Premier League 2012/2013, Kampf um die Champions League: Nicht in Arsenals Händen

Tottenham nur 2:2 bei Wigan Athletic, Arsenal mit einer schwächeren Leistung und dem 1:1 gegen Manchester United. Der FC Chelsea war nach dem 2:0 gegen Swansea City der große Gewinner des 35. Spieltages. Der Kampf um die Champions League Plätze spitzt sich zu, bleibt spannend. Eine Erkenntnis gibt es aber schon: Arsenal hat es nicht mehr selbst in der Hand unter die ersten Vier der Tabelle zu kommen. Die Gunners müssen auf Ausrutscher von Tottenham und Chelsea hoffen oder einen glücklichen Ausgang des direkten Duells der beiden Teams.

Aktuelle Tabelle:
3. FC Chelsea (65 Punkte, 34 Spiele, +33 Tore)
4. FC Arsenal (64 Punkte, 35 Spiele, +30 Tore)
5. Tottenham Hotspur (62 Punkte, 34 Spiele, +17 Tore)
6. FC Everton (59 Punkte, 35 Spiele, +14 Tore)

Selbst wenn Arsenal seine restlichen drei Spiele alle gewinnt und damit auf 73 Punkte kommt, könnte am Ende nur die Europa League rausspringen. Sollte Tottenham seine letzten vier Spiele gewinnen, wären sie bei 74 Punkten, einen Zähler mehr als Arsenal. Das würde aufgrund des direkten Duells Spurs gegen Chelsea bedeuten, dass die Blues nur noch drei von vier Siegen holen könnten, also maximal 74 Punkte. Arsenal wäre dann mit 73 Zählern raus aus der Champions League. Hat im Prinzip zwei Konsequenzen: Arsenal muss sowieso alle drei Spiele gewinnen – oder wie es Wenger formuliert hat: No room for error. Und die Gunners müssen darauf hoffen, dass Chelsea im Nachholspiel Tottenham schlägt. So gestaltet sich die Ausgangslage beim Blick auf das Restprogramm:

FC Chelsea
05.05. 17:00, Manchester United (A) (live auf Sky)
08.05. 20:45, Tottenham Hotspur (H) (live auf Sky)
11.05. 13:45, Aston Villa (A) (live auf Sky)
19.05. 17:00, FC Everton (H)

FC Arsenal
04.05. 18:30, Queens Park Rangers (A) (live auf Sky)
14.05. 20:45, Wigan Athletic (H) (live auf Sky)
19.05. 17:00, Newcastle United (A)

Tottenham Hotspur
04.05. 16:00, FC Southampton (H)
08.05. 20:45, FC Chelsea (A) (live auf Sky)
12.05. 14:30, Stoke City (A) (live auf Sky)
19.05. 17:00, AFC Sunderland (H)

FC Everton
05.05. 14:30, FC Liverpool (A) (live auf Sky)
12.05. 16:00, West Ham United (H)
19.05. 17:00, FC Chelsea (A)

Es bleibt dabei: Arsenal hat das leichteste Restprogramm aller Teams, während Chelsea noch zwei dicke Brocken vor sich hat und Tottenham wie Everton je einen schwierigen Gegner. Arsène Wenger hat gesagt, dass sein Team bei drei Siegen ziemlich sicher in der Champions League spielen werde. Das mag sein. Es kann aber leider auch anders kommen.

Auf alle Fälle viel Spannung und Drama bis zum Schluss. Und die Premier League war wieder so großartig clever, die wichtigen Spiele auf die TV-Plätze zu legen, sodass auch wir hier in Deutschland fast alle wichtigen Spiele im Saisonendspurt sehen können.

Premier League 2012/2013: Der Preis für das viele Geld aus Russland

Roberto di Matteo ist heute Morgen beim FC Chelsea als Trainer entlassen worden. Die Aufregung in der britischen Fußballwelt ist groß. Völlig falsche Entscheidung, er hätte mehr Zeit bekommen müssen, der skrupellose Besitzer aus Russland habe keine Ahnung von Fußball. Aber es ist sein Verein, sein Geld, sein Spielzeug. Wenn der Chef mit den Angestellten nicht zufrieden ist, kann er ihn entlassen. Natürlich ist die Entscheidung nicht nachvollziehbar. Aber wer sich jetzt auf Twitter, Facebook und sonstwo darüber so echauffiert, muss eigentlich das strukturelle System der Premier League hinterfragen. Und warum jetzt auf einmal der Aufschrei bei di Matteo? Klar, weil es der große, ruhmreiche und erfolgsverwöhnte FC Chelsea ist. Wenn Mark Hughes bei Manchester City keine Zeit bekommt und vor die Tür gesetzt wird, ist das Drama in der britschen Presse und bei den Fans viel geringer. Oder Martin O’Neill vor einem Jahr bei Aston Villa. Das bringt das System der höchsten englischen Liga mit sich, wenn man den Besitzern der Klubs so viel Einfluss zugesteht.

Natürlich hat Roberto di Matteo sehr vorzeigbare Erfolge für den FC Chelsea vorzuweisen: den Gewinn der Champions League und den Sieg im FA-Cup. Und trotzdem hat sich die Mannschaft spielerisch nicht wirklich weiterentwickelt. Es gibt seit Jahren viele Hochs und Tiefs, Extremsituationen, keinen konstanten Weg bei der Leistungsentwicklung. Ich weiß noch, wie groß der Aufschei über den Gewinn der Champions League des FC Chelsea gewesen ist. Das sei doch kein Fußball. Ja, war es vielleicht auch nicht. Es war viel Glück und zeigte doch die spielerische Limitiertheit der Blues von der Stamford Bridge. Das war letzte Saison in der Liga eindrucksvoll zu sehen. Wahrscheinlich – und das ist natürlich nur Spekulation – wäre di Matteo schon nach der Saison entlassen worden. Nur das schaffte selbst Roman Abramovitsch angesichts der beiden Titel nicht. Und jetzt nimmt er eben die erstmögliche Ausfahrt.

Der FC Chelsea war exzellent in die Saison gestartet. Nur darf man nicht vergessen, dass die Siege gegen Teams wie Reading, Wigan und Stoke stattfanden. Da wurden viele Schwächen der Blues, insbesondere in der Defensive, nicht aufgezeigt. Dafür waren dann erst Manchester United, teilweise die Tottenham Hotspur, der FC Liverpool und in der Champions League Donezk und Juventus Turin verantwortlich. Und di Matteo hat bisher keine Lösung für dieses Problem gefunden. Vielleicht ist es auch gar nicht seine Schuld, weil er sicherlich nicht alleine die Mannschaft zusammenstellt. Aber er ist dann qua inoffizieller Vereinssatzung der Sündenbock. Es ist eben ein hoher Preis, den Fans, Verein und Trainer zahlen müssen, damit Geld aus Russland fließt. Die vielen defensiven Fehler waren die eine Baustelle, die andere der geringe Erfolg der Blues aus spielerischer Überlegenheit. Das sieht im Mittelfeld mit Hazard, Mata und Oscar wunderbar aus – hat aber eher selten Torchancen und Tore zu Folge, siehe die Spiele zuhause gegen Liverpool und zuletzt bei West Brom. Die Formkurve von Chelsea, national wie international, zeigte in den letzten Wochen sehr nach unten. Es war die günstige Gelegenheit für Abramovitsch. Nicht mehr, nicht weniger.

Nach Triumph in Champions League, FA Cup und guter Platzierung in der Liga bisher, ist das natürlich Wahnsinn. Und selbst in der Champions League ist ja noch nichts verloren. Aber so lange wollte der Russe nicht warten. Am Sonntag geht es für Chelsea gegen Manchester City, dann gegen Fulham und West Ham. Das sind alles keine leichten Spiele. Punktverluste sind verboten. Aber die hat di Matteo zuletzt beständig geliefert.

Dass Abramovitsch mit seinen Aktionen insgesamt in den letzten Jahren nicht für einen attraktiven Standort für Trainer gesorgt hat, ist offensichtlich. Scheinbar steigt die Menge des Geldes nicht proportional zum Intellekt. Es wäre ein tolles Zeichen, wenn die Fans am Sonntag im Stadion gegen den Rausschmiss protestieren werden. Bloß nicht vergessen: Der Russe sitzt am längeren Hebel. Der Preis für das viele Geld aus Russland ist sehr hoch.

Premier League 2011/2012 #30, FC Chelsea – Tottenham Hotspur 0:0

Spitzenspiel am 30. Spieltag zur Mittagszeit im Südwesten Londons zwischen dem FC Chelsea und den Tottenham Hotspur. Für beide Teams war es ein enorm wichtiges Spiel. Chelsea wollte mit einem Heimsieg Anschluss an die Spurs und Arsenal halten, Tottenham konnte mit einem Sieg den Vorsprung auf die Blues auf acht Punkte ausbauen und gleichzeitig wieder Arsenal unter Druck setzen. Ausverkaufte Stamford Bridge bei strahlendem Sonnenschein und fast 20 Grad in der englischen Hauptstadt. Tottenham konnte nur einen Sieg in den letzten vier Spielen holen, Chelsea verlor am Mittwoch teils unglücklich bei Manchester City. Die Spurs konnten in der Premier League noch nie bei den Blues gewinnen. Angesprochen auf die schlechte Form seines Teams nach den Spekulationen um den Nationaltrainerposten meinte Harry Redknapp vor dem Spiel: Völliger Blödsinn. Wer kehrte in die Erfolgsspur zurück?

Chelsea-Trainer Roberto di Matteo änderte sein Team auf fünf Positionen im Vergleich zur Niederlage bei Man City. John Terry kehrte als Kapitän (und Spielertrainer) zurück aufs Feld. Ebenfalls neu dabei waren Jose Bosingwa, Michael Essien, Daniel Sturridge und Didier Drogba, die das Sturmduo bildeten. Für den Ivorer nahm Fernando Torres auf der Bank Platz, Ramires spielte im rechten Mittelfeld, Mata kam über die linke Seite. Bei Tottenham begann wie erwartet Adebayor im Sturm als einzige Spitze. Willam Gallas ersetzte den verletzten Ledley King.

Es war ein eher langweiliges Spiel in den ersten 30 Minuten, viel Mittelfeld-Geplänkel, viel Abtasten, wenig Torchancen. Die Zuschauer hätten sich problemlos ein Eis holen können und hätten nichts verpasst. Erste richtig große Aufregung gab es in der 27. Minute beim Zweikampf von Gallas an Lampard. Doch Schiedsrichter Martin Atkinson gab zurecht keinen Elfmeter. Chelsea wirkte optisch leicht überlegen, hatte 60 Prozent Ballbesitz. Aber das war es dann auch. Die Spurs enttäuschten offensiv auf ganzer Linie, Modric, Bale und auch van der Vaart waren komplett unsichtbar. Und ansonsten fielen sie nur durch Ballverluste auf. Einzig eine schöne Einzelaktion von Adebayor über die linke Seite sorgte für etwas Torgefahr. Da hatte Bosingwa einmal nicht aufgepasst. Chelsea hatte zwar mehr vom Spiel, zwingende Torchancen erspielten sich aber auch die Blues nicht. Die Flanken von Mata und Ashley Cole waren einfach für die Verteidigung der Spurs abzufangen.

Als alle Augen schon auf den Halbzeitpfiff gerichtet waren, hatten die Spurs die 100%-Chance zur Führung. Modric drang von links in den Strafraum ein, Flachpass in die Mitte, wo van der Vaart zweimal aus kurzer Distanz erst an Cech und dann an John Terry, der sich in den Schuss geworfen hatte, scheiterte. Anschließend köpfte Adebayor den Ball über das Tor. Musste eigentlich ein Tor werden, war aber auch sehr emotional von Chelsea verteidigt. Ansonsten war es aber eine der schlechtesten ersten Hälfte, die ich in dieser Premier League Saison gesehen habe, ganz wenig Tempo. Viel Taktik. 0:0 zur Halbzeit an der Stamford Bridge.

Keine Wechsel zur zweiten Halbzeit. Die ersten Minuten bestätigten den Grundeindruck der ersten Hälfte, Chelsea leicht überlegen ohne Torchancen am Fließband zu erspielen. Die Spurs nahmen nur rudimentär am Spielbetrieb teil, waren bedacht auf Ballkontrolle. Das gelang allerdings völlig, weil insbesondere im Mittelfeld weiterhin zu viele Fehlpässe gespielt wurden. Wie in der ersten Halbzeit kam Tottenham nur gelegentlich vors Tor der Blues – aber dann richtig. In der 57. Minute war Chelseas linke Abwehrseite völlig blank, Bale gibt raus zu Kyle Walker, der nur das Außennetz trifft. War das der Startschuss für mehr Mut der Spurs? Nicht wirklich. Aufregung fünf Minuten später, als Assou-Ekotto Ramires im Laufduell im Strafraum zu Fall bringt. Wieder kein Pfiff von Atkinson – und wieder richtig entschieden. Ansonsten weiterhin ganz wenig Fußball auch in der zweiten Halbzeit. Dann musste eben eine Standardsituation helfen. Mata scheiterte in der 73. Minute mit einem wunderschönen Freistoß aus über 20 Metern am Pfosten, für den Nachschuss stand keiner bereit. Eine Viertelstunde vor Schluss kam Fernando Torres für Michael Essien, Chelsea mit zwei echten Stürmern nun.

Doch die Spurs sorgten wieder für einen offensiven Nadelstich. Langer Ball auf Adebayor, der nicht im Abseits steht. Adebayor umkurvt Peter Cech, doch bekommt nicht mehr genug Power hinter den Ball. Gary Cahill kann vor der Linie noch klären. Die Spurs hatten nicht viele Chancen, aber die wenigen waren sehr hochkarätig – und wurden kläglich vergeben. Nach der anschließenden Ecke kommt Bale zum Kopfball und trifft nur die Latte. Das war Pech. Den Rebound köpft Adebayor über das Tor. Das war Unvermögen. Die Spurs läuteten endlich ihre Schlussoffensive ein, seit Chelsea mit Essien eine defensive Schaltstelle im Mittelfeld verloren ging. Torres brachte zunächst keine Impulse. Es gab vier Minuten Nachspielzeit. Und in der 94. Minute gab es nochmal Freistoß für Tottenham, Bale scheiterte am glänzend reagierenden Cech. Und dann war Schluss.

Die Spurs mit Leistungssteigerung in der zweiten Hälfte, hatten mehr Chancen, mehr Ballbesitz, aber es fehlte die letzte Konsequenz im Abschluss. Und ein wenig Pech war wie bei Chelsea auch dabei. Letzlich hilft der Punkt keiner Mannschaft so richtig weiter. Insgesamt über weite Strecken ein schwaches und zerfahrenes Spiel. Der große Gewinner könnte der FC Arsenal sein, sollten die Gunners gegen Aston Villa gewinnen.

Champions League 2011/2012 #1, Vor der deutsch-englischen Nacht, Episode 1

Der Vorhang für die Champions-League öffnet sich in dieser Woche wieder. Was für fußballbegeisterte Menschen heißt: 7 Tage Fußball in der Woche. Man kann sicherlich über die Qualität der europäischen Fußballigen streiten und natürlich vor allem über die Gruppenphase der Champions League, die in den letzten Jahren immer stärker in die Kritik geriet: zu viele Spiele, langweilig, in den Gruppen nicht ausgeglichen genug. Zumindest vor dieser Saison sind negative Bekundungen ferngeblieben. Viele spannende Gruppen mit namhaften Gegnern. Auch für die deutschen Klubs.

Vor dem 1. Spieltag in der Gruppenphase ein paar Notizen und Gedanken zu den Gegnern von Borussia Dortmund und Bayer 04 Leverkusen.

FC Arsenal
Man kann nicht behaupten, dass der FC Arsenal vor Selbstvertrauen strotzt vor dem Spiel bei Borussia Dortmund. Dafür hat der Saisonstart zu viele Enttäuschungen hinterlassen. Zum Auftakt gelang ein 0:0 in Newcastle, als die Gunners es aber verpassten ihre Überlegenheit in klare Torchancen umzumünzen. Was gegen die Magpies noch wie die fehlende Eingespieltheit zu Saisonauftakt aussah, sollte in den nächsten Wochen eine ernsthaftere Angelegenheit werden. Arsenal schafft es in der Spielzeit 2011/2012 sich viele große Torchancen zu erspielen. Das fing gegen den FC Liverpool an, als 70 Prozent Ballbesitz nur zu 10 starken Minuten in der Offensive führten. Das war auch gestern gegen Swansea City zu sehen. Arsenal war über weite Strecken überlegen, viele Torschüsse sprangen nicht dabei raus. Über die Demütigung bei Manchester United will ich gar nicht so viele Worte mehr verlieren. Das war schlicht ein Tag, den man als Arsenal-Fan schnell vergisst und es sich dank so vieler möglicher Erklärungen auch nicht anbietet tiefergehender zu analysieren.

Wenn wir einen Strich unter die ersten sechs Pflichtspiele von Arsenal setzen, sind die fehlende Kreation von Torchancen, und das nicht mehr vorhandene druckvolle, schnell Spiel nach vorne die derzeitigen Hauptsorgen. Lediglich im Rückspiel bei Udinese Calcio schafften es die Gunners mal eine Halbzeit lang durch schnelles Spiel in der Offensive zum Torerfolg zu kommen. Aus Sicht von Arsene Wenger, der sein Team genau, auf diese Spielweise hin aufstellt, eine beänstigende Zwischenbilanz, deren Ursachen aber schnell erklärt sind und sich in den nächsten Wochen sicherlich minimieren lassen. Aus Sicht von Borussia Dortmund kommt Arsenal zu einem günstigen Zeitpunkt in der Gruppenphase. Woran liegen die genannten Probleme bei den Gunners? Der Hauptgrund liegt in der fehlenden Eingespieltheit des Teams. So viele Faktoren sind dafür verantwortlich: die Verletzungen von Jack Wilshere und auch Theo Walcott (jetzt wieder fit) ebenso wie Kieran Gibbs und Thomas Rosicky (wohl in Blackburn nächstes Wochenende wieder dabei), dazu die Sperren für Gervinho, Alex Song und Frimpong. Chamakh sucht seine Form ebenso wie Andrej Arshavin. Die Leistung des Russen gegen Swansea City könnte ein erster Hoffnungsschimmer sein, dass sich Arshavin wieder auf seine Stärken beruft und nicht ständig sich festdribbelt, Bälle verliert und Fehlpässe spielt. Durch die vielen Sperren und Verletzungen hatte das junge Team nicht die Chance sich einzuspielen. Das wird erst jetzt nach und nach klappen. Defensiv sieht die Lage etwas besser aus, klammern wir das 2:8 gegen Man Utd mal aus. Arsenal wirkt defensiv immer noch nicht stabil, weil immer wieder andere Formationen spielen mussten. Thomas Vermaelen fehlt noch bis Ende Oktober verletzt, dann war mal Laurent Koscielny ein Spiel nicht dabei, gleiches gilt für Johan Djourou oder Carl Jenkinson.

Es gab also einen Kern von Spielern, die immer dabei waren und die dann alleine die Verantwortung übernehmen mussten. Und es gab keinen Samir Nasri oder Cesc Fabregas mehr, welche die jungen Spieler an die Hand nehmen konnten. Aaron Ramsey, der junge wallisische Nationalspieler, musste nun alleine die Fäden im Mittelfeld ziehen, war gegen Newcastle und Liverpool auch engagiert, aber wirkungslos. Gegen Swansea City gestern konnte er sich ein wenig mehr verstecken als sonst. Ein Unterschied zu den Leistungen zuletzt ist kaum aufgefallen. Für Dienstag ist de Einsatz von Ramsey wegen einer Knöchelverletzung fraglich. Arsene Wenger musste auf dem Transfermarkt handeln und hat das auch gemacht. Mit Yossi Benayoun und Mikel Arteta kamen zwei Neuzugänge für die kreative Offensivabteilung, Chu-Young Park soll neben Robin van Persie für Tore sorgen und Marouanne Chamakh zeigen, dass Konkurrenz das Geschäft belebt. Per Mertesacker soll die Defensive stabilisieren zusammen mit André Santos von Fenerbahce Istanbul. Alle Neuzugänge sind fit, haben teilweise gegen Swansea schon gespielt, aber ihre Integration ins Mannschaftsgefüge und die Arsenal-Spielweise braucht Zeit.

Zeit, die Arsenal nur begrenzt hat um am Ende der Saison vorne mitspielen zu können. Titel gewinnen ist ja das Ziel – und das wurde von Wenger auch nicht geändert. Warum Arsenal so schwer in die Saison findet, hat neben den oben genannten sportlichen Gründen eine emotionale Komponente. Dem jungen Team war anzusehen, dass sie mit dem Druck nach dem Weggang von Fabregas und Nasri, der öffentlichen Forderung nach weiteren Neuzugängen, den schlechten Ergebnissen zu Saisonstart und der fehlenden Gewissheit Champions League zu spielen nur schwer umgehen kann. Die letzten 20 Minuten am Samstag gegen Swansea City haben demonstriert, dass die Nervosität noch nicht verflogen ist, das Selbstvertrauen nur langsam zurückkommt. Spielerisch ist Arsenal derzeit meilenweit von den Kurzpassorgien der letzten Saison entfernt. Das muss sich alles erst noch finden und braucht Zeit und viele Erfolgserlebnisse sobald wie möglich.

Eigentlich nicht die schlechtesten Voraussetzungen für Borussia Dortmund vor dem Spiel gegen die Gunners. Mit einem Punktgewinn wäre Arsenal sicherlich schon zufrieden.

FC Chelsea

Bayer 04 Leverkusen reist am Dienstagabend zum FC Chelsea an die Stamford Bridge. Ebenso wie bei Arsenal läuft es bei den Blues noch nicht rund nach vier Spielen in der Premier League, wenngleich die Sorgen im Südwesten nicht ganz so groß und umfangreich sind wie im Nordosten der Stadt. Der Vorteil beim FC Chelsea: Es stimmen zumindest die Ergebnisse. Nach dem schwachen Auftakt am 1. Spieltag beim 0:0 in Stoke konnten die letzten drei Spiele gewonnen werden. 2:1 gegen West Bromwich Albion, 3:1 gegen Norwich City und ein 2:1 beim FC Sunderland, das praktisch ohne Stürmer spielt. Also schnell erkennbar: Das ist ein Auftaktprogramm, mit dem man gut und lässig in die Saison starten kann. Das haben die Blues gemacht, so ist Bayer Leverkusen der erste richtige Härtetest. Was für Leverkusen nur von Vorteil sein kann.

Beim FC Chelsea hat sich im Sommer einiges geändert, wobei der Eindruck gewonnen werden kann, dass durch die geringe Nachhaltigkeit auf der Trainerposition Chelsea in jedem Sommer einen kleinen Umbruch vollzieht. Mit André Villas-Boas steht mal wieder ein Portugiese an der Seitenlinie, der sich sein Team um die arivierten Kräfte und Leistungsträger, wie Lampard, Drogba, Terry und Malouda, mit seinen Wunschspielern zusammengebaut hat. Last minute wurde Raul Meireles vom FC Liverpool verpflichtet, vom FC Valencia kam der Spanier Juan Mata. Vom RSC Anderlecht kam Romelu Lukaku für schlappe 22 Millionen Euro. Und von der B-Mannschaft des FC Barcelona kam Oriol Romeu zu den Blues und bekam gegen Sunderland einen Kurzeinsatz.Es gab schon Zeiten, da hat der FC Chelsea mehr Geld für neue Spieler ausgegeben. Es waren diesen Sommer nur knapp über 80 Millionen Euro. Und nicht blind eingekauft, sondern gezielt verstärkt – und für die Zukunft geplant.

Dass der FC Chelsea auf und abseits des Platzes derzeit eher wenig Sorgen hat, zeigt die Diskussion um Fernando Torres, jener Stürmer, der im letzten Winter für 50 Millionen Euro nach London wechselte und dessen Tore die Fans seitdem an einer Hand abzählen können. Auch in dieser Spielzeit wirkt der Spanier noch wie ein Fremdkörper in der Chelsea-Offensive. Das hat Trainer Villas-Boas erkannt und gleich mal Selbstvertrauen nach außen demonstriert. Den wenn Torres nicht seine Form hat, spielt er nicht. Bei der Partie in Sunderland stürmten Daniel Sturridge, Nicolas Anelka und Juan Mata in einem 4-3-3. Didier Drogba fehlte wegen seiner Kopfverletzung und wird wohl am Dienstag noch nicht im Kader stehen. Torres durfte sich die letzten 15 Minuten empfehlen. Mehr nicht. Im Chelsea-Mittelfeld vermissen die Fans weiterhin den verletzten Michael Essien. Ramires beackert die rechte Seite, Raul Meireles kommt eher über links, Frank Lampard zieht die Fäden in der Mitte. In der Defensive scheint Villas-Boas mit Bosingwa auf rechts, Terry und Ivanovic als Innenverteidigung und Ashley Cole auf der linken Seite seine Wunschformation gefunden zu haben. Interessant wird sein, was passiert, wenn David Luiz nach seiner Verletzung zurückkehrt. Am Samstag stand Luiz zumindest im Kader, Einsätze werden sicherlich folgen, vielleicht schon gegen Leverkusen. Am ehesten müsste Bosingwa dann wohl auf die Bank, Ivanovic rückt auf rechts und Luiz spielt neben Terry. Aufatmen für viele Chelsea-Fans auf der Torhüterposition. Peter Cech ist nach seiner Verletzung wieder dabei, gegen Sunderland die 90 Minuten ohne Probleme absolviert. Hilario, der nicht wirklich schlecht gespielt hat, darf bei Cech dessen Klasse und Ausstrahlung abschauen. Momentan hat Villas-Boas also mit David Luiz im Team eine ganz gute Aufstellung gefunden. Es reicht für knappe Siege gegen Mittelfeldteams der Premier League.

Von Titelträumen und der Form solche zu gewinnen sind die Blues also noch ein ganzes Stück entfernt. Und die Gegner zuletzt hießen eben nur Norwich, West Brom und Sunderland. Da sollte für Leverkusen mit ihrem schnellen Spiel nach vorne ein Punkt auf alle Fälle drin sein. Sunderland hat ganz gut gezeigt, wie Chelsea zu knacken ist. Hätten die Black Cats doch nur Stürmer. Zwei Wege: entweder durchs Spiel über die Außen, nach innen ziehen und mit flachen Zuspielen die Stürmer suchen. Mit Geschwindigkeit hatten Terry und Ivanovic Probleme, bei hohen Zuspielen waren sie sicher. Der zweite Weg wird ein wenig von der Aufstellung von Villas-Boas abhängen. Spielt er wieder volle Offensive mit einem 4-3-3 oder baut er eine etwas defensive Absicherung ein und macht das Mittelfeld enger. Sollte Chelsea beim 4-3-3 bleben, sollte sich Bayer 04 die 90 Minuten von Chelsea gegen Norwich anschauen, als der Aufsteiger es mit schnellem Spiel gut geschafft hat das Chelsea-Mittelfeld zu überwinden. Chelsea ist defensiv anfällig. Und bisher schlägt auch die Offensivpower noch nicht voll zu. Und warum sollte Fernando Torres ausgerechnet gegen Leverkusen jetzt wieder in die Erfolgsspur zurückfinden?

Für Bayer Leverkusen ebenso wie für Borussia Dortmund nicht der schlechteste Zeitpunkt auf die Gegner aus der Premier League zu treffen. Ich tippe auf ein Remis für den BVB und einen Sieg für Bayer 04. Wie seht ihr das?

Premier League 2011/2012: News in Kürze (II)

Am Wochenende schrieb ich noch, dass sich der FC Chelsea nach eigenen Angaben in einer guten Phase bezüglich der Bekanntgabe eines neuen Trainers befindet. Am Montag verdichteten sich dann erste Anzeichen. Zwar vermeldete der FC Porto, dass die Ausstiegsklausel von Andre Villas-Boas in Höhe von 15 Millionen Euro noch nicht gezogen wurde, der Trainer aber mitteilte, er würde den Verein gerne verlassen. Heute wurde die Trennung von Porto und Villas-Boas dann offiziell vom Verein bestätigt. Villas-Boas wird also der neue Chelsea-Trainer. Wann genau, steht noch nicht fest. Es soll sich aber wohl nur um Tage handeln. Am Abend bestätigte der FC Chelsea auf seiner Homepage in einer kurzen Mitteilung, dass man Interesse an einem Engagement von Villas-Boas zeige, aber es noch zu einer Einigung kommen müsse. Details seien zu klären.

Wo wechselt der englische Stürmer Jay Bothroyd von Cardiff City zur neuen Saison hin? Bothroyd, der in vergangenen Championship-Saison 18 Treffer erzielte, hat seinen Vertrag in Cardiff nicht verlängert und kann ablösefrei wechseln. Der Berater von Bothroyd teilte mit, dass er wohl bei den Queens Park Rangers, Aufsteiger in die Premier League, unterschreiben werde. Aber mitteilerweile sind auch der FC Everton, Newcastle United und Sunderland in den Transferpoker eingestiegen.

Die Tage von Niko Kranjcar bei den Tottenham Hotspur waren eigentlich schon seit der Winterbreak im Januar gezählt. Qualitativ kann der Kroate nicht mehr mit dem Spurs-Mittelfeld mithalten, zu viele Verletzungen in letzter Zeit haben ihn immer wieder zurückgeworfen. Nur 37 Spiele in zwei Jahren stehen zu Buche. Nun hat Dynamo Kiew Interesse bei den Spurs angemeldet. Vereinpräsident Igor Surkis sagte: “Wir verhandeln um Krancjar. Wir müssen uns noch mit dem Spieler selbst und Tottenham einigen, aber er spielt eine große Rolle in unseren Überlegungen.

Der FC Liverpool soll angeblich an Christian Zapata, Innenverteidiger bei Udinese Calcio, interessiert sein. Er würde auf die Teilnahme an der Champions League verzichten, wenn er entweder zum FC Liverpool oder auch Bayern München wechseln könne. Liverpool bestätigte Interesse, man sei aber noch weit von einem Transferabschluss entfernt [via goal.com]

Die Wolverhampton Wanderers haben Jamie O’Hara von den Tottenham Hotspur verpflichtet. O’Hara war bereits seit Januar an die Wolves ausgeliehen. Nun wurde ein 5-Jahres-Vertrag für eine nicht näher bekannte Ablöse unterzeichnet.

Und ein eventueller Zugenbrecher für alle Premier League Kommentatoren zur neuen Saison. Swansea City, meldet ESPN Soccernet heute, hat eine Offerte für den polnischen Torhüter Grzegorz Sandomierski von Jagiellonii Bialystok abgegeben. Sandomierski ist mit seinem Klub in der abgelaufenen Saison polnischer Pokalsieger geworden. Die Polen bestätigten jetzt den Eingang eines sehr konkreten Angebots.

Und zum Abschluss dieses Eintrags die Sommer-Saga schlichtweg. In den Hauptrollen der zweiten Episode der FC Barcelona, Cesc Fabregas und der FC Arsenal. Am Montag hat der Arsenal-Vorsitzende Peter Hill-Wood Gespräche mit dem FC Barcelona bestätigt. Die Spanier seien an Arsenal für einen Transfer herangetreten. Die Katalanen wollen aber wohl nicht so viel wie letzten Sommer bieten. Damals waren es rund 40 Millionen Pfund. Der FC Barcelona hat noch einmal nachgelegt. Am Montagabend war der Präsident des FC Barcelona, Sandro Rosell, zu Gast beim Fernsehsender TV3 – der Independent hat die Aussagen festgehalten – und machte noch einmal deutlich, wie sehr er sich Fabregas bei Barca wünsche und das ihm der Spieler auch gesagt habe. Peter Hill-Wood hat lediglich gesagt, dass er es verstehe, wenn Fabregas zu seiner Jugendliebe Barcelona zurückkehren möchte. Ausgang offen. Wenn ich tippen müsste, bleibt Fabregas noch eine Saison in London.

Arsenal aus wirtschaftlicher Sicht. Alisher Usmanov, der in Usbekistan geborener russischer Oligarch, hat seine Besitzanteile vom FC Arsenal von 28 auf 29 Prozent erhöht. Damit besitzen er und Stan Kroenke jetzt fast 96 Prozent des Vereins. Sind steinreich. Arsenal hat im Vergleich zu den anderen großen Klubs England viel Geld für Transfers. Macht endlich was damit!

Schönen Abend noch.

Premier League 2010/2011 #26, FC Chelsea – FC Liverpool

[18h57] So viel vom Sonntag in der Premier League. Weiter geht es nächstes Wochenende, unter anderem mit dem Manchester Derby. Da ich nächste Woche und am kommenden Wochenende auf Reisen sein werde, weiß ich noch nicht, ob ich es schaffe zu bloggen. Bemühe mich aber wie immer. Einen schönen Abend, viel Spaß beim Super Bowl und einen angenehmen Wochenstart. Cheers.

[18h53] Endstand FC Chelsea – FC Liverpool 0:1

Selten eine so nahezu perfekte Mannschaftleistung wie vom FC Liverpool heute gesehen. Der vierte Sieg in Serie für die Reds – und das stets ohne Gegentor. Jetzt sechs Punkte hinter dem fünften Platz, allerdings bei einem Spiel mehr als die Spurs. Exzellente Defensive der Reds mit einem überragenden Jamie Carragher. Fast nichts zugelassen. Ein wenig Glück gehabt bei der einen Schiedsrichterentscheidung.

Ich lehne mich nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich sage, dass Chelsea (vorerst) aus dem Titelrennen ist. Muss man mal schauen, wie schnell es dauert, bis Ancelotti ein neues Spielsystem mit Torres integrieren kann. Heute war das schlicht nichts. Vom Potential kann Chelsea viel mehr.

[18h49] Glück für den FC Liverpool, als Johnson mit einem kleinen Bodycheck das Kopfballduell von Ivanovic mit Carragher verhindert, indem er den Serben mal schön wegblockt. Hätte Elfmeter geben können.

[18h48] Es gelingt nichts beim FC Chelsea. Bleiben vier Minuten Nachspielzeit.

[18h42] Und Dirk Kuyt kann noch laufen. Wahnsinn.

[18h41] Wechsel FC Liverpool: Christian Poulsen für Raul Meireles

[18h37] Zehn Minuten noch bleiben dem FC Chelsea. Momentan sind sie weiter denn je entfernt vom Ausgleich. Aber das kann ja immer schnell gehen. Momentan fällt den Blues aber wenig ein. Liverpool steht weiter sicher. Konter von Liverpool nur alibimäßig geführt.

Wollte ich schreiben, aber dann gibt es einen über Kuyt und Aurelio, der noch einen Gegenspieler aussteigen lässt. Toller Reflex von Cech, der die Hände blitzschnell hochkriegt und zur Ecke klärt.

[18h32] Wechsel FC Liverpool: Fabio Aurelio für Maxi Rodriguez

[18h30] Und Malouda fügt sich gleich prima ein. Pass von Anelka in die Schnittstelle, Malouda scheitert aus spitzem Winkel an Reina. Jetzt ist es endlich ein tolles, spannendes Topspiel.

[18h28] Wechsel FC Chelsea: Florent Malouda für John Obi Mikel und David Luiz für Bosingwa

[18h26] 0:1, Raul Meireles, 69. Minute

Er hat einen Lauf. Er hat einen Lauf. Er hat einen Lauf. Wieder ist es Meireles, der die Liverpool-Fans feiern lässt. Flanke von der rechten Seite, in der Mitte kommt Kuyt nicht an den Ball, Cech und Ivanovic völlig von der Rolle, behindern sich gegenseitig, Meireles kann mit links ganz einfach den Ball ins Tor schießen. Gut, den hätte man sicherlich auch in die Wolken ballern können, aber Meireles in der Form derzeit nicht.

Chelsea insgesamt mit mehr Tempo und Schwung in der zweiten Hälfte, aber eiskalt vor dem Tor bisher nur die Reds.

[18h25] Es sind die Einzelaktionen, die derzeit das Spiel noch ein klein wenig am Leben halten. Diesmal schöne Aktion und toller Move von Essien, Linksschuss geht ganz knapp über das Tor. Etwas mehr als 20 Minuten noch.

[18h23] Wechsel FC Chelsea: Salomon Kalou für Fernando Torres

Liverpool-Fans jubeln, als angezeigt wird, dass Torres gehen muss. Bis auf zwei kleine Szenen in der ersten Hälfte ein sehr unauffälliges Debüt.

[18h23] Beste Chance in der zweiten Halbzeit bis hierhin. Schuss von Anelka geht knapp am Tor vorbei. Zum ersten Mal die Liverpooler-Abwehr nicht auf der Höhe.

[18h19] Und die gute Phase dauerte weniger als fünf Minuten. Jetzt sind wir wieder im Trott der ersten Halbzeit.

[18h14] Gute Phase vom FC Chelsea jetzt, gewinnen ein paar mehr Zweikämpfe im Mittelfeld. Aber bis auf Distanzschuss von Anelka und einem Kopfball von Ivanovic nach anschließender Ecke ist nichts heraus gesprungen. Ist alles nicht sehr gefährlich. Mal sehen, wie lange Liverpool diese intensive Laufarbeit noch aufrecht erhalten kann.

[18h11] Und Liverpool hin und wieder mit einigen passablen Angriffen. Kuyt wird von Ivanovic nicht angegriffen, legt quer auf Johnson, dessen Schuss ganz knapp am Tor vorbeistreicht. Guter Versuch.

[18h07] Auch in den ersten Minuten der zweiten Hälfte bleibt es dabei: Chelsea findet keine Mittel, hat keine Ideen die exzellente Defensive der Reds zu knacken.

[18h03] Beginn 2. Halbzeit

[17h47] Halbzeit FC Chelsea – FC Liverpool 0:0

Defensiv hervorragend gespielt vom FC Liverpool, Lucas zwar mit ein paar Aussetzern, aber insgesamt schafft man es perfekt zum Beispiel Anelka aus dem Spiel zu nehmen. Der Franzose sieht kein Land. Lampard, Essien und Mikel können da noch keine Impulse setzen. Nach vorne geht dementsprechend wenig. Drogba und Torres gut bewacht vom starken Jamie Carragher. Auch Skrtel, der zwischenzeitlich leicht angeschlagen wirkte, wieder hochkonzentriert. Nach vorne hatte Liverpool die beste Chance des Spiels durch Maxi Rodriguez.

Noch ganz viel Luft nach oben, zum Glück gibt es eine zweite Hälfte. Und Cech und Ivanovic haben 15 Minuten Zeit ihre Streitigkeiten zu klären. Bis gleich.

[17h38] Liverpool traut sich nach dem Lattentreffer von Rodriguez ein wenig mehr zu im Spiel nach vorne. Chelsea kann den Raumgewinn im Mittelfeld aber noch nicht nutzen. Ein großes Theaterstück, bei dem der Vorhang noch nicht aufgegangen ist.

[17h34] Erster Aufreger in diesem Spiel. Riesenchance für den FC Liverpool. Riesenchance. Querpass, halb Schuss von Gerrard, der einen Abpraller der Chelsea-Abwehr aufnimmt, am langen Pfosten Maxi Rodriguez völlig blank, doch der Argentinier trifft aus zwei Metern nur die Querlatte. Unfassbar.

[17h32] Schlampig von Lucas, verliert ganz einfach den Ball. Chelsea schaltet blitzschnell um, Pass von Drogba auf Torres, doch Carragher blockt den Schuss des Spaniers. Hervorragend verteidigt vom Rückkehrer. Im Gegenzug erste Chance Liverpool durch Meireles, aber keine Probleme für Cech. 32 Minuten absolviert.

[17h28] Verbuchen wir es mal als eine weitere kleine Torchance. Erste Ecke für den FC Chelsea, von Lampard getreten. In der Mitte Jovanovic, aber ein gutes Stück neben das Tor geköpft. Zuvor Foul von Agger an Torres, zumindest ein klein wenig Revanche war da mit dabei. Sonst weiter wenig los vor den Toren, unverändeter Aggregatzustand. Obi Mikel übrigens ganz vorsichtig in jedem Zweikampf.

[17h21] Falls es ein paar Probleme beim Aktualisieren des Beitrags gibt, liegt das nicht an euch, sondern an mir. Der Server sprinnt ein wenig. Hoffe, es geht jetzt besser. Nicht viel passiert in der Zwischenzeit, außer dass sich Liverpool mit Kuyt nach vorne traute, erreicht aber mit seinem Pass den mitgelaufenen Meireles nicht. Chelsea hat noch zu viele Fehler im Spielaufbau. Jetzt wurde es mal gefährlich, als Ashley Cole auf links durch ist, in der Mitte kann aber Skrtel klären.

[17h16] An wirklich torreiche Spiele zwischen beiden Teams kann ich mich mit Ausnahme des Halbfinal Rückspiels in der Champions League vor einigen Jahren nicht erinnern. Und so wie es jetzt aussieht, dürfte es auch heute nicht so viele Treffer geben. Safety first weiterhin beim FC Liverpool. Johnson und Kelly nur mit sporadischen Vorstößen auf den Flügeln.

[17h12] Zehn Minuten vorüber, noch wenig passiert. Chelsea nicht überraschend mit mehr Ballbesitz, aber Liverpool steht im Mittelfeld sehr gut, machen die Räume eng, stehen sehr tief. Ähnlich so wie Birmingham vorhin. Und Chelsea fällt derzeit noch nichts Gescheites ein um die Defensive der Reds zu knacken. Kuyt läuft in den ersten Minuten schon wie ein Weltmeister. Der wird die 90 Minuten so nicht überstehen. Bei Liverpool klappt das schnelle Umschalten aber noch nicht perfekt, dementsprechend wenige Aktionen von Reina und Cech.

[17h03] Maxi Rodriguez mit füchterlichem Ballverlust, es ist Torres, der davon profitiert. Erster Schuss nach zwei Minuten aber deutlich über das Tor. Hohes Tempo zu Beginn.

[17h02] Geht ja gut los. Obi Mikel mit hartem Einsteigen gegen Gerrard, sieht nach 30 Sekunden die erste gelbe Karte in diesem Spiel.

[17h02] Beginn 1. Halbzeit

Liverpool in rot, Chelsea in Blau. Die Reds mit Anstoß, spielen von links nach rechts in der ersten Hälfte.

[16h58] Schönes Bild, wie Torres seine alten Teamkollegen per Handschlag begrüßt und über alle Gesichter der Liverpool-Spieler ein kleines Lächeln huscht.

[16h54] Die Aufstellungen an der Stamford Bridge

FC Chelsea: Cech – Bosingwa, Ivanovic, Terry, Cole – Mikel, Essien, Lampard – Anelka – Torres, Drogba

FC Liverpool: Reina – Skrtel, Carragher, Agger – Kelly, Lucas, Johnson, Meireles – Gerrard, Maxi Rodriguez – Kuyt

Die erwarteten Aufstellungen an der Bridge. Carragher bei Liverpool zurück in der Innenverteidigung, dafür muss Kyrgiakos wieder auf die Bank. Kelly und Johnson kommen über die Außenbahnen im Mittelfeld, Meireles und Lucas sollen defensiv absichern, Gerrard und Maxi Rodriguez die einzige Spitze Kuyt unterstützen. Bei Chelsea dieselbe Elf wie am Dienstag, mit der Ausnahme Salomon Kalou, der für Torres Platz macht. Neuzugang Luiz noch auf der Bank, ebenso Suarez bei Liverpool.

[16h48] Anelka, Torres und Drogba stehen in der Startelf für die Blues. Dann wird Carlo Ancelotti Anelka wohl wieder hinten den Spitzen spielen lassen. Das hat beim 4:2 in Sunderland sehr gut geklappt. Liverpool am Mittwoch gegen Stoke mit einem 3-4-2-1, mit Kuyt einziger Spitze, dahinter Meireles und Gerrard. Das Aufeinandertreffen wird also heute wieder einmal was für die Taktikfüchse. Viele interessante Duelle im Mittelfeld, dazu die Außenbahnen, die insbesondere Liverpool nutzen will um nach vorne zu spielen, mit Kelly und Johnson, der wieder auf links einen ordentlichen Eindruck hinterließ.

[16h41] Auch tabellenmäßig eine interessante Konstellation. Chelsea braucht nach den Patzern von Man Utd und Arsenal drei Punkte um sich ein klein wenig im Titelkampf zurückzumelden, Liverpool würde mit einem Sieg wieder Tuchfühlung zum 5. Platz bekommen.

[16h39] Bühne frei für das Topspiel des 26. Spieltages. Fernando Torres in der Startelf für den FC Chelsea gegen seinen ehemaligen Verein, die Reds aus Liverpool.

Premier League 2010/2011 #21 – Zum Sterben zu viel, zum Leben zu wenig

FC Chelsea – Aston Villa 3:3 (1:1)
Der Sonntag in der Premier League eröffnete mit einem spektakulären Spiel. Nach einer dramatischen Schlussphase und drei Toren in den letzten zehn Minuten trennten sich die Blues und der Gast aus Birmingham mit 3:3. Nach dem 1:1-Halbzeitstand ging Villa gleich nach der Pause durch den ins Team zurückgekehrten Emil Heskey mit 2:1 in Führung. Chelsea wirkte danach geschockt und erst als Aston Villa ein wenig die Kräfte schwanden und sich die Mannschaft von Houllier immer weiter zurückzog, drehte Chelsea noch einmal auf und machte durch Drogba und Terry binnen fünf Minuten aus dem 1:2 ein 3:2. Die Spieler fielen nach dem Treffer des Chelsea-Kapitän Carlo Ancelotti an der Seitenlinie um den Hals und hatten das Spiel danach wohl schon als gewonnen eingestuft. Anders war das fürchterliche Abwehrverhalten beim 3:3 durch Ciaran Clarke in der zweiten Minute der Nachspielzeit nicht zu erklären. Für beide Teams bringt das Ergebnis keinen wirklichen Fortschritt in der Tabelle, wenngleich Villa mit dem Punktgewinn sicherlich zufriedener sein dürfte. Villa bleibt Tabellenfüftzehnter, Chelsea musste Tottenham in der Tabelle passieren lassen und rangiert auf dem fünften Platz.
Die Blues treten auf der Stelle. Nur ein Sieg aus den letzten acht Spielen ist schlicht zu wenig um als ernsthafter Titelkandidat zu gelten. Sollte Manchester United sein Nachholspiel noch gewinnen, wären es neun Punkte Vorsprung auf den FC Chelsea. Bei solchen Abständen hatte man Arsenal in den letzten Spielzeiten stets zur Grabe getragen. Chelsea konnte insgesamt nur wenig Schwung aus dem Sieg gegen Bolton mit in die Partie nehmen. Es fehlt die Dominanz alter Tage. Es bleibt dabei, dass Chelsea bei einem normalen Spielaufbau derzeit zu ausrechenbar ist. Es brauchte schon Geniestreiche von Lampard oder Malouda um die Abwehr von Villa vor große Probleme zu stellen. Heute hatte man auch ein wenig Pech dank eines sehr gut aufgelegten Brad Friedel im Villa-Tor. Aber wenn man dann schon vorne nicht alles trifft, war es zumindest in den letzten Spielzeiten Markenzeichen von Chelsea, dass die Defensive felsenfest von sich überzeugt war und stabil stand und man eine knappe Führung über die Zeit schaukelte. Da ist man Lichtjahre von entfernt. Die Berufung des 19-jährigen niederländischen Innenverteidigers Jeffrey Bruma in die Startelf konnte zunächst als möglicher Überraschungscoup von Ancelotti gelten, Bruma hatte gegen Heskey aber häufig das Nachsehen. Es passt derzeit vieles bei Chelsea nicht zusammen, entsprechend enttäuscht blickte Ancelotti auf den Nachmittag an der Stamford Bridge: ” Ich bin offensichtlich enttäuscht, weil ich denke, dass wir sehr viel Energie in die zweite Halbzeit gesteckt haben um nach dem Rückstand zuzrückzukommen und das Spiel zu gewinnen. Wir hatten eine fantastische Reaktion und spielten mit viel Leidenschaft und Druck in den letzten Minuten nach vorne. Als wir dachten, dass wir das Spiel gewonnen hatten, haben wir in der letzten Situation zwei Punkte verloren. Deswegen bin ich enttäuscht, weil wir gewinnen musste und es auch verdient gehabt hätten. Es ist einzig und allein unsere Schuld weil wir nicht fähig waren uns bis zum Ende zu konzentrieren.” Bleibt also weiter spannend, wie es mit Chelsea und Ancelotti weitergeht. Ich glaube nicht an einen schnellen Rücktritt oder Rausschmiss ebenso wenig wie bei Aston Vlla und Gérard Houllier. Noch rettet man sich von Spiel zu Spiel, weil man immer wieder ein Erfolgserlebnis einsträuen kann. Scheinbar braucht es schon eine längere Negativserie um die beiden Trainer noch stärker unter Druck zu setzen.

Newcastle United und die Twitter-Richtlinien
Mittlerweile sind auch zahlreiche Spieler bei Twitter, ob nun Rio Ferdinand von Man Utd, Kevin Davies von den Bolton Wanderers oder Jack Wilshere vom FC Arsenal (um mal ein paar bekannte Namen zu kennen. Ich kenne leider keine aktuelle Liste, die alle Spieler aufführt. Wenn ich irgendwann mal ganz viel Zeit habe, nehme ich mir das vielleicht mal vor). Jedenfalls stellt die Expansion von Twitter unter den Spielern der Premier League für die Vereine eine kleine Herausforderung dar, verbunden mit der Frage, was die Spieler über Vereinsinterna und mögliche Einsätze twittern dürfen. Newcastle United ist nun der nächste Verein, der Regeln für die Spieler im Umgang mit Twitter aufstellt. Hintergrund ist ein Tweet von Mittelfeldspieler José Enrique (@josenufc3) am Dienstagvormittag, wo er mitteilte, dass er wegen Verletzung nicht spielen werde. Das brachte den neuen Newcastle-Trainer Alan Pardew sowas von auf die Palme, das er mit seinem Trainerteam eine Präsentation für die Spieler ausarbeiten ließ, wie mit Informationen im digitalen Zeitalter umzugehen ist. Ergebnis: Aktuelle Fitnesszustände, Aufstellungen und sonstige Vereininterna haben bei Twitter nichts zu suchen. Mehr beim Guardian.

Wie lange steht Roy Hodgson noch an der Seitenlinie für Liverpool?
Trotz des knappen Sieges gestern gegen die Bolton Wanderers scheinen die Tage für Hodgson an der Anfield Road gezählt zu sein. Der Daily Telegraph berichtet heute Vormittag exklusiv, dass die Besitzer des FC Liverpool bereit wären Hodgson zu entlassen und zunächst auf eine langfristige Lösung für den Trainerposten zu verzichten. Man könne sich eine Übergangslösung bis zum Sommer vorstellen. Ein Name, der immer wieder gehandelt wird und der sicherlich auch die Fans versöhnen würde, ist Kenny Dalglish, der von 1985 bis 1991 die Reds trainierte, dabei drei Meisterschaften holte und seit zwei Jahren die Jugendakademie des FC Liverpool betreut. Hodgson scheint noch die Unterstützung der Spieler zu haben, Fakt ist aber auch, dass Liverpool derzeit nicht die Erwartungen erfüllt. Ich hatte schon in einem Kommentar bei allesaussersport kurz zur Lage in Stellung bezogen und den Aderlaß zahlreicher Stammspieler der letzten Jahr und die fehlende Tiefe des Kaders als Hauptursachen identifiziert. Fraglich, ob das jetzt ein anderer Trainer besser machen würde. Unklar auch, ob Liverpool im Januar auf dem Transfermarkt groß zuschlagen wird. Die Reds werden ja immer wieder in Verbindung mit Ashley Young von Aston Villa (mögliche Ablöse bei rund 15 Millionen Pfund) in Verbindung gebracht.

Wenn Harry Redknapp einen Lauf hat…will er David Beckham
Die Verpflichtung von David Beckham durch die Tottenham Hotspur scheint von Seiten der Spurs nur noch Formsache. Redknapp will Beckham, man habe, so Redknapp gestern, ein ordentliches Angebot vorgelegt, Beckham selbst soll bekundet haben, dass er gerne für die Spurs spielen würde. Nun muss nur noch LA Galaxy zustimmen. Alles, was Harry Redknapp seit Anfang August angefasst hat, wurde zu Gold. Die Verpflichtung von Rafael van der Vaart, Einzug ins Achtelfinale der Champions League und Platz vier in der Premier League zum Jahreswechsel. Ihm gelingt alles. Und wenn man einen solchen Lauf hat, scheint man ein wenig blind zu werden um zu denken, dass Beckham die Spurs personell wirklich verbessern und weiterbringen würde. Aber über Redknapp wird gesprochen. Und wenn dieser Tage sein Name fällt, muss man ja auch zwangsläufig über die Erfolge der Spurs sprechen. Cleverer Mann.

Premier League 2010/2011 #6, Manchester City – FC Chelsea

[15h39] Endstand Manchester City – FC Chelsea 1:0

City nutzt die eine Chance und den einen groben Fehler der Blues zum Heimsieg aus in einem sehr mäßigen Premier League Spiel. Erste Saisonniederlage für den FC Chelsea und kein Tor bei zuvor 21 Treffern in den ersten fünf Spielen. Insgesamt zur vorsichtig und dann mit Rückstand im Kopf nie in der Lage gewesen auch nur ansatzweise Torgefahr auszustrahlen. Kompliment aber auch an die City-Defensive. Drogba und Anelka gut bewacht. Wenig zugelassen. Chelsea nur mit einer echten Torchance, den Kopfball von Ivanovic an die Latte. Offensiv war das aber auch von Manchester City kein Bewerbungsschreiben. Viel Stückwerk. Tevez als Solist häufig ohne Anspielpartner. Zu wenig Tempo über die Flügel. Das Mittel der hohen Bälle gegen Terry und Alex war wirkungslos. Dann half der einzige Fehler des FC Chelsea für den Sieg.

Würde dann jetzt trotzdem nicht zu viel in diese Partie lesen. Da würde ich noch ein Wochenende warten. Chelsea trifft am nächsten Sonntag auf Arsenal, Man City hat Newcastle zu Gast. Dann können beide noch einmal unter Beweis stellen, wie gut sie wirklich sind, zeigen, dass Chelsea gegen starke Gegner nicht wie ein Angsthase agiert und dass City auch gegen die vermeintlich kleinen Team wie Newcastle überzeugend agieren kann.

Chelsea bleibt Tabellenführer, City zunächst mal punktgleich mit Arsenal und Man Utd auf dem vierten Platz. Aber die Konkurrenz spielt ja erst noch.

[15h35] Vier Minuten Nachspielzeit

[15h33] Wechsel Manchester City: Dedryk Boyata geht, Jerome Boateng kommt.

Erstes Premier League Spiel für den deutschen Nationalspieler bei Manchester City.

[15h31] Wechsel Manchester City: Emmanuel Adebayor für Carlos Tevez

[15h29] Freistoß von Tevez aus 20 Metern knapp neben das Tor. City’s Führung sieht sicher aus. Von Chelsea kommt offensiv einfach zu wenig. Fünf Minuten noch regulär Zeit für Chelsea, aber vom Gefühl her ist es heute scheinbar nicht der Tag der Blues. Bisher schlechteste Saisonleistung – und dann im bisher wichtigsten Spiel mit einem Gegner auf Augenhöhe. City stark formverbessert. Da hat das Tor zur Führung doch viele Kräfte freigesetzt und Ängste und Respekt verschwinden lassen.

[15h25] Wechsel FC Chelsea: Ramires geht, Josh McEachran für ihn in der Partie.

17 Jahre alt, Premier League Debüt des Mittelfeldspielers. Zehn Minuten noch in Eastlands.

[15h22] Chelsea nur nach Standards gefährlich. Freistoß von links durch Malouda in den Strafraum gefühlvoll geschlagen. Der Kopfball von Alex geht am langen Pfosten vorbei.

Wechsel Manchester City: Adam Johnson für den leicht humpelnden David Silva.

[15h18] Jetzt hat der FC Chelsea mal eine Aufgabe, nämlich in diese Partie zurückzufinden, und seit dem Rückstand fällt denen gar nichts mehr ein. Ist ja fast schon eine kleine Offenbarung, dass man nicht mehr als verzweifelte Fernschüsse von Essien gestalten kann. City steht sehr defensiv und macht das taktisch jetzt sehr clever.

Wechsel FC Chelsea: Daniel Sturridge für Didier Drogba.

[15h16] Und die Blues versuchen es schon mit Fernschüssen aus 25 Metern in persona Essien. Bisschen sehr wenig.

[15h13] Wechsel FC Chelsea: John Obi Mikel geht, Yuri Zhirkov kommt.

Also mehr Offensive für den FC Chelsea, nur noch eine Sechser-Position mit Essien.

[15h10] Die Führung hat Manchester City jetzt etwas mehr Selbstvertrauen und Kontrolle gegeben. Sind jetzt das bessere Team. Chelsea muss nun auf einmal den Schalter umlegen und mehr für die Offensive tun. Nicht ganz einfach und das schaffen sie bisher auch nicht. City freut sich derweil auf die ein oder andere Kontergelegenheit. Dürfte eine interessante Schlussphase werden. 25 Minuten noch.

[15h04] 1:0, Carlos Tevez, 59. Minute

Erste Chance für Manchester City in der zweiten Hälfte und Tevez schießt ein wunderbares Tor nach einem Konter der Gastgeber. Ramires verliert den Ball in Höhe der Mittellinie und dann hat City endlich mal Platz. Tevez schnappt sich die Kugel, zwei gegen drei, Tevez geht alleine, Terry und Ivanovic orientieren sich auf die mitgelaufenen Mitspieler. Der Argentinier findet die Lücke, Flachschuss an den Innenpfosten und von dort ins Tor. Glückliche Führung. Chelsea mit dem ersten großen Fehler, der dann gleich bestraft wird. Sechstes Tor von Tevez in den letzten fünf Spielen gegen Chelsea.

[14h58] Hat sich was mit guter Start. Die Partie ist wieder in den Trott der ersten Hälfte zurückgefallen. Chelsea weiter – warum auch nicht – mit viel Vorsicht in diesem Spiel. Vom Gefühl die etwas bessere Mannschaft im zweiten Abschnitt. Bei City dauert das alles viel viel viel zu lange im Spielaufbau. Weiter kein gutes Spiel.

Immerhin endlich mal ein wenig Aufregung. Pass von de Jong auf Silva, der von der linken Seite mit Schuss aufs kurze Eck. Cech wachsam, rechtzeitig unten und lenkt den Ball zur Ecke, die dann fürchterlich schlecht getreten ist.

[14h51] Hui, es scheint ja zu gehen. Schönes Kombinationsspiel des FC Chelsea, Distanzschuss von Nicolas Anelka, den Joe Hart mit den Fingerspitzen noch um den Pfosten lenken kann. Nach der anschließenden Ecke Kopfball Essien aber deutlich über das Tor. Guter Start.

[14h50] Beginn 2. Halbzeit

[14h33] Halbzeit Manchester City – FC Chelsea 0:0

45 Minuten für die Taktikfreunde des Fußballs. Bis auf den Latten-Kopfball von Ivanovic und dem ein oder anderen zaghaften Versuch von City aufs Tor zu schießen kaum Torchancen, wenig Dramatik, dafür aber intensiv geführte Zweikämpfe.

Beide Teams spielen mit angezogener Handbremse, Chelsea noch mehr als Man City. Bei den Gästen sollen Drogba und Anelka die offensiven Alleinunterhalter geben, Malouda ist nach 15 Minuten völlig abgetaucht. Mikel und Essien geben keine offensiven Impulse und sind meist damit beschäftigt jegliche Konterversuche der Citizens zu unterbinden. Dann kann eine Torchance eigentlich nur nach einer Standardsituation fallen. City mit viel Vorsicht, eigentlich ganz ansehnlichem Spiel, aber das ist offensiv zu eindimensional mit der Flanken von links und dem Spiel durch die Mitte. Da hat sich Chelsea mit einem hervorragend spielenden John Terry sehr gut drauf eingestellt.

Mal sehen, wer zuerst mehr Risiko gehen wird. Ich denke, dass Chelsea auch sehr gut mit einem Punkt in Eastlands leben könnte, für City wäre es definitiv zu wenig. Vielleicht sieht man das ja endlich in der zweiten Hälfte.

[14h27] Chelseas Offensivbemühungen sind größtenteils auch Alibiveranstaltungen. Da rücken zu wenige Spieler nach, da sind Drogba und Anelka im Nirvana und finden keinen Mitspieler für ihre Flanken, weil sie selbst nach außen rücken und dann in der Mitte fehlen. Defensiv hat Chelsea weiter alles im Griff. Terry rettet vor dem einschussbereiten Tevez nach Flanke von links durch Milner. Sonst wenig passiert, was Erwähnung finden sollte.

[14h22] Zabaleta sieht nach rustikalem Einsteigen gegen Ivanovic die erste gelbe Karte in diesem Spiel. Intensiv geführte Zweikämpfe, aber insgesamt faires Spiel. Bis eben gerade.

[14h18] Von City hätte ich mir schon ein wenig mehr erwartet. Tevez vorne häufig ganz auf sich alleine gestellt, man scheut das Risiko in einen Konter des FC Chelsea zu laufen. Sehr viel Vorsicht. Und Chelsea scherrt sich einen Teufel hier die Kontrolle über das Spiel zu übernehmen. Mit Ausnahme der zwei Torchancen kann man die 30 Minuten auch ganz schnell wieder vergessen.

[14h14] Richtig viel Glück für Manchester City. Eckball von links für den FC Chelsea, kurz ausgeführt. Malouda hat richtig viel Zeit zum Flanken, wird von Boyata überhaupt nicht angegriffen. In der Mitte legt Alex per Kopfball für Ivanovic auf, dessen Kopfball an den Querbalken geht. Zweite Chance per Abpraller für Ivanovic, aber diesmal ist Joe Hart zur Stelle. Leichtes Übergewicht für die Londoner in den letzten Minuten.

[14h11] Eckball von rechts durch Milner, Kopfball Kolo Toure direkt in die Arme von Peter Cech. Wir nähern uns ganz langsam größerer Torgefahr.

[14h07] Beide Teams suchen den Weg zum Tor, mit Vorsicht und noch ohne der nötigen Dynamik und Geschwindigkeit. Häufig Einzelleistungen, eben von Anelka, zuvor ein geblockter Distanzschuss von Gareth Barry. Chelsea macht das weiter geschickt, stehen kompakt und lassen City im Mittelfeld wenig Platz für Konter. Und wenn City dann doch mal Raum hat zum Kombinieren, steht Chelseas Verteidigung sehr sicher. Ein mögliches Rezept für City könnte sein, mehr über die Außen zu spielen, das ist etwas auf die Mitte konzentriert. Gleiches gilt im Prinzip auch für das Offensivspiel von Chelsea, welche die rechte Seite komplett meiden. Und so bringt man Boyata auf links häufig in Aktion, aber bisher macht der Youngstar das hervorragend gegen Malouda und Ashley Cole.

[14h00] Interessant: Chelsea versucht derzeit alles nicht zu viel Tempo in dieses Spiel zu bringen, lassen den Ball ruhig durch die eigenen Reihen laufen, sind ballsicher und verhindern so, dass City Druck aufbauen kann. Die Gastgeber bemüht, finden derzeit aber noch nicht die Lücke gegen kompakte Blues aus der Hauptstadt.

[13h56] Erste gute Offensivszene jetzt von Manchester City. Freistoß von James Milner von der linken Seite, Cech kann mit den Fingerspitzen noch so ablenken, dass am langen Pfosten die City-Spieler die Kugel verpassen. Standardsituation entstand, weil Ivanovic auf der rechten Seite Zabaleta gefoult hat.

[13h54] Spiel noch in der Findungsphase. Ereignet sich vieles im Mittelfeld, aber kaum Struktur und Zeit für beide Teams mal einen gescheiten Angriff aufzubauen. Bis auf einen Torschuss von Tevez und eine harmlose Flanke von Silva wenig Action vor den Toren. City versucht die Kontrolle zu übernehmen, Chelsea schaut sich das ganz in Ruhe an.

[13h50] Musst eben zweimal hinschauen, aber Milner scheint tatsächlich über links zu kommen, David Silva vorerst über rechts. Boyata verteidigt auf rechts, Zabaleta übernimmt die linke Seite.

[13h47] Beginn 1. Halbzeit

Andrew Marriner aus den West Midlands pfeift die Begegnung an. Tolle Atmosphäre in Eastlands. Finde das Einlaufen zu Fatboy Slim ja immer sehr geil. City in hellblau mit Anstoß in der ersten Hälfte, spielen von links nach rechts. Chelsea in den dunklen Trikots.

[13h40] In der vergangenen Saison konnte Manchester City als einziges Team in der Premier League übrigens beide Aufeinandertreffen gegen den FC Chelsea für sich entscheiden.

[13h37] Bei City zunächst Adam Johnson nur auf der Bank. Der Guardian schrieb am gestrigen Freitag von schlechten Trainingseindrücken.

[13h32] Auslosung Carling Cup 4. Runde. Gespielt wird am 26./27. Oktober.

Wigan Athletic – Swansea
Birmingham City – Brentford
Newcastle United – FC Arsenal
Man Utd – Wolverhampton
Leicester – West Bromwich Albion
Aston Villa – FC Burnley
Ipswich Town – Northampton
West Ham United – Stoke City

[13h30] Die Aufstellungen im City of Manchester Stadium

Manchester City: Hart – Zabaleta, Kompany, Kolo Toure, Boyata – Milner, De Jong, Barry, Yaya Toure – Silva – Tevez

FC Chelsea: Cech – Ivanovic, Terry, Alex, Ashley Cole – Ramires, Mikel, Essien – Malouda, Drogba, Anelka

Bei Manchester City ist Micah Richards doch nicht rechtzeitig fit geworden, also rückt Zabaleta auf die rechte Verteidigerposition, auf links verteidigt Dedryk Boyata, in der Jugendakademie bei City ausgebildet und seit dieser Saison bei den Profis, häufig in der Europa League eingesetzt. In der Liga nur mit sporadischen Einsatzzeiten. Bei Chelsea die zwei erwarteten Veränderungen. John Terry kehrt ins Team zurück, damit rückt Ivanovic wieder auf die rechte Seite und befördert Paulo Ferreira auf die Bank. In der Offensive bekommt Anelka den Vorzug vor dem verletzten Salomon Kalou.

[13h19] Bin gespannt, wie mutig und offensiv Manchester City dieses Spiel angeht und damit zeigt, dass man selbstbewusst gegen die ganz großen Team in der Premier League auftritt. Und da man sich selbst zu den Big Four zählen möchte, wäre es schon ein wenig verwunderlich, wenn man nicht mit der Prämisse in diese Partie geht selbst das eigene Spiel dem FC Chelsea aufzuzwingen. Denn Chelsea dominieren zu lassen und auf Konter zu warten, scheint der verkehrte Weg. Dann wird man irgendwann von der Stärke der Blues erdrückt. Also volle Offensive bei Man City? Könnte man meinen, wenn es nicht den italienischen Trainer auf der Bank geben würde. Also doch Vorsicht und behutsames Agieren heute gegen den Tabellenführer?

[13h15] Der Samstag in der Premier League an dieser Stelle im Live-Blog, zu Beginn mit dem Spitzenspiel Manchester City gegen den FC Chelsea. Für die Blues aus der Hauptstadt die erste Bewährungsprobe in dieser Saison, für die Gastgeber aus Eastlands die Möglichkeit zu zeigen, wie stark und mutig man wirklich spielen kann.

Premier League 2010/2011: Saisonvorschau FC Chelsea London

Es hätte in der ersten Saison von Carlo Ancelotti an der Stamford Bridge fast nicht besser laufen können. Trotz des eher frühen Ausscheidens in der Champions League konnte man am Ende die englische Meisterschaft feiern, der Italiener schaffte sehr schnell seinen Spielern die Systemumstellung auf ein 4-3-3 beizubringen und einzuimpfen. Die Belohnung für Spieler wie Trainer war eine beeindruckende Offensive mit 103 Saisontoren – so viele wie noch nie in der Historie der Premier League. Wie gesagt: Es hätte für Ancelotti nicht besser kommen können.

Denn mit seiner Spielphilosophie und dem Umgang mit der Mannschaft hat er für die Vorbereitung auf die neue Spielzeit alle Argumente auf seiner Seite. Und kann sein Team ganz nach seinen Wünschen zusammenstellen. Wenn man so will beseitigt Ancelotti gerade die Altlasten aus der Ära vor seiner Amtstätigkeit im Südwesten Londons. Ballack, Belletti, Joe Cole und Miroslav Stoch mussten den Verein verlassen, viele Nachwuchsspieler wurden an unterklassige Vereine ausgeliehen. Mit Yossi Benayoun vom FC Liverpool kam bisher nur ein namenhafter Neuzugang, was ebenso an den immer noch wackeligen Finanzen des FC Chelsea liegt. Dazu weiter unten mehr. Und Ancelotti wird nicht müde, die Fähigkeiten des Israeli gegenüber Joe Cole zu betonen. Benayoun passe sehr viel besser in sein taktisches Konzept. Punkt. Aus. Es widerspricht ihm keiner. Chelsea ist jetzt Ancelotti.

Und wie gesagt, dem FC Chelsea hätte nichts Besseres passieren können. Kurzer Rückblick: 2003 kaufte Roman Abramovitsch die Blues, ein Jahr später kam Jose Mourinho vom Champions League Sieger FC Porto an die Stamford Bridge. Es folgte ein Phase des Erfolgs, eine Konstante beim FC Chelsea. Meister 2005 und 2006 – und der russische Milliardär pumpte weiter reichlich Frischgeld in den Verein. In den ersten vier Jahren fast eine halbe Milliarde Pfund. Im September 2007 entließ man nach mäßigem Saisonstart Jose Mourinho und begann damit eine Phase des Suchens nach dem richtigen Weg, auf dem Platz und auch neben dem Spielfeld, bedingt durch die hohen Verluste von Abramovitsch durch die Wirtschafts- und Finanzkrise. Innerhalb von 20 Monaten versuchte man es mit drei Trainern. Zunächst Avram Grant, der immer nur als Übergangslösung gedacht wurde, dann in der Champions League aber dermaßen erfolgreich war, dass man ihn nur schwierig vor die Tür setzen konnte. Die Beziehung zwischen dem FC Chelsea und Luis Felipe Scolari war gefühlt nicht mehr als ein One-Night-Stand, im Winter 2009 versuchte Guus Hiddink die Zepter an der Bridge zu schwingen. Als Übergangslösung bis zum vergangenen Sommer, weil das Management der Blues Zeit brauchte endlich mal wieder einen erfahrenen Trainer zu finden, den man nicht gleich nach vier Monaten allein schon wegen des Standings vor die Tür setzen konnte. Und mit Carlo Ancelotti ist dann ein echter Glücksgriff gelungen. Das unruhige Fahrwasser mit den vielen Trainerwechsel soll hinter sich gelassen werden. Aufräumen mit der Vergangenheit.

Ancelotti soll jetzt der neue Mourinho werden, plus eine offensivere Spielweise und den Gewinn der Champions League. Da kommt es dem Italiener entgegen, dass er gleich in der ersten Saison die nationale Meisterschaft gewonnen hat und sich jetzt etwas verstärkter auf den Europapokal konzentrieren kann. Deswegen gibt es zukünftig nur noch punktuelle Verstärkungen des Kaders unter der Prämisse, was den Verein weiter bringt, nicht mehr, was viel Geld kostet und toll wäre, wenn er hier spielen würde und bei der Konkurrenz nicht. Bei den Blues ist man vorsichtig geworden mit dem unbewussten und fließigem Geldausgeben. Nur noch wenn nötig. Das war es bei Yossi Benayoun, der sowohl offensiv Akzente setzen kann, aber im Gegensatz zu Joe Cole auch defensiv effektiver zurückarbeiten kann. Das wird aller Voraussicht nach auch bei Ramires sein, der in den nächsten Tagen wohl offiziell zum FC Chelsea wechselt. Dafür greifen die Blues auch erstmal wieder richtig in den Geldbeutel. Rund 17 Millionen Pfund soll der 23-jährige Mittelfeldspieler von Benfica Lissabon. Ramires soll vor allem im rechten Mittelfeld eingesetzt werden und die vakante Position nach dem Abgang von Michael Ballack übernehmen.

Ansonsten bleibt der Kader fast vollständig zusammen und ist nahezu identisch mit der Mannschaft der vergangenen Saison. Es gab immer wieder mal Gerüchte, dass Didier Drogba von Manchester City heftig umworben wird und Ashley Cole nach der verkorksten WM der englischen Nationalmannschaft die Flucht mit einem Wechsel zu Real Madrid sucht. Ancelotti lässt Cole aber nicht gehen – und die Story mit Drogba war bei den Blues wohl nicht mal auf der Tagesordnung. Ricardo Carvalho hatte immer wieder auch mal angekündigt, dass er die Londoner in diesem Sommer verlassen möchte. Konkrete Angebote scheinen aber noch nicht vorzuliegen.

Wie geht der FC Chelsea also in die neue Saison? Im Tor ist Peter Cech trotz einiger Aussetzer in der letzten Saison weiter die unangefochtene Nummer 1. Unklar ist noch, ob Cech bis zum Saisonstart nach seiner Verletzung an der Wade rechtzeitig fit wird. Das hofft Ancelotti, beim Community Shield am kommenden Wochenende wird der Tscheche aber noch nicht fit sein. Hilario oder Turnbull werden ihn dann vertreten. Die Verteidigung bleibt wohl unverändert, mit Ashley Cole auf links, Ivanovic auf rechts oder alternativ an der Seite von Terry in der Innenverteidigung. Die Position könnte eben auch Carvalho einnehmen. Und dann gibt es in der Offensive viele Alternativen. Lampard ist im Mittelfeld gesetzt, ebenso wohl auch Drogba im Sturm. Essien und Obi Mikel könnte im Mittelfeld den defensiveren Part übernehmen, oder alternativ Ramires auf rechts mit entweder Benayoun oder Malouda auf links. Da gibt es also enorm viel Variabilität, wird interessant zu sehen sein, wer sich in den Kämpfen um einen Stammplatz am Ende durchsetzt.

Es gab Saisonvorbereitungen, die waren an der Fulham Road im Südwesten Londons hektisch, verschwenderisch mit Geld, gestreut mit Gerüchten mit immer neuen möglichen Wechseln und horrenden Transfersummen. Davon hat sich der FC Chelsea endgültig verabschiedet. Carlo Ancelotti dürfte es gefallen.

Zugänge: Yossi Benayoun (FC Liverpool), Matej Delac (Inter Zapresic)

Abgänge: Michael Ballack (Bayer Leverkusen), Joe Cole (FC Liverpool), Juliano Belletti (Fluminense), Miroslav Stoch (Fenerbahce Istanbul)

Prognose: Ich bin selten gut in Vorhersagen, wenngleich ich letzte Saison den Titel der Blues korrekt vorhergesagt habe. Eigentlich müsste man noch bis zum Ende der Transferperiode warten. Dennoch dürfte Chelsea – das ist ja klar – wieder ein Favorit für den Titel sein. Erfahrener Trainer, eingespielte Mannschaft. Größter Nachteil könnte der brüchige Defensive sein. Peter Cech hat seine besten Tagen manchmal schon hinter sich, Carvalho und Terry waren letzte Saison weit von ihrer Bestform entfernt. Müsste ich mich jetzt entscheiden, vergebe ich den 2. Platz am Ende der Premier League Saison 2010/2011 für den FC Chelsea.

Premier League 2009/2010 #37, FC Liverpool – FC Chelsea 0:2

Noch zweimal 90 Minuten ohne Punktverlust bestehen – und dann ist der FC Chelsea London englischer Meister 2009/2010. Zweimal, das klingt nicht unbedingt dramatisch, zumal das letzte Spiel daheim gegen Wigan geht. Bloß hatte man an diesem Sonntag noch eine der schwersten Hürden vor sich, gegen den FC Liverpool an der Anfield Road. Die Reds, die im Gegensatz zu den Blues so gar nichts mehr zu verlieren haben, wollen eine mäßige Saison zumindest für die Fans verschönen. Denn auch wenn man mit drei Punkten wohl Manchester United zum Meister machen würde, gäbe es nicht viel mehr Prestige und Anerkennung von den Fans, wenn man den FC Chelsea besiegen würde. Und es wäre vielleicht auch das passende Abschiedsgeschenk für Rafael Benitez, im seinem wohl letzten Heimspiel an der Anfield Road. Der Spanier, der Liverpool in seiner ersten Saison zum Champions League Titel führte, ist Sinnbild für die Reds in dieser Saison: Zu viele Baustellen außerhalb des Spielfeldes, zu viele Gerüchte, zu viele Diskussionen um Cash als um Tore und Triumphe. Da kann man zumindest mit einem tollen Spiel einiges vergessen machen. Rekordmeister im englischen Fußball hin oder her.

Chelsea konnte seit elf Spielen nicht mehr an der Anfield Road gewinnen, hat seit 2005 nur ein Tor in Ligaspielen an der Mersey erzielt. Liverpool veränderte seine Aufstellung im Vergleich zum Ausscheiden in der Europa League auf zwei Positionen. Maxi Rodriguez, der im Europapokal nicht spielberechtigt war, ersetzte Ryan Babel, Javier Mascherano spielt weiter auf der Rechtsverteidigerposition, weil Glen Johnson weiter verletzt ist. In der Innenverteidgung ersetzt Kyrgiakos Daniel Agger. Der Däne rückt dann auf die Linksverteidigerposition. Alles nicht so optimal. Bei Chelsea kehrt der Kapitän John Terry nach seiner Sperre zurück, Paulo musste deshalb wieder auf der Bank nehmen. Vom Personal und den Möglichkeiten offensiv zu spielen, geht der FC Chelsea hier ganz als Favorit in die Bank.

Nach der inbrünstigen Intonation von You never walk alone ging es dann los. Chelsea mit Anstoß in der ersten Hälfte, spielte in den blauen Trikots von links nach rechts, Liverpool wie immer ganz in rot. Nach zehn Minuten die beste Chance für den FC Liverpool. Nach einem Einwurf spielt Liverpool schnell, Gerrard mit dem Pass von der rechten Seite in die Mitte, wo Aquilani viel zu viel Platz hat. Der Italiener mit einem fantastischen Distanzschuss, der sogar noch die Latte streichelt. Insgesamt in der Anfangsphase verteiltes Spiel, beide bemühten sich um einen geordneten Spielaufbau und wollten partout nicht die Defensive vernachlässigen. Große Torchancen blieben aus, mit Ausnahme der Gelegenheit von Aquilani. Dass das eine Spazierfahrt für Chelsea werden könnte, war nach 10 Minuten überhaupt nicht zu sehen. Liverpool sehr konzentriert, fragt sich eben nur, wie lange die Reds dies im Spiel durchhalten können. Chelsea agierte vorsichtig, überließ Liverpool zum großen Teil das Mittelfeld, hin und wieder griff man aber sehr früh an und machte die Räume eng. Zwischendurch wollte man mal zeigen, dass man auch dabei ist. Aber man braucht ja auch nicht auf Teufel komm raus die Tore schießen, man hat 90 Minuten Zeit und demonstriert die Stärke jederzeit einen Gang höher schalten zu können. Was Liverpool exzellent machte in den ersten 20 Minuten, war das Zustellen der Flügel, die eigentliche Schwachstelle im Spielsystem der Reds. Aber Agger auf Links und Mascherano auf rechts hatten gegen Malouda und Kalou überhaupt keine Probleme, gewannen fast alle Zweikämpfe.

Mit Verlaufe der ersten Halbzeit wurde es ein füchterlich anzuschauendes Fußballspiel, insbesondere Chelsea enttäuschte auf ganzer Linie, kam überhaupt nicht ins Spiel. Einige Glanzlichter kamen, wenn überhaupt, nur vom FC Liverpool, die sich ganz gut durch das Chelsea-Mittelfeld kombinierten, im Abschluss aber immer wieder kläglich scheiterten. Da fehlte einfach ein Fernando Torres. Und wenn Chelsea schon keine Tore schießen will, macht das eben Liverpool für die Blues. Zumindest fast. 33 Minuten waren gespielt, als der Kapitän der Reds, Steven Gerrard, einen unglaublich blöden Rückpass auf Reina spielte. In das riskante Zuspiel sprintet Drogba und legt den Ball an Reina vorbei ins Tor. Chelsea auf dem Weg Richtung Meisterschaft – und sie haben dafür überhaupt nichts getan. Ein Spiegelbild der Saison vom FC Liverpool. Und plötzlich war Chelsea da, Lampard verzog völlig freistehend aus knapp 20 Metern in der 36. Minute. Liverpool geschockt vom Rückstand. Zwei Minuten später bekommt Kyrgiakos in allerletzter Sekunde das Bein vor den einschussbereiten Anelka. Das hätte das 0:2 sein können. Kurz vor der Halbzeit musste Benitez verletzungsbedingt wechseln, brachte Ryan Babel – bekannt für Tore in Duellen gegen die Big Four – für Maxi Rodriguez. Mit dem 10 für Chelsea ging es in die Pause, zumindest durch die letzten Minuten der ersten Halbzeit teilweise verdient. Liverpool offensiv zu umständlich und defensiv mit dem einen haarsträubenden Fehler.

Es gab keine Wechsel in der Halbzeitpause – und am Spiel änderte sich im Vergleich zu den letzten Minuten der ersten Hälfte wenig. Liverpool schien sich schon aufgegeben haben, auch Mascherano und Agger auf den Außenbahnen längst nicht mehr so präsent und zielstrebig wie in den ersten 45 Minuten. Chelsea versuchte schon kurz nach Wiederanpfiff den Sack zuzumachen, hatte aber ein wenig Pech im Abschluss, als Kalou sich mit schönem Solo bis zur Grundlinie durchtankte, in der Mitte dann aber keinen Abnehmer fand. Chelsea tat gut daran auf das 2:0 zu gehen, denn auch wenn es nur 1:0 nach 50 Minuten stand und Liverpool seelisch und körperlich nicht mehr an diesem Spiel teilnahm, war die Führung dennoch knapp. Und nach 54 Minuten die Konsequenz, die schon lange angedeutet hatte. Lampard macht das 2:0. Ein Pass hebelt die Reds-Abwehr aus, Anelka hat alle Zeit der Welt in die Mitte zu passen, wo Lampard nur noch einschieben braucht. Game over. Zu allem Überfluss verletzte sich auch noch Jamie Carragher bei der möglichen Verhinderung des Gegentores, Daniel Ayala kam für ihn in die Partie. Liverpool kann einem leid tun, wirklich. Die Reds versuchten noch mal alles, Chelsea hatte zahlreiche Konterchancen. Das 3:0 lag eher in der Luft als ein Anschlusstreffer des FC Liverpool. Kuyt verletzte sich im Kopfballduell mit Terry, musste den Platz verlassen um die Blutung zu stillen. Der Fußballgott hatte sich gegen Liverpool gestellt. Es ging alles schief. Das Spiel plätscherte dem Ende entgegen. Liverpool konnte nicht mehr, Chelsea brauchte nicht mehr. Und wenn Chelsea mal wollte, war der überragende Reina zur Stelle.

Die Blues sind auf dem besten Weg zur Meisterschaft, Manchester United muss gegen Sunderland schon gewinnen um noch Chancen zu haben. Für Liverpool bleibt nach 90 enttäuschenden Minuten – nicht von der Leistung, denn die war gepaart mit der Einstellung in den ersten 35 Minuten mehr als ordentlich – der Weg in die Europa League. Die Reds stehen vor einem Neuanfang. Und das muss nicht immer schlecht sein.