Premier League 2012/2013 #23 – Hoffnung für Reading und neuer Tiefpunkt bei Arsenal

Es war ein neuer Tiefpunkt in der sportlichen Krise des FC Arsenal. Die erste Halbzeit beim FC Chelsea war von allen Mannschaftsteilen eine Bankrotterklärung und der erneute Beweis, dass die Gunners weit entfernt von einer Spitzenmannschaft sind. Es fehlt fast alles: eine Spielidee, ein Konzept und vor allem die Bereitschaft, gegen den FC Chelsea kämpfersich dagegen zu halten. Arsène Wenger hatte bemängelt, dass sein Team letzte Woche gegen Manchester City zu vorsichtig und mutlos agiert hatte. Und genau an dieser Stelle hätte der Trainer anknüpfen können. Ich weiß nicht, ob er es gemacht hat. Wirkung hat es jedenfalls keine gezeigt. Natürlich haben mit Podolski, Oxlade-Chamberlain und Arteta – insbesondere der Spanier ist für mich das wichtigste Puzzleteil für Erfolg bei den Gunners – wichtige Spieler gefehlt. Das kann aber keine Ausrede sein. Es standen elf Spieler auf dem Platz, die in der ersten Halbzeit kollektiv im Tiefschlaf waren. Die Mannschaft von Arsenal ist nicht gut genug, das zeigt der Blick auf die Bank. Es sind so viele offene Baustellen, die sich in der ersten Halbzeit gezeigt haben. Das Beste war das Halbzeitergebnis, nur 0:2 aus Sicht der Nordlondoner. Arsenal verschläft grundsätzlich die ersten 45 Minuten. Eigentlich ein Umstand, den ein guter Trainer beheben sollte.

Die zweite Halbzeit war dann besser. Mehr Engagement, mehr Mut, auch weil Chelsea sich wohl ein wenig zu sicher nach der starken Leistung in der ersten Halbzeit führte. Nach einer Stunde verkürzte Walcott auf 1:2. Hoffnung keimte auf, die eigentlich nach der ersten Hälfte schon längst begraben wurde. Warum wacht das Team erst so spät auf? Und Wenger hat wieder die Argumente vorerst auf seiner Seite. Die zweite Halbzeit war phasenweise wirklich gut, Potential sei ja da. So in etwa lautet dann die Bilanz von Wenger. Änderungen gibt es dann erstmal nicht. Wahrscheinlich. Arsenal war in der zweiten Halbzeit besser, aber Chancen am Stück erspielten sie sich auch nicht. Chelsea verpasste es mit Kontern für eine vorzeitige Entscheidung zu sorgen. Gerade in der Schlussphase waren die Gunners wieder eher harmlos. Arshavin mit der Durchsetzungskraft eines nassen Toastbrotes. Eine große Aufholjagd sieht anders aus. Demba Ba wurde für Torres eingewechselt, vergab aber ebenso wie der Spanier gute Chancen zum Ausbau der Führung. Am Ende gewinnt Chelsea bei Betrachtung der gesamten 90 Minuten verdient mit 2:1. Elf Punkte liegt Arsenal jetzt hinter den Blues. Die Gunners verlieren endgültig den Anschluss an die Champions League Plätze. 34 Punkte nach 22 Spielen. Nie war Arsenal schlechter in einer Premier League. Over to you, Monsieur Wenger.

Talking Points

Der große Gewinner im Abstiegskampf an diesem Wochenende ist der FC Reading. Die Royals gewannen mit 2:1 nach 0:1 bei Newcastle United, also einem direkten Konkurrenten im Tabellenkeller. Mit dem dritten Sieg im vierten Spiel hat Reading den Rückstand auf das rettende Ufer auf einen Punkt verkürzt. Man profitierte auch davon, dass dir direkte Konkurrenz nicht gewinnen konnte. Die Queens Park Rangers kamen nur zu einem 1:1 bei West Ham United. Auch Aston Villa verspielte eine Führung. Villa ging 2:0 bei West Brom in Führung, am Ende reichte es nur zum enttäuschenden Remis. Wigan unterlag vor eigenem Publikum mit 2:3 gegen den AFC Sunderland.

Balsam für die Seele der Fans war das 5:0 des FC Liverpool gegen Norwich City. Die Reds haben jetzt wieder Tuchfühlung zu den internationalen Plätzen. Norwich verlor fünf der letzten sechs Spiele. Auf einem ähnlichen Negativlauf ist auch Stoke City. Die Potters verloren die letzten drei Spiele. Am Samstag setzte es eine 1:3-Niederlage gegen Swansea City.

Im Meisterschaftskampf kam Manchester City zu einem mühelosen 2:0 gegen den FC Fulham.

Premier League 2012/2013 #15 – Monsieur Wenger, maybe it is time to go.

Vorweg: Beste Genesungwünsche und eine schnelle Erholung für Arsenal-Chef Peter Hill-Wood, der am Freitag mit einem Herzinfarkt ins Krankenhaus musste. Und alles Gute für die Familie in diesen schwierigen Stunden.

Kommen wir zum sportlichen vom gestrigen Samstag in der Premier League.

We lacked a little bit

Mit diesem Satzbaustein fangen in dieser Saison immer die Interviews von Arsenal-Trainer Wenger an, wenn er nach dem Spiel die dürftige Leistung und das meist enttäuschende Ergebnis versucht zu interpretieren. Uns fehlte ein bisschen von…Frische, Fitness, Konzentration, Genauigkeit, Durchsetzungsfähigkeit im gegnerischen Strafraum oder wahlweise noch Glück.

Gestern nach der 0:2-Heimniederlage gegen Swansea City und dem Zurückfallen ins trostlose Mittelfeld der Premier League Tabelle waren es Kreativität und Bissigkeit. Aber es gab diesmal kein a little bit, sondern das Eingständnis, dass einfach alles fehlte – und zwar komplett. Arsène Wenger scheint endlich in der bitteren Realität angekommen zu sein. Arsenal bot die mit Abstand schlechteste Saisonleistung. Nur ein Sieg in den letzten sechs Ligaspielen, im Derby gegen die Tottenham Hotspur, ist die bittere und traurige Bilanz. Als nächste Aufgaben in der Liga warten West Brom, bei Reading und in Wigan. Das sind Ansetzungen, die Arsenal in der Regel im Vorbeigehen meisten sollte. Spätestens in dieser Saison sind es nur noch Befürchtungen, dass die sportliche Lage noch dramatischer wird. Angesprochen auf die sportliche Talfahrt und die schlechten Leistungen der letzten Wochen äußerte Wenger, dass er sich momentan nicht in Frage stelle, sondern am Ende der Saison Bilanz ziehe. Das könnte es nur schon zu spät sein. Der ganze Verein müsse jetzt in dieser schwierigen Situation zusammenhalten. Es klang fast wie ein verzweifelter Hilferuf.

Noch ist ja überhaupt nichts verloren. Arsenal liegt fünf Punkte hinter dem dritten Platz. Ich kann nur überhaupt keine Argumente dafür finden, dass die Leistungen in den nächsten Wochen, gerade in dieser wichtigen Phase der Saison, wieder besser und erfolgreicher werden. So wie Arsenal finanziell aufgestellt ist mit seinem Konsolidierungskurs bis in die letzte Haarspitze, ist das Erreichen der Champions League zwingend erforderlich. Eine Bilanz am Ende der Saison kommt da eigentlich zu spät, Herr Wenger.

Womit der Arsenal-Fan am entscheidenden Punkt angekommen ist: Soll Wenger bleiben oder soll Wenger gehen? Mittlerweile ist ein Rücktritt von Wenger bei vielen Fans kein Tabuthema mehr. Es gibt unter den Fans der Gunners eine große Gruppe, die unzufrieden ist, wie der Verein insgesamt geführt wird. Die Kritik richtet sich dabei aber in erster Linie an den Finanzvorstand Ivan Gazidis, der das viele Geld, was Arsenal besitzt, lieber anlegt statt auszugeben. Arsenal investiert nicht, und wenn in Spieler zweiter Klasse, die vergleichsweise günstig zu haben sind. Und verliert deswegen den sportlichen Anschluss. Das ist nicht nur die Argumentation des ‘Black Scarf Movement’. Und ihre Argumente sind ja auch sicherlich richtig. Die letzten Wochen haben den wütenden Fangruppen viel nährreiches Futter gegeben. “Wir zahlen Champagnerpreise für Limonadenfußball”, fassen sie ihre Argumentation metaphorisch zusammen. Dass es Sonderkonditionen für die beiden Heimspiele gegen Swansea und nächsten Samstag gegen West Bromwich Albion gibt, wird ignoriert. Es zählt nur noch das große ganze Bild. Und die Lage ist eben schlecht.

Ich habe mich nie mit den Rücktrittsforderungen gegenüber Wenger, die es ja seit Jahren immer wieder gibt, nie anfreunden können. Vor allem, weil mir die Vorstellung fehlte, wie Arsenal ohne Wenger gestaltet werden soll. Diese Vorstellung fehlt mir bis heute, aber ich würde es mittlerweile akzeptieren, wenn Wenger gehen sollte oder entlassen wird (was eigentlich nie passieren wird). Vielleicht ist es an der Zeit, dass frischer Wind auf die Trainerbank kommt. Weshalb ich mich aber so schwer mit dieser Forderung tue, ist, dass dadurch die strukturellen Probleme der Gunners vorerst nicht kleiner werden. Es ist bis heute ein wohlgehütetes Geheimnis, wer und wie für die Transferpolitik verantwortlich ist. Will Wenger nicht mehr Geld ausgeben und lieber Spieler kaufen, die er meint noch formen zu können? Oder stellt ihm das Arsenal Board und Ivan Gazidis nicht mehr Geld zur Verfügung, obwohl genug finanzielle Reserven zur Verfügung stehen? Trifft letztgenannter wahrscheinlicherer Aspekt zu, wird sich mit einem Trainerwechsel gar nichts tun. Denn unter den Vorausetzungen hat Wenger über Jahre und jetzt auch noch das beste aus der Situation gemacht. Für alle anderen Fälle gebe ich Wenger noch eine allerletzte Chance. Jetzt in der wohl größten sportlichen Krise der letzten zehn Jahre kann er zeigen, dass er ein großer Trainer ist. Wenn das nicht gelingt, hätte ich mittlerweile kein Problem mehr, wenn im Januar jemand anders neben Steve Bould sitzt. So richtig vorstellen kann ich es mir noch nicht.

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Vielleicht hat Rafael Benitez dann ja wieder Zeit. Der neue Trainer des FC Chelsea hat auch im dritten Spiel noch keinen Sieg eingefahren. Bei West Ham United setzte es dank furchtbarer Abwehrleistung (Benitez vor dem Spiel: “Wir machen riesengroße Fortschritte. Wir haben zweimal zu null gespielt.”) der Blues eine 1:3-Niederlage. Die neue Innenverteidigung mit Ivanovic und Gary Cahill wirkte gelegentlich völlig überfordert. Und selbst erfahrene Größen wie Ashley Cole machen unerklärliche Fehler. Und nächste Woche könnte das Aus in der Champions League real werden.

“Wenn wir so gegen Manchester City verteidigen werden, gehen wir unter”, gab Man Utd Trainer Sir Alex Ferguson nach dem 4:3-Sieg beim FC Reading zu Protokoll. Während die Bundesliga mit einer eher langweiligen ersten Hälfte aufwartete, spielten beide Teams nördlich von London defensiven Harakiri-Fußball. Sehr unterhaltsam, für die Trainer aber ein Horrorszenario. United geht mit drei Punkten Vorsprung ins Stadtderby nächsten Sonntag, weil Manchester City über ein 1:1 gegen den FC Everton nicht hinauskam.

Tottenham ist nach dem 3:0 bei Fulham weiter in der Erfolgsspur und schon Vierter in der Tabelle. Liverpool kam zu einem glanzlosen 1:0 gegen Southampton und West Brom verlor das zweite Spiel in Folge, 0:1-Heimniederlage gegen Stoke City.

Zitat des Tages: Sonntag, 25. November 2012 – You don’t know, what you’re doing

“What is the thinking behind the substitution? I will not explain every decision I make. I have managed for 30 years at the top level and I have to convince you I can manage the team?”

Arsene Wenger nach dem schmeichelhaften 0:0 von Arsenal bei Aston Villa und kritischen Nachfragen der Journalisten. Auch die Arsenal-Fans waren sauer auf Wenger. Bei der Auswechselung von Giroud zehn Minuten vor Schluss sangen sie: “You don’t know what you’re doing.”

Und ich hatte es befürchtet. Kür ja, Pflicht nein. Damit dürfte selbst der Sprung unter die Top Four sehr schwierig werden.

Und was nun, Herr Wenger? (Season 2012/2013, Episode 1) – Ratlosigkeit vor dem Schalke-Spiel

Das System Arsenal ist wie ein Patient, der ein wenig kränkelt, nicht so wirklich schlimm, dass es bedrohlich ist. Aber eben doch so schlimm, dass es jederzeit einen Rückfall geben könnte. Und der behandelnde Arzt lindert mit seiner Medizin nur hin und wieder die Symptome, ohne wirklich nachhaltig die Ursachen der Krankheit zu bekämpfen.

0:1 bei Norwich City verloren, bei dem Team, das zuvor an der Carrow Road fünf Treffer von Liverpool schlucken musste und beim FC Chelsea vier Gegentore kassierte. Das Team, welches vor dem Spiel gegen die Gunners noch keinen Saisonsieg verbuchte. Eine Leistung vom FC Arsenal, die über 90 Minuten fast schon frech war. Offensiv harmlos, defensiv anfällig. Die Gunners liegen nach acht Spieltagen mit 12 Punkten auf Platz neun in der Tabelle, zehn Zähler hinter Tabellenführer Chelsea. Einer der schlechtesten Saisonstarts für Arsenal in der Premier League Geschichte. Arsene Wenger hatte vor dem Spiel in Norwich gesagt, dass solche Partien gewonnen werden müssten, um ernsthaft in Sachen Meisterschaft mitreden zu können. Nach dieser Leistung am Samstag brauchen wir vorerst nicht weiter über Titel und Meisterschaften sprechen.

Der letzte Satz könnte eigentlich ein Baustein sein, den Fans und Journalisten regelmäßig im Laufe einer Saison wieder herausholen können. Noch steht in besagter Aussage das kleine Wörtchen vorerst. Momentan sprechen viele Entwicklungen aber dafür, dass auch dieses Wörtchen spätestens im Februar gestrichen werden kann. Die Unterschiede sind deutlicher denn je am gestrigen Spieltag offenbar geworden. Man City gewinnt in letzter Minute bei West Bromwich, Chelsea und United setzen sich in ihren Spielen zwar ein wenig mühevoll, aber erfolgreich durch. Arsenal hatte vom Papier her die leichteste Aufgabe – und versagte kollektiv. Große Hoffnungen bei Arsenal in dieser Saison, einige wirklich sehr ansprechende Leistungen bisher in der Premier League – und trotzdem hängt nach dem 0:1 in Norwich der Haussegen schief rund um das Emirates Stadium. Zeit für einen kleinen Rückblick auf die bisherige Saison und eine Analyse zur aktuellen Lage bei den Gunners. Mittwoch geht es in der Champions League gegen Schalke. Auch wenn sich Titelträume derzeit verbieten, ist es genauso unangebracht, jetzt den Teufel an die Wand zu malen. Vorausgesetzt, Arsenal zeigt am Mittwoch eine Reaktion und unterlässt solche Leistungen wie in Norwich und Wenger kümmert sich endlich um die Defizite im Spielsystem. Momentan sind es nur sechs Punkte Rückstand in der Tabelle auf Manchester United bei noch 30 Saisonspielen. Alles in Frage zu stellen wäre fahrlässig – vorerst.

Vielleicht ist das aber eben auch in der Leistung von Arsenal am Samstag in Norwich begründet. Nach der Niederlage und schlechten Leistung im Heimspiel gegen Chelsea Ende September gewann Arsenal bei West Ham mit 3:1 und zeigte, dass die erste Saisonniederlage nur ein Ausrutscher gegen einen sehr guten Gegner war. Mit den Partien in Norwich und kommenden Samstag gegen die Queens Park Rangers sollte Anschluss an die Tabellenspitze gehalten werden. Wenger gab dieses Ziel aus. Sechs Punkte müssen es sein. Und dafür war die Leistung in Norwich erschreckend. Bei großzügiger Rechnung waren es vielleicht drei brauchbare Torchancen. Norwich hatte zwei Gelegenheiten, von denen sie eine nach Fehler von Mannone zur Führung und zum Sieg nutzten. Arsenal ergötzte sich am eigenen Ballbesitz, ohne durch Druck, Kreativität, schnelles und direktes Spiel für Gefahr zu sorgen. Ich habe noch nie so viele Rückpässe auf Mannone gesehen wie am Samstag. Die Leistung von allen auf dem Feld war enttäuschend. Einzelkritik bringt wenig. Arsenal hat im Vergleich zu Man Utd, Man City oder auch Chelsea und Tottenham nicht die großen Individualisten im Team. Die Mannschaft als Kollektiv war in einigen Spielen der Saison bisher so stark und erfolgreich. Das ist Grund zur Freude und Sorge zugleich für Arsene Wenger. Er hat in dieser Saison schon häufiger gesehen, dass sein Team wunderbar Fußball spielen kann. Wenn es aber nicht so rund läuft – was immer mal passieren kann und wird – hat sein Team nicht den Spieler oder die beiden Akteure, die das Team aufrütteln und mit Einzelaktionen für Tore sorgen können. In den letzten Jahren war das Aufgabe von Robin van Persie, Theo Walcott oder auch Cesc Fabregas. Einige haben den Verein verlassen, Walcott fehlte Samstag verletzt. Sämtliche Neuzugänge blieben blass. Wenger kann schon mal bezüglich Transfers im Januar bei Ivan Gazidis vorsprechen. Es muss sich etwas tun.

Wenn Trainer Wenger und auch das Umfeld des FC Arsenal in den letzten Wochen vom Potential des Teams gesprochen haben und in die Öffentlichkeit trugen, wie hungrig, engagiert und motiviert die Spieler nach Erfolgen seien, wurde sich immer wieder auf einige gute Saisonleistungen konzentriert. Die Unentschieden zum Auftakt gegen Sunderland und bei Stoke wurden zurecht schnell vergessen, weil das Team offensichtlich ein wenig Zeit brauchte zum einspielen. Das 2:0 bei Liverpool, das 6:1 gegen Southampton und auch das 1:1 bei Manchester City waren insgesamt großartige Leistungen, spielerisch, kämpferisch und vom Fokus der gesamten Mannschaft. Das 1:2 gegen Chelsea wurde eben schnell unter einmalig schlechter Leistung abgehakt. Nach dem 3:1 bei West Ham war die Euphorie wieder groß, nur um vom Spiel in Norwich so richtig an die Wand gefahren zu werden. Am Samstag platzte dann eine Blase. Offensichtlich ist das Team der Saison 2012/2013 noch nicht so weit, wie Wenger es immer verkündete und es sich in einigen Spielen zeigte. Die katastrophale zweite Hälfte gegen Chelsea und die 90 Minuten in Norwich geben Anlass zur Sorge. Es ist scheinbar keiner auf dem Platz, der Impulse setzen kann, um die Mannschaft aus ihrer Lethargie zu befreien. Arsene Wenger sagte nach dem Spiel in Interviews, dass sein Team die Aufgabe vielleicht ein wenig unterschätzt habe und nicht konzentriert genug auf dem Platz war. Es wäre so schön, wenn diese eigentlich schlimme Begründung einen großen Kern Wahrheit enthielte, weil sie sich dann eigentlich nicht wiederholen dürfte. Aber meiner Meinung nach ist dies nur eine kleine Seite der Medaille. Gestern und auch in den vergangenen Spielen wurden spielerische Defizite deutlich, die Arsenal schnell lösen muss.

Nur zur Erinnerung darf nicht vergessen werden, dass immer noch einige wichtige Spieler verletzt fehlen. Im Tor ist es Szczesny, der noch zwei Wochen vom Comeback entfernt ist. Auf der rechten Abwehrseite ist Barcary Sagna fast wieder fit, Samstag fehlte links Kieran Gibbs. Im defensiven Mittelfeld fehlen mit Abou Diaby und Jack Wilshere vielleicht die beiden wichtigsten Puzzleteile für die Hoffnung, dass es mit Arsenal doch noch aufwärts gehen kann in den nächsten Wochen. Arsenal spielt derzeit also nicht mit der besten Elf. Das ist keine Ausrede, aber Feststellung. Carl Jenkinson hat positive Akzente auf der rechten Seite gezeigt, ist offensiv aber im Vergleich zu Sagna viel zu hastig. Da kommt fast keine Flanke vernünftig an. Ähnliches gilt für Kieran Gibbs, der seine Stärken eindeutig in der Defensive hat. Sein Ersatz André Santos ist offensiver ausgelegt, kann aber auch nicht vernünftig flanken. Als zentralen Stürmer hat Arsenal nun Olivier Giroud, der Flanken und Zuspiele von den Außenbahnen benötigt, der eher schlecht flach durch die Mitte angespielt werden kann. Blöd nur, wenn keiner für verwertbare Flanken sorgen kann. Dann wirkt Giroud wie ein Fremdkörper im gegnerischen Strafraum und bekommt auf Twitter und in vielen Fanforen schnell viel Kritik ab. Nur, was soll Giroud machen, wenn er einfach auf verlorenem Posten steht? Der Franzose ist nicht der Spielertyp wie Robin van Persie, der sich auch mal zurückfallen lässt und mit Schwung in den Strafraum zieht. Die Offensive scheint bei Arsenal bald eine größere Baustelle zu werden als die Verteidigung. Das Spiel der Gunners krankt eben an der mangelnden Kreativität und Flexibilität über die Außenbahnen. Also läuft fast jeder Angriff durch die Mitte. Das ist für Teams wie Norwich viel einfacher zu verteidigen. Und für Arsenal viel schwieriger zu spielen, wenn Zuspiele nicht ankommen, sich nicht viel bewegt wird und es viel zu lange dauert, bis der Ball mal schnell gespielt wird. Am Ende dieser Perlenkette steht dann der Rückpass auf Mannone. Es war zum wahsinnig werden am Samstag vor dem TV. Dieser Umstand ist eine Entwicklung, die in Ansätzen auch schon häufiger in den Spielen gegen Chelsea und West Ham zu sehen war. In Norwich bekam sie eine neue Dimension. Die mangelnde Flexibilität in der Offensive ist die eine größere Baustelle, die andere ist – wie oben schon mal angerissen – das Fehlen von Spielern, die das Spiel an sich reißen wollen und das Team nach vorne bringen.

Santi Cazorla ist eine echte Verstärkung für Arsenal, ein toller Fußballer, beidfüßig, wunderbare Übersicht. Nur ist der Spanier häufig völlig auf sich alleine gestellt. Mikel Arteta hat von Arsene Wenger eine neue Rolle zugesprochen bekommen, die defensive Stabilität heißt. Arteta gibt den klassischen Sechser, soll defensiv absichern. Das macht Arteta auch wunderbar, nur gehen damit seine ebenso guten Impulse für die Offensive häufig verloren. Erinnert sich noch jemand an das Siegtor von Arteta letzte Saison gegen Manchester City? So energisch habe ich den Spanier diese Saison noch nicht zum Tor ziehen sehen. Neben Arteta spielt Aaron Ramsey, der durch die vielen Einsätze ein wenig überspielt scheint. Der Waliser braucht dringend mal eine Pause, ist in einem Formtief und läuft der Musik häufig hinterher. Ich kann schon verstehen, warum das Comeback von Wilshere ein paar Tage vorgezogen wurde. Ramsey braucht Ersatz und Konkurrenz auf der Position. Die derzeitigen Defizite im defensiven Zentrum bei Arsenal setzen sich dann auf den Außenbahnen im offensiven Mittelfeld fort. Vorne steht weiter Giroud und wartet auf Zuspiele, die ihm auch Podolski und Gervinho nicht wirklich geben können. Podolski nehme ich von meiner Kritik ein wenig aus, weil er mit Ausnahme vom Spiel in Norwich wirklich sehr gute Ansätze gezeigt hat. Und wenn er in der richtigen Position ist, kann der ehemalige Kölner wunderbare Flanken schlagen, siehe das Zuspiel auf Giroud zum 1:1 bei West Ham. Gervinho kann das nicht. Es ist mir ein Rätsel, warum Gervinho noch Spielzeit bekommt. Ja, der Ivorer hat hin und wieder seine partiellen Glanzlichter, wie beim 1:1 gegen Chelsea oder im Spiel gegen Southampton. Aber ansonsten verliert er viele Zuspiele, läuft sich fest, hat selten den Blick für seinen Mitspieler und bringt erschreckend schlechte Zuspiele in den Strafraum, wenn er sich an drei Abwehrspielern nicht gerade wieder festgedribbelt hat. Und vorne wartet weiter Giroud…

Das ganze System bei Arsenal wirkt immer häufiger wie ein Bremsklotz. Alle stehen sich selbst im Weg. Das war auch häufiger gegen West Ham so, wurde aber von der guten kämpferischen Leistung und dem Ergebnis überstrahlt. Das fehlte Samstag in Norwich. Und als Einwechselung konnte eben nicht Theo Walcott neue Impulse geben. Es klingt fast schon paradox, aber Walcott ist eine der positiven Erscheinungen in dieser Saison bisher. Derzeit hat er aber keinen Stammplatz. Ein Weggang des Flügelflitzers im Januar scheint immer wahrscheinlicher. Es wäre eines dieser fatalen Zeichen, dass Wenger eigentlich nicht mehr gebrauchen kann. Diese Farce kann nur noch durch die Verpflichtung neuer Spieler kompensiert werden. Auf dem Transfermarkt muss sich etwas tun, vor allem für die Offensive und den Sturm. Verschiedene Spieler scheinen, schenkt man den vielen Gerüchten einen Funken Relevanz, auf dem Radar von Wenger zu sein. Geld scheint reichlich zur Verfügung zu stehen. Angeblich sind die Gunners an einer Verpflichtung von Adrian Lopez, Stürmer von Atletico Madrid, interessiert. Heißestes Gerücht scheint Fernando Llorente zu sein. Ich rechne fest damit, dass Arsenal alles versucht, um den Spanier von Bilbao nach London zu holen. Ähnliches könnte für Leandro Damiao, Stürmer von Porto Alegre, der in 123 Spielen 74 Tore erzielte, gelten. Wenger muss also einiges an Geld in die Hand nehmen – und nicht nur deshalb ist das Spiel am Mittwoch in der Champions League gegen den FC Schalke 04 so imminent wichtig. Wenn es schon in der Liga nicht ganz so wunderbar aussieht, muss vorerst wenigstens in der Champions League gepunktet werden. Das Erreichen des Achtelfinals ist derzeit zwar nicht gefährdet, trotzdem darf sich der Schlendrian von Samstag nicht wiederholen. Schalke ist sehr gut in Form, offensiv variabel und stark. Das wird eine echte Herausforderung für die wackelige Defensive der Gunners. Ich sehe derzeit mit dem Schock der Niederlage in Norwich sogar Königsblau leicht favorisiert ins Spiel gehen. Arsenal muss aufpassen, nicht in eine kleine Negativspirale zu gelangen. Zwischen den beiden Spielen gegen Schalke in der Champions League stehen Partien gegen QPR und bei Manchester United an. Einfach ist anders. Von den zwei Spielen gegen Schalke sollte eines schon gewonnen werden. Unter Berücksichtigung der Heimstärke von Schalke steht Mittwoch also einiges auf dem Spiel, viel mehr, als Wenger eigentlich gehofft hatte. Aber jetzt muss auch noch Wiedergutmachung geleistet werden. Da ist die Champions League nicht unbedingt die attraktivste Bühne für.

Noch – und die Betonung liegt auf noch – werden die beiden schlechten Saisonleistungen in der Liga bisher als seltene Ausrutscher abgehakt. Dabei darf aber eben nicht, wie ich weiter oben gezeigt habe, übersehen werden, dass das gesamte Spiel von Arsenal an vielen Stellen und Positionen erheblich krankt. Das fällt gegen Gegner wie West Ham, Southampton oder Piräus nicht unbedingt auf. Gegen Mannschaften wie Chelsea oder Schalke aber schon. Und wenn dann neben den offensichtlichen spielerischen Defiziten, die ja auch keiner abstreitet – die Mannschaft ist qualitativ nicht ganz auf dem Niveau der letzten Spielzeiten anzusiedeln -, auch noch Lustlosigkeit, fehlendes Engagement und Unkonzentriertheiten hinzukommen, kann auch nicht gegen Norwich gewonnen werden. Und dann wird es langsam kritisch. Wenger wirkte ratlos nach der Niederlage gegen die Canaries, intern weiß er aber hoffentlich, die offensichtlichen Probleme zu adressieren. Aber auch die Fans sind ratlos und wütend (siehe zum Beispiel Germangunners oder Arseblog), weil keiner mit so einer Leistung und einem Rückschritt gegen Norwich gerechnet hat.

Das Vertrauen in Wenger und die gesamte Mannschaft ist aufgrund der fehlenden Titel und Erfolge in den letzten Jahren sehr brüchig geworden. Wird gewonnen, sind alle zufrieden und verfallen gelegentlich in eine kleine Euphoriesträne. Aber bei dem kleinsten Hauch von Negativerlebnis sind die Kritiker und negative Stimmen ganz schnell aus dem Häuschen. Häufig zu unrecht, wie ich finde. Seit gestern bin ich aber auch am Grübeln. Die Mannschaft hat sich in eine ganz missliche Lage gebracht. Und was mich derzeit am meisten nervt, ist die scheinbar positive Stimmung bei Arsene Wenger, der zumindest in der Außenwahrnehmung die Spiele in Norwich und gegen Chelsea immer noch mit psychologischen Erklärungsansätzen oder der Länderspielpause auseinandernimm – ohne das Eingeständnis, dass das Team an vielen Stellen nicht richtig aufgestellt ist. Und das hat Wenger zu verantworten. Das fängt bei der Isolation von Giroud an, für die er selbst eigentlich gar nichts kann. Und das endet bei Gervinho und Ramsey, die seit Wochen weit von ihrer Bestform entfernt sind, aber trotzdem regelmäßig 90 Minuten durchspielen dürfen. Das System Arsenal ist wie ein Patient, der ein wenig kränkelt, nicht so wirklich schlimm, dass es bedrohlich ist, aber eben so schlimm, dass es einen Rückfall geben könnte. Und der behandelne Arzt lindert mit seiner Medizin nur hin und wieder die Symptome, ohne die Ursachen wirklich zu bekämpfen.

Und was nun, Herr Wenger? Noch habe ich keine wirklich gute Antwort auf die Formschwankungen und Leistungsdefizite der letzten Wochen gelesen. Aber vielleicht bekommen die Fans diese am Mittwoch auf dem Platz zu sehen. Mal sehen, wie lange Wenger noch den Ratlosen in der Öffentlichkeit gibt. Viel Zeit und Kredit scheint er und das Team bei den Fans nicht mehr zu haben. Arsene knows – until now.

Premier League 2012/2013, News in Kürze (VI): Wengers Kampf gegen Windmühlen

Arsene Wenger ist auf dem Transfermarkt ein ziemlich berechenbarer Mann. Denn so berechenbar, dass er unberechenbar ist. Das zeigt sich derzeit wieder mal eindrucksvoll in der Causa Robin van Persie. Die ganze Woche über spekulierten englische Sportjournalisten über die Aussage von Wenger, die er gestern vor Abreise nach Asien gegeben hat. Und die schreibende Zunft war sich überraschend einig. Da es Angebote und Interesse von Juventus Turin, Manchester United und auch Manchester City gebe, wird es ein klares Zeichen von Wenger geben: Ja, wir lassen van Persie ziehen, wenn der Preis stimmt. Angeblich will der FC Arsenal weiter 30 Millionen Pfund Ablöse generieren. Sir Alex ist angeblich bereit nur 15 Mio Pfund auf den Tisch zu legen. Das wäre ja ein vernünftiger Weg für Arsenal. Viel Geld für van Persie bekommen – und das dann klug und nachhaltig investieren. Und wenn sich alle im Umfeld des FC Arsenal einig sind über Wengers Reaktion, gibt es nur eine Regel – die Reaktion fällt anders aus. Statt offensiv nach außen zu vertreten, dass van Persie verkauft wird bei einem guten Angebot, stellt sich Wenger vor die Mikrofone von Arsenal TV und kommt mit der defensiven Aussage publik, dass sein großes Ziel und der Wunsch sei, van Persie beim FC Arsenal zu halten. “Für mich ist van Persie einer der besten Stürmer der Welt, wenn nicht der beste, und mein Wunsch ist es, ihn bei uns zu halten”. Aber er entscheide natürlich danach, was am besten für den Klub sei. Und da sieht Wenger offensichtlich einen Verbleib von van Persie bis zum Ende seines Vertrags. Faktisch ist ein Weggang von van Persie unumgänglich. Dass Arsenal überhaupt wieder in einer so misslichen Lage ist – siehe auch die Verhandlungen von Theo Walcott – mag schon schlimm genug sein. Jetzt sollte die Situation nicht weiter verkompliziert werden. Es bringt wenig, van Persie nicht zu verkaufen. Wengers Taktik ähnelt sehr stark an vergangene Saison mit Nasri und Fabregas. Sie ist nicht aufgegangen, sie wird es diesmal auch nicht. Van Persie wird sicherlich keinen neuen Vertrag unterzeichnen. Warum also so defensiv und zurückhaltend? Das lang gezogene Kaugummi mit Verhandlungen bis Ende August hat letzte Saison schon an Arsenals Füßen geklebt. Das brauche ich noch nicht mal. Und die meisten Fans der Gunners haben sich sowieso schon mit einem Weggang von van Persie arrangiert.

Bei der Asien-Tour ist van Persie schon nicht mehr dabei. Offiziell aus Fitnessgründen, was Sinn macht, da die anderen EM-Fahrer auch nicht dabei sind. Da passen bei Arsenal trotzdem derzeit viele Puzzleteile nicht zusammen. Warum Wengers Bekenntnis van Persie halten zu wollen, wenn er nicht zu halten ist? Und dann die 30 Millionen Pfund Ablöse. Die wird kein Verein für RVP aufbringen, das scheint unwahrscheinlich. Warum also wieder so viel Show statt schnell für Klarheit zu sorgen? Damit Ruhe im Verein ist. Hoffentlich klärt sich das möglichst bald nach der Asien-Reise.

Aber es ist gibt auch positive Nachrichten auf dem Spielermarkt für den FC Arsenal. Laurent Koscielny hat seinen Vertrag bis 2017 verlängert. Offiziell soll die Vertragsverlängerung aber erst in den nächsten Tagen werden. Mehrere Zeitungen berichteten aber am Wochenende von einem positiven Abschluss. Koscielny hatte nach Ende der Saison ebenfalls davon gesprochen, dass eine Verlängerung nur Formsache sei.

Der Daily Mirror brachte am Wochenende zwei weitere Spieler auf den Transfermarkt, um die sich Arsenal angeblich bemüht. Arsenal soll ein Angebot für Santi Cazorla aus Malaga abgegeben haben, der auch von den Tottenham Hotspur umworben wird. Carzola würde nur zwischen 10 und 15 Millionen Pfund Ablöse kosten. Cazorla wäre ein erstes deutliches Zeichen für eine ausbleibende Vertragsverlängerung von Theo Walcott. Als möglichen Ersatz von Robin van Persie soll Fernando Llorente von Athletic Bilbao auf dem Wunschzettel von Wenger stehen.

Aber Wenger hat viele Wünsche.

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Die Tottenham Hotspur haben Luka Modric mit einer Geldstrafe von 80.000 Pfund belegt. Modric hatte sich geweigert am Training teilzunehmen, will einen Wechsel zu Real Madrid erzwingen. Die Spurs wollen ihren Superstar aber nicht ziehen lassen, wenn überhaupt für rund 40 Millionen Pfund. Das Angebot von Real Madrid soll deutlich niedriger gelegen haben. Modric ist erstmal mit dem Team in die USA nach Los Angeles geflogen.

Swansea City hat die Verpflichtung von Michu vom spanischen Erstligisten Rayo Vallecano für drei Jahre verpflichtet. Es ist nach Chico Flores und Mittelfeldspieler de Guzman die dritte Neuverpflichtung vom neuen Swans-Trainer Michael Laudrup, der in die Fußstapfen von Brendan Rodgers getreten ist. Michu hat am Donnerstag den Medizincheck bestanden und ist am Samstag zum Team gestoßen. Michu hatte in der vergangenen Saison 15 Tore erzielt. Er soll in erster Linie Gylfi Sigurdsson ersetzen. In Swansea verspricht man sich sehr viel von Michu.

Ein anderer Spieler könnte bald Wales verlassen. Offiziell – das haben die Swans am Wochenende bestätigt – gebe es noch keine Angebote für Mittelfeldspieler Joe Allen, der sich derzeit mit dem britischen Fußballteam auf die Olympischen Spiele vorbereitet. Der FC Liverpool mit dem ehemaligen Swans-Trainer Rodgers habe zumindest Interesse an Allen verlautbaren lassen. Unklar ist aber noch, ob Allen City verlassen will. Das soll sich erst nach den Olympischen Spielen klären. Swansea werde ihm keine Steine in den Weg legen.

Die Queens Park Rangers wollen nicht nur neben dem Platz für Neuordnung sorgen. Das schwache sportliche Abschneiden mit dem Klassenerhalt erst am letzten Spieltag soll auch in den internen Strukturen des Vereins Konsequenzen haben. Das ist jetzt geschehen. Trainer Mark Hughes hat mit Glyn Hodges einen langen Verbündeten aus Zeiten in Blackburn, bei Manchester City und in Fulham in sein Trainerteam geholt. Hodges soll sich in erster Linie auch um den Nachwuchsbereich kümmern.

David Moyes, Trainer vom FC Everton, hat seinen Wunsch geäußert, Steven Pienaar von den Tottenham Hotspur dauerhaft an seinen Verein zu binden. Pienaar verließ im Winter 2011 die Toffees. Aufgrund vieler Verletzungen konnte er sich an der White Hart Lane nie durchsetzen und war in der vergangenen Rückserie wieder an Everton ausgeliehen. Moyes will Pienaar einen mehrjährigen Vertrag geben. Die Spurs wollen aber angeblich rund fünf Millionen Pfund Ablöse. Für den finanziell klammen Verein von der Merseyside sollte das aber trotzdem zu bezahlen sein.

Manchester United muss circa 10 Wochen auf Verteidiger Chris Smalling verzichten. Smalling hatte sich den Mittelfußknochen gebrochen und wird auf alle Fälle den Saisonstart verpassen. Rückkehr derzeit ist frühstens Ende September geplant.

Testspielergebnisse:

FC Toronto – FC Liverpool 1:1
Ajax Cape Town – Manchester United 1:1
Chicago Fire – Aston Villa 0:1
1. FC Kaiserslautern – FC Fulham 2:2
Motherwall – FC Everton 1:1
Newcastle United – Fenerbahce Istanbul 1:1

Für Arsene Wenger das richtige Ergebnis zur richtigen Zeit

Es gibt bittere Niederlagen im Fußball, die man einfach ganz schnell hinter sich lässt und wieder zur Tagesordnung übergeht. Das Phrasenschwein freut sich dann meistens über Bezeichnungen wie “Ausrutscher”, “nicht unser Tag”, “alles lief gegen uns” oder “erst hatten wir kein Glück und dann kam auch noch Pech hinzu”. Und es gibt Niederlagen im Fußball, die schmerzen und die einen tiefen Einschnitt markieren können, die aufzeigen, dass die Strategie den Verein zu führen, die Transferpolitik und die Außendarstellung derzeit schwach sind und nicht reichen um die eigenen Ziele und Erwartungen zu erfüllen.

Und deshalb kann dieser Nachmittag im Old Trafford – so schmerzhaft und erniedrigend er für alle Arsenal-Fans war – am Ende vielleicht doch noch seine positiven Seiten haben. Denn spätestens jetzt sollte auch Wenger erkannt haben, dass die Strategie die besten eigenen Spieler teuer zu verkaufen, sie nicht zu ersetzen und stattdessen junge, in der Premier League noch unerfahrene Spieler, aufzustellen, komplett gescheitert ist. Zumindest wenn Arsenal um die vorderen Plätze in der Tabelle mitspielen will.

Es ist vielleicht noch nicht mal das Alter der Spieler, Sir Alex Ferguson bot ein sogar noch jüngeres Team auf. Es ist vielmehr Wengers Glaube mit diesen jungen Spielern, die noch Zeit brauchen sich zu entwickeln und stärker zu spielen, sofort einem Team wie Man Utd Paroli bieten zu können. Junge Spieler an die Premier League heranführen, schön und gut, aber das geht nur, wenn erfahrene Spieler den Kern der Mannschaft bilden.

Blöderweise waren diejenigen, die das können – Wilshere, Song, Gervinho, Vermaelen, Sagna – heute verletzt oder gesperrt. Aber das ist ja nur die eine Seite der Medaille. Wenn Arsenal Nasri, Fabregas und Clichy verkauft, kann ich dieses Trio nicht mit der bisherigen Transferpolitik ersetzen. Zumindest nicht sofort. Vielleicht in drei, vier Jahren. Aber soviel Zeit hat Wenger nicht mehr – und so viel Zeit wollen ihm die Arsenal-Fans und viele Journalisten nicht mehr geben. Wenn Wenger bisher nie über seinen Schatten springen wollte, kann nur dieses demütigende Ergebnis der finale Auslöser sein es doch zu tun. Bei einem 2:2 hätte sich Wenger nur bestätigt gefühlt. Seht her, mein junges Team kann mit Man Utd mithalten, ich habe es doch immer gesagt. Nach dem 2:8 wurde Wenger von Sky Sports gefragt, ob er plane zurückzutreten.

Natürlich ist es nicht leicht die passenden Spieler zu finden, schon gar nicht für Arsenals Spielweise. Aber mit den finanziellen Ressourcen im Rücken sollte das möglich sein, wenn man will. Bis Mittwoch bleibt noch Zeit. Es wird was passieren. Seit heute hat Wenger keine Argumente mehr auf seiner Seite.

Ich will Wenger was die Transfers, die vielen Verletzten und die vielen Platzverweise ein wenig in Schutz nehmen. Zumal ich da nicht den Einblick in interne Abläufe habe und die Berichte, die ich täglich über Arsenal lese, auch nicht immer korrekt alles wiedergeben. Wobei es ja vielleicht durchaus einen Zusammenhang zwischen Unerfahrenheit und Platzverweis geben könnte. Aber egal. Vielmehr muss sich Wenger ankreiden lassen, dass das Team verunsichert wirkt. Die ganzen Nebenschauplätze verhindern, dass ruhig gearbeitet werden kann. Das junge Team steht schon am dritten Spieltag in einer Saison so dermaßen unter Druck und Zugzwang, weil quasi die ganze Fußballwelt darauf wartet, ob Wenger mit seiner Transferpolitik einen weiteren Beweis des Handelns braucht. Und daran ist der Franzose ganz allein schuld. Wenger hat nach außen, so unterhaltsam und ehrlich seine Pressekonferenzen sein mögen, ein ganz schlechtes Bild abgegeben und viel Vertrauen und Kredit verspielt. Wenn er heute nach der Niederlage im Old Trafford sagt, dass es für die nächsten Tage am besten sei erstmal ruhig zu sein, mag das der richtige Schritt sein. Bloß kommt er viel zu spät. Wie Wengers Anstrengungen jetzt noch die passenden Spieler zu finden.

Die nächsten Tage werden interessant und spannend. Auch was das Verhältnis von Wenger zum Arsenal Board angeht. Es treten immer wieder Gerüchte hervor, wonach Wenger gerne sehr viel Geld ausgeben würde, da Board aber nicht grünes Licht gibt. Und wie reagieren die Fans? Spätestens nach dem heutigen Abend dürfte ihre Geduld minimal sein. So oder so ein Einschnitt in der langen Arsenal-Historie. Vielleicht gerade noch rechtzeitig.

Und was nun, Herr Wenger? [Season 2011/2012, Episode 2]

Hinweis vorweg: Großartiger Lesestoff zur aktuellen Situation beim FC Arsenal von @goonerportal bei SPOX: Alarmstufe rot.

Es sind Schicksalstage für den FC Arsenal und Arsene Wenger. Mittlerweile hat sich in den letzten Monaten seit Ende der letzten Saison soviel Material, Zitate, falsche Hoffnungen und Prognosen angehäuft, dass talentierte Regisseure sicherlich eine Telenovela, Schriftsteller einen ganzen Roman produzieren könnten. Der Saisonauftakt mit dem Remis in Newcastle und der verdienten Heimniederlage gegen Liverpool verlief nicht den Erwartungen und Wünschen der Spieler, des Trainers und der Fans entsprechend. In den Champions League Playoffs geht Arsenal mit einem hauchdünnen Vorsprung in das morgige Spiel in Udine. Und Sonntag reisen die Gunners zu Manchester United. Arsenal könnte Ende August bereits in einer großen Krise stecken. Im schlechtesten Falle spielt man ab September Europa League und hat gleich zu Beginn mal acht Punkte Rückstand auf die Klubs aus Manchester. Mich würde es nicht wundern.

Der Arsenal-Fan sieht, dass sich die Mannschaft schwer tut, sie die Gerüchte, Belastungen und Nebenschauplätze belasten, das Team weit von der Bestform agiert. Gerade jetzt, wo die Gunners eigentlich Top-Leistungen brauchen. Im Umfeld des Verein herrscht eine Mischung aus Zuversicht, Optimismus, Lethargie und Wut/Ärger auf die vielen Baustellen, die sich in der noch jungen Saison bereits ergeben haben. Und im Mittelpunkt dieser Gefühlswelt steht Trainer Arsene Wenger, der derzeit vielleicht noch der einzige ist, der den optimistischen Aspekt in die Öffentlichkeit klärt. Nach dem 0:2 gegen Liverpool wurde er von einem BBC-Reporter gefragt, ob er noch optimistisch seine Arbeit verfolge und optimistisch auf die nächsten Aufgaben blicke. Von Wenger kam nur die lapidare Antwort: “Always.” Und dabei dürfte es gerade Wenger sein, dem die Aussagen der vergangenen Wochen nun immer häufiger um die Ohren fliegen werden. Vor zwei Wochen sagte Wenger auf der wöchentlichen Pressekonferenz, dass er nicht erwarte, dass Fabregas und Nasri den Verein verlassen werden. Drei Tage später konnten sich Arsenal und der FC Barcelona auf einen Transfer von Fabregas einigen. Noch am Sonntag gab Wenger zu Protokoll, dass Nasri sich wohl fühle beim FC Arsenal. Heute morgen trainierte Nasri noch mit den Spielern, die heute Abend nach Udine aufbrechen. Am Nachmittag verkündete Arsenal dann auf der Vereinshomepage, dass eine Einigung mit Manchester City erzielt wurde. Auch Samir Nasri verlässt den FC Arsenal. Werfen wir einen noch längeren Blick auf eine Aussagen von Arsene Wenger zurück. Auf der Asien-Tour in Malaysia ließ der Franzose verlautbaren, dass Arsenal nicht länger ein großer Klub sei, sollten die Gunners Fabregas und Nasri abgeben. Und nun, Herr Wenger? Ist Arsenal kein großer Klub mehr? Vom Standing, den meisten Spielern, den Fans, dem Stadion und der Historie auf alle Fälle noch. Von der Außendarstellung und dem ständigen Entgegentreten gegenüber den medialen Spekulationen sicherlich nicht. Wie ein zäher Kaugummi zogen sich Gerüchte, Dementis und Spekulationen durch den Sommer. Es scheint, als hätten alle Beteiligten damit mehr Zeit verbracht als das Team ordentlich auf die Saison vorzubereiten. Das war nicht förderlich. Und ich habe das noch nie so extrem erlebt in der Sommerpause. Wenger wollte sich nicht zur Marionette der Medien machen lassen, wirkte wie der letzte Leuchtturmwärter auf einer kleinen Insel, die durch Orkan immer mehr überschwemmt wurde. Spätestens nach dem Abgang von Nasri ist Wenger mitgespült worden. Und hätte Arsenal nach innen wie nach außen nicht schon genug Probleme, eröffnete sich Wenger mit seiner undurchsichtigen Weitergabe von Infos an sein Team während des Spiels gegen Udinese Calcio eine weitere Baustelle. Vollkommen egal, ob jetzt die UEFA-Regeln undurchsichtig sind, es dort falsche Absprachen gab. Es war ein weiteres Beispiel dafür, dass sich Wenger derzeit von niemandem in seine Arbeit reinreden lässt. Nicht von den Fans, nicht von Journalisten, nicht von der UEFA. Wenger lebt in seiner eigenen Welt. Wird Zeit, dass er dort endlich herauskommt.

Noch hat Wenger bis kommenden Mittwoch Zeit, die vielen Baustellen zu schließen. Und der eindeutig wichtigste Tag in dieser Periode ist schon morgen. Arsenal muss sich schlicht für die Champions League qualifizieren. Vielleicht noch nicht mal des Geldes wegen. Das hortet Wenger sowieso seit Jahren. Sondern vielmehr, um – wie es Wenger formulieren würde – weiterhin ein “big club” zu sein. Damit geht eine gute Ausgangslage für die letzte Woche der Transferperiode einher. Wengers Aufgabe ist es also Mittwoch eine schlagkräftige Truppe auf den Platz zu stellen. “We can only do it with the players we have”, sagte Wenger heute vor der Abfahrt nach Italien. Das sind derzeit nicht viele. Nasri bleibt in Manchester, Wilshere ist weiter verletzt, nach neustem Stand wohl noch bis Ende September. Rosicky, Traore und Djourou haben heute zumindest trainiert, werden aber wohl nicht starten. Koscielny leidet noch an seiner Rückenverletzung. Blickt man auf die bisherigen Saisonleistungen, dürften viele Arsenal-Fans morgen Abend vor 20:45 Uhr einige Schweißperlen auf der Stirn haben. Die größten Sorgen macht dabei ausgerechnet das sonst so starke Mittelfeld, dem bisher eigentlich alles fehlt. Kreativität, Spielfreude und vor allem Tempo, Zielstrebigkeit und Genauigkeit. Der Spielaufbau von Arsenal gleicht derzeit einer Zeitlupe der sonstigen Spielweise. Behäbig, einfach auszurechnen für den Gegner. Hinten sicher stehen – und Arsenal sind alle Zähne gezogen. Arshavin verliert und verdribbelt den Ball häufiger als dass ein Pass mal ankommt. Ramsey, Walcott und Frimpong sind bemüht. Mehr aber auch nicht. Die beiden Erstgenannten gehen dann im Kollektiv, das sich gegenseitig den Ball zuschiebt und nicht weiß, wohin mit der Kugel, unter. Frimpong paart das mit seiner Unerfahrenheit und fliegt mit Ansage vom Platz. Im Sturm rackert Van Persie, lässt sich aber gezwungenermaßen immer tief ins Mittelfeld zurückfallen um sich Bälle zu holen. Konsequenz: Die Flanken von Walcott oder Arshavin landen meist bei den Abwehrspielern des Gegners. Alternativen für Van Persie sind nicht zu sehen: Gervinho passt sich rasant der Spielweise von Arshavin an und verliert viel zu häufig den Ball. Chamakh und Bendtner sind praktisch nicht präsent auf dem Platz. Insbesondere bei Chamakh enttäuscht mich das. Er hatte vor der Saison gesagt, dass er es den Fan nochmal zeigen will und er noch nicht abgeschrieben werden will. Jeglichen Beweis blieb er bisher schuldig. Einzige positive Konstanten sind nun ausgerechnet die Defensivakteure. Wojciech Szczesny steht sicher im Tor, Thomas Vermaelen gibt der Innenverteidigung die nötige Sicherheit, Sagna und Jenkinson finden sich auf den Außenbahnen gut in die Defensivstruktur ein, haben aber noch Potential ihre Offensivaktionen zu verbessern.

Arsene Wenger hat ja nun schon mehrfach geäußert, dass er das Geld nicht zum Fenster rauswerfe. Und dann hat er letzte Woche einen kleinen, aber feinen Zusatz gemacht. Er bringe nur neue Spieler zum Verein, die der Mannschaft eine höhere Qualität geben als derzeit. Nimmt man die bisherigen Spiele als Maßstab, braucht Wenger sechs neue Spieler. Und gleichzeitig können zahlreiche Spieler gehen. Wenn es denn so einfach wäre. Gehen wir die Positionen kurz durch:

Torhüter:
Eigentlich brauchen wir noch einen Torwart, sollte sich Szczesny verletzen. Aber das muss keine Priorität haben derzeit.

Verteidigung:
Einen Innenverteidiger mit viel Erfahrung, optimalerweise kopfballstark, wäre perfekt. Vorschläge gibt es genug, momentan scheitert es wohl am Geld.

Mittelfeld:
Zwei neue Spieler würde ich gerne sehen. Einen für eher defensiven Aufgaben als Ergänzung zu Song und Wilshere. Dadurch könnte sich Ramsey auch wieder mehr in die Offensive einschalten. Das liegt ihm insgesamt sicherlich mehr. Und einen für die offensive Kreativität, ähnlich wie Nasri und mit der Torgefährlichkeit eines Fabregas. Eden Hazard wäre wohl der Top-Transfer. Aber der hat zwei Hürden: jede Menge Geldscheine und die bisherige Haltung vom OSC Lille, dass Hazard nicht verkauft werde.

Angriff:
Ich will gar nicht daran denken, sollte sich Van Persie verletzten. Aber momentan sollte es im Angriff keinen Handlungsbedarf geben.

Es bleibt also spannend. Wenger wird nicht vermeiden können, eine Menge Geld auszugeben. Aber Geld ist da. Hoffentlich jetzt auch noch die Zeit, damit es am Ende keine Panikkäufe werden. So oder so sind es Schicksalstage für den FC Arsenal. Keine leichte Phase. Aber Arsene Wenger ist ja immer optimistisch. Und was macht Arsenal mit Chamakh, Bendtner, Arshavin und Squillaci?

Und was nun, Herr Wenger? [Season 2011/2012, Episode 1]

Es ist aus Sicht eines Gunners-Fan schon nicht mal mehr tragisch, dass man nach jeder Saison und im Vorfeld einer neuen Spielzeit mit denselben Gedanken auseinandersetzen muss. Behalten wir unsere Topspieler, wer kann das Team verstärken, wann gibt Wenger endlich mal das ganze Geld aus? Und vielleicht viel wichtiger: Wann gewinnt der FC Arsenal endlich mal wieder einen Titel? Die letzten Wochen haben nicht unbedingt zur kollektiven Beruhigung beigetragen, dass es nächste Saison soweit sein könnte. Für Arsene Wenger ist noch ganz viel zu tun. Zentralste Aufgabe wird es auch werden das Team nach dem enttäuschenden letzten Saisondrittel wieder mental und psychologisch aufzubauen.

Im Mai 2010 schrieb ich in einem längeren Blogeintrag zur Situation beim FC Arsenal die folgenden Zeilen. Sie sind aktueller denn je. Kontinuität bei den Gunners. Nur ernüchternd aus Sicht vieler Fans:

“Wieder einmal zeigte man in den entscheidenen Spielen gegen die Big Four viele Schwächen, war nicht auf den Punkt genau fokussiert. Gleichzeitig muss man den Gunners aber zugute halten, dass sie besonders viele enge Spiele in den letzten Minuten erst gewonnen habe, das Team, was Mentalität, Moral und Geschlossenheit angeht, sehr positiv weiterentwickelt hat. Aber aus Sicht vieler Fans noch nicht weit genug. Umso erstaunlicher war das Ankündigen von Arsene Wenger Anfang diesen Monats, dass er plane, den Kader sukzessive zu verstärken um einen neuen Angriff auf die Meisterschaft zu starten. Einen Prozess, den Wenger die vergangenen Jahre nie begonnen hatte. Aber scheinbar hat auch der Franzose spätestens jetzt erkannt, dass Unerfahrenheit gepaart mit Verletzungen und Formschwäche einiger Spieler zu viele unbekannte Variablen über eine Saison hinweg sind.”

In Kurzform: Wieder kein Titel trotz großer Erwartungen. Insgesamt vielleicht weiterentwickelt. Jetzt drohen Abgänge, neue Spieler müssen her. Für die nächste Saison soll endlich ein Titel her. The same procedure as every year.

Aber der Reihe nach: In der letzten Saison gab es auch viele positive Aspekte und Erscheinungen. Man stand im Carling Cup-Finale, scheiterte im Achtelfinale der Champions League an einem übermächtigen Gegner. Man zeigte teilweise brilliante Leistungen gegen die Big Four, war auswärtsstärkste Mannschaft der Liga. Jack Wilshere spielte eine blendende Saison im defensiven Mittelfeld. Das ist die eine Seite. Die andere lautet: Unnötige Heimniederlagen gegen West Brom, Newcastle und Tottenham. Viele Führungen verspielt. Im Sturm nicht breit genug aufgestellt. Und defensiv zu viele Fehler gemacht. Es reicht zu einer sehr guten Mannschaft, zum Top-Team fehlt noch ein ganzes Stück. Wie jedes Jahr.

Und wie jeden Sommer hat Arsene Wenger von den Besitzern des Vereins und der Aktienholding ausreichend Geld zur Verfügung gestellt bekommen um neue Spieler zu kaufen. Um auslaufende Verträge zu verlängern. Um Stars längerfristig ans Team zu binden. Nur scheint Geld dafür nicht mehr die entscheidene Komponente zu sein, sondern Titelgewinne. Im Vergleich zu vielen anderen Top-Teams in Europa hat Arsenal zwar eine Menge Geld, aber keine Titel in den letzten Jahren vorzuweisen. Make your math, Mister Wenger!

Bisher nur Abgänge: Arsenal auf dem Transfermarkt
Noch hat Wenger kein Vollzug bei neuen Spielern gemeldet. Das Team geht nächste Woche auf Asienreise, also fraglich, ob dann Wenger viel Zeit hat kostenintensive Spielerwechsel einzufädeln. Linksverteidiger Gael Clichy hat die Gunners in Richtung Manchester City verlassen. Nachwuchshoffnung Mark Randall wurde zu Viertligist Chesterfield ausgeliehen. Es ist also bisher erstaunlich ruhig in der Geldbörse vom FC Arsenal gewesen. Das macht viele Arsenal-Fans nervös. Und es heißt viel, wenn man schon Anfang Juli während der Sommerpause tagsüber beim Kauen der Fingernägel erwischt wird, wenn man sieht, dass eines der vielen Gerüchte bezüglich neuer Spieler für Arsenal nicht eingetreten ist. Da ist es nicht mal mehr beruhigend, dass junge Spieler wie Carlos Vela (war ausgeliehen an West Bromwich Albion), Henri Lansbury (Leihe an Norwich City) und Jay Emmanuel-Thomas (Ausleihe an Cardiff City) wahrscheinlich wieder ins Emirates zurückkehren. Das mag Arsenals Zukunft sein. Für die Gegenwart Titel zu gewinnen sind sie alle noch nicht gut genug.

Wie weiter ohne Fabregas und Nasri?
Auch so ein Kassenschlager in jedem Sommer eines Arsenal-Fans: Wenger steht vielleicht vor seiner wichtigsten Saison bei den Gunners. Der Franzose steht vor einer großen Herausforderung. Fraglich, wie langer Wenger mit seinem dauerhaften Optimismus die Fans und das Umfeld noch ruhig halten kann. Erstes großes Ziel wird die Qualifikation für die Champions League im August sein. Man mag sich gar nicht vorstellen, was passieren würde, sollte Arsenal doch Europa League spielen müssen. Und dass man überhaupt in solche Situation hineingerutscht ist, hat sich das Team durch die schwachen Leistungen am Saisonende selbst ermöglicht. Da wird sich Wenger noch so anstrengen können: Mittlerweile scheint es ziemlich sicher, dass Fabregas London in Richtung Barcelona verlassen wird und Nasri bei Manchester City unterschreibt. Das berichten heute übereinstimmend der Independent und die Daily Mail. Arsenal scheint bereit Fabregas für 35-40 Millionen Pfund zum FC Barcelona abzugeben, während Nasri, der noch ein Jahr Vertrag hat, für rund 23 Millionen Pfund nach Eastlands wechselt. Letzte finanzielle Details sind zu klären. Aber als Arsenal-Fan scheint es nicht verkehrt sich langsam damit anzufreunden, Nasri und Fabregas nächste Saison nicht mehr im Trikot der Gunners zu sehen. Und das ist auch Wenges Philosophie: Er versucht alles die Stars zu behalten. Aber wenn er sieht, dass er sie nicht halten werden kann, lässt er sie gehen. Das trifft in erster Linie auf Fabregas zu, der zu seiner großen Liebe Barcelona zurück will.
Ein möglicher Wechsel von Samir Nasri hätte noch eine andere Komponente, die von Wenger-Kritikern immer wieder hervorgebracht wird. Wenger will es verhindern, dass die Gehälter bei Arsenal in schwindelerregende Höhen schießen. Finanzielle Kosolidierung first. Das verhindert zum Beispiel auch eine Vertragsverlängerung von Nasri. Eigentlich darf man Nasri in der derzeitigen Form nicht abgeben und ihm lieber einen neuen hochdotierten Vertrag geben. So würden es wohl auch Man Utd, Chelsea und Man City machen. Aber leider eben nicht Arsenal. Da werden die möglichen 40 Millionen Pfund aus dem Fabregas-Transfer lieber als Reserve aufs Konto gelegt. Wenger könnte bald auch EU-Sparbeauftragter für Griechenland werden. Arsenal hätte ja das Geld für Vertragsverlängerungen und neue Transfers. Wenger will es einfach nicht zum Fenster rausschmeißen. Der Franzose spricht weiterhin von punktuellen Verstärkungen. Sollten Fabregas und Nasri gehen, bräuchte es aber mehr. Da würde eine erfolgreiche Mittelfeldachse wegbrechen. Berücksichtigt man darüberhinaus noch, dass beide offensiv wichtige Tore schießen können und ihr Team durch schwierige Phasen führen können, ist es fast schon besser, Nasri noch eine Saison in London spielen zu lassen und ihn dann ablösefrei ziehen zu lassen.

Punktuelle Verstärkungen reichen nicht: das Problem Innenverteidigung
Offensiv mag der FC Arsenal ganz gut besetzt zu sein. Defensiv hat die letzte Saison wieder eindrucksvoll offenbart, dass die Qualität für Titel nicht reicht. Mit Sagna auf rechts und Gibbs auf links ist man ja nicht schlecht aufgestellt. Ich denke, dass Wenger sich auch noch Ersatz für Clichy holt. Sorgenkind ist und bleibt die Innenverteidigung. Größtes Fragezeichen steht ausgerechnet hinter Thomas Vermaelen. Der Belgier hat fast die komplette letzte Saison verletzt gefehlt. Sollte er fit bleiben und an seine Form aus 2009/2010 anknüpfen, ist eine Baustelle fast geschlossen. Koscielny und Djourou spielten ordentlich und können sich vielleicht nochmal steigern. Trotzdem sind drei sehr gute Innenverteidiger eigentlich zu wenig. Song zurückziehen ist die völlig falsche Option, Sebastien Squillaci zeigte zuletzt große Schwächen und verlor bei Arsenal-Fans ganz viel Kredit. Aufgabe für Wenger: den Transfer eines erfahrenen Innenverteidigers möglich machen. Phil Jones wäre ein möglicher Kandidat gewesen. Doch der Ex-Rovers zog Manchester United vor. Zu teuer für Wenger. Phil Jagielka vom FC Everton wird immer mal wieder gehandelt. Die Liste lässt sich fortsetzen: Gary Cahill von den Bolton Wanderers, Mamahdou Sakho (Paris St. Germain), Jan Vertoghen (Ajax Amsterdam), Christopher Samba (Blackburn Rovers), oder Kyle Bartley (Celtic Glasgow). Alles Namen, die immer mal wieder genannt werden. Spieler, die Wenger teilweise seit Jahren auf dem Zettel hat. Bloß hat noch keiner den Rasen des Emirates Stadium als Arsenal-Spieler betreten. Das ist die Ernüchterung, mit der Arsenal-Fans immer wieder konfrontiert werden.

Problemfälle im Kader: Bendtner, Arshavin, Almunia, Chamakh, Denilson
Bei all dem ganzen Theater nach Neuverpflichtungen darf nicht übersehen werden, dass Arsenal noch eine Menge Altlasten mit sich schleppt, Spieler, welche die hohen Erwartungen nicht mehr erfüllen können, keine Lust mehr haben oder noch darauf hoffen, eine zweite Chance zu bekommen. Zumindest zwei Namen können wir vielleicht demnächst aus der Liste streichen. Die BBC meldete heute Nachmittag, dass Arsenal nicht länger mit Almunia und Bendtner plane. Für Denilson sollen einige Interessenten, unter anderem auch Bayern München, vor der Tür stehen. Fragt sich, wie die Zukunft von Andrej Arshavin aussieht. Potential beim Russen ist definitiv da, nur zeigen konnte er es letzte Saison nur selten, fiel stattdessen durch Unlust und Teilnahmelosigkeit auf. Bekommt Arshavin noch eine Chance? Angeblich stand ein Wechsel zu seinem ehemaligen Verein Zenit St. Petersburg kurz bevor. Aber Sie wissen ja, wie das ist mit Gerüchten und Arsenal in diesen Tagen. Sie werden selten wahr. Auf einen Arshavin in der Form der Vorsaison lässt sich definitiv verzichten. Auch noch nicht final ist die Zukunft von Marouane Chamakh geklärt. Paris St. Germain hat zwar ein Angebot für den Stürmer abgegeben, Chamakh möchte aber gerne in London bleiben und sich nochmal beweisen. Dann müssen deutlich mehr als sieben Tore wie in der Vorsaison kommen.

Wer könnte noch kommen? – ein wenig Spekulation und Hoffnung?
Klar ist, dass Arsenal sich noch verstärken muss. Bisher ist ja überhaupt kein prominenter Neuzugang verkündet. Anfang der Woche könnte endlich Vollzug gemeldet werden. Der Wechsel von Gervinho soll in trockenen Tüchern sein. Mittwoch war er bereits zum Medizincheck in London, am Montag soll er offiziell vorgestellt werden. Knapp 11 Millionen Pfund soll Arsenal bezahlt haben, Gervinho bekommt einen 4-Jahres-Vertrag. Ich begrüße den Transfer, habe zwar letzte Saison nur wenig von Gervinho gesehen. Aber von der Spielweise sollte er hervorragend zu van Persie in den Sturm passen. Bleibt zu hoffen, dass die Verpflichtung von Gervinho der Startschuss für weitere Transfers ist. Was gibt es noch zu tun? Szczesny braucht sicherlich noch einen erfahrenen Rückhalt, einen Torhüter, der den Polen noch fördern und etwas beibringen kann. Es wird ein Linksverteidiger und ein Kämpfer im Mittelfeld benötigt – zumal Alex Song im Winter beim Afrika-Cup verweilen wird. Je nach Verbleib von Nasri ein kreativer Kopf mit Spielmacherqualitäten. Die Liste an Innenverteidigern ist, wie weiter oben gelesen, ja lang. Da sollte sich jemand die nächsten Wochen finden. Wäre Per Mertesacker nicht verletzt, könnte man den Bremer auch auf diese Liste setzen. Yoann Gourcuff von Olympique Lyon, Leighton Baines vom FC Everton für die linke Seite, Juan Mata vom FC Valencia. Ich will die Liste der Namen nicht länger machen. Und sogar mit Karim Benzema könnte ich mittlerweile leben.

Fest steht vor allem, dass sich endlich was tun muss. Gervinho war hoffentlich nur der Anfang. Die Floskel Arsene knows ist langsam ausgereizt. Geld ist da. Geld wird kommen. Gute Spieler sind auf dem Markt. Jetzt ist es an der Zeit für Wenger über seinen Schatten zu springen: Time to deliver, Mister Wenger.

Und wieder eine Saison ohne Titel für den FC Arsenal

Bevor wir loslegen, zu Beginn ein paar Zitate von Arsenal-Trainer Wenger:

“I believe we have done quite well. But my concern is that the policy we have chosen delivers trophies. In the last four, five years we have gone for a young team, to bring them up, while we built the new stadium and I believe we have managed quite well to stay in the top four. But we need to deliver trophies now.”
The Guardian: Arsenal Saisonvorschau, 15.08.2010

“We want to focus on the quality of our performances, and the rest will be the consequences of those performances. The major trophies are the Champions League and the Premiership, but if we can win the League Cup as well, we will take it. We want to win trophies and be at the top, but you can only do as well as you can. At the moment, we are at the end of November and are in quiet a good position in all of the competitions.”
The Daily Telegraph, 30.11.2010

“But because people are so much after us about trophies, we want to win one. There is a weight on the team. We have to deliver trophies. Winning the Carling Cup will mean we don’t have to answer that question any more about whether we can win trophies.”
The Daily Telegraph, 25.02.2011

“We have a good chance to do it this year. We want to win the trophy because we are all conscious we have won nothing yet. The hunger, the talent and I think the nerves are there.”
Football Discussion, 21.03.2011

Noch vor knapp zwei Wochen hat Arsene Wenger also gesagt, dass sein Team Titel gewinnen will. Den Hunger, das Talent und die Nerven werde sein Team dafür haben. Knapp 24 Stunden nach dem trostlosen 0:0 gegen die Blackburn Rovers dürften die Gunners auch ihre letzte Titelchance verspielt haben. Während Manchester United nach einem 0:2-Halbzeitrückstand noch zu einem 4:2 bei West Ham United kam, schaffte es Arsenal über 90 Minuten nicht die Rovers längerfristig unter Druck zu setzen. Und die zwei, drei sehr guten Chancen haben die Gunners dann nicht genutzt. Sieben Spieltage vor Schluss beträgt der Rückstand auf die Red Devils bei einem Spiel weniger sieben Punkte. Arsenal hat Man Utd am 1. Mai zwar noch zu Gast im Emirates, man könnte den Rückstand also ein wenig verkürzen. Gleiches gilt für das Nachholspiel am 20. April gegen Tottenham. Das wäre der Optimalfall, damit zu rechnen sollte man nicht. Und selbst dann würde man immer noch hinter Man Utd herlaufen. Und so problematisch die Defensivprobleme vom Team von Sir Alex sein mögen – Rio Ferdinand ist immerhin schon wieder im Training – scheint es so zu sein, als würde Man Utd stets einen Ausweg aus einer misslichen Lage finden. Arsenal schafft dies nicht.

Und so steht der Klub aus dem Nordosten Londons Anfang April da, wo er zu dieser Jahreszeit eigentlich immer befindet. Man hat in allen Wettbewerben gut mitgehalten, flog in der Champions League gegen das weltbeste Team raus und musste gleich drei Tage später im FA-Cup zu Man Utd. Das ist dann auch ein wenig Pech. Im Carling Cup spielte man sich bis ins Final, um dann, als es wirklich drauf ankam, nicht die Nerven für den besonderen Moment zu haben. Da war das Team selber schuld. Und in der Premier League war man lange der einzige Verfolger von Manchester United. Aber seit der Niederlage im Finale des Ligapokals kommt Arsenal nicht mehr in Tritt. Und so hat man in den letzten Wochen immer mehr an Boden verloren. Zuletzt gab es in der Liga drei Remis in Serie, gegen Sunderland, West Bromwich und Blackburn. Und mit solchen Resultaten gewinnst du dann keinen Blumentopf.

Woran liegt es? Ganz aktuell sind erstmal zwei Punkte zu nennen. Zum einen die Verletztenliste. Szczesny, Fabregas, Walcott, van Persie, Song, Diaby, Djourou waren die letzten Wochen alle verletzt beziehungsweise fehlen teilweise immer noch. Und der Kader von Arsenal hat nicht die Tiefe dies zu kompensieren. Es ist aber auch eine Ausnahmesituation. Und zum anderen ist ganz offensichtlich, dass die Niederlagen gegen Birmingham im Carling Cup und das Aus gegen den FC Barcelona die Spieler mental ein wenig zurückgeworfen haben. Das Selbstvertrauen fehlt. Die Überzeugung ist nicht präsent.

Und dann gibt es noch einen längerfristigen Grund, der sich gestern gegen Blackburn mal wieder offenbart hat. Wenn Arsenal Platz und Zeit zum Kombinationsspiel hat, spielen sie mit den schönsten Fußball der Welt. Wenn sich Teams hinten rein stellen und die Räume eng machen, hakt das System der Gunners. Wie heißt es immer so schön: Sie können nicht anders spielen. Für einen Titel müssten sie es aber eigentlich. Denn insbesondere im letzten Saisondrittel wird diese Diskrepanz zum Nachteil. Gegen Teams aus der unteren Tabellenhälfte kann man nicht erwarten, dass sie gegen Arsenal auf Sieg spielen, die nehmen lieber einen Zähler mit. Und das zeigt sich noch viel entscheidener in den letzten Saisonspielen, wenn es um alles für diese Mannschaften geht. Und Arsenal kommt damit nicht zurecht. Letztes Jahr hat man die Ohren von Wigan lang gezogen bekommen, jetzt haben Sunderland und Blackburn gezeigt, wie man einen Punkt aus dem Emirates mitnimmt.

Und was heißt das für Arsene Wenger? Er muss jetzt nicht zurücktreten, wie einige planlose Fans jetzt schon wieder fordern. Aufgabe für Wenger im Sommer muss es sein, in neue Spieler zu investieren. In noch mehr Erfahrung, in mehr Durchschlagskraft im Mittelfeld, in mehr Stabilität in der Defensive. Und viel wichtiger: Er muss das Spielsystem modifizieren, es flexibler machen, auf Mannschaften wie Blackburn oder West Bromwich Albion abstimmen. Das ist die To-Do-Liste für den Sommer. Für den Rest der Saison heißt es: Platz 2 sichern. Das ein wenig erschütterte Vertrauen der Fans wieder zurückgewinnen. Und dann nächstes Jahr ein neuer Versuch wie immer. Dabei darf aber eben nicht übersehen, dass sich Arsenal von Saison zu Saison steigert. Irgendwann kommt dann schon die Trophäe.

Zitat des Tages: Samstag 27. März 2010 – Leave me alone with that, for fuck’s sake

Pressekonferenz von Arsene Wenger nach dem 1:1 in Birmingham. Für die Gunners ein Rückschlag im Titelrennen. Zu allem Überfluss hat sich Cesc Fabregas nach einem erneut sehr hartem Foul verletzt. Einsatz in der Champions League ist fraglich. Es kommt die provokante Frage eines Journalisten, ob er mehr als dieses eine schlimme Tackle während des Spiels gesehen habe. Wenger außer sich wegen der Frage:

“How is Fabregas? I don’t know. We will have to assess him tomorrow. But it was a bad tackle, one more. He got tackled at the knee, kicked just under the knee. We tried to take him off but he said he was all right. Am I suggesting there were a lot of bad tackles? Leave me alone with that, for fuck’s sake. You are always looking for controversy, you do not need me to tell you what happened on the pitch. I can give you my opinion about our game but you always create this controversy.”

Eine weitere Runde in der Kontroverse zwischen Wenger und einigen Journalisten. Auch der Titelkampf in der Premier League ist nichts für schwache Nerven.

[via ESPN Soccernet]