Premier League 2012/2013 Nachholspiele (I): Der FC Fulham in der Spielverderber-Rolle?

Heute und morgen finden insgesamt vier Nachholspiele in der Premier League statt. Drei dieser Partien sind hochbrisant mit viel Zündstoff für die Tabelle. Die andere Begegnung ist hingegen eher völlig wertlos, wird aber dankenswerter Weise von Sky gezeigt. Einmal mehr: Die Spielauswahl muss man nicht verstehen. Sich nur an Quote orientieren darf nicht das einzige Kriterium eines Pay-TV-Senders sein. Aber das ist keine neue Erkenntnis. Ich freue mich trotzdem riesig auf die Nachholspiele. Da könnte viel Drama dabei sein.

FC Arsenal – FC Everton
Dienstag 20:40 Uhr, Sky Sport 2/HD 2 live, Kommentar: Marcel Meinert

Es ist von der Ansetzung die vielleicht atrraktivste Nachholpartie. Mit dem 3:1 gegen Norwich, dem siebten Sieg in den letzten acht Ligaspielen, hat Arsenal Tottenham in der Tabelle überholt und seinen Anspruch auf den dritten Platz weiter untermauert. Demgegenüber steht der FC Everton mit vier Siegen in den letzten fünf Spielen. Bei einem Erfolg im Emirates Stadium könnte das Team von David Moyes bis auf einen Punkt an Arsenal heranrücken. Heißt im Umkehrschluss: Mit drei Punkten gegen Everton kann sich Arsenal eines weiteren Konkurrenten um die Champions League Plätze entledigen. Der Reiz dieses Spiels ergibt sich aus der Tabellenposition, aber auch durch eine andere Begleiterscheinung. Arsenal scheint in den letzten Wochen mental und spielerisch einen großen Schritt nach vorne gemacht zu haben. Der Sieg in der Champions League beim FC Bayern scheint gehöriges Selbstvertrauen gegeben zu haben. Nun kommt mit dem FC Everton aber ein anderer Typ Gegner als zuletzt die eher kämpferischen, defensiv agierenden Teams, wie Reading, Norwich oder West Brom. Everton braucht die Punkte, muss also mitspielen und kann die immer wieder wackelig wirkende Defensive der Gunners beschäftigen. Gleichzeitig sollten sich genug Räume zum Kontern für Arsenal ergeben. Größtes Manko bei den Gastgebern: die Chancenverwertung. Dass sich das Team gegen Norwich so mühen musste, war hauptsächlich darin begründet, dass gute Chancen in der ersten Halbzeit (Gervinho, Giroud, Ramsey) nicht genutzt wurden.
Im Vergleich zum Sieg gegen Norwich kann Arsène Wenger wieder auf Thomas Rosicky und Per Mertesacker zurückgreifen. Unklar ist aber, ob beide in der Startelf stehen. Das Innenverteidigerduo Vermaelen und Koscielny hat gegen Norwich gut funktioniert. Eher schon könnte Rosicky einen Platz im Mittelfeld bekommen, weil Jack Wilshere vom Fitnessstand noch nicht so weit scheint. Ansonsten hat Wenger offensiv die Qual der Wahl, weil auch Walcott wieder fit ist und Lukas Podolski gegen Norwich viele Argumente für einen Startelfeinsatz gesammelt hat. Ein Fragezeichen steht noch hinter dem Einsatz von Lukasz Fabianski, der unter einer Rippenprellung leidet. Bei einem Ausfall würde Szczesny ins Tor zurückkehren. Mit Ausnahme von Tony Hibbert, der weiter in der U21 von Everton an seinem Comeback arbeitet, hat David Moyes keine Verletzungssorgen. Arsenal hat die letzten elf Spiele gegen Everton nicht verloren (acht Siege, drei Remis). In der Geschichte der Premier League hat Arsenal gegen kein Team mehr Siege (26) gefeiert und mehr Tore (82) geschossen als gegen den FC Everton. Ich hätte ja nichts dagegen, wenn diese Bilanz um einen positiven Abend erweitert wird.

West Ham United – Manchester United
Mittwoch 20:40 Uhr, Sky Sport 2/HD 2 live, Kommentar: Marco Hagemann

Es fällt schon sehr schwer, irgendeinen Reiz diesem Spiel zukommen zu lassen, außer man ist natürlich Fan der Hammers und Red Devils. Von der Tabellenposition will eher wenig Spannung aufkommen. Zwar verlor United das Stadtderby gegen Manchester City, doch ein wirklicher Rückschlag war das nicht. Im Prinzip kann die Meisterschaft schon am Mittwoch fast perfekt gemacht werden. Sollte United bei den Hammers gewinnen und Man City gegen Wigan verlieren, würde der Vorsprung der Red Devils auf City bei noch sechs Spielen der Citizens 18 Punkte betragen. United hat das um 10 Treffer bessere Torverhältnis. Spätestens am kommenden Montag gegen Aston Villa sollte der Titel dann finalisiert werden. Ein bisschen Relevanz hat diese Partie also doch noch, wobei West Ham ziemlich gemütlich durch das Mittelfeld marschiert. Die Hammers sollten mit dem Abstiegskampf nichts mehr zu tun haben. Manchester United gewann acht der letzten neun Spiele, West Ham mit zwei Siegen, zwei Remis und einer Niederlage in den letzten fünf Spielen. Die Hammers haben vor allem in der Defensive Personalprobleme. Neben den längeren Verletzungen von Winston Reid und George McCartney verletzte sich beim 1:1 gegen Southampton auch noch der dritte Verteidiger, James Tomkins. Es kann also gut sein, dass Emanuel Pogatetz startet. Danny Potts und Jordan Spence wären die jungen Alternativen für die Abwehr. Mark Noble arbeitet an seinem Comeback, wird aber morgen noch nicht dabei sein. Sir Alex ohne Personalprobleme mit vielen Optionen für Defensive und Sturm.

Manchester City – Wigan Athletic
Die beiden Finalisten des FA-Cup treffen im direkten Duell aufeinander. City besiegte Chelsea mit 2:1, Wigan hatte beim 3:0 gegen Milwall keine Probleme. Es wird interessant zu sehen sein, wie beide Team den Spagat zwischen Pokaltriumph und Ligaalltag schaffen werden. Insbesondere Wigan steht vor der Partie in Eastlands ziemlich unter Druck. Durch das Remis von Aston Villa und den Sieg von Sunderland bei Newcastle beträgt der Rückstand auf das rettende Ufer wieder drei Punkte, allerdings bei zwei Spielen weniger als die Konkurrenz. Nichts desto trotz wäre ein Punktgewinn im Etihad Stadium nicht verkehrt. Die nächsten Aufgaben heißen West Ham und Tottenham. Da werden die Punkte auch nicht im Vorbeigehen mitgenommen. Für Manchester City ist die Ausgangslage deutlich beruhigender. Sechs Punkte Vorsprung vor Arsenal, sieben Zähler vor Chelsea bedeuten, dass mit zwei Siegen in den letzten Saisonspielen der zweite Platz eingetütet wird. Das sollte mehr als nur machbar sein. Joe Hart, David Silva und Edin Dzeko könnten bei City in der Startelf anstehen, weil Mancini seinen Pokalhelden etwas Erholung geben könnte. Micah Richards und Maicon fehlen noch länger verletzt. Wigan muss auf Torhüter Ali Al Habsi verzichten. Joel, eigentlich an Atletico Madrid ausgeliehen, muss deshalb zwischen die Pfosten. Maloney und Kone sollten weiter das Sturmduo der Latics bilden, also Franco di Santo und Angelo Henriguez nur auf der Bank.

FC Fulham – FC Chelsea
Mittwoch 21:00 Uhr

Der Kampf um die Champions League steht am Mittwochabend dann wieder in London auf dem Programm. Insbesondere der FC Chelsea wird sehr genau beobachten, was Arsenal und Everton am Dienstag veranstalten. Weiterhin gilt: Chelsea ist in der Pole Position, was den Kampf um den dritten Platz angeht. Das bleibt aber nur so, wenn das Nachholspiel bei den Cottagers gewonnen wird. Drei Siege und zwei Niederlagen in den letzten fünf Spielen ist die aktuelle Bilanz für Rafael Benitez und sein Team. Das ist im Punkteschnitt natürlich nicht ausreichend. Die Dreifachbelastung mit den vielen Spielen macht sich negativ bemerkbar (zum Glück gibt es ein Derby direkt um die Ecke!), zumal die Tiefe des Kaders doch nicht so qualitativ hochwertig ist wie häufig angenommen. Und für Chelsea gilt in der Liga: Punktverluste vermeiden. Der FC Fulham ist nach einem sehr schwachen Start ins Jahr wieder besser in Form gekommen. Nur eines der letzten sieben Spiele ging verloren und im Cravan Cottage zeigt man sich gewohnt heimstark. Das ist eine unbequeme Aufgabe, die kommenden Samstag aber auch Arsenal erteilt wird. Fulham kann nach dem Sieg gegen Tottenham also weiter Spielverderber im Kampf um die Champions League Plätze sein. Rafael Benitez hat schon angekündigt, dass er vor dem schwierigen Spiel am Sonntag beim FC Liverpool rotieren wird. Es dürfte also nicht überraschend kommen, wenn Victor Moses und Marko Marin für Mata und Hazard spielen würden. John Terry und Frank Lampard sind ebenso wieder fit. Und Fernando Torres könnte von Beginn an spielen. Damian Duff verletzte sich beim 1:1 gegen Aston Villa bereits nach 10 Minuten, sollte aber fit sein. Mit Spannung wird erwartet, wie Chelsea mit Fulhams sehr variablem 4-4-1-1 zurecht kommt, gerade mit den sehr starken Flügelspielern. Da kommt auf Cesar Azpilicueta jede Menge Arbeit zu, die nur mit einer Leistungssteigerung im Vergleich zum Halbfinale in Wembley gelöst werden kann. Dimitar Berbatov hofft auf sein 14. Saisontor.

Wünsche euch einen schönen Tag und spannenden Fußballabend!

Premier League 2010/2011 #25, FC Arsenal – FC Everton

[22h41] Endstände der anderen Partien.

FC Sunderland-FC Chelsea 2:4
Man Utd-Aston Villa 3:1
West Bromwich-Wigan Athletic 2:2

[22h38] Endstand FC Arsenal – FC Everton 2:1

Ganz ganz wichtiger Sieg für die Gunners, auch weil Chelsea und Manchester United ihre Spiele gewinnen werden. Acht Minuten in der zweiten Halbzeit reichten um das Spiel zu drehen. Sie hätten nach diesem Spiel aus dem Titelrennen sein können und dann mit viel Moral und Leidenschaft zurückgekommen. Wäre letzte Saison wohl noch nicht passiert. Arshavin und Bendtner mit guten Leistungen nach ihren Einwechselungen. Everton mit sehr ordentlichem Auftritt, verlieren unglücklich, weil man defensiv zweimal geschlafen hat und ein wenig den wirklichen Druck aufs Arsenal-Tor nicht erzeugen konnte.

Für Arsenal am Samstag die nächste schwierige Aufgabe, bei Newcastle United.

[22h36] FC Sunderland-FC Chelsea 2:4, Nicolas Anelka, 90. Minute

[22h34] Aaaahhhhhhh, noch so ein Clichy-Moment, lässt Heitinga und Jagielka aussteigen, hat freie Bahn. Doch statt des Torschusses aus bester Position kommt der Querpass in die Mitte zum Gegenspieler.

[22h33] Fünf Minuten Nachspielzeit

[22h29] In den letzten acht Ligaspielen zwischen Arsenal und Everton sind acht Tore ab der 89. Minute gefallen. Ist also noch Luft. Und Arsenal spielt nervös, Everton fehlt der letzte Zug zum Tor.

[22h25] Sieben Minuten noch…und das werden noch lange sieben Minuten. Everton kann bisher jegliche Konterbemühungen der Gunners unterbinden.

[22h20] Man Utd-Aston Villa 3:1, Nemanja Vidic, 64. Minute

Wechsel FC Everton: Anichebe und Phil Jagielka für Phil Neville und Coleman. Und Everton gibt sich noch nicht geschlagen. Suchen wieder mehr den Weg nach vorne.

[22h18] FC Arsenal – FC Everton 2:1, Laurent Koscielny, 76. Minute

Die anschließende Ecke nach dem Freistoß bringt die Führung. Arsenal hat das Spiel gedreht. Koscielny in der Mitte völlig frei, kann unbedrängt zum 2:1 einköpfen.

[22h17] Fantastischer Freistoß von van Persie aus über 20 Metern, Howard lenkt den Ball über die Ecke.

[22h15] Man Utd-Aston Villa 2:1, Darran Bent, 59. Minute

[22h12] FC Arsenal – FC Everton 1:1, Andrej Arshavin, 70. Minute

Ich wollte schon schreiben, dass die letzten 20 Minuten abbrechen, die Arsenals Titelhoffnungen begraben können. Aber dann macht Arshavin acht Minuten nach seiner Einwechselung den Ausgleich. Fabregas chippt den Ball über die Viererkette, Rodwell kann den Ball nur noch mit dem Hinterkopf berühren, Arshavin völlig frei, behält die Ruhe vor dem Tor und schiebt zum 1:1 ein.

Und das wird jetzt eine dramatische Schlussphase.

[22h11] Wechsel FC Arsenal: Niklas Bendtner für Jack Wilshere

[22h09] Bei aller Kritik am Spiel von Arsenal heute Abend, das einfach nicht so geradlinig und zielstrebig ist, muss man auch mal Everton ein Kompliment aussprechen. Spielen das sehr gut runter. Defensiv lassen sie kaum was zu, offensiv zaghaft, aber stets vielversprechend. Saha macht einen guten frischen Eindruck. Fellaini hält die Bälle sehr gut und nimmt Tempo aus dem Spiel. Und das zieht Arsenal, das immer noch nicht so richtig seinen Rhythmus gefunden hat, momentan nicht nur einen Zahn.

Diaby mit Schuss aus 20 Metern – aber wieder nicht aufs Tor.

[22h07] Wechsel FC Everton: Leon Osman für Bilyaletdinov

[22h04] Wechsel FC Arsenal: Andrej Arshavin für Rosicky

Der Russe kann sich heute mal wieder beweisen und ein wenig Kredit zurückgewinnen. Insgesamt keine gute Saison vom Russen. Ihm wird häufig mangelnder Einsatz vorgeworfen. Das war zuletzt schon wieder anders und besser. Wichtige Tore hat er gemacht, heute wäre es wohl umso wichtiger.

[22h04] FC Sunderland-FC Chelsea 2:3, John Terry, 60. Minute

[22h01] Gute halbe Stunde noch. Chancen für Arsenal in gefühlter Reichweite, aber der große Hammer war noch nicht dabei. Everton bleibt gefährlich. So ein Abend, wo eigentlich nichts wirklich gelingen will. Hatte Arsenal länger nicht.

[21h55] Der Clichy-Moment heute Abend. Erst verdaddelt er den Ball im Mittelfeld (ich fall fast in Ohnmacht), dann holt er sich den Ball wieder, über Rosicky und Fabregas kommt der Ball zurück zu Clichy (aha!) und dann kommt gar kein schlechter Schuss, noch abgefälscht. Eckball für die Gunners. Clichy-Moment. So häufig schreibe ich ja nicht über ihn.

[21h51] Im Gegensatz zur ersten Hälfte ein deutlich besserer und engagierterer Beginn von Arsenal. Rosicky mit kleinem Sololauf, Schuss aber ein gutes Stück neben das Tor. War eigentlich auch mehr drin. Everton bleibt mit den kleinen offensiven Nadelstichen gefährlich. Stehen bei Ballbesitz Arsenal tiefer, nur Saha in der Arsenal-Hälfte. Eigentlich die perfekte Taktik, wenn es bei Arsenal nicht so gut läuft. Wie heute.

[21h48] Beginn 2. Halbzeit

[21h47] Wechsel FC Arsenal: Abou Diaby für Song, der sich mit einer leichten Verletzung weiter in der Kabine befindet.

[21h46] Man Utd-Aston Villa 2:0, Wayne Rooney, 45. Minute

[21h44] West Bromwich-Wigan Athletic 1:2, Ben Watson, 43. Minute

[21h34] Halbzeit FC Sunderland-FC Chelsea 2:2

[21h32] Halbzeit FC Arsenal – FC Everton 0:1

Ereignisreiche erste Hälfte in London. Auch wenn die Führung der Gäste umstritten zustande kam, ist sie nicht gänzlich unverdient. Everton hatte den besseren Beginn und die deutlich besseren Chancen als Arsenal. Die Gastgeber brauchten 15 Minuten um langsam ins Spiel zu finden. Aber nach vorne fehlt es an Genauigkeit, an Passsicherheit und an kreativen Ideen um Everton zu knacken. Insgesamt zu wenig von Arsenal. Insbesondere das laufintensive Spiel von Everton im Mittelfeld mit einem bärenstarken Fellaini macht den Gunners Probleme, gibt wenig Raum in der Mitte für Kombinationen. Und auf den Flügeln machen Neville und Baines einen exzellenten Job. Wird eine ziemlich harte Nuss für Arsenal zu knacken sein. Noch sind 45 Minuten Zeit.

[21h30] Lee Mason im Emirates mit fürchterlicher Leistung, inklusive der Vorteilsauslegung. Zwei Minuten Nachspielzeit.

[21h24] Riesen Chance für Everton zum 2:0. Langer Ball auf Baines, der per Kopf auf Bilyaletdinov direkt weiterlegt. Szczesny kommt raus und verkürzt perfekt den Winkel, schmeißt sich in den Schuss des Russen. Großartig gehalten. Song ist angeschlagen und wird außerhalb behandelt, geht aber weiter.

[21h21] West Bromwich-Wigan Athletic 1:1, Charles N’Zogbia, 20. Minute

[21h19] Der Linienrichter erkennt eine Abseitsstellung an. Das ganze Stadion erhebt sich und applaudiert hämisch. Everton drückt Arsenal wieder ein wenig weiter vom eigenen Tor ab. “One nil to the referee”, rufen die Gunners-Fans.

[21h17] Arsenal nach dem Rückstand mit wütenden, aber häufig unstrukturierten und überhasteten Angriffen. Kaum Torabschlüsse und flüssiges Kombinationsspiel.

[21h13] FC Sunderland-FC Chelsea 2:2, Kieran Richardson, 27. Minute

[21h09] FC Arsenal – FC Everton 0:1, Louis Saha, 25. Minute

Umstrittenes Tor für Everton. Coleman mit dem Pass auf Saha, der klar im Abseits steht. Koscielny fälscht den Pass von Coleman zwar noch ab, aber Saha kommt danach an den Ball. Steht völlig frei, die Gunners reklamieren geschlossen Abseits, Saha spielt weiter und schließt richtig schön ab. Ist das eine neue Spielsituation? Mit der Arsenal-Brille auf würde ich sagen, dass dies nicht der Fall ist. Sei es drum, Tor zählt, Everton in Führung.

Okay, auf Twitter einhellige Meinung, dass es Abseits war. Lag ich mit meiner ersten Einschätzung doch richtig.

[21h09] FC Sunderland-FC Chelsea 1:2, Salomon Kalou, 23. Minute

[21h07] Tolle Kombination der Gastgeber über Sagna und Song. Mit ein wenig Glück landet der Ball bei Theo Walcott. Aus spitzem Winkel findet er in Tim Howard seinen Meister. Arsenal erhöht langsam den Druck. Im Gegenzug Everton mit der besten Chance, aber Bilyaletdinov verstolpert nach Flanke von Neville aus guter Position den Ball und kann ihn nicht mehr kontrollieren. Sagna und Djourou klären.

[21h06] West Bromwich-Wigan Athletic 1:0, Peter Odemwingie, 5. Minute

[21h05] Der FC Arsenal jetzt besser im Spiel, mehr Ballbesitz, Präsenz im Mittelfeld und mehr Spielanteile in der Hälfte des FC Everton. Was noch fehlt ist ein gediegener konstruktiver Spielaufbau. Momentan – auch dank kompakter Defensive der Toffees – noch viel Stückwerk und Zufallsprodukte.

[21h01] Man Utd-Aston Villa 1:0, Wayne Rooney, 2. Minute

[21h00] Erste vorsichtige offensive Annährung der Gunners. Eckball van Persie, Kopfball Koscielny, aber doch deutlich daneben. Eine Minute später machen es die Gunners besser. Doppelpass Fabregas und van Persie, der Spanier mit Flachschuss knapp neben das Tor.

[21h00] FC Sunderland-FC Chelsea 1:1, Frank Lampard, 15. Minute (FE)

[20h59] Sylvain Distin mit hartem Einsteigen gegen Sagna, erste gelbe Karte in der Partie.

[20h57] Arsene Wenger steht unruhig an der Seitenlinie. Kein guter Beginn von Arsenal, Everton das spielbestimmende Spiel ohne aber wirklich torgefährlich zu sein. Die Gunners verlieren zu schnell den Ball, Everton gewinnt weiter die wichtigen Zweikämpfe im Mittelfeld und stellt sich keinesfalls hinten rein. Die Gastgeber nach 13 Minuten noch ohne einen konstruktiven Angriff.

[20h52] Sehr gemählicher und ruhiger Auftakt im Emirates. Everton das bessere Team, weil sie derzeit die Duelle im Mittelfeld gewinnen. Und das wird richtig interessant im Mittelfeld, Jack Wilshere gegen Jack Rodwell. Wer kann für mehr Kreativität sorgen, Mikael Arteta oder Cesc Fabregas? Interessante Konstellation. In den ersten Minuten Vorteil für die Gäste.

[20h50] FC Sunderland-FC Chelsea 1:0, Phil Bardsley, 4. Minute

[20h45] Beginn 1. Halbzeit

Die Gunners in den üblichen rot-weißen Trikots, der FC Everton in blau. Die Gastgeber spielen von links nach rechts in den ersten 45 Minuten. Everton hat Anstoß.

[20h39] Arsene Wenger vor der Partie: “Wir haben ein schweres Spiel vor uns und viele weitere werden in den nächsten Wochen folgen. Wir müssen höchst konzentriert sein, den Fokus auf die 90 Minuten richten. Wir wissen, dass wenn wir eine Chance um die Meisterschaft mitzuspielen wahrnehmen wollen, müssen wir unsere Heimspiele gewinnen. In dieser Phase ist ein Remis vor eigenem Publikum einfach zu wenig.”

[20h34] Die Aufstellungen im Emirates Stadium

FC Arsenal: Szczesny – Sagna, Djourou, Koscielny, Clichy – Song, Wilshere – Walcott, Fabregas, Rosicky – van Persie

FC Everton: Howard – Neville, Heitinga, Distin, Baines – Coleman, Arteta, Rodwell, Fellaini – Bilyaletdinov, Saha

Bei den Gunners kehrt Sagna nach seiner Gehirnerschütterung zurück. Song und Wilshere wurden im FA-Cup geschont und bekommen jetzt wieder Spielzeit in der Liga. Bendtner muss auf rechts Platz machen für Walcott. Rosicky ersetzt auf links den verletzten Samir Nasri, Arshavin nur auf der Bank. Van Persie ist einzige Spitze. Bei Everton fehlt Tim Cahill, Bilyaletdinov ersetzt ihn im offensiven Mittelfeld/als hängende Spitze. Saha soll ganz vorne für Tore sorgen. Kein Steven Pienaar mehr beim FC Everton.

[20h26] News aus den anderen Stadien. Carlos Vela, von Arsenal ausgeliehen, gibt sein Debüt in der Startelf für West Bromwich Albion gegen Wigan Athletic. Chelsea in Sunderland mit Lampard im Mittelfeld, die Spitzen heißen Drogba und Anelka, Torres noch nicht im Kader. Bei Manchester United, die Aston Villa empfangen, Rio Ferdinand zurück in der Innenverteidigung. Berbatov und Rooney bilden das Sturmduo. Bei Villa ist Neuzugang Michael Bradley noch nicht mit dabei.

[20h22] Schönen guten Abend. Titelkampf-Dienstag beim ersten Teil des 25. Spieltages in der Premier League. Man Utd, Chelsea und Arsenal sind im Einsatz. Hier wird live gebloggt vom Spiel der Gunners gegen den FC Everton. Zwischenstände der anderen Spiele gibt es natürlich auch. Und Jack Wilshere ist hoffentlich mittlerweile aufgestanden.

Premier League 2010/2011 #23, FC Liverpool – FC Everton

Man kann wohl stundenlang darüber streiten, welches das emotionalste Derby in der Premier League ist. Vielleicht das gerade laufende Newcastle gegen Sunderland, aber heute mit dem Heimpremiere von Liverpools Trainerlegende Kanny Dalglish im 215. Merseyside Derby gegen den FC Everton muss man nicht lange überlegen. Beide Mannschaften nur vier Punkte von einem Abstiegsplatz entfernt. Verlieren verboten – das sollte im Stadtderby ja sowieso selbstverständlich sein. Hereinspaziert zum Live-Blog. Kommentaren, Anmerkungen und Beobachtungen sind wie immer gerne gesehen.

Premier League 2010/2011 #18, Manchester City – FC Everton 1:2

Vor dem Boxing Day, dem Spieltag der Premier League am zweiten Weihnachtsfeiertag, an der Tabellenspitze zu stehen, ist jetzt nicht unbedingt das Ziel, auf das jeder Verein hinarbeitet. Viel wichtiger erscheint es doch Mitte Mai von ganz oben zu grüßen. Manchester City scheint da die bekannte Ausnahme der Regel zu sein. Nach den wetterbedingten Ausfällen von Arsenal gegen Stoke und dem Topspiel an der Stamford Bridge zwischen Chelsea und Manchester United hatten die Citizens heute zum ersten Mal seit 1929 die Möglichkeit mit einem Sieg gegen den FC Everton die Tabellenführung an Weihnachten zu erobern. Nicht nur wegen des zeitlichen Faktors wäre es etwas für das aufstrebende, steinreiche Manchester City ein besonderer Augenblick in dieser Saison, sondern dadurch könnte man endlich wieder sportliche Schlagzeilen schreiben und das Theater der letzten Wochen um eine mögliche Auflösung des Vertrags von Carlos Tevez vergessen zu machen. Der Argentinier hat sowieso mittlerweile den Schwanz eingezogen und klein beigegeben und wird seinen Vertrag in Eastlands erfüllen. Mancini und die Klubverantwortlichen haben sich durchgesetzt. Fehlte für das perfekte Weihnachtsfest jetzt nur noch ein Sieg gegen den FC Everton.

Wie gesagt, City konnte mit drei Punkten die Tabellenspitze übernehmen, Everton mit einem Sieg das Polster auf die Nichtabstiegsplätze immerhin bei einem Spiel mehr auf acht Punkte erhöhen. Die Toffees von David Moyes warten seit sieben Spielen auf einen Sieg, zuletzt gab es immerhin vier Remis in Folge. So richtig vom Fleck kommt der FC Everton nicht. Aber vor dem Spiel sprach die Statistik für den Gast aus Liverpool, der die letzten drei Spiele in Eastlands gewinnen konnte, stets zu Null. Im Gegensatz ist Manchester City seit sieben Spielen ohne Niederlage und könnte gegen Everton den dritten Sieg in Folge feiern. Problem für City die Heimschwäche: Man hat im City of Manchester Stadium gerade mal acht Tore erzielt, Negativrekord in der Premier League. Manchester City mit Kapitän Carlos Tevez von Beginn an, dafür musste Jo wieder auf der Bank Platz nehmen. James Milner ersetzte im Mittelfeld den gesperrten Nigel de Jong. Zwei Wechsel auch beim FC Everton. Leon Osman ersetzt den verletzten Steven Pienaar, im Sturm bekam Victor Anichebe den Vorzug vor Louis Saha. Es war erst der 2. Saisonstart Anichebes von Beginn an.

Und es war vorerst nichts mit dem Weihnachtsgeschenk für Manchester City, weil der FC Everton eine grandiose und bärenstarke Anfangsphase hinlegte. Bereits nach 19 Minuten führte man mit 2:0. In der vierten Minute war Cahill völlig freistehend per Kopf erfolgreich, sein neuntes Saisontor. Everton hat insgesamt nur 19 Treffer erzielt. Richtig schön herausgespielt war das 2:0 durch Leighton Baines, der immer wieder mit dem FC Bayern in Verbindung gebracht wird. Baines bedient Anichebe und zieht dann Richtung Strafraum, wo er den Ball von Cahill – wunderbar von Anichebe eingesetzt – zurückbekommt und dann ins lange Eck schlenzt. Wunderschön herausgespielt und City bei beiden Toren zu weit von den Gegenspielern entfernt. Danach war es mehr oder weniger ein Spiel auf ein Tor. City hatte beste Chancen, insbesondere durch Silva, doch Everton hatte das nötige Glück, verteidigte leidenschaftlich mit 10 Mann und hat im Gegensatz zu City die Buden gemacht. Und die ganz klaren Szenen, wo Tim Howard im Tor gefordert war, gab es auch nicht am Fließband. Mit dem 2:0 für Everton ging es in die Pause. City war drei Tore von der Tabellenführung an Weihnachten entfernt, die Fans pfiffen, Mancini marschierte wütend in die Kabine.

Mancini reagierte in der Halbzeit und brachte Adam Johnson für den schwachen James Milner, der seinen Einsatz von Beginn an nicht wirklich untermauern konnte. Und auch in der ersten Viertelstunde nach Wiederbeginn war City das dominierende und spielbestimende Team, Chancen am Fließband gab es aber nicht. Die beste Gelegenheit hatte Aleksandar Kolarov, der mit seinem Schuss an Tim Howard scheiterte. Nach genau einer Stunde flog Victor Anichebe mit gelb rot vom Platz, City 30 Minuten in Überzahl. Moyes schlug an der Seitenlinie die Hände über den Kopf, wollte Anichebe gerade auswechseln, als der zum zweiten Mal zu spät war und nur den Gegenspieler und nicht den Ball traf. In der Summe eine hart, aber korrekte Entscheidung. Mancini gestikulierte wild an der Seitenlinie und peitschte sein Team nach vorne. Die Abwehrschlacht des FC Everton begann, man warf sich in den Schuss oder hatte Glück, als Gareth Barry in der 70. Minute aus aussichtsreicher Position knapp über das Tor schoss. Everton konnte dem Druck nicht mehr lange stand halten. Anschlusstreffer in der 73. Minute durch Yaya Toure, noch entscheidend abgefälscht von Phil Jagieka. Everton wurde teilweise schwindelig gespielt. City mit dem verdienten Anschluss. Wenn sie schon mal sportlich Schlagzeilen schreiben wollen, könnten sie es ja durch eine Aufholjagd erreichen. Unfassbare Szenen fünf Minuten später, langer Ball auf Balotelli, der den Ball am herausstürmenden Tim Howard vorbeilegt, die Kugel rollt gegen den Pfosten, Tevez scheitert im Nachschuss an Howard, der exzellent reagiert hatte. Angriffswelle über Angriffswelle rollte auf den FC Everton zu. Vier Minuten Nachspielzeit waren angezeigt, Everton konnte sich in den Schlussminuten wieder etwas besser befreien. Tevez scheiterte in der zweiten Minute der Nachspielzeit mit einem weiteren Distanzschuss am überragenden Tim Howard. Kolo Toure sorgte für den negativen Abschluss, als er in der Nachspielzeit(!) zwei gelbe Karten kassierte und vorzeitig zum Duschen gehen konnte.

Everton gewinnt dank eines starken Torhüters und einer grandiosen Anfangsphase mit 2:1 bei Manchester City. Die Citizens verpassen die Chance über Weihnachten an der Tabellenspitze zu stehen. Aber so richtig wichtig ist das ja auch nur Mitte Mai.

Premier League 2010/2011 #8, FC Everton – FC Liverpool

[16h26] Endstand FC Everton – FC Liverpool 2:0

Liverpool hatte die beste Phase nach dem 0:2-Rückstand. Und nicht mal da wirkte man überzeugend und dominant. Verdienter Sieg für die Blauen, taktisch, spielerisch und insbesondere in der ersten Halbzeit von der Leidenschaft eine gute Klasse besser als die Reds. Everton setzt den Aufwärtstrend der letzten Wochen fort, und für David Moyes wohl am wichtigsten, dass man jetzt die guten Leistungen auch in Siege verwandelt. Everton klettert ins Mittelfeld der Tabelle. Defensiv stand man fast immer bombensicher, Jagielka mit überzeugender Rückkehr. Offensiv in der Abwesenheit von Fellaini die Defensive mit der Hereinnahme von Heitinga genau richtig gestärkt, hatte man über 60 Minuten ein Übergewicht im Mittelfeld. Und dann – im Gegensatz zu Liverpool – eiskalt vor dem Tor.

Roy Hodgson wirkte ratlos, die ganze Zeit mit verschränkten Armen an der Seitenlinie stehend. Viel mit Sammy Lee kommuniziert. Es gibt Redebedarf in den nächsten Tagen beim FC Liverpool. Donnerstag steht die Europa League auf dem Programm. Bei den Reds bleiben, das hat das Spiel heute erneut gezeigt – zwei große Baustellen. Einmal das defensive Mittelfeld, besonders in der ersten Halbzeit schlicht nicht da. Wenn die Kombination vor gut einem Jahr damals noch Mascherano und Xabi Alonso hieß, ist das mit Lucas und Meireles ein großer Qualitätsverlust. Meireles immerhin mit offensiven Impulsen, Lucas einfach nicht da. Zweite Baustelle: Das Toreschießen. Torres zwar mit guten Chancen, aber es macht einfach nicht klick. Der Spanier zu sehr auf sich alleine gestellt. Man spielt zu häufig durch die Mitte, wenig über die Außen, kaum verwertbare Flanken, wenig Abwechselung, wenig Kreativität. Liverpool fast nicht wiederzuerkennen. Das wird eine interessante Woche in Liverpool. Ich bin mir ziemlich sicher, dass Hodgson weitermachen darf, es sei denn, er tritt freiwillig zurück. Aber das scheint nicht die Art von Hodgson zu sein. Mal sehen, was die nächsten Spiele bringen. Sollte die Erfolgslosigkeit anhalten, wird es auch langsam für Roy ganz eng. Everton gewinnt das 214. Merseyside Derby verdient mit 2:0 und schlägt erstmals seit 2006 die Reds.

[16h21] Vier Minuten Nachspielzeit

[16h18] Und die beste Chance für den FC Liverpool in der 87. Minute. Langer Ball von Ryan Babel auf Fernando Torres, der lässt zwei Gegenspieler aussteigen, 1 gegen 1 mit Tim Howard, aber der Keeper des FC Everton reagiert glänzend. An guten Tagen macht Torres den mit verbundenen Augen.

[16h15] Wechsel FC Liverpool: Milan Jovanovic für Maxi Rodriguez

Wie gesagt, Liverpool nährt sich. Dabei bleibt es dann auch. Everton nicht wirklich unter Dauerbeschuss.

[16h10] Wechsel FC Liverpool: Ryan Babel für Joe Cole

[16h06] Viertelstündchen noch. Zweite Baustelle für den FC Liverpool neben dem schwachen defensiven Mittelfeld konnte man in den letzten Minuten beobachten. Man macht zu wenig aus der Überlegenheit, Distanzschüsse von Meireles kann doch nicht der Weisheit letzter Schluss sein. Wo sind die Direktpässe, wo die Flanken? Torres hängt durch, wird aber auch kaum in Szene gesetzt. Die Hereingaben von Joe Cole sind zwei Nummern schlechter als die von Steven Cherundolo. Das passt alles nicht zusammen. Und wenn du zwei solch großen Baustellen im Team hast, wird es gegen einen engagierten Gegner wie den FC Everton ganz ganz schwierig.

[16h05] Wechsel FC Everton: Jermaine Beckford, Neuzugang aus Leeds – ganz interessanter Spieler – für den verletzten Mikel Arteta

[16h04] Roy Hodgson guckt in Minute 73 an der Seitenlinie genauso ratlos wie in Minute 34.

[16h03] Wechsel FC Everton: Tony Hibbert für den sehr starken John Heitinga

[16h02] Wechsel FC Liverpool: David Ngog für den enttäuschenden Lucas.

[15h59] Everton hat momentan beide Füße vom Gaspedal genommen und lässt Liverpool ein wenig kommen. Die kommen häufiger zum Torabschluss, aber wirklich gefährlich ist das weiterhin nicht. Gerrard versucht jetzt das Spiel an sich zu reißen, hat die zentrale Rolle im offensiven Mittelfeld, Maxi Rodriguez gibt einen zweiten Stürmer, Joe Cole kommt vermehrt über die linke Seite. Liverpool nährt sich langsam den Anschluss, der dringend benötigt wird.

[15h54] Schuss von Meireles aus 30 Metern in die Arme von Howard. Wenn das alles ist, muss man sich als Liverpool-Fan ernsthaft Gedanken machen.

[15h52] Gute Stunde durch. Everton verwaltet die Führung ohne wirklich allzu viele Torchancen zuzulassen. Die Reds zwar bemühter als in der ersten Hälfte, aber immer noch plan- und konzeptlos in der Hälfte des FC Everton. Tor für die Reds liegt jetzt nicht unbedingt in Reichweite.

[15h47] 80% Ballbesitz in den ersten 10 Minuten der zweiten Halbzeit für den FC Everton. Wow. Die Toffees wie im Rausch derzeit.

[15h43] Und der FC Liverpool hat noch 40 Minuten Zeit nicht noch tiefer in die Krise zu schlittern. Und der Goodison Park tobt.

[15h41] 2:0, Mikel Arteta, 50. Minute

Und hat sich was von Schwung nach der Halbzeit, wenn der FC Everton mit der ersten Chance die Führung ausbaut. Bilyaletdinov holt eine Ecke von links raus, Krygiakos mit Kopfballbefreiung völlig unnötig direkt in die Mitte. Arteta aus 20 Metern einfach drauf gehalten. Reina sieht dank der vielen Spieler vor sich überhaupt nicht, wo der Ball hingeht und kann nicht mehr reagieren. 2:0. Herzlich Willkommen, John W Henry.

[15h37] Nach einer guten Minute schon ein Torschuss für den FC Liverpool. Baines mit unglücklicher Kopfballvorlage für Maxi Rodriguez, gute Schussposition, aber zu zentral auf Tim Howard gezielt. Liverpool mit Schwung aus der Halbzeit kommend, ist ja auch nötig.

[15h36] Beginn 2. Halbzeit

[15h35] Wechsel FC Everton: Der Freund aller Fußball-Kommentatoren, Diniyar Bilyaletdinov, für den angeschlagenen Leon Osman.

[15h19] Halbzeit FC Everton – FC Liverpool 1:0

Überzeugende Leistung des FC Everton. Verdiente Führung für die Toffees, die viel mehr in dieses Spiel investieren. Tolle Laufarbeit. Die Taktik von Moyes Heitinga ins defensive Mittelfeld zu verfrachten, geht wunderbar auf. Everton hatte ja auch in den letzten Spielen nie schlecht gespielt, heute belohnt man sich dann auch mit dem Tor, nachdem bereits einige gute Chancen hatte. Liverpool enttäuscht auf ganzer Linie, ernüchternd wieder zu sehen, wie wenig das defensive Mittelfeld der Reds eine Bindung ins Gesamtgefüge der Mannschaft bekommt. Nach vorne mit der Ausnahme des Torres-Kopfball ist das schlicht viel zu wenig. Tolle Partie, intensiv geführt, beste Nachmittagsunterhaltung für die Zuschauer.

[15h16] Zwei Minuten Nachspielzeit

[15h11] Unfassbar gute Laufarbeit vom FC Everton und weiter enttäuschend, was Liverpool in der Offensive anbietet. Fünf Minuten noch bis zur Halbzeit. 60 Prozent Ballbesitz für die Toffees.

[15h05] 1:0, Tim Cahill, 34. Minute

Und da ist die verdiente Führung für die Gastgeber. Lucas (er spielt ja doch mit) verliert im Mittelfeld den Ball, dann folgt eine exzellente, wunderbare Vorarbeit von Seamus Coleman, der auf der Außenbahn zwei Liverpool-Spieler abschüttelt, Flachpass in die Mitte, wo Krygiakos durch Yakubu gebunden ist. Cahill völlig frei – und knallt die Kugel in die Maschen. Null Abwehrchance für Reina.

[15h04] Auch wenn spielerisch sicherlich noch ganz viel Luft nach oben ist, bisher ein richtig interessantes Spiel. Kann man gut zuschauen.

[14h58] Trotz der einen Chance eben durch Torres wenig Offensives für die Gäste. Credit to Everton, ganz starkes Spiel, viel Laufarbeit, viel über die Flügel, weil die Außenverteidiger fleißig mit nach vorne gehen. Die Räume werden eng für den FC Liverpool gemacht, die Reds im Mittelfeld hoffnungslos unterlegen (wo ist eigentlich Lucas?), es hapert bei den Blauen mal wieder am Abschluss. Aber trotzdem kann David Moyes sehr zufrieden sein, Roy Hodgson eher weniger. Zumindest mit dem Ergebnis noch.

[14h54] 23 Minuten durch und wir schreiben die erste Chance vom FC Liverpool auf den Notizzettel. Flanke von Links durch Joe Cole, in der Mitte Torres mit dem Kopf am Ball, Howard lenkt den Ball über die Linie. Man spielt offensiv noch mit. Und die neuen Besitzer nehmen es erfreut zur Kenntnis.

[14h50] Und jetzt hat Howard Webb keine Gnade mehr. Maxi Rodriguez mit der ersten gelben Karte nach 18 Minuten. Everton weiter spielbestimmend. Von Liverpool kommt gar nichts nach vorne.

[14h45] Everton drückt und spielt gut die Chancen raus. Baines gewinnt den Ball auf links, schickt Yakubu, der mal auf den Flügel ausgewichen ist. Schuss in die Mitte, wo wirklich alle Reds-Spieler verpassen, Distin kommt an die Kugel, dreht sich um seinen Gegenspieler, Abschluss wieder einen Tick zu hoch.

Viele Fouls, Gerrard mit einem gelbwürdigen Tackle, aber Webb wie immer großzügig zu Beginn, belässt es bei einer strengen Ermahnung.

[14h43] Erste gute Chance in diesem Spiel, für den FC Everton. Nach einem Freistoß für die Toffees bekommen die Reds den Ball nicht weg. Baines dribbelt am Strafraum, legt links raus, Flachpass in die Mitte, wo Skrtel den Ball direkt vor die Füße von Phil Jagielka legt, doch der Linksschuss des Innenverteidigers deutlich zu hoch. Everton nährt sich dem Tor immer mehr.

[14h40] Bleibt eine intensiv geführte, körperbetonte Partie. Spielerisch leider bisher noch ganz wenig zu vermelden, ebenso wie nennenswerte Torchancen. Leichter Vorteil für Everton in den ersten Minuten, der soweit geht, dass man sich ganz gut durchs Mittelfeld bewegt. Aber der letzte Pass, die letzte Flanke findet dann noch keinen Abnehmer.

[14h35] Everton mit viel Pressing in den ersten Minuten, gehen früh auf die ballführenden Spieler, machen die Räume eng. Liverpool bleibt vorerst nur der Weg das Spiel zu beruhigen und hinten rum zu spielen. Schon jetzt unglaublich intensive Begegnung.

[14h32] Beginn 1. Halbzeit

Referee Howard Webb pfeift an. Liverpool in rot, Everton in blau. Wie es sich gehört. Die Gäste mit Anstoß, spielen von rechts nach links in der ersten Hälfte. Sonnenschein in Liverpool, man mag es sich gar nicht vorstellen.

[14h26] Wie ich diese Intros der Premier League liebe…

[14h21] Skrtel und Kyrgiakos, nicht unbedingt die stärkste Defensive für die Reds, gegen einen wenig gehemmten Sturm der Toffees. Könnte also auch ein 0:0 werden. Überhaupt dürfte der Verlierer des Spiels einen ungemütlichen Oktober bekommen.

[14h19] Die Aufstellungen im Goodison Park:

FC Everton: Howard – Neville, Jagielka, Distin, Baines – Coleman, Heitinga, Arteta – Osman, Cahill – Yakubu

FC Liverpool: Reina – Carragher, Skrtel, Kyrgiakos, Konchesky – Gerrard, Lucas – Meireles, Cole, Maxi Rodriguez – Torres

Zunächst zu den Gästen. Torres wie erwartet fit, Kuyt wird noch längere Zeit fehlen. Kurzfristig auch ausgefallen ist Glen Johnson, deshalb rückt Carragher auf die rechte Abwehrseite, Kyrgiakos mit Skrtel in der Innenverteidigung (auf die Schnelle kann ich mich nicht erinnern, dass die beiden von Beginn an schon mal zusammengespielt haben). Das Mittelfeld wie immer flexibel, mal schauen, wie die Rolle von Gerrard genau aussehen wird. Torres ist einzige Spitze. Bei Everton Aufatmen, weil Jagielka zurück in die Innenverteidigung kehrt. Heitinga rückt ins Mittelfeld und ersetzt den verletzten Fellaini. Das ist dann doch die etwas defensivere Variante, zumal wohl Arteta und Cahill auch eher die Rollen im Mittelfeld übernehmen. Yakubu nominell einzige Spitze, Cahill kann aber gut und gerne auch in den Sturm rücken. Hat das letzte Saison, als Everton wegen Verletzungen die Stürmer ausgingen, mehrmals gespielt.

[14h11] Liverpool muss defensiv wieder sicherer stehen als zuletzt, als die Rückwärtsbewegung bei Angriffen des Gegners schlicht nicht exsistent war und große Lücken im Mittelfeld klafften. Und ein Fernando Torres mit Torriecher dürfte heute auch nicht schaden. Und Everton würde sich heute mal über eine effizientere Chancenverwertung freuen als in den letzten Wochen. Zu viel Aufwand, zu wenig Ertrag. Mit Ausnahme des ersten Saisonsiegs vor zwei Wochen in Birmingham.

[14h07] Schönen Nachmittag zusammen. Endlich wieder mal sportlich auf den FC Liverpool blicken. Nachdem die Besitzerfrage gelöst ist, sind jetzt wieder Spieler und Trainer gefordert. Hinter dem Hickhack um einen neuen Besitzer kann man sich jetzt nicht wieder verstecken. Das 214. Merseyside Derby und für beide Vereine die Hoffnung einen Schritt raus aus der sportlichen Krise zu machen. Die neuen Besitzer von der NESV sind im Goodison Park, Roy Hodgson hat erstmal eine Jobgarantie bekommen. Es könnte alles so schön sein für die Reds. Warten wir aber erstmal die 90 Minuten ab.

Premier League 2010/2011 Preview #6 – Crisis at the Merseyside

Wir schreiben dieses Wochenende den 6. Spieltag der Premier League Saison. Schön für den Fernsehzuschauer ist der Triple-Header am Sonntag mit drei Spielen am Stück. Da es kein Samstagabendspiel oder ein Monday Night Game gibt, übertragen ESPN UK und Sky auf der Insel den kompletten Sonntag durch, sodass die Anstoßzeiten kompatibel sind mit den Sehgewohnheiten der Zuschauer und es keinerlei Überschneidungen gibt. Den Auftakt gibt es Samstagmittag im City of Manchester Stadium mit dem Spitzenspiel des Spieltages.

Im Trauern sind alle Fußballfans gleich
Viele Gründe zu Jubeln und sich zu freuen gibt es für die Fans des FC Liverpool und des FC Everton nicht. Die Stadt an der Mersey ist im kollektiven Hoffen auf bessere Ergebnisse in der Premier League. Noch verbrüdern sich die Fangruppen nicht, aber immerhin ist es dann doch noch einigermaßen zu verkraften, weil auch der Lokalrivale in einer Krise ist. Aus im Carling Cup, Liverpool gegen den Viertligisten Northampton, Everton gegen den Drittligisten Brentford, in der Premier League trotz einiger guter Leistungen mit zu wenigen Punkten. Liverpool sucht noch die Top-Form ihrer Stars, bei Everton wäre man froh, wenn überhaupt mal alle Top-Stars in der Startelf stehen könnten.

Liverpool-Trainer Roy Hodgson zeigte sich nach der Niederlage am Mittwoch bitter enttäuscht und nimmt seine Spieler vor der Partie gegen Sunderland in die Pflicht: “Es ist ein riesen Rückschritt für den Verein. Ich kann mich nur bei jedem Fan entschuldigen. Die Spieler müssen Verantwortung übenehmen und akzeptieren. Ich übernehme die Verantwortung für die vielen Wechsel im Team, weil ich ehrlich geglaubt habe, dass diese Spieler gut genug waren um dieses Spiel zu gewinnen – und sie waren es nicht. Wir alle müssen Verantwortung übernehmen. Ich bin unglaublich enttäuscht darüber, dass das Team, in welches ich einen so großen Glauben hatte, diesen nicht zurückgezahlt hat an diesem Abend, mit der Ausnahme von ein, zwei Leistungen.” Die Leistung im Carling Cup zeigt ein Problem des FC Liverpool für Roy Hodgson. Er scheint sich nicht auf seine zweite Garde verlassen zu können. Das muss er aber, bei der Teilnahme an den zahlreichen Wettbewerben und der Anfälligkeit von Verletzungen, insbesondere bei Torres und Steven Gerrard. Auf den Liverpool-Kapitän kommt es in einer solchen Phase immer besonders an, als Verbindung zwischen Mannschaft und Trainer und als Anführer auf dem Platz. Nur, wenn die Hälfte des Teams nicht mitzieht? Gerrard blickt trotzdem optimistisch auf die nächsten Aufgaben und bittet die Fans um Unterstützung: “Ich bitte die Fans den Spieler zu vertrauen. Ich habe gelesen und gehört, was sie gesagt haben, nämlich dass wir gemeinsam aus diesem Tief herauskommen – und das werden wir.”

Größte Sorgen beim FC Everton ist derzeit die Torflaute. Spielte man zu Beginn der Saison teilweise noch guten Fußball und hatte Pech im Abschluss, fehlen jetzt weiterhin die Tore und auch die Leistung auf dem Platz lässt zu wünschen übrig. Verdiente Heimniederlage gegen Newcastle, indiskutables Aus gegen im Carling Cup. Zwei Punkte aus fünf Spielen in der Premier League, schlechtester Saisonstart seit 16 Jahren. Tim Cahill ist mit zwei Saisontreffern Top-Torschütze, seine Kollegen Yakubu, Louis Saha und der Neuzugang aus Leeds, Jermaine Beckford, haben noch gar nicht getroffen. Trainer David Moyes hat den schwachen Abschluss seiner Stürmer als Hauptursache für den schlechten Saisonstart ausgemacht: “Wir hatten viele Spiele in der Premier League, wo wir zu wenige Tore geschossen haben. Dienstag das gleiche Leid. Wir spielen nicht schlecht, treffen aber das Tor einfach nicht.

Am 17. Oktober treffen sich beide Teams im Derby im Goodison Park. Mittlerweile werden bereits Wetten angenommen, dass Hodgson und Moyes sich nicht vor und nach dem Spiel die Hände schütteln werden.

Premier League in der Krise ja oder nein?
Einen sehr optimistischen und positiven Blick auf die Premier League gibt es in der Titelgeschichte der aktuellen 11 Freunde Ausgabe (Textauszug). Wenn man die Liga und das Geschehen in den Vereinen regelmäßig verfolgt, erfährt man nicht viel Neues außer ein paar nette Anekdoten. Aber der Text von Simon Kuper gibt einen guten Gesamtüberblick und ein rundes Bild über die aktuelle wirtschaftliche Lage der Premier League, beschränkt sich meiner Meinung nach aber zu sehr auf die großen Vereine. Dass zum Beispiel Vereine wie Bolton und Blackburn mit Schulden zu kämpfen haben und versuchen neue Einnahmequellen zu erschließen und damit stellvertretend für viele Teams im Mittelfeld der Liga stehen, wird leider ignoriert. Trotzdem lesenswert.

Geschäftszahlen FC Arsenal
Der Autor der 11 Freunde-Titelgeschichte bescheinigt Arsenal solides Wirtschaften. Das ist fast schon untertrieben, denn Arsenal hat heute exzellente Geschäftszahlen für den Zeitraum bis Mai 2010 vorgelegt. Fast 130 Millionen Pfund an Verbindlichkeiten konnte man an die Banken zurückzahlen. Hauptgrund dafür, dass die Einnahmen aus dem Verkauf von Wohnungen auf dem Gelände des ehemaligen Stadions Highbury weiter gestiegen sind. Gewinn und Einnahmen stiegen im Vergleich zum Vorjahr und dürften auch zukünftig auf dem Niveau bleiben, wenngleich durch weitere Wohnungsverkäufe sogar noch steigen. Schuldenfrei ist der Verein weiterhin nicht, was aber im Prinzip nur daran liegt, dass man weiterhin, wie mit den Banken vereinbart, bis 2031 den Bau des Emirates Stadiums abbezahlt. Für das Wohngelände am Highbury Square sind jetzt alle Schulden getilgt, viel eher als erwartet worden. Die guten Zahlen haben auch eine sportliche Komponente, denn fast schon kerngesund hat Arsenal durchaus die Möglichkeiten umfangreich auf dem Transfermarkt tätig zu werden, wenn Wenger denn will. Bei Erfolgslosigkeit wächst der Druck auf den Trainer Geld in die Hand zu nehmen. Denn es ist ja da. Insgesamt also sehr gute Zahlen, die zeigen, dass es richtig ist neben den Einnahmen aus dem Fußballgeschäft weitere Stützen für Einnahmen und Gewinne aufzubauen. Letzlich profitiert davon auch Arsenal selbst. 2014 werden die wichtigen Sponsoringverträge mit Emirates und Nike neu verhandelt. Arsenal bringt sich durch die gute finanzielle Lage in eine glänzende Ausgangsposition für die Verhandlungen. Jetzt müssen nur noch sportlich die Triumphe folgen.

Manchester City – FC Chelsea
Sky Sport 1/HD 2 live, Samstag 13h40, Kommentar: Markus Gaupp

Das Spitzenspiel des 6. Spieltages also gleich zu Beginn. Das Reichtum aus Eastlands empfängt den Maßstab der bisherigen Premier League Saison. Chelsea noch ohne Punktverlust bei einem Torverhältnis von 21:1 Toren. Von solchen Bilanzen kann das Team von Roberto Mancini nur träumen. Nach sechs Wochen muss man konstatieren, dass sich das Team noch nicht gefunden hat. Acht Punkte aus fünf Spielen sind noch gerade so okay, aber das Aus im Carling Cup gegen West Brom war ein weiterer Rückschlag. Dass man diese Saison ein ernsthafter Kandidat für einen Platz ganz oben in der Tabelle ist, kann man nicht besser als an der Stamford Bridge zeigen. Doch die Gäste plagen Personalsorgen. Mit Pablo Zabaleta, Kolo Toure und Vincent Kompany stehen nur drei etatmäßige Verteidiger zur Verfügung, der Einsatz von Micah Richards ist noch fraglich. Bei den Blues aus der Hauptstadt weiterhin kein Frank Lampard, der wohl auch das Derby gegen Arsenal verpassen wird. Zudem fehlen Benayoun und Salomon Kalou. Für den FC Chelsea ist es der erste große Härtetest in dieser Saison. Beide Teams schieden unter der Woche im Carling Cup aus, jetzt will man zeigen, dass das nur ein Ausrutscher war. Zahl am Rande: Chelsea in den letzten 13 Spielen mit 54 Toren. Man City’s Defensive wird gefordert sein.

FC Arsenal – West Bromwich Albion
Sky Sport 1 live, Samstag 15h55, Kommentar: Toni Tomic

Die Gunners haben noch kein Spiel in dieser Saison verloren, wenngleich sich das späte 1:1 letzten Samstag in Sunderland schon wie eine Niederlage angefühlt hat. Der Gegner West Brom ist mit Platz 10 passabel in die Spielzeit gestartet. Mit vier Siegen aus den letzten sechs Spielen geht man mit Selbstvertrauen in die Begegnung im Emirates. Aber auswärts klappt es noch nicht so. Die bisherigen zwei Partien in der Fremde gingen diese Saison verloren, überhaupt haben sie keines der letzten 18 Auswärtsspiele mit einem Sieg abschließen können. Scheint also schwer vorstellbar, dass Arsenal am Samstagnachmittag die erste Saisonniederlage kassiert. Bei den Gunners ist weiter die Verletzungshexe aktiv. Eine Zahl macht dies deutlich. Arsenal hat seit dem Januar 2009 nicht einmal bei zwei Spielen in Folge mit der gleichen Startelf begonnen. Diaby wird aller Voraussicht nach ins Team zurückkehren, Vermaelen und Fabregas werden frühstens im Spiel gegen Chelsea am kommenden Wochenende wieder dabei sein. Alex Song kehrt nach seiner Sperre im Carling Cup wieder ins Team zurück, Fragezeichen noch hinter Eboue und Rosicky. In der Innenverteidigung spielt Sebastien Squillaci an der Seite von Koscielny. Bei West Brom fehlt Jerome Thomas mit seiner Wadenverletzung. Wenger hat seine Spieler gewarnt, sie sollen in diesem Spiel wegen dem körperbetonten und spielerisch gutem Spiel der Baggies auf der Hut sein.

FC Fulham – FC Everton
Mark Hughes bekommt langsam sein System und seine Vorstellungen auf die Mannschaft gemünzt. Auch wenn man unter der Woche im Carling Cup an Stoke City scheiterte, ist Fulham in der Liga gut gestartet, zuletzt gab es vier Punkte aus zwei Spielen. Mit drei weiteren Punkten gegen die angeschlagenen Toffees würde man sich im oberen Tabellendrittel festsetzen. Und Everton wäre ja schon über einen Sieg froh. David Moyes muss weiterhin auf Louis Saha, der drei weitere Wochen fehlen wird, verzichten, der Einsatz von Tim Cahill steht ebenfalls auf der Kippe. Bei den Cottagers kehrt Damien Duff zurück, dafür fehlt Moussa Dembele nach seiner Verletzung aus dem Carling Cup Spiel bis Mitte Oktober. Bei Fulham steht mittlerweile Mark Schwarzer wieder im Tor, allerdings noch nicht in alter Bestform. Im Auswärtsspiel in Blackburn wirkte er unsicher bei Flanken, unterlief viele Bälle, hätte wegen Handspiels außerhalb des Stafraums sogar vom Platz fliegen müssen. Und zu allem Überfluss rasselte er auch noch mit dem winzigen El Hadji Diouf und tat dann so, als wäre er von drei Dampfwalzen niedergemacht worden.

FC Liverpool – FC Sunderland
Reds-Kapitän Steven Gerrard warnt angesichts der mangelhaften Ergebnisse für den FC Liverpool vor Panik: “Natürlich sind wie ein wenig nervös und verunsichert nach dem schlechten Lauf gegen Man Utd und Nottingham. Das ist doch ganz normal, aber wir haben gerade mal ein Siebtel der Saison absolviert. Es ist doch verrückt jetzt in Panik zu geraten. Wir müssen zusammenhalten, zwei, drei gute Resultate hebt die Stimmung und dann freut sich jeder wieder auf die nächsten Aufgaben. Man kann die Position in der Liga erst nach 10 bis 12 Spielen bewerten. Und drei Siege am Stück bringen dich wieder in die Nähe der Europapokalplätze.” Und diese Mission beginnt jetzt im Heimspiel gegen Sunderland, nächste Woche kommt Aufsteiger Blackpool, in drei Wochen das Derby im Goodison Park. Neun Punkte aus diesen Ansetzungen und die Welt der Reds sehe wieder in Ordnung aus. Sunderland wartet seit Ende August auf einen Sieg und muss an der Anfield Road wohl auf Asamoah Gyan verzichten. Dafür kehrt Lee Cattermole zurück. Bei Pool kehrt die erste Garde zurück, auch Dirk Kuyt könnte nach schneller Genesung schon wieder dabei sein.

West Ham United – Tottenham Hotspur
Kein Wochenende in der Premier League ohne Stadtderby in London, diesmal ist der Nordosten betroffen mit der Ansetzung zwischen den Hammers und den Spurs. Zwischen beiden Mannschaften gab es im Sommer Unstimmigkeiten, weil Spurs-Trainer Harry Redknapp verhement um Scott Parker geworben hatte. Parker hat nun aber einen langfristigen Vertrag bei den Hammers unterschrieben und die Streitigkeiten sollen geklärt sein. Die Gastgeber von Avram Grant, der dieses Wochenende an die Seitenlinie zurückkehrt, hat jetzt immer einen Punkt auf dem Konto nach dem 1:1 bei Stoke letztes Wochenende. Im Carling Cup unter der Woche gewann man mit 2:1 in Sunderland. Im Upton Park knallen jetzt schon die Sektkorken, weil man zwei Spiele in Folge ungeschlagen ist. Bei den Hammers weiter kein Hitzlsperger. Die Spurs wollen den Aufwärtstrend in der Liga durch einen Auswärtssieg fortsetzen und sich unter den ersten Vier platzieren. Redknapp kann wieder auf Luka Modric, Rafael van der Vaart und Vedran Corluka zurückgreifen, Ledley King und Assou-Ekotto sind wegen Kniebeschwerden fraglich. Ganz wichtiges Spiel für West Ham. Im Umfeld mehren sich die Stimmen, die Avram Grant gerne ersetzt sehen würden. Er braucht Siege – und bekommt Unterstützung vom gegnerischen Trainer. Harry Redknapp: “Ich verstehe es überhaupt nicht, wie man jemandem einen Job geben kann und dann nach drei, vier Wochen schon alles in Frage stellt. Das macht keinen Sinn.” Mehr zur Situation bei den Hammers vor dem Derby ist beim Rapidhammer nachzulesen.

FC Blackpool – Blackburn Rovers
Damit haben auch nicht alle gerechnet, dass am 6. Spieltag bei diesem Duell der FC Blackpool vor den Rovers steht. Aber an der Nordwestküste Englands fangen sie jetzt an zu zittern, denn es kommt das Team mit dem Trainer, der Real Madrid trainieren könnte. Interessant ist vor allem die unterschiedliche Spielanlage beider Teams. Ian Holloway lässt seine Seasiders offensiv spielen, Sam Allardyce impft seinen Spielern defensive Stabilität und robustes Körperspiel ein. Beide Teams trafen zuletzt 1980 aufeinander. Mit einem Sieg könnte Blackpool Sam Allardyce erstmal wieder um ein paar Größen schrumpfen lassen.

Birmingham City – Wigan Athletic
Zwei Aspekte verdienen bei Birmingham City dieser Tage Anerkennung. Fakt 1: Alle bisherigen sieben Saisontreffer sind von Engländern geschossen worden, ganz vorne mit seinen drei Treffern Craig Gardner. Fakt 2: Birmingham ist im heimischen St. Andrews Park seit einem Jahr ohne Niederlage, seit 17 Ligaspielen gab es keine Niederlage, zuletzt am 26. September 2009 gegen die Bolton Wanderers. Wigan kam nur mühsam in die neue Saison, aber auswärts konnte man mit einem Sieg in Tottenham aufmerksam machen. Bei den Blues fehlt weiterhin der Langzeitverletzte James McFadden mit seiner Knieverletzung. Sonst spielt die Stammelf der letzten Wochen, kämpfend für das 18. ungeschlagene Heimspiel in Folge.

Bolton Wanderers – Manchester United
Sky Sport 1 live, Sonntag 12h55, Kommentar: Marco Hagemann

Das Auswärtsspiel am Sonntag ist dann doch zu wichtig, als dass Sir Alex wie im Carling Cup unter der Woche nicht mit von der Partie sein wird. Man Utd hofft mit der machbaren Aufgabe Bolton ein wenig vom Vorsprung des FC Chelsea, die das schwierige Spiel gegen Man City haben, abzuknabbern und die Serie der ungeschlagenen Spiele fortzusetzen. Gute Nachrichten für die Red Devils auch außerhalb des Platzes. Rio Ferdinand ist wieder fit, zudem kann Anderson wieder eingesetzt werden und gibt im Mittelfeld neben Fletcher und Scholes weitere Alternativen. Dimitar Berbatov steht weiter im Fokus und soll für Tore sorgen und damit das kleine Formtief von Wayne Rooney ausgleichen. Mittlerweile gibt auch Sir Alex zu, dass Rooney mit der derzeitigen Situation und den vielen Gerüchten und News seines Privatlebens in der Öffentlichkeit nicht fertig wird. Wie gut, dass Berbatov in Topform ist. Das Team von Owen Coyle hat im heimischen Reebok Stadium diese Saison noch nicht verloren, zuletzt gab es aber lediglich zwei Punkte aus drei Spielen – Remis gegen Fulham und Birmingham. Der starke Saisonstart hat sich ein bisschen abgeschwächt. Bei den Wanderers kehrt Torhüter Jussi Jaaskelainen nach seiner Sperre zurück, Innenverteidiger Gary Cahill muss noch einmal pausieren. Den letzten Sieg der Wanderers gegen Man Utd gab es im November 2007. Das 1:0 erzielte damals Nicolas Anelka.

Wolverhampton Wanderers – Aston Villa
Sky Sport 1 live, Sonntag 15h00, Kommentar: Oliver Faßnacht

Das erste Midlands Derby dieser Saison findet in Molineux statt, wenn Aston Villa bei den Wolves gastiert. Rund 30 Autominuten nordwestlich von Birmingham liegt Wolverhampton. Es ist die Premiere von Trainer Gerard Houllier auf der Villa-Bank, nachdem jetzt endlich alle Vertragsunklarheiten geregelt sind. Zwei Personalien standen diese Woche im Fokus bei Villa. Einmal Gabriel Agbonlahor, der nach seiner Verletzung wieder fit sein könnte. Und zum anderen Ashley Young, der in den nächsten Tagen einen neuen Vertrag unterschreiben könnte. Die Wolves haben seit 30 Jahren nicht mehr gegen Aston Villa gewonnen, nehmen aber Schwung aus dem Ligapokal-Sieg gegen Notts County mit. Die letzten beide Ligaspiele gingen aber verloren, die Wolves bräuchten mal wieder einen Sieg und könnten mit drei Punkten Villa in der Tabelle sogar überholen. Im Mittelfeld ist alles eng. Beim Team von Mick McCarthy kehren die im Carling Cup geschonten Stammkräfte zurück, Villa hofft noch auf den Einsatz von Stephen Ireland und den ersten Punktgewinn in der Fremde diese Saison.

Newcastle United – Stoke City
Sky Sport 1/ HD 2 live, Sonntag 17h05, Kommentar: Markus Gaupp

Stoke City ist dann doch in der Premier League Saison 2010/2011 angekommen. Nach drei Niederlagen zum Auftakt gab es zuletzt vier Punkte aus zwei Spielen und wettbewersübergreifend ist man sogar seit drei Spielen ohne Niederlage. Diesen Lauf will man mit in die Partie bei Newcastle United geben. Die Magpies fahren noch ein wenig Achterbahn in dieser Spielzeit. Tolle Leistungen und Siege gegen Aston Villa und Everton sowie im Carling Cup beim FC Chelsea, blamable Auftritte bei Man Utd und zuletzt bei der Niederlage in Blackpool. Welches Gesicht bekommen die Magpies-Fans von ihrem Team am Sonntagabend? Fest steht immerhin, dass es ein neues Gesicht im Tor geben wird. Weil Stammtorhüter Steve Harper nach seiner Schulterverletzung aus dem Spiel in Everton mehrere Wochen nicht zur Verfügung stehen wird, hütet Tim Krul das Tor. Bei den Potters ist Jermaine Pennant fraglich.

Premier League 2010/2011: Saisonvorschau Oberes Mittelfeld

Nachdem ich die letzten Vorschauen etwas ausführlicher gestaltet habe und jeweils einem Verein gewidmet habe, möchte ich, bevor ich am Mittwoch ausführlicher auf die Aufsteiger in der Premier League blicke, heute und morgen kurz die übrigen Teams unter die Lupe nehmen. Dies wird längst nicht so ausführlich sein, werde aber jede Woche bei der Spieltags-Preview immer auch auf die Geschehnisse bei den kleineren Klubs eingehen. Fürs erste also eine Vorschau auf fünf Mannschaften, die ich eher im oberen Mittelfeld erwarte, also zwischen den Plätzen 7-10. Die Reihenfolge ist da erstmal sekundär.

Breaking News: So eben wird bekannt, dass Martin O’Neill als Trainer von Aston Villa mit sofortiger Wirkung zurückgetreten ist. Dies wird auf der Vereinshomepage von Villa bestätigt.

“I have enjoyed my time at Aston Villa immensely. It’s obviously a wrench to be leaving such a magnificent club. I would like to pay tribute to the Villa players, my coaching staff and the Villa supporters for all the support and encouragement they have given both the club and me personally during my time as manager. I wish them all the best for the future. I will obviously be assisting the club in the immediate short-term with regard to the handover of my duties.”

Ob es mit der Transferpolitik zu tun hat? Der Sportkorrespondent von BBC Five Live spekuliert darüber, dass O’Neill ziemlich verärgert darüber war, dass der Verein Verhandlungen über einen Transfer von Ashley Young zu den Tottenham Hotspur zugestimmt hat. O’Neill soll Young auf alle Fälle bei Villa halten wollen. Und wie zufrieden war O’Neill mit der Situation um den Transfer von James Milner?

Das ist für Villa eine Woche vor Saisonstart natürlich eine mittlere Katastrophe.

Aston Villa (PL 2009/2010 6. Platz)
Das Team von ehemaligen Trainer Martin O’Neill ist derzeit das einzige Team in der Premier League, das noch keine Neuzugänge verzeichnen kann. Was im Moment noch nicht weiter tragisch ist, weil auch kein Stammspieler und Leistungsträger den Verein verlassen hat und Villa schon immer mit einem kleinen Kader ausgekommen ist. Letzte Saison setzte O’Neill nur 23 Spieler ein, der niedrigste Wert in der Premier League, zusammen mit Stoke City. Und das zeigt aber auch die Misere, in der Villa steckt. Man hat eine starke 11, die jederzeit um den vierten Platz mitspielen kann. Es fehlt aber die Tiefe im Kader, sodass es fast schon regelmäßig gegen Ende der Saison bergab geht – teils bedingt durch Verletzungen, teils verursacht durch die Müdigkeit der Spieler nach einer anstrengenden Spielzeit – und Villa meist um den sechsten oder sieben Platz eintrudelt. Und in diesem Umfeld würde ich sie auch für die kommende Premier League Saison einschätzen, da hat die Konkurrenz zu stark aufgerüstet und es scheint derzeit nicht der Fall, dass Villa noch zwei Mega-Transfers aus dem Hut zaubern wird. Im Gegenteil: Es scheint nur eine Frage der Zeit – immer wieder wird der kommende Donnerstag genannt – bis James Milner den Verein in Richtung Manchester City verlassen wird, was für Villa eine weitere Lücke im Kader darstellt, die es zu kompensieren gilt. Und das muss kostengünstig geschehen, denn Villa-Besitzer Randy Lerner tritt wegen ehe schon hoher Gehälter und zu hohen Schulden auf die Kostenbremse. Mit Brad Friedel hat man einen der ältesten, aber auch erfahrensten Torhüter zwischen den Pfosten, die Abwehr hat mit Richard Dunne, Curtis Davies und Carlos Cuellar genug Matcherfahrung in der Premier League. Und im Sturm mit John Carew, Gabriel Agbonlahor ist man ebenso stark vertreten, unterstützt von Stiliyan Petrov, Ashley Young und James Milner aus dem Mittelfeld. Wenn sich bloß keiner verletzt oder den Verein verlässt.

FC Fulham (PL 2009/2010 12. Platz)
Die Cottagers haben sich in den letzten zwei Jahren von einem Abstiegskandidaten zu einem soliden, teilweise richtig attraktiv spielendem Premier League Team entwickelt. Zu verdanken hatte man das im wesentlichen Roy Hodgson, der nun aber zum FC Liverpool wechselte. Mark Hughes, ehemals Manchester City und Blackburn Rovers, übernimmt nun die Verantwortung im Cravan Cottage. Muss man sich im Südwesten Londons an der Themse also nun wieder nach unten orientieren? Gewiss nicht, denn Mark Hughes – und das soll nicht despektierlich gemeint sein – ist genau der passende Trainer für einen soliden Premier League Klub im Mittelfeld der Tabelle. Da hat er in Blackburn stets das Optimum herausgeholt. Das soll sich in Fulham nun wiederholen. Die Ausgangslage ist günstig. Das Team aus der vergangenen Saison ist nahezu komplett geblieben, einzig die Weggänge von Verteidiger Chris Smalling zu Manchester United und vom Mittelfeldakteur Kevin Nevland nach Norwegen zu Viking hinterlässt eine kleine Lücke, die man kostengünstig und sehr passabel aufgefangen hat. Phillippe Senderos kommt für die Innenverteidigung vom FC Arsenal und man bindet den Publikumsliebling von West Bromwich Albion, Jonathan Greening, längerfristig an den Verein. Vorteil von Greening: Er ist nahezu überall im Mittelfeld flexibel einsetzbar. Hatte letzte Saison schon als Ausleihe bei den Cottagers gespielt und dort vor allem in der defensiveren Rolle dem Mittelfeld Stabilität verliehen.

FC Everton (PL 2009/2010 8. Platz)
Dem FC Everton geht es so ein bisschen wie Aston Villa. Man spielt meist eine sehr gute Saison, für den letzten Schritt nach vorne reicht es über eine gesamte Spielzeit gesehen noch nicht aus. Und im Sommer beißt man mit dem Mund in jede Tischkante und hofft, dass ja alle begehrten Spieler den Verein nicht verlassen und man das Team so umfangreich wie möglich zusammenhält. Dieser Aufgabe hat sich in diesem Sommer vor allem Everton-Trainer David Moyes verschrieben, der nahezu jeden Abwerbungsversuch – sei die Geldsumme noch so hoch – abblitzen lässt. Und bisher ist die Strategie aufgegangen. Da Evertons Kader sowieso nicht der größte in der Premier League ist, war dies auch zwingend notwendig. Man gab einige Nachwuchsspieler und Akteure aus der zweiten Reihe an unterklassige Vereine ab. Ergänzt wird der Kader durch den französischen Stürmer Magaye Gueye, der aus Strasburg an die Mersey wechselte, und den portugiesischen Angreifer Joao Silva, der in der zweiten portugiesischen Liga bei Aves in 30 Spielen immerhin 14 Tore erzielte. Und der dritte Neuzugang ist wohl der prominenteste und hat keine Ablöse gekostet. Stürmer Jermaine Beckford kam vom Zweitliga-Aufsteiger Leeds United. Für alle, die jetzt einen Ausruf der Erinnerung beim Namen Beckford wahrnehmen. Das war der Spieler, der das Siegtor für Leeds im FA-Cup bei Manchester United schoss. Beeindrucke Bilanz bei Leeds United: 126 Spiele, 72 Tore. Und er ist erst 26 Jahre alt, kann also noch ein paar Jahre richtig gute Leistungen bringen. Everton hat ihm einen 4-Jahres-Vertrag angeboten. Auf diesen Spieler dürfen wir uns wirklich freuen.

Birmingham City (PL 2009/2010 9. Platz)
Wenn es die Blues wieder hinbekommen so heimstark und defensiv sicher aufzutreten wie in der vergangenen Saison, können sich die Fans wieder auf eine entspannte Saison freuen, wird man mit dem Abstieg dann doch eher wenig zu tun haben. Kein Team der Big Four konnte letzte Spielzeit im St. Andrews Park gewinnen. Dass sieht dann spielerisch nicht immer attraktiv aus, weil es primär auf die Defensive beschränkt ist, wenn man dann aber die Spieler hat, welche die wenigen Chancen in Tore ummünzen können und gute Konter fahren, ist das eine berechtigte und erfolgreiche Strategie. Größtes Plus für Birmingham City ist wieder mal ein Faktor, der in der ganzen Premier League ausreichend vorhanden ist: Geld. Der chinesische Besitzer Carson Yeung ermöglicht Transfers, die für andere Klubs vom Status Birmingham City nicht realisierbar sind. Und mit dem Chinesen im Hintergrund kann man gegebenenfalls im Winter nach einer eher schlechteren Hinserie jederzeit neue Spieler kaufen. Und man hat mal schnell schlappe 12 Millionen Pfund für Torhüter Ben Foster von Manchester United und für Stürmer Nikola Zigic, der vom FC Valencia kommt, zuletzt aber Racing Santander ausgeliehen war. Und nebenbei hat man noch einige auslaufende Verträge nicht verlängert und Abnehmer für Christian Benitez (zu Santos Laguna), Lee Carsley (Coventry City) und Frank Queudrue (zu Panionios Athen).

Blackburn Rovers (PL 2009/2010 10. Platz)
Die wenigsten wissen wohl, dass die Blackburn Rovers seit Einführung der Premier League einmal die Meisterschaft gewonnen hat. Davon hat man sich aber auch schnell verabschiedet. Mit Trainer Sam Allardyce hat man jetzt einen erfahrenen Trainer gefunden, der Blackburn zu einem soliden Mittelfeldteam geformt hat. Mehr zu den Blackburn Rovers in den beiden Vorschauserien des Guardian.

Premier League 2009/2010 #21, FC Arsenal – FC Everton 2:2

Man mochte es kaum glauben bei der Flut der Absagen am Freitag und heutigen Morgen, dass überhaupt noch an diesem Premier League Spieltag gekickt wurde. Aber zwei Partien gab es dann doch noch an diesem Samstagnachmittag. Wenn man so will das Verfolgerduell um den zweiten Platz zwischen dem FC Arsenal und Manchester United. Die Red Devils lagen zwei Punkte und ein Spiel vor den Gunners.

Die Londoner machten in der Partie am Samstagnachmittag um 16:00 Uhr deutscher Zeit den Anfang. Gegner der FC Everton, die zuletzt durch fünf Spiele ohne Niederlage und dem 2:0 gegen Burnley ein wenig aus dem Abstiegskeller befreien konnten. Für Arsenal ging es schlicht um drei Punkte für ein noch näheres Heranrücken an den FC Chelsea. Arsene Wenger machte sechs Veränderungen gegenüber dem Sieg im FA-Cup bei West Ham United, brachte unter anderem Arshavin, Nasri und Diaby ins Teams zurück. Denilson kehrte nach seiner Rückenverletzung zurück und ersetzte den zum Afrika-Cup gereisten Song. Schneegestöber im Emirates Stadium, das im zweiten Durchgang noch stärker werden sollte und für sehr ungemütliche 90 Minuten auf dem grünen Rasen sorgte.

Es war in den ersten 45 Minuten ein Spiel, das ganz klar vom FC Everton dominiert wurde, nicht unbedingt bezüglich Anzahl von Torchancen, Ecken oder Ballbesitz. Den hatte Arsenal sogar mehr. Dennoch hatten es die Toffees exzellent verstanden, die Räume eng zu machen und die Gunners immer wieder am Kombinieren zu hindern. So konnten die Gastgeber ihr schnelles und druckvolles Offensivspiel nie wirklich aufziehen, immer war sofort ein Gegenspieler bei den Rot-Weißen und verhinderten das gefährliche Zuspiel. Everton schaffte es Arsenal fast komplett vom eigenen Strafraum fernzuhalten. Dennoch hatte man immer wieder auch Zeit offensiv Akzente zu setzen. Folgerichtig die Führung für die Gäste in der 12. Minute, als nach einer Ecke von Donovan Leon Osman sich gegen Gallas im Strafraum durchsetzte und völlig frei einköpfte. Arsenal wirkte ein wenig geschockt, viele Zuspiele fanden keinen Abnehmer, immer wieder gab es Fehler im Spielaufbau. Die Mitte war komplett zugestellt und Flügelspiel war noch nie die Stärke der Gunners in dieser Saison. Mit Glück kam man zum Ausgleich in der 28. Minute, als nach guter Kombination von Arshavin und Eduardo der Ball bei Denilson landet und der Schuss des Brasilianer unhaltbar für Tim Howard abgefälscht wurde. Wer glaubte, dass danach ein offensives Feuerwerk von den Londonern abgebrannt wurde, sah sich getäuscht. Everton stand defensiv wie eine Eins, eine der besten Defensivleistungen, die ich seit langem gesehen habe mit viel Einsatz, fairem Kampf und Leidenschaft.  Mit einem für Arsenal etwas glücklichen Remis ging es in die Kabinen.

Die ersten 25 Minuten der zweiten Halbzeit kann man eigentlich getrost zu den Akten legen, weil nicht viel passierte. Everton hatte immer noch Luft diese exzellente Defensivarbeit fortzusetzen und Arsenal fiel herzlich wenig ein. Zu wenig Tempo, zu wenig gute Ideen, häufig schlechte Umsetzung. Ramsey, heute mit ganz vielen Fehlern, wurde nach 65 Minuten durch Rosicky ersetzt. Dann kam ein wenig mehr Leben ins Stadion. Flanke von Traore, die Eduardo in der Mitte nur knapp verpasst. Anschließend Ecke von Arshavin, Vermalen um ein Haar mit dem Kopfball. Arsenal erhöhte nochmal den Druck 15 Minuten vor Spielende, Everton in der Offensive nicht mehr präsent. Oder nur noch in Ausnahmefällen, als sich Cahill auf rechts toll gegen Gallas durchsetzte, in der Mitte aber keinen Abnehmer fand. Und wie das dann halt nun so ist im Fußball. Arsenal wirft alles nach vorne, ein Mann zur Absicherung und dann ist Pienaar nach feinem Zuspiel von Cahill frei vor Almunia und hat die Coolness den Ball über den Spanier zu lupfen zum 2:1 für Everton. Und das war nicht unverdient. Und ist ehe nicht alles schon schlimm genug, sackte Denilson am Mittelkreis ohne Einwirkung des Gegners zusammen und leitete damit einen gefährlichen Konter für Everton ein, den James Vaughan nicht abschließen konnte. Denilson musste mit der Trage vom Platz gebracht werden, Merida kam für ihn in die Partie.

Fünf Minuten Nachspielzeit waren angezeigt und in der dritten Minute der Nachspielzeit schafft es Arsenal dann endlich mal durch die Mitte den Abwehrriegel zu knacken. Rosicky vollendet mit einem angefälschten Schuss eine schöne Kombination durch das präzise Zuspiel von Diaby. Und plötzlich drehte Arsenal richtig auf, stellte Tim Howard unter Dauerbeschuss – aber am Ende ging der Ball nicht mehr ins Tor. Everton hatte sogar nochmal die Gelegenheit zum Kontern, Almunia war aber rechtzeitig am Ball, hatte dabei aber Traore mit umgeräumt. Am Ende eine tolle, spannende und dramatische letzte zweite Hälfte. Arsenal mit dem Punkt ganz gut bedient, der insgesamt für die Ambitionen der Gunners natürlich zu wenig ist. Mit dergleichen Spielzahl liegt man jetzt drei Punkte hinter Chelsea und einen hinter Manchester United. Everton zeigte über fast 90 Minuten eine nahezu perfekte defensive Leistung und nutzte selbst die defensiven Fehler der Gunners eiskalt aus. Aus Arsenal-Sicht klappte heute nur wenig, insbesondere Nasri und Ramsey standen doch häufig neben sich. Kompliment an Everton für eine couragierte Vorstellung. Noch völlig unklar bleibt, was mit Denilson geschehen ist. Eine weitere Verletzung würde Arsenal in Abwesenheit von Song sicherlich schwächen und ein weiteres Indiz dafür sein, dass Wenger noch einmal auf dem Transfermarkt aktiv werden müsste.

Premier League 2009/2010 #14, FC Everton – FC Liverpool

[16h25] Geht dann gleich weiter hier mit Live-Blogging zu Arsenal gegen Chelsea. Das ganze dann in einem neuen Eintrag.

[16h23] Endstand FC Everton – FC Liverpool 0:2

Everton hat über weite Strecken das Spiel gemacht, Liverpool die Tore erzielt und die Schlussminuten dominiert. Kein überzeugender Sieg der Reds, viel Glück dabei, aber immerhin drei Punkte. Liverpool rückt damit auf Platz Fünf. Everton bleibt in der Nähe der Abstiegsplätze. Wenn sie aber so spielen wie heute, dann muss David Moyes nicht angst und bange werden. Das war mit Ausnahme der beiden defensiven Fehlern eine gute Mannschaftsleistung.

[16h19] Drei Minuten Nachspielzeit

[16h17] Wenige Minuten noch an der Mersey zu spielen. Liverpool spielt den Schuh jetzt herunter, Everton hat sich aufgegeben und macht praktisch keine Versuche mehr nach vorne zu spielen. Braucht man ein Spiegelbild der bisherigen Saison des FC Everton, dann war es schlicht dieses Spiel. Viele Verletzte, vom Pech verfolgt, aber trotzdem gut gekämpft und teilweise auch gut gespielt. Und was kommt am Ende dabei heraus? Nothing.

[16h15] Wechsel FC Everton: Lucas Neill für Joseph Yobo

[16h09] 0:2, Dirk Kuyt, 80. Minute

So bitter kann auch nur Fußball sein. Everton machte das Spiel, Liverpool erzielt mit der zweiten guten Szene in der zweiten Hälfte das 2:0. Langer Ball von Reina, Yobo haut über den Ball im Strafraum. Das gibt Gerrard die Chance zuruückzulegen auf Riera, dessen wuchtigen Flachschuss Howard noch abwehren kann. Allerdings in die Mitte direkt vor die Füße von Kuyt. Der Holländer muss nur noch einschieben.

Und Everton-Trainer David Moyes steht das blanke Entsetzen ins Gesicht geschrieben.

[16h09] Noch 10 Minuten im Goodison Park. Flutlicht ist an, es dämmert langsam über Liverpool, der Regen peitscht ins Stadion herein. Keine tollen äußeren Bedingungen – und Liverpool dreht schon jetzt an der Uhr.

[16h07] Wechsel FC Liverpool: Albert Riera für Fabio Aurelio

[16h03] Wechsel FC Liverpool: Yossi Benayoun für David Ngog

Und Benitez rührt den Beton an. Das werden ja tolle 15 Minuten noch. Everton immer noch nicht am Verzweifeln, sondern spielen weiter nach vorne. Liverpool muss noch 15 Minuten durchhalten, macht selbst kaum noch was nach vorne.

[16h00] Unfassbar! Unfassbar! Pepe Reina mit Riesenreflex. Freistoß reingechipt von Heitinga, Kopfball Cahill, Reina blitzschnell unten, Reina kann den Ball verständlicherweise nicht festhalten, Fellaini mit der Chance den Nachschuss zu verwerten, doch er schießt den spanischen Torwart an. Einmal großartig reagiert von Reina, beim zweiten Schuss das nötige Glück des Tüchtigen.

[15h55] Wechsel FC Everton: Louis Saha für Jo

Spiel ist wieder temporeicher geworden, weil Liverpool mal zwischenzeitlich ein, zwei Schippen draufgelegt hat. Spiel bleibt zumindest spannend, denn solange die Reds hier nicht das 2:0 machen, bleibt Everton in der Partie.

[15h47] Distanzschuss von Pienaar, Reina lässt den Ball fallen, er trudelt durch seine Beine durch. Bleibt dann aber vor der Linie – wohl auch dem sehr nassen Rasen geschuldet – liegen. Die Reds strapazieren weiterhin ihr Glück.

[15h43] Wenn hier Liverpool hier ohne Gegentor bleibt, dann haben sie für den Rest des Jahres ihr Glück aufgebraucht. Als wenn Everton im Strafraum der Reds Artenschutz genießt und bloß nicht angefasst werden darf. Everton übernimmt die Kontrolle in diesem Spiel, bleibt aber zu hektisch im letzten Pass. Und das rettet Liverpool bisher hier noch.

[15h39] Ngog verliert in der Hälfte des FC Everton den Ball, und dann sind die Toffees nach drei Ballkontakten vorne. Über den starken Pienaar kommt der Steilpass in die Spitze, doch Pepe Reina ist hellwach und ist gerade so vor Jo am Ball. Aber fein gespielt von den Gastgebern. Liverpool nach vorne weiterhin mit Fehlern en masse, und auch in der Defensive steht man weiterhin nicht nah genug am Gegenspieler.

[15h34] Beginn 2. Halbzeit

Keine Wechsel auf beiden Seiten. Also auch der vorübergehend angeschlagen wirkende Pienaar kann weiterspielen. Wetter hat sich auch nicht geändert, es regnet weiter.

[15h18] Halbzeit FC Everton – FC Liverpool 0:1

Everton hat sogar zweimal ins Tor getroffen, stand aber beide Male im Abseits. Das klappt immerhin beim FC Liverpool. Ansonsten war das eine schwache erste Hälfte der Reds, vor allem in der Defensive zeigte man viele Scwächen. Es lag am FC Everton, das die Reds dafür nicht bestraft wurden. Die Gastgeber mit zu viel Hektik vor dem Tor. Liverpool hatte zwei gute Gelegenheiten in dieser Partie, und ein Tor aus einer Chance, die gar keine war. Trotz der Führung kann Benitez die Leistung überhaupt nicht gefallen, Moyes dürfte zumindest mit dem Einsatz und der Leidenschaft seines Teams zufrieden sein.

[15h12] Noch fünf Minuten bis zur Halbzeit, die Angriffe von Everton sind jetzt nicht mehr ganz so zwigend und zielstrebig wie Mitte der ersten Hälfte. Liverpool kann das Spiel wieder in die gegnerische Hälfte verlagern. Flanke von Johnson, Kopfball Insua, super Reflex von Howard, der das 0:2 verhindert. Liverpool hat wenige Chancen, aber wenn sie mal eine haben, wird es brandgefährlich.

[15h01] Everton gefällt mir richtig gut in den letzten 10-15 Minuten, setzen Liverpool ganz gut unter Druck und spielen das auch richtig schön aus. Was halt fehlt, ist ein vernünftiger Torabschluss. Oder böse formuliert: Everton nimmt die vorweihnachtlichen Geschenke der Reds nicht an.

[14h56] Im dritten Derby des Tages gewinnt Birmingham City bei den Wolverhampton Wanderers mit 1:0. Setzt sich damit im Mittelfeld der Tabelle fest, die Wolves bleiben Vorletzter.

[14h55] Das, was Liverpool in der Verteidigung anbietet, ist ja fast schon vogelfrei. Das muss den Defensivfanatiker Benitez eigentlich auf 180 treiben. Da wird nicht richtig geklärt, da stimmt die Zuordnung nicht, und bei hohen Bällen ist man schlicht in einer anderen Welt. Deshalb nächste Chance für Everton, Bilyaletdinov mit Seitfallzieher, Reina kann nur abklatschen, Johnson klärt zur Ecke. Agger in der Innenverteidigung spielt unterirdisch. Skrtel ist auf der Bank – und so einen Brecher scheint Liverpool dringend zu brauchen.

[14h49] Und das MUSS der Ausgleich für Everton sein. Einwurf für die Toffees, Jo und Fellaini verlängern den Ball in die Mitte, Carragher ist aber unfreiwillig als letzter am Ball. Und am langen Pfosten ist Bilyaletdinov völlig frei, bekommt den Ball aber im Tor nicht unter. Alle Zeit der Welt, ist aber zu überhastet und schießt knapp daneben. Zum wiederholten Male Liverpool bei hohen Bällen im Strafraum unsicher wirkend.

[14h47] War eigentlich ein ausgeglichenes Spiel mit hohem Tempo, aber auch noch vielen Unzulänglichkeiten. Everton war einmal ein wenig gefährlich vor dem Tor der Reds, war aber selbst überrascht, dass sie so viel Platz bekommen haben und damit nichts anfangen konnten. Mit der Führung im Rücken wird Liverpool sicherer, Everton muss sich erstmal langsam aus der Schockstarre entfernen.

[14h42] 0:1, Javier Mascherano, 12. Minute

Erste gute Chance, wenn das überhaupt eine war, und die Reds gehen in Führung. Mascherano bekommt auf Zuspiel ca. 25 bis 30 Meter vor dem Tor den Ball, zieht direkt ab, Yobo hält den Fuß noch in den Schuss und fälscht somit unhaltbar für Tim Howard ab. Bisschen überraschend die Führung für die Gäste.

[14h37] Haben Jo und Fellaini eigentlich den gleichen Friseur? Muss man zweimal hinschauen, wer gerade am Ball ist. Aber der Fellaini hat doch noch eine etwas umfangereichere Haarpracht.

[14h34] Tim Cahill nach knapp zwei Minuten mit erstem härteren Foul im Mittelfeld an Mascherano. In Deutschland hätte es dafür gelb gegeben, in der Premier League ein kleines klärendes Gespräch mit dem Schiedsrichter. Schon in den ersten Augenblicken ein temporeiches und intensives Spiel.

[14h32] Beginn 1. Halbzeit

Everton mit Anstoß von rechts nach links in den ersten 45 Minuten, Liverpool ganz in rot.

[14h28] Referee der Partie ist Alan Wiley. Er wird einen ruhigen Nachmittag haben. Sir Alex Ferguson ist nicht in seiner Nähe.

[14h26] Diese Einspielfilme der Premier League vor Derbys und direkten Duellen der Big Four ist mit das beste, was ich im Sportfernsehen kenne. Großartige Zusammenstellungen.

[14h24] Die Aufstellungen im Goodison Park

Everton: Howard – Hibbert, Yobo, Distin, Baines – Pienaar, Heitinga – Fellaini, Bilyaletdinov, Cahill – Jo

Liverpool: Reina – Johnson, Carragher, Agger, Insua – Mascherano, Lucas – Kuyt, Gerrard, Aurelio – Ngog

Rafael Benitez überrascht mich immer wieder. Kein Benayoun, Riera oder Aquilani, sondern Fabio Aurelio auf links. Beide Teams nur mit einer Spitze, Jo bei Everton und Ngog bei Liverpool. Gerrard ist wieder fit bei den Reds, bei Everton sitzt Saha ebenso erstaunlich nur auf der Bank. Keine Zeichen weiterhin von Fernando Torres. Er steht nicht im Kader der Reds.

[14h18] Es ist auch das Spiel zweier angeschlagener Trainer. Moyes gegen Benitez, beide stehen unter Druck, weil die Leistungen in der Liga – auch im Vergleich zum Vorjahr – meilenweit von den eigenen Erwartungen entfernt sind. Beide Teams müssen wiederum häufig auf verletzte Spieler verzichten, sodass selten eine eingespielte Mannschaft auflaufen konnte. Vom Papier her sind beide Trainer trotzdem völlig unumstritten in ihren Vereinen, aber beide können mit den derzeitigen Leistungen zufrieden sein – und sind es ja auch nicht. Aber den Schlüssel zum Erfolg hat man in Liverpool immer noch nicht gefunden.

[14h13] Sind die Probleme auf dem Platz nicht schon groß genug derzeit für den FC Everton, wurde dem Verein am Donnerstag zum dritten Mal untersagt, ein neues Stadion bauen zu lassen. Gerade die kommunalen Vertreter würden die Vitalität durch den Bau eines neuen großen Stadions gefährdet sehen. Das offizielle Klub-Statement versucht zwar noch einmal alle Vorteile eines Neubaus aufzuzählen, doch Experten gehen davon aus, dass es das jetzt vorerst war mit den Gedankenspielen. Liverpool hat übrigens abgelehnt sich ein Stadion mit dem Lokalrivalen zu teilen.

[14h05] Einen schönen ersten Advent zusammen. Erstes Derby an diesem Sonntagnachmittag, das sich der deutsche TV-Zuschauer zu Gemüte führen darf, und zwar in Liverpool. Everton empfängt die Reds und versucht zu beweisen, dass sie doch nicht “so weit wie noch nie von der Form des Stadtrivalen entfernt” sind (Everton-Trainer David Moyes). Und das ist in Anbetracht der aktuellen Formkrise des FC Liverpool eine ziemlich ernüchternde Beschreibung der Toffees. Liverpool könnte mit einem Sieg immerhin auf Platz 5 vorrücken und die Punktverluste von Man City, den Spurs und Villa ausnutzen.

Premier League Saison 2009/2010: Saisonvorschau – Kampf um die internationalen Plätze

Neben den ersten sechs ausführlicheren Vorschauserien soll es nun noch einen kurzen Überblick über die restlichen Teams geben, jeweils eingeteilt von mir in Gruppen, meist nach dem Tabellenstand, den ich für die Teams erwarte. Basierend auf den Leistungen der Vorsaison und den Entwicklungen in der Sommerpause. Sprechen wir über den Einzug in die Europa League, also im Optimalfall die Plätze fünf, sechs und sieben, kommen dafür neben Manchester City, welches ich gestern schon näher vorgestellt hatte, insgesamt noch fünf Teams in Frage: der FC Everton, Aston Villa, Tottenham Hotspur, der FC Fulham und West Ham United.

Es ist natürlich schwierig jetzt diese Teams prognosemäßig in eine Reihenfolge einzuordnen bezüglich ihres Tabellenplatzes. Das kann ich nicht, weil es aus meiner Sicht völlig willkürlich wäre. Ich sehe im Moment keine große Anzahl von Argumenten, warum Everton hinter Tottenham landen sollte. Vielmehr haben diese fünf Teams alle das Potential um die Plätze 5 bis 7 mitzukämpfen.

Großer Vorteil des FC Everton: Das Team ist nahezu identisch mit dem der Vorsaison. Das ist für einen Teilnehmer der Europa League auch in der Premier League keine Seltenheit mehr. Aber Trainer David Moyes hat sich gegen alle Abwerbungsversuche seiner Spieler gesperrt. Die letzte Hürde muss er in der Tat allerdings noch nehmen. Manchester City buhlt weiterhin intensiv um die Defensivstütze Joleon Lescott. Sollte Lescott wirklich noch zu Manchester City wechseln, würde den Toffees eine ganz wichtige Position in der Defensive fehlen – und die Philosophie von Trainer Moyes wäre für den Papierkorb. Zu wünschen wäre dem FC Everton weniger Verletzte als vergangene Saison, als man insbesondere in der Hinserie teilweise ohne kompletten Sturm auskommen musste und Tim Cahill sich als einzige Spitze versuchen durfte. Auch diese Zeiten sollen im Goodison Park vorbei sein. Man hat sich im Sommer nur punktuell verstärkt. Jo wurde von Manchester City ausgeliehen, im Gegenzug gab man Lars Jacobsen an die Blackburn Rovers ab. Und so könnte am Samstag im Heimspiel gegen den FC Everton fast dieselbe Mannschaft aufspielen wie am ersten Spieltag der vergangenen Saison. Und Kontinuität scheint sich auszuzahlen. Im Tor ist Tim Howard weiter gesetzt, die Viererkette bestünde aus Joseph Yobo, Juleon Lescott, Phil Jagielka und Leighton Baines. Im Mittelfeld dann als eher defensive Absicherung Leon Osman und Phil Neville, als kreative Abteilung Tim Cahill, Mikel Arteta und Marouane Fellani. Einzige Spitze könnte Louis Saha sein. Vor der Premier League Saison 2009/2010 spricht wenig dagegen, dass der FC Everton die gute Vorsaison wiederholen kann.

Dass Aston Villa hingegen an die großartige Vorsaison, wo man teilweise unter den ersten drei Mannschaften in der Tabelle spielte, anknüpfen kann, wird von vielen Experten eher bezweifelt. Insbesondere der Abgang von Gareth Barry zu Manchester City ist schon eine erhebliche Schwächung, auch wenn der englische Nationalspieler letzte Saison nicht immer auf Top-Niveau spielte. Ob die Neuzugänge – unter anderem das große englische Talent Fabian Delph, gekommen vom Viertligisten Leeds United, und Stewart Downing von Absteiger FC Middlesbrough – diese Lücke schon füllen können und Aston Villa auf dem Niveau der Vorsaison halten, bezweifele ich. Zumal gerade auch die Endphase der vergangenen Spielzeit gezeigt hat, dass Villa über eine gesamte Saison sich immer wieder Schwächephasen nimmt, die zum Beispiel beim FC Everton sehr viel weniger auftreten. Villa hat letzte Saison ein wenig über seinen Möglichkeiten gespielt. Trotzdem ist sicherlich festzustellen, dass Villa immer noch den Kader hat um unter die ersten Fünf zu kommen, insbesondere in der Offensive ist man mit Ashley Young, John Carew, Gabriel Agbonlahor und Emile Heskey exzellent besetzt. Ein paar mehr Sorgen muss sich Trainer Martin O’Neill da schon um seine Abwehr machen, die mit dem Ende der Karriere von Martin Laursen eine wichtige Stütze verliert.

Ein bisschen wie der FC Everton und Aston Villa möchte man auch an der White Hart Lane bei den Tottenham Hotspur. Insbesondere das Theater der vergangenen Saison mit dem miserablen Saisonstart und der Posse um Juande Ramos soll vergessen gemacht werden. Mit Harry Redknapp ist jetzt ein wenig Kontinuität in den Verein gekommen. Und es ist deutlich sichtbar, dass Redknapp dem Team und Vereinsumfeld seinen Stempel auftragen möchte. Mit Sebastien Bessong von Newcastle United und Peter Crouch vom ehemaligen Redknapp-Klub FC Portsmouth sind zwei Wunschspieler in den Nordosten Londons gekommen. Im Gegenzug haben bisher 16 Spieler den Verein verlassen, die Bekanntesten sind Didier Zocora, welcher zum FC Sevilla wechselte, und Darran Bent für 10 Millionen Pfund zum FC Sunderland, inklusive 140 Zeichen auf seiner Twitter-Page. Der Kader wurde also schlanker gemacht, Harry Redknapp möchte mit mit maximal 24 Spielern zusammenarbeiten. Große Stärke der Spurs könnte ihre Ausgeglichenheit sein. Kein Mannschaftsteil ist wirklich schlecht besetzt, die großen Stars fehlen aber, mal den Sturm ausgenommen. Aber das ist genau das, was Harry Redknapp so schätzt. Spielerische Eingespieltheit wird sehr viel höher bewertet als die großen Starallüren auf dem Platz. Robbie Keane kann ein Lied davon singen.

Viele werden sich fragen, warum ich auch den FC Fulham mit in die Liste aufgenommen habe. Und so ganz weiß ich es im Moment auch nicht mehr, vielleicht auch, weil ich den Verein sehr sympathisch finde. Eigentlich immer ein Abstiegskandidat gewesen, konnte Roy Hodgson die Cottagers vergangene Saison mit einer der besten Heimbilanzen (und dafür einer eher mäßigen Auswärtsperformance) in die Europa League führen. Ich weiß, jetzt kommen wieder die kritischen Stimmen, die meinen, dass man so eine Leistung erstmal wiederholen muss. Das weiß ich sehr wohl, aber warum sollte es der FC Fulham nicht noch einmal schaffen am Ende den siebten Platz zu belegen. Finanziell ist der Klub – auch im Vergleich zu Villa, Everton und Tottenham – ein richtig kleiner Zwerg. Es ist wenig Geld da, die Einnahmen aus den Ticketverkäufen ist aufgrund des kleinen Stadions sehr viel geringer. Kein Wunder also, dass die Transfertätigkeiten des FC Fulham immer völlig in der Bedeutungslosigkeit verschwinden. Lediglich vier Transferaktivitäten verzeichnet man im Südwesten Londons. Dabei hat man sich aber gar nicht so unklug verstärkt. Verteidiger Stephen Kelly, 25 Jahre jung, kam von Birmingham City, Björn Helge Riise, 26 Jahre jung und Bruder vom ehemaligen Liverpool-Spieler John Arne Riise, wechselte aus Lillestrom nach London. Beide passen ideal in das Anforderungsniveau und die Philosophie von Trainer Hodgson hinein. Interessant und spannend wird zu sehen sein, wie gut Fulham die Doppelbelastung aus Premier League und Europa League verkraften wird.

Und kein Artikel über die Premier League, wo man nicht auf das große, nicht mehr vorhandene Geld stößt und die Finanzkrise fast schon existenzgefährdende Spuren hinterlassen hat, nämlich beim Klub aus dem Osten Londons, West Ham United. Deren Besitzer, der isländische Bankier Björgulfur Guomundsson, hat durch die Wirtschafts- und Finanzkrise nahezu sein komplettes Vermögen verloren. Mittlerweile ist West Ham im Besitz der isländischen CB Holding, an der zu 70 Prozent die Straumur-Burdaras-Bank und zu 30% die beiden Banken Byr und MP beteiligt sind. Alle kommen aus Island, und alle können sich mit den Gläubigern nicht darauf einigen, wem was gehört und zusteht. Die Straumur-Bank ist mittlerweile pleite und verstaatlicht worden. West Hams Zukunft ist in größerer Gefahr denn je. Eine Einigung bis zum Jahresende scheint unwahrscheinlich. Geld für große Verpflichtungen ist also nicht da, dennoch hält es sich, was den Verkauf von Spielern angeht, noch im Rahmen. Aber die große Welle von Verkäufen der Stammspieler kann auch erst noch beginnen. Lucas Neill ist der erste auf der Liste, der sich schon Gedanken um seine Zukunft macht – außerhalb von West Ham. Bisher wurden lediglich Diego Tristan, Lee Bowyer und Freddie Sears abgegeben. West Ham hat nicht um sonst den kleinsten Kader in der Premier League, derzeit gerade einmal 18 Spieler. Da müssen viele Faktoren zusammenspielen, dass es für West Ham wieder unter die ersten Sieben reicht. Von allen hier fünf genannten Teams sehe ich die Hammers mit den geringsten Chancen. Trotzdem sollte man vor allem auf den exzellenten Torwart Robert Green achten. Und ich würde mir sehr wünschen, wenn Kieron Dyer endlich mal wieder mehr als zwei Spiele pro Saison absolviert.