Premier League 2012/2013 #37 – Do or Die für Arsenal und Wigan

Am Dienstag steht ein von der tabellarischen Ausgangslage ganz spannendes Spiel auf dem Premier League Spielplan. Der FC Arsenal empfängt im Emirates Stadium Wigan Athletic. Sky überträgt ab 20:40 Uhr live und in HD, am Mikro Marco Hagemann. Hoffnung auf die Champions League gegen Hoffnung auf den Klassenerhalt. Nur bei einem Sieg kann das jeweilige Team seinen Traum am Leben halten.

Blicken wir zunächst auf die Gunners, die – und das ist das Positive am Saisonendspurt- in den letzten Wochen nicht besonders gut spielen, aber immerhin die Punkte und Siege einfahren. Wir sind sehr gut in Form und wollen unseren Lauf fortsetzen, sagte Arsène Wenger am Montag auf der Pressekonferenz. Einerseits bestätigen die Zahlen Wenger. Arsenal ist derzeit das formstärkste Team der Liga. 20 Punkte holten die Gunners aus den letzten acht Spielen. Nur gegen Manchester United und Everton spielte Arsenal remis, die übrigen Spiele wurden gewonnen. Allerdings nie wirklich überzeugend. Nur in zwei Spielen dieser Serie erzielten die Gunners mehr als zwei Tore. Die Offensive ist derzeit eher eine mittelmäßig zufriedenstellende Angelegenheit. Die Sperre von Olivier Giroud konnten Lukas Podolski, Gervinho und auch Theo Walcott nicht wirklich nutzen, um sich ins Rampenlicht zu spielen. Damit zu dem erfreulichen Aspekt: Momentan ist die sonst so stark kritisierte Defensive das Prunkstück vpn Arsenal. Nur vier Gegentore gab es in den letzten acht Spielen, nur City hat ligaweit weniger Gegentore kassiert. Großen Anteil daran hat vor allem das Innenverteidigerduo Koscielny und Mertesacker. Bleibt zu hoffen, dass die sehr gute Defensive ihren Weg bis zum letzten Spieltag findet. Es ist also nicht alles Gold was glänzt derzeit bei dem Verein aus dem Norden Londons – und durch den kritischen Blick eines Arsenal-Fan ist es gar nicht so verkeher zu sagen, dass die Ergebnisse besser sind als die Leistung der Mannschaft. Aber besser als anders herum, gerade im Saisonendspurt.

Zum ersten Mal in dieser Saison steht Arsène Wenger fast sein kompletter Kader zur Verfügung. Kieran Gibbs kehrt nach kurzer Verletzung ebenso wieder ins Team zurück wie Lukasz Fabianski. Lediglich Olivier Giroud fehlt sein letztes Spiel gesperrt und ist erst am Sonntag in Newcastle wieder mit von der Partie. Wenger hat also auf einigen Positionen die Qual der Wahl. Szczesny oder Fabianski im Tor? Nacho Monreal oder Kieran Gibbs auf der Linksverteidigerposition? Ansonsten dürfte Wenger der Elf der letzten zwei Spieltage vertrauen, also Podolski vorne im Sturm, Rosicky im Zentrum, Cazorla über links und Walcott über die rechte Seite. Arsenal verlor nur dre Heimspiele in dieser Saison (Chelsea, Swansea, Manchester City) und hat die zweitbeste Offensive der Liga im Emirates Stadium. Mit einem Sieg gegen die Latics würde Arsenal wieder auf den vierten Platz vor die Tottenham Hotspur rücken, einen Punkt vor den Spurs. Sollte es nicht zu einem Sieg reichen, liegt das Erreichen der Champions League Qualifikation in Arsenals Händen.

Das wird also eine große Hürde für Wigan Athletic, ein Verein, der emotional gerade diverse Achterbahnen fährt. Eigentlich fast schon abgestiegen, gewann Wigan vor zehn Tagen mit 3:2 bei West Bromwich Albion, verlor drei Tage später aber trotz zweimaliger Führung mit 2:3 gegen Swansea City. Samstag gelang dann der größte Erfolg in der Vereinsgeschichte, der Sieg im FA-Cup gegen Manchester City, mit einem einzigen Schuss aufs Tor. Ein Ereignis, das Wigan den Schub für die letzten zwei Spiele geben könnte. Blöderweise wurde das neue Selbstvertrauen durch die Ergebnisse der Konkurrenz im Tabellenkeller am Sonntag ein wenig getrübt. Norwich und Newcastle gewannen, Sunderland spielte remis. Vier Punkte Rückstand beträgt der Rückstand von Wigan auf das rettende Ufer bei noch zwei Spielen. Es würde nur ein Sieg für Wigan helfen. Nur ein Sieg. Ein neue Fahrt auf der emotionalen Achterbahn. Jean Beausejour verpasste am Samstag das FA-Cup Finale, könnte für das Spiel aber wieder im Kader stehen. Maynor Figueroa, Ivan Ramis und Ronnie Stam fehlen den Latics verletzt. McManaman, Koné und Maloney bilden das Sturmtrio in einem 4-3-3. Viele Verletzte über die gesamte Saison hinweg. Nicht nur deswegen muss Wigan Tribut zollen und kämpft gegen den Abstieg. Wer das 2:3 gegen Swansea gesehen hat, weiß, wie anfällig Wigan defensiv ist, wenn sie das Spiel machen müssen und auf den Sieg gehen. Das könnte Arsenal am Dienstag sehr gelegen kommen. Wigan hat auswärts mit 18 Punkten sogar einen Zähler mehr als im DW Stadium geholt, haben aber mit 67 Toren die schlechteste Defensive der Liga, und auswärts nur fünf von 18 Spielen gewonnen.

Und mit einem Sieg bei Arsenal ist es für Wigan ja noch nicht getan, am Sonntag empfängt man dann Aston Villa. Trainer Roberto Martinez hat die beiden Begegnungen als wichtigste Spiele der Saison tituliert. Und das sins sie wohl auch. Aber wie schafft das noch junge Team den Spagat zwischen dem Erfolg im FA-Cup, den Emotionen in Wembley und dem Abstiegskampf? Arsenal gewann neun der letzten zehn Pflichtspiele gegen Wigan, ausgerechnet vor einem Jahr gab es eine Niederlage. Im April 2012 gewannen die Latics mit 2:1 bei Arsenal. Referee der Partie ist Mike Dean, ausgerechnet Dean, der in dieser Saison beide Pokalaus von Arsenal leitete.

Es ist ein unglaublich wichtiges Spiel für beide Vereine, vor allem ja auch aus finanzieller Sicht. Arsenal hat zwar finanzielle Rücklagen, sollte es mit dem Einzug in die Champions League nicht klappen. Neue gute Spieler wird man mit der Europa League im Angebot aber nicht verpflichten. Ein Remis würde keinem weiterhelfen. Beide Teams müssen auf den Sieg spielen. Spannender kann eine Ausgangslage nicht sein, hoffen wir, dass das Spiel genauso attraktiv und dramatisch ist. Und ich wünsche mir nichts mehr als drei Punkte für die Gunners, versteht sich von selbst.

Premier League 2012/2013, Kampf um die Champions League: Nicht in Arsenals Händen

Tottenham nur 2:2 bei Wigan Athletic, Arsenal mit einer schwächeren Leistung und dem 1:1 gegen Manchester United. Der FC Chelsea war nach dem 2:0 gegen Swansea City der große Gewinner des 35. Spieltages. Der Kampf um die Champions League Plätze spitzt sich zu, bleibt spannend. Eine Erkenntnis gibt es aber schon: Arsenal hat es nicht mehr selbst in der Hand unter die ersten Vier der Tabelle zu kommen. Die Gunners müssen auf Ausrutscher von Tottenham und Chelsea hoffen oder einen glücklichen Ausgang des direkten Duells der beiden Teams.

Aktuelle Tabelle:
3. FC Chelsea (65 Punkte, 34 Spiele, +33 Tore)
4. FC Arsenal (64 Punkte, 35 Spiele, +30 Tore)
5. Tottenham Hotspur (62 Punkte, 34 Spiele, +17 Tore)
6. FC Everton (59 Punkte, 35 Spiele, +14 Tore)

Selbst wenn Arsenal seine restlichen drei Spiele alle gewinnt und damit auf 73 Punkte kommt, könnte am Ende nur die Europa League rausspringen. Sollte Tottenham seine letzten vier Spiele gewinnen, wären sie bei 74 Punkten, einen Zähler mehr als Arsenal. Das würde aufgrund des direkten Duells Spurs gegen Chelsea bedeuten, dass die Blues nur noch drei von vier Siegen holen könnten, also maximal 74 Punkte. Arsenal wäre dann mit 73 Zählern raus aus der Champions League. Hat im Prinzip zwei Konsequenzen: Arsenal muss sowieso alle drei Spiele gewinnen – oder wie es Wenger formuliert hat: No room for error. Und die Gunners müssen darauf hoffen, dass Chelsea im Nachholspiel Tottenham schlägt. So gestaltet sich die Ausgangslage beim Blick auf das Restprogramm:

FC Chelsea
05.05. 17:00, Manchester United (A) (live auf Sky)
08.05. 20:45, Tottenham Hotspur (H) (live auf Sky)
11.05. 13:45, Aston Villa (A) (live auf Sky)
19.05. 17:00, FC Everton (H)

FC Arsenal
04.05. 18:30, Queens Park Rangers (A) (live auf Sky)
14.05. 20:45, Wigan Athletic (H) (live auf Sky)
19.05. 17:00, Newcastle United (A)

Tottenham Hotspur
04.05. 16:00, FC Southampton (H)
08.05. 20:45, FC Chelsea (A) (live auf Sky)
12.05. 14:30, Stoke City (A) (live auf Sky)
19.05. 17:00, AFC Sunderland (H)

FC Everton
05.05. 14:30, FC Liverpool (A) (live auf Sky)
12.05. 16:00, West Ham United (H)
19.05. 17:00, FC Chelsea (A)

Es bleibt dabei: Arsenal hat das leichteste Restprogramm aller Teams, während Chelsea noch zwei dicke Brocken vor sich hat und Tottenham wie Everton je einen schwierigen Gegner. Arsène Wenger hat gesagt, dass sein Team bei drei Siegen ziemlich sicher in der Champions League spielen werde. Das mag sein. Es kann aber leider auch anders kommen.

Auf alle Fälle viel Spannung und Drama bis zum Schluss. Und die Premier League war wieder so großartig clever, die wichtigen Spiele auf die TV-Plätze zu legen, sodass auch wir hier in Deutschland fast alle wichtigen Spiele im Saisonendspurt sehen können.

Medien-Sport-Politik Historie (I): Viererpack von Arshavin an der Anfield Road

Heute vor vier Jahren habe ich abends die Partie FC Liverpool gegen den FC Arsenal gebloggt. Es war vielleicht eines der besten und dramatischsten Spiele, die ich bis heute gesehen habe. Wolff Fuss am Mikrofon, acht Tore, ein Viererpack von Arshavin. Es war die allerbeste Unterhaltung. Und vielleicht wird der Name Arshavin in der aktuellen Saison für Arsenal noch einmal wichtig.

Nach sieben Minuten Nachspielzeit endet diese denkwürdige Partie. Was für ein Fußballspiel. Mutmaßlich hat es auch die Meisterschaft entschieden. aber so wie Arsenal heute gespielt hat, können sie auch Man Utd ein Bein stellen. Fakt ist aber erstmal, dass Man Utd morgen bei Sieg gegen Portsmouth drei Punkte vor Liverpool liegt, mit einem Spiel weniger, das am 13. Mai gegen Wigan ausgetragen wird.
[...]
Es war einfach ein tolles Fußballspiel. Arsenal war über 90 Minuten die schlechtere Mannschaft, insbesondere in der ersten Hälfte. Dann hat man aber die Fehler der Reds so gnadenlos bestraft, dass man überlegen muss, dass nicht schon als Verstoß gegen die Genfer Menschenrechtskonvention zu werten. Liverpool ist toll zurückgekommen, aber am Ende hat es nur zu einem Punkt gereicht. Für den neutralen Zuschauer war es eines der besten Fußballspiele der letzten 10 Jahre. Vom Gefühl fällt mir jetzt nur das UEFA-Cup Finale zwischen Liverpool und Alaves ein – sowie eben Champions League letzte woche. Aber das fand ich hier heute noch eine Spur dramatischer. Großartiges Spiel.
[...]
Das ist pervers. Das ist pervers. Unfassbar. Liverpool verliert gerade die Meisterschaft. Liverpool fliegt die eigene Ecke um die Ohren. Walcott und Arshavin kontern die Reds aus. Der Russe mit seinem vierten Tor in diesem Spiel.

Die Tore im Schnelldurchlauf

Kommentar von Wolff Fuss (Teil I)

Kommentar von Wolff Fuss (Teil II)

Eine sehr sehr schöne Erinnerung

Premier League 2012/2013 Nachholspiele (I): Der FC Fulham in der Spielverderber-Rolle?

Heute und morgen finden insgesamt vier Nachholspiele in der Premier League statt. Drei dieser Partien sind hochbrisant mit viel Zündstoff für die Tabelle. Die andere Begegnung ist hingegen eher völlig wertlos, wird aber dankenswerter Weise von Sky gezeigt. Einmal mehr: Die Spielauswahl muss man nicht verstehen. Sich nur an Quote orientieren darf nicht das einzige Kriterium eines Pay-TV-Senders sein. Aber das ist keine neue Erkenntnis. Ich freue mich trotzdem riesig auf die Nachholspiele. Da könnte viel Drama dabei sein.

FC Arsenal – FC Everton
Dienstag 20:40 Uhr, Sky Sport 2/HD 2 live, Kommentar: Marcel Meinert

Es ist von der Ansetzung die vielleicht atrraktivste Nachholpartie. Mit dem 3:1 gegen Norwich, dem siebten Sieg in den letzten acht Ligaspielen, hat Arsenal Tottenham in der Tabelle überholt und seinen Anspruch auf den dritten Platz weiter untermauert. Demgegenüber steht der FC Everton mit vier Siegen in den letzten fünf Spielen. Bei einem Erfolg im Emirates Stadium könnte das Team von David Moyes bis auf einen Punkt an Arsenal heranrücken. Heißt im Umkehrschluss: Mit drei Punkten gegen Everton kann sich Arsenal eines weiteren Konkurrenten um die Champions League Plätze entledigen. Der Reiz dieses Spiels ergibt sich aus der Tabellenposition, aber auch durch eine andere Begleiterscheinung. Arsenal scheint in den letzten Wochen mental und spielerisch einen großen Schritt nach vorne gemacht zu haben. Der Sieg in der Champions League beim FC Bayern scheint gehöriges Selbstvertrauen gegeben zu haben. Nun kommt mit dem FC Everton aber ein anderer Typ Gegner als zuletzt die eher kämpferischen, defensiv agierenden Teams, wie Reading, Norwich oder West Brom. Everton braucht die Punkte, muss also mitspielen und kann die immer wieder wackelig wirkende Defensive der Gunners beschäftigen. Gleichzeitig sollten sich genug Räume zum Kontern für Arsenal ergeben. Größtes Manko bei den Gastgebern: die Chancenverwertung. Dass sich das Team gegen Norwich so mühen musste, war hauptsächlich darin begründet, dass gute Chancen in der ersten Halbzeit (Gervinho, Giroud, Ramsey) nicht genutzt wurden.
Im Vergleich zum Sieg gegen Norwich kann Arsène Wenger wieder auf Thomas Rosicky und Per Mertesacker zurückgreifen. Unklar ist aber, ob beide in der Startelf stehen. Das Innenverteidigerduo Vermaelen und Koscielny hat gegen Norwich gut funktioniert. Eher schon könnte Rosicky einen Platz im Mittelfeld bekommen, weil Jack Wilshere vom Fitnessstand noch nicht so weit scheint. Ansonsten hat Wenger offensiv die Qual der Wahl, weil auch Walcott wieder fit ist und Lukas Podolski gegen Norwich viele Argumente für einen Startelfeinsatz gesammelt hat. Ein Fragezeichen steht noch hinter dem Einsatz von Lukasz Fabianski, der unter einer Rippenprellung leidet. Bei einem Ausfall würde Szczesny ins Tor zurückkehren. Mit Ausnahme von Tony Hibbert, der weiter in der U21 von Everton an seinem Comeback arbeitet, hat David Moyes keine Verletzungssorgen. Arsenal hat die letzten elf Spiele gegen Everton nicht verloren (acht Siege, drei Remis). In der Geschichte der Premier League hat Arsenal gegen kein Team mehr Siege (26) gefeiert und mehr Tore (82) geschossen als gegen den FC Everton. Ich hätte ja nichts dagegen, wenn diese Bilanz um einen positiven Abend erweitert wird.

West Ham United – Manchester United
Mittwoch 20:40 Uhr, Sky Sport 2/HD 2 live, Kommentar: Marco Hagemann

Es fällt schon sehr schwer, irgendeinen Reiz diesem Spiel zukommen zu lassen, außer man ist natürlich Fan der Hammers und Red Devils. Von der Tabellenposition will eher wenig Spannung aufkommen. Zwar verlor United das Stadtderby gegen Manchester City, doch ein wirklicher Rückschlag war das nicht. Im Prinzip kann die Meisterschaft schon am Mittwoch fast perfekt gemacht werden. Sollte United bei den Hammers gewinnen und Man City gegen Wigan verlieren, würde der Vorsprung der Red Devils auf City bei noch sechs Spielen der Citizens 18 Punkte betragen. United hat das um 10 Treffer bessere Torverhältnis. Spätestens am kommenden Montag gegen Aston Villa sollte der Titel dann finalisiert werden. Ein bisschen Relevanz hat diese Partie also doch noch, wobei West Ham ziemlich gemütlich durch das Mittelfeld marschiert. Die Hammers sollten mit dem Abstiegskampf nichts mehr zu tun haben. Manchester United gewann acht der letzten neun Spiele, West Ham mit zwei Siegen, zwei Remis und einer Niederlage in den letzten fünf Spielen. Die Hammers haben vor allem in der Defensive Personalprobleme. Neben den längeren Verletzungen von Winston Reid und George McCartney verletzte sich beim 1:1 gegen Southampton auch noch der dritte Verteidiger, James Tomkins. Es kann also gut sein, dass Emanuel Pogatetz startet. Danny Potts und Jordan Spence wären die jungen Alternativen für die Abwehr. Mark Noble arbeitet an seinem Comeback, wird aber morgen noch nicht dabei sein. Sir Alex ohne Personalprobleme mit vielen Optionen für Defensive und Sturm.

Manchester City – Wigan Athletic
Die beiden Finalisten des FA-Cup treffen im direkten Duell aufeinander. City besiegte Chelsea mit 2:1, Wigan hatte beim 3:0 gegen Milwall keine Probleme. Es wird interessant zu sehen sein, wie beide Team den Spagat zwischen Pokaltriumph und Ligaalltag schaffen werden. Insbesondere Wigan steht vor der Partie in Eastlands ziemlich unter Druck. Durch das Remis von Aston Villa und den Sieg von Sunderland bei Newcastle beträgt der Rückstand auf das rettende Ufer wieder drei Punkte, allerdings bei zwei Spielen weniger als die Konkurrenz. Nichts desto trotz wäre ein Punktgewinn im Etihad Stadium nicht verkehrt. Die nächsten Aufgaben heißen West Ham und Tottenham. Da werden die Punkte auch nicht im Vorbeigehen mitgenommen. Für Manchester City ist die Ausgangslage deutlich beruhigender. Sechs Punkte Vorsprung vor Arsenal, sieben Zähler vor Chelsea bedeuten, dass mit zwei Siegen in den letzten Saisonspielen der zweite Platz eingetütet wird. Das sollte mehr als nur machbar sein. Joe Hart, David Silva und Edin Dzeko könnten bei City in der Startelf anstehen, weil Mancini seinen Pokalhelden etwas Erholung geben könnte. Micah Richards und Maicon fehlen noch länger verletzt. Wigan muss auf Torhüter Ali Al Habsi verzichten. Joel, eigentlich an Atletico Madrid ausgeliehen, muss deshalb zwischen die Pfosten. Maloney und Kone sollten weiter das Sturmduo der Latics bilden, also Franco di Santo und Angelo Henriguez nur auf der Bank.

FC Fulham – FC Chelsea
Mittwoch 21:00 Uhr

Der Kampf um die Champions League steht am Mittwochabend dann wieder in London auf dem Programm. Insbesondere der FC Chelsea wird sehr genau beobachten, was Arsenal und Everton am Dienstag veranstalten. Weiterhin gilt: Chelsea ist in der Pole Position, was den Kampf um den dritten Platz angeht. Das bleibt aber nur so, wenn das Nachholspiel bei den Cottagers gewonnen wird. Drei Siege und zwei Niederlagen in den letzten fünf Spielen ist die aktuelle Bilanz für Rafael Benitez und sein Team. Das ist im Punkteschnitt natürlich nicht ausreichend. Die Dreifachbelastung mit den vielen Spielen macht sich negativ bemerkbar (zum Glück gibt es ein Derby direkt um die Ecke!), zumal die Tiefe des Kaders doch nicht so qualitativ hochwertig ist wie häufig angenommen. Und für Chelsea gilt in der Liga: Punktverluste vermeiden. Der FC Fulham ist nach einem sehr schwachen Start ins Jahr wieder besser in Form gekommen. Nur eines der letzten sieben Spiele ging verloren und im Cravan Cottage zeigt man sich gewohnt heimstark. Das ist eine unbequeme Aufgabe, die kommenden Samstag aber auch Arsenal erteilt wird. Fulham kann nach dem Sieg gegen Tottenham also weiter Spielverderber im Kampf um die Champions League Plätze sein. Rafael Benitez hat schon angekündigt, dass er vor dem schwierigen Spiel am Sonntag beim FC Liverpool rotieren wird. Es dürfte also nicht überraschend kommen, wenn Victor Moses und Marko Marin für Mata und Hazard spielen würden. John Terry und Frank Lampard sind ebenso wieder fit. Und Fernando Torres könnte von Beginn an spielen. Damian Duff verletzte sich beim 1:1 gegen Aston Villa bereits nach 10 Minuten, sollte aber fit sein. Mit Spannung wird erwartet, wie Chelsea mit Fulhams sehr variablem 4-4-1-1 zurecht kommt, gerade mit den sehr starken Flügelspielern. Da kommt auf Cesar Azpilicueta jede Menge Arbeit zu, die nur mit einer Leistungssteigerung im Vergleich zum Halbfinale in Wembley gelöst werden kann. Dimitar Berbatov hofft auf sein 14. Saisontor.

Wünsche euch einen schönen Tag und spannenden Fußballabend!

Live-Blog: Premier League 2012/2013 #28, Tottenham Hotspur – FC Arsenal

[18h54] Endstand Tottenham Hotspur – FC Arsenal 2:1

Verdienter Sieg für die Spurs: Die wenigen Torchancen eiskalt ausgenutzt, defensiv weniger zugelassen. Arsenal muss sich mal wieder erneut fragen, wie sie dieses Spiel verloren haben. Die Gunners waren gut in der Partie – und dann sind es zwei Unkonzentriertheiten in der Defensive, die das 0:2 bedeuten. Aber heute war ich mehr von der Offensive enttäuscht. Giroud kein Faktor, Walcott blass, Podolski ohne Impulse, Carozla und Ramsey zwar bemüht, aber ohne Durchsetzungskraft. Monreal hat mir am besten bei Arsenal gefallen. Unter dem Strich bleibt die traurige Erkenntnis: In allen Mannschaftsteilen nicht gut genug, um für die Plätze 3 und 4 ernsthaft Anspruch melden zu können. Wenger hat gesagt, dass es keine Punktverluste mehr geben darf. Und jetzt gegen einen direkten Konkurrenten. Champions League ist noch möglich, aber ganz schwierig zu erreichen. Von daher macht es wenig Sinn, jetzt davon zu sprechen.

Es nützt jetzt auch nichts, Kampf und Einsatz und die ersten sehr guten 35 Minuten zu loben. Fakt ist: In einem Schlüsselspiel wieder unter den Erwartungen und Möglichkeiten geblieben. Das Verpassen der Champions League ist realistischer denn je. Es wäre ein schmerzhafter, aber vielleicht auch nötiger Einschnitt. Auch für Wenger, aber vor allem für den Klub. Vielleicht ist ein Neuanfang gar nicht verkehrt. So kann es aber erstmal nicht weitergehen. Anspruch und Wirklichkeit klaffen zu weit auseinander.

Vielen Dank fürs Lesen. Schönen Abend noch und einen passablen Wochenanfang. Bis bald.

[18h54] Wechsel Tottenham: Willam Gallas für Kyle Walker

[18h51] Bezeichnend heute, dass Arsenals einziges Tor von einem Verteidiger kam. Offensiv wurde das Spiel verloren. Drei Minuten noch. Podolskis Schuss wird von Dawson abgefälscht, weitere gute Torchance durch Tottenham vereitelt.

[18h47] Sechs Minuten Nachspielzeit. Mit Recht. Mertesacker zweite Sturmspitze neben Giroud.

[18h45] Freistoß Walcott aus über 20 Metern hauchzart am Tor vorbei. Beste Chance Arsenal in der Schlussphase. Wenige Minuten nur noch.

[18h44] Wechsel Tottenham: Jake Livermore für Dembélé

[18h43] Wenger: “Wir können uns keine Punktverluste mehr leisten.” Tja, und man fragt sich wieder, wie dieses Spiel verloren gehen könnte. Es gibt weiter kaum klare Torchancen für die Gäste.

[18h37] Fantastische Chance für Ramsey zum 2:2. Wunderbar von Rosicky freigespielt, doch der Ball geht noch leicht abgefälscht von Assou-Ekotto am langen Pfosten vorbei. Die Queen wird sich bedanken.

[18h35] Wechsel Arsenal: Podolski für Mikel Arteta

[18h32] Viertelstunde noch regulär zu spielen. Arsenal fehlen die klaren Torchancen. Giroud auch eher mit einem mäßigen Tag.

[18h26] Du liebe Güte. Das muss das 3:1 für Tottenham sein. Konter der Spurs. Arsenal steht völlig unsortiert in der Defensive. Der Pass von Defoe kommt zu Sigurdsson, der statt des Torschusses den völlig unerklärbaren Querpass wählt. Mertesacker klärt zur Ecke. Eine Minute später Defoe mit dem Schuss am langen Pfosten vorbei. Wilshere hatte in der Vorwärtsbewegung den Ball verloren. Tolles Spiel jetzt. Arsenal riskiert alles. Tottenham kann den Sack noch nicht zumachen.

[18h23] Adebayor verletzt sich nach einem Kopfballduell, als er unglücklich mit dem Fuß aufkommt. Weder Arsenal noch Tottenham wollen den Ball rausspielen, damit die Partie unterbrochen werden kann. Es kommt fast zur Rudelbildung. Defoe kommt für Adebayor.

[18h20] Kopfball Walcott nach Flanke von Ramsey. Über das Tor. Arsenal nährt sich vorsichtig dem Ausgleich an.

[18h16] Richtig gute Chance für Tottenham zum 3:1. Flanke Assou-Ekotto von links, in der Mitte schießt Bale über das Tor. Das haben die Spurs gut gespielt, Jenkinson hatte sich auf rechts zu sehr in die Mitte orientiert. Aber beruhigend, dass Bale auch einmal über das Tor schießt.

Wechsel Arsenal: Rosicky für Jenkinson. Ramsey macht den Rechtsverteidiger jetzt.

[18h13] Zeitlupen lösen auf, dass Gareth Bale als letzter beim Kopfball von Mertesacker am Ball war. Der Waliser trifft derzeit einfach alles. Deutlich mehr Ballbesitz für die Gunners jetzt – aber auch mehr Raum für Tottenham für Tempogegenstöße.

[18h10] Arsenal drückt auf den Ausgleich. Erst Distanzschuss von Monreal knapp neben das Tor, dann klärt Lloris im letzten Moment vor dem einschussbereiten Giroud. Viel schnelleres Fußballspiel, jetzt auch in beiden Strafräumen.

[18h08] 2:1, Per Mertesacker, 51. Minute

Das ging fix. Freistoß Walcott von der linken Seite, Kopfball Mertesacker in die lange Ecke, Lloris noch dran, kann den Anschluss aber nicht verhindern. Da war seitens der Spurs gar keiner beim langen Deutschen.

[18h06] Ich wiederhole mich: Defensiv war das gar nicht schlecht von Arsenal. Problem eher die Offensive. Wo ist Walcott? Wo sind die Zuspiele und Flanken auf Giroud? Tottenham hat auch hoch verteidigt und wurde kaum richtig geprüft. Es ist jetzt wieder viel zu einfach, auf Mertesacker und Vermaelen zu schimpfen. Da mache ich nicht mit. Das wird jetzt natürlich sehr schwer für Arsenal. Tottenham kann auf Konter lauern, mit Bale auf links und Lennon auf rechts haben die Spurs schnelle Flügelspieler. Arsenal muss überhaupt erstmal Torchancen generieren. Alles andere ist nebensächlich.

[18h04] Theo Walcott steht übrigens auch noch auf dem Spielfeld. Nur zur Info.

[18h02] Beginn 2. Halbzeit

[17h54] Es bringt jetzt überhaupt nichts, wieder auf die Defensive der Gunners einzuschlagen. Arsenal hatte vor dem Spiel die zweitbeste Defensive der Liga, nur Man City kassierte weniger Gegentore. Auswärts stellen die Gunners sogar die beste Abwehr der Liga. Das viel größere Problem ist – und ich weiß nicht, wie man das abstellen kann, dass Defensivfehler bei Arsenal immer sofort zu Gegentoren führen. Und wenn Arsenal schon so hoch verteidigt, braucht es auf der Sechserposition mehr defensive Absicherung, zum Beispiel von Ramsey oder Arteta.

[17h48] Halbzeit, Tottenham Hotspur – FC Arsenal 2:0

Diese ersten 45 Minuten hatten zwei Torchancen. Und Tottenham hat beide eiskalt genutzt. Bale mit seinem 16. Saisontor und Lennon nutzten die misslungene Abseitsfalle der Gunners zur komfortablen Führung. Bis zur 37. Minute war es ein ausgeglichenes Spiel ohne viele Aktionen im Strafraum. Arsenal war sogar besser im Spiel, mit etwas souveränerer Ballkontrolle. Aber ebenso wie die Spurs mit sehr vielen Fehlern beim Spiel in die Tiefe. Beide Mannschaften verteidigten sehr hoch, setzten den Gegner früh unter Druck. Der Unterschied: Tottenham machte defensiv dabei keine Fehler. Arsenal gleich zwei – und die bestrafte Tottenham gnadenlos. Es ist der rote Faden in dieser Saison bei den Gunners. Das wird eine ganz schwere Rückkehr in diese Partie. Sehr fahrlässig werfen die Gäste eine gute Halbzeit wieder weg. So wird das überhaupt nichts mit dem dritten oder vierten Platz.

[17h44] Das hohe Verteidigen von Arsenal wird als erstes bestraft. Man muss es dann halt auch können und umsetzen.

[17h39] 2:0, Aaron Lennon, 39. Minute

Arsenal zerfällt innerhalb von drei Minuten defensiv in seine Einzelteile. Fast eine Blaupause des 1:0. Arsenal will wieder auf Abseits spielen. Wieder keiner bei seinen Gegenspielern, Parker mit dem Zuspiel, Lennon meilenweit nicht im Abseits, umkurvt Szczesny und schiebt zum 2:0 ein. Die White Hart Lane tobt. Wenger mit einem Gesichtsausdruck, der für die Halbzeitansprache nichts Gutes ahnen lässt. Arsenal bringt sich durch defensive Nachlässigkeiten wieder mal um den Lohn einer eigentlich sehr ordentlichen Hälfte.

[17h36] 1:0, Gareth Bale, 37. Minute

Erste Chance für die Spurs und die Führung für Tottenham. Arsenal verteidigt wieder sehr hoch, Mertesacker konzentriert sich eher auf Adebayor, Vermaelen zu weit weg von Bale. Der bekommt ein wunderbares Zuspiel von Sigurdsson in den Lauf, taucht frei vor Szczesny auf, stand nicht im Abseits und überwindet den Polen im Arsenal-Tor ohne Probleme. Hat sich nicht wirklich angedeutet.

[17h33] Tottenham mit etwas mehr Ballbesitz und Spielanteilen in den letzten Minuten, aber kreieren kaum Gefahr. Die Abwehrreihen waren bisher noch kaum gefordert. Bale bisher kein Faktor in diesem Spiel, auch Lennon wird von Monreal bisher sehr gut bewacht.

[17h26] Was bei Arsenal noch gar nicht klappt, ist der Ball in die Tiefe. Viele Fehlpässe von Wilshere oder Ramsey auf Walcott oder Giroud. Da fehlt die Präzision. Aber das gilt ebenfalls für Tottenham, die nach 27 Minuten zur ersten Ecke kommen. Bale wird mit einer Banane aus dem Arsenal-Fanblock beworfen.

[17h21] Beide Teams probieren es sehr häufig durch die Mitte, wenig über die Flügel. Bei Arsenal wenn über links mit Monreal und Cazorla. Walcott noch gar nicht im Spiel. Carl Jenkinson wird auf seiner rechten Seite defensiv noch gar nicht gefordert. Entsprechend spielt sich das Geschehen rund um den Mittelkreis ab, plus 20 Meter davon entfernt in jeder Hälfte.

[17h19] Erste gelbe Karte dieser Partie. Für Adebayor. Und mehr als verdient.

[17h15] Viertelstunde gespielt. Leichte Vorteile für die Gunners. Viele Mittelfeldduelle, Arteta gegen Bale. Parker gegen Wilshere. Sehr intensive Angelegenheiten. Beide Teams verteidigen sehr hoch. Viele Zweikämpfe, aber bisher alles fair. Noch fehlen die klaren Torchancen. Ballbesitz nahezu ausgeglichen.

[17h08] Wenger hat derweil wieder Probleme mit seinem Reißverschluss. Arsenal jetzt gut im Spiel, setzen ihrerseits Tottenham früh unter Druck und erspielen sich immer mehr Ballbesitz in der Spurs-Hälfte. Torabschluss aber noch Mangelware.

[17h06] Die Spurs setzen Arsenal bei Ballbesitz früh unter Druck. Bis jetzt kann sich Arsenal ganz gut vom dem Druck auf den Ball herauskombinieren. Offenes Spiel. Arsenal bekommt die erste Ecke der Partie. Giroud mit dem Kopfball, keine Probleme für Lloris.

[17h02] Erste gefährlichere Situation für die Arsenal-Defensive. Freistoß Bale von der rechten Seite, aber Dawson steht im Abseits. Kopfball wäre sowieso ein paar Meter neben das Tor gegangen. Munterer Beginn von beiden Teams.

[17h00] Beginn 1. Halbzeit

[16h55] Die Queen wurde ins Krankenhaus eingeliefert. Jetzt darf Aaron Ramsey wohl doch kein Tor schießen heute.

[16h53] Die Aufstellungen an der White Hart Lane

Tottenham Hotspur: Lloris – Walker, Dawson, Vertonghen, Assou-Ekotto, Dembele, Parker, Lennon, Bale – Sigurdsson – Adebayor

FC Arsenal: Szczesny – Jenkinson, Mertesacker, Vermaelen, Monreal – Ramsey, Arteta – Walcott, Wilshere, Cazorla – Giroud

Eine Veränderung bei Arsenal im Vergleich zum 2:1-Sieg gegen Aston Villa. Aaron Ramsey ersetzt Diaby. Wenger setzt wieder auf Wilshere in der etwas offensiveren Rolle, Cazorla kommt eher über die linke Seite. Podolski vorerst nur auf der Bank. Giroud gibt die einzige Spitze. Bei Tottenham gibt es im Vergleich zum Sieg bei West Ham United zwei Spielwechsel. Lewis Holtby muss auf die Bank, dafür Sigurdsson im offensiven Mittelfeld. Steven Caulker wird durch Assou-Ekotto ersetzt. Villas Boas zu den Wechseln: “Sigurdsson hat sehr gut gespielt gegen West Ham. Er verdient einen Startplatz. Vertonghen deshalb in die Innenverteidigung rücken. Heute ist ein ganz wichtiges Spiel.”

Tottenham mit Trainer und Spieler des Monats Februar. Zum Glück ist jetzt März.

[16h47] Arsène Wenger vor dem Spiel: “Es wäre ein Fehler, sich nur auf Gareth Bale zu konzentrieren.”

[16h42] Anstoß ist um 17:00 Uhr. Sky überträgt ab 16:45 Uhr auf Sky Sport HD2 und Sky Sport 1.

[16h39] Seit heute Morgen machen in der britischen Presse Gerüchte die Runde, wonach ein Bieterkonsortium aus dem arabischen Raum eine Übernahme des FC Arsenal anstrebt. Über die genauen Namen und Hintergründe ist nichts bekannt. Da eine Übernahme bei Arsenal dank der derzeitigen Besitzverhältnisse mit mehreren Anteilseignern nicht ganz so einfach ist und Stan Kroenke bereits verlautbaren lassen hat, dass er überhaupt nicht beabsichtigt, seine Anteile zu verkaufen, glaube ich, dass dieses Gerücht sehr schnell wieder verschwindet. Für mich wirkt die ganze Story sehr konstruiert: Arsenal wieder zu Titel verhelfen, Schulden abbauen (die Arsenal de facto gar nicht mehr hat!), günstigere Ticketpreise. Und natürlich wird nicht investiert, um eigenen Gewinn zu machen, sondern nur zum sportlichen Wohle des Vereins. Und Harry Redknapp wird morgen Papst. Für mich sieht es so aus, als seien die vielen Problemfelder bei Arsenal einfach mal im Mittleren Osten angekommen, mehr nicht. 1,5 Milliarden Pfund klingt natürlich verlockend, aber die Besitzverhältnisse bei den Gunners sind nun das geringste Problem [siehe unter anderem Daily Mail und Daily Telegraph]

[16h32] Es ist das vielleicht wichtigste und größte Nordlondon-Derby in der Geschichte der Premier League, nicht nur wegen der brisanten sportlichen Ausgangslage. Insbesondere für den FC Arsenal kann dieses Spiel Wendepunkt oder Festigung einer bisher enttäuschenden Saison werden, ein Zeichen, das die Gunners es Ernst meinen mit der Qualifikation für die Champions League. Und Tottenham kann sieben Punkte in der Tabelle zwischen sich und dem Rivalen legen und den dritten Platz übernehmen und damit dem Saisonziel Champions League ein großes Stück näher kommen. Viele großartige Spieler, aufgehitzte Atmosphäre und in den letzten Aufeinandertreffen stets viele Tore. Bitte weiter so!

[16:29] Schönen Nachmittag zusammen

Es zählt nur noch der vierte Platz für den FC Arsenal

1:3 gegen den FC Bayern verloren. Ich hatte vor dem Spiel noch einen Funken Zweckoptimusmus und Hoffnung, aber es kam für den FC Arsenal dann doch, wie von vielen Fans befürchtet. Die englische Presse kippt einen Eimer Häme über die Gunners und Arsène Wenger aus, die deutschen Sportmedien zeigen sich hingegen eher erstaunt, wie einfach der FC Bayern gegen Arsenal gewinnen konnte. So viele Spiele der Gunners wurden scheinbar von einigen diese Saison noch nicht gesehen.

Arsène Wenger zeigte sich auf der Pressekonferenz enttäuscht, gab indirekt einen Klassenunterschied zu. Es ist so ernüchternd für die Fans des FC Arsenal. So wie der FC Bayern gestern im Emirates Stadium aufgetreten ist, haben die Gunners vor vielen Jahren auch einmal Spiele dominiert. Der Zug Viertelfinale in der Champions League ist nach dem Hinspiel abgefahren – und vielleicht ist es auch besser so. Der Kader der Mannschaft ist qualitativ so dünn besetzt, ich mag gar nicht dran denken, wenn Spieler wie Wilshere, Cazorla oder Giroud sich diese Saison noch verletzten. Jedes überflüssige Spiel mehr sollte als solches angegangen werden. Und das Rückspiel in München gehört definitiv dazu. Es wäre keinem geholfen, wenn die beste Elf in der Allianz-Arena spielen würde. Wofür und wie würde das aussehen? Im FA-Cup und Ligapokal schonen ich in wichtigen, offenen Duellen die Spieler, und im schon entschiedenen Duell in der Champions League schicke ich dann trotzdem die besten Spieler auf den Platz?

Für Arsenal zählt, so traurig das auch klingen mag, nur noch der vierte Platz in der Liga. Darauf sollten alle Kräfte gerichtet sein, das ist das Ziel für die letzten Spieltage in dieser Saison und es wäre finanziell wie sportlich so wichtig für den Verein. Das Restprogramm der Gunners ist anspruchsvoll, aber sehr gut machbar ohne weitere Belastungen durch Pokalwettbewerbe. Die eventuellen Schlüsselduelle finden aber ausgerechnet im Zeitraum des Rückspiels der Champions League statt.

23. Februar 16:00, Aston Villa (H) (live auf Sky)

03. März 17:00, Tottenham (A) (live auf Sky)
09. März 16:00, Everton (H) (live auf Sky)
13. März 20:45, Bayern München (A) (live auf Sky/ZDF)
16. März 16:00, Swansea (A)
30. März 16:00, Reading (H)

06. April 16:00, West Brom (A)
13. April 16:00, Norwich (H)
20. April 16:00, Fulham (A)
28. April 17:00, Manchester United (H) (live auf Sky)

04. Mai 16:00, QPR (A)
12. Mai 16:00, Wigan (H)
19. Mai 16:00, Newcastle (A)

Drei richtig große Brocken hält der Spielplan noch bereit, gleich zu Beginn des März, bei Tottenham und zuhause gegen Everton. Das sind direkte Duell um die Europapokalplätze. Tottenham liegt vier Zähler vor den Gunners, an der White Hart Lane muss gewonnen werden. Das gilt ebenso für das Duell gegen die Toffees. Und dann kommen mit Ausnahme des Spiels bei Swansea (die Waliser liegen Arsenal überhaupt nicht) eigentlich sehr leichte Aufgaben mit genügend Pausen für die Spieler unterhalb der Woche. Das sollte eigentlich alles kein Problem sein. Ende April empfangen die Gunners noch Manchester United, die dann bereits englischer Meister sein könnten. Arsenal hat es selbst in der Hand. Der FC Chelsea, derzeit fünf Punkte vor Arsenal auf Platz 3, spielt noch gegen Manchester City, Tottenham, Liverpool, Swansea, Manchester United und den FC Everton. Tottenham spielt noch gegen Liverpool, bei Swansea, gegen Everton, Chelsea und Man City. Das ist das deutlich schwierigere Restprogramm.

Ich habe auf Spox mal den Tabellenrechner angeworfen. Meine Abschlusstabelle nach 38 Spieltagen sieht so aus.

Premier League Tipps 2012/2013 – Europapokalplätze

Wenn das Ziel erreicht ist, dann lässt sich auch über Trainer, zukünftige Ausrichtung und Strategie des Vereins reden.

Arsenal vor dem CL-Achtelfinale gegen Bayern: Auf der Suche nach etwas Hoffnung

Arsenal Fans Moaning Schedule (via @REDactionAFC)

Hoffen, aber auf was eigentlich? Bradford, Blackburn, Bayern. Diese Alliteration könnte spätestens Mitte März die Triologie einer weiteren völlig gescheiterten Saison des FC Arsenal sein. Nicht nur, dass es die achte Saison in Folge ohne einen weiteren Titel gibt. Daran haben sich die meisten Fans der Gunners mittlerweile gewöhnt, fast schon arrangiert. Die neue Dimension der Saison 2012/2013: Noch in keiner Spielzeit hat der FC Arsenal, die sportliche Leitung wie die Klubführung insgesamt, das Vertrauen und die Unterstützung der Fans so dermaßen beschädigt, dass viele Anhänger des Vereins den aktuellen Zustand und die derzeitige Entwicklung nur noch schwer akzeptieren können.

Als Arsenal-Fan seit vielen Jahren befinde ich mich laut dem Arsenal Fans Moaning Schedule gerade in der Phase, in der nach einer eher mäßigen Hinserie in der Premier League in den nächsten Wochen in der Liga die große Aufholjagd folgte – begleitet von dem Ausscheiden in den diversen Pokalwettbewerben. Auf die Aufholjagd in der Liga wird zweckoptimistisch noch gehofft, in den Pokalspielen hat Arsenal sein Soll erfüllt. War das Ausscheiden im Capital One Cup gegen den Viertligisten Bradford schon schmerzhaft genug, folgte mit der peinlichen 0:1-Niederlage gestern im FA-Cup gegen die Blackburn Rovers, die in 90 Minuten eigentlich nur eine gute Torchance hatten, der nächste Stich ins ehe schon blutende Herz der Arsenal-Fans. Die Niederlage war vom Ergebnis und dem Zustandekommen eigentlich nicht zu akzeptieren. Arsenal spielte wahrlich keinen guten Fußball, hatte aber genug Torchancen, um die 90 Minuten souverän über die Bühne zu bringen. Problem nur: Wenn die besten Spieler geschont werden und Gervinho für die Tore verantwortlich ist, kann das Tor eigentlich auch zehn Meter breit sind. Der Ball landet mit höherer Wahrscheinlichkeit wohl noch auf der Eisenbahnstrecke neben dem Stadion als im Tornetz. Es ist frustrierend. Viele Arsenal-Fans haben sich gestern auf Twitter geäußert, dass sie nach dem Spiel extra in Richtung Pressetribüne gegangen sind, um den Journalisten ihren Frust in die Spielberichte zu diktieren. Ausverkauft war das Spiel sowieso nicht, viele Plätze blieben leer. Wie so häufig schon in dieser Saison. Da wären wir wieder beim Vertrauen und der Unterstützung.

Viele Arsenal-Fans sind gar nicht so wütend, sondern vielmehr traurig. Es ist ganz offensichtlich, dass Arsenal sportlich auf der Stelle tritt, sich nicht verbessert. Berücksichtigt man die letzten zehn Jahre in der Vereinsgeschichte, lässt sich die Phase treffenderweise mit “sportlicher Abstieg” titulieren. Die Saison 2012/2013 wirkt dabei wir das Ende einer Ära, wie das Eingestehen eines gescheiterten Versprechens, das ich freundlicherweise noch mit Klub-Strategie unterschreiben würde. Sobald in der aktuellen Saison ein Fortschritt erkennbar war, gab es ein neues sportliches Tief, einen neuen Rückschlag, der die Fans immer mehr fassungslos zurücklässt. Nach dem tollen 3:1 bei West Ham United im Oktober folgte die Auswärtsniederlage in Norwich, der dürftige Heimauftritt in der Champions League gegen Schalke, der den Gruppensieg wohl verhinderte. Nach dem überragenden 5:2 gegen die Tottenham Hotspur folgte das Remis bei Aston Villa, die Heimniederlage gegen Swansea und die CL-Niederlage in Piräus. Nach drei Siegen in Folge Ende Dezember gab es ein klägliches 1:1 bei Southampton und Niederlagen gegen Man City und bei Chelsea. Nach zuletzt zehn Punkten in vier Spielen in der Premier League steht jetzt das Aus im FA-Cup. Wirklich überraschend ist das doch eigentlich gar nicht passiert.

Als einen “Haufen von Weicheiern” hat der Daily Mirror in seiner Sonntagsausgabe die Mannschaft des FC Arsenal bezeichnet. Und natürlich gerät Arsène Wenger erneut in die Schusslinie – und erneut zurecht. Wenger schonte mit Podolski, Cazorla, Ramsey, Walcott, Sagna und Wilshere wichtige Stammspieler und schickte stattdessen mit Rosicky, Gervinho und Oxlade-Chamberlain Spieler aufs Feld, die mit so einer Situation schlicht überfordert sind. Allen voran bei Gervinho fragen sich viele Arsenal-Fans, wieviele Chancen der Ivorer diese Saison noch vergeben möchte. Das gestrige Aus im FA-Cup war der erneute Beweis dafür, dass die wirtschaftliche und sportliche Strategie der Gunners schlicht und einfach gescheitert ist. Zunächst aber das Positive vorweg: Die Transfers in diesem Sommer, alle von Wenger eingeleitet, waren alle große Gewinne für den Klub: Giroud, Podolski und Cazorla sind mittlerweile tragende Stützen des Vereins – so ganz hat Wenger es also noch nicht verlernt. Nur funktionieren die besten Transfers nicht, wenn gleichzeitig stets die besten Spieler aus welchen Gründen auch immer verkauft werden. Arsenal spielte sogar mit einem stärkeren Team gegen Bradford und schied trotzdem aus. Und am Samstag bot Wenger nur die Reserve auf, in dem einzigen Wettbewerb, in dem es noch realistische Chancen auf einen Titel gab. Das ist die eine Seite der Medaille, die sportliche Perspektive, für die Wenger verantwortlich ist. Er entscheidet, welches Team spielt. Wenger hat falsch entschieden. Die andere Seite der Medaille ist die wirtschaftliche Komponente. Nächste Woche wird der Verein neue Finanzzahlen präsentieren. Arsenal ist wirtschaftlich auf einem sehr starken Weg. Gewinn und Umsatz sollen, schenkt man Vorabbrichten Glauben, gestiegen sein. Rund 100 Millionen Pfund liegen auf der Bank und könnten problemlos ausgegeben werden, ohne das sich der Verein verschulden würde. Und gerade dieser Umstand verärgert die Arsenal-Fans dann noch mehr. Schließlich ist es immer noch ein Fußballverein, und kein Wirtschaftsunternehmen, das möglichst hohen Gewinn und Umsatz machen muss. Wirtschaftliches Arbeiten ja, aber nicht um jeden Preis – und das ist momentan der sportliche Erfolg. Der Verein kann sich auch totsparen, nämlich wenn in der nächsten Saison keine Champions League im Emirates gespielt wird. Die Zukunft des FC Arsenal wird leichtfertig aufs Spiel gesetzt.

The Arsenal – 2012-13 (via @feverpitch)

Was bleibt also noch? Zum Glück ist diese Saison noch nicht vorbei, so traurig das auch klingen mag. Denn noch hat Arsenal eine wichtige Hürde vor sich: Platz 4 in der Liga erreichen. Nur das sollte noch auf der Agenda stehen. Das Achtelfinale in der Champions League gegen den übermächtigen FC Bayern wirkt dabei fast schon wie eine lästige Nebenbeschäftigung. Wenn diese Saison überhaupt noch einigermaßen gerettet werden kann, dann durch den vierten Platz in der Liga. Das wäre auch ein versönlicher Abschluss für Arsène Wenger. Er ist der größte Trainer, den der FC Arsenal je hatte, und aus der Ferne schätze und mag ich ihn sehr, aber das heißt nicht, dass er auch der richtige Trainer ab der Saison 2013/2014 ist. David Moyes wäre sicherlich frei.

Nun aber erstmal Achtelfinale gegen die Bayern. Ich sehe die Chancen auf ein Weiterkommen bei vielleicht fünf Prozent – und da kalkuliere ich großzügig. Die einzige Möglichkeit für ein Weiterkommen, die ich derzeit sehe: Bayern unterschätzt die Gunners maßlos und Arsenal schafft eine dieser offensiven Explosionen, die es hin und wieder mal gibt, wo ganz plötzlich ein Ruck durch die Mannschaft geht, der Gedanke an die eigene Stärke zurückkommt und plötzlich innerhalb weniger Minuten die Tore fallen (es sei denn, Gervinho steht auf dem Feld), wie beim 5:2 gegen Tottenham, dem 7:3 gegen Newcastle, dem 7:5 bei Reading im Ligapokal, dem 5:1 gegen West Ham oder beim 6:1 gegen Southampton. Mehr Optimismus kann ich nicht anbieten. Die Bayern sind derzeit vielleicht das stärkste Team in Europa und Arsenal defensiv und offensiv über 180 Minuten sicherlich zwei Klassen überlegen. Es muss viel passieren, dass Arsenal überhaupt im Rückspiel noch realistische Chancen auf das Viertelfinale hat.

Erste Voraussetzung: Die beste Elf muss ihre bestmögliche Leistung bieten. Das wird schon mal von Beginn an eingeschränkt. Da Kieran Gibbs verletzt fehlt und frühstens beim Rückspiel in München wieder dabei ist, Nacho Monreal nicht spielberechtigt ist und André Santos glücklicherweise nach Brasilien ausgeliehen wurde, fehlt Arsenal ein gelernter Linksverteidiger. Thomas Vermaelen rückt nach links, Per Mertesacker und Laurent Koscielny bilden das Innenverteidigerduo, jene Kombination, die diese Saison insbesondere bei Standardsituationen extrem anfällig war. Szczesny im Tor hat extrem viele kleine Fehler in dieser Saison vorzuweisen. Sagna auf der RV-Position ist nach seinen beiden Verletzungen leider nie wieder zur Form vergangener Tage aufgelaufen. Arsenal ist und bleibt defensiv sehr anfällig. Das Herzstück der Arsenal-Mannschaft bleibt das Mittelfeld. In einem 4-2-3-1 bilden Jack Wilshere und Mikel Arteta die etwas defensivere Rolle. Und beide sind die Leistungsstärksten in dieser Saison. Trotz seiner langen Verletzung spielt Wilshere eine tolle Saison, kämpft und ackert, gibt viele Impulse nach vorne. Arteta spielt eher unauffällig, aber effektiv, der Spieler mit der höchsten Passgenauigkeit in der Premier League. Davor zieht Santi Cazorla die Fäden, in seiner Leistungskurve noch nicht konstant auf Top-Niveau. Podolski und Walcott kommen über die Flügel. Vorne steht Olivier Giroud, der nun wahrlich kein Fehleinkauf ist. Neun Tore, drei Vorlagen in der Liga in 25 Spielen. Das ist die erste Elf – und man kann, das hat der FA-Cup gezeigt, nur hoffen, dass sich keiner dieser elf Spieler in der Saison noch verletzt. Die Alternativen auf der Bank heißen Gervinho, Rosicky und Arshavin. Das sagt doch alles. Coquelin, Jenkinson und Oxlade-Chamberlain sind noch zu jung und vielleicht unerfahren, dass Fehler verständlicherweise immer wieder mal vorkommen.

Dienstag steigt das Hinspiel, vielleicht das letzte Heimspiel in der Champions League für etwas längere Zeit. Dass der absolute Worst Case nicht eintritt, kann noch verhindert werden – durch gute Leistungen in der Liga. Noch sind dafür 12 Spiele Zeit. Mein Wunsch wäre, dass sich Arsenal tapfer schlägt, sich zerreißt und alles fürs Weiterkommen unternimmt. Es wird wahrscheinlich ja nicht reichen, aber es wäre großartig, wenn der Verein, die Spieler und die Fans gestärkt aus den Duellen gegen den FC Bayern hervorgehen könnten für einen spannenden und hoffentlich erfolgreichen Saisonendspurt. Arsène Wenger kann noch einmal zeigen, dass er ein großartiger Trainer ist. Nie war ein vierter Platz in der Liga wichtiger als in dieser Saison. Und im Sommer bleibt genug Zeit, ein neues Team aufzubauen, viel Geld in die Mannschaft zu investieren und sich nach einem neuen Trainer umzuschauen. Sollte die Champions League verpasst werden, könnte ich mir vorstellen, dass Wenger selbst von sich aus geht. Beim Erreichen des vierten Platzes nicht unbedingt, wobei ich glaube, dass Wenger sehr gut einschätzen kann, dass ein Wechsel auf der Trainerposition gut tun würde. Also hoffen auf einen vierten Platz am Saisonende und ein packendes Duell auf Augenhöhe mit den Bayern. Die Ansprüche werden kleiner, aber das ist ja nicht zu viel verlangt.

Auf dass eher wenige Tickets bis Mai noch verbrannt werden müssen. Come on Arsenal!

Das Januar-Transferfenster aus Sicht eines Arsenal-Fan

Ich habe überhaupt keine Lust auf den Transfer Deadline Day. Und warum? Weil der Januar für einen Fan des FC Arsenal ungefähr so abgelaufen ist.

“Um ehrlich zu sein. Wenn ich die Chance hätte, und Crystal Palace dem nicht im Wege stehen würde, würde ich Wilfried Zaha gerne verpflichten.”
Arsène Wenger, 31.12.2012 [Link]

“Ich werde sehr aktiv sein im Tranferfenster. Wir suchen überall und sind offen für alles. Wir wollen den Kader stärken, wenn wir die richtigen Spieler finden.”
Arsène Wenger, 02.01.2013 [Link]

“Ich werde Thierry Henry nicht ausleihen.”
Arsène Wenger, 02.01.2013 [Link]

“Wir verhandeln. Ich bin sehr erfreut über den Fortgang der Gespräche. Wir wollen so schnell wie möglich mit Theo verlängern. Wir sind bereit dafür.”
Arsène Wenger, 04.01.2013 [Link]

“Wir haben Geld, aber es ist sehr schwer auszugeben. Die Erwartungshaltung ist viel zu hoch. Die Leute wollen hier Lionel Messi sehen.”
Arsène Wenger, 04.01.2013 [Link]

“Wir zahlen gut, wir zahlen sehr gut. Aber bei uns verdient kein Spieler 200.000 Pfund die Woche. Wir haben ein eher sozialistisches Modell im Verein.”
Arsène Wenger, 05.01.2013 [Link]

“Wir haben einen guten, ausgeglichenen Kader. Momentan wird uns kein weiterer Spieler verlassen, solange wir keine neuen Spieler kaufen.”
Arsène Wenger, 11.01.2013 [Link]

“Ich bin sehr optimistisch, dass Theo Walcott einen neuen Vertrag unterzeichnet.”
Arsène Wenger, 11.01.2013 [Link]

“Was so schmerzhaft ist, dass Manchester United so weit vor uns in der Tabelle ist. Wir hatten das schon befürchtet, als wir Robin van Persie zu United transferiert haben.”
Arsène Wenger, 11.01.2013 [Link]

“In den nächsten zwei oder drei Jahren sicherlich nicht. Aber dann könnte Cesc Fabregas wieder zu Arsenal zurückkehren.”
Arsène Wenger, 12.01.2013 [Link]

“Ich mag Edinson Cavani als Spieler. Aber er wird sicherlich viel Geld kosten. Unsere Finanzleute leben momentan direkt neben meinem Zimmer und sind bereit, wenn wir den richtigen Spieler finden.”
Arsène Wenger, 17.01.2013 [Link]

“Die Preise steigen immer in den ersten Wochen des Transferfensters und sinken in der letzten Woche. Wir geben Geld nur für Spieler aus, die uns wirklich weiterhelfen.”
Arsène Wenger, 17.01.2013 [Link]

“Wir hatten nie ein Interesse bekundet, Wilfried Zaha zu verpflichten.”
Arsène Wenger, 22.01.2013 [Link]

“Ich werde keine Wunder-Verpflichtungen machen.”
Arsène Wenger, 25.01.2013 [Link]

“Das Transferfenster im Januar sollte abgeschafft werden.”
Arsène Wenger, 25.01.2013 [Link]

“David Beckham trainiert nur mit uns, um sich fit zu halten. Denken Sie gar nicht daran, dass wir ihn verpflichten.”
Arsène Wenger, 29.01.2013 [Link]

“Wir werden David Villa nicht verpflichten. Barcelona will ihn nicht abgeben.”
Arsène Wenger, 30.01.2013 [Link]

“Unser Kader hat Top-Niveau. Wir müssen lernen, unseren Spielern zu vertrauen, die Fans müssen es ebenso.”
Arsène Wenger, 31.01.2013 [Link]

“Ich werde sehen, was ich noch in der Kürze der Zeit machen kann.”
Arsène Wenger, 31.01.2013 [Link]

Immerhin den Vertrag mit Theo Walcott verlängert…

Premier League 2012/2013, Preview FC Arsenal – West Ham United

Heute Abend findet ein Nachholspiel vom Boxing Day statt. Der FC Arsenal empfängt im Emirates Stadium West Ham United. Und die Devise dieses Spiels ist aus Sicht der Gastgeber klarer denn je. Es muss gewonnen werden. “Wir dürfen keine Punkte mehr liegen lassen”, sagte Arsène Wenger nach dem 1:2 beim FC Chelsea am Sonntag. Eigentlich sind Punktverluste schon seit Jahresbeginn ein Tabu. Aber jetzt scheint diese Tatsache auch in der Realität von Wenger angekommen sein.

Ansonsten gibt es auf Seiten der Gunners eigentlich keine Neuigkeiten, jedenfalls keine positiven. Nach der Niederlage gegen Manchester City setzte es auch im nächsten Topspiel beim FC Chelsea eine verdiente Niederlage, weil Arsenal diesmal in der ersten Hälfte völlig neben sich stand und von Chelsea spielerisch wie kämpferisch überrollt wurde. Die zweite Halbzeit war besser, mehr aber auch nicht. Diesmal hat sich Wenger in der Nachbetrachtung des Spiels auch nicht an den zweiten 45 Minuten aufgegeilt, sondern schonungslos die Fehler seines Teams angesprochen. Man dürfe die nächsten Spiele nicht verlieren. Er sehe sogar ein psychologisches Problem, seine Spieler glauben nicht an ihr Potential. Das Selbstvertrauen sei am Boden. Bei der Analyse der aktuellen Lage gleichen sich die Ansichten der Fans und sportlichen Leitung also immer mehr an. Bei möglichen Lösungen sind die Differenzen ebenfalls gar nicht so groß. Es müssen noch im Januar neue, qualitativ gute Spieler geholt werden. Das predigt Wenger täglich – nur passiert bis heute morgen gar nichts. Diese Entwicklung macht viele Fans, mich eingeschlossen, ratlos und verärgert. Arsène Wenger wirkt wie ein hilfloser Trainer, der völlig ohne Organisation nach Spielern Ausschau hält – und dabei selbst den Überblick zu verlieren scheint. Noch vor fünf Tagen am 17. Januar bekundete Wenger auf der PK vor dem Chelsea-Spiel, dass Wilfried Zaha ein interessanter Spieler sei, sein Team ihn beobachte und er nicht wisse, ob auch Manchester United Interesse zeige. Auf der gestrigen PK dann diese Aussage: “We were never in for Zaha.” Und warum verschwendet der Verein dann Ressourcen, Zaha genauer unter die Lupe zu nehmen? Es sollte offensichtlich sein, dass mit dieser Mannschaft eine Qualifikation für die Champions League nur sehr schwierig möglich wird. Mit einem Sieg gegen West Ham würde Arsenal immerhin bis auf vier Punkte an die Tottenham Hotspur auf dem vierten Platz ranrücken – und es gibt noch die Partie an der White Hart Lane. Aber Optimismus versprühen die wenigsten Fans bei diesen Gedanken. Es ist also ein richtungsweisendes Spiel für die Gunners – wie zuletzt jede Woche. Nächsten Mittwoch kommt der FC Liverpool.

Richtungsweisend ist aber auch die Partie für West Ham United. Die Hammers gewannen nur zwei Spiele aus den letzten zehn Begegnungen, nur ein Sieg seit Anfang Dezember, 2:1 gegen Norwich. Die Leistungen waren aber nicht immer enttäuschend wie die Ergebnisse. Am letzten Wochenende gab es ein 1:1 gegen die Queens Park Rangers, gemessen an den Torchancen und Spielanteilen hätte West Ham das Spieler normalerweise gewinnen müssen. Insbesondere die letzten Auswärtsleistungen bei den Niederlagen in Reading und Sunderland ließen aber zu wünschen übrig. Überhaupt ist die Auswärtsbilanz der Hammers eigentlich ein Freifahrtschein für den FC Arsenal. Nur acht Punkte hat West Ham auswärts geholt, dabei magere fünf Punkte erbeutet. Vielleicht kommt den Hammers entgegen, dass Arsenal vor heimischem Publikum in den letzten Wochen auch nur gegen Newcastle überzeugt hat und das Selbstvertrauen wie gesagt auch nicht wirklich hoch ist. Auch West Ham ist intensiv auf Suche nach neuen Spielern. Nicolas Anelka hat aber abgesagt. Big Sam is not amused. Auch nicht über Alou Diarra. Der Franzose hat in einem Interview mit der L’Equipe seinen Unmut über fehlende Einsatzzeiten und seinen Platz auf der Bank geäußert. Diarra kam letzten Sommer von Olympique Marseille zu West Ham und hatte seitdem erst zwei Einsätze, auch bedingt durch Verletzungen. Trotzdem hat er dem Verein und Trainer ziemlich deutlich gemacht, dass er den Verein verlassen möchte. Und auch über Sam Allardyce lässt er wenige gute Worte fallen: “Ich habe noch nie mit ihm gesprochen”, so Diarra.

Auch gegen den FC Arsenal winkt für Diarra erst einmal die Bank. Joe Cole, Diame, Noble und Jarvis bilden das Mittelfeld der Gäste. Carlon Cole kehrt nach Pause gegen QPR als einzige Spitze ins Team zurück, weil Marouane Chamakh gegen die Gunners, da an West Ham ausgeliehen, nicht spielberechtigt ist. Andy Carroll und George McCartney sind weiter Langzeitverletzte. James Collins fehlt weiter mit Oberschekelproblemen. Stürmer Modibo Maiga ist beim Afrika-Cup. Das gilt auch für Gervinho. Auch ansonsten ist die Personalsituation bei Arsenal etwas angespannter als in den letzten Wochen. Podolski und Oxlade-Chamberlain kehren in den Kader zurück, erstgenannter hat gute Chancen auf einen Startplatz. Coquelin fällt mit Oberschenkelzerrung aus. Mikel Arteta fehlt noch eine gute Woche, Diaby ist wegen Müdigkeit und fehlende Frische fraglich. Insbesondere der Ausfall von Arteta wirkt schwerwiegender als gedacht. Auch wenn der Spanier häufig unauffällig spielt, ist er für die defensive Stabilität der Gunners ungemein wichtig. Nur eines von sieben Spielen hat Arsenal gewonnen, wenn Arteta nicht gespielt hat. Wenn der Spanier spielt, werden fast 60 Prozent der Spiele gewonnen.

In dieser Hinsicht sieht es für West Ham statistisch gar nicht so schlecht aus. Der Osten der englischen Hauptstadt kann den Norden ärgern. Sollte Arsenal nicht gewinnen, dürfte die sportliche Krise sich weiter verschärfen. Sky überträgt heute ab 20:40 Uhr auf Sky Sport 1 und Sky Sport HD1. Es kommentiert Andreas Renner.

Premier League 2012/2013 #23 – Hoffnung für Reading und neuer Tiefpunkt bei Arsenal

Es war ein neuer Tiefpunkt in der sportlichen Krise des FC Arsenal. Die erste Halbzeit beim FC Chelsea war von allen Mannschaftsteilen eine Bankrotterklärung und der erneute Beweis, dass die Gunners weit entfernt von einer Spitzenmannschaft sind. Es fehlt fast alles: eine Spielidee, ein Konzept und vor allem die Bereitschaft, gegen den FC Chelsea kämpfersich dagegen zu halten. Arsène Wenger hatte bemängelt, dass sein Team letzte Woche gegen Manchester City zu vorsichtig und mutlos agiert hatte. Und genau an dieser Stelle hätte der Trainer anknüpfen können. Ich weiß nicht, ob er es gemacht hat. Wirkung hat es jedenfalls keine gezeigt. Natürlich haben mit Podolski, Oxlade-Chamberlain und Arteta – insbesondere der Spanier ist für mich das wichtigste Puzzleteil für Erfolg bei den Gunners – wichtige Spieler gefehlt. Das kann aber keine Ausrede sein. Es standen elf Spieler auf dem Platz, die in der ersten Halbzeit kollektiv im Tiefschlaf waren. Die Mannschaft von Arsenal ist nicht gut genug, das zeigt der Blick auf die Bank. Es sind so viele offene Baustellen, die sich in der ersten Halbzeit gezeigt haben. Das Beste war das Halbzeitergebnis, nur 0:2 aus Sicht der Nordlondoner. Arsenal verschläft grundsätzlich die ersten 45 Minuten. Eigentlich ein Umstand, den ein guter Trainer beheben sollte.

Die zweite Halbzeit war dann besser. Mehr Engagement, mehr Mut, auch weil Chelsea sich wohl ein wenig zu sicher nach der starken Leistung in der ersten Halbzeit führte. Nach einer Stunde verkürzte Walcott auf 1:2. Hoffnung keimte auf, die eigentlich nach der ersten Hälfte schon längst begraben wurde. Warum wacht das Team erst so spät auf? Und Wenger hat wieder die Argumente vorerst auf seiner Seite. Die zweite Halbzeit war phasenweise wirklich gut, Potential sei ja da. So in etwa lautet dann die Bilanz von Wenger. Änderungen gibt es dann erstmal nicht. Wahrscheinlich. Arsenal war in der zweiten Halbzeit besser, aber Chancen am Stück erspielten sie sich auch nicht. Chelsea verpasste es mit Kontern für eine vorzeitige Entscheidung zu sorgen. Gerade in der Schlussphase waren die Gunners wieder eher harmlos. Arshavin mit der Durchsetzungskraft eines nassen Toastbrotes. Eine große Aufholjagd sieht anders aus. Demba Ba wurde für Torres eingewechselt, vergab aber ebenso wie der Spanier gute Chancen zum Ausbau der Führung. Am Ende gewinnt Chelsea bei Betrachtung der gesamten 90 Minuten verdient mit 2:1. Elf Punkte liegt Arsenal jetzt hinter den Blues. Die Gunners verlieren endgültig den Anschluss an die Champions League Plätze. 34 Punkte nach 22 Spielen. Nie war Arsenal schlechter in einer Premier League. Over to you, Monsieur Wenger.

Talking Points

Der große Gewinner im Abstiegskampf an diesem Wochenende ist der FC Reading. Die Royals gewannen mit 2:1 nach 0:1 bei Newcastle United, also einem direkten Konkurrenten im Tabellenkeller. Mit dem dritten Sieg im vierten Spiel hat Reading den Rückstand auf das rettende Ufer auf einen Punkt verkürzt. Man profitierte auch davon, dass dir direkte Konkurrenz nicht gewinnen konnte. Die Queens Park Rangers kamen nur zu einem 1:1 bei West Ham United. Auch Aston Villa verspielte eine Führung. Villa ging 2:0 bei West Brom in Führung, am Ende reichte es nur zum enttäuschenden Remis. Wigan unterlag vor eigenem Publikum mit 2:3 gegen den AFC Sunderland.

Balsam für die Seele der Fans war das 5:0 des FC Liverpool gegen Norwich City. Die Reds haben jetzt wieder Tuchfühlung zu den internationalen Plätzen. Norwich verlor fünf der letzten sechs Spiele. Auf einem ähnlichen Negativlauf ist auch Stoke City. Die Potters verloren die letzten drei Spiele. Am Samstag setzte es eine 1:3-Niederlage gegen Swansea City.

Im Meisterschaftskampf kam Manchester City zu einem mühelosen 2:0 gegen den FC Fulham.