Premier League 2010/2011 Preview #2 – Harry’s “No-Brainer”

Freitag, 20. August 2010 18:54

James Milner hat nun endgültig Goodbye gesagt und Aston Villa in Richtung Manchester City verlassen. Stephen Ireland kam als kleine Gegenleistung von City in den Villa Park. Nun ist Ireland alles andere als ein klassischer Flügelspieler. Und auch wenn die Pundits im aktuellen Football Weekly Podcast viele lobende Worte für Ireland fanden, stellt sich die Frage, wie Villa den Abgang von Milner kompensieren kann. Und seit letztem Samstag mag man fürs Erste die Lösung gefunden haben. Sie nennt sich Marc Albrighton. Der 20-jährige, U21 Nationalspieler Englands, hat letzten Samstag eine ganz starke Vorstellung geboten und beim 3:0 gegen West Ham zwei Treffer vorbereitet und wurde zum Spieler des Spiels gewählt, auch in der Europa League in Wien gab Albrighton die Vorlage zum Villa-Treffer. Es könnte der große Hoffnungsträger und Shooting-Star der Premier League Saison werden. Albrighton steht stellvertretend für die exzellente Jugendarbeit von Aston Villa. Als 9-jähriger begann er 1998 das Fußballspielen in den Jugendmannschaften von Villa, 2009 folgten erste Einsätze bei den Profis, vergangene Saison insgesamt vier Auftritte. Unter Martin O’Neill spielte er wenig, die Konkurrenz war zu groß. Mit dem Abgang von Milner könnte es die große Chance für Albrighton werden. Natürlich braucht der Youngstar noch Zeit, aber jetzt bietet sich die Chance, dass er Erfahrung und Spielminuten sammelt. Definitiv a player to watch in der neuen Saison. Und er wird an dieser Stelle weiter seine Beachtung finden.

Im Umfeld des FC Arsenal wird dieser Tage häufig spekuliert. Wie sehr ist Arsene Wenger und sein Team bemüht einen neuen Torwart ins Emirates zu holen? Es soll mehrere Angebote der Gunners für Mark Schwarzer vom FC Fulham gegeben haben. Beide Offerten wurden von den Cottagers abgelehnt. Es ist ein kleines Theater mit vielen Unbekannten. Da spielt Manchester City eine Rolle. Joe Hart scheint unter Mancini Nummer 1 in Eastlands zu sein, Shay Given hat daraufhin angekündigt den Verein verlassen zu wollen. Sein ehemaliger Trainer Mark Hughes, jetzt an der Seitenlinie in Fulham, würde ihn gerne verpflichten. Und Arsenal sondiert zumindest den Markt nach neuen Torhütern. Wäre über eine Verpflichtung von Schwarzer sicherlich nicht unglücklich. Zu Beginn der Woche kamen Gerüchte auf, wonach Shay Given bereits bei Arsenal unterschrieben habe. Unklar, wann es in dieser Dreiecksbeziehung eine Einigung gibt. Ich persönlich würde einen Wechsel von Given zu Arsenal eher befürworten, weil man mit Given gleichzeitig einen Torwart holt, den man zwei, drei Jahre an den Verein binden könnten, vielleicht ähnlich wie damals Jens Lehmann. Schwarzer ist für mich nicht unbedingt die zukunftsorientierteste Entscheidung. Arsene Wenger sollte man dieser Tage nach Wechselgerüchten überhaupt nicht fragen. Beim heutigen Frage-Antwort-Spiel mit den Journalisten ließ sich Wenger keine Details entlocken und wollte nichts bestätigen und dementieren. Auf die Frage eines Journalisten, ob Arsenal ein Angebot für Sebastien Squillaci vom FC Sevilla gemacht hat, kam von Wenger mit einem kleinen Lächeln die simple Antwort: “According to Sevilla yes.” To be continued.

Der 2. Spieltag der Premier League Saison 2010/2011 ohne Samstagsmittagspiel, sechs Partien am Nachmittag, das Abendspiel findet in Wigan statt. Sonntag wie so häufig zwei Spiele und es gibt wieder ein Monday Night Game, gleichzeitig Topspiel des Spieltages.

FC Arsenal – FC Blackpool
Sky Sport 1 live, Samstag 15h55, Kommentar: Andreas Renner

Einen schöneren Start hätte sich der FC Blackpool nicht vorstellen können. Auch wenn es bei den Toren tatkräftige Unterstützung der Wigan-Abwehr gab, gewann man leicht und locker mit 4:0 bei den Latics. Nun kommt der erste Brocken in der noch jungen Saison, das Auswärtsspiel beim FC Arsenal. Trainer Ian Holloway formuliert das so: “Wir fahren ins Emirates Stadium und ich hoffe inständig, dass wir uns nicht zu sehr blamieren, aber das könnte sehr leicht passieren.” Wigan war da nicht der Maßstab, aber die richtige Premier League Luft schnuppert erst, wenn man gegen die Top Four spielt. Die Seasiders haben keinen Grund ihre Mannschaft umzustellen, mit Ausnahme der Verletzung von Torwart Paul Rachubka, der sich im Training am Knie verletzte und mehrere Wochen ausfällt. Also ist im Sturm auch wieder Marlon Harewood dabei, der mit seinen beiden Treffern in Wigan zum ersten Mal seit zweieinhalb Jahren in der Premier League wieder ein Tor erzielte.
Der FC Arsenal war dann letzlich mit dem 1:1 in Liverpool doch ganz zufrieden, wenngleich die Baustellen der Gunners ziemlich schonungslos offenbart wurden. Dem Mittelfeld fehlt es in Abwesenheit von Cesc Fabregas an Zug zum Tor, in der Abwehr fehlt noch die Feinabstimmung und Manuel Almunia strahlt im Tor alles andere als Sicherheit aus. Mit der Verletzungsanfälligkeit von Djourou hat Wenger Handlungsbedarf bekommen. Oben auf der Wunschliste steht Sebastien Squillaci, Verteidiger vom FC Sevilla. Wenger bestätigte heute auf der Pressekonferenz das Interesse, konnte aber noch keinen finalen Vertragsabschluss verkünden. Für das Spiel gegen Blackpool ist Cesc Fabregas wieder im Kader, es ist aber noch unsicher, ob er in der Startelf steht. Alex Song, Abou Diaby und Alex Song kehren ebenfalls zurück. Dafür fällt Samir Nasri nach seiner Knieoperation sechs Wochen aus. Zudem fehlt Laurent Koscielny nach seinem Platzverweis. Unklar noch, ob Robin van Persie in der Startelf steht oder ob Wenger wieder mit Chamakh als einziger Spitze beginnt, mit Arshavin leicht zurückgezogen.

FC Everton – Wolverhampton Wanderers
Zum ersten Mal seit 1999 gewannen die Wolves ihr Saisonauftaktspiel und gehen mit drei Punkten in die Partie beim FC Everton. Die Toffees wollen im heimischen Goodison Park den ersten Saisonsieg. Insbesondere Torwart Tim Howard dürfte bis in die Haarspitzen motiviert sein. Sein kapitaler Fehler ermöglichte die 0:1-Niederlage bei den Blackburn Rovers. Doch Everton-Coach David Moyes nahm seinen Torwart in Schutz: “Wir müssen da nicht mehr lange drüber sprechen. Ja, es war ein Fehler, wir können es nicht rückgängig machen. Tim ist ein großartiger Torwart und wir hatten in Blackburn genug Zeit in das Spiel zurückzukommen.” Die Wolves verpflichteten unter der Woche das 17-jährige Nachwuchstalent Jake Cassidy aus der walisischen Premier League von Airbus UK verpflichtet. Bei Everton mit Ausnahme vom Langzeitverletzten Victor Anichebe keine Verletzten, bei den Wolves sind unter anderem Steven Fletcher und Jelle Van Damme fraglich, dafür kehrt Kevin Doyle nach seiner Oberschenkelverletzung zurück ins Team.

Birmingham City – Blackburn Rovers
Noch keine substantiellen Neuigkeiten bezüglich der Übernahme der Blackburn Rovers. Man befindet sich immer noch in Verhandlungen und Vertragsgesprächen. Für das Wochenende steht dann erstmal wieder die sportliche Leistung im Mittelpunkt, wenn die Rovers in den St. Andrew’s Park reisen, zu dem Team, das dank der tatkräftigen Unterstützung des Chinesen Carlson Yeung ausreichend Geld für Transfers zur Verfügung hat. Im Prinzip will Blackburn also ein wenig wie Birmingham werden. Die Rovers gewannen am ersten Spieltag gegen Everton, Birmingham kam nach 0:2-Rückstand immerhin noch zu einem Remis beim FC Sunderland. Die Blues wollen vor eigenem Publikum also den ersten Heimsieg. Kevin Philips ist fraglich bei Birmingham, im Sturm dürften Jerome und Matt Derbyshire den Vorzug bekommen. Ausgerechnet Derbyshire in seinem Debüt für City, hat mit einigen Unterbrechungen von 2004 bis 2009 in Blackburn gekickt und ist jetzt an Birmingham ausgeliehen. Bei Blackburn sind die Einsätze von David Dunn, Vince Grella und Martin Olssen fraglich.

West Bromwich Albion – FC Sunderland
Wenn die Black Cats auswärts weiter so harmlos auftreten (nur zwei Siege in 19 Auswärtspartien), dürfte auch die eigentlich machbare Hürde West Brom zu hoch sein. Beide kommen mit einem leicht angeschlagenen Gefühl in diesen Spieltag. Sunderland verspielte eine 2:0-Führung, West Brom fiel in der zweiten Halbzeit an der Stamford Bridge in sich zusammen und ließ sich von Chelsea abschießen. Mal sehen, wer das Negativgefühl in ein positives Erlebnis umwandeln kann. Bei Sunderland gab letztes Wochenende der belgische Torhüter Mignolet sein Debüt und machte gleich einen haarsträubenden Fehler. Überhaupt war es ja nicht das Wochenende der Torhüter. Da hat also auch jemand etwas gut zu machen. Bei Sunderland fehlt der gesperrten Lee Cattermole, der den ersten Platzverweis der Saison kassiert hat. Ebenso fehlt Ghanas Nationalspieler John Mensah. Die Baggies müssen unter anderem auf Ishmael Miller (Sturm) und Joe Metlock (Abwehr) verzichten.

Stoke City – Tottenham Hotspur
Zur Beruhigung für Harry Redknapp und alle Spurs-Spieler: Es wird nicht auf Kunstrasen gespielt in Stoke, was die Aufgabe bei den Potters aber nicht einfacher macht. Mal sehen, wie konzentriert Tottenham vor dem wichtigen Spiel am Mittwoch ist. Wenn ma hingegen so spielt wie letzten Samstag gegen Man City (13 Torchancen gegenüber vier für die Citizens) hat man gute Chancen auf einen Auswärtssieg, vorausgesetzt man trifft dann auch einmal das Tor. Bei den Potters dürfte Kenwyne Jones sein Debüt geben. Die Spurs haben ein paar Probleme in der Offensive. Peter Crouch ist der einzige einsatzbereite Stürmer. Defoe und Robbie Keane haben sich im Champions League Spiel in Bern verletzt, ebenso wie Roman Pavlyuchenko und Luka Modric. Willam Gallas dürfte noch nicht im Kader sein. Sein Wechsel zu den Spurs dürfte aber klappen, ist laut Trainer Harry Redknapp ein “No-Brainer”, also ein Kinderspiel und leicht zu erreichen.

West Ham United – Bolton Wanderers
Sehr viel schlechter hätte die Saison für die Hammers nicht beginnen können. 0:3 bei Villa verloren, dazu noch richtig schlecht gespielt. Avram Grant versuchte es im Villa Park mit einer 4-5-1 Formation, was aber überhaupt nicht aufging. Nach vorne fehlte die Durchschlagskraft, im Mittelfeld, wo man eigentlich Überzahl haben sollte, war man viel zu weit von den Gegenspielern enfernt. Für das erste Heimspiel der Saison gegen die Wanderers, die immerhin zu einem Punktgewinn gegen Fulham kamen, wird dann qauf 4-4-2 umgestellt mit den Spitzen Carlton Cole und Neuzugang Piquionne. Auf eine bessere Leistung hofft auch West Ham Torwart Robert Green. Bolton spielt nächste Woche in Birmingham, könnte also mit einem Punktgewinn einen guten Saisonstart hinlegen.

Wigan Athletic – FC Chelsea
Sky Sport 1/HD2 live, Samstag 18h15, Kommentar: Markus Gaupp

Kein Team hat in der vergangenen Saison zuhause mehr Punkte gegen die Top Four geholt als Wigan Athletic, nämlich neun Punkte. Nur gegen Manchester United gab es eine Niederlage (0:5), gegen Chelsea (3:1). Liverpool (1:0) und Arsenal (3:2) gab es jeweils Siege. Wer sich die Leistung vom letzten Wochenende angeschaut hat, muss allerdings befürchten, dass das morgen gegen den FC Chelsea so endet wie letzte Saison gegen Manchester United. Und dann dürften bei Wigan schon alle Alarmglocken angehen. Chelsea hat keine Verletzungssorgen, Neuzugang Ramires ist aber noch nicht im Kader. Bei Wigan fehlt Stürmer Victor Moses, der durch die etwas defensivere Variante mit Charles N’Zogbia ersetzt werden könnte.

Newcastle United – Aston Villa
Sky Sport 1/HD2 live, Sonntag 14h25, Kommentar: Sven Schröter

Aston Villa muss also zukünftig einen Ersatz für das rechte Mittelfeld suchen, nachdem James Milner zu Manchester City gewechselt ist. Spiel 1 danach für Villa bei Aufsteiger Newcastle United, die am Montagabend ziemlich chancenlos gegen Manchester United wirkten. Und auch ohne James Milner müsste Villa in der Lage sein drei Punkte aus dem St. James’ Park mitzunehmen. Bei Villa wird aller Voraussicht nach Stephen Ireland sein Debüt geben, an seinem 24. Geburtstag. John Carew ist fit für die Position im Sturm, hingegen wird Gabriel Agbonlahor wohl wieder nicht mit dabei sein. Bei den Magpies ist Sol Campbell, die alte Socke, immer noch nicht bei dem nötigen Fitnessstand um zu spielen. Dafür darf man Peter Lövenkrands im Kader begrüßen. Newcastle zeigte am Montag im Spiel nach vorne einige ganz passable Ansätze, defensiv muss man dichter gestaffelt und enger am Mann stehen, gerade auch gegen die schnellen Spieler von Aston Villa. Interessante Begegnung. Noch keine verkündbaren Neuigkeiten gibt es bei der Trainersuche der Villens. So bleibt Interimscoach Kevin MacDonald weiter verantwortlich.

FC Fulham – Manchester United
Sky Sport 1/HD2 live, Sonntag 16h55, Kommentar: Sascha Roos

Beim FC Fulham kann man ja schon fast von einem Angstgegner für die Red Devils sprechen, zumindest was die Auswärtsspiele angeht. Die letzten beiden Auftritte von Man Utd im Cravan Cottage gingen verloren, Torverhältnis 0:5, dabei zwei Platzverweise. Unterhaltung dürfte am Sonntagnachmittag also garantiert sein – und Manchester United möchte zeigen, dass sie an der Themse auch gewinnen können. Kann man die sehr gute Leistung vom Spiel gegen Newcastle wiederholen, wird Fulham, die unter dem neuen Trainer Mark Hughes ein wenig mühsam in die Saison kommen, sich sehr anstrengen müssen. Gute Nachrichten gibt es für Sir Alex in Sachen Personal. Nemanja Vidic hat seinen Vertrag bis 2014 verlängert und Rio Ferdinand wird Anfang September wieder spielen können. Die Red Devils werden mit derselben Startelf wie gegen Newcastle auflaufen, zwei Fragezeichen gibt es noch bei den Cottagers. Torhüter Mark Schwarzer muss seine Rückenschmerzen noch auskurieren und Paul Konchesky hat noch Beschwerden am Knöchel. Beide Einsätze werden erst kurzfristig feststehen.

Manchester City – FC Liverpool
Sky Sport 1/HD2 live, Montag 20h55, Kommentar: Marco Hagemann

Das Beste kommt ja immer zum Schluss und daran hält sich auch der 2. Spieltag der Premier League Saison 2010/2011. Das zweite Monday Night Game sieht das Spitzenspiel zwischen Manchester City und dem FC Liverpool. Beide Verein waren am Donnerstag in der Europa League aktiv. Liverpool gewann knapp mit 1:0 gegen Trapzonspor, Joe Cole verschoss einen Elfmeter und hat sich dafür heute bei Fans und Team entschuldigt. Ich habe neben der Arbeit einen passablen Stream gefunden für das Spiel von Man City bei Timisoara. Ich war nicht sonderlich beeindruckt von der Leistung der Citizens, aber immerhin haben sie unter schwierigen Bedingungen gewonnen und zu null gespielt. Und das ist ja schon mal ein guter Fortschritt. Neuzugang Balotelli schoss den Siegtreffer. Jetzt kommt der zweite Härtetest in der Premier League. Nachdem man erhebliche Startprobleme gegen die Spurs hatte, wartet jetzt Liverpool, von dem ich im Spiel gegen Arsenal positiv überrascht war. Das wird eine interessante Angelegenheit, die geballte Offensivpower von City gegen die bisher defensiv sehr stabilen Reds. Einziges Manko beim Team von Roy Hodgson: Man schießt noch nicht genug Tore. Das wird gegen City sicherlich notwendig sein. Bei den Gästen sitzt Joe Cole seine Sperre ab, dafür kehrt Mascherano zurück ins Team. City wird im ersten Heimspiel der Saison James Milner im Kader haben, auch von Balotelli wird angenommen, dass er die kleine Verletzung aus dem Europapokal bis Montag auskuriert hat. Bei den Gastgebern weiterhin kein Jerome Boateng und auch Linksverteidiger Aleksandar Kolarov fehlt mit Verletzung mehrere Wochen.

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Halb geöffnete Bezahlschranken

Donnerstag, 19. August 2010 18:52

Ich habe die vergangenen Tage für eine kleine wissenschaftliche Untersuchung über Bezahlschranken (“Paywalls”) im Internet recherchiert. Nach Tagen der Recherche bleibt bei mir immer noch eine Frage offen. Aber dazu weiter unten mehr.

Mittlerweile ist die Einrichtung von Bezahlinhalten bei Zeitungen im Web immerhin in der öffentlichen Wahrnehmung, in der Umsetzung zwar immer noch ein Experiment und Testballon. Im Juni zog die Londoner Times inklusive ihrer Sonntagsausgabe die Vorhänge hoch und ließ Bezahlschranken einrichten. Mit bisher mäßigem Erfolg. Wie erwartet und prognostiziert bleiben die Leser weg. Um knapp zwei Drittel sind die Zugriffe zurückgegangen, andere Studien sprechen teilweise sogar von einem Rückgang um 90 Prozent. Das sieht in erster Linie sehr dramatisch aus, für eine abschließende Betrachtung sollte man aber vielleicht bis Ende des Jahres warten. Dass man keine großen Zuwächse durch die Schaffung von Bezahlinhalten erlangen würden, war innerhalb der Times sicherlich jedem klar. Wenn man sieht, dass das Wall Street Journal über mehrere Jahre hinweg die Abonnentenzahlen für Online-Inhalte stetig ein wenig steigern konnte, sind Urteile über den Sinn von Bezahlinhalten verfrüht. Eine andere Frage ist eben, wie lange Murdoch die Geduld hat seine Strategie durchzuziehen.

Aber scheinbar meint er Murdoch es ernst. Gerüchte entstanden gestern, dass im Laufe des Oktobers auch die News of the World hinter den Bezahlschranken verschwindet. Eine offizielle Bestätigung steht noch aus. Der Guardian spekuliert darüber, dass kurz danach auch Murdochs anderes Boulevardblatt, The Sun, nur noch per Bezahlung online Inhalte liefert. Das wäre trotz des breiten britischen Boulevardzeitungsmarktes dann schon ein Zeichen, wenn die NOW und The Sun diesen Schritt gehen würden. Ganz anders die Situation bei der Times. Da gibt es genug vernünftige Alternativen sich andernorts zu informieren, zum Beispiel beim Guardian oder dem Daily Telegraph.

Es gibt wohl tausend Meinungen und Ansichten zu diesem Thema, über den Sinn und Unsinn von Bezahlinhalten im Internet. Ich wäre bereit für guten Journalismus und besondere journalistische Produkte zu bezahlen. Womit wir wieder bei meiner Frage wären. Ich kann verstehen, dass sich die Expansion der Zeitungen in der Online-Welt irgendwie rentieren muss, dass man wirtschaftliche Gesichtspunkte berücksichtigen muss und sich unabhängiger vom Werbemarkt und Anzeigengeschäft machen möchte. Dass leuchtet mir ein, von daher verstehe ich es aber nicht, warum man nicht nur einige Inhalte, zum Beispiel besonders gute journalistische Leistungen oder eine tägliche Kolumne eines sehr guten Journalisten, mit einem kleinen Preis versieht, alle übrigen Inhalte, wie Agenturmeldungen oder sonstige Klickstrecken offen für alle Leser lässt. Würde man mit einem solchen Schritt nicht guten hochwertigen Journalismus belohnen, gleichzeitig aber verhindern, dass Leser in Scharen davon laufen und somit auch die Wahrscheinlichkeit für Werbe- und Anzeigenkunden sinkt?

Man lässt also 70% der Inhalte weiter frei verfügbar, für 30% müssten die Leser bezahlen. Das setzt auf der anderen Seite natürlich 30 Prozent guten, spannenden und lesenswerten Journalismus voraus. Aber der wird dann ja auch entsprechend bezahlt. Ich könnte mir zum Beispiel sehr gut vorstellen, für den Football Weekly Podcast des Guardian zu bezahlen, für die SPOX-Blogschau oder für einige Sportartikel der Süddeutschen Zeitung. Ich könnte mir auch vorstellen für einige politische Analysen bei der ZEIT oder dem SPIEGEL Geld zu bezahlen, aber eben nicht für simple Zusammenstellungen von Agenturmeldungen. Es muss schon etwas Besonderes sein. Vielleicht wäre das ja mal ein Experiment nur einen Teil als Bezahlschranke einzurichten- für ganz besondere Inhalte. Und solchen Content, den man ehe überall lesen kann, lässt man unbezahlt.

Warum Bezahlschranken immer gleich ganz oder gar nicht? Vielleicht wäre ein Mittelweg ja die Lösung.

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Das ganz große Geld winkt: Blackburn Rovers vor der Übernahme

Mittwoch, 18. August 2010 21:23

Gestern vor zehn Jahren, am 17. August 2000, starb der englische Unternehmer Jack Walker an einer Krebserkrankung. Über ein Jahrzehnt hat er die Blackburn Rover finanziell unterstützt. Demnächst kommt das Geld dann aus Indien.

Wenn jemand 80 bis 100 Millionen Pfund für Transfers in den nächsten fünf Jahren in Aussicht stellt, dann kann man dem nicht einfach so die Tür vor der Nase zuschlagen. 20 Mio Pfund für neue Spieler, für einen Klub aus dem Mittelfeld der Liga wie die Blackburn Rovers, die finanziell auch im Vergleich zu den kleineren Klubs aus Stoke, Wolverhampton und Wigan nicht gerade auf Rosen gebettet sind,  können dies wichtige Einnahmen sein um sich weiter vorne in der Premier League zu platzieren. Und deswegen ist man sehr schnell schwach geworden, als der indische Unternehmer Ahsan Ali Syed ein Übernahmeangebot vorgelegt hat. Die Blackburn Rovers haben heute das Interesse an einer schnellen Übernahme durch Syed bestätigt.

Seit Anfang der Woche verhandeln Repräsentanten und Finanzexperten aus Frankreich im Auftrag von Syed mit Verantwortlichen der Blackburn Rovers über eine Übernahme. Alles soll schnell geehen, damit der Verein noch das Geld für neue Spieler bis zum Ende der Transferperiode Ende August ausgeben kann. Eine Einigung müsste also in den nächsten Tagen geschehen. Insgesamt vier Wochen sollen für die Verhandlungen angesetzt sein, das Geld für Transfers könnte aber schon frühzeitig fließen. Alle wesentlichen Verhandlungspunkte sollen bis zum 27. August festgeschrieben werden.  Syed legt  all in all 300 Millionen Pfund für die Übernahme auf den Tisch und begleicht in einem ersten Schritt auch die Schulden der Rovers, die bei über 20 Millionen Pfund liegen sollen.

Syed ist zu 90 Prozent beteiligt an der Western Gulf Advisory, die ihren Unternehmenssitz in Bahrain hat und sich in seinem Auftrag mit Investments vor allem im Mittleren Osten beschäftigt. Syed hat mehrere Milliarden Euro geerbt und weiß jetzt scheinbar nicht so richtig, was er mit dem ganzen Geld anfangen soll. Das Syed und sein Unternehmen über beträchtliche finanzielle Mittel verfügen, berichtet auch der Guardian, der Einblick in den Geschäftsbericht der Gulf Advisory aus dem Jahr 2009 bekam. Demnach soll das Unternehmen 1,2 Milliarden US-Dollar wert sein und liquide Mittel zum Investieren in Höhe von knapp 800 Millionen US-Dollar haben. Der Wert des Unternehmens soll sich bis Ende des Jahres auf drei Milliarden US-Dollar erhöhen. Die Wirtschafts- und Finanzkrise trifft scheinbar nicht alle. Seit dieser Saison greifen – auch vor dem Hintergrund der Pleite des FC Portsmouth – die neuen, sehr strikten Regeln seitens der Premier League bezüglich der Übernahme eines Vereins durch ausländische Investoren. Demnach müssen Unternehmer, die einen Premier League Klub kaufen, ihre verfügbaren finanziellen Mittel und Reichtümer transparent offen legen, damit verhindern werden kann, dass nicht genug liquide Mittel verfügbar sind und eine mögliche Pleite des Vereins bevorstehen könnte. Ausführlich nachzulesen bei der BBC.

Ich sehe schon wieder den Aufschrei durch die hiesigen Medien, wenn die Übernahme perfekt gemacht wird. Das habe dann doch nicht mehr viel mit Fußball zu tun, wenn sich ausländische Firmen in englische Fußballvereine einkaufen. Da stimme ich sogar zu, nur bringt es nichts immer wieder darüber zu diskutieren und zu mäkeln. Die Premier League erlaubt diesen Vorgang und kontrolliert ihn seit dieser Saison vehement und ausführlich. Und nun muss man sich damit abfinden. Ob das Interesse von Syed an den Blackburn Rovers nicht gespielt ist, weiß nur er selbst. Seine Aussagen lassen Zweifel aufkommen, aber tun sie das nicht bei jedem ausländischen Investor, welcher in die Premier League kommt? Syed sprach im Vorfeld der nun stattfindenden Verhandlungen von einem 15-Jahres-Plan, den er bei den Blackburn Rovers anstrebe. Er wolle Erfolge feiern und nicht nur für zwei Jahre investieren und dann wieder verschwinden. Klingt ganz engagiert. Und er kündigt schon mal Champions League Fußball in Blackburn an. Es ist wie immer. Taten müssen folgen.

Gefragt, warum er sich für eine Übernahme der Blackburn Rovers entschieden hat nennt er seine Leidenschaft für Fußball und die große Anerkennung für die Arbeit von Trainer Sam Allardyce. “Er hat hier mit begrenzten finanziellen Mitteln einen fantastischen Job gemacht. Ich möchte ihm die finanzielle Unterstützung geben, damit er Wunder vollbringen kann. Für mich ist die Investition in die Blackburn Rovers mehr der Leidenschaft geschuldet. [...] Ich komme als Fan um langfristig in den Verein zu investieren”.

Zu einer Übernahmeschlacht bei den Rovers kommt es vorerst noch nicht. Bisher liegt nur das konkrete Angebot von Syed vor. Allerdings kündigte auch ein indischer Unternehmer aus Mumbai, Saurin Shah, dessen Interesse am Verein schon seit mehreren Monaten bekannt ist, eine Übernahmeangebot an. Eine genaue Offerte blieb aber bisher aus, vielleicht sieht er sich jetzt durch das Angebot von Syed unter Druck gesetzt und will nachlegen. Im Juni soll es bereits erste Gespräche zwischen Shah und den Rovers gegeben haben. Bisher nichts passiert. Shah will vor allem seine Kontakte zur Indian Premier League (IPL) im Cricket nutzen um Verbindungen zwischen der Premier League und dem Cricket herzustellen. Der Onkel von Shah ist stellvertretender Vorsitzender der IPL.

Es fehlt nicht mehr viel, bis der nächste Premier League Klub ein Spielzeug reicher ausländischer Investoren wird, die sich so gerne und oft in den Medien als leidenschaftliche Fans präsentieren.

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Champions League 2010/2011 Playoff Hinspiel, Young Boys Bern – Tottenham Hotspur

Dienstag, 17. August 2010 20:05

[22h34] Endstand Young Boys Bern – Tottenham Hotspur 3:2

Nach der temporeichen und dramatischen ersten Hälfte mit dem späten Anschluss durch die Spurs, ging es aus Sicht von Tottenham gut weiter. Man hatte ausreichend Ballbesitz, beschäftigte Bern in der Defensive und kam zu ein paar guten Torchancen. Aber die finale Großchance wollte nicht erscheinen. Die hatte dann Bern Mitte der zweiten Hälfte, als man sich etwas befreien konnte. Schneuwly hatte zweimal den Ausbau der Führung auf dem Fuß, agierte aber zu hastig im Abschluss. Besser machte es dann Pavyluchenko knappp fünf Minuten vor Schluss.

Die Spurs damit mit eineinhalb blauen Augen davongekommen. Gute Ausgangslage für das Rückspiel am Mittwoch an der Lane. Ein einfaches 1:0 reicht schon. Wer hätte das nach 30 Minuten in dieser Partie gedacht? Also noch jede Menge Spannung für das Rückspiel. So viel für heute. Schönen Abend noch aus Düsseldorf. Bye.

[22h33] Zwei Minuten Nachspielzeit. Derweil die Young Boys mit einem weiteren Wechsel. Marco Raimondi kommt für den aktiven Degen.

[22h29] Und jetzt ist wieder doch ein irres Spiel. Bern mit den klaren Chancen auf das 4:1 und 5:1 und im Gegenzug die kalte Dusche. Nennt sich Fußball.

[22h25] 3:2, Roman Pavlyuchenko, 83. Minute

Spurs are back! Das nennt sich dann Chancenauswertung. Und was für ein wunderschönes Tor, ähnlich dem Treffer von Ngog am Sonntag gegen Arsenal. Keane schickt den Russen auf die Reise, der die Kugel noch ein paar Meter mitnimmt und dann aus spitzem Winkel unters Dach in die kurze Ecke nagelt. Wenig Chance für Wolfli bei dem wuchtigen Schuss. So macht man es. Aus 3:0 ein 3:2. Das liest sich schon wieder besser. Könnte aber auch 5:1 stehen und Tottenham dürfte sich nicht beschweren.

[22h24] Und die nächste riesengroße Chance für Bern zum 4:1 zehn Minuten vor Schluss. Wieder Chaos in der Spurs-Defensive, wieder knallt Schneuwly den Ball per Volleyabnahme aus kurzer Distanz ganz knapp über das Tor. Könnte die entscheidung gewesen sein.

[22h21] Was für ein Konter der Young Boys. Ganz groß. Drei Stationen bis zum Abschluss. Aber Schneuwly schießt den Ball nach Zuspiel von Degen über das Tor. Spurs fliegt der Einwurf um die Ohren. Spiel mit dem Feuer. Zu viel Risiko könnte das vierte Gegentor bedeuten.

Im Gegenzug lenkt Wolfli einen Kopfball von Pavlyuchenko über die Querlatte. Noch mal ein wenig Dramatik.

[22h18] Viertelstunde noch. Spiel hat merklich an Tempo verloren. Bern macht nur noch wenig nach vorne, die Spurs weiter um geregelten Spielaufbau bemüht, aber zu fehlerhaft im letzten Angriffsdrittel. Tut sich wenig im Moment, Tottenham aber weiterhin mit leichtem Übergewicht.

[22h11] Und allen Spurs-Fans ist zu empfehlen bei Standardsituationen von Bern zukünftig nicht mehr auf den TV-Bildschirm zu schauen. Denn es bleibt gefährlich. Diesmal nach Freistoß von rechts Bienvenu aus kurzer Distanz per Kopf über die Querlatte. Brenzlige Situationen für Tottenham, die ihrerseits jetzt kaum noch zu Torgelegenheiten kommen.

[22h08] Erster Wechsel bei den Young Boys. Christian Schneuwly kommt für Moreno Constanzo.

Die Young Boys konzentrieren sich jetzt auf die Defensive, stehen sehr tief und kompakt. Spurs haben mehr Ballbesitz, finden aber noch nicht den Abschluss. Und wenn Fernschüsse über das Tor.

Die Spurs mit der letzten Auswechselung. Jermain Defoe muss verletzt raus, Robbie Keane für ihn in der Partie.

[220h2] Für ein paar Momente können sich die Schweizer ein wenig befreien und das Spiel wieder mehr in die Hälfte der Spurs verlagern und sind dann bei Standardsituationen weiter sehr viel gefährlicher, als die Spurs es bisher in den ersten 15 Minuten gewesen sind. Mangelt noch ein wenig am Abschluss.

[21h58] Gareth Bale mit ganz starker zweiter Hälfte. Und die Spurs nähern sich langsam dem 2:3. Präzise, scharfe Flanke von Bale in die Mitte, wo Defoe und Pavyluchenko ganz knapp verpassen. Nur noch Spurs im Moment. Man kann Redknapp heute Abend sicherlich auch einige Vorwürfe machen, die Einwechselung von Huddlestone gehört zu den richtigen Entscheidungen.

[21h52] Die Spurs machen genau dort weiter, wo sie in der ersten Hälfte aufgehört haben, mit Zug zum Tor. Einziges Manko noch, dass man den jetzt dichter werdenden Abwehrriegel der Young Boys noch nicht knacken konnte. Aber das ist ein Ballbesitz jetzt für die Spurs in den ersten fünf Minuten, mehr wohl als in der ersten Hälfte insgesamt. Gefühlt. Bern mit allen 11 Mann in der eigenen Hälfte.

[21h50] Mal ein wenig Kombinationsfußball von den Spurs. Pavlyuchenko gewinnt in der Mitte den Zweikampf, gibt den Ball raus zur Corluka, dessen Flanke gerade so von Wolfi abgefangen wird. Defoe stand zum Einschuss bereit. Guter Beginn der Gäste.

[21h48] Beginn 2. Halbzeit

[21h45] Die Spurs werden wechseln. Luka Modric geht, Niko Kranjcar kommt für seinen Landsmann in die Partie.

[21h32] Halbzeit Young Boys Bern – Tottenham Hotspur 3:1

Was ein geiles Spiel und eine sehr attraktive Ausgangslage für weitere dramatische 45 Minuten. Die Spurs haben die ersten 30 Minuten mit Ausnahme einiger passabler Angriffszüge komplett verschlafen. Vor allem defensiv völlig unerklärliche Fehler, Abstimmung zwischen Dawson und Bassong so gut wie gar nicht vorhanden. Nach und nach kann man etwas besser ins Spiel, wurde durch das 0:3 noch einmal zurückgeworfen, rissen sich dann aber endlich am Riemen und kamen durch den defensiv katastrophalen Bassong zum Anschluss. Eine ganz schwache erste Hälfte der Spurs. Noch ist man am Leben, hat sich eine “Lifeline” zurückgeholt. Jetzt muss man das in der zweiten Hälfte bestätigen. Voraussetzung gar nicht so schlecht. Hohe Bälle, viele Flanken und Ecken könnten das Rezept sein um mit einem blauen Auge davon zu kommen.

[21h31] Und Bern hat in den letzten Minuten eindrucksvoll gezeigt, dass sie anfällig sind bei hohen Bällen. Es riecht nach Peter Crouch. Zunächt aber die Flanke von Bale, in der Mitte köpf Defoe knapp daneben. Aber Defoe konnte sich problemlos im Kopfballduell durchsetzen.

[21h30] Die Spurs mit Dauerdruck vor dem Halbzeitpfiff. Bern bekommt zum ersten Mal in diesem Spiel richtige Probleme. Eine Minute Nachspielzeit bei vier Toren, nun ja.

[21h27] 3:1, Sebastian Bassong, 42. Minute

Ausgerechnet Bassong, der defensiv eine richtig dunkle Stunde erwischt hat. Aber offensiv hilft ihm seine enorme Sprungkraft und Kopfballstärke. Ecke von der rechten Seite von Gareth Bale, in der Mitte Bassong dynamisch im Zweikampf, wuchtiger Kopfball unters Dach. Schön gemacht.

[21h26] Fünf Minuten noch bis zur Halbzeit. Spurs brauchen Tore. Und dürfen gleichzeitig kein weiteres kassieren. Redknapp darf dann mal den Zauberer spielen, die Schweizer lassen sich etwas zurückfallen, Tottenham bekommt mehr Platz.

[21h24] Quasi der kleine Löffel mit den Baldrian-Tropfen, wenn ich jetzt schreibe, dass die Spurs gerade seit gefühlter Ewigkeit mal wieder im Berner Strafraum waren. Die Hereingabe von Defoe fängt Wolfli aber problemlos ab.

[21h20] Mein lieber Mann, die Spurs defensiv mi Auflösungserscheinungen. Bern bekommt einen Freistoß fast auf der Strafraumlinie nach Foul von Bassong an Bienvenu. Spurs können zuvor drei Mal den Ball nicht klären. Jemal mit dem Freistoß knapp über das Tor. “It can’t get worse.”

Wechsel Spurs: Assou-Ekotto geht, Tom Huddlestone, eigentlich angeschlagen, kommt in die Partie. Bale damit links hinten in der Viererkette. Assou-Ekotto bereits mit gelb verwarnt. Crouch und Lennon machen sich ebenfalls warm. Redknapp meidet jeden Blick mit seinem Spieler bei der Auswechselung.

[21h14] 3:0, Xavier Hochstrasser, 29. Minute

Das geht einfach viel zu leicht, viel zu leicht. Das muss für alle Spurs-Fans gerade ziemlich weh tun. Ein Pass hebelt mal wieder die gesamte Spurs-Defensive aus. Constanzo schickt Hochstrasser, Bassong mit der Reaktionszeit eines Mehlsackes, viel zu langsam. Freie Bahn für Hochstrasser, der den Ball in die Maschen knallt. Erbärmliche Defensivleistung. Unerklärlich.

Was für ein Alptraum-Abend bisher für die Spurs und Harry Redknapp. Man kann in Rückstand geraten, aber wie man sich jetzt defensiv anstellt und die Young Boys fast schon zum Toreschießen einlädt, hätte ich von Tottenham nicht erwartet. Ein noch größerer Berg, wenn überhaupt.

[21h10] Die Spurs alles andere als überzeugend, verlieren viel zu viele einfache Bälle im Spielaufbau. Und die Innenverteidigung mit Bassong und Dawson alles andere, nur nicht konzentriert. Modric von der Defensive der Berner nahezu komplett aus dem Spiel genommen. Über die Außenbahnen geht wenig, Bale auf links bemüht mit ein, zwei guten Ansätzen. Über rechts geht so gut wie gar nichts. Da wird Lennon die Option sein müssen. Palacios habe ich fast noch  gar nicht am Ball gesehen. Und mit einem 2:0 spielt es sich im Moment ziemlich leicht für Bern.

[21h03] Und mit dem 2:0 im Rücken bekommt Bern die Sicherheit und lässt die Spurs zappeln, die ihrerseits fast wild versuchen in dieses Spiel zurückzukommen. Nächste gute Gelegenheit für Tottenham. Flanke Bale von links, in der Mitte bricht sich Defoe aber eher beide Beine bei seinem Versuch den Ball über die Linie zu schieben. Bern defensiv anfällig und offen. Ich will einen Einsatz von Peter Crouch noch nicht beschwören, aber so einen braucht es da vorne jetzt.

[20h58] 2:0, Henri Bienvenu, 13. Minute

Die Spurs machen das Bern viel zu einfach, wieder so ein Konter. Ein versehentlicher Pass hebt die gesamte Viererkette der Spurs auseinander, Dawson schaltet viel zu langsam, keine Chance im Laufduell gegen Bienvenu, der eiskalt Gomes verlädt und zum 2:0 einschiebt. Die Spurs haben jetzt einen ganz hohen Berg zu besteigen.

[20h54] Die Spurs haben schnell den Schalter umgelegt und den Schock des frühen Gegentores überwunden, drängen ihrerseits jetzt auf das erste Tor. Pavlyuchenko schickt Giovani dos Santos wunderbar in die Schnittstelle der Vierkette, scheitert aber am herausragenden Wölfli. Kann man auch machen. Bale auf links bei den Spurs jetzt der Taktgeber. Setzt wieder Pavlyuchenko in Szene, der Defoe bedient. Dessen Volley geht aber über das Tor. Gute Minuten der Spurs.

Und darauf warten die Young Boys nur. Konter. Tolles Spiel in den Anfangsminuten mit ganz hohem Tempo.

[20h50] 1:0, Senad Lulic, 5. Minute

Was für eine Offensivpower der Schweizer. Spycher und Degen gehen auf den Außen weit mit nach vorne. Schnüren die Spurs fast ein, die können nicht zielführend klären, bekommen den Ball immer wieder postwendend zurück. Das Tor fällt trotzdem etwas glücklich. Schuss von Doubai aus knapp 16 Metern, wird von Dawson so abgefälscht, dass der Lulic – nicht im Abseits – freistehend vor die Füße fällt. Und er behält die Ruhe und Nerven um Gomes zu überwinden. Traumstart.

[20h48] Es wäre ein Traumstart gewesen für die Schweizer. Spycher mit dem Einwurf auf der linken Seite in Höhe des Strafraums, die Spurs zu weit weg vom Gegner, Degen steckt auf Lulic durch. Der geht noch ein paar Schritte, zieht dann ab. Rechter Außenpfosten.

Assou-Ekotto verliert auf der linken Seite das Laufduell gegen Degen, bekommt nach knapp vier Minuten die erste gelbe Karte.

[20h46] Beginn 1. Halbzeit

Die Young Boys in den gelben Trikots, die Spurs spielen in den weißen Shirts. Die Schweizer haben Anstoß, spielen von rechts nach links in der ersten Hälfte.

[20h41] “It looks like and feels like a Champions League night.” Die englischen Kommentatoren laufen sich schon mal warm.

[20h37] Die Aufstellung im Stade de Suisse Wankdorf

Young Boys Bern: Wolfli – Sutter, Spycher, Affolter, Jemal – Lulic, Tape Doubai, Degen, Hochstrasser, Costanzo – Bienvenu

Tottenham Hotspur: Gomes – Corluka, Dawson, Bassong, Assou-Ekotto – Giovani, Palacios, Modric, Bale -  Pavlyuchenko, Defoe

Die Schweizer etwas defensiver eingestellt als das Team von der Insel. Bei Bern Bienvenu einzige Spitze, dahinter ein kompaktes Mittelfeld mit Degen und Constanzo in den offensiven Rollen, Hochstrasser eher defensiv eingestellt. Die Spurs mit vier Wechseln im Vergleich zum Ligaspiel gegen Manchester City. Crouch, Lennon, King und Huddlestone sind auf der Bank respektive gar nicht im Kader. Dafür Pavlyuchenko im Sturm, Giovani auf der Lennon-Position. Bassong übernimmt die Position in der Innenverteidigung für Ledley King.

[20h29] Die Schweizer Zeitungen sprechen vom Spiel des Jahres heute vor der Partie gegen die Spurs, kam das Weiterkommen gegen Fenerbahce in der dritten Qualirunde doch eher überraschend mit dem 1:0-Sieg in der Türkei im Rückspiel. Also eigentlich gar nichts mehr zu verlieren, oder? Sagt auch Trainer Vladimir Petkovic: ” Ich habe gelesen, dass wir so wenig Chancen haben, dass wir gar nicht auf den Platz gehen müssten.” Entscheidend für Young Boys Bern wird sein, dass man möglichst zu null spielt und selbst ein Tor schießt. Gegen die spielstarken Spurs mit den schnellen Flügelspielern sicherlich keine einfache Aufgabe. Aber chancenlos sieht anders aus.

[20h22] itv Sport mit den fünf Key Facts, warum die Spurs in die Gruppenphase einziehen. Die Performance der Young Boys gegen Fenerbahce und den Kunstrasen hat man gewissentlich ignoriert, denke ich mal.

[20h18] Nicht dabei bei den Spurs heute Abend ist Kapitän Ledley King. Im Stade de Suisse Wankdorf liegt nämlich seit mehreren Jahren schon Kunstrasen um das Stadion vielfältig nutzen zu können. King mit seiner Knie-Verletzung könnte auf diesem Spielfeld seine Karriere ruinieren, so Redknapp. Deshalb riskiere er keinen Einsatz. Im Sturm bei den Spurs von Beginn Pavlyuchenko und Defoe. In der Hoffnung auf etwas mehr Glück im Abschluss im Vergleich zum Samstag.

[20h14] Harry Redknapp äußerte sich ein wenig uneinheitlich vor dem Spiel in der Schweiz. Einerseits scheint er schon die Favoritenrolle für sich reklamieren zu wollen, auf der anderen Seite teilte er gestern der Presse mit, dass ein mögliches Ausscheiden in den Champions League Playoffs kein Beinbruch wäre. Frei nach dem Motto: Wer hätte denn vor der letzten Saison schon gedacht, dass wir uns überhaupt unter den ersten Vier in der Premier League qualifizieren? Redknapp nimmt den Druck von der Mannschaft, weiß aber sehr wohl, dass die Nichtqualifikation die Spurs und auch die Pläne von Redknapp ein wenig zurückwirft. Für das Image der Spurs wäre eine Teilnahme essentiell, könnte man doch auch in Europa ein wenig aus dem Schatten der englischen Konkurrenz kommen. Man hätte gute Argumente für einen Stadionneubau und man nimmt eine Menge Geld ein, welches die Spurs – obwohl nicht unbedingt in einer finanziellen Schieflage – gut gebrauchen könnten. Zur Konsolidierung aber auch um eventuell noch den ein oder anderen Spieler an die White Hart Lane zu lotsen. Und das geht mit der Champions League als Backup wesentlich besser. Und natürlich wäre es auch für die Spieler – die junge Mannschaft – eine Möglichkeit sich weiterzuentwickeln und auf der europäischen Bühne zu präsentieren. Wenn die Tottenham Hotspur eine Entwicklung in ihrer sportlichen Arbeit nachzeichnen wollen, braucht es zur Dokumentation den Einzug in die Champions League Gruppenphase. Um den nächsten Schritt zu machen.

[20h05] Die Spurs zum ersten Mal heute Abend auf der ganz großen europäischen Fußballbühne. Ein paar weitere Spiele in der Champions League sollen folgen. Voraussetzung dafür ist eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel kommenden Mittwoch in London. Die Hürde heißt Young Boys Bern. Dazu Spurs-Trainer Harry Redknapp: “Seien wir ehrlich. Wir sollten sie besiegen.” Schauen wir mal. Guten Abend.

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Premier League 2010/2011 #1 – Alles nicht überbewerten

Montag, 16. August 2010 18:41

Fernab von jeglichem TV-Gerät am Wochenende habe ich keine Minute Premier League live gesehen und bin heute erst im Laufe des Tages dazu gekommen mit diverse Spielberichte durchzulesen und auf Sky die Partien von Chelsea gegen West Brom und Arsenal bei Liverpool zu sehen.

Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich würde alles, was ich über das Wochenende gesehen und gelesen habe, noch nicht überbewerten. 90 Minuten sind gespielt, mehr nicht. Und wenn sind es altbekannte Probleme, wie zum Beispiel beim FC Arsenal.

Kommen wir damit gleich mal zur Partie der Gunners an der Anfield Road. Im Prinzip war es das gewohnte Bild, welches man vom FC Arsenal bekam (und warum sollte es sich im Vergleich zur vergangenen Saison geändert haben?): schnelles, direktes Kurzpassspiel, aber fehlende Dynamik und Kreativität im Abschluss. Kaum mal ein Versuch es aus der Distanz zu probieren, der Ball wurde in den Strafraum reinzelebriert. Diese Taktik geht gegen 95% der Premier League Vereine auf, aber nur selten gegen defensiv gut stehende Reds. Und dass Arsenal Schwierigkeiten hat den finalen Pass beziehungsweise Abschluss zu suchen – vor allem gegen defensiv eingestellte Teams – ist keine neue Dimension. Jetzt schon wieder alles in Frage zu stellen und Wenger zu weiteren Transfers zu zwingen, halte ich für den falschen Weg, zumal van Persie und Fabregas gefehlt haben und Liverpool nun mal keine Laufkundschaft ist. Die Probleme in der Innenverteidigung und im Tor sind bekannt und müssen von Wenger gelöst werden. Das sage ich seit Anfang August, sollte man um die Meisterschaft mitspielen wollen. Almunia – das hat er auch gestern gesagt – ist kein schlechter Torhüter. Und ihm die Führung des FC Liverpool als Torwartfehler anzukreiden, verstehe ich immer noch nicht. Das war alles, nur kein klarer Torwartfehler. Aber Almunia ist wie Fabianski auch fehleranfällig – und ein Fehler kann, Pepe Reina musste es schmerzhaft erfahren, zwei Punkte kosten. Und sowas darf man sich in Anbetracht der Konkurrenz auf Dauer und schon gar nicht mehrfach leisten. Wenger gab am Samstag zu Protokoll, dass der Torhüter mit dem Einsatz am Sonntag die Nummer 1 sei. Er sollte darüber noch einmal nachdenken. Zweite kleine Baustelle: die Innenverteidigung. Vermaelen gut, Koscielny noch mit ein paar Findungsproblemen und im nächsten Spiel nicht dabei (englische Schiedsrichter bleiben mir ein wenig schleierhaft, was den Umgang mit Handspielen angeht). Djourou fehlt längere Zeit verletzt. Die Option Willam Gallas zu reaktivieren, halte ich für nicht nachhaltig. Braucht es also noch einen Innenverteidiger. Positiv: Nasri im Mittelfeld. Könnte seine Saison werden. Liverpool mit gutem Spiel, da hat man die Handschrift von Roy Hodgson, gerade was auch das Defensivverhalten angeht, sehr beeindruckend sehen können. Sah vielversprechend aus.

Ansonsten viel Bekanntes am 1. Spieltag. Ich hatte Chelsea noch ein wenig kleingehalten in meiner Vorschau. Klar ist aber eben auch, dass die Blues, wenn sie offensiv einmal in Fahrt kommen, Gegner in alle Einzelteile zerlegen können. In den letzten zwei Heimspielen hat Chelsea 15 Tore erzielt, neun am letzten Spieltag der Saison gegen Wigan, jetzt sechs gegen West Brom. Bleibt abzuwarten, wenn Chelsea defensiv mehr gefordert wird, ob dann solche Leistungen noch möglich sind.

Ansonsten: Joe Hart ist ein sehr guter Torwart. Und man muss sich schon fragen, wie sich wohl Fabio Capello gefühlt hat, als er sicherlich die Partie zwischen den Spurs und Man City irgendwo verfolgt hat. City jetzt wegen der eher schlechten ersten Halbzeit gleich abzuschreiben oder die Erwartungen runterzuschrauben, ist genauso verkehrt, wie die Spurs jetzt in den Himmel zu loben trotz der vielen teils brilliant herausgespielten Chancen. Denn dafür kann man sich gar nichts kaufen. Aston Villa hat, solange Milner noch mitspielt, eine fantastische Offensivreihe. West Ham muss defensiv noch nachlegen. Ansonsten aber keine weiteren großen Überraschungen, die mich beim Betrachten der Ergebnisse vom Hocker gehaut haben.

Ach, eine Sache war dann ja doch noch. Blackpool erfüllt sich einen Traumstart in die Premier League mit dem 4:0 bei Wigan. Oder um es mit den Worten von Ian Holloway zu formulieren: “I had quite the opposite dream”. Aber auch dieser Sieg ist nur eine Momentaufnahme. Wie bisher alle 90 Minuten dieser Saison. Zu früh um irgendwelche Konsequenzen für den weiteren Saisonverlauf zu ziehen. Wenn waren es mehr oder weniger die Bestätigungen für bekannte Probleme. Und nächstes Wochenende könnte schon wieder alles anders sein. Und über einen möglichen Saisonverlauf können wir dann Ende Oktober vielleicht mal spekulieren. Wobei ich vorsichtig sein würde, da schon Mannschaften aus dem Titelrennen zu entfernen.

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Schifffahrt durchs Mittelrheintal

Montag, 16. August 2010 11:03

Sonnenschein. Blauer Himmel. Ein paar Quellwolken. 25 Grad. Keine Sonnencreme eingepackt. Trotzdem Sonnendeck. Touristen aus aller Welt. Japener. Niederländer. Erklärungen der Sehenswürdigkeiten in fünf Sprachen. Verliere die Lust zuzuhören. Bewundere lieber die Landschaft. Wasser. Weinberge. Kleine gemütliche Dörfer am Flussufer. Burgen. Schlösser. Ein Mäuseturm. Containerschiffe. Tanker. Vorbeiratternde Güterzüge. Leise vorbeischleichende Inter City. Strömung. Wellen. Schiffstuten. Fähren. Fotoapparate und Digitalkameras machen Bilder im Sekundentakt. Dieselgeruch. Enge Flusskurven. Binger Loch. Oberwesel. Bacharach. Loreley. St. Goar. Hektisches Trieben auf dem Sonnendeck. Vier Cola. Drei Alster. Sechs Pils. Einmal Salat, drei Portionen Pommes Frites. Wahrschauen. Gegen die Strömung. Mit der Strömung. Das Zuwinken der anderen Schiffsreisenden. Ich weiß nicht, was soll es bedeuten. Kleine enge Gassen in den Weindörfern am Fluss. Kultur. Geschichte. Romantik. Weltkulturerbe. Mittelrheintal.

Das war mein Samstag. War sehr schön. Kann ich nur empfehlen.

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Premier League 2010/2011 Preview #1 – Die Rückkehrer

Freitag, 13. August 2010 8:21

Die Vorgeschichte: Saisonvorschau
Vor der neuen Premier League Saison: One Last Shot
FC Chelsea
Manchester United
FC Arsenal
FC Liverpool
Tottenham Hotspur
Manchester City
Oberes Mittelfeld
Vorfreude
Unteres Mittelfeld
Die Aufsteiger
Medienberichterstattung

Die Gegenwart: Der 1. Spieltag der Premier League Saison 2010/2011
Was wird es denn nun für eine Saison? Arsene Wenger rechnet mit sechs, sieben Teams, die um den Titel spielen können. Daran hat sich nichts geändert, wenngleich ich glaube, dass nur Manchester City die Chance hat die Phalanx der Big Four zu brechen. Und am wahrscheinlichsten fällt Liverpool wieder heraus, wenngleich ich die Reds aufgrund der Neuzugänge auch wieder auf positivem Weg sehe. Und am spannendsten wird sowieso die Frage nach der Leistung und Entwicklung von Manchester City. 38 Spieltage stehen jetzt dafür zur Verfügung. Im Mai stehen dann alle Entscheidungen an. Vielleicht war es noch nie so spannend und interessant wie in dieser Saison. Schon die letzte Spielzeit hat gezeigt, dass die großen Teams für jeden Sieg hart kämpfen müssen – und entsprechend staucheln können. Es bleibt abzuwarten, ob diese Tendenz sich noch verfestigt.

Rückkehr I – Und die findet ehe am Rande Betrachtung, ist aber dafür umso erwähnenswerter. Die Partie zwischen Wigan Athletic und dem FC Blackpool leitet am Samstagnachmittag Mark Halsey. Der 49-jährige leitet sein erstes Ligaspiel seit dem Auftritt des FC Arsenal in Everton am 1. Spieltag der vergangenen Saison. Im August wurde bei ihm Krebs festgestellt. Er musste operiert werden. Bei der Operation wurde ihm ein gefährlicher Tumor aus dem Hals entfernt. Halsey hat den Krebs erfolgreich bekämpft, im letzten Dezember ging er mit der Nachricht an die Öffentlichkeit, dass sich der Krebs zurückbilde. Das perfekte Weihnachtsgeschenk trotz der schweren Leukämie-Erkrankung seiner Frau. Halsey bestand im April diverse Fitnesstests und pfiff einige Spiele in unterklassige Ligen. Jetzt sein Comeback in der Premier League. Wer weiß, wie emotional die Stimmung in englischen Fußballstadien ist, weiß, dass Halsey sicherlich eine ganz besondere Rückkehr gemacht wird.

Tottenham Hotspur – Manchester City
Sky Sport 2 live, Samstag 13h40, Kommentar: Torsten Kunde

Da war der Spielplangestalter wieder besonders gut aufgelegt, hat er doch zum Saisonauftakt gleich den ersten Schwanzlängenvergleich angesetzt. Die beiden Teams, die letztes Jahr um die Champions League Qualifikation gekämpft haben, im direkten Duell an der White Hart Lane. Und beide wollen zeigen, dass sie sich weiter entwickelt haben im Vergleich zum Mai, insbesondere Manchester City hat mit den Spurs noch eine Rechnung offen. City bietet seine Neuzugänge auf. Yaya Toure, David Silva, Jerome Boateng und Aleksandr Kolarov stehen aller Voraussicht nach in der Startelf. Gespannt darf man darauf sein, wen Roberto Mancini ins Tor stellt, Joe Hart oder Shay Given? Es ist ein offener Kampf um die Nummer 1 bei den Citizens ausgebrochen. Beide drohen mit einem Ausleihegeschäft, sollten sie nicht regelmäßig spielen. Auf die Bank wollen sie sich nicht setzen. Bei den Spurs fehlen Roman Pavlyuchenko und Jonathan Woodgate. Vergangene Saison gewann Tottenham sein Auftaktmatch vor heimischem Publikum mit 2:1 gegen den FC Liverpool und setzte ein erstes Ausrufezeichen. Ob sich Geschichte wiederholt, werden 90 hoffentlich spannende und dramatische Minuten zeigen.

Aston Villa – West Ham United
Es sind dramatische Tage im Umfeld von Aston Villa. Erst schmeißt Trainer Martin O’Neill die Brocken ohne einen Ton zu sagen, nach und nach sickern Gerüchte durch, die dann von Klubbesitzer Randy Lerner weitesgehend bestätigt werden. O’Neill war unzufrieden über die Transferpolitik der Klubs, die Verantwortlichem im Verein unzufrieden mit O’Neill, der viel Geld in teure Spieler investiert hat, dafür aber höchstens den fünften Platz erreicht hat. In den Strukturen der englischen Fußballklubs ist es dann wie so häufig ein Gerangel um Macht, Einfluss und Kompetenzen. Da sind Geschichten wie beim DFB oder beim Hamburger SV kleine Flämmchen dagegen. Der Verein hat die Fans um Geduld gebeten bei der Suche nach einem Nachfolger. Der Trainer von Birmingham City, Alex Mc Leish, stand mal kurz auf der Gerüchteliste, ebenso meldet sich Svennie mal wieder zur Wort. Immerhin eine positive Nachricht gibt es vor dem Spiel gegen die Hammers. Ashley Young hat seinen Verbleib bei Villa in Aussicht gestellt. Bei London steht Avram Grant vor seinem ersten Ligaspiel als West Ham Trainer und freut sich auf die Neuzugänge Piquionne, Pablo Barrera und Hitzlsperger in der Startelf.

Wigan Ahletic – FC Blackpool
Eigentlich sollte die Partie ja in Blackpool stattfinden, wegen der Umbauarbeiten am Stadion hat man die Ansetzung getauscht. Was natürlich schade für die Fans der Seasiders ist, hätte man mit einem Heimspiel doch gerne die Saison begonnen. Jetzt geht es also in DW Stadium zu Wigan Athletic. Derweil nehmen die Konturen eines Wechsels von Jason Scotland zu Ipswich Town konkrete Formen an. Wigan hat ja jetzt auch genug Stürmer, vorne weg der Argentinier Mauro Boselli.

Blackburn Rovers – FC Everton
Wenn sich der FC Everton wieder im oberen Tabellendrittel festsetzen will, dann müssen solche unbequemen Spiele wie bei den Blackburn Rovers gewonnen werden. Die beste Nachricht für den Klub kam schon vor dem Spiel. Mikael Arteta (@mikelarteta) hat seinen Vertrag um fünf weitere Jahre verlängert.

FC Sunderland – Birmingham City
Jetzt hatte ich in meiner Saisonvorschau so überschwänglich vom Sturmduo der Black Cats geschrieben, drei Tage später dann das dann Geschichte. Denn Kenwyne Jones wechselt von Sunderland zu Stoke City. Dafür verzichtet Jones etwa auf die Hälfte seines bisherigen Gehalts. Sunderland ist nun auf der Suche nach einem neuen Stürmer und stimmt im Chor über eine Verpflichtung von Craig Bellamy ein, wie fast die halbe Premier League. Bei Birmingham ist der Einsatz von Torhüter Ben Foster noch fraglich. Er zog sich bei der Nationalmannschaft eine Rückenverletzung zu.

Wolverhampton Wanderers – Stoke City
Die Wolves haben mächtig aufgerüstet für die neue Premier League Saison, da wirken Stokes Transfertätigkeiten wie eine kleine Fliege. Jetzt hat man urplötzlich mit Kenwyne Jones doch einen größeren Fisch gefangen, der den Potters mehr Optionen im Angriff bringt. Viele Neuzugänge auf dem Platz, mal schauen, ob Steve Bruce seinen belgischen Torhüter Simon Mignolet schon einsetzt. Bei City alle Augen auf Neuzugang Nikola Zigic.

Bolton Wanderers – FC Fulham
Betrachtet man die letzten zwei Jahre, gehen die Entwicklungen von beiden Teams weit auseinander. Fulham spielte sich von einem Abstiegskandidaten ins obere Mittelfeld, Bolton muss nun jedes Jahr mehr oder weniger engagiert um den Klassenerhalt kämpfen. Wenn sich am Ende der Saison beide Teams im Mittelfeld treffen, dürfte Fulham schon enttäuscht, Bolton umso glücklicker sein. Die Wanderers haben eigentlich eine ganz passable Vorbereitung gespielt, bei Fulham muss man mal abwarten, inwieweit die Handschrift von Mark Hughes schon durchscheint.

FC Chelsea – West Bromwich Albion
Sky Sport 2 live, Samstag 18h25, Kommentar: Andreas Renner

Es gibt dankbarere Aufgaben für einen Aufsteiger als gleich am ersten Spieltag beim amtierenden Meister anzutreten. Und wer Chelseas letzten Saisonauftakt gesehen hat – das knappe 2:1 gegen Hull City – weiß aber auch, dass das erste Spiel der Saison vielleicht gar keine so schlechte Chance ist einen Punkt von der Stamford Bridge mitzunehmen. Voraussetzung ist natürlich eine kompakte Defensive, im Zentrum, aber auch auf den Flügeln. Denn wenn Chelsea in der letzten Saison noch etwas verbessert hat, dann war es das Flügelspiel, insbesondere durch Malouda auf der linken Außenbahn. Ricardo Cavalho sehen wie nicht mehr im Trikot der Blues, er wechselte zu Real Madrid. Wie gut ist der FC Chelsea vor der Premier League Saison 2010/2011? Man spielte eine solide Vorbereitung, nicht mehr und nicht weniger. Im Community Shield merkte man, dass die Abstimmung und Zuordnung noch ein wenig fehlte, trotzdem waren mit Essen – Rückkehrer II – im Mittelfeld schon wieder gute Akzente zu sichten. Und wenn Ashley Cole noch die Rückwärtsbewegung verinnerlicht, dürfte wenig schief gehen. Aber das könnte eben die Chance für West Bromwich sein.

FC Liverpool – FC Arsenal
Sky Sport 2/HD2 live, Sonntag 16h45, Kommentar: Markus Gaupp

Das Spitzenspiel zum Saisonauftakt findet an der Anfield Road statt, wenngleich ich da noch nicht zu viel hineininterpretieren würde. Insbesondere Arsenal ist gefühlt noch eine gute Woche hinten in der Vorbereitung, zumindest was die bestmögliche Startelf angeht. Wenger hat heute angekündigt, dass Fabregas und Van Persie wohl nicht spielen werden, weil sie nach der anstrengenden WM (für Fabregas zudem noch eine Reise nach Mexiko) noch nicht fit genug sind. Bei den Gunners fehlen zudem Niklas Bendtner und Alex Song, die Einsätze von Diaby und Denilson sind zumindest fraglich. Chamakh wird dann wohl im Sturm spielen, Arshavin vielleicht etwas zurückgezogen, Walcott über die rechte Seite kommen, Nasri eher zentral als Ersatz für Fabregas. Das klingt alles nicht schlecht, zumal Walcott in den letzten Wochen starke Leistungen zeigt, trotzdem eben noch nicht optimal. Gilbt aber auch für den FC Liverpool. Torres wird wohl spielen, Gerrard sowieso. Spannend bleibt zu beobachten, wie Hodgson sein Mittelfeld aufstellt. Genug Optionen, Aqulani, Mascherano, Lucas für den eher defensiven Part, Joe Cole, Maxi Rodriguez und Dirk Kuyt für die offensiven Rollen – hat er ja. Ich tippe mal stark darauf, dass Joe Cole von Beginn an spielt.

Manchester United – Newcastle United
Sky Sport 2/HD2 live, Montag 20h55, Kommentar: Marco Hagemann

Rückkehr III – Kann sich noch jemand spontan an den Torschützen zum 2:0 im Champions League Viertelfinale 2006/2007 zwischen Manchester United und den AS Rom erinnern? Genau es war Alan Smith, wunderbar auszusprechen und herauszuschreien für einen Kommentator wie Wolff Fuss. 2007 wechselte Smith zu Newcastle United, war zwischendurch lange verletzt und in der vergangenen Saison als Kapitän maßgeblich beteiligt, dass die Magpies wieder aufstiegen. Nicht unbedingt wegen seiner Tore, denn er hat noch keine erzielt für Newcastle, sondern vielmehr, weil er als Führungsspieler voranging, das Team ordnete und für den neuen Trainer Chris Hughton ein integraler Bestandteil in der Verbindung Team-Trainer wurde. Und was würde es denn Schöneres geben, als seinen ersten Treffer für Newcastle im Old Trafford zu erzielen. Die Red Devils haben derweil Danny Welbeck an den FC Sunderland für die Saison ausgeliehen und vielmehr einen weiteren Transfer verwirklicht. Fast neun Millionen Euro gab man für Bébé, Stürmer aus Portugal aus. Bébé wechselte von ein paar Wochen von einem Drittligsten zu Vitoria Guimaraes. Neun Millionen Euro klingt verdammt viel Geld für einen Spieler, den man wahrscheinlich kaum spielen sehen könnte, dessen Potential in der dritten portugiesischen Liga sicherlich nicht eins zu eins auf die Premier League anwenden kann. Aber Sir Alex hat auch gezeigt, dass er solche Spieler formen kann.

So, geht es schauen. Viel Spaß beim ersten Premier League Wochenende der Saison 2010/2011.

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Premier League 2010/2011: Blick auf die Medienberichterstattung

Donnerstag, 12. August 2010 8:06

Zu guter Letzt eine wahrscheinlich wieder unvollständige und subjektive Liste zur Medienberichterstattung über die Premier League Saison 2010/2011. Wenn man so will, ist es eine Auflistung mit Informationsmöglichkeiten, die ich relativ häufig nutze um mich über die Premier League zu informieren. Hat sich im Vergleich zu den Vorjahren gar nicht so viel verändert. Aber warum soll man auf Gutes und Bewährtes auch verzichten? Kleine Änderungen und Ergänzungen gibt es aber doch. Wer weitere Tipps, Hinweise und Informationen hat, ist herzlichst dazu eingeladen dies in den Kommentaren bekannt zu geben.

Premier League im TV
Sky Deutschland: Live-Fußball und Zusammenfassungen aus der Premier League gibt es in Deutschland nur im Pay-TV. Die beste Adresse für Live-Spiele aus der Premier League bleibt Sky. In der Regel zu jeder Anstoßzeit ein Spiel, also meist 4-5 Partien, davon bis zu 3 Spiele in HD. Zusammenfassung aller Spiele des Spieltages in Premier League Kompakt montags um 20:00 Uhr. Freitagabend und Samstagmittag gibt es vor jedem Spieltag das 30-minütige Premier League Magazin. Spielt die Premier League unter der Woche, gibt es jeden Abend ein Spiel, die Kompakt-Sendung läuft dann meist Freitagabend. Weitere Informationen auf der Sky-Website.
BSkyB und ESPN UK: Wer etwas mehr Geld hat und gute persönliche Kontakte auf die Insel hat und darüberhinaus noch über einen Satellitenanschluss verfügt, kann sich auch die Pay-TV Pakete von Sky Sports und ESPN UK holen. Sky zeigt 115 Spiele live, ESPN UK etwa 25 Begegnungen. Mehr Infos bei ESPN UK und Sky Sports.
BBC Match of The Day: Wer einen Satellitenanschluss hat und die BBC-Kanäle empfangen kann, kommt in den Genuss der Spieltagszusammenfassungen der BBC. Immer samstags ab 23:30 Uhr deutscher Zeit auf BBC One (Moderator: Gary Lineker, Experten sind Marc Lawrenson, Alan Shearer, Alan Hansen und Lee Dixon). Wiederholung sonntagmorgens um 08:30 Uhr auf BBC 2. Die Sonntagsspiele werden in Match of The Day 2 zusammengefasst, immer sonntags um 23:00 Uhr auf BBC 2, Moderation: Colin Murray. Weiter im Programm auch die Sendung Football Focus, jeden Samstag um 13:15 Uhr auf BBC One. Ab 17:30 informiert die Sendung Final Score in einer Art Schlusskonferenz über die Premier League Spiele. Die Sendung wird wiederholt ab 18:30 Uhr auf BBC World und damit auch für Kabelnetzer in Deutschland zu sehen (Hat Tip Marcus in den Kommentaren)

Premier League im Radio
BBC Five Live: Der Sender hat ab dieser Saison nicht mehr die kompletten Radiorechte für alle Spiele der Premier League, musste etwa ein Drittel an TalkSport abgeben, wo der ehemalige 5-Live-Moderator Mark Saggers arbeitet. Da die Live-Spiele sowieso nicht für Kontinentaleuropäer freigegeben sind, nicht weiter tragisch. Das Begleitprogramm ist weiter umfangreich. Jeden Tag gibt es abends eine tägliche Sportsendung, welche die Geschehnisse vom Tage aufarbeitet. Jeden Freitag von 20:00 Uhr bis 23:00 Uhr Kicking-Off, die Preview-Show fürs Wochenende, mit Colin Murray, in der die Premier League den Schwerpunkt bildet. Jeden Montag ab 20:00 Uhr der Monday Night Club mit der Aufarbeitung des Wochenendes. Moderation: Marc Chapman (@marcchapman), Gäste sind John Motson, Steve Claridge und Ian McGarry, Sportjournalist der SUN. Alle Berichte und Sendungen nachzuhören im 5 Live Football Player.

Premier League Podcasts
Football Weekly: Immer montags und donnerstags (meist am frühen Abend) ist die neuste Episode verfügbar. Meist 40 Minuten amüsantes und informatives Gespräch über die Premier League und internationalen Fußball. Regelmäßige Gäste sind unter anderem die Guardian-Journalisten Sean Ingle (@seaningle), Barry Glendenning (@bglendenning), John Ashdown, Barney Ronay (@barneyronay), James Dart (@James_Dart). Sowie Raphael Honigstein (@honigstein) als Experte für die Bundesliga, Sid Lowe (@sidlowe) für die Primera Division und Paolo Bandini (@Paolo_Bandini) für den italienischen Fußball. Moderation: James Richardson, gleichzeitig Experte für die Serie A. Erste Folge erscheint heute.
BBC Five Live Football Daily: Spielberichte, Interviews und die Highlights der Diskussionsrunden werden hier zusammengestellt, bis auf samstags tägliche Ausgabe, meist am frühen Morgen mit den Höhepunkten des gestrigen Tages. Eignet sich perfekt als Begleitung auf dem Weg zur Arbeit oder Uni.
BBC Five Live 606: Phone-In der englischen Fußballfans. Erscheint meist dreimal pro Woche am Samstagabend, Sonntagabend und Mittwochabend. Wer wissen will, was die Fans denken, kommt um diesen Podcast nicht herum.
BBC Five Live Sportsweek: Jeden Sonntagmorgen von 09:30 bis 10:30 Uhr empfängt Gary Richardson einen Sport-Journalisten und diskutiert die wichtigsten Sportthemen der Woche, häufig sind drei bis vier Gäste per Telefon zugeschaltet oder sogar im Studio anwesend.
The Times Game-Podcast: Noch nicht hinter der Bezahlschranke verschwunden. Den Podcast gibt es weiter kostenlos. Rückblick auf das Premier League Wochenende. Erscheint jeweils Montagabend. Regelmäßiger Gast ist Gabriele Marcotti (@Marcotti) und die Times-Korrespondenten. Ein eher schlichter Podcast, aber äußerst informativ.
Premier League Podcast: Der offizielle Podcast der Barclays Premier League mit einer ausführlichen Vorschau auf den Spieltag. Erscheint immer donnerstags. Vorteil: Man erhält meist aktuelle Statements von Trainern und Spielern. Meist ist ein Journalist oder ehemaliger Spieler zu Gast.
ESPN Soccernet: Ähnelt ähnlich dem Football Weekly Podcast, ist aber etwas länger und ausführlicher, dafür nicht ganz so unterhaltsam. Trotzdem empfehlenswert, weil in alle großen europäischen Ligen geschaut wird. Mit der Premier League wird stets begonnen. Erscheint zweimal die Woche, jeweils Montag und Donnerstag am frühen Abend.
EPL Talk Podcast: Der amerikanische Blick auf die Premier League. Erscheint meist wöchentlich, gibt aber auch häufige Sondersendungen und interessante Interviewgäste. Nicht sehr bekannt, aber sehr gut.

Nachrichtenportale und Zeitungen:
Natürlich in aller erster Linie die großen Nachrichtenportale, allen voran die BBC, Sky Sports und ESPN Soccernet. Ebenso ans Herz zu legen ist Goal.com (von mir liebevoll nur noch Gerüchte.com genannt).
Die Online-Auftritte der großen überregionalen Zeitungen, allen voran der Guardian, der Independent und der Daily Telegraph.
Für den etwas boulevardesken Blick mit vielen Gerüchten ist die Daily Mail und die SUN empfohlen.
Für eine eher regionalere Berichterstattung empfehle ich die Liverpool Daily Post, die Manchester Evening News und die Birmingham Post.
Die offizielle Seite der Premier League bietet ebenfalls die neuesten Nachrichten.
Nachrichten aus der Premier League ebenfalls bei Eurosport UK.
Nachrichten auf deutsch: Spox, Sport 1 und der Kicker.

Premier League Blogs
BBC Football Blog: Aktuelle Hintergründe zum englischen Fußball
Phil McNulty: Der BBC-Sportkorrespondent (@philmcnulty) begleitet in seinem Blog die Premier League Saison mit meist zwei wöchentlichen Kolumnen.
Guardian Sport-Blog: Nicht nur für Premier League Fans interessant.
Paperround: ESPN Soccernet schaut in die Sportressorts der englischen Zeitungen.
EPL Talk: News, Hintergründe und Geschichten aus den USA über die Premier League, inklusive Blick auf die mediale Begleitung der Premier League in den Staaten.
Pitch Invasion: Berichte aus der globalen Welt des Fußballs, hin und wieder auch mit exzellenten Berichten zur Premier League.
The Swiss Ramble: Ganz großartiges Blog eines Arsenal-Fans aus Zürich. Schwerpunkt ist der wirtschaftliche Blick auf den Fußball. Exzellente Analysen und gute Datenaufbereitung. Top-Blog.
Dirty Tackle: Das Yahoo Sport Blog zum Weltfußball, beinhaltet auch zahlreiche Analysen zum Geschehen in der Premier League.
The Offside: Lese ich unglaublich gerne. Schöne Aufbereitung und Analyse der aktuellen Nachrichten aus der Premier League.
Premier League Blog: Tom Schaffer, bekannt von ballverliebt.eu, bloggt auf derstadard.at diese Saison erstmals über die Premier League und sucht noch einen Namen für sein Werk.
Rapidhammer: Aus Österreich der Blick auf die Premier League mit Fokus und Leidenschaft für West Ham United.
Paul Parker: Der ehemalige englische Nationalspieler mit Analysen zur Situation in der Premier League.
Early Doors: Tägliche Berichte und Hintergründe aus dem englischen Fußball, amüsant und mit der nötigen Portion Humor erzählt. Empfehlenswert.
The Home of Football: Herr C bloggt seit fast fünf Jahren nun über die Premier League und englischen Fußball. Hoffe, es gibt wieder die wöchentlichen Spieltagtipps.
Premiership and More: Wenn wieder aus dem Urlaub zurück, ein weiteres lesenswertes deutschsprachiges Blog über den englischen Fußball.
Goonerportal: Nicht nur weil er wie ich leidenschaftlicher Arsenal-Fan ist, er schreibt auch gut über Arsenal im Besonderen und die Premier League im Allgemeinen.
Arseblog: Eines der besten Blogs über den FC Arsenal, blickt aber auch häufiger auf das generelle Geschehen in der Premier League.

Ergänzend: Liste der Premier League Vereine auf Twitter.

Zu guter letzt noch eine Empfehlung: Zwei Guardian Sport Journalisten auf Twitter mit guten, teils exklusiven Infos. Daniel Taylor (@dtguardian) und Dominic Fifield (@domfifield)

Bei mir im Blog wird es wieder ein paar News, die Spieltagsvorschau und Live-Blogs aus der Premier League geben. Je nach Zeit und Laune meinerseits.

So, ich hoffe, Sie sind vorbereitet. Es kann losgehen. Endlich wieder Premier League.

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Premier League 2010/2011: Saisonvorschau – Die Aufsteiger

Mittwoch, 11. August 2010 17:50

Im vorletzten Teil meiner Vorschauserie auf die neue Premier League Saison geht es um die drei Aufsteiger, die wie jedes Jahr in die Premier League hineinkommen. Diesmal haben es Newcastle United, West Bromwich Albion und der FC Blackpool geschafft. Alte Hasen also, wenn man so will, und ein Neuling, auch wenn die Seasiders vom FC Blackpool schon einmal 1992 in der höchsten englischen Spielklasse dabei waren. Aber seitdem nicht mehr. Und alleine mit dem charmanten Stadium wird Blackpool eine Bereicherung sein. Und wegen des eigenwilligen und besonderen Trainers Ian Holloway, dazu weiter unten mehr.

Newcastle United (Championship 2009/2010 1. Platz)
Was haben Damien Duff, Nicky Butt, Mark Viduka und Obafemi Martins gemeinsam? Richtig, sie alle standen in der Startelf im letzten Premier League Spiel für Newcastle United im Mai 2008. Und insbesondere Duff, der mit einem Eigentor die 0:1-Niederlage gegen Aston Villa einleitete, wird sich ungern an diesen Nachmittag erinnern. Diese vier Spieler sind heute nicht mehr im Kader der Magpies. Schaut man sich das Team von heute aber an und vergleicht es mit der Aufstellung vom Mai 2008 sind allein sechs Spieler von damals auch heute weiterhin im Kader und sind Newcastle auf dem Weg durch die Championship treu geblieben. Man konnte den Kern der Mannschaft also gut zusammenhalten, die Belohnung war der direkte Wiederaufsteig in die Premier League. Der Trainer hat aber gewechselt. Idol und Feuerwehrmann Alan Shearer ist dem ehemaligen Co-Trainer Chris Hughton, die kleine Tottenham-Legende, gewichen. Newcastle marschierte von Start weg dem Aufstieg entgegen, hatte Weihnachten schon acht Punkte Vorsprung und beendete die Saison bei 102 Punkten, neuer Rekord für den Verein. So rosig die sportlichen Leistungen waren, so viel Theater herrschte immer noch abseits des Platzes. Besitzer Mike Ashley, mehrfach ausgezeichnet für seinen Konsum von Apfelschorle in Plastikbechern im heimischen St. James’ Park, versuchte auch letztes Jahr händeringend den Verein zu verkaufen. 2008 in der Premier League und 2009 in der Championship gab es aber keinen Abnehmer, trotz einer Senkung des Verkaufspreises von 100 auf 80 Millionen Pfund. In dieser Zeit hat sich Ashley auch mehrmals mit den Fans in die Haare gekriegt. Unvergessen die Story um den Verkauf der Namensrechte des Stadions. Bis zum Sommer diesen Jahres sollte das höchste Angebot dann eventuell den Zuschlag bekommen. Auf einer großen digitalen Werbefläche, die am St. James’s Park prangerte, lief stets die aktuelle Werbebotschaft des Bieters, der zurzeit den höchsten Betrag geboten hat. Und dafür musste der Namensschriftzug St. James’s Park schon einmal weichen. In den ersten 24 Stunden nach Installation der Werbefläche hatten immerhin schon 12 lokale Kleintaxiunternehmen und ein Kebab-Laden geworben. Der Plan ist dann aber doch nicht aufgegangen. Also weiter der traditionelle Namen. Und Mike Ashley ist weiterhin Besitzer der Magpies. Dass der Klub finanziell weiterhin nicht auf Rosen gebettet ist, zeigen die Transferaktivitäten. 1,5 Millionen Pfund gab man für den defensiven Mittelfeldspieler James Perch von Nottingham Forest aus, Sol Campbell (vom FC Arsenal) und Dan Gosling (vom FC Everton) kamen ablösefrei. Gleichzeitig trennte man sich um Kosten zu sparen von einer Reihe von Spielern, unter ihnen auch Nicky Butt. Weiterhin aber dabei das Enfant Terrible Joey Barton, der wegen einer Verletzung nur 15 Saisonspiele in der 2. Liga machen konnte. Barton und Newcastle, seid willkommen zurück in der Premier League.

West Bromwich Albion (Championship 2009/2010 2. Platz)
Die Baggies beginnen ihre fünfte Saison seit 2002 in der Premier League, man kennt sich also aus mit der Luft in der höchsten englischen Spielklasse. Wenngleich man es nur mit einer Ausnahme länger als eine Saison in der Premier League aushielt. Früher nannte man solche Teams wohl Fahrstuhlmannschaften oder, englisch ausgedrückt, yo-yo Club. Aber der eine längere Verbleib hatte es in sich. West Brom lag in der Saison 2004/2005 vor dem letzten Spieltag auf dem letzten Tabellenplatz, zwei Punkte bis zum rettenden Ufer. Da die Konkurrenz nicht gewann und die Baggies selbst daheim gegen Portsmouth drei Punkte holten, gelang doch noch der nicht mehr für möglich gehaltene Nichtabstieg. Seitdem nur noch besser bekannt als The Great Escape. Seitdem quält man sich meistens durch die Premier League Spielzeiten, so auch wie vor zwei Jahren, als man sich als Tabellenschlusslicht verabschiedete. Zu gut für die Championship, zu schwach für die Premier League, wenn man es böse formulieren möchte. Jetzt startet das Team von Roberto di Matteo, der nach dem Abstieg aus der Premier League geholt wurde, einen erneuten Versuch sich diesem Klischee entgegenzusetzen. Interessant wird vor allem die Torhüterfrage. Scott Carson, ehemaliger Kandidat für das englische Nationaltor, hat nun Boaz Myhill von Hull City an die Seite bekommen. Ein richtiger Cup gelang mit der Verplichtung von Nicky Shorey, der das sinkende Schiff Aston Villa rechtzeitig verlassen hat. Zudem sicherte man sich die Dienste des Rumänen Gabriel Tamas, der vom AJ Auxerre kam, und von Stephen Reid von den Blackburn Rovers, der über 100 Premier League Einsätze hat und für die Championship schon ausgeliehen war an West Brom. Man bemüht sich derweil immer noch intensiv um ein Ausleihgeschäft mit David Ngog vom FC Liverpool. Ob das aber zu finalisieren ist, steht noch nicht fest. Player to watch in der nächsten Saison: Chris Brunt. Nicht nur, weil er nach dem Abstieg seinen Vertrag um drei Jahre verlängert hat, sondern weil er auch ein richtig guter Spieler ist.

FC Blackpool (Championship 2009/2010 6. Platz)
Ich freue mich auf den FC Blackpool in der neuen Premier League Saison, sehe ich das Team doch zum ersten Mal in der höchsten englischen Spielklasse. Aber nicht nur deswegen. Aber der Reihe nach. Blackpool, eine Hafenstadt, ungefähr 150.000 Einwohner, im Distrikt Lancashire im Nordwesten England, ist die Heimat des FC, der Seasiders. Im Mai 2009 wird Ian Holloway Trainer und führt den Klub in seiner ersten Spielzeit in die Premier League. Man beendete die Championship Saison als Tabellensechster, ging also mit den geringsten Erwartungen in die Playoffs, wo man Nottingham Forest ausschaltete. Das Finale um den Aufstieg im Wembley Stadium gewann man dann mit 3:2 gegen Cardiff City, lag zweimal in Rückstand in diesem Spiel. Den entscheidenen Siegtreffer machte Brett Ormerod, der von 1997 bis 2001 in ganz jungen Jahre bei Blackpool, damals teilweise noch in der vierten Liga, spielte und 2009 zu seiner alten Liebe zurückgekehrt ist. Und das ist ein weiteres kleines Puzzleteil, das diesen Klub so besonders macht. Mitte und Ende der 90er Jahre tümmelte man sich, nachdem man zuvor schon einmal Premier League Licht gesehen hat, in der Division Two, der vierten englischen Liga. Jetzt ist man wieder ganz oben. Das Kuriose: Alle Aufstiege bestritt Blackpool durch Playoff-Partien. Es gab nie einen direkten Aufstieg. Nervenstärke. Zweiter Sympathiepunkt im Voraus: das Stadion an der Bloomfield Road. Klein, gemütlich, 17.000 Zuschauer gehen rein – und das auch nur, weil in diesem Sommer etliche Umbaumaßnahmen stattgefunden haben und ein neue weitere Tribüne gebaut wurde. Damit ist man aber noch nicht ganz fertig, weshalb die erste Partie gegen Wigan, eigentlich ein Heimspiel, nun im DW Stadium ausgetragen wird. Das Stadion in Blackpool liegt übrigens nur knapp einen Kilometer von der Strandprommenade und dem Meer entfernt.

Und das dritte Mosaiksteinchen, das Blackpool für die neue Saison Aufmerksamkeit zukommen lassen sollte, ist der Trainer Ian Holloway (sein MySpace Profil, “Ollie” ist sein Spitzname”), 47 Jahre alt, ehemaliger aktiver Fußballer in England mit sehr bewegendem Privatleben. Holloway ist verheiratet mit Kim, die er seit dem 14. Lebensjahr kennt. Nach der Hochzeit stellte man bei Kim Krebs in den Lymphknoten fest, doch Holloway stand die schwierige Situation mit seiner Frau durch. Das Paar hat vier Kinder, drei davon sind leider taub, was genetische Gründe der Eltern hat. Eve und Chloe, die Kinder 2 und 3, kamen als Zwilinge auf die Welt und waren taub. Obwohl die Wahrscheinlichkeit eher gering, wurde auch das vierte Kind der Holloways, Harriet, taub. Neben seiner Trainertätigkeit bei den Queens Park Rangers kümmerte sich Holloway rührend um seine Familie, lernte nebenbei noch Zeichensprache um sich mit seinen Kindern verständigen zu können. Während seiner Tätigkeit bei QPR pendelte Holloway täglich vom Westen Londons nach Bristol, wo die Kinder auf ein Schule für Gehörlose gingen. Vom Typ ist Holloway, was seine Interviewführung angeht, vielleicht am ehesten mit Hans Meyer zu vergleichen, sehr eigenwillig, die Journalisten nicht immer ernst nehmend, sehr viele häufig unklare Vergleiche und Metaphern in seinen Ausführungen. Und wer sich dieses Interview von Holloway aus dem November 2005 durchliest, bekommt vielleicht einen ersten Eindruck. Mehr dann sicherlich auch im Verlaufe der neuen Premier League Saison. Einen kleinen Vorgeschmack gibt es dieser Tage. Es kamen Gerüchte auf, wonach Holloway als Trainer vom FC Blackpool zurücktrete, weil er eine Trainigseinheit verpasst habe. Die Medien schrieben von einem Rücktritt, einen Tag später stellte sich Holloway in seiner besonderen Art der Presse und erklärte die Situation:

“Ich musste gestern in London sein und wollte nicht um sechs Uhr morgens zurückfahren, weil ich zu müde war. Ich war bei einem Premier League Meeting – und schauen Sie sich jetzt mal an, was mein Fernbleiben jetzt verursacht hat. Es waren ehe nur acht Spieler da, einige haben diese Woche internationale Verpflichtungen, ich hätte ehe nicht besonders hart trainiert. Unfassbar, wie verrückt die Dinge sind. Aber hallo erstmal an Sie, und nebenbei bemerkt, wir haben ein paar neue Spieler verpflichtet. Ich wollte das nur kurz erwähnt haben.”

Blackpool hat mit 25 Spielern einen eher kleinen Kader. Große Transfertätigkeiten konnten auch aufgrund des Stadionumbaus nicht gemacht werden. Für Blackpool geht es um ein wenig Schnuppern in der Premier League, der Klassenerhalt wäre eine große Sensation. Und bei einer Sache hat Holloway auch die neutralen Fans auf seiner Seite. Klassenerhalt auf alle Fälle, aber nebenbei noch schön und direkt spielen und voller Angriff nach vorne. Wie in seinem gesamten Leben bisher. Verlieren und Aufgeben gibt es nicht.

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Premier League 2010/2011: Vorfreude 3 Tage vor Saisonstart

Mittwoch, 11. August 2010 14:37

Und schon Lust und Vorfreude auf die neue Premier League Saison? Wenn nicht, dann vielleicht wieder nach diesem Video, die Bilder der vergangenen Saison, zusammengestellt von Sky Sports.

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