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FA-Cup 2011/2012 4. Runde, FC Arsenal – Aston Villa

Sonntag, 29. Januar 2012 17:25

[18h55] Endstand FC Arsenal – Aston Villa 3:2

What a turnaround. Damit hatte ich nicht gerechnet. Balsam auf die Seele der leidenden Arsenal-Fans. Innerhalb von 15 Minuten drehen die Gunners die Partie von 0:2 auf 3:2. Verdienter Einzug ins Achtelfinale durch die Leistungssteigerung in den zweiten 45 Minuten. Next step Middlesbrough oder Sunderland auf der Road to Wembley.

Arsenal hat in der zweiten Halbzeit vieles besser gemacht. Druckvoller über die Flügel gespielt. In den Strafraum gezogen statt ungefährliche Flanken zu schlagen. Und dann klappt es auch mit den Torchancen und Toren gegen die kopfballstarke Villa-Defensive, die mit Flanken nicht zu knacken war. Das hätte man eigentlich auch schon vor dem Spiel wissen müssen. Defensiv wieder ein paar Patzer, dafür in der zweiten Halbzeit wenig zugelassen. Nach drei Niederlagen in der Liga ein Sieg für Arsenal. Wäre auch nur Futter für wütende Fans gewesen, wenn Arsenal lediglich ein Spiel im Januar gewonnen hätte. So scheint erstmal Ruhe einzukehren – bis Mittwochabend, wenn es nach Bolton geht.

[18h53] Arsenal bringt das Spiel bisher problemlos über die Zeit.

[18h50] Vier Minuten Nachspielzeit

[18h47] Wechsel FC Arsenal: Gleich doppelt. Walcott und Oxlade-Chamberlain gehen, Sagna und Henry jetzt mit dabei.

[18h43] Sieben Minuten noch regulär. Arsenal sieht ein wenig nervös aus.

[18h41] Wechsel Aston Villa: Stilian Petrov geht, Barry Bannan kommt.

[18h38] Es ist noch nicht vorbei. Wieder Gefahr von Villa nach einer Ecke. Diesmal die scharf gezogene Flanke von Ireland, in der Mitte Cieran Clarke mit dem Kopfball. Fabianski auf dem Posten. Eine Minute später Keane frei vor dem Tor. Trifft den Ball aber nicht, Koscielny kann klären.

[18h37] In other news: Jack Wilshere gibt Autogramme auf der Tribüne. Nichts Neues wegen des Comeback-Termins. Am Freitag wurde bekannt, dass eine alte Verletzung wieder aufgetaucht ist und die Rückkehr weiter verzögert. Freitagnachmittag war Wilshere erneut bei den Doktoren. Seitdem seitens des Vereins keine neue offizielle Verlautbarung.

[18h31] Wechsel: Mikel Arteta für Thomas Rosicky bei den Gunners. Bei Villa ist Agbonlahor gegangen, Gardner jetzt in der Partie

[18h30] Villa bleibt brandgefährlich. Wieder rettet Mertesacker zur Ecke, nachdem Koscielny wegrutscht. Petrov mit dem Zuspiel in die Mitte.

[18h28] Solo von Walcott auf rechts, mal keine Flanke, sondern ein fulminanter Schuss. Given wehrt in die Mitte ab, Villa kann klären. Bei Arsenal geht jetzt viel durch die Mitte und über rechts mit Song, Rosicky und Walcott. Dringend benötigte Leistungssteigerung umgesetzt, insbesondere Walcott.

[18h25] Erstmal durchatmen und sortieren. Das ging fix in den letzten Minuten. Arsenal drückt weiter aufs Tempo, will die Entscheidung zum 4:2. Villa hat sich kurz geschüttelt und versucht zurück ins Spiel zu kommen. Mertesacker klärt in höchster Not vor Bent und Keane. Weiter hohes Tempo, noch keine Wechsel.

[18h21] FC Arsenal – Aston Villa 3:2, Robin van Persie, 61. Minute (FE)

Koscielny geht auf links, zieht dynamisch in den Strafraum, wo ihn Bent aus dem Gleichgewicht bringt. Den Elfmeter kann man geben. Van Persie wie gewohnt sicher vom Punkt. Crazy game. Arsenal dreht das Spiel komplett. Henry mit einem Lächeln an der Seitenlinie. Die Gunners wie ausgewechselt.

[18h20] Elfmeter FC Arsenal

[18h19] Halbe Stunde noch. Packendes Spiel jetzt. Klasse.

[18h16] FC Arsenal – Aston Villa 2:2, Theo Walcott, 56. Minute

Endlich belohnt sich Arsenal mal für das druckvolle Spiel. Walcott setzt sich toll auf der rechten Seite durch, zieht in die Mitte an der Grundlinie entlang, Given kann zunächst klären, dann schießt Walcott an, von da landet der Ball im Netz. Zehn Minuten hat es gebraucht, bis Arsenal zurück im Spiel ist. Wenger hatte ne passende Halbzeitansprache.

[18h13] FC Arsenal – Aston Villa 1:2, Robin van Persie, 54. Minute (FE)

Song schickt Ramsey, der vom gelbverwarnten Dunne gefoult wird. Kein Platzverweis, aber dafür ein berechtigter Elfmeter. Van Persie verwandelt souverän in die linke untere Ecke.

[18h13] Elfmeter FC Arsenal

[18h10] Arsenal kommt mit Schwung aus der Kabine. Sieht alles paletti aus – bis auf der Abschluss. So auch diesmal. Feiner Spielzug über Rosicky und Walcott, gut durch die Mitte kombiniert. Ramsey mit dem Abschluss genau auf Given. Zu wenig.

[18h08] Die Arsenal-Fans hatten den Torschrei schon auf den Lippen. Eckball van Persie von rechts, Kopfball Mertesacker, Ireland klärt auf der Linie. Close.

[18h05] Beginn 2. Halbzeit

[17h50] Halbzeit FC Arsenal – Aston Villa 0:2

Villa macht es vor, was effektive Chancenverwertung heißt. Zwei gute Chancen, zwei Tore mit teils kräftiger Mithilfe der Arsenal-Verteidigung. Beim 0:1 wird die Ecke nicht verhindert und dann nicht hochgesprungen. Beim 0:2 lässt man sich stupide auskontern. Arsenal war besser, spielbestimmend, mit guten Ansätzen gleich zu Beginn und kurz vor der Pause. Blöderweise haben die Gunners aus der Überlegenheit in der ersten Viertelstunde nichts gemacht. Van Persie blass, Walcott bemüht, aber glücklos. Nur The Ox mit etwas Dynamik. Und dann mit Wut im Bauch auf den Ausgleich gedrängt und vergessen, dass Villa hervorragend kontern kann. Das hat Wenger Freitag sogar noch in der PK gesagt.

Das wird ein ganz langer Weg für Arsenal. Also schonmal warmpfeifen in der Halbzeit, falls Arshavin in der 60. Minute eingewechselt wird. Denn schlimmer kann es eigentlich nicht mehr werden. Credit to Villa. Gut verteidigt, bisschen Glück gehabt, aber eiskalt zugeschlagen. Perfekter kann ein Pokalspiel auswärts nicht laufen.

[17h49] FC Arsenal – Aston Villa 0:2, Darran Bent, 45. Minute +1

Die Gunners werden in der Nachspielzeit wie aus dem Lehrbuch ausgekontert. Peinlich. Da laufen alle nach vorne, unter anderem Mertesacker, um den Druck weiter zu erhöhen. Und Villa steht gut. Sauber rausgespielt, Bent wird lang geschickt. Fabianski reagiert zunächst großartig, kann den Nachschuss aber nicht verhindern. Bent trifft aus spitzem Winkel ins lange Eck. Fein gemacht.

[17h48] Arsenal ist wieder aufgewacht. Fernschuss von Oxlade-Chamberlain, Given klärt zur Seite weg. Man nährt sich.

[17h45] Beste Chance für Arsenal. Villa bekommt in persona Hutton den Ball nicht weg, Ramsey schnappt sich die Kugel, umkurvt Cuellar, zieht vors Tor, aber Given macht die kurze Ecke hervorragend zu und klärt zur Ecke.

[17h43] Arsenal hatte sehr gut begonnen. Villa wurde zuletzt stärker, war gefährlich bei Kontern. Und jetzt fällt Arsenal nicht mehr viel ein, was nach großer Torgefahr riecht. Lange Bälle auf van Persie oder eine erneut missglückte Flanke von Walcott. Villa macht es sich hinten bequem.

Herr Wenger, wie kann man trotz so viel Ballbesitz und Überlegenheit so ungefährlich aussehen?

[17h38] Im Gegenzug feine Kombination von The Ox und Walcott, Schüsschen von Rosicky aus der zweiten Reihe. Da hat Given sogar noch Probleme den Ball festzuhalten. Unverständlich, van Persie kommt aber zu spät. Flottes Spiel jetzt, aber auch viele Ungenauigkeiten.

[17h36] FC Arsenal – Aston Villa 0:1, Richard Dunne, 34. Minute

Schlimm verteidigt nach einer Ecke von Villa. Die Gäste mit der ersten guten Chance zur Führung. Kurz ausgeführte Ecke, Keane mit der gefühlvollen Hereingabe auf den langen Pfosten. Arsenal hat deutliche Überlegenheit. Aber entweder wird sich vom Ball weg orientiert oder nicht richtig hochgesprungen. Dunne mit dem problemlosen Kopfball. Fabianski chancenlos.

[17h33] Die nächste grauenvolle Flanke von Walcott

30 Minuten durch. Wie immer bei Arsenal zuletzt, wenn es gegen einen kompakt stehenden Gegner geht. Viel Ballbesitz, ein paar Chancen. Aber man macht viel zu wenig aus der Überlegenheit. Das ist für Villa alles nicht überraschend und leicht zu verteidigen.

[17h29] Die beiden Duelle auf den Flügeln – Walcott gegen Warnock und Hutton gegen The Ox – gehen bisher klar zu Gunsten von Arsenal aus. Und dafür springt offensiv einfach zu wenig raus. Die Mitte macht Villa ganz gut zu, Rosicky und auch Ramsey müssen häufig wieder hinten rum spielen.

[17h24] Villa zum ersten Mal offensiv in Aktion. Plötzlich ist Bent völlig frei vor Fabianski, ist aber selbst wohl zu erschrocken, weil Fabianski daneben greift und auch Bent nicht wirklich den Kopfball perfekt ansetzt. Zuvor Mertesacker mit, na ja, ausbaufähigem Stellungsspiel.

[17h21] Villa macht in den letzten Minuten die Räume ein wenig enger, steht besser im Mittelfeld, greift früher an. Von daher ist der große Druck der Gunners erstmal weg. Viel Ballbesitz, aber wenig Zug nach vorne. Offensiv Villa noch nicht vorhanden. Arsenal macht selbst zu wenig aus dem Platz in der Offensive, Kombinationen dauern noch zu lange.

[17h15] Wieder schneller Gegenzug von Arsenal. Diesmal schickt Rosicky Walcott auf die lange Reise. Doch der Rechtsaußen wird gut bedrängt und verteidigt, sein Abschluss doch recht weit neben das Tor.

BTW: Fabianski macht einen auf ganz lässig heute Nachmittag.

[17h10] Starker Konter vom FC Arsenal. Coquelin erkämpft sich den Ball in der eigenen Hälfte, schickt Walcott, der van Persie bedient. Doch der Niederländer nicht schnell genug im Abschluss. Lediglich Ecke für die Gastgeber. Die kann Villa aber problemlos klären.

[17h08] Erste gute Chance für die Gunners. Freistoß von Vermaelen aus über 25 Metern. Given reagiert großartig und faustet den Ball zur Ecke ab. Arsenal weiter spielbestimmend.

[17h06] Mal beobachten, ob Oxlade-Chamberlain und Walcott wieder die Flügel tauschen während des Spiels. Zunächst beginnt Walcott wie gewohnt auf rechts. Rosicky zentral. Arsenal mit zügiger Vorwärtsbewegung in den ersten Minuten.

[17h03] Beginn 1. Halbzeit

Die Gunners mit Anstoß in den roten Trikots. Villa in weiß von rechts nach links in den ersten 45 Minuten. Here we go.

[16h53] Und mit Alex McLeish hat Arsenal noch eine Rechnung offen. Der jetzige Villa-Coach trainierte letzte Saison noch Birmingham City, das Arsenal im Carling Cup Finale in Wembley mit 2:1 besiegte und danach die schleichende Krise im letzten Saisondrittel einläutete.

[16h50] Arsene Wenger hat am Freitagnachmittag auf der Pressekonferenz gesagt, dass er den FA-Cup ernst nehme. Und hat sich da mal geschickt auf seine ganze Amtszeit als Referenzwert bezogen. Clever. Denn seit 2005 hat Arsenal den Pokal nicht mehr gewonnen und sich in den letzten Jahren wahrlich nicht mit Ruhm bekleckert. Und so gab Wenger gleich einschränkend zu Protokoll, dass das Hauptsaisonziel das Erreichen der Champions League sei. Und das Verpassen könne auch nicht durch einen eventuellen Pokalerfolg abgemildert werden.

[16h43] Auslosung Achtelfinale FA-Cup 2011/2012

FC Liverpool – Brighton & Hove Albion
FC Everton – Blackpool / Sheffield Wednesday
FC Chelsea – Birmingham City
Crawley Town – Stoke City
Stevenage – Tottenham Hotspur
Norwich City – Leicester City
Sunderland / Middlesbrough – FC Arsenal / Aston Villa
Millwall / FC Southampton – Bolton Wanderers

Und alle großen Mannschaften gehen sich aus dem Weg. Schön. Gespielt wird am Wochenende 18./19. Februar.

[16h39] Die Aufstellungen im Emirates Stadium

FC Arsenal: Fabianski – Coquelin, Mertesacker, Koscielny, Vermaelen – Song, Ramsey – Oxlade-Chamberlain, Rosicky, Walcott – Van Persie

Aston Villa: Given – Hutton, Cuellar, Dunne, Warnock – Ireland, Clark, Petrov, Agbonlahor – Keane, Bent

Die Gastgeber im bekannten 4-2-3-1 mit van Persie als einziger Spitze. Henry sitzt auf der Bank. Ebenso Sagna, für einen Startelfeinsatz reicht es aber noch nicht. Deshalb spielt Coquelin Rechtsverteidiger, Djourou fehlt verletzt. Rosicky bekommt den Vorzug vor Arteta, the Ox vor dem formschwachen Arshavin. Vermaelen spielt wieder Linksverteidiger. Bei Villa Keane an der Seite von Bent im Sturm. Bei den Gösten sind kurzfristig Marc Albrighton und James Collins ausgefallen, haben sich beide gestern im Abschlusstraining verletzt.

[16h33] Bei den Gunners heute Fabianski im Tor, Oxlade-Chamberlain wieder in der Startelf. Bei Villa beginnt Robbie Keane von Beginn an. Komplette Aufstellungen gleich.

[16h29] In der ersten Partie des heutigen Tages trennten sich der FC Sunderland und der FC Middlesbrough leistungsgerecht 1:1. Damit bekommt der Zweitligist ein Wiederholungsspiel, voraussichtlich am 7. oder 8. Februar.

[16h26] Schönen Nachmittag zusammen. Gleich die Auslosung für die nächste Runde im FA-Cup, im Anschluss das Schlussspiel der 4. Runde. Der FC Arsenal empfängt im Premier League Duell Aston Villa.

Thema: Fußball, Live-Blog | Kommentare (0) | Autor: medispolis

Und was nun, Herr Wenger? [Season 2011/2012, Episode 3]

Dienstag, 24. Januar 2012 12:14

Januar 2012, 22 Spiele sind in der Premier League Saison 2011/2012 gespielt, der FC Arsenal hat 36 Punkte, 18 Zähler Rückstand auf Tabellenführer Manchester City. Noch nie standen die Gunners in der Ära von Arsene Wenger so schlecht da zu diesem Zeitpunkt in der Saison.

Es herrscht Ratlosigkeit beim Verein. Und auch bei den meisten Fans, mir eingeschlossen. Ich habe keine Erklärung für die mäßige Leistung gegen Manchester United in der ersten Hälfte finden können. Viele Gedanken, viele Notizen, aber kein Schema, das die vielen Fehlpässe, mangelnde Abstimmung im Mittelfeld und die geringe Kreativität in der Offensive klären könnten. Mangelnde Erfahrung als Begründung fällt weg. Und dass Arsenal schönen Fußball spielen kann, haben sie 20 Minuten in der zweiten Halbzeit demonstriert. Nur warum erst dann?

Der Verein bewegt sich in eine dramatische Situation. Die Qualifikation für die Champions League steht auf ganz wackeligen Füßen, die Gunners können noch nicht mal sicher sein, sich überhaupt für Europa zu qualifizieren. Schlechter kann die sportliche Lage auch im Hinblick auf eine Vertragsverlängerung von Robin van Persie eigentlich nicht sein. Die aktuelle Lage ist kritisch.

Was ist los beim FC Arsenal, wo liegen die Gründe für das mangelnde sportliche Abschneiden? Zwei Sachverhalte sind ganz offensichtlich, die auch als Hauptgründe für die sportliche Krise angeführt werden können. Blöd nur, dass im Verein keiner darauf reagiert.

Zu viele Verletzungen
Die Liste der verletzten Spieler ist schlicht zu lang. Es ist ja fast schon paradox, dass ausgerechnet Robin van Persie noch keine Saisonspiel verletzt gefehlt hat. Mit Thomas Vermaelen, der mittlerweile wieder fit ist, Sagna, Carl Jenkinson, Kieran Gibbs und Andre Santos fiel nahezu der gesamte Defensivverbund aus. Auf den Außenverteidigerpositionen spielten Innenverteidiger. Das erschwerte Druck über die Flügel aufzubauen. Mit Jack Wilshere und teilweise jetzt Mikel Arteta fehlen die Schaltstellen im defensiven Mittelfeld, jene Spieler, die Impulse für das Offensivspiel geben sollen. Ersatz in persona Abou Diaby fehlt ebenfalls verletzt. Zu allem Überfluss hatte sich vor dem so wichtigen Spiel gegen Manchester United auch Thierry Henry verletzt. Viele Spieler kommen in den nächsten Wochen zurück. Hoffentlich ist es noch nicht so spät.

Zu viele wichtige Spieler im Formtief
In Abwesenheit von Jack Wilshere musste insbesondere Aaron Ramsey viele Spieler absolvieren. Der Waliser wirkte in den letzten Spielen müde und erschöpft, was völlig verständlich ist, zumal Ramsey vor einem Jahr noch mit Beinbruch verletzt an seinem Comeback arbeitete und erst im Frühjahr wieder den Spielbetrieb aufnahm. Theo Walcott hatte einen guten Saisonstart, spielt in den letzten Wochen aber auch zu unkonstant. Chamakh im Sturm ist ein Schatten seiner selbst. Die ständigen Bekundungen, dass er irgendwann seine Form finde und den Durchbruch bei Arsenal schaffen werden, klingen wie Durchhalteparolen. Gleiches gilt für Andrej Arshavin, der spätestens nach dem Spiel am Sonntag sich endgültig aus den Herzen der Fans gedribbelt hat.
Der FC Arsenal hat eigentlich nur eine starke Achse derzeit im Team. Das sind Torhüter Szczesny, Koscielny in der Innenverteidigung, Song im defensiven Mittelfeld (zum Glück ist der nicht beim Afrika-Cup!) und Robin van Persie im Sturm. Und diese Achse reicht einfach nicht um ganz vorne mithalten zu können.

Die Stimmung bei den Fans ist gereizt, man ist unzufrieden über die sportliche Situation. Die Auswechselung von Alex Oxlade-Chamberlain war das Ventil, in dem es sich entladen hat. Es ist verständlich, nur kann man Wenger da nicht den größten Vorwurf machen. Hätte Arshavin den entscheidenen Pass gespielt, wäre Wenger der Held gewesen. Man kann mit Spielerwechseln richtig oder falsch liegen, Wenger liegt häufig richtig. Die Fans haben überreagiert, vielleicht war es auch gar nicht die Auswechselung an sich, sondern die generelle Unzufriedenheit. Wenger hat Recht. Er muss seine Auswechselungen nicht rechtfertigen. Die starre Haltung des Trainers wie die Reaktion der Fans zeigt, wie angespannt die Lage bei den Gunners ist.

Der FC Arsenal hat die letzten drei Spiele verloren und war teilweise nicht wieder zu erkennen. Viele Abspielfehler in der Vorwärtsbewegung, ein ganz langsamer Spielaufbau mit vielen Querpässen. Das kennt man von Arsenal gar nicht. Das Offensivspiel hat wenig Dynamik. Es zieht sich wie ein roter Faden durch die Saison. Mittlerweile wissen die Gegner perfekt, wie gegen Arsenal verteidigt werden muss. Swansea hat es vorgemacht. Und da Arsenal weiterhin defensive Aussetzer produziert, werden solche Spiele stets knapp verloren.

Und den großen Vorwurf, den man Arsene Wenger machen muss, ist, dass er für diese Situation und diese Entwicklung keinerlei Lösungsmöglichkeiten hat. Seine Sturheit bloß keine neue Spieler zu kaufen, steht im krassen Widerspruch zu der Notwendigkeit. Im Prinzip hat Arsenal einen brauchbaren Stürmer. Das soll reichen? Natürlich kommen einige wichtige Spieler demnächst zurück ins Team. Aber kann es der Anspruch der Gunners sein, um Platz fünf mitzuspielen? 39 Tore geschossen, 33 Treffer kassiert. Beides sind im Vergleich zu den Konkurrenten die schlechtesten Werte. Wenger scheint jeglichen Bezug verloren zu haben, wenn er öffentlich sagt, dass kein Bedarf für Neuverpflichtungen besteht.

Wenger geht ein hohes Risiko ein: Sollte es am Saisonende nicht für die Champions League reichen, dürfte es das für Wenger bei Arsenal gewesen sein. Nicht weil er rausgeschmissen wird, sondern weil sogar er dann sicherlich erkennt, dass er dem Verein nicht weitergeholfen hat. Nicht nur Wenger geht ein hohes Risiko ein, auch der Verein steht vor einer immensen Herausforderung: In der Europa League zu spielen kann sich Arsenal eigentlich nicht leisten, zumal dann wichtige Spieler, wie Van Persie oder Walcott, nur schwierig zu halten sein werden. Wenn sich Arsenal und Wenger schon weigern exorbitant hohe Gehälter zu zahlen und damit einen klaren Wettbewerbsnachteil gegenüber Tottenham, Chelsea und den Klubs aus Manchester hat, wäre es zumindest angemessen, dieses Geld in einen breiten Kader zu stecken. Und der ist zumindest in der Offensive nicht gegeben.

Es wäre ein fatales Zeichen, sollte van Persie am Saisonende den Verein verlassen, weil er sportlich keine Perspektive im Verein sieht. Wenn Wenger so weitermacht, steigen die Chancen auf dieses bedauerliche Ereignis.

Die nächsten Hürden heißen Aston Villa im FA-Cup, dann Bolton auswärts in der Liga. Es folgt ein Heimspiel gegen Blackburn, bevor es zum FC Sunderland geht. Klingt alles machbar, nur hat Arsenal zuletzt genau solche Spiele verloren.

Wenger hat in den letzten Tagen viel Kredit bei den Fans verspielt. Es wird Zeit brauchen, bis die Fans wieder zufrieden sind. Eigentlich helfen nur Siege – oder vielleicht mal ein, zwei neue Spieler. Sonst heißt es bald: In Arsene we trusted.

Thema: Premier League | Kommentare (0) | Autor: medispolis

Premier League 2011/2012 #5 – The own goal group without a leader

Samstag, 17. September 2011 17:59

Ein Gunners-Fan hat es in diesen Tagen nicht leicht. Die Blackburn Rovers besiegten den FC Arsenal im Samstagmittagspiel verdient mit 4:3 in einem nicht hochklassigen, aber spannenden und in der Schlussphase dramatischen Spiel. Die Gäste begannen das Spiel hervorragend, standen hoch, spielten schnell und direkt nach vorne und gingen durch Gervinho nach feinem Pass von Song verdient in Führung. Gegen den Spielverlauf erzielte Blackburn dann den Ausgleich durch Neuzugang Yakubu. Arteta brachte Arsenal mit tollem Abschluss wieder in Führung. Mit der knappen, aber verdienten Führung ging es in die Pause. Gewitterregen ging in der zweiten Hälfte über Lancashire nieder und Arsenal agierte wie vom Blitz getroffen. Song und Koscielny standen mit ihren beiden Eigentoren am Ende einer Reihe von defensiven Aussetzern. Yakubu sorgte mit seinem zweiten Tor zwischendurch für eine 4:2-Führung. Arsenal warf in der Schlussphase alles nach vorne, erspielte sich Chancen für ein ganzes Spiel. Entweder scheiterten die Gunners an ihren eigenen Nerven oder an Paul Robinson. Lediglich Chamakh konnte den Ex-Nationaltorhüter überwinden. Wengers Truppe steht ohne Punkte da, obwohl drei Tore auswärts erzielt wurden.

Da dürfte sehr schnell klar sein, worauf sich die Kritik an diesem Wochenende konzentrieren wird, nämlich die Defensive. Das war definitiv ein Rückschritt, wenn nicht gar mehr. André Santos kam heute zu seinem Startdebüt auf der linken Verteidigerseite und hatte einen fürchterlichen Nachmittag, war selten nah genug am Gegenspieler. Nun hat Santos bisher erst einmal 90 Minuten und ein paar Sekunden für Arsenal in dieser Saison gespielt. Es verbietet sich also jetzt schon ein vorschnelles Urteil zu fällen. Fakt ist aber: Santos muss sich gewaltig steigern. Sonst freue ich mich zukünftig auf Einsätze von Kieran Gibbs. Und das soll was heißen. Aber Santos war nicht die einzige Schwachstelle bei Arsenal. Johan Djourou war nach seiner Einwechselung für Sagna schlicht nicht auf einen Einsatz vorbereitet und torkelte über das Spielfeld, konnte sich nur mit Fouls helfen, war zu langsam gegen Blackburns Hoilett. Und von diesen Problemen auf den Außenbahnen hat sich im Spielverlauf immer mehr die Innenverteidigung angesteckt. Koscielny und Mertesacker fanden keine Abstimmung, das Eigentor von Song gleich nach Beginn der zweiten Halbzeit wirkte lähmend. Zu allem Überfluss machte Koscielny noch eines – spätestens dann war die Messe gelesen. Bereits in der ersten Halbzeit wirkte Arsenals Defensive angeschlagen und verwundbar. Da profitierten die Verteidiger vom langsamen Offensivspiel der Rovers. Die haben in der zweiten Hälfte einen Zahn zugelegt und Arsenal fiel wie ein Kartenhaus auseinander. Von der Unsicherheit bei gegnerischen Standards will ich gar nicht sprechen. Und auch Per Mertesacker spielte richtig schlecht heute.

Es gab aber ein paar positive Hoffnungsschimmer bei Arsenal. Aaron Ramsey spielte toll, mit viel Genauigkeit im Spiel. Alex Song hatte gute Aktionen, Gervinho zeigt sich stark formverbessert, nicht nur wegen seines Tores. Arteta spielte eine klasse erste Hälfte. Aber eben nur gute 45 Minuten. In der zweiten Hälfte war er unsichtbar. Und das ist die zweite Dimension der aktuellen Formkrise des FC Arsenal. Neben den defensiven Aussetzern fehlt ein Leader auf dem Platz, jemand der die anderen aufrüttelt, mal in den Hintern tritt, motiviert. Es gab es Verletzungsunterbrechung Mitte der zweiten Hälfte beim Stand von 3:2 für Blackburn. Da wäre es an der Zeit gewesen der Mannschaft auf dem Platz einen Ruck zu geben, wie es früher Fabregas immer mal gemacht hat. Oder auch Nasri. Oder sogar Jack Wilshere. Stattdessen schwiegen sich die Gunners an. Ein paar Minuten später folgte das Eigentor von Koscielny. Wo war Arteta in der zweiten Halbzeit? Ein Ramsey fehlt da schlicht noch die Erfahrung. Auch van Persie wirkte erstaunlich beteiligungslos bei der Motivation seiner Mitspieler.

Seit der Niederlage im Februar im Finale des Carling Cup hat Arsenal 16 Ligaspiele absolviert. Und dabei magere 16 Punkte geholt. Ein Punkteschnitt eines Abstiegskandidaten. Von Top Four will ich gar nicht mehr sprechen. Jetzt muss als erstes Selbstvertrauen und defensive Stabilität zurück. Und das wird schwer genug. Es werden, das steht jetzt schon fest, keine einfachen Monate im Umfeld des FC Arsenal. Auch nicht für Wenger, der zukünftig mehr bieten muss als Erklärungen à la Verunsicherung durch das 2:8-Debakel im Old Trafford. Arsenal hat in fünf Ligaspielen bereits 14 Tore kassiert. Geld wäre für nennenswerte Neuverpflichtungen in der Defensive ist da und wurde von Wenger nicht ausgegeben. Vermaelen kann nicht schnell genug zurückkehren. Wenger selbst sprach nach dem Spiel von einem schrecklichen Saisonstart. Sein Team sei nicht gut genug zurzeit. Er ginge mit einigen Sorgen in die nächsten Wochen. Nächste Woche kommen die Bolton Wanderers ins Emirates Stadium. Unter der Woche ist Carling Cup gegen Shrewsbury angesagt. Zeit für den zweiten Anzug. Co-Trainer Pat Rice hat nach dem 1:1 in Dortmund gesagt, dass Arsenal die Kurve bekommen habe. Aus dieser sind sie heute ziemlich heftig wieder rausgeflogen. Dass Arsenal guten Fußball spielen kann, haben sie in der ersten Halbzeit gezeigt.

Außerdem am heutigen Samstag:

Aston Villa – Newcastle United 1:1
Schiedlich friedlich trennten sich beide Teams im Villa Park. Gabriel Agbonlahor brachte Villa früh in Führung, Newcastles derzeit einziger Stürmer in Normalform, Leon Best, besorgte in der 57. Minute den Ausgleich. Beide verpassten sich in der oberen Tabellenhälfte weiter festzusetzen.

Bolton Wanderers – Ipswich Norwich City 1:2
Die Wanderers hatten einen ganz schwarzen Nachmittag erwischt. Der Aufsteiger aus Ipswich Norwich ging durch Tore von Pilikington und Johnson innerhalb von fünf Minuten kurz vor der Halbzeit mit 2:0 in Führung. In der Nachspielzeit sah Ivan Klasnic von Howard Webb glatt rot. Bolton kämpfe in der zweiten Halbzeit leidenschaftlich, Martin Petrov verkürzte per Elfmeter nach 65 Minuten. Zu mehr reichte es aber nicht.

FC Everton – Wigan Athletic 3:1
Die Toffees kommen langsam in Fahrt. Sieben Punkte aus den letzten drei Spielen, auch weil Everton heute mit 2:1 gegen Wigan gewann. Die Latics gingen durch Di Santo nach einer halben Stunde in Führung, postwendend der Ausgleich durch Phil Jagielka. Das erlösende Tor erzielte der griechische Youngstar Apostolos Vellios kurz vor Schluss. Und in der Nachspielzeit setzte Neuzugang Royston Drenthe noch einen drauf.

Swansea City – West Bromwich Albion 3:0
Erste hat der Aufsteiger aus Wales in den ersten vier Spielen gar nicht getroffen. Und dann fielen die Tore wie am Fließband. Nach dem 2:0 zur Pause hat Dyer gleich nachgelegt. Swansea holt sich den ersten Saisonsieg, verlor aber Neil Taylor mit einer schlimmeren Verletzung nach einem Ellbogenschlag von Peter Odemwingie. Neun Minuten wurde Taylor auf dem Platz behandelt.

Wolverhampton Wanderers – Queens Park Rangers 0:3
Der Höhenflug der Wolves ist erstmal vorbei, QPR kommt zum zweiten Saisonsieg, und wieder auswärts. Die Neuzugänge im Team von Neil Warnock schlugen zu, Joey Barton erzielte nach acht Minuten das 1:0, DJ Campbell, aus Blackpool gekommen, setzte mit dem 3:0 den Schlusspunkt.

Thema: Premier League | Kommentare (2) | Autor: medispolis

Champions League 2011/2012 #1, Vor der deutsch-englischen Nacht, Episode 1

Sonntag, 11. September 2011 20:13

Der Vorhang für die Champions-League öffnet sich in dieser Woche wieder. Was für fußballbegeisterte Menschen heißt: 7 Tage Fußball in der Woche. Man kann sicherlich über die Qualität der europäischen Fußballigen streiten und natürlich vor allem über die Gruppenphase der Champions League, die in den letzten Jahren immer stärker in die Kritik geriet: zu viele Spiele, langweilig, in den Gruppen nicht ausgeglichen genug. Zumindest vor dieser Saison sind negative Bekundungen ferngeblieben. Viele spannende Gruppen mit namhaften Gegnern. Auch für die deutschen Klubs.

Vor dem 1. Spieltag in der Gruppenphase ein paar Notizen und Gedanken zu den Gegnern von Borussia Dortmund und Bayer 04 Leverkusen.

FC Arsenal
Man kann nicht behaupten, dass der FC Arsenal vor Selbstvertrauen strotzt vor dem Spiel bei Borussia Dortmund. Dafür hat der Saisonstart zu viele Enttäuschungen hinterlassen. Zum Auftakt gelang ein 0:0 in Newcastle, als die Gunners es aber verpassten ihre Überlegenheit in klare Torchancen umzumünzen. Was gegen die Magpies noch wie die fehlende Eingespieltheit zu Saisonauftakt aussah, sollte in den nächsten Wochen eine ernsthaftere Angelegenheit werden. Arsenal schafft es in der Spielzeit 2011/2012 sich viele große Torchancen zu erspielen. Das fing gegen den FC Liverpool an, als 70 Prozent Ballbesitz nur zu 10 starken Minuten in der Offensive führten. Das war auch gestern gegen Swansea City zu sehen. Arsenal war über weite Strecken überlegen, viele Torschüsse sprangen nicht dabei raus. Über die Demütigung bei Manchester United will ich gar nicht so viele Worte mehr verlieren. Das war schlicht ein Tag, den man als Arsenal-Fan schnell vergisst und es sich dank so vieler möglicher Erklärungen auch nicht anbietet tiefergehender zu analysieren.

Wenn wir einen Strich unter die ersten sechs Pflichtspiele von Arsenal setzen, sind die fehlende Kreation von Torchancen, und das nicht mehr vorhandene druckvolle, schnell Spiel nach vorne die derzeitigen Hauptsorgen. Lediglich im Rückspiel bei Udinese Calcio schafften es die Gunners mal eine Halbzeit lang durch schnelles Spiel in der Offensive zum Torerfolg zu kommen. Aus Sicht von Arsene Wenger, der sein Team genau, auf diese Spielweise hin aufstellt, eine beänstigende Zwischenbilanz, deren Ursachen aber schnell erklärt sind und sich in den nächsten Wochen sicherlich minimieren lassen. Aus Sicht von Borussia Dortmund kommt Arsenal zu einem günstigen Zeitpunkt in der Gruppenphase. Woran liegen die genannten Probleme bei den Gunners? Der Hauptgrund liegt in der fehlenden Eingespieltheit des Teams. So viele Faktoren sind dafür verantwortlich: die Verletzungen von Jack Wilshere und auch Theo Walcott (jetzt wieder fit) ebenso wie Kieran Gibbs und Thomas Rosicky (wohl in Blackburn nächstes Wochenende wieder dabei), dazu die Sperren für Gervinho, Alex Song und Frimpong. Chamakh sucht seine Form ebenso wie Andrej Arshavin. Die Leistung des Russen gegen Swansea City könnte ein erster Hoffnungsschimmer sein, dass sich Arshavin wieder auf seine Stärken beruft und nicht ständig sich festdribbelt, Bälle verliert und Fehlpässe spielt. Durch die vielen Sperren und Verletzungen hatte das junge Team nicht die Chance sich einzuspielen. Das wird erst jetzt nach und nach klappen. Defensiv sieht die Lage etwas besser aus, klammern wir das 2:8 gegen Man Utd mal aus. Arsenal wirkt defensiv immer noch nicht stabil, weil immer wieder andere Formationen spielen mussten. Thomas Vermaelen fehlt noch bis Ende Oktober verletzt, dann war mal Laurent Koscielny ein Spiel nicht dabei, gleiches gilt für Johan Djourou oder Carl Jenkinson.

Es gab also einen Kern von Spielern, die immer dabei waren und die dann alleine die Verantwortung übernehmen mussten. Und es gab keinen Samir Nasri oder Cesc Fabregas mehr, welche die jungen Spieler an die Hand nehmen konnten. Aaron Ramsey, der junge wallisische Nationalspieler, musste nun alleine die Fäden im Mittelfeld ziehen, war gegen Newcastle und Liverpool auch engagiert, aber wirkungslos. Gegen Swansea City gestern konnte er sich ein wenig mehr verstecken als sonst. Ein Unterschied zu den Leistungen zuletzt ist kaum aufgefallen. Für Dienstag ist de Einsatz von Ramsey wegen einer Knöchelverletzung fraglich. Arsene Wenger musste auf dem Transfermarkt handeln und hat das auch gemacht. Mit Yossi Benayoun und Mikel Arteta kamen zwei Neuzugänge für die kreative Offensivabteilung, Chu-Young Park soll neben Robin van Persie für Tore sorgen und Marouanne Chamakh zeigen, dass Konkurrenz das Geschäft belebt. Per Mertesacker soll die Defensive stabilisieren zusammen mit André Santos von Fenerbahce Istanbul. Alle Neuzugänge sind fit, haben teilweise gegen Swansea schon gespielt, aber ihre Integration ins Mannschaftsgefüge und die Arsenal-Spielweise braucht Zeit.

Zeit, die Arsenal nur begrenzt hat um am Ende der Saison vorne mitspielen zu können. Titel gewinnen ist ja das Ziel – und das wurde von Wenger auch nicht geändert. Warum Arsenal so schwer in die Saison findet, hat neben den oben genannten sportlichen Gründen eine emotionale Komponente. Dem jungen Team war anzusehen, dass sie mit dem Druck nach dem Weggang von Fabregas und Nasri, der öffentlichen Forderung nach weiteren Neuzugängen, den schlechten Ergebnissen zu Saisonstart und der fehlenden Gewissheit Champions League zu spielen nur schwer umgehen kann. Die letzten 20 Minuten am Samstag gegen Swansea City haben demonstriert, dass die Nervosität noch nicht verflogen ist, das Selbstvertrauen nur langsam zurückkommt. Spielerisch ist Arsenal derzeit meilenweit von den Kurzpassorgien der letzten Saison entfernt. Das muss sich alles erst noch finden und braucht Zeit und viele Erfolgserlebnisse sobald wie möglich.

Eigentlich nicht die schlechtesten Voraussetzungen für Borussia Dortmund vor dem Spiel gegen die Gunners. Mit einem Punktgewinn wäre Arsenal sicherlich schon zufrieden.

FC Chelsea

Bayer 04 Leverkusen reist am Dienstagabend zum FC Chelsea an die Stamford Bridge. Ebenso wie bei Arsenal läuft es bei den Blues noch nicht rund nach vier Spielen in der Premier League, wenngleich die Sorgen im Südwesten nicht ganz so groß und umfangreich sind wie im Nordosten der Stadt. Der Vorteil beim FC Chelsea: Es stimmen zumindest die Ergebnisse. Nach dem schwachen Auftakt am 1. Spieltag beim 0:0 in Stoke konnten die letzten drei Spiele gewonnen werden. 2:1 gegen West Bromwich Albion, 3:1 gegen Norwich City und ein 2:1 beim FC Sunderland, das praktisch ohne Stürmer spielt. Also schnell erkennbar: Das ist ein Auftaktprogramm, mit dem man gut und lässig in die Saison starten kann. Das haben die Blues gemacht, so ist Bayer Leverkusen der erste richtige Härtetest. Was für Leverkusen nur von Vorteil sein kann.

Beim FC Chelsea hat sich im Sommer einiges geändert, wobei der Eindruck gewonnen werden kann, dass durch die geringe Nachhaltigkeit auf der Trainerposition Chelsea in jedem Sommer einen kleinen Umbruch vollzieht. Mit André Villas-Boas steht mal wieder ein Portugiese an der Seitenlinie, der sich sein Team um die arivierten Kräfte und Leistungsträger, wie Lampard, Drogba, Terry und Malouda, mit seinen Wunschspielern zusammengebaut hat. Last minute wurde Raul Meireles vom FC Liverpool verpflichtet, vom FC Valencia kam der Spanier Juan Mata. Vom RSC Anderlecht kam Romelu Lukaku für schlappe 22 Millionen Euro. Und von der B-Mannschaft des FC Barcelona kam Oriol Romeu zu den Blues und bekam gegen Sunderland einen Kurzeinsatz.Es gab schon Zeiten, da hat der FC Chelsea mehr Geld für neue Spieler ausgegeben. Es waren diesen Sommer nur knapp über 80 Millionen Euro. Und nicht blind eingekauft, sondern gezielt verstärkt – und für die Zukunft geplant.

Dass der FC Chelsea auf und abseits des Platzes derzeit eher wenig Sorgen hat, zeigt die Diskussion um Fernando Torres, jener Stürmer, der im letzten Winter für 50 Millionen Euro nach London wechselte und dessen Tore die Fans seitdem an einer Hand abzählen können. Auch in dieser Spielzeit wirkt der Spanier noch wie ein Fremdkörper in der Chelsea-Offensive. Das hat Trainer Villas-Boas erkannt und gleich mal Selbstvertrauen nach außen demonstriert. Den wenn Torres nicht seine Form hat, spielt er nicht. Bei der Partie in Sunderland stürmten Daniel Sturridge, Nicolas Anelka und Juan Mata in einem 4-3-3. Didier Drogba fehlte wegen seiner Kopfverletzung und wird wohl am Dienstag noch nicht im Kader stehen. Torres durfte sich die letzten 15 Minuten empfehlen. Mehr nicht. Im Chelsea-Mittelfeld vermissen die Fans weiterhin den verletzten Michael Essien. Ramires beackert die rechte Seite, Raul Meireles kommt eher über links, Frank Lampard zieht die Fäden in der Mitte. In der Defensive scheint Villas-Boas mit Bosingwa auf rechts, Terry und Ivanovic als Innenverteidigung und Ashley Cole auf der linken Seite seine Wunschformation gefunden zu haben. Interessant wird sein, was passiert, wenn David Luiz nach seiner Verletzung zurückkehrt. Am Samstag stand Luiz zumindest im Kader, Einsätze werden sicherlich folgen, vielleicht schon gegen Leverkusen. Am ehesten müsste Bosingwa dann wohl auf die Bank, Ivanovic rückt auf rechts und Luiz spielt neben Terry. Aufatmen für viele Chelsea-Fans auf der Torhüterposition. Peter Cech ist nach seiner Verletzung wieder dabei, gegen Sunderland die 90 Minuten ohne Probleme absolviert. Hilario, der nicht wirklich schlecht gespielt hat, darf bei Cech dessen Klasse und Ausstrahlung abschauen. Momentan hat Villas-Boas also mit David Luiz im Team eine ganz gute Aufstellung gefunden. Es reicht für knappe Siege gegen Mittelfeldteams der Premier League.

Von Titelträumen und der Form solche zu gewinnen sind die Blues also noch ein ganzes Stück entfernt. Und die Gegner zuletzt hießen eben nur Norwich, West Brom und Sunderland. Da sollte für Leverkusen mit ihrem schnellen Spiel nach vorne ein Punkt auf alle Fälle drin sein. Sunderland hat ganz gut gezeigt, wie Chelsea zu knacken ist. Hätten die Black Cats doch nur Stürmer. Zwei Wege: entweder durchs Spiel über die Außen, nach innen ziehen und mit flachen Zuspielen die Stürmer suchen. Mit Geschwindigkeit hatten Terry und Ivanovic Probleme, bei hohen Zuspielen waren sie sicher. Der zweite Weg wird ein wenig von der Aufstellung von Villas-Boas abhängen. Spielt er wieder volle Offensive mit einem 4-3-3 oder baut er eine etwas defensive Absicherung ein und macht das Mittelfeld enger. Sollte Chelsea beim 4-3-3 bleben, sollte sich Bayer 04 die 90 Minuten von Chelsea gegen Norwich anschauen, als der Aufsteiger es mit schnellem Spiel gut geschafft hat das Chelsea-Mittelfeld zu überwinden. Chelsea ist defensiv anfällig. Und bisher schlägt auch die Offensivpower noch nicht voll zu. Und warum sollte Fernando Torres ausgerechnet gegen Leverkusen jetzt wieder in die Erfolgsspur zurückfinden?

Für Bayer Leverkusen ebenso wie für Borussia Dortmund nicht der schlechteste Zeitpunkt auf die Gegner aus der Premier League zu treffen. Ich tippe auf ein Remis für den BVB und einen Sieg für Bayer 04. Wie seht ihr das?

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Für Arsene Wenger das richtige Ergebnis zur richtigen Zeit

Sonntag, 28. August 2011 20:03

Es gibt bittere Niederlagen im Fußball, die man einfach ganz schnell hinter sich lässt und wieder zur Tagesordnung übergeht. Das Phrasenschwein freut sich dann meistens über Bezeichnungen wie “Ausrutscher”, “nicht unser Tag”, “alles lief gegen uns” oder “erst hatten wir kein Glück und dann kam auch noch Pech hinzu”. Und es gibt Niederlagen im Fußball, die schmerzen und die einen tiefen Einschnitt markieren können, die aufzeigen, dass die Strategie den Verein zu führen, die Transferpolitik und die Außendarstellung derzeit schwach sind und nicht reichen um die eigenen Ziele und Erwartungen zu erfüllen.

Und deshalb kann dieser Nachmittag im Old Trafford – so schmerzhaft und erniedrigend er für alle Arsenal-Fans war – am Ende vielleicht doch noch seine positiven Seiten haben. Denn spätestens jetzt sollte auch Wenger erkannt haben, dass die Strategie die besten eigenen Spieler teuer zu verkaufen, sie nicht zu ersetzen und stattdessen junge, in der Premier League noch unerfahrene Spieler, aufzustellen, komplett gescheitert ist. Zumindest wenn Arsenal um die vorderen Plätze in der Tabelle mitspielen will.

Es ist vielleicht noch nicht mal das Alter der Spieler, Sir Alex Ferguson bot ein sogar noch jüngeres Team auf. Es ist vielmehr Wengers Glaube mit diesen jungen Spielern, die noch Zeit brauchen sich zu entwickeln und stärker zu spielen, sofort einem Team wie Man Utd Paroli bieten zu können. Junge Spieler an die Premier League heranführen, schön und gut, aber das geht nur, wenn erfahrene Spieler den Kern der Mannschaft bilden.

Blöderweise waren diejenigen, die das können – Wilshere, Song, Gervinho, Vermaelen, Sagna – heute verletzt oder gesperrt. Aber das ist ja nur die eine Seite der Medaille. Wenn Arsenal Nasri, Fabregas und Clichy verkauft, kann ich dieses Trio nicht mit der bisherigen Transferpolitik ersetzen. Zumindest nicht sofort. Vielleicht in drei, vier Jahren. Aber soviel Zeit hat Wenger nicht mehr – und so viel Zeit wollen ihm die Arsenal-Fans und viele Journalisten nicht mehr geben. Wenn Wenger bisher nie über seinen Schatten springen wollte, kann nur dieses demütigende Ergebnis der finale Auslöser sein es doch zu tun. Bei einem 2:2 hätte sich Wenger nur bestätigt gefühlt. Seht her, mein junges Team kann mit Man Utd mithalten, ich habe es doch immer gesagt. Nach dem 2:8 wurde Wenger von Sky Sports gefragt, ob er plane zurückzutreten.

Natürlich ist es nicht leicht die passenden Spieler zu finden, schon gar nicht für Arsenals Spielweise. Aber mit den finanziellen Ressourcen im Rücken sollte das möglich sein, wenn man will. Bis Mittwoch bleibt noch Zeit. Es wird was passieren. Seit heute hat Wenger keine Argumente mehr auf seiner Seite.

Ich will Wenger was die Transfers, die vielen Verletzten und die vielen Platzverweise ein wenig in Schutz nehmen. Zumal ich da nicht den Einblick in interne Abläufe habe und die Berichte, die ich täglich über Arsenal lese, auch nicht immer korrekt alles wiedergeben. Wobei es ja vielleicht durchaus einen Zusammenhang zwischen Unerfahrenheit und Platzverweis geben könnte. Aber egal. Vielmehr muss sich Wenger ankreiden lassen, dass das Team verunsichert wirkt. Die ganzen Nebenschauplätze verhindern, dass ruhig gearbeitet werden kann. Das junge Team steht schon am dritten Spieltag in einer Saison so dermaßen unter Druck und Zugzwang, weil quasi die ganze Fußballwelt darauf wartet, ob Wenger mit seiner Transferpolitik einen weiteren Beweis des Handelns braucht. Und daran ist der Franzose ganz allein schuld. Wenger hat nach außen, so unterhaltsam und ehrlich seine Pressekonferenzen sein mögen, ein ganz schlechtes Bild abgegeben und viel Vertrauen und Kredit verspielt. Wenn er heute nach der Niederlage im Old Trafford sagt, dass es für die nächsten Tage am besten sei erstmal ruhig zu sein, mag das der richtige Schritt sein. Bloß kommt er viel zu spät. Wie Wengers Anstrengungen jetzt noch die passenden Spieler zu finden.

Die nächsten Tage werden interessant und spannend. Auch was das Verhältnis von Wenger zum Arsenal Board angeht. Es treten immer wieder Gerüchte hervor, wonach Wenger gerne sehr viel Geld ausgeben würde, da Board aber nicht grünes Licht gibt. Und wie reagieren die Fans? Spätestens nach dem heutigen Abend dürfte ihre Geduld minimal sein. So oder so ein Einschnitt in der langen Arsenal-Historie. Vielleicht gerade noch rechtzeitig.

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Und was nun, Herr Wenger? [Season 2011/2012, Episode 2]

Dienstag, 23. August 2011 17:38

Hinweis vorweg: Großartiger Lesestoff zur aktuellen Situation beim FC Arsenal von @goonerportal bei SPOX: Alarmstufe rot.

Es sind Schicksalstage für den FC Arsenal und Arsene Wenger. Mittlerweile hat sich in den letzten Monaten seit Ende der letzten Saison soviel Material, Zitate, falsche Hoffnungen und Prognosen angehäuft, dass talentierte Regisseure sicherlich eine Telenovela, Schriftsteller einen ganzen Roman produzieren könnten. Der Saisonauftakt mit dem Remis in Newcastle und der verdienten Heimniederlage gegen Liverpool verlief nicht den Erwartungen und Wünschen der Spieler, des Trainers und der Fans entsprechend. In den Champions League Playoffs geht Arsenal mit einem hauchdünnen Vorsprung in das morgige Spiel in Udine. Und Sonntag reisen die Gunners zu Manchester United. Arsenal könnte Ende August bereits in einer großen Krise stecken. Im schlechtesten Falle spielt man ab September Europa League und hat gleich zu Beginn mal acht Punkte Rückstand auf die Klubs aus Manchester. Mich würde es nicht wundern.

Der Arsenal-Fan sieht, dass sich die Mannschaft schwer tut, sie die Gerüchte, Belastungen und Nebenschauplätze belasten, das Team weit von der Bestform agiert. Gerade jetzt, wo die Gunners eigentlich Top-Leistungen brauchen. Im Umfeld des Verein herrscht eine Mischung aus Zuversicht, Optimismus, Lethargie und Wut/Ärger auf die vielen Baustellen, die sich in der noch jungen Saison bereits ergeben haben. Und im Mittelpunkt dieser Gefühlswelt steht Trainer Arsene Wenger, der derzeit vielleicht noch der einzige ist, der den optimistischen Aspekt in die Öffentlichkeit klärt. Nach dem 0:2 gegen Liverpool wurde er von einem BBC-Reporter gefragt, ob er noch optimistisch seine Arbeit verfolge und optimistisch auf die nächsten Aufgaben blicke. Von Wenger kam nur die lapidare Antwort: “Always.” Und dabei dürfte es gerade Wenger sein, dem die Aussagen der vergangenen Wochen nun immer häufiger um die Ohren fliegen werden. Vor zwei Wochen sagte Wenger auf der wöchentlichen Pressekonferenz, dass er nicht erwarte, dass Fabregas und Nasri den Verein verlassen werden. Drei Tage später konnten sich Arsenal und der FC Barcelona auf einen Transfer von Fabregas einigen. Noch am Sonntag gab Wenger zu Protokoll, dass Nasri sich wohl fühle beim FC Arsenal. Heute morgen trainierte Nasri noch mit den Spielern, die heute Abend nach Udine aufbrechen. Am Nachmittag verkündete Arsenal dann auf der Vereinshomepage, dass eine Einigung mit Manchester City erzielt wurde. Auch Samir Nasri verlässt den FC Arsenal. Werfen wir einen noch längeren Blick auf eine Aussagen von Arsene Wenger zurück. Auf der Asien-Tour in Malaysia ließ der Franzose verlautbaren, dass Arsenal nicht länger ein großer Klub sei, sollten die Gunners Fabregas und Nasri abgeben. Und nun, Herr Wenger? Ist Arsenal kein großer Klub mehr? Vom Standing, den meisten Spielern, den Fans, dem Stadion und der Historie auf alle Fälle noch. Von der Außendarstellung und dem ständigen Entgegentreten gegenüber den medialen Spekulationen sicherlich nicht. Wie ein zäher Kaugummi zogen sich Gerüchte, Dementis und Spekulationen durch den Sommer. Es scheint, als hätten alle Beteiligten damit mehr Zeit verbracht als das Team ordentlich auf die Saison vorzubereiten. Das war nicht förderlich. Und ich habe das noch nie so extrem erlebt in der Sommerpause. Wenger wollte sich nicht zur Marionette der Medien machen lassen, wirkte wie der letzte Leuchtturmwärter auf einer kleinen Insel, die durch Orkan immer mehr überschwemmt wurde. Spätestens nach dem Abgang von Nasri ist Wenger mitgespült worden. Und hätte Arsenal nach innen wie nach außen nicht schon genug Probleme, eröffnete sich Wenger mit seiner undurchsichtigen Weitergabe von Infos an sein Team während des Spiels gegen Udinese Calcio eine weitere Baustelle. Vollkommen egal, ob jetzt die UEFA-Regeln undurchsichtig sind, es dort falsche Absprachen gab. Es war ein weiteres Beispiel dafür, dass sich Wenger derzeit von niemandem in seine Arbeit reinreden lässt. Nicht von den Fans, nicht von Journalisten, nicht von der UEFA. Wenger lebt in seiner eigenen Welt. Wird Zeit, dass er dort endlich herauskommt.

Noch hat Wenger bis kommenden Mittwoch Zeit, die vielen Baustellen zu schließen. Und der eindeutig wichtigste Tag in dieser Periode ist schon morgen. Arsenal muss sich schlicht für die Champions League qualifizieren. Vielleicht noch nicht mal des Geldes wegen. Das hortet Wenger sowieso seit Jahren. Sondern vielmehr, um – wie es Wenger formulieren würde – weiterhin ein “big club” zu sein. Damit geht eine gute Ausgangslage für die letzte Woche der Transferperiode einher. Wengers Aufgabe ist es also Mittwoch eine schlagkräftige Truppe auf den Platz zu stellen. “We can only do it with the players we have”, sagte Wenger heute vor der Abfahrt nach Italien. Das sind derzeit nicht viele. Nasri bleibt in Manchester, Wilshere ist weiter verletzt, nach neustem Stand wohl noch bis Ende September. Rosicky, Traore und Djourou haben heute zumindest trainiert, werden aber wohl nicht starten. Koscielny leidet noch an seiner Rückenverletzung. Blickt man auf die bisherigen Saisonleistungen, dürften viele Arsenal-Fans morgen Abend vor 20:45 Uhr einige Schweißperlen auf der Stirn haben. Die größten Sorgen macht dabei ausgerechnet das sonst so starke Mittelfeld, dem bisher eigentlich alles fehlt. Kreativität, Spielfreude und vor allem Tempo, Zielstrebigkeit und Genauigkeit. Der Spielaufbau von Arsenal gleicht derzeit einer Zeitlupe der sonstigen Spielweise. Behäbig, einfach auszurechnen für den Gegner. Hinten sicher stehen – und Arsenal sind alle Zähne gezogen. Arshavin verliert und verdribbelt den Ball häufiger als dass ein Pass mal ankommt. Ramsey, Walcott und Frimpong sind bemüht. Mehr aber auch nicht. Die beiden Erstgenannten gehen dann im Kollektiv, das sich gegenseitig den Ball zuschiebt und nicht weiß, wohin mit der Kugel, unter. Frimpong paart das mit seiner Unerfahrenheit und fliegt mit Ansage vom Platz. Im Sturm rackert Van Persie, lässt sich aber gezwungenermaßen immer tief ins Mittelfeld zurückfallen um sich Bälle zu holen. Konsequenz: Die Flanken von Walcott oder Arshavin landen meist bei den Abwehrspielern des Gegners. Alternativen für Van Persie sind nicht zu sehen: Gervinho passt sich rasant der Spielweise von Arshavin an und verliert viel zu häufig den Ball. Chamakh und Bendtner sind praktisch nicht präsent auf dem Platz. Insbesondere bei Chamakh enttäuscht mich das. Er hatte vor der Saison gesagt, dass er es den Fan nochmal zeigen will und er noch nicht abgeschrieben werden will. Jeglichen Beweis blieb er bisher schuldig. Einzige positive Konstanten sind nun ausgerechnet die Defensivakteure. Wojciech Szczesny steht sicher im Tor, Thomas Vermaelen gibt der Innenverteidigung die nötige Sicherheit, Sagna und Jenkinson finden sich auf den Außenbahnen gut in die Defensivstruktur ein, haben aber noch Potential ihre Offensivaktionen zu verbessern.

Arsene Wenger hat ja nun schon mehrfach geäußert, dass er das Geld nicht zum Fenster rauswerfe. Und dann hat er letzte Woche einen kleinen, aber feinen Zusatz gemacht. Er bringe nur neue Spieler zum Verein, die der Mannschaft eine höhere Qualität geben als derzeit. Nimmt man die bisherigen Spiele als Maßstab, braucht Wenger sechs neue Spieler. Und gleichzeitig können zahlreiche Spieler gehen. Wenn es denn so einfach wäre. Gehen wir die Positionen kurz durch:

Torhüter:
Eigentlich brauchen wir noch einen Torwart, sollte sich Szczesny verletzen. Aber das muss keine Priorität haben derzeit.

Verteidigung:
Einen Innenverteidiger mit viel Erfahrung, optimalerweise kopfballstark, wäre perfekt. Vorschläge gibt es genug, momentan scheitert es wohl am Geld.

Mittelfeld:
Zwei neue Spieler würde ich gerne sehen. Einen für eher defensiven Aufgaben als Ergänzung zu Song und Wilshere. Dadurch könnte sich Ramsey auch wieder mehr in die Offensive einschalten. Das liegt ihm insgesamt sicherlich mehr. Und einen für die offensive Kreativität, ähnlich wie Nasri und mit der Torgefährlichkeit eines Fabregas. Eden Hazard wäre wohl der Top-Transfer. Aber der hat zwei Hürden: jede Menge Geldscheine und die bisherige Haltung vom OSC Lille, dass Hazard nicht verkauft werde.

Angriff:
Ich will gar nicht daran denken, sollte sich Van Persie verletzten. Aber momentan sollte es im Angriff keinen Handlungsbedarf geben.

Es bleibt also spannend. Wenger wird nicht vermeiden können, eine Menge Geld auszugeben. Aber Geld ist da. Hoffentlich jetzt auch noch die Zeit, damit es am Ende keine Panikkäufe werden. So oder so sind es Schicksalstage für den FC Arsenal. Keine leichte Phase. Aber Arsene Wenger ist ja immer optimistisch. Und was macht Arsenal mit Chamakh, Bendtner, Arshavin und Squillaci?

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Und was nun, Herr Wenger? [Season 2011/2012, Episode 1]

Samstag, 9. Juli 2011 19:42

Es ist aus Sicht eines Gunners-Fan schon nicht mal mehr tragisch, dass man nach jeder Saison und im Vorfeld einer neuen Spielzeit mit denselben Gedanken auseinandersetzen muss. Behalten wir unsere Topspieler, wer kann das Team verstärken, wann gibt Wenger endlich mal das ganze Geld aus? Und vielleicht viel wichtiger: Wann gewinnt der FC Arsenal endlich mal wieder einen Titel? Die letzten Wochen haben nicht unbedingt zur kollektiven Beruhigung beigetragen, dass es nächste Saison soweit sein könnte. Für Arsene Wenger ist noch ganz viel zu tun. Zentralste Aufgabe wird es auch werden das Team nach dem enttäuschenden letzten Saisondrittel wieder mental und psychologisch aufzubauen.

Im Mai 2010 schrieb ich in einem längeren Blogeintrag zur Situation beim FC Arsenal die folgenden Zeilen. Sie sind aktueller denn je. Kontinuität bei den Gunners. Nur ernüchternd aus Sicht vieler Fans:

“Wieder einmal zeigte man in den entscheidenen Spielen gegen die Big Four viele Schwächen, war nicht auf den Punkt genau fokussiert. Gleichzeitig muss man den Gunners aber zugute halten, dass sie besonders viele enge Spiele in den letzten Minuten erst gewonnen habe, das Team, was Mentalität, Moral und Geschlossenheit angeht, sehr positiv weiterentwickelt hat. Aber aus Sicht vieler Fans noch nicht weit genug. Umso erstaunlicher war das Ankündigen von Arsene Wenger Anfang diesen Monats, dass er plane, den Kader sukzessive zu verstärken um einen neuen Angriff auf die Meisterschaft zu starten. Einen Prozess, den Wenger die vergangenen Jahre nie begonnen hatte. Aber scheinbar hat auch der Franzose spätestens jetzt erkannt, dass Unerfahrenheit gepaart mit Verletzungen und Formschwäche einiger Spieler zu viele unbekannte Variablen über eine Saison hinweg sind.”

In Kurzform: Wieder kein Titel trotz großer Erwartungen. Insgesamt vielleicht weiterentwickelt. Jetzt drohen Abgänge, neue Spieler müssen her. Für die nächste Saison soll endlich ein Titel her. The same procedure as every year.

Aber der Reihe nach: In der letzten Saison gab es auch viele positive Aspekte und Erscheinungen. Man stand im Carling Cup-Finale, scheiterte im Achtelfinale der Champions League an einem übermächtigen Gegner. Man zeigte teilweise brilliante Leistungen gegen die Big Four, war auswärtsstärkste Mannschaft der Liga. Jack Wilshere spielte eine blendende Saison im defensiven Mittelfeld. Das ist die eine Seite. Die andere lautet: Unnötige Heimniederlagen gegen West Brom, Newcastle und Tottenham. Viele Führungen verspielt. Im Sturm nicht breit genug aufgestellt. Und defensiv zu viele Fehler gemacht. Es reicht zu einer sehr guten Mannschaft, zum Top-Team fehlt noch ein ganzes Stück. Wie jedes Jahr.

Und wie jeden Sommer hat Arsene Wenger von den Besitzern des Vereins und der Aktienholding ausreichend Geld zur Verfügung gestellt bekommen um neue Spieler zu kaufen. Um auslaufende Verträge zu verlängern. Um Stars längerfristig ans Team zu binden. Nur scheint Geld dafür nicht mehr die entscheidene Komponente zu sein, sondern Titelgewinne. Im Vergleich zu vielen anderen Top-Teams in Europa hat Arsenal zwar eine Menge Geld, aber keine Titel in den letzten Jahren vorzuweisen. Make your math, Mister Wenger!

Bisher nur Abgänge: Arsenal auf dem Transfermarkt
Noch hat Wenger kein Vollzug bei neuen Spielern gemeldet. Das Team geht nächste Woche auf Asienreise, also fraglich, ob dann Wenger viel Zeit hat kostenintensive Spielerwechsel einzufädeln. Linksverteidiger Gael Clichy hat die Gunners in Richtung Manchester City verlassen. Nachwuchshoffnung Mark Randall wurde zu Viertligist Chesterfield ausgeliehen. Es ist also bisher erstaunlich ruhig in der Geldbörse vom FC Arsenal gewesen. Das macht viele Arsenal-Fans nervös. Und es heißt viel, wenn man schon Anfang Juli während der Sommerpause tagsüber beim Kauen der Fingernägel erwischt wird, wenn man sieht, dass eines der vielen Gerüchte bezüglich neuer Spieler für Arsenal nicht eingetreten ist. Da ist es nicht mal mehr beruhigend, dass junge Spieler wie Carlos Vela (war ausgeliehen an West Bromwich Albion), Henri Lansbury (Leihe an Norwich City) und Jay Emmanuel-Thomas (Ausleihe an Cardiff City) wahrscheinlich wieder ins Emirates zurückkehren. Das mag Arsenals Zukunft sein. Für die Gegenwart Titel zu gewinnen sind sie alle noch nicht gut genug.

Wie weiter ohne Fabregas und Nasri?
Auch so ein Kassenschlager in jedem Sommer eines Arsenal-Fans: Wenger steht vielleicht vor seiner wichtigsten Saison bei den Gunners. Der Franzose steht vor einer großen Herausforderung. Fraglich, wie langer Wenger mit seinem dauerhaften Optimismus die Fans und das Umfeld noch ruhig halten kann. Erstes großes Ziel wird die Qualifikation für die Champions League im August sein. Man mag sich gar nicht vorstellen, was passieren würde, sollte Arsenal doch Europa League spielen müssen. Und dass man überhaupt in solche Situation hineingerutscht ist, hat sich das Team durch die schwachen Leistungen am Saisonende selbst ermöglicht. Da wird sich Wenger noch so anstrengen können: Mittlerweile scheint es ziemlich sicher, dass Fabregas London in Richtung Barcelona verlassen wird und Nasri bei Manchester City unterschreibt. Das berichten heute übereinstimmend der Independent und die Daily Mail. Arsenal scheint bereit Fabregas für 35-40 Millionen Pfund zum FC Barcelona abzugeben, während Nasri, der noch ein Jahr Vertrag hat, für rund 23 Millionen Pfund nach Eastlands wechselt. Letzte finanzielle Details sind zu klären. Aber als Arsenal-Fan scheint es nicht verkehrt sich langsam damit anzufreunden, Nasri und Fabregas nächste Saison nicht mehr im Trikot der Gunners zu sehen. Und das ist auch Wenges Philosophie: Er versucht alles die Stars zu behalten. Aber wenn er sieht, dass er sie nicht halten werden kann, lässt er sie gehen. Das trifft in erster Linie auf Fabregas zu, der zu seiner großen Liebe Barcelona zurück will.
Ein möglicher Wechsel von Samir Nasri hätte noch eine andere Komponente, die von Wenger-Kritikern immer wieder hervorgebracht wird. Wenger will es verhindern, dass die Gehälter bei Arsenal in schwindelerregende Höhen schießen. Finanzielle Kosolidierung first. Das verhindert zum Beispiel auch eine Vertragsverlängerung von Nasri. Eigentlich darf man Nasri in der derzeitigen Form nicht abgeben und ihm lieber einen neuen hochdotierten Vertrag geben. So würden es wohl auch Man Utd, Chelsea und Man City machen. Aber leider eben nicht Arsenal. Da werden die möglichen 40 Millionen Pfund aus dem Fabregas-Transfer lieber als Reserve aufs Konto gelegt. Wenger könnte bald auch EU-Sparbeauftragter für Griechenland werden. Arsenal hätte ja das Geld für Vertragsverlängerungen und neue Transfers. Wenger will es einfach nicht zum Fenster rausschmeißen. Der Franzose spricht weiterhin von punktuellen Verstärkungen. Sollten Fabregas und Nasri gehen, bräuchte es aber mehr. Da würde eine erfolgreiche Mittelfeldachse wegbrechen. Berücksichtigt man darüberhinaus noch, dass beide offensiv wichtige Tore schießen können und ihr Team durch schwierige Phasen führen können, ist es fast schon besser, Nasri noch eine Saison in London spielen zu lassen und ihn dann ablösefrei ziehen zu lassen.

Punktuelle Verstärkungen reichen nicht: das Problem Innenverteidigung
Offensiv mag der FC Arsenal ganz gut besetzt zu sein. Defensiv hat die letzte Saison wieder eindrucksvoll offenbart, dass die Qualität für Titel nicht reicht. Mit Sagna auf rechts und Gibbs auf links ist man ja nicht schlecht aufgestellt. Ich denke, dass Wenger sich auch noch Ersatz für Clichy holt. Sorgenkind ist und bleibt die Innenverteidigung. Größtes Fragezeichen steht ausgerechnet hinter Thomas Vermaelen. Der Belgier hat fast die komplette letzte Saison verletzt gefehlt. Sollte er fit bleiben und an seine Form aus 2009/2010 anknüpfen, ist eine Baustelle fast geschlossen. Koscielny und Djourou spielten ordentlich und können sich vielleicht nochmal steigern. Trotzdem sind drei sehr gute Innenverteidiger eigentlich zu wenig. Song zurückziehen ist die völlig falsche Option, Sebastien Squillaci zeigte zuletzt große Schwächen und verlor bei Arsenal-Fans ganz viel Kredit. Aufgabe für Wenger: den Transfer eines erfahrenen Innenverteidigers möglich machen. Phil Jones wäre ein möglicher Kandidat gewesen. Doch der Ex-Rovers zog Manchester United vor. Zu teuer für Wenger. Phil Jagielka vom FC Everton wird immer mal wieder gehandelt. Die Liste lässt sich fortsetzen: Gary Cahill von den Bolton Wanderers, Mamahdou Sakho (Paris St. Germain), Jan Vertoghen (Ajax Amsterdam), Christopher Samba (Blackburn Rovers), oder Kyle Bartley (Celtic Glasgow). Alles Namen, die immer mal wieder genannt werden. Spieler, die Wenger teilweise seit Jahren auf dem Zettel hat. Bloß hat noch keiner den Rasen des Emirates Stadium als Arsenal-Spieler betreten. Das ist die Ernüchterung, mit der Arsenal-Fans immer wieder konfrontiert werden.

Problemfälle im Kader: Bendtner, Arshavin, Almunia, Chamakh, Denilson
Bei all dem ganzen Theater nach Neuverpflichtungen darf nicht übersehen werden, dass Arsenal noch eine Menge Altlasten mit sich schleppt, Spieler, welche die hohen Erwartungen nicht mehr erfüllen können, keine Lust mehr haben oder noch darauf hoffen, eine zweite Chance zu bekommen. Zumindest zwei Namen können wir vielleicht demnächst aus der Liste streichen. Die BBC meldete heute Nachmittag, dass Arsenal nicht länger mit Almunia und Bendtner plane. Für Denilson sollen einige Interessenten, unter anderem auch Bayern München, vor der Tür stehen. Fragt sich, wie die Zukunft von Andrej Arshavin aussieht. Potential beim Russen ist definitiv da, nur zeigen konnte er es letzte Saison nur selten, fiel stattdessen durch Unlust und Teilnahmelosigkeit auf. Bekommt Arshavin noch eine Chance? Angeblich stand ein Wechsel zu seinem ehemaligen Verein Zenit St. Petersburg kurz bevor. Aber Sie wissen ja, wie das ist mit Gerüchten und Arsenal in diesen Tagen. Sie werden selten wahr. Auf einen Arshavin in der Form der Vorsaison lässt sich definitiv verzichten. Auch noch nicht final ist die Zukunft von Marouane Chamakh geklärt. Paris St. Germain hat zwar ein Angebot für den Stürmer abgegeben, Chamakh möchte aber gerne in London bleiben und sich nochmal beweisen. Dann müssen deutlich mehr als sieben Tore wie in der Vorsaison kommen.

Wer könnte noch kommen? – ein wenig Spekulation und Hoffnung?
Klar ist, dass Arsenal sich noch verstärken muss. Bisher ist ja überhaupt kein prominenter Neuzugang verkündet. Anfang der Woche könnte endlich Vollzug gemeldet werden. Der Wechsel von Gervinho soll in trockenen Tüchern sein. Mittwoch war er bereits zum Medizincheck in London, am Montag soll er offiziell vorgestellt werden. Knapp 11 Millionen Pfund soll Arsenal bezahlt haben, Gervinho bekommt einen 4-Jahres-Vertrag. Ich begrüße den Transfer, habe zwar letzte Saison nur wenig von Gervinho gesehen. Aber von der Spielweise sollte er hervorragend zu van Persie in den Sturm passen. Bleibt zu hoffen, dass die Verpflichtung von Gervinho der Startschuss für weitere Transfers ist. Was gibt es noch zu tun? Szczesny braucht sicherlich noch einen erfahrenen Rückhalt, einen Torhüter, der den Polen noch fördern und etwas beibringen kann. Es wird ein Linksverteidiger und ein Kämpfer im Mittelfeld benötigt – zumal Alex Song im Winter beim Afrika-Cup verweilen wird. Je nach Verbleib von Nasri ein kreativer Kopf mit Spielmacherqualitäten. Die Liste an Innenverteidigern ist, wie weiter oben gelesen, ja lang. Da sollte sich jemand die nächsten Wochen finden. Wäre Per Mertesacker nicht verletzt, könnte man den Bremer auch auf diese Liste setzen. Yoann Gourcuff von Olympique Lyon, Leighton Baines vom FC Everton für die linke Seite, Juan Mata vom FC Valencia. Ich will die Liste der Namen nicht länger machen. Und sogar mit Karim Benzema könnte ich mittlerweile leben.

Fest steht vor allem, dass sich endlich was tun muss. Gervinho war hoffentlich nur der Anfang. Die Floskel Arsene knows ist langsam ausgereizt. Geld ist da. Geld wird kommen. Gute Spieler sind auf dem Markt. Jetzt ist es an der Zeit für Wenger über seinen Schatten zu springen: Time to deliver, Mister Wenger.

Thema: Premier League | Kommentare (2) | Autor: medispolis

Premier League 2010/2011 #35, FC Arsenal – Manchester United

Sonntag, 1. Mai 2011 14:56

[16h58] Endstand FC Arsenal – Manchester United 1:0

Kein großes Spiel mit vielen Torchancen, aber spannend und nervenaufreibend zum Schluss. Überhaupt hatte auch Arsenal nur zwei Schüsse aufs Tor in der zweiten Hälfte. Da stimmte dann wenigstens mal die Chancenauswertung. United muss sich vorwerfen lassen, dass sie vor allem in der ersten Hälfte zu wenig nach vorne gemacht haben. Und die Aktionen in der zweiten Hälfte waren jetzt für Szczesny und die Arsenal-Abwehr auch nicht die Gefährlichsten. Da fehlte es an Zielstrebigkeit und dem letzten Willen. Arsenal fiel diesmal nicht wie ein Kartenhaus mit der Führung im Rücken zusammen und hielt ganz gut dagegen. Über 90 Minuten gesehen geht der Sieg okay, weil Arsenal vor allem in den ersten 30 Minuten viel Leidenschaft und Engagement zeigte.

Damit ist das Meisterschaftsrennen wieder ganz offen. United drei Punkte vor Chelsea und nächsten Sonntag gibt es im Old Trafford das direkte Duell. Arsenal festigt mit diesem Sieg den 3. Platz.

Einen schönen Sonntagabend noch. Bis demnächst.

[16h56] Nochmal Freistoß für United aus guter Position, eine Minute noch.

[16h53] Vier Minuten Nachspielzeit

[16h51] Diesmal hat Arsenal ein wenig Glück, als ein Foul von Clichy an Owen kein Elfmeter nach sich zieht. Hätte man geben können. Bisher verteidigt Arsenal gut, lässt wenig zu. Aber sie spielen die Konter nicht gut zu Ende.

[16h49] Fünf Minuten plus Nachspielzeit noch.

[16h48] Wechsel Man Utd: Michael Owen für Michael Carrick

[16h46] Hitzige, spannende und ereignisreiche Schlussphase. Arsenal hat Platz zum Kontern, kämpft, United hält mit allem dagegen.

[16h41] Wechsel Arsenal: Emmanuel Eboue für Walcott

Im Gegenzug Konter der Gunners über Ramsey und Walcott, Van Persie trifft aus spitzem Winkel nur das Außennetz.

[16h40] United erhöht den Druck ohne große Torchancen zu produzieren. Aber Arsenal wirkt schon wieder so, als hätten sie innerlich schon abgeschaltet. Konter der Red Devils. Nani scheitert an Szczesny. Und Arsenal schwimmt, steht hinten viel zu offen. Spannende Schlussphase kündigt sich an.

[16h38] Viertelstunde noch. Das Spiel ist noch nicht durch, sagt schon der Spielstand. Aber auch, weil Arsenal nach dem Tor nicht wirklich weitere Chancen kreiert hat. Die Gunners nutzen den Platz im Mittelfeld nicht gut aus. Gleichwohl kann auch United keine großen Torchancen erspielen, weil Hernandez komplett abgemeldet ist. Auch Rooney tut sich schwer. Könnte das Mittelfeld zu einem Schlüssel werden? Wilshere, Song und Ramsey halten den Laden bisher noch zusammen. Es kommen aber insgesamt zu wenig Impulse für Van Persie. Und United ist ja jederzeit in der Lage ein Tor zu schießen.

[16h37] Wechsel Manchester United: Berbatov für Hernandez

[16h32] Wechsel FC Arsenal: Sebastian Squillaci für den verletzten Djourou. Defensiv eine klare Schwächung für die Gunners. Der Sommer-Neuzugang sicher der schwächste Innenverteidiger, hatte zuletzt auch wenig Spielpraxis. Mal sehen, ob das noch ein Schlüssel in diesem Spiel wird. Die Fans sind wenig begeistert.

[16h29] Arshavin nach seiner Einwechselung bisher überhaupt kein Gewinn für das Offensivspiel der Gunners. Wirkt sehr lustlos, teilnahmslos, geht wenig in die freien Räume. Nasri übrigens mit leichter Oberschenkelzerrung in der Kabine geblieben.

[16h24] Man Utd versucht zu antworten. Nach einer Ecke setzt sich Vidic in der Mitte gegen Djourou durch, Kopfball geht knapp am Tor vorbei.

[16h23] Preisfragen: Schafft es Arsenal mal eine Führung in einen Sieg umzumünzen? Gibt es mehr als fünf Minuten Fergie-Time am Ende des Spiels?

[16h19] 1:0, Aaron Ramsey, 56. Minute

Endlich mal wieder ein schön vorgetragener Angriff. Balleroberung von Song, Van Persie weicht auf den Flügel aus, zieht in die Mitte, bedient den mitgelaufenen Ramsey, der mit einem Flachschuss ins lange Ecke Van der Sar keine Chance lässt. Carrick zu weit vom Waliser entfernt. Verdiente Führung.

[16h19] Wechsel Man Utd: Valencia für Anderson

Ferugson will also mehr Drück über den rechten Flügel bringen. Damit düfte Nani wohl eher nach links rücken. United gestaltet das Spiel mittlerweile ausgeglichen.

[16h16] Bezeichnend, dass gerade ein Abwehrspieler für den FC Arsenal es mal mit einem Distanzschuss versucht. Sagna zieht in die Mitte, Schuss mit links knapp am langen Pfosten vorbei. Mehr schießen ist jetzt nicht die schlechteste Idee.

Im Gegenzug verpasst Hernandez eine Flanke von Nani nur ganz knapp. Szczesny auf dem Posten. Wieder mal.

[16h15] Offeneres Spiel in den ersten Minute der zweiten Halbzeit, weil Man Utd etwas mehr nach vorne investiert, nicht mehr ganz so tief verteidigt. Könnte spannend werden, wenn dadurch Arsenal mehr Räume im Mittelfeld bekommt.

[16h12] Beste Chance fast in diesem Spiel – für Manchester United. Freistoß Rooney aus 22 Metern. Szczesny in der Ecke, fliegt richtig schön in die Ecke und fischt die Kugel aus der Ecke. Tolle Szene von beiden.

[16h08] Beginn 2. Halbzeit

[16h06] Wechsel FC Arsenal: Andrej Arshavin für Samir Nasri

[16h04] So, mal sehen, ob Arsenal die Lust und Leidenschaft hat weiter auf das 1:0 zu gehen und nicht gleich verzweifelt, dass man aus der Überlegenheit keine Tore geschossen hat.

[15h52] Halbzeit FC Arsenal – Manchester United 0:0

Arsenal spielbestimmend mit starken ersten 15 Minuten. Danach fuhr man das Tempo etwas zurück, hatte aber weiter mehr Ballbesitz und mehr Zug zum Tor. Wie immer zuletzt stehen Aufwand und Ertrag in keinem betriebswirtschaflich freundlichen Verhältnis. Bei der Überlegenheit zu Beginn muss einfach ein Tor rausspringen. Zudem hatten die Gunners Pech, als der Handelfmeter von Vidic nicht geahndet wurde. United offensiv mal ein klein wenig aktiv, aber viel kam da nicht. Dafür eine solide Leistung in der Defensive, die es schafft, große Torchancen des FC Arsenal zu verhindern.

[15h47] Dass ich das nochmal schreiben darf. Bester Akteur auf dem Platz in der ersten Halbzeit: Clichy

[15h45] Fünf Minuten noch bis zur Halbzeit. Unverändeter Aggregatzustand. Arsenal spielbestimmend, United hin und wieder vorsichtig offensiv dabei. Arsenal erspielt sich aber keine weiteren Torchancen.

[15h38] Meine Fresse, Vidic klärt eine Flanke von Sagna vor dem einköpfenden Van Persie ganz klar mit der Hand. Sah man aber erst in der Zeitlupe. Aber wenn Foy das sieht, muss es Elfmeter für Arsenal geben. Glück für Sir Alex. Nennt man wohl Karma in Bezug auf die Beziehung Ferguson-Schiedsrichter.

[15h33] Schon ein wenig überraschend, wie Arsenal das Mittelfeld dominiert. Da hätte ich mir von United doch mehr erwartet. Bisher ging aus Sicht der Gäste aber alles in Ordnung. Man ist zwar unterlegen, hält das Spiel vom Ergebnis aber offen. Rooney und Hernandez lauern auf Konter. Und bisher steht Man Utd defensiv kompakt und sicher und lässt wenig anbrennen. Da kann Arsenal noch so viel Ballbesitz und Passgenauigkeit haben. Das ist erstmal für United nicht gefährlich. Es fehlen weiterhin die Torabschlüsse.

[15h25] Aaron Ramsey gefällt mir richtig gut, bei Jack Wilshere ist mal wieder ein wenig das alte Leid zu beobachten. Engagiert, aber in den wichtigen Situationen ein wenig zu überhastet. Aber das ist zu verzeihen. Aus dem Nichts Man Utd mit der Chance zum 1:0. Aber Fabio findet Hernandez in der Mitte nicht, stattdessen nur Ecke. Zum ersten Mal Gefahr vor dem Tor von Szczesny. Und nochmal: Arsenal muss bei der Überlegenheit langsam mal zu größeren Torchancen kommen.

[15h20] Weiter offensiv nur Arsenal, wenngleich Man Utd für ein paar Minuten mal für ein wenig Entlastung sorgte. Zuspiel von Wilshere auf Walcott, der Engländer muss nur noch zur Führung einschieben, aber Evra klärt im letzten Moment vor Walcott zur Ecke. Wie immer bisher: Viel Aufwand, wenig Ertrag für die Gunners. Aber sie kämpfen und spielen zielstrebig nach vorne.

[15h16] Fast 80 Prozent Ballbesitz für die Gunners in den ersten 10 Minuten. Aber noch 0:0.

[15h12] Flottes und direktes Spiel beim FC Arsenal, bis man auf die Abwehrmauer der Red Devils fährt und dann nicht ganz weiß, wo man mit dem Ball hin soll. Aber das lässt sich gut ansehen. Kopfball Van Persie übers Tor, Walcott verpasst eine Hereingabe in der Mitte nur knapp. Von United offensiv noch gar nichts zu sehen.

[15h08] Ordentlicher Beginn der Gunners. Und nach drei Minuten die riesen Chance zur Führung für Arsenal. Ball läuft gut im Mittelfeld über Wilshere und Song. Van Persie gibt auf rechts raus zu Walcott, dessen Flanke Vidic vor die Füße von Wilshere klärt. Doch der verzieht aus bester Position. War viel mehr drin. Momentan nur Arsenal. Aber United ist immer gefährlich, auch wenn sie nicht so scheinen.

[15h05] Beginn 1. Halbzeit

Arsenal in rot-weiß von links nach rechts mit Anstoß, Man Utd in den dunklen Trikots. Chris Foy ist der Referee.

[15h03] Die Aufstellungen im Emirates Stadium

FC Arsenal: Szczesny – Sagna, Koscielny, Djourou, Clichy – Song, Wilshere – Ramsey, Walcott, Nasri – van Persie

Manchester United: Van der Sar – Fabio Da Silva, Ferdinand, Vidic, Evra – Park, Carrick, Anderson, Nani – Hernandez, Rooney

Ein Wechsel bei den Gunners. Cesc Fabregas fehlt verletzt, hat gestern im Training ein Schlag auf das Knie bekommen. Dafür spielt Aaron Ramsey im Mittelfeld. Sonst alles beim alten. Die Gäste mit zwei Wechseln im Vergleich zur Champions League auf Schalke. Giggs und Valencia bekommen eine Pause, Anderson und Nani dafür von Beginn an in der Partie.

[14h59] Manchester United hat die letzten sieben Aufeinandertreffen gegen Arsenal nicht verloren, darunter sechs Siege. Auch diese Bilanz will/muss Arsenal wieder aufbessern. Ein Spiel für die Ehre, wie es Arsene Wenger formuliert hat.

[14h57] Englischer Meister kann der FC Arsenal nicht mehr werden, aber heute noch mal entscheidend in das Titelrennen eingreifen. Denn nach dem Sieg von Chelsea gestern liegen die Red Devils nur drei Punkte vor den Blues aus der Hauptstadt. Ein Sieg heute gegen Man Utd macht die Meisterschaft wieder spannend. Und nach den Rückschlägen der letzten Wochen hat Arsenal vor den eigenen Fans noch so einiges gut zu machen. Das Duell der Trainerlegenden, Wenger gegen Sir Alex im ausverkauften Emirates. Sollte ein spannender Nachmittag werden.

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Zitat des Tages: Montag, 18. April 2011 – Nicht mal mehr Hoffnung

Montag, 18. April 2011 20:08

“Of course, we believe we can do it. They will drop points and we believe we are good enough to win every game from now until the end of the season. We go into everything to finish first. We are Arsenal Football Club, we don’t want to finish second and we definitely don’t want to finish third. We just think about winning. It’s a huge disappointment because with a minute to go we scored what we thought was a winning goal. It’s still possible for us to win the title but it’s a big disappointment because we have to say we dropped two points.”

Arsenal-Keeper Szczesny zu den Meisterschaftschancen der Gunners. Klingt sehr optimistisch [via Arsenal online]

Ich habe diesen Optimismus nicht mehr. Seit gestern nicht mehr. Ich hatte ja schon an anderer Stelle geschrieben, dass Arsenal aus dem Rennen raus ist, wenn sie Liverpool nicht schlagen. Und dabei bleibe ich vorerst. Allenfalls ein richtig starkes Ausrufezeichen, ein souveräner Auswärtssieg bei den Tottenham Hotspur, könnte mich vielleicht noch einmal ein wenig umstimmen. Aber Arsenal und überzeugend mit ein paar Toren während der 90 Minuten – dieses Ereignis sehe ich einfach nicht. Vielleicht ja wieder auswärts, da klappt es ja besser. Und Tottenham spielt vielleicht offensiver als Pool. Ach, alles so viele Konjunktive und Konditionalsätze. Mittwoch wissen wir vielleicht mehr. Aber nach Sonntag spreche ich erstmal nicht mehr von einer Meisterschaftschance des FC Arsenal.

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Und wieder eine Saison ohne Titel für den FC Arsenal

Sonntag, 3. April 2011 14:29

Bevor wir loslegen, zu Beginn ein paar Zitate von Arsenal-Trainer Wenger:

“I believe we have done quite well. But my concern is that the policy we have chosen delivers trophies. In the last four, five years we have gone for a young team, to bring them up, while we built the new stadium and I believe we have managed quite well to stay in the top four. But we need to deliver trophies now.”
The Guardian: Arsenal Saisonvorschau, 15.08.2010

“We want to focus on the quality of our performances, and the rest will be the consequences of those performances. The major trophies are the Champions League and the Premiership, but if we can win the League Cup as well, we will take it. We want to win trophies and be at the top, but you can only do as well as you can. At the moment, we are at the end of November and are in quiet a good position in all of the competitions.”
The Daily Telegraph, 30.11.2010

“But because people are so much after us about trophies, we want to win one. There is a weight on the team. We have to deliver trophies. Winning the Carling Cup will mean we don’t have to answer that question any more about whether we can win trophies.”
The Daily Telegraph, 25.02.2011

“We have a good chance to do it this year. We want to win the trophy because we are all conscious we have won nothing yet. The hunger, the talent and I think the nerves are there.”
Football Discussion, 21.03.2011

Noch vor knapp zwei Wochen hat Arsene Wenger also gesagt, dass sein Team Titel gewinnen will. Den Hunger, das Talent und die Nerven werde sein Team dafür haben. Knapp 24 Stunden nach dem trostlosen 0:0 gegen die Blackburn Rovers dürften die Gunners auch ihre letzte Titelchance verspielt haben. Während Manchester United nach einem 0:2-Halbzeitrückstand noch zu einem 4:2 bei West Ham United kam, schaffte es Arsenal über 90 Minuten nicht die Rovers längerfristig unter Druck zu setzen. Und die zwei, drei sehr guten Chancen haben die Gunners dann nicht genutzt. Sieben Spieltage vor Schluss beträgt der Rückstand auf die Red Devils bei einem Spiel weniger sieben Punkte. Arsenal hat Man Utd am 1. Mai zwar noch zu Gast im Emirates, man könnte den Rückstand also ein wenig verkürzen. Gleiches gilt für das Nachholspiel am 20. April gegen Tottenham. Das wäre der Optimalfall, damit zu rechnen sollte man nicht. Und selbst dann würde man immer noch hinter Man Utd herlaufen. Und so problematisch die Defensivprobleme vom Team von Sir Alex sein mögen – Rio Ferdinand ist immerhin schon wieder im Training – scheint es so zu sein, als würde Man Utd stets einen Ausweg aus einer misslichen Lage finden. Arsenal schafft dies nicht.

Und so steht der Klub aus dem Nordosten Londons Anfang April da, wo er zu dieser Jahreszeit eigentlich immer befindet. Man hat in allen Wettbewerben gut mitgehalten, flog in der Champions League gegen das weltbeste Team raus und musste gleich drei Tage später im FA-Cup zu Man Utd. Das ist dann auch ein wenig Pech. Im Carling Cup spielte man sich bis ins Final, um dann, als es wirklich drauf ankam, nicht die Nerven für den besonderen Moment zu haben. Da war das Team selber schuld. Und in der Premier League war man lange der einzige Verfolger von Manchester United. Aber seit der Niederlage im Finale des Ligapokals kommt Arsenal nicht mehr in Tritt. Und so hat man in den letzten Wochen immer mehr an Boden verloren. Zuletzt gab es in der Liga drei Remis in Serie, gegen Sunderland, West Bromwich und Blackburn. Und mit solchen Resultaten gewinnst du dann keinen Blumentopf.

Woran liegt es? Ganz aktuell sind erstmal zwei Punkte zu nennen. Zum einen die Verletztenliste. Szczesny, Fabregas, Walcott, van Persie, Song, Diaby, Djourou waren die letzten Wochen alle verletzt beziehungsweise fehlen teilweise immer noch. Und der Kader von Arsenal hat nicht die Tiefe dies zu kompensieren. Es ist aber auch eine Ausnahmesituation. Und zum anderen ist ganz offensichtlich, dass die Niederlagen gegen Birmingham im Carling Cup und das Aus gegen den FC Barcelona die Spieler mental ein wenig zurückgeworfen haben. Das Selbstvertrauen fehlt. Die Überzeugung ist nicht präsent.

Und dann gibt es noch einen längerfristigen Grund, der sich gestern gegen Blackburn mal wieder offenbart hat. Wenn Arsenal Platz und Zeit zum Kombinationsspiel hat, spielen sie mit den schönsten Fußball der Welt. Wenn sich Teams hinten rein stellen und die Räume eng machen, hakt das System der Gunners. Wie heißt es immer so schön: Sie können nicht anders spielen. Für einen Titel müssten sie es aber eigentlich. Denn insbesondere im letzten Saisondrittel wird diese Diskrepanz zum Nachteil. Gegen Teams aus der unteren Tabellenhälfte kann man nicht erwarten, dass sie gegen Arsenal auf Sieg spielen, die nehmen lieber einen Zähler mit. Und das zeigt sich noch viel entscheidener in den letzten Saisonspielen, wenn es um alles für diese Mannschaften geht. Und Arsenal kommt damit nicht zurecht. Letztes Jahr hat man die Ohren von Wigan lang gezogen bekommen, jetzt haben Sunderland und Blackburn gezeigt, wie man einen Punkt aus dem Emirates mitnimmt.

Und was heißt das für Arsene Wenger? Er muss jetzt nicht zurücktreten, wie einige planlose Fans jetzt schon wieder fordern. Aufgabe für Wenger im Sommer muss es sein, in neue Spieler zu investieren. In noch mehr Erfahrung, in mehr Durchschlagskraft im Mittelfeld, in mehr Stabilität in der Defensive. Und viel wichtiger: Er muss das Spielsystem modifizieren, es flexibler machen, auf Mannschaften wie Blackburn oder West Bromwich Albion abstimmen. Das ist die To-Do-Liste für den Sommer. Für den Rest der Saison heißt es: Platz 2 sichern. Das ein wenig erschütterte Vertrauen der Fans wieder zurückgewinnen. Und dann nächstes Jahr ein neuer Versuch wie immer. Dabei darf aber eben nicht übersehen, dass sich Arsenal von Saison zu Saison steigert. Irgendwann kommt dann schon die Trophäe.

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