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Dem ZEIT-MAGAZIN geht das LEBEN verloren

Donnerstag, 18. Dezember 2008 11:20

Als im Mai 2007 das ZEIT-Magazin Leben eingeführt wurde, war ich durchaus gespannt auf das neue Format, löste es doch das bisherige Ressort Leben ab und gab somit die Möglichkeit, das bei mir stets beliebte Ressort auch mal morgens in der vollen Straßenbahn zu lesen, in einem kleinen Heft mit “opulenter Zeitschriftenoptik”, wie die ZEIT damals versprach.

Doch sehr schnell setzte Ernüchterung bei mir ein. Das Heft hat nur selten gehalten, was es wirklich versprochen hat. Ich habe es selten komplett durchgelesen und mich meist auf die Martenstein-Kolumne und die Zigarette mit Helmut Schmidt beschränkt. Die Themenauwahl ist sehr viel enger geworden, mittlerweile ist fast jedes vierte Helft eine schlichte Bildergalerie von irgendwelchen Models, Handtaschen oder Uhren. Wirlich tiefgründiger Journalismus, den das Ressort Leben ausgezeichnet hat, findet man nur noch selten. Vor allem der Bereich Sport, den im ehemaligen Ressort Leben seinen festen Platz hatte, kommt nur noch sehr kurz.

Chefredakteur Giovanni di Lorenzo erklärte zum Startschuss des Magazins das Konzept gegenüber dem Branchendienst DWDL.de:

Was lässt sich denn nun auf einer Magazinseite besser machen als auf einer Zeitungsseite? Sie werden hoffentlich das Gefühl dafür bekommen, wenn sie es in den Händen halten. Die Anmutung der Geschichten ist anders. Sie ist intimer, persönlicher und weniger kurzatmig als auf klassischen Zeitungsseiten. Natürlich ist auch das kleine Format eine großartige Abwechslung – auch das haben sich unsere Leser gewünscht. Wann immer ich Lesergruppen hier bei uns im Haus habe, kommt die Frage: “Warum ist die ‘Zeit’ so groß?”

Es wäre ja dann auch schön, wenn es solche Geschichten oder Interviews dann auch mal wieder häufiger geben würde. Das Interview mit Michael Schumacher ist eine positive Ausnahme der letzten Ausgaben. Wie gesagt, ich bin nie wirklich warm geworden mit dem kleinen Heftchen und würde fast schon lieber das gedruckte Zeitungspapier als eigenes Ressort haben. In der Medienbranche war die Berichterstattung über das Magazin damals recht umfangreich, seitdem hat man aber nichts mehr groß gehört.

Bis heute – und das ist eigentlich auch der Grund, warum ich etwas weiter ausgeholt habe. Die Stuttgarter Nachrichten berichten heute, dass das Interview mit Helmut Schmidt am Ende des Heftes eingestellt wird (via Netzeitung). Das ganze geschieht aus gesundheitlichen Gründen von Helmut Schmidt. Die Entscheidung kann ich absolut nachvollziehen, nur geht dann eigentlich der Teil des Magazins, mit dem ich mich noch am meisten erwärmen konnte am neuen Magazin. Wirklich schade. Hoffentlich kommt die ZEIT jetzt nicht auf die Idee auf eine Rubrik wie “Auf eine Gasbohrung mit Gerhard Schröder” oder “Auf eine Handtasche mit Iris Berben”. Ich würde mir ja “Auf ein Jever mit Olli Dittrich” wünschen, wenn überhaupt. Ansonsten, liebe ZEIT, schreibt endlich häufiger schöne Geschichten und weniger Bilder, dann kann man auch den Wegfall des Helmut Schmidt-Interviews verschmerzen.

Thema: Zeitungen/Zeitschriften | Kommentare (3) | Autor: medispolis

Obamania (I)

Donnerstag, 5. Juni 2008 8:21

Vor ein paar Tagen hatten sich Die Straßen von Berlin darüber eher negativ geäußert, dass die deutschen Medien so ausführlich über den Vorwahlkampf in Amerika berichten. Mir ist das ganze auch aufgefallen, sehe das aber längst nicht so kritisch wie der Blogkollege.

Dass dieser Hype um die amerikanische Wahl nach der Nominierung von Barack Obama zum Präsidentschaftskandidaten und der jetzt wohl sicheren Aufgabe von Hillary Clinton enden wird, ist aber wirklich nur Wunschdenken. Ich denke, das Thema US-Wahl werden wir täglich bis zum 04. November 2008 präsentiert bekommen.

Auch die ZEIT hat in Obamania (I)ihrer heutigen Ausgabe nicht etwa den Telekom-Skandal, die Milch-Proteste oder den Krach in der Großen Koalition auf dem Titel – nein, sondern fragt in einer großen Titelstory, ob Barack Obama ein Präsident für die Welt sei.

Und das ZDF sendet heute (!) um 21h00 (!!) eine große Reportage über den schwarzen Präsidentschaftskandidaten der Demokraten. Die Sendung “Der Kandidat – Obamas Kampf ums Weiße Haus” wurde vom Amerika-Korrespondenten des ZDF, Matthias Fornoff, erstellt. Fornoff hat Barack Obama ein Jahr lang im Vorwahlkampf begleitet.

Die Sendung kann man sich bereits jetzt in der ZDF-Mediathek anschauen.

Die Obamania auch in den deutschen Medien geht weiter. To be continued.

Thema: TV und Radio, US Wahl 2008, Zeitungen/Zeitschriften | Kommentare (0) | Autor: medispolis

Mediales am Donnerstagmittag

Donnerstag, 3. April 2008 12:38

Anfang dieser Woche lief mein Probe-Abo der Süddeutschen Zeitung ab. Nach langen Überlegungen habe ich mich entschieden kein Abo abzuschließen, was aber nicht an der mangelnden Qualität der Zeitung liegt. Gerade das Politik- und Sportressort hat mich mit den umfangreichen Hintergrundberichten sehr begeistert. Aber ich habe eben auch erfahren, dass ich einfach nicht mehr der Tageszeitungsleser bin, der morgens vor der Arbeit als erstes zum Briefkasten läuft und dann beim Frühstück 30 Minuten durch die Zeitung blättert. Ich schaue lieber morgens einmal über die Nachrichten-Websites, klappere ein paar Blogs ab und höre zwei Podcasts auf dem Weg zur Arbeit. Dennoch, falls sich jemand für ein Tageszeitungs-Abo interessiert, kann ich die Süddeutsche Zeitung sehr empfehlen. Und die Artikel von Raphael Honigstein über englischen Fußball gibt es meistens auch online.

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Und dann bin ich mit der ZEIT ehe schon ganz gut eingedeckt, was Lesestoff angeht. Seit heute erscheint die Wochenzeitung in leicht verändertem Layout, mit neuen Rubriken und Kolumnen. So gibt es zum Beispiel im Politikteil jetzt zwei Meinungsseiten, wo Redakteure und Politiker über aktuelle Themen ihre Meinung sagen. Darüberhinaus ist das Layout etwas moderner, übersichtlicher und einfacher geworden. Die beiden Titelthemen, der Erfolg der deutschen Kunst und die bunte Republik Deutschland bezüglich neuer Koalitionen, haben Chefredakteuer Giovanni di Lorenzo dazu veranlasst auch das Erscheinungsbild der ZEIT zu verändern. Die ZEIT dürfe sich verändern, werde aber ihre Wesenszüge nie aufgeben. Der Online-Auftritt wurde in den letzten Monaten auch mehrmals überarbeitet.

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Und wo wir gerade bei veränderten Online-Auftritten sind, darf ein Hinweis auf den Relaunch der BBC-Websiten nicht fehlen. Der News-Bereich sowie die Fußball-Titelseite sind schon angepasst, ein paar Unterkategorien im Sport-Bereich, wie zum Beispiel die Premier League, sind noch nicht überarbietet. Insgesamt wirkt der neue Auftritt aufgeräumter, übersichtlicher, schlichte Nachrichten, Kolumnen, Hintergründe sind besser voneinander getrennt und leichter zu finden. Die BBC hat in ihrem Sport-Blog die Leser über das neue Layout informiert [1, 2, 3], zudem gibt es dort eine Diskussion mit den Verantwortlichen der BBC über Verbesserungsvorschläge.

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Gestern wurde in New York eine Studie des Marktforschungsunternehmens ABI-Research vorgestellt, die Video-on-Demand Plattformen wie Maxdome, aber auch vod.premiere Wachstum in den nächsten Jahren bescheinigt. Die Preise sollen sinken, dafür soll mehr durch Werbung finanziert werden. Ganz interessant ist vor allem ein Punkt, den ich aber in einem Artikel auf Sat+Kabel wiederfand. Demnach sind die Video-on-Demand Angebote von Sky in den Bereichen Sport und Film für Abonnenten kostenlos, während PREMIERE-Abonnenten für eine Übertragung online nochmal seperat bezahlen müssen. Eat this, Herr Börnicke.

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Ganz ganz schwache Quoten für Champions TV gestern Abend bei der Partie Istanbul gegen Chelsea. Sat.1 hat wohl auf den Ballack-Effekt gehofft. aber mal ganz ehrlich. Wer, der Michael Ballack regelmäßig sehen will, hat kein PREMIERE-Abo? Fußball im Free-TV, zumindest was Partien ohne deutsche Beteiligung angeht, kann man auch streichen. Der Interessenkreis ist dafür einfach zu klein bzw. schaut ehe schon bei PREMIERE. Könnte interessant werden, ob Sat.1 oder auch RTL überhaupt nochmal um solche teuren Rechte mitbieten oder die PREMIERE gleich mit den Pay-TV Rechten zusammengeschenkt werden.

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Schöner Artikel im Tagesspiegel über die Blogger-Konferenz “re:publica”.

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Wahrscheinlich haben die meisten die gestrige Hart aber Fair”-Sendung verpasst. Ich würde mir die nochmal angucken, als ich diesen Artikel bei der FAZ gelesen habe.

Thema: Zeitungen/Zeitschriften | Kommentare (0) | Autor: medispolis

Gegen die Wand

Montag, 12. November 2007 16:34

Seit heute schreibt Ex-Außenminister Joschka Fischer exklusiv für ZEIT-Online wöchentlich eine Kolumne. Die erste Episisode dreht sich um den Machtkampf in Pakistan. Bin gespannt, ob das ZEIT-Online neuen Zulauf geben wird, nachdem es zuletzt nicht so rosige Meldungen gab. Inhaltlich ist die Kolumne durchaus richtig, aber ich wage zu bezweifeln, ob Joschka Fischer vor vier Jahren das gleiche aktiv in der Politik vertreten hätte.

Thema: Zeitungen/Zeitschriften | Kommentare (0) | Autor: medispolis