spielt. Interessant dürfte sein, wie Burnley den Schock aus der letzten Woche verkraftet hat, wo man in 12 Minuten vier Gegentore kassiert hatte. Wie gut, dass da ein Verteidiger wieder zurück ins Team kehrt.

Bolton Wanderers – Wolverhampton Wanderers

Sky Sport 1 live, Samstag ab 15:55 Uhr, Kommentar: Marcel Meinert

Nicht weniger interessant und dramatisch ist das Duell von Bolton gegen Wolverhampton, für das sich Sky in der Nachmittagsübertragung entschieden hat. Bolton belegt derzeit den ersten Abstiegsplatz und hat zwei Punkte Rückstand auf die Wolves, die derzeit den 16. Platz belegen. Mit einem Sieg könnten die Wanderers also an Wolverhampton vorbeiziehen. Bolton kommt mit einem negativen Erlebnis aus der Woche in den Spieltag, als man im FA-Cup Wiederholungsspiel mit 0:4 bei Tottenham unterging. Auch wenn die Wolves letzte Woche zuhause gegen Chelsea verloren haben, zeigt die Formkurve doch langsam nach oben. Vor allem die Leistungen auf dem Platz stimmen, die Ergebnisse fehlen noch. Bei den Gästen kommt Stürmer Andy Keogh zurück ins Team. Der irische Nationalspieler hat drei Monate gefehlt.

Birmingham City – Wigan Athletic

Birmingham City steht im gesicherten Mittelfeld der Tabelle und kann ganz ruhig und befreit in diesen Spieltag gehen. Der Druck in dieser Partie liegt vor allem auf Wigan Athletic, die zwei Punkte vor einem Abstiegsplatz stehen, aber eine der schlechtesten Tordifferenzen im Tabellenkeller haben. Wigan hatte zuletzt zwei Unentschieden erzielt, doch kann man sich dafür auf Dauer nicht so viel kaufen. Es bräuchte mal wieder einen Sieg. In den Schlagzeilen war der Verein unter der Woche, weil Trainer Roberto Martinez nach der Niederlage gegen Tottenham vom Wochenende in seiner Pressekonferenz für das Spiel in Birmingham eine Schiri-Schelte par excellance auslegte. Zum Verständnis: Das Führungstor der Spurs letzten Sonntag zählte trotz klarer Abseitsposition von Jermain Defoe. Martinez redete sich also in Rage: “Ich glaube, das wertet die Premier League ab, wenn man solche Aktionen sieht. Das war noch nicht mal knapp und das verwundert mich. Da war ein Spieler zwei Meter im Abseits. Ich kann nicht erklären, wie die beste Liga der Welt Leute beschäftigt, die solche Entscheidungen nicht richtig machen können. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich über eine gesamte Saison schon so viele Ungerechtigkeiten erlebt habe. Normalerweise gleicht sich das ja immer aus.”

Stoke City – FC Arsenal

Sky Sport 1 live, Samstag ab 18:25 Uhr, Kommentar: Toni Tomic

Stoke, Burnley, Hull, West Ham und Birmingham sind die nächsten fünf Gegner für den FC Arsenal. Das klingt nach vielen machbaren Aufgaben für die Gunners im Titelrennen und die Experten sind sich einig, dass bei erfolgreichem Abschneiden in diesen Begegnungen Arsenal beide Füße vehement im Titelrennen haben wird. Und da ist die Partie am Samstagabend in Stoke der ganz schwierige Auftakt und ein erneute Bewährungsprobe für das Team von Wenger. Alle Meisterschaftsträume könnten bei einer Niederlage bei den heimstarken Potters schon beendet sein, gleichzeitig könnte man bei einem Sieg aber mit richtig viel Selbstvertrauen in die nächsten einfacheren Aufgaben gehen. Wenger spricht nicht nur wegen der Niederlage im Januar im FA-Cup bei Stoke von einem Schlüsselspiel für sein Team: “Es ist ein Spiel, das wir gewinnen wollen, das aber nicht notwendigerweise mit den Ereignissen aus dem Januar verbunden ist. Wir müssen verhindern, dass Stoke seine Stärken ausspielen kann und wir selbst müssen stark und geschlossen auftreten.” Wenger muss dabei weiterhin auf Arshavin, Gallas und Diaby verzichten, noch unklar ist, ob Eduardo ins Team zurückkehrt, wenn ja aber noch nicht in die Startelf. Also wird Bendtner wieder einzige Spitze sein, flankiert von Walcott und Nasri auf den Außenbahnen.

Das wird eine ganz harte Nuss für den FC Arsenal zu knacken. Stoke ist extrem heimstark und kommt mit viel Selbstvertrauen in die Partie, unter der Woche besiegte man Manchester City nach Verlängerung im FA-Cup. Was aber auch heißt, dass Arsenal deutlich ausgeruhter in die Partie geht. Mal sehen, wie man damit umging zum ersten Mal seit Monaten eine komplett freie Woche zu haben. Arsenal muss vor allem verhindern, dass Stoke zu Standards kommt. 15 Tore hat City schon nach Standards erzielt, 14 davon zuhause, vor allem dank der langen Einwürfe von Roy Delap. Den wollte Arsene Wenger ja mal verbieten. Augenmerk auch auf den wieder erstarkten Stürmer der Potters, Dave Kitson.

Tottenham Hotspur – FC Everton

Wenn der FC Everton noch eine kleine Chance haben möchte im Kampf um die internationalen Plätze, dann muss ein Sieg bei den Spurs her, wass bedeuten würde, dass man den Rückstand auf Tottenham auf vier Punkte verkürzt. Aber nach der deutlichen Niederlage in Lissabon in der Europa League am Donnerstagabend dürfte das eher fraglich sein. Aber Everton hat schon mehrmals gezeigt, dass sie nach solchen Rückschlägen zurückkommen können. Auf der anderen Seite heißt es aber auch, dass Tottenham gewinnen muss um klare Ansprüche auf den vierten Platz anzumelden. Um Raphael Honigstein aus dem Guardian Football Weekly Extra zu zitieren: “Das sind diese Spiele, die Tottenham gewinnen muss, um den vierten Platz zu erreichen. Und sie werden es nicht machen, weil sie Spurs sind.”

FC Sunderland – FC Fulham

Respekt an den FC Fulham für die Leistungen auch in dieser Saison. Ähnlich wie Birmingham City hat man eigentlich nicht mehr viel zu verlieren in der Premier League. Trotzdem bringt man Woche für Woche gute Leistungen und kann schon für die neue Saison planen. Umso erfreulicher sind die Spiele für Fulham in der Europa League. In der Zwischenrunde mal schnell den Titelverteidiger ausgeschaltet. Da macht es sich, wenn man so einen alten Trainerfuchs wie Roy Hodgson an der Seitenlinie hat. Da hat der Gegner aus Sunderland schon ganz andere Probleme. Die Black Cats warten seit dem 21. November (damals 2:0 gegen den FC Arsenal) auf einen Sieg in der Liga. Man ist im freien Fall und die Zeit für Trainer Steve Bruce läuft langsam aber sicher ab.

FC Liverpool – Blackburn Rovers

Sky Sport 1 live, Sonntag ab 15:55 Uhr, Kommentar: Andreas Renner

Der Spieltag schließt am Sonntagnachmittag mit der Partie zwischen den Reds und den Rovers ab. Kein Spiel, das mich jetzt wirklich vom Hocker haut. Es bekommt seine Brisanz höchstens dadurch, dass Liverpool weiter gewinnen muss, um im Kampf für den vierten Platz mitreden zu können. Was so viel heißt: Um Benitez auch nach der Saison eine Jobgarantie zu geben. Immerhin konnte man jetzt das Achtelfinale in der Europa League erreichen. Blackburn geht als 12. mit großen Ruhepolster auf die Abstiegsplätze in diese Partie und kann Liverpool mal so richtig ärgern.

Wenn ich Zeit finde, gibt es am Wochenende ein Live-Blogging. Tippe mal auf Chelsea gegen Manchester City am Samstagmittag.

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Europa League 2009/2010 Zwischenrunde, Werder Bremen – Twente Enschede

Donnerstag, 25. Februar 2010 20:27

[23h02] Gute Nacht aus Düsseldorf. Morgen der nächste spannende Fußballtag, wenn der FC Portsmouth aller Voraussicht nach Insolvenz anmelden wird. Mehr dazu dann morgen.

[23h00] In Valencia gibt es noch Verlängerung. Hier die Partien des Achtelfinals. Gespielt wird am 11.03., die Rückspiele finden eine Woche später am 18. März statt.

  • Hamburger SV – RSC Anderlecht
  • Rubin Kazan – VfL Wolfsburg
  • Atletico Madrid – Sporting Lissabon
  • Benfica Lissabon – Olympique Marseille
  • Panathinaikos Athen – Standard Lüttich
  • OSC Lille – FC Liverpool
  • Juventus Turin – FC Fulham
  • Brügge/FC Valencia – Werder Bremen

[22h56] Endstand Werder Bremen – Twente Enschede 4:1

Mit ein paar kleinen Ausnahmen, insbesondere zwischen der 30. und 40. Minute und zu Beginn der zweiten Hälfte, ein guter Auftritt von Werder. Offensiv überzeugend wie immer, defensiv weiter ein wenig instabil. Zum Glück wurde man nicht allzu oft gefordert. Trotzdem eine Leistung, welche die Mannschaft weiterbringen wird, auch für das Selbstvertrauen in der Liga.

[22h49] Lille macht das 1:1 bei Fenerbahce Istanbul und wäre damit im Achtelfinale. Torschütze Adil Rami in der 85. Minute

[22h47] Meine Güte, ist das unansehnlich in Turin. Del Piero geht vier Minuten vor dem Spiel in die Kabine, Juve mit gefühlt 11 Defensivspielern jetzt. Ajax fällt nicht ein, eher macht Trezeguet das 1:0, scheitert mit seinem Kopfball aber an Stekelenburg.

[22h45] In Bremen plätschert die Partie dem Schlusspfiff entgegen. Noch acht Minuten, Enschede hat sich aufgegeben. Werder tut nur noch das Nötigste.

Borowski kommt für Mezut Özil.

[22h40] Sporting Lissabon – FC Everton 2:0, Pedro Mendes, 76. Minute

Damit verabschieden sich die Toffees wohl aus der Europa League. Brauchen ein Tor für die Verlängerung, haben aber bisher nur defensiv agiert. Offensiv ging wenig.

[22h38] Martin Jol spielt seine letzte Trumpfkarte aus, bringt Rommedahl für den ganz schwachen Enoh. Ajax Amsterdam braucht weiterhin ein Tor, aber Juve denkt gar nicht daran, irgendwas zu tun, was die Defensive gefährden könnte.

[22h36] Toller Konter von Werder. Özil und Almeida im Doppelpass, der Portugiese nach Flanke von Özil mit tollem Kopfball, aber exzellent gehalten von Boschker.

Wechsel Werder: Marin geht, Ayik kommt.

[22h33] 20 Minuten noch in Bremen zu absolvieren, Werder macht wieder zu wenig. Zum Glück fällt Enschede momentan auch nicht so viel ein. Aber man hat, wenn Werder defensiv gefordert wird, immer das Gefühl, das könnte sofort schiefgehen.

[22h29] Sporting Lissabon – FC Everton 1:0, Miguel Veloso, 64. Minute

[22h28] Ich dachte, ich könnte es jetzt mir mal wieder leisten bei Juve gegen Ajax vorbeizuschauen. In den fünf Minuten, in den ich zuschaue, kein wirklich ansehnliches Spiel. Juve zwar optisch überlegen, Ajax steht immer noch hinten drin und traut sich gar nicht nach vorne. Juve könnte den Sack fast zumachen, zumal defensiv die Italiener kaum was zulassen. Und ein 0:0 reicht Juve ja.

[22h25] Deckel endgültig drauf in Wolfsburg. Grafite mit dem 4:1, 64. Minute

[22h22] Werder – Enschede 4:1, Claudio Pizarro, 59. Minute

Und im Gegenzug dann der Ausbau der Führung für Werder. Ganz entscheidene Minuten in diesem Spiel mit glücklicherem Ausgang für Werder. Özil mit schöner Vorbereitung, Pizarro mit dem Flachschuss ins Tor. Boschker war noch dran.

Bargfrede kam bei Werder für Niemeyer.

[22h20] Wenn durch Düsseldorf-Pempelfort eben ein lautes, langgezogenes “Neeeiiiiiiiin” ging, dann war das mein Schrei, bevor Parker geschossen hat. Werder wieder mit der Abseitsfalle, gelingt nicht, Parker völlig frei, nur noch Vander vor sich, knallt den Ball an den Innenpfosten. Und dann kam ein kurzes, aber sehr leises Yes von mir.

[22h18] Erst in vier Spielen des Abends sind Tore gefallen. Werder und Wolfsburg liegen vorne, Fenerbahce wäre momentan weiter, Valencia gegen Brügge ginge in die Verlängerung. Und noch keine Tore in der zweiten Halbzeit europaweit.

[22h17] Immerhin, Werder spielt jetzt wieder häufiger nach vorne, beschäftigen die Niederländer in ihren eigenen Reihen. Also nur mit Hoffen und viel Zuversicht gelingt das Weiterkommen nicht. Und Twente hat gezeigt, dass sie, wenn man sie beschäftigt und unter Druck setzt, verwundbar sind. Nur muss Werder dann mehr eigene Akzente setzen.

[22h13] Werder wartet darauf, dass Enschede mehr und mehr Risiko geht und sich dann Räume zum Kontern ergeben. Enschede scheut noch das allerletzte Risiko – und von daher ist es ein eher lahmer Auftakt in die zweite Hälfte. Werder im Mittelfeld ein wenig sehr passiv. Böse formuliert: Wenn man weiter so spielt, hat man Enschede hier bald wieder voll im Spiel.

[22h08] Beginn 2. Halbzeit

[22h06] Sollte Werder das Achtelfinale erreichen, dann ginge es gegen den Sieger aus Brügge gegen Valencia. Hätte ja mal wieder Lust auf ein Duell gegen die Spanier im Mestalla. Da gab es ja mal eine große Leistung in der Champions League.

[21h52] Halbzeit Werder Bremen – Twente Enschede 3:1

Werder ist auf einem guten Wege. Man hat nach holprigem, aber bemühten Start die Fehler von Enschede hervorragend in Tore umgemünzt. Als man 3:0 vorne lag, schlich sich dann wieder die Fahrlässigkeit ein. Völlig unnötiges Gegentor, wieder über außen, wieder durch einen langen Pass. Wie immer. Danach kam Enschede besser ins Spiel, gegen Ende der ersten Hälfte Werder aber wieder zielstrebiger nach vorne. Noch alles offen, aber ein gute Basis ist schon einmal gelegt.

[21h50] Freistöße von Marcus Senna sind stets gefährlich, Villarreal hat also noch einen Fuß in diesem Spiel. Muss über Standards den Anschluss herstellen. Gelingt aber noch nicht. Halbzeit in Wolfsburg. Die Wölfe führen verdient mit 3:1 gegen das Yellow Submarine.

[21h45] Wolfsburg – Villarreal 3:1, Christian Gentner, 41. Minute

[21h45] Das Anschlusstor hat Twente richtig gut getan, machen die Räume jetzt enger, stehen näher am Mann, gewinnen Zweikämpfe und lassen vor allem nur noch wenig zu. Keine Fehler mehr im Spielaufbau. Werder tut sich schwer in den letzten Minuten, man hat sich vielleicht auch schon ein wenig zu sicher gefühlt. Gibt aber weiterhin Räume zum Kontern, doch Werder rückt nur behäbig nach.

[21h41] Fenerbahce Istanbul geht mit 1:0 gegen den OSC Lille in Führung. Torschütze Emre in der 35. Minute. Fener bei dem Spielstand im Achtelfinale aufgrund des Auswärtstores.

[21h38] Werder-Enschede 3:1, Luuk De Jong, 33. Minute

Da war ich mal gerade für ein paar Minuten auf der Option von Juve gegen Ajax um zu schauen, was Diego macht – und dann Werder mit der ersten defensiven Nachlässigkeit. Und wieder über die Außen, diesmal über links, wo Janssen einen langen Pass mustergültig mitnimmt, super Flanke in der Mitte, Mertesacker zu weit weg von De Jong, und gegen den präzisen Kopfball hat Vander keine Chance. Und ich schalte nicht mehr um.

[21h34] Derweil hat Villarreal den Anschluss gemacht, nur noch 1:2 durch Capdevila in der 30. Spielminute.

[21h32] Werder – Enschede 3:0, Naldo, 27. Minute

Kann man das sagen, dass das erste Auflösungserscheinungen bei Twente sind. Werder wieder mit schnellem Spiel, Enschede zu passiv im Zweikampfverhalten, zwei Pässe hebeln die ganze Abwehr aus. Almeida scheitert zunächst, Naldo kann dann mit geschickter Körpertäuschung den schon am Boden liegenden Boschker überwinden. Kaum Gegenwehr. Es läuft.

[21h31] Werder hat verständlicherweise erstmal den Fuß vom Gas genommen und lässt Enschede jetzt machen. Viel kommt dabei nicht herum, wirken ziemlich geschockt. Werder greift trotzdem früh an und versucht dann hin und wieder schnelle Konter zu setzen.

[21h28] Und Twente Enschede völlig von der Rolle. Özil scheitert an Boschker, den Abpraller setzt Almeida an den Pfosten. Um ein Haar das 3:0. Twente kaum noch mit Entlastung.

[21h26] Werder – Enschede 2:0, Claudio Pizarro, 21. Minute

Das läuft bisher richtig gut für Werder. Dritte gute Chance, zweites Tor. Und wieder schön herausgespielt. Enschede mit kapitalem Fehler im Spiel nach vorne, Marin schaltet am schnellsten, bedient Özil, der sich wunderbar durchdribbelt, Pizarro völlig frei, muss das klare Zuspiel nur noch locker einschieben. Klasse gespielt.

[21h20] Werder – Enschede 1:0, Claudio Pizarro, 15. Minute

Sehr viel besser hätte man sich das aus deutscher Sicht heute Abend nicht vorstellen können. Wolfsburg schon mit einem Bein im Achtelfinale – und dann zieht Werder nach. Toller Spielzug über Özil, der auf Almeida rauslegt. Präzise Flanke in die Mitte, wo Pizarro als erster am Ball ist und zum 1:0 aus kurzer Distanz einnetzt.

[21h19] VfL Wolfsburg – Villarreal 2:0, Eigentor Angel, 15. Minute

Wolfsburg belohnt sich für ein richtig gutes Spiel. Grafite mit der Hereingabe von rechts, der Ball springt dann Platzfehler unglücklich ab gegen das Knie von Angel, der den Ball dann ganz unglücklich ins eigene Tor abfälscht. Keine Chance für Lopez.

[21h17] Und Wolfsburg könnte hier auch schon 3:0 führen, wenn Grafite nicht zwei richtig gute Chancen vergeben hat. Einmal scheitert er an Torwart Diego Lopez und dann köpft Grafite aus bester Position daneben.

[21h15] VfL Wolfsburg-Villarreal 1:0, Dzeko, 10. Minute

Wolfsburg auf gutem Weg ins Achtelfinale. Frühe Führung für die Niedersachsen, die Spanier bräuchten für ein Weiterkommen bereits zwei Tore. Und wenn Dzeko jetzt schon trifft und dann in der Art und Weise, fangen spätestens jetzt auch in Hannover die Fans ihre Meinung für das Spiel am Sonntag zu ändern.

[21h14] Und sobald Twente mal schnell umschaltet und Werder ein wenig langsam in der Rückwärtsbewegung ist, beginnen bei mir alle Alarmglocken. Pasanen kann in letzter Minute den Angriff stoppen, Enschede war fast in Überzahl, Spieler hatten sich bereits gut in Position gelaufen.

[21h11] Werder ist ganz gut in die Partie gekommen, spielen mutig, aber kontrolliert nach vorne. Nicht zu hastig und die Außen sind was Offensivdrang angeht noch sehr vorsichtig. Abdennour bleibt fast immer in der eigenen Hälfte, Pasanen traute sich einmal in die gegnerische Hälfte. Sieht so aus, als würden Frings und Niemeyer auch erstmal den defensiveren Part übernehmen. Heißt viele Freiheiten für Marin und Özil, Pizarro lässt sich ein wenig zurückfallen.

[21h08] Erstes Tor in den Spätspielen. Der FC Valencia geht mit 1:0 gegen Brügge in Führung (1′ durch Mata) und egalisiert damit das Ergebnis aus dem Hinspiel.

[21h05] Beginn 1. Halbzeit

So, Daumen drücken. Werder in grün-weiß von rechts nach links in den ersten 45 Minuten. Enschede ganz in rot.

[21h04] Hätte ja gerne N’Kufo gesehen, auch so ein Spieler, den Hannover 96 abgegeben hat und der dann richtig gut wurde. Aber egal.

[21h04] Die Aufstellungen im Weserstadion

Werder Bremen: Vander – Pasanen, Mertesacker, Naldo, Abdennour – Frings, Niemeyer – Marin, Özil – Pizarro, Almeida

Twente Enschede: Boschker – Stam, Wisgerhof, Douglas, Tiendalli – Brama, Perez, Janssen – Parker, De Jong, Ruiz

[21h00] Damit stehen folgende Partien für das Achtelfinale schon mal fest:

  • Hamburger SV – RSC Anderlecht
  • Benfica Lissabon – Olympique Marseille

Alle anderen Partien ergeben sich dann heute Abend, wenn den Qualifizierten der zweite Gegner zugespielt wird.

[20h57] Also bisher qualifiziert für das Achtelfinale: Benfica Lissabon, der Hamburger SV, RSC Anderlecht, Olympique Marseille, Panathinaikos Athen, FC Liverpool, FC Fulham und Atletico Madrid.

[20h51] Diego Forlan in der 90. Minute mit dem 2:1 für Atletico Madrid bei Galatasaray Istanbul. Damit wären die Spanier im Achtelfinale.

[20h47] Der PSV Eindhoven macht eine Minute vor Schluss das 3:2, Torschütze Koevermans. Und es gibt fünf Minuten Nachspielzeit.

[20h46] Vergessen zu erwähnen vorhin: Christian Vander spielt im Tor. Wiese fällt mit Adduktorenverletzung knapp zwei Wochen aus.

[20h45] Kurz vor Schluss führt der RSC Anderlecht mit 4:0 gegen Athletic Bilbao und würde damit im Achtelfinale auf den Hamburger SV treffen. Auch Panathinaikos Athen, der FC Liverpool (3:1 bei Unirea) und Olympique Marseille (3:0 gegen den FC Kopenhagen) sind klar auf Kurs Achtelfinale. Bei den anderen Partien ist es noch spannend.

[20h38] Werder muss verletzungsbedingt auf Clemens Fritz verzichten, Pasanen geht dafür wieder auf die rechte Seite, Abdennour spielt auf links. Diesmal 2er-Sturm mit Pizarro und Almeida, im Mittelfeld Marin, Özil, Frings und Niemeyer. Hunt fehlt ebenfalls mit Verletzung. Markus Rosenberg darf immerhin wieder auf der Bank Platz nehmen.

[20h36] Piotr Trochowski gleicht in der 79. Minute zum 2:2 per Foulelfmeter für den HSV aus. Damit müssten die Niederländer jetzt zwei Tore fürs Achtelfinale erzielen.

[20h34] Ich will ja noch gar nicht von einem “Wunder von der Weser” sprechen, aber ich halte die Partie heute für eines der schwierigsten Spiele der letzten Jahre für Werder. Natürlich kann und muss man optimistisch in diese Begegnung gegen – und Werder tut das ja auch – trotzdem wird das heute Abend eine ganz harte Nuss, die es zu knacken gilt. Zumal Werder immer für einen defensiven Aussetzter bekannt ist. Ist für Werder eine blöde Ausgangslage. Wenn ich mir was wünschen könnte, dann wäre es erstmal defensive Stabilität. Mir reicht ein 1:0 in der 87. Minute und ein Weiterkommen nach Verlängerung. Ich hoffe, ich werde erhört.

[20h33] Guy Demel darf dann auch schon mal unter die heiße Dusche und beten, dass Eindhoven kein weiteres Tor erzielt. Wobei, so richtig geholfen hat dem HSV die Überzahl ja auch nicht.

[20h30] Der HSV versucht derweil in Eindhoven mit einem Mann mehr kein weiteres Tor zu kassieren. Stimmung ist aufgeheizt, der englische Referee hat nach und nach dieses Spiel nicht mehr in den Griff bekommen. Und die Torrichter machen einen auf Profilieren. Braucht kein Fan.

[20h27] Guten Abend, mal wieder ein wenig live bloggen. Auf dem Programm stehen die Spätspiele in der Europa League Zwischenrunde, mein Schwerpunkt wird zunächst mal Werder gegen Enschede sein, hin und wieder Wolfsburg gegen Villarreal, und dann schauen wir mal, wie sich der Abend entwickelt und wie die Stream-Verfügbarkeit ausschaut. Hereinspaziert.

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Zitat des Tages: Donnerstag, 25. Februar 2010 – APPsolut überflüssig

Donnerstag, 25. Februar 2010 17:51

Ich verstehe bis heute die Aufregung um die Tagesschau-App nicht. Die BBC hatte vor ein paar Tagen angekündigt, dass es im Frühjahr zwei Applikationen für News und Sport geben sollte. Begeisterung überall, vor allem bei den Nutzern. Kaum Kritik. Anders in Deutschland, wo die App-Sau schon seit Wochen durchs Land gejagt wird. Nächste Etappe: Ein Brief von Silvana-Koch Mehrin (das ist die Person, die sonst meist durch Abwesenheit glänzt, falls sich niemand mehr an den Namen erinnert) an die EU-Kommission:

“[Die] ARD kann einen solchen Dienst offensichtlich nur deswegen kostenlos bereitstellen, weil sie durch obligatorische Rundfunkgebühren finanziert wird. Dagegen müssten private Anbieter ein solches Angebot kostenpflichtig machen.Die ARD [nutze] ihr staatlich garantiertes Recht auf ein hohes Gebührenaufkommen aus, um sich gegenüber privaten Konkurrenten einen nicht gerechtfertigten Vorteil zu verschaffen.”

Das dürfte alle privaten Medienanbieter und Zeitungen freuen. Endlich mal wieder, der sich auf ihre Seite schlägt. Und untereinander tun sich die WAZ-Mediengruppe und Grunner+Jahr auch zusammen: Der Kampf gegen die Tagesschau-App, die dafür sorgt, dass Qualitätsjournalismus im Netz gratis sei. Und das könne ja nicht die Zukunft sein!

Blöd nur – finde ich – dass man von den privaten Medienanbietern nicht einen qualitativen Beitrag in dieser Debatte bekommt. Eine Entwicklung verhindern – statt selbst ein vernünftiges, qualitativ hochwertiges Angebot zu machen. Selten war ich so auf Seite der ÖR-Befürworter. Komme mir schon ganz komisch vor.

[via Sat+Kabel]

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