Um nicht gleich wieder in Jubelstürme auszubrechen, kurz ein Gedanken, den ich einfach mal loswerden musste. Man kann zum Hype und der Bewunderung für Barack Obama und die Person und den Charakter des US-Präsidenten gewiss unterschiedlicher Ansicht sein. Dennoch finde ich es wunderbar, wie Barack Obama trotz aller Schwierigkeiten – eine skeptische öffentliche Meinung, Widerstand auch in den eigenen politischen Reihen und bei vielen instrumentalisierten Medien – weiter um seine Gesundheitsreform kämpft. Erst das wochenlange Werben im Kongress, Reisen durchs Land um mit den Bürgern über die Reform zu sprechen, Auftritt in den großen und beliebten Talkshows, dann die Zustimmung des Repräsentantenhauses und nun kann der Entwurf dank der Zustimmung vom Wochenende im Senat beraten werden.
Und das immerhin 10 Monate nach seinem Amtsantritt. Natürlich mögen jetzt viele einwenden, dass das ein langer, zäher Prozess ist und Obamas Reform erheblich abgeschwächt wird, vielleicht sogar noch scheitern kann. Aber es ist ein vorbildhaftes Verhalten für seine politischen Positionen einzustehen und diese auch gegen Widerstände zu verteidigen. Und zur Not eben einen Kompromiss finden. Wie in einer Demokratie üblich und häufig auch notwendig. Und das ist im politischen System und der Medienmacht gewiss sehr viel schwieriger als bei uns.
Dafür bewundere ich Barack Obama. Ein Vorbild, nicht nur in dieser Hinsicht.
“Well, this is not how I expected to wake up this morning. After I received the news, Malia walked in and said, ‘Daddy, you won the Nobel Peace Prize, and it is Bo’s birthday.’ And then Sasha added, ‘Plus, we have a three-day weekend coming up.’ So it’s good to have kids to keep things in perspective.”
Barack Obama zur Verleihung des Friedensnobelpreises.
„Erstmals in der Geschichte werden die Besuchsprotokolle des Weißen Hauses für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Wir werden unser Ziel erreichen, diese Regierung zu der offensten und transparentesten in der Geschichte zu machen. Die Amerikaner haben ein Recht zu wissen, welche Stimmen im politischen Entscheidungsprozess gehört werden.”
Barack Obama gab gestern bekannt, dass die Namen der Besucher des Weißen Hauses spätestens zum Ende des Jahres im Internet veröffentlicht werden.
“Am heutigen Mittwochabend will er in einer Live-Pressekonferenz im Weißen Haus vor einem Millionenpublikum Fragen zur Gesundheitspolitik beantworten. Am Donnerstag bricht der Präsident nach Ohio auf, um bei einer Bürgersprechstunde seine Initiative zu erläutern.”
Mit herzlichen Grüßen an Ulla Schmidt und ihren Gesundheitsfonds.
Nebenbei bemerkt: Für solche Artikel, gerade zur USA-Politik, lese ich immer wieder sehr gerne Spiegel Online. Hebt sich dann doch positiv zum Einheitsbrei der anderen Online-Medien ab.
“Ich hoffe, es gelingt der Kanzlerin, nicht nur die atmosphärischen, sondern auch die grundsätzlichen Verstimmungen zwischen der neuen US-Regierung und der Bundesregierung zu beseitigen [...] Sein Vorschlag einer Welt ohne Atomwaffen ist historisch. Eine Bundesregierung, an der die FDP beteiligt ist, wird wieder mit eigenen Abrüstungsinitiativen aktiv werden und den amerikanischen Präsidenten dabei unterstützen.”
Guido Westerwelle vor der Reise von Angela Merkel in die USA
Ganz interessant: Westerwelle definiert die schwachen Beziehungen zwischen Deutschland und den USA angeblich daran, dass Merkel noch nicht zu Besuch bei Obama in Washington war. Brown oder Berlusconi aber schon.
Bleibt aus deutscher Sicht zu hoffen, dass Westerwelle Obama so schnell nicht treffen wird.
US-Präsident Barack Obama war heute mal wieder im Internet. Er hat ein Online Town Hall Meeting abgehalten. Unter dem Motto The White House is Open For Questions konnten die Bürger Fragen an Barack Obama zum Thema Wirtschatskrise mit all ihren Folgen und Herausforderungen stellen. Hintergründe zu dem Verfahren gibt das Deadline USA Blog des Guardian in diesen beidenBeiträgen. Über 100.000 Fragen wurden eingesendet, die Besucher der Website des Weißen Hauses konnten dann abstimmen, welche Fragen gestellt wurden. Die beliebtesten wurden dann heute entweder per Videobotschaft oder durch einen Mitarbeiter von Obama verlesen, Obama beantwortete diese und hat die Zuhörer in dem Raum immer wieder mit eingebunden. Obama war im Internet mal wieder präsent.
Ich war vergangenen Donnerstag auf Einladung der Friedrich-Naumann-Stiftung und der Rudolf von Bennigsen Stiftung in Hannover auf einer Diskussion zu den Möglichkeiten der neuen Medien im politischen Meinungs-und Wahlkampf. Auch dort spitzte sich die Diskussion sehr schnell wieder auf die These zu, dass eine Online-Kampagne, wie Barack Obama sie vermittelt hat, es in Deutschland nicht geben kann und geben wird. Gleichzeitig sei das Internet für einen Großteil der Bevölkerung noch nicht politisches Informationsmedium und die entscheidenen Teile der politischen Elite im Netz noch gar nicht vertreten sind.
Auch ich bin der Meinung, dass es von der Qualität nie so einen Online-Wahlkampf von Obama auch in Deutschland geben wird. Dafür sind die institutionellen Gegebenheiten, sprich Parteiensystem, Medienmarkt und auch Aspekte wie Spendensammeln oder Offenlegung der Wählerlisten, einfach zu unterschiedlich. Aber dennoch bin ich der Ansicht, dass wesentliche Merkmale des Obama-Wahlkampfs und auch seiner Online-Aktivitäten nach der Wahl hier in Deutschland durchaus anwendbar sind. Doch das braucht natürlich die Bereitschaft der Politiker. Man muss es aber auch endlich mal versuchen!
Wieso kann ich eigentlich nicht meine Fragen an Angela Merkel schicken und die hält dann alle zwei Wochen so ein Online Town Hall Meeting, wo sie zu aktuellen politischen Themen Stellung nimmt. Dafür braucht es keinen Obama oder so, sondern nur den Mut und die Bereitschaft der Politiker. Ich hätte viele Fragen an Angela Merkel. Sicherlich andere Leute auch. Natürlich ist es wünschenswert, dass viele Politiker sich bei twitter anmelden, auf Facebook vertreten sind, nur was bringt es, wenn ein Großteil der wichtigen Politiker sich weiterhin dem Internet völlig fernhält. Wenn man ins Netz auch die prominenten Gesichter schickt, könnte man vielleicht viel schneller und häufiger auch prinzipiell von vorne herein nicht so interessierte Leute gewinnen.
Angela Merkel hält eine wöchentliche Videobotschaft, die durchaus einige inhaltliche Schwerpunkte beinhaltet, aber ungefähr so spannend wie das Schmieren eines Käsebrotes ist. Das Geld kann man sich dafür wirklich sparen! Von den rein institutionellen Rahmenbedingungen wird es eine Kampagne, wie Obama sie gefährt hat, nicht geben. Das leuchtet mir ein, dennoch muss man konstatieren, dass das Internet auch von Seiten der Bundesregierung im direkten Dialog mit der Bevälkerung überhaupt nicht genutzt wird. Dabei geht es auch gar nicht um Wahlkampf. Barack Obama hat heute gefühlte 100 Mal das Wörtchen “why” benutzt, er hat versucht den Leuten vor Ort und im Netz seine Politik zu vemitteln, seine Maßnahmen zu erklären. Da muss Angela Merkel schon zu Anne Will eingeladen werden, dass überhaupt mal jemand aus der Bundesregierung Überlegungen und Hintergründe erklärt. Ich hoffe ja sehr, dass zumindest die SPD das Potential solcher Live-Diskussionsrunden im Internet erkennt und als Vorbild voranschreitet.
Wie gesagt, für direkten Dialog mit Bürgern, für das Vermitteln und Erklären von Politik bedarf es keinem politischen System wie in den USA – und auch keinen Obama. Das liegt einzig und allein an den Politikern in unserem Land. Torsten Schäfer-Gümbel hat das in seinem Wahlkampf in Hessen ja durchaus erfolgreich vorgemacht mit den Video-Chats. Natürlich fehlten ihm da finanzielle Ressourcen, damit das wirklich professionell geschah. Aber die hat die Bundesregierung. Warum nimmt man sich in der Regierung nicht mal als Ziel auch so ein Online Town Hall Meeting einzuführen? Es muss ja nicht immer die Bundeskanzlerin sein, sondern vielleicht auch mal die Familienministerin oder der Finanzminister. Das Internet scheint für viele gerade ein kleiner Hype im Wahlkampf zu sein. Leider wird dabei überhaupt nicht beachtet, wie auch das politische Alltagsgeschäft die Potentiale des Internet nutzen kann.
Barack Obama war heute wieder im Internet. Er war greifbar, er hat mich angesprochen, er hat mir etwas erklärt, er hat sich Zeit für meine Anliegen genommen. Und genau das wünsche ich mir auch endlich mal von der deutschen Politik. CNN kommentiert das Town Hall Meeting von Obama. Wie das ganze abgelaufen ist, kann man sich beispielhaft schon mal hier anschauen. Alle Videos sollen im Laufe der nächsten Stunden auch auf dem Youtube-Kanal des Weißen Hauses hochgeladen werden.
Eine ganz besondere Frage wurde auch gestellt, nämlich ob die Legalisierung von Mariuhana-Besitz die Wirtschafts-und Finanzkrise lösen würde. Die Frage wurde als überaus beliebt eingestuft. Obama nahm es gelassen, macht einen Scherz und sagte: “Nein, das wäre zu einfach.” “I don’t know what that says about our online audience.” Und weiter ging es mit der nächsten Frage. In Deutschland hätte sich wahrscheinlich jeder Politiker geweigert überhaupt dazu Stellung zu nehmen.
“I think I screwed up. And I take responsibility for it and we’re going to make sure we fix it so it doesn’t happen again.”
Barack Obama entschuldigt sich in einem CNN-Interview für die Fehler bei der Kabinettsbildung, nachdem unter anderem der Kandidat für das Gesundheitsressort, Tom Daschle, wegen nicht gezahlter Steuern zurücktrat.
Ein öffentliches Eingeständnis eines Fehlers, das Entschuldigen bei den Bürgern für eine falsche Entscheidung. Auch das zeigt, wie großartig Barack Obama ist. Ich sage es immer wieder gerne: Honesty is the best policy.
Barack Obama sagte heute Morgen auf einem Treffen mit seinen wichtigsten Wirtschaftsberatern der wartenden Presse:
“Can I make a comment unrelated to the economy? My children’s school was canceled today, because of what? Some ice. As my children pointed out, in Chicago school is never canceled. When it comes to the weather, folks in Washington don’t seem to be able to handle things.”
Ja, hat schon seine Vorteile, wenn man zuhause arbeiten kann…
[18h50] So, es geht jetzt weiter mit einem Essen im Kapitol und der Verabschiedung von George W. Bush. Ab 20:30 Uhr gibt es dann die Parade auf der Pennsylvania Avenue. Ich mach jetzt hier Schluss. Genießt noch die schönen Bilder aus Washington. Einen schönen Abend aus Bremen.
[18h43] Jetzt kommt journalistisch der interessanteste Teil. ZDF schaltet gleich zum Moderator, Sky News begibt sich in die Menschen und fragt nach. Jeder darf sich vorstellen, wie er heißt und wo er herkommt und dann erzählen ganz einfache Leute ihre Eindrücke. Unaufgeregt und angenehm zuzuhören.
Und zwei Karmapunkt für Tom Buhrow und Hanni Hüsch für ihre Headsets. Und dann gleich wieder der Punktverlust. Wen interessiert, dass George Bush morgen früh Kaffee kocht? Oder war bisher unklar, dass er das auch kann?
[18h38] Zum Schluss gibt es die Nationalhymne.
[18h33] Ob sich die Menschen da in der Kälte vielleicht mehr von der Rede erwartet haben? Es war eine gute Rede, aber ohne die großen rhetorischen Glanzlichter, ohne das absolute Highlight, an das man sich vielleicht erinnern kann. Aber Obama macht auch keinen Wahlkampf mehr, sondern ist Präsident.
“The World has changed, and we must change with it.” Auch Barack Obama hat sich verändert.
Inhaltlich: Auf die Grundwerte und die historischen Erfahrungen beruht. Aus den Fehlern der Vergangenheit lernen, die Verbindung zwischen Politik und Volk wieder lebhafter machen. Für Frieden auf der Welt sorgen, aber zusammen und wohl überlegt. Und Terroristen bekämpfen, die Amerika schaden wollen. Die Herausforderungen seien real, aber Amerika habe die Kraft diese Krise zu meistern und zu lösen. Wir haben die Hoffnung gewählt, nicht die Angst und Furcht. Das war ein Satz, der mir in Erinnerung bleibt.
[18h08] Barack Obama tritt ans Pult für seine Antrittsrede [frei vom Mithören übersetzt]
Es sei dankbar für das große Vertrauen. Er danke George W. Bush für seine Arbeit für die Nation, insbesondere für die Transition Phase. Wir sind mitten in einer großen Krise, wir sind im Krieg gegen ein weit entferntes Netzwerk, unsere Wirtschaft liegt am Boden, Häuser wurden verloren, Gesundheit kostet zu viel. Ich stehe hier mit großer Demut vor den Aufgaben, die vor uns liegen.
Es wird nicht schnell gehen, aber wir werden es schaffen. Wir haben Hoffnung gegenüber Furcht ausgesucht. Wir haven viele Herausforderungen, aber wir werden sie lösen. Alle sind frei, alle sind gleich, alle haben das Recht nach Glück. Es ist Zeit unseren dauerhaften Glauben zu bestätigen.
Wir bleiben die mächtigste Nation auf dieser Welt. Wir müssen aufstehen und die Arbeit beginnen um Amerika zu erneuern. Überall ist Arbeit zu erledigen. Wir wollen nicht nur neue Jobs, wir wollen auch neuen Wohlstand und Wachstum für unsere Wirtschaft. Wir müssen neue Rahmenbedingugen schaffen. Und natürlich gibt es Leute, die den Umfang unserer Maßnahmen hinterfragen. Diejenigen, die öffentliches Geld ausgegeben haben, müssen wieder glaubwürdig handeln.
Unsere Gründungsvater haben Ideale geschaffen, das Wirken von Recht und das Recht aller Menschen. Ich lehne die Idee ab auszusuchen zwischen Sicherheit und Idealismus. Jeder, der weltweit nach Frieden sucht, ist ein Freund von Amerika. Wir sind bereit noch einmal mit gutem Beispiel vorne weg zu marschieren. Wir geben den Irak an die Menschen zurück und arbeiten eng zusammen um atomare Waffen zu verhindern. Wir werden die Terroristen besiegen, die vorhaben uns zu schaden und zu zerstören.
Wir suchen einen neuen Weg vorwärts mit der muslimischen Welt, der auf Respekt und Anerkennung basiert. Wir müssen mit Demut an all die denken, die für unser Land im Ausland dienen. So viel wie Politik auch machen kann, es ist das Vertrauen und der Glaube der Bürger, der Regierung und Politik lebendig macht. Das ist die Quelle von Vertrauen, das Wissen, dass Gott usn ruft um in eine unsichere Zukunft zu begleiten.
“Let it be told to the future world…that in the depth of winter, when nothing but hope and virtue could survive…that the city and the country, alarmed at one common danger, came forth to meet.”
[18h06] John G. Roberts vereidigt Barack Obama zum 44. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika. Und Obama war nervös. Aber das macht nichts. Wer will es ihm nicht zugestehen? Und es folgen 21 Salutschüsse. Welcome Mr. President
[18h00] Nochmal Musik, eigens komponiert von John Williams für diesen Tag. Gabriela Montero ist unter anderem dabei, den Rest kenne ich nicht. Man ist ein bisschen im Zeitverzug. Bush darf noch ein paar Minuten länger Präsident bleiben.
[17h57] John Paul Stevens, Richter am Supreme Court, vereidigt nun Joe Biden.
[17h54] Nachdem Rick Warren das Gebet gesprochen hat, singt nun Aretha Franklin.
[17h51] Millionen Menschen sind in sich gekehrt und beten für Barack Obama, für Joe Biden, das Kabinett und für sich selber. Emotionale Eindrücke.
[17h45] So, jetzt sind endlich alle da. “Obama”-Rufe der Menge. Kann man relaxter diese Treppe darunter gehen, als es eben Barack Obama getan hat? Zunächst leistet Joe Biden den Eid.
[17h40] Ein Meer aus weiß, rot und blau. Jetzt tritt Barack Obama gleich nach draußen.
[17h38] George W. Bush wirkt ausgesprochen entspannt, lacht und scherzt. Tja, wenn man sich jetzt nicht mehr um die ganze Scheiße kümmern muss, die man angerichtet hat, geht es einem gleich viel besser.
[17h35] In den Menschenmassen sollen Gesänge wie “Na Na Hey Hey Goodbye” angestimmt worden sein, als Bush zusammen mit Cheney aus dem Kapitol kommt. Und jetzt kommt Joe Biden, der gleich dann vereidigt wird.
[17h32] Buh-Rufe für George W. Bush, als er auf den Leinwänden zu sehen ist. Erstmal kommen Frau Obama und Frau Biden.
[17h29] Amerika scheint im Moment ein ziemlich zufriedenes Land zu sein. Lächeln, wohin man sieht. Gleich kommt George W. Bush.
[17h23] Und am Weißen Haus werden Umzugskartons in LKW eingepackt. Und die Musikkapelle spielt immer noch, aber keiner scheint ihr zuzuhören.
[17h21] Und welcher Modeberater hat den Schal von George Bush Senior ausgesucht? Jetzt schütteln die Clintons die Hände. Jeder bekommt seinen Applaus, seine Ehre für ehemalige politische Arbeit.
[17h19] Jimmy Carter kommt auf die Bühne vor dem Kapitol. Das erinnert mich wieder an mein Referat damals in den USA, das ich über die Regierungszeit von Carter gehalten habe. Ein Mann mit großen Plänen gewesen, aber eher wenig erreicht. In seiner Zeit nach der Präsidentschaft erfolgreicher.
[17h16] Das Ehepaar Clinton im Kapitol, draußen brandet großer Applaus bei den Menschen auf. Und es ist noch nicht Obama gewesen.
[17h06] Ein paar Minuten bei ARD und ZDF reingeschaut. Immerhin hat die ARD mit Tom Buhrow einen ausgewiesenen USA-Experten an seiner Seite. Buhrow mit interessanten Worten über Washington, seine Einwohner und das Lebensgefühl. Auch die ARD zeigt die Bilder in Großaufnahme, kein Bilder der Studios und Moderatoren. Beim ZDF werden die schönen Bilder überquatscht.
Ich weiß nicht, aber ich fühle mich bei CNN und Sky besser unterhalten.
Mittlerweile sind Bush und Obama im Kapitol angekommen.
[16h57] In Amerika wird auch nichts dem Zufall überlassen. Die Autoleuchten blinken sogar blau und rot. Einfach schöne Bilder. Sky News berichtet von zwei Millionen Gästen.
[16h56] Die Leute jubeln den Autos zu. Ich freue mich schon jetzt auf die Bildergalerien beim Boston Globe.
[16h52] Großartiges Bild. Luxuslimousinen, und dazwischen ein weißer, dreckiger und abgewrackter Wagen für das kleine Fernsehteam, das die Fahrt filmt. So, gleich gehen dann auch unsere deutschen ÖR auf Sendung. Mal schauen, was wir da erfahren.
[16h48] George W. Bush hat zum letzten Mal das Weiße Haus als Präsident gesehen.
[16h46] Dick Cheney, zuletzt geschwächt von Herzproblemen, im Rollstuhl und mit Gehstock auf dem Schoß liegend verlässt das Weiße Haus. Joe Biden zeigt viel Respekt und ordnet sich hinter dem ehemaligen Vize-Präsidenten ein. Update: Er sitzt aber im Rollstuhl, weil er sich am Rücken verletzt hat. Danke an Arne für die Anmerkung in den Kommentaren.
[16h42] Mitglieder des Kongress kommen nach und nach auf ihre Plätze. Biden und Obama verlassen soeben das Weiße Haus, jetzt geht es Richtung Kapitol.
[16h36] Ich frage mich gerade, ob Barack Obama bei seiner neuten von zehn Reden auf den Festbällen in Washington so etwas wie Erleichterung oder Respekt vor der Aufgabe vor ihm spürt. Und 10 Reden an einem Abend. Stressiger kann es für einen Präsidenten ja fast schon nicht mehr werden.
[16h33] CNN macht das ganz clever, Gäste und Experten nur in einem kleinen Fenster, das große Bild schwenkt über die Menschenmenge. Mit über zwei Millionen Besuchern wird jetzt gerechnet.
[16h24] Bei Sky News standen zwei Themen im Vordergrund in den letzten Minuten. Die Sicherheitslage am heutigen Tage (sehr kritische Sicherheitslage, so heißt es) und für mich interessanter die historische Dimension dieser Vereidigung. Ein Gast sagte, dass er sein Land nicht wiedererkenne. Schwarze und Weiße würden freundschaftlich und herzlich miteinander sprechen, fahren gemeinsam Richtung Kapitol.
Zurzeit kommen die Gäste, Persönlichkeiten und Promis Richtung Kapitol. Muhammad Ali wurde schon gesichtert. Und die US Marine Band spielt ihre Militärmusik. Sonniges Wetter in Washington.
[15h38] Barack Obama wird nachher seine Hand auf dieselbe Bibel legen, die Abraham Lincoln benutzt hat. Seine Worte werden dann die folgenden sein:
“I do solemnly swear that I will faithfully execute the office of President of the United States, and will to the best of my ability, preserve, protect, and defend the Constitution of the United States.”
Unklar ist noch, Obama das “So help me God” an die wenigen prägnanten Worte dranhängt. Bei Sky News war vorhin eine Journalistin, die meinte, er würde es machen. Obama sei durchaus ein religiöser Mensch, zeige es nur nicht so nach außen.
[15h26] David Miliband, britischer Außenminister, war gerade aus London zugeschaltet. Er erwarte sich eine Fortsetzung der guten Beziehungen zu den USA. Und die englischen Medien machen sich schon wieder Sorgen, dass Gordon Brown nicht der erste sein könnte, der einen Termin bei Obama bekommen könnte.
[15h24] Hervorragender Artikel in der Los Angeles Times über die Probleme, die Obama im alltäglichen Washingtoner Politikbetrieb bekommen könnte. Stichwort special interests und Lobbygruppen. Talking about bridges is easier than building them.
[15h18] Das schöne an Sky News ist, dass sie eben nicht in ein Studio gehen oder von irgendeinem Dach senden, sondern direkt an dem Memorial stehen. Auf einer kleinen Plattform umringt von den ganzen Menschen. Ein Kameraschwenk nach links und man hat eindrucksvolle Bilder.
[15h08] In Washington soll die Memorial Metro Station geschlossen sein, weil mehrere Menschen in der Nähe der Station an Unterkühlung leiden. Haben wohl in der Station übernachtet.
Einzigartige Atmosphäre. Musik überall, die Leute singen und tanzen. Halten sich irgendwie warm.
[15h04] Auch wenn ich mich wiederhole. Das sind unfassbare Menschenmassen. Bleibe für die nächsten Stunden erstmal bei Sky News. Jeremy Thompson erzählt mal gleich, dass er gestern Abend einen Mann aus Simbabwe getroffen hat. He could not resist to travel to the USA.
CNN hat sich unter die Menschenmassen getraut und interviewt Familien, viele Schwarze unter den Besuchern, so die Moderatorin. Alle mit der gleichen Antwort, warum sie heute in Washington sind: Sie wollen dabei sein, wenn Geschichte geschrieben wird.
[14h50] Die “Bestie”, Obamas Limousine, hat sich in Bewegung gesetzt. Jede Kurve wird von den Kameras festgehalten. Menschen jubeln an den Straßenrändern. Fahrt dauert gerade mal eine Minute. War ja auch kein Verkehr.
[14h45] CNN hat zurzeit die eindrucksvollsten Live-Bilder: Menschen mit Mützen und US-Fahnen in der Hand jubeln in die Kameras. Nach Schätzungen sollen bereits über eine Million Menschen sich in der Nähe des Kapitols befinden.
[14h38] Barack Obama wird in den nächsten Minuten zur Saint John’s Church aufbrechen für einen Gottesdienst, anschließend geht es dann weiter zu Kaffee und Kuchen bei der Bush-Familie.
Bei Sky News wird gerade diskutiert, wer wohl die Rede für Barack Obama geschrieben habe. Alle sind sich einig: Seine Redenschreiber – und Michelle Obama war auch dran beteiligt.
[14h32]“We Are One” Concert für Barack Obama. Beyonce mit “America the Beautiful”
Ich habe am Sonntagabend neben dem Footballspiel immer mal wieder beim Konzert “We are one” für Barack Obama vorbeigeschaut. Und ich weiß nicht ganz, wie ich es jetzt hier ausdrücken soll. Aber ich hätte wirklich nichts dagegen, wenn es sowas auch für die Bundeskanzlerin oder den Bundespräsidenten gibt. Muss ja nicht gleich U2 sein, aber warum schafft es unsere deutsche Politik nicht sich endlich mal den Menschen zu öffnen, sie an Politik teilhaben zu lassen?
Ich will ja gar keine amerikanischen Verhältnisse hier in Deutschland. Nur eines: Dass sich Politik wieder den Menschen zumwendet, ihnen zuhört, auf sie zugeht. Da können solche Veranstaltungen allemal helfen. Aber wenn ich sehe Wahlabende hier in Deutschland ablaufen, kann ich wohl nur urteilen, dass es ein sehr langer Weg bis dorthin ist. Warum muss zum Beispiel die Vereidigung der Bundeskanzlerin oder des Bundeskanzlers in dieser Betonburg Bundestag stattfinden? Warum nicht Open Air, dass die Menschen daran teilhaben können? Mit Musik, Aufführugen, eben ein kleines Fest. So, das wollte ich mal loswerden.
[14h12] Wenn es einen Grund für N24 gibt, dann deren USA-Korrespondent Stephan Strothe. N24 hat ein schönes Live-Bild aus Washington. Es sind und bleiben unglaubliche Menschenmassen.
Und fast alle Sender mit dem gleichen Schema: Fragen, ob Obama jetzt die Welt besser mache, wie schnell er den Nahost-Konflikt lösen kann, ob jetzt alles besser wird. Dazu stets die gleichen Studiogäste. Da kann man eine Stunde zuhören, aber dann wiederholt es sich.
Ich freue mich schon auf Sky News, wenn die wieder einfach nur mit den Menschen reden, sich einfach unter die Leute begeben. Das ist auch kein Königsweg, aber unterhaltsam und eine gute Abwechselung, wenn man als Sender den ganzen Tag über berichtet.
[14h07] Und wo ich gerade bei meinem Guardian-Feedordner bin. Noch zwei Hinweise: Die US-Korrespondenten des Guardian schreiben über die Bedeutung der Antrittsrede. Immer wieder zu empfehlen: Deadline USA, eines der besten Politikblogs, das ich kenne.
[14h03] Was am 10. Februar 2007 in Springfield begann mit der Verkündung, dass Barack Obama sich für das Präsidentenamt bewirbt, ging weiter mit der Nominierung der Demokratischen Partei am 28. August in Denver. Und am 04. November gewann Obama die Wahl gegen John McCain. Ich hole noch mal zwei alte Links hervor: Der Guadian hat einen tollen Artikel veröffentlicht: The Obama Story. Das ganze auch nochmal als Video: The Road to the White House
[13h51] Live-Impressionen aus Washington. Irgendwo zwischen Absperrzäunen und Blaulichtern der Polizeifahrzeuge bewegen sich hunderttausende Richtung Kapitol. ABC News spricht auf ihrer Website von chaotischen Zuständen auf den Straßen.
[13h49] Was planen die TV-Sender? Sagen wir es so: Nichts Überraschendes. Man greift auf bewährte Kräfte zurück.
ARD: Übertragung von 17:00 Uhr bis 18:50 Uhr mit Hanni Hüsch und Tom Buhrow. Übertragung im Internet unter tagesschau.de ab 15:30 Uhr.
ZDF: Sondersendung ebenfalls ab 17:00 Uhr mit Steffen Seibert und Matthias Fornoff. Heute-Journal aus Washington, um 22:15 Uhr fast Claus kleber den Tag zusammen
Phoenix: Überträgt von 14:45 bis Mitternacht.
RTL: Zwei Minuten vor High Noon geht RTL auf Sendung. Moderiert wird das ganze von Peter Kloeppel.
n-tv und N24 berichten seit heute Morgen rund um die Uhr. Ebenso CNN.
Sky News: Berichtet live ab 15:00 Uhr komplett aus Washington mit dem stets exzellenten Jeremy Thompson. Man überträgt auch die Parade live.
[13h37] N24 gibt Tipps für eine US-Reise, bei welcher man Obamas Lebensstationen abklappern kann. Illinois im Winter sei aber nicht zu empfehlen,weil zu kalt. Dann, die Autorin, lieber Hawaii. Und jetzt der Reiseexperte. Florida ist zurzeit am beliebtesten. Man merkt, wie schwer sich N24 tut, wenn man seit 7:00 Uhr fast nur über ein Thema berichtet. Und ganz wichtig: Genug Trinkgeld und keine Diskussionen mit Polizisten bei Verkehrskontrollen.
Und dass Florida beliebt ist, hätte ich jetzt nicht gedacht, ganz ehrlich. Interessant eine Zahl. Die Reisen der Deutschen in den USA haben seit dem Gewinn von Obama um 20% zugenommen.
[13h30] Barack Obama hatte am Wochenende John King von CNN Frage und Antwort gestanden. Es ist ein sehr bemerkenswertes Interview geworden mit sehr viel persönlichen Gedanken und Botschaften abseits der großen Politik. Interessant fand ich vor allem eine Aussage. Die WELT hat das Interview dokumentiert.
John King: Ihre Familie ist nach Washington umgezogen. Ihre wunderbaren Töchter haben Freunde zurückgelassen und werden neue Freunde finden. Meine Tochter ist zwölf. Sie sieht die Fotos Ihrer Kinder in Zeitschriften, die wir manchmal wahrscheinlich besser von ihr fernhielten. Und sie sagt: „Daddy, haben sie schon neue Freunde? Und welchen Sport treiben sie?“ Wo ziehen Sie die Grenze, hinter der Ihre Töchter und Ihre Familie niemanden mehr etwas angeht?
Obama: Meine Hoffnung ist, die Medien mögen einsehen, dass es schon schwer genug ist groß zu werden, selbst wenn man nicht in einem Goldfischglas lebt. Es wäre naiv von mir oder Michelle zu glauben, die Menschen interessierten sich nicht für die Mädchen. Aber wir haben die Medienvertreter gebeten, den Mädchen nicht zu folgen und keine Bilder von ihnen zu machen, wenn sie nicht gerade mit ihren Eltern an einer öffentlichen Veranstaltung teilnehmen. Und ich hoffe, dass die Journalisten das respektieren, weil sie selber doch auch Eltern sind und die Probleme kennen
[13h23] Unsere Bundeskanzlerin Angela Merkel wünscht sich eine engere Zusammenarbeit mit den USA. Die globalen Probleme können nur gemeinsam gelöst werden. Das sagte sie heute Morgen um kurz nach sechs im Morgenmagazin. Hier das Video.
[13h20] Die ARD diskutiert in ihrem Mittagsmagazin, ob Obama wirklich die Welt retten kann. Als Interviewgast zugeschaltet ist Josef Braml von der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik. Braml ist skeptisch. Zu viele institutionelle Verschränkungen, zu viele Probleme. Auf die Frage, warum Obama so beliebt ist, kommt doch tatsächlich als Antwort, dass er nicht George W. Bush ist. Da kann man von einem Experten etwas mehr Tiefe erwarten.
[13h16] Für die Twitterer unter uns: Zu empfehlen sind der offizielle Account zur Vereidigung: Obama Inaugural und das USA-Ressort des Guardian. Bei Flickr gibt es fast minütlich neueFotos aus Washington.
Es gibt so viele Sachen im Internet zu entdecken, dass man alles gar nicht erwähnen kann. Wer noch interessante Links hat, darf dies gerne in den Kommentaren kundtun.
[13h10] Wunderschöner Sonnenaufgang über Washington. Sky News hat den Partnersender Fox für erste Eindrücke von vor Ort losgeschickt. Es ist erkennbar, dass der gesamte Bereich vom Kapitol bis zur National Mall bereits überfüllt ist
[13h08] Wie läuft der Tag heute ab? Um kurz vor vier trifft Obama den alten Präsidenten George W. Bush und seine Frau zum Kaffeetrinken. Um fünf beginnen die Feierlichkeiten vor dem Kapitol mit der Vereidigung von Joe Biden als Vize-Präsident. Obama legt dann den Amtseid um 18:00 Uhr ab, dann folgen Antrittsrede und Nationalhymne. Um 20:30 Uhr startet die Parade die Pennsylvania Avenue entlang zum Weißen Haus.
[13h02] Wetter soll passabel werden. Temperaturen tagsüber knapp unter null Grad, wolkiger Himmel, vielleicht ein bisschen Sonnenschein. Sky News mit Bildern aus Washington. Und das sind unglaubliche Menschenmassen, alle in dicken Jacken eingepackt. Wahnsinn.
[12h59] Kurz vor sieben Uhr morgens in Washington. Es ist noch dunkel, das Kapitol wird durch die Scheinwerfer hell erleuchtet. Und es sind schon unglaubliche Menschenmassen unterwegs. Der Bereich zwischen Kapitol, National Mall und dem Washington Monument ist schon sehr gut gefüllt. Parkplätze in der Nähe von Metrostationen sind bereits geschlossen worden. Besucher werden gebeten per Bus anzureisen, Züge sind überfüllt
[12h54] Guten Tag zusammen. Ich werde die nächsten Stunden über die Ereignisse in Washington live mitbloggen und schauen, was die Fernsehsender aus ihren Übertragungen machen. Der Rest ergibt sich dann sicherlich. Mal sehen, was der Tag an schönen Bildern und Emotionen bringt.