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Coldplay in Hannover

Mittwoch, 26. August 2009 17:30

Mir fehlen immer noch die Worte um den gestrigen Abend zu beschreiben. Grandios, toll, gefühlvoll, mächtig, zurückhaltend, stimmungsvoll. Irgendwie ein bisschen von allem. Und am allerliebsten möchte ich einfach den großen Ballon an die Hand nehmen und mich zum nächsten Konzert fliegen lassen. Jetzt heißt es wohl erstmal zwei Jahre warten. Wie immer, Coldplay, See You Soon.

Thema: Alltägliches | Kommentare (0) | Autor: medispolis

Just four friends trying to make great music

Donnerstag, 20. August 2009 22:38

Coldplay spielen Acoustic-Version von Yellow am 18.06.08 bei der BBC. Foto: kavita41

Coldplay spielen Acoustic-Version von Yellow am 18.06.08 bei der BBC.

“In a telescope lens, and all you want is friends. I’ll see you soon” Coldplay – See You Soon

Am Dienstag ist es dann endlich soweit: Coldplay Open Air in Hannover – und der Tag, auf den ich mich seit Monaten freue. Zum ersten Mal meine absolute Liebligsband auf Stadiontour in Deutschland. Coldplay – eine der derzeit angesagtesten und erfolgreichsten Musikgruppen des 21. Jahrhunderts, aber auch eine etwas seltsame Band. Vier Männer, die ein bisschen in ihrer ganz eigenen Welt leben und damit Coldplay anders machen als viele erfolgreiche Musikgruppen. Irgendwo zwischen der Schüchternheit eines Chris Martin und dem Selbstbewusstsein weit über 30 Millionen Alben verkauft zu haben, begeistern Coldplay seit fast 10 Jahren – in ihrer ganz eigenen Welt. Coldplay sind anders, aber trotzdem besonders. Und das vor allem aufgrund ihrer Musik.

Wie wird eine Band zu einer Lieblingsband? Ich hatte 2001 in das schon etwas ältere Debüt-Album “Parachutes” reingehört, ganz zufällig, weil ich das Cover mit dem Globus so schön fand. Und ich war von der Musik ganz angetan und hatte Coldplay weiter in meinem Hinterkopf. 2002 kam dann ja das zweite Studioalbum A Rush Of Blood To The Head – und seitdem hatte es mich völlig gepackt. Ich war so fasziniert von der Musik, von den wunderschönen Balladen wie “The Scientist” und “Green Eyes” von “Clocks” und der nachdenklichen und mächtigen Song “Politik”. Drei Jahre später dann der nächste Schritt. Ich fand das dritte Album X&Y noch einmal besser, allen voran “Speed of Sound” und “Fix You”. Und seitdem so oft es eben geht auf die Konzerte gegangen, viel über Coldplay gelesen und gesehen. Doch nach X&Y wurde es lange ruhig um Chris Martin, Jonny Buckland, Will Champion und Guy Berryman, die sich damals auf dem College getroffen hatten um Musik zu machen. Just four friends trying to make great music. Und nach dem dritten erfolgreichen Studioalbum stellte sich dann die Frage, wie man weiter erfolgreich sein kann, was man neu und besser machen kann und muss, um weiterhin die Arenen und Stadien voll zu bekommen.

Und wenn man diesen Revitalisierungsprozess von Coldplay vor ihrem vierten Studioalbum Viva la Vida or Death and all his Friends verstehen will, muss man sich ein wenig mit dem Innenleben der Band vertraut machen, soweit es zumindest an die Öffentlichkeit drängt. Chris Martin, Frontman und Lead Singer von Coldplay, hat einmal gesagt, sass er nicht so wie Usher tanzen kann, nicht so wie Beyonce singen kann und seine Songs nicht so schreiben kann wie Elton John. Deshalb beruhe Coldplays Erfolg vielmehr auf Enthusiasmus und Leidenschaft, als auf die Fähigkeiten aller vier Bandmitglieder. “We can do the best with what we’ve got.” Und dafür brauchte es eben eine kleine Erneuerung, mehr Frische, mehr Kreativität um ein weiteres Kapitel an die Trilogie der ersten Alben zu hängen. Weniger Trauer, weniger Melancholie, mehr Begeisterung und Leben in den Songs. Parallel dazu geben sich Coldplay auf ihren Konzerten anders. War es vor fünf Jahren fast noch Schüchternheit, sind es heute Hingabe und Interaktivität mit den Fans. Man traut sich zu kommunizieren, so blöd das auch klingen mag. Eben weil man es sich selbst bewiesen hat, dass man durch Veränderung noch mehr Erfolg haben kann. Das nehmen auch die eher zurückhaltenden, schüchternen Jungs von der Insel sehr erfreut zu Kenntnis. Auch wenn man eigentlich nie richtig im Rampenlicht stehen möchte. Man möchte nur Musik machen und am liebsten auf Interviews verzichten. So groß das Befremdnis gegen Kommerz und Kommerzialisierung – man ist selbst in dieser Blase drin und versucht sich immer besser in ihr zurechtzufinden. Vor drei Jahren eine Charaktereigenschaft der Band, die schwer vorstellbar schien. Coldplay haben sich selbst mal als eine Band mit einer komplizierten menschlichen Beziehung, als eine seltsame Ehe bezeichnet – nur zu viert und ohne Sex. Und vielleicht hat genau der im übertragenden Sinne gefehlt – und Leidenschaft war wieder von Nöten nach X&Y für den kleinen, aber feinen Wandel von Coldplay, musikalisch, wie vom Auftreten in der Öffentlichkeit.

Was macht Coldplay nicht nur für mich so besonders? Vor allem ist es eben die Musik, die vielen Titel, welche man zu so vielen unterschiedlichen Zeitpunkten und verschiedenen Gefühlslagen hören kann. Wenn man traurig ist, dann die großartige Ballade “The Scientist”, das von dem Ende einer Beziehung handelt und das Leben  eines engen Freundes der Band erzählt. Oder die Aufbruchstimmung von “Fix You”, nach jedem Tief kommt auch ein Hoch. Das Lied ist übrigens für Martins Ehefrau Gwyneth Paltrow geschrieben worden, deren Vater gestorben war. Oder eben das fröhliche Viva la Vida. Alles ist so wie es ist – und es ist gut so. Aber es ist eben nicht nur die Musik. Mir gefällt auch, wie Coldplay sich nach außen geben, wie sie als Band zusammenhalten und mit dem Ruhm und dem Erfolg umgehen. Die britische Presse mag das zwar gerne mal als zu ehrlich und langweilig berzeichnen, aber ich finde es eine Bereicherung, wenn man nur durch Musik und gesellschaftliches Engagement auffällt. Und nicht durch Skandale, Drogenexzesse oder Pöbeleien. Ich sehe Will Champion lieber hundertmal Fußball spielen vor einem Konzert als irgendwie seinen Rausch auszuschlafen. Und Chris Martin schafft auf der Bühne auch immer besser den Spagat zwischen ängstlich und selbstbewusst. Aber stets ehrlich und authentisch.

Wer Drogen nimmt, fliegt weiterhin raus. Nur eine der vielen Band-Regeln. Man möge doch mystisch bleiben und eher wenig Interviews geben. Und Alben dürften fortan nicht mehr länger als 42 Minuten sein. Als Reaktion darauf, dass Chris Martin am liebsten noch heute drei Songs vom X&Y Album streichen würde. Natürlich steht Martin besonders im Mittelpunkt der Boulevard-Welt, nicht nur wegen Coldplay, sondern auch seiner Ehefrau, Hollywood-Star Gwyneth Paltrow. Aber ich kenne wenige Menschen, die damit so zurückhaltend umgehen. Keine Kameras, wenn sie zusammen sind, keine gemeinsamen Interviews, die privaten und beruflichen Leben sind strikt getrennt. “It feels best”, sagt Chris Martin. Und am allerbesten ist es, wenn er darüber Journalisten gar keine Auskunft geben muss. Da freut sich auch der Rest der Band. Auf die Frage, welche Songs Chris Martin in seiner Top Drei sehen würde, nannte er vier: Politik, Fix You, Yellow und Clocks. Ich gehe mal davon aus, dass wir alle am Dienstag hören werden. Und dass er vier statt drei nennt, kann man Chris Martin nun wirklich nicht böse nehmen. Neues Selbstbewusstsein wäre es gewesen, wenn er gleich zehn aufgezählt hätte.

Was die Zukunft von Coldplay angeht, herrscht für die Fans erstmals Beruhigung. Gerüchte, die im Winter aufkamen, wonach die Band sich trennen werde, waren Gerüchte. Mehr nicht. Am neuen Album wird bereits gearbeitet. Es soll angeblich etwas ganz Neues sein. Das kann bei Coldplay nie verkehrt sein. Trotzdem ist es immer wieder schön alte Songs und Melodien zu hören. Darauf freue ich mich am Dienstag. Und live ist Coldplay sowieso ein unbeschreibliches Erlebnis. Und solange Chris Martin noch Songs schreibt, bis sein Haar wächst, weiß ich, dass Coldplay uns noch ein paar Jahre erhalten bleiben. Vielleicht ein weniger mystisch als bisher.

Und wie die neue Kreativität aussieht, sollte sich diese Acoustic-Version von Yellow anschauen.

Look at the stars, look how they shine for you, and everything you do, and they were all yellow.

Foto: kavita41

Thema: Alltägliches | Kommentare (1) | Autor: medispolis

Coldplay im Radiokonzert bei NDR 2

Montag, 7. Juli 2008 17:03

Moin. Ich hatte die letzten Tage viel zu tun und es gab ein paar wichtigere Dinge als das Bloggen, aber ich denke, dass ich ab Mitte der Woche hier die Frequenz wieder hochfahren werde. Themen gibt es ja genug, zudem habe ich noch ein paar Geschichten, die ich unbedingt loswerden will.

Für heute ein kleiner Tipp für alle Coldplay-Fans, zu denen ich mich auch zähle. Deutschlands bester Radiosender, NDR2, strahlt heute ab 21h05 im Rahmen des Radiokonzerts ein Konzert von Coldplay aus, das vor drei Wochen an der Brixton Academy in London aufgenommen wurde und damals bei BBC Radio 1 ausgestrahlt wurde. Ich habe bei der BBC schon Ausschnitte gehört und kann das Konzert wärmstens empfehlen. Neben der Vorstellung des neuen mittlerweilen vierten Albums “Viva La Vida Or Death And All His Friends” wurden auch Hits aus der bisherigen Coldplay-Karriere gespielt.

Die britische Band um Chris Martin, Will Champion, Guy Berryman und Jon Buckland also heute Abend ab 21h05 im Radiokonzert bei NDR 2

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