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Zitat des Tages: Montag, 6. Dezember 2010 – Typisch Hanke

Montag, 6. Dezember 2010 8:18

“Die ganze Bundesliga ist hinter mir her, Bayern München, alle. Ich kann mich kaum retten vor Angeboten. Von daher muss ich mich irgendwann mal entscheiden.”

Mike Hanke, Stürmer von Hannover 96, nach dem 2:1-Sieg der Roten in Mönchengladbach. Hanke steuerte den zwischenzeitlichen Ausgleich bei, seinen dritten Treffer in Folge nach Einwechselung.

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Für Hannover 96 gibt es noch ganz viel zu tun!

Montag, 23. August 2010 18:39

Ich war am Samstag in der AWD-Arena und sah ein durchschnittliches Bundesligaspiel, allerdings mit sehr interessanten und dramatischen letzten 30 Spielminuten. Hannover 96 schlug Eintracht Frankfurt mit 2:1. Und ich fand, das war verdient. Glück hatten beide Teams, einmal durch den Lattentreffer von Ya Konan und den Pfostenkopfball von Marco Russ. Trotzdem hat 96 in der zweiten Hälfte ab der 60. Minute das Tempo weiter erhöht und deutlich mehr Spielanteile als die Hessen. Ergebnis geht also völlig in Ordnung.

Es war also ein guter Saisonstart von Hannover 96, dennoch sollte man jetzt nicht in große Begeisterung ausbrechen. Die Niedersachsen haben noch viele Punkte zu erledigen und Aufgaben in den nächsten Wochen zu bewältigen. Aber alles lösbare Angelegenheiten, die auch ein wenig Zeit brauchen. Die sollten alle Beteiligten bekommen. Nachfolgend ein paar Punkte und Gedanken, die mir hauptsächlich während des Spiels in der AWD-Arena aufgefallen sind. Der pasenden Übersicht halber nach Mannschaftsteilen sortiert. Beginnen möchte ich aber mit zwei anderen Punkten.

Verletzung von Carlitos: Es war der erste Schock für die 96-Fans am Samstag. Carlitos verletzte sich bereits nach wenigen Minuten ohne Einwirkung des Gegners und zog sich einen Kreuzbandriss zu. Er wird mindestens ein halbes Jahr ausfallen. Für den Neuzugang aus Portugal, an den man in Hannover große Hoffnungen und Erwartungen knüpfte, natürlich der größte anzunehmende Unfall. Aber auch für die Mannschaft. Eigentlich muss jetzt Ersatz her. Die Hannoversche Allgemeine zitiert in ihrer Montagsausgabe Jörg Schmadtke mit den Worten, dass er sofot Ersatz beschaffen könne, er brauche nur das Okay von Präsident Martin Kind.

Harmonie im Verein: Wobei wir bei der nächsten kleinen Baustelle wären, dem Verhältnis von Trainer Mirko Slomka, Sportdirektor Jörg Schmadtke und Präsident Martin Kind, das – wenn man die Interviews von Martin Kind in den letzten Tagen gelesen und gehört hat – ziemlich in die Brüche gegangen, wohl unter anderem verursacht durch das peinliche Pokalaus in Elversberg. Martin Kind scheint sehr enttäuscht und verärgert über die Spieler gewesen zu sein (“Die Spieler sollen arbeiten, bis sie kotzen“). Aber eben auch umso mehr noch über Trainer Slomka und Manager Schmadtke, die es nicht geschafft haben, das Team in der Vorbereitung so zusammenzustellen und zu formen, dass es die erste Pokalrunde gegen einen Viertligisten übersteht. Ich glaube nicht, dass Martin Kind Angst um sein Geld und seine Investitionen in den Verein hat. Er wollte aber deutlich machen, dass er von allen – Spielern wie Trainerstab – mehr Verantwortung braucht. Zumal Slomka die Ursache für die Pokalniederlage vor allem seinen Spielern in die Schuhe schob. Slomka und Schmadtke schien alles andere als glücklich über die Äußerungen von Martin Kind. Keine Ahnung oder Idee, wie nachhaltig dieser Konflikt sich bei Hannover 96 noch auswirkt. Eine erste Hürde könnte er nehmen, sollten sich Schmadtke und Kind sehr schnell auf einen Nachfolger von Carlitos einigen könnten.

Torhüter: Florian Fromlowitz hat das Vertrauen von Slomka bekommen und ist die unumstrittene Nummer 1 bei den Roten, auf dem Feld und auch durch das Trikot signalisiert. Solider Auftakt des Schlussmannes, ein paar bekannte Schwächen beim Rauslaufen und der Strafraumbeherrschung, war sonst aber kaum gefordert. Die Torhüterposition ist das geringste Problem.

Abwehr: Starker Auftakt von Steven Cherundolo auf der rechten Verteidigerposition, bleibt zu hoffen, dass er verletzungsfrei durch diese Saison kommt. Flanken waren noch nie seine Stärke, aber dafür gibt es andere Spieler. In der Defensive sehr ordentlich. Das gilt weitesgehend auch Für Haggui und Pogatetz, wenngleich beide Spieler noch zu viele kleine Fehler im Spielaufbau hatte, sich hin und wieder verschätzt haben oder zu langsam im Stellungsspiel waren. Nichts dramatisches, summiert sich dann aber über 90 Minuten. Die Innenverteidigung ist noch stark verbesserungswürdig, vor allem wenn die richtigen Brocken kommen. Christian Schulz auf der linken Außenbahn in der Defensive war mit Abstand der schwächste Akteur am Samstag, nicht nur vor dem Gegentreffer. Hatte massive Probleme in der Rückwärtsbewegung, teilweise sehr langsam, verlor die wichtigen Zweikämpfe. Ist man von Schulz eigentlich gar nicht gewohnt. Mangels Alternativen wird Schulz die Linksverteidigerposition weiter bekleiden. Verbesserung nötig – dringend.

Mittelfeld: Nach der frühen Verletzung spielten Pinto, Konstantin Rausch, Manuel Schmiedebach und Moritz Stoppelkamp, Neuzugang aus Oberhausen. Wenn man sich vorstellt, dass letzte Saison auf diesen Positionen noch Balitsch, Bruggink, Schlaudraff und Elson spielten, merkt man wohl am deutlichsten, dass Hannover 96 sich nicht gerade verstärkt hat im Mittelfeld – um es vorsichtig zu formulieren. Deshalb muss auf den längeren Ausfall von Carlitos auch reagiert werden. Pinto mit solider Vorstellung am Samstag, mehr aber auch nicht. Konstantin Rausch auf links mit guten Ansätzen im Spiel nach vorne, nicht nur wegen seines Tores. Hatte aber Schwierigkeiten bereits im Mittelfeld defensiv zu agieren. Da hat er insgesamt zu wenig unternommen und zu viele Vorstöße der Frankfurter nicht unterbinden können. Man hat gemerkt, dass die beiden jungen Spieler im Team, Schmiedebach und Stoppelkamp, schon nervös waren. Beide gerade in der Anfangsphase des Spiels mit vielen Fehlern im Spielaufbau, mit ungenauen Zuspielen und schlechtem Positionsspiel. Das wurde im Laufe des Spiels besser. Dass beiden noch ein wenig die Erfahrung und Übersicht fehlt, ist mir bei Schmiedebach zweimal negativ aufgefallen, als er zwei gute Kontermöglichkeiten durch ein blöden Fehlpass und zu langes Ballhalten vergab. Auch hier noch ausbaufähig.

Sturm: Ich hatte immer schon ein sehr positiven Eindruck von Didier Ya Konan, wenn er noch ein wenig mit seiner Chancenverwertung arbeitet, ist das ein Stürmer, der Hannover weitergeholfen hat und definitiv weiterhilft. Pluspunkt: seine Schnelligkeit und Kopfballstärke bei vergleichsweise kleiner Größe. Mohamed Abdellaoue, der Neuzugang aus Norwegen, hatte einige sehr vielversprechende Ansätze, mehr aber auch nicht. Und mehr konnte man auch noch nicht erwarten, wurde wenig in Szene gesetzt und konnte mit den Laufwegen seiner Mitspieler auch nicht viel anfangen. Hat sich aber reingehängt – erinnert sei die Szene vor dem 1:0 an der Seitenlinie – war engagiert, hat gekämpft und gerackert. Und so einen braucht 96 im Sturm. Wenn er dann noch Tore schießt, umso besser für die Roten.

Gesamteindruck: Es war okay, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Und es sind drei Punkte für den Klassenerhalt. Die nächsten Gegner heißen Schalke (A), Leverkusen (H), Wolfsburg (A) und Werder Bremen (H). Da sollte man nicht unbedingt mit Punkten am Fließband rechnen, umso wichtiger waren die drei Zähler gegen Frankfurt. Was in der Partie gegen die Hessen wieder verschärft aufgefallen ist, bleibt die fehlende Spielstärke der Roten, wenn sie selbst aktiv das Geschehen in die Wege leiten müssen. 96 reagiert besser, als dass es agiert. Viele Spieler im Spielaufbau insbesondere in der ersten Hälfte. Das Aufbauspiel von 96 krankt außerdem auch daran, dass sich insgesamt zu wenig bewegt wird, häufig muss lange Zeit nach Anspielstationen gesucht werden, es wird selten mal dem Ball entgegengekommen. Am Samstag ist mir aufgefallen, dass fast alle Spieler über 90 Minuten ihre Positionen kaum verlassen haben. Das wirkte alles sehr statisch. Ich hätte mir zum Beispiel mal gewünscht, dass Schmiedebach ein wenig mehr auf rechts rückt, Pinto etwas mehr zentraler agiert. Da gab es aber kaum Rotation. Was mir noch negativ aufgefallen ist: 96 hat sehr spät erst die Frankfurter im Spielaufbau gestört. Da war eine viel zu große Lücke zwischen Mittelfeld und Defensive. Das Mittelfeld hat dort insgesamt zu wenig gestört und versucht die Angriffe frühzeitig schon zu stören. Dass die Abwehr dann Probleme hat und nicht zu hoch stehen darf, ist auch klar. Aber 96 fehlt im neuen System und mit den neuen Spielern ein Abräumer vor der Abwehr, so wie es Balitsch die letzten Spielzeiten recht erfolgreich gemacht hat. Schmiedebach, Stoppelkamp und Pinto haben das nicht wirklich antizipiert oder hatten keine Lust dazu. Da wirkte es sich positiv aus, dass Frankfurt am Samstag nicht den Druck auf das defensive Mittelfeld der Niedersachsen aufbauen konnte.

Also insgesamt noch viel zu tun, viel Feinarbeit. Die schwierigen Spiele kommen erst noch. Und es wäre nicht schlecht, wenn sich der Verein geschlossen nach außen präsentieren könnte. Davon würden auch die Spieler profitieren.

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“Vorbei ist es erst, wenn es vorbei ist”: Ein Samstag im Abstiegskampf

Sonntag, 28. März 2010 11:05

Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren.” Bertolt Brecht

Nachfolgend aus Erinnerung und Notizen mein Fußball-Samstag in Hannover. Oder kurz formuliert. Ein Tag zwischen Abstiegskampf, schlimmen Befürchtungen, Enttäuschungen und der großen Hoffnung, dass sich alles irgendwan zum Besseren ändert oder vielleicht auch nur ein schlechter Traum gewesen ist. Aber lest selbst:

08h17: Frühstück, Blick in die Hannoversche Allgemeine. Erste Analyse der Aufstellung, die meistens stimmt, wenn sie in der HAZ steht. Durica in der Abwehr, lese ich da, erstes Erschrecken. Gehe mit der Nase die Zeitungsseite hoch, durchs Mittelfeld. Erstes Alarmzeichen. Sehe kein Bruggink. Dafür Schlaudraff (hey, jeder hat eine zweite Chance im Abstiegskampf verdient) und vorne Stajner und Ya Konan. Erste Verzweifelung. Stajner von Beginn an. Wieso denn das? Schnell die Auswechselungsbank angeschaut. Dort steht der Name Bruggink, unser Kapitän. Gut, wird sich Slomka schon was gedacht haben. Zeitung durchlesen, über Gott und die Welt reden, Einkaufen, Hausarbeit korrigieren. Erst die Arbeit, dann das Vergnügen später.

13h15: Bereit machen für den Stadionbesuch. Ich entscheide mich trotz 10 Grad für die Winterjacke, im Abstiegskampf weht ja ein kühler Wind. Schal um, ab zum Bus, wo die bekannten Gesichter schon sitzen. Man kennt sich vom Sehen, wünscht sich einen schönen Nachmittag. Fahrt in die Innenstadt, die Sonne versucht sich gegen die Wolken durchzusetzen.

13h50: Ankunft an der U-Bahn Station Aegidientorplatz. Erste Fans pilgern zum Stadion, wir gehen auf ein erstes Kölsch in die Ständige Vertretung. Hat sowas wie eine Tradition. Normalerweise ist es dort auch um diese Zeit angenehm leer. Nur heute nicht. Fast drei Viertel der Gäste sind Fans aus Köln. Man fühlt sich heimisch. Gute Stimmung, man kommt ins Gespräch. Komischerweise wissen die meisten schon, dass Podolski wohl nicht spielen wird. “Dann gewinnen wir heute auch”, sagt ein FC-Fan aus Porz, der mit seiner ganzen Bürogemeinschaft angereist ist. Der Barkeeper, im 96- Trikot, spielt die 96-Hymne “Alte Liebe”. Ungefähr zehn Leute halten ihren Schal hoch und singen mit. Nach zwei Kölsch geht es weiter zum Stadion.

14h30: Nächste Bierpause, diesmal im Courtyard Hotel am Maschsee. Sonne scheint, Vorfreude bei vielen Fans. Wenn man nach dem Ergebnis fragt, kommt immer ein egal. Aber es wird ein Heimsieg. Bitte nicht falsch verstehen, dass wir uns schon vor dem Spiel so betrinken, dass wir die 90 Minuten nicht mehr intensiv erleben werden. Dafür trinken wir nichts im Stadion. Ich habe keine Lust in der Pause mich anzustellen, sondern diskutiere lieber oder schaue mir die anderen Zwischenstände an. Was zu trinken gibt es dann erst wieder nach dem Spiel. Nur gestern nicht. Da bot sich die zweite Hälfte wunderbar fürs Getränkeholen an. Freigetränke wäre ein Argument gewesen, dass die Leute vielleicht länger geblieben wären. Trinke zum ersten Mal im Stadion Cola. Nüchtern verkrafte ich den Abend wohl besser.

14h50: Es funktioniert alles einwandfrei. Ticketkontrollen geht in fünf Minuten über die Bühne. Trotzdem kommt ein Security-Mitarbeiter zu den Ordnern und sagt: “Noch schneller kontrollieren. Macht mal die Methode ‘Gas’, meine Herren.” Ohne das Ergebnis dieser Methode zu kennen: Vielleicht könnte sich dieser Mitarbeiter auch mal häufiger an die Seitenlinie von 96 stellen. Scheint keine schlechte Methode zu sein.

15h06: Plätze sind eingenommen. Westtribüne, gute Sicht. Mache einen kurzen Eintrag auf meinem Facebook-Profil. Schreibe, dass es ein perfekter Nachmittag wäre, wenn 96, Werder und Arsenal gewinnen würden. Trotzdem haben plötzlich alle ein bisschen Angst und Nervenflattern vor dem Anpfiff. Und das spielt die Stimmung in Hannover dieser Tage ganz gut wieder. Man hatte den Eindruck, dass fast die gesamte Stadt hinter der Mannschaft steht, es kommen 43.000 ins Stadion. Wohl zum letzten Mal. Optimismus und Vorfreude, aber im Hinterkopf, im Unterbewusstsein ist es immer noch dieses Gefühl, diese Angst des Abstiegs, der Hannover sportlich wie finanziell erheblich zurückwerfen würde. Die Stadt und den Verein.

15h18: Ich stelle die diversen Live-Ticker auf dem iPhone ein. “Wieso gehst du eigentlich noch ins Stadion,wenn du ehe die Hälfte der Zeit an diesem Gerät hängst?” schallt es von links. Kann man doch parallel machen, sage ich. Und mache ich doch nur, wenn hier mal Pause ist oder das Spiel langweilig wird. Abends muss ich den Akku neu aufladen. 70 Minuten Dauerbetrieb. Man hatte ja nichts besseres zu tun, denke ich mir später.

15h24: Stimmung ist toll. Der Fanblock rollt ein großes Banner auf. Die Leute stehen und klatschen sich warm. Die Aufstellungen werden durchgegeben. Eggimann spielt für Durica, und natürlich Stajner. Vorfreude ist trotzdem riesengroß. 96-Alte Liebe ertönt durch die AWD-Arena.

15h30: Die Mannschaften kommen auf Spielfeld. Fantastischer Empfang, habe ich selten so erlebt in Hannover. Die Mannschaft läuft wie immer zum Fanblock und bedankt sich für die Unterstützung. Alles ist vorbereitet für einen spannenden Fußballnachmittag.

15h33: Anpfiff zur ersten Hälfte. Erstmal in Ruhe sitzen. Nach 30 Sekunden der erste Torruf, Werder mit der frühen Führung gegen Nürnberg. Das Stadion bebt. Ich schaue via Twitter nach dem Torschützen. Mertesacker – da hat wohl jemand noch seinen alten Verein im Hinterkopf.

15h35: Etwas mehr als zwei Minuten gespielt, Stajner mit den ersten beiden Fehlpässen. Nichts Neues eigentlich bei ihm. Deswegen frage ich mich ja auch, warum er spielt. Erste Unmutsbekundung von einem Fan drei Reihen vor uns.

15h42: Stajner hatte zwar eine gute Chance, fällt dann aber wieder durch fürchterliche Szenen auf. Dem Tschechen misslingen zwei Hackentricks. Es sind knapp 10 Minuten gespielt und Stajner will mit Hacke spitze 1,2,3 hier die Offensive beleben. Gnadenfrist, mehr nicht.

15h46: Köln geht 1:0 in Führung durch ein wunderschönes Tor von Tosic. 96 mit blödem Fehler im Spielaufbau und dann geschlossen zu weit weg vom Gegner. Mit so einer Einstellung wird es schwierig.

15h51: Das 2:0 für Werder flimmert über die Anzeigetafel. Es könnte ein Nachmittag für 96 werden. Torschütze wieder Mertesacker. Der gute Junge.

15h54: Köln macht das mehr als verdiente 2:0. Petit der Torschütze, nachdem Cherundolo auf der rechten Seite viel zu langsam ist. Und in der Innenverteidigung herrscht Sicherheitsabstand. Unfassbar. So kann man im Abstiegkampf nicht auftreten. Pfiffe für das Team nach über 20 Minuten.

16h01: Bei 96 geht gar nichts mehr zusammen. Spielrisch sowieso nicht heute, aber es wird nicht gekämpft, keine Laufbereitschaft, kein Einsatz, keine Leidenschaft. Man fügt sich in einem Endspiel um den Klassenerhalt nach 30 Minuten seinem Schicksal. Slomkas Aufstellung geht überhaupt nicht auf. Es fehlt das kreative im Mittelfeld. Bruggink fehlt. Stajner völlig von der Rolle, Ya Konan hängt in der Luft, Schlaudraff ist wenigstens bemüht und läuft ein wenig mehr als seine Gegner.

16h02: Es gibt einen Pfiff und Elfmeter für Köln. Für mich zunächst völlig unverständlich, weil Schiedsrichter Drees weiterspielen lässt. Aber der Linienrichter hatte sich gemeldet. Als ich im Ticker schaue und sehe, dass es ein klares und dummes Handspiel war, gebe ich mich zufrieden. Novakovic trifft im zweiten Versuch locker und lässig zum 3:0. Die ersten Fans gehen zu den Getränkeständen. Pfeifkonzert.

16h06: Slomka bringt Rausch für Pinto. Damit Christian Schulz ins Mittelfeld. Slomka wechselt Schadensbegrenzung sein, anstatt sich nochmal mit allen Kräften gegen die Niederlage zu stemmen.

16h16: Es geht gar nicht mehr. Hannover will und kann nicht. Riesengroße Enttäuschung. Da scheinen einige den Ernst der Lage nicht erkannt zu haben. Nur die Kölner Fans feiern und statt ein Karnevalslied nach dem anderen.

16h18: Balitsch fliegt mit gelb-rot vom Platz. Von weiter oben schwer zu sehen, ob berechtigt. Aber wenn schon, dann aus Dummheit. Gelb vorbelastet in Höhe der Mittellinie auf der Außenbahn so in den Gegenspieler zu gehen, ist schlicht der pure Frust. Sprechchöre von Balitsch aus dem Fanblock. Dem ist mittlerweile auch alles egal.

16h20: Halbzeit. Irgendwas zwischen wütend, sprachlos, traurig und enttäucht. Aber wer in dieser Art und Weise ein Spiel angeht und so wenig Begeisterung zeigt, hat es auch nicht verdient.

16h30: In vier Stunden ist Earth Hour. Man hat das Gefühl, dass bei 96 heute schon alle Lichter ausgegangen sind. Noch ist gar nichts entschieden im Abstiegkampf, aber das Restprogramm und die Leistung der Manschaft machen wenig Hoffnung.

16h32: Das Team von Slomka, der in der Halbzeit nicht gewechselt hat, kommt drei Minuten von Anpfiff wieder aufs Spielfeld und wird wieder mit einem gellenden Pfeifkonzert empfangen.

16h55: Von 96 kommt nichts mehr. Kein Aufbäumen, gar nichts. Köln schaukelt diese Partie locker über die Zeit. Hin und wieder mal ein Blick auf den Live-Ticker. Die meisten besprechen, ab wann sie eher gehen sollen. Ansonsten ist das fast schon eine Geisteratmosphäre.

17h00: Köln mit dem 4:0. Wie im Trainingsspiel marschieren sie durch die desorientierte 96-Abwehr. Spätestens jetzt wird das Stadion leer. Pfiffe, und Stajner spielt immer noch. Kein Zeichen von Bruggink. Slmoka macht sich unbeliebt bei mir.

17h11: Hannover beginnt die Aufholjagd. Cherundolo mit einem schönen direkt verwandelten Freistoß. Ein Tor fürs persönliche Poesiealbum, für einen Rückblick auf bessere Zeiten.

17h16: Mittlerweile ist Berlin der Führung nahe und Nürnberg in Bremen dem Remis. Wenn 96 schon nicht für sich spielt, dann sollten wenigstens die anderen für Hannover spielen. Das klappt am Ende. Als 96-Fan muss man schon lange nach positiven Aspekten suchen.

17h20: Abpfiff. Das Stadion ist längst nicht mehr gut gefüllt. Die Fans gehen enttäuscht nach Hause. Ich kann Spiele verlieren, es kommt dann aber eher auf die Art und Weise an. Und die macht einen wütend und fassungslos. Es gibt da in Hannover eine Eishockeymannschaft, die bei weitem nicht zu den spielstärksten gehört, die nicht die guten Einzelspieler hat. Die aber als ein Team zusammensteht, die sich in jedem Spiel voll reinhängt. Deren Spieler vor der Saison auf einen Teil ihres Gehaltes verzichtet haben. Die im November abgeschlagen Tabellenletzter waren und die jetzt am Dienstag im Playoff-Viertelfinale spielen. Vielleicht sollte sich 96 mal ein Beispiel an den Scorpions nehmen. Denke ich mir so nebenbei.

17h35: Die Stimmung ist am völligen Abgrund. Enttäuschte Fans. Und die wenigsten haben noch die Hoffnung auf den Klassenerhalt. “Vorbei ist es erst, wenn es vorbei ist”, sagt ein Fan, der auf der Bank am Maschsee sitzt. Recht hat er, nur muss eben auch was dafür tun, dass man überhaupt die Bereitschaft zeigen, dass es irgendwann nicht vorbei ist. 90 Minuten reichen um festzustellen, dass die Stadt scheinbar nicht mehr hinter der Mannschaft steht.

18h13: Wir sind wieder in der Ständigen Vertretung, die mittlerweile fast komplett in Kölner Hand ist. Viva Colonia wird gespielt, die Vereinshymne des FC erklingt. Köln war auswärts fast 300 Minuten ohne Auswärtstor. Für den emotionalen Kölner Fan, der seine Mannschaft durch die Republik begleitet, war dieser Samstag wie eine Befreiung. Hannover sperrt sich derweil selbst im Abstiegskampf ein.

18h24: Die Kommentare auf haz.de lassen zum Großteil jegliche Sachlichkeit vermissen. Es entleert sich der pure Frust und die Enttäuschung. Die HAZ fragt die User, wie es wäre, wenn Hannover 96 nicht mehr in der 1. Liga spielt. Da scheinen auch die Medien langsam die Hoffnung aufzugeben. Und es gibt ja auch kein Argument derzeit, das für Hanover spräche. Der optimistische Fan sucht derweil verzweifelt nach Durchhalteparolen. Rechnerisch ist noch alles möglich.

18h37: Mirko Slomka spricht von einer brutal schlechten Leistung. So erging es auch vielen der 43.000 Fans. Es wird aber keine Trainerdiskussion in Hannover geben. Bleiben ja ehe nur noch Hans Meyer und Peter Neururer als Feuerwehrmänner. “Das Handspiel war nicht meine Absicht. Wenn es absichtlich gewesen wäre, hätte ich den Ball gefangen, zur Seite abgeworfen und einen Konter eingeleitet”, meint Balitsch. Allein für so einen Spruch würde ich ihn für ein Spiel auf die Tribüne schicken. Nur wer soll dann spielen?

Alte Liebe rostet nicht. Nur muss man sie dann auch pflegen. Wir Fans haben das getan. Die Mannschaft nicht. Es fehlt scheinbar nicht mehr viel, bis diese Liebe endgültig zerfällt.

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Den Ernst der Lage noch nicht erkannt

Sonntag, 7. Februar 2010 17:39

Hannover verliert mit 1:2 bei Hoffenheim. Mirko Slomka kommt nach dem Spiel zum Interview bei Sky und sagt Folgendes: “Ich kann meinem Team keinen Vorwurf machen.” Auch Präsident Martin Kind meldet sich am Samstagabend noch zu Wort: “Die Mannschaft kämpft, lebt und will. Das hat sie deutlich gezeigt.”

Da frage ich mich schon ein bisschen, welche zweite Hälfte Slomka und Kind in Sinsheim gesehen haben. Gut, es waren im Vergleich zu den ersten beiden Spielen in der Ära Slomka erste Ansätze einer Verbesserung zu sehen, wobei das auch nicht wirklich schwierig zu bewerkstelligen war. Trotzdem ist das von der Performance immer noch nicht so, als dass ich sagen würde, es gebe Anzeichen von Hoffnung auf eine baldige Leistungssteigerung und die Möglichkeit auch mal wieder drei Punkte einzufahren. Ich habe immer noch nicht das Gefühl, als hätte man bei Hannover 96 den Ernst der Lage erkannt. Man steht nach 21 Spielen auf Platz 16 der Tabelle mit gerade mal 17 Punkten. Da sollte man sich beziehungsweise muss man sich auch schon mal mit dem Thema Abstieg auseinandersetzen. Das ist ja nun kein Schreckgespenst mehr an der Leine, sondern leider eine durchaus realistische Konsequenz der schwachen Saison. Die nächsten drei Partien sind gegen Werder Bremen, Dortmund und Wolfsburg. Da kann mich von vorneherein von Punktgewinnen ausgehen, die sind aber endlich nötig. Von den letzten sechs Spielen in der Rückrunde hat 96 vier Hammeraufgaben zu erledigen, in Hamburg, München und Leverkusen, zudem empfängt man in der AWD-Arena Schalke 04. Es wird also endlich Zeit, dass man endlich wieder Punkte sammelt.

Trotzdem kann ich immer noch nicht sehen, dass es sowas wie Hoffnung für 96 in den nächsten Wochen geben kann. Bei allen kleinen Verbesserungen gestern bei Hoffenheim. Insbesondere das Defensivverhalten in den letzten Minuten der ersten Hälfte und die pure Harmlosigkeit nach dem Anschlusstreffer in der zweiten Hälfte waren Ausdruck einer Verunsicherung und der mangelnden Qualität in vielen Mannschaftsbereichen. Warum für Hannover 96 die nächsten Wochen nicht wirklich einfacher werden, möchte ich in fünf Punkten kurz deutlich machen:

Neuzugänge: Ich glaube schon, dass Elson und Arouna Koné eine Verstärkung für 96 bedeuten, insbesondere Koné hat mit seinem Torerfolg gezeigt, dass er eine Bereicherung sein kann. So einen Torschuss habe ich von Hanke, Forsell und Stajner die letzten Jahre nicht einmal gesehen. Gleichzeitig sind es aber eben auch nur zwei Neuzugänge in einem Team mit 11 Spielern. Der Effekt dürfte also begrenzt sein. Überhaupt ist die Transferpolitik von 96 die letzten Jahre unter aller Kanone. Mir fallen wenige Transfers ein, die wirklich in Hannover eingeschlagen haben und dem Team über mehrere Spielzeiten hinweg qualitativ geholfen haben. Da fällt es dann natürlich auch schwer von Seiten der Fans irgendwie so etwas wie Vertrauen zur Transferpolitik der Roten aufzubauen. Aus meiner Sicht machen Sportdirektor und Präsident keinen guten Job, haben es nicht geschafft, die Mannschaft wirklich zu verstärken. Wenn man Erfolg haben will und vor der Saison teilweise Wünsche wie das Erreichen der internationalen Plätze ankündigt, muss man einfach finanziell mehr investieren.

Formkrise der Spieler: Was nützen zwei gute Neuzugänge, wenn sechs bis sieben andere Spieler seit Monaten in einer Formkrise stecken. Insbesondere aus dem Mittelfeld kommen von den etablierten Spielern wie Bruggink, Stajner, Rosenthal oder Baltisch kaum Impulse. Da ist es dann für Stürmer natürlich auch schwierig sich in Szene zu setzen. Gleichwohl kann man von Mike Hanke eben aber auch mal erwarten, dass er sich ein wenig mehr bewegt, vor allem, wenn er als einziger Stürmer aufgestellt ist. Die Probleme offensiv, die Probleme aber auch defensiv. 96 lässt viel zu viele Chancen zu, die Positionen der Außenverteidiger waren nie wirklich exzellent besetzt, da lässt man viel zu viele Gelegenheiten für die Fans zu. Fromlowitz spielt höchstens eine durchschnittliche Saison. Neben den Formkrisen kommt dann eben noch eine erhebliche Anzahl von Verletzten hinzu, seit Jahren sammeln sich die Wehwehchen in Hannover. Ob man sich damit vereinsintern mal näher beschäftigt hat, warum das so ist?

Erfahrung im Abstieg: 96 hat in den vergangenen Spielzeiten zwar nie wirklich Bäume ausgerissen, aber die fehlende Erfahrung im Abstiegskampf könnte ein weiterer negativer Faktor sein. So schlecht wie jetzt stand 96 noch nie in der Tabelle da. Weiß 96 und haben es die Spieler verinnerlicht, wie Abstiegskampf funktioniert, auf was es in solchen Spielen ankommt? Ohne jetzt anderen Vereinen zu nahe zu treten, habe ich den Eindruck, dass Bochum, Köln, Freiburg, Nürnberg und auch Hertha sehr viel wissen, wie man in solchen Spielen auftritt.

Identifikationsfigur auf dem Platz: Nach dem Schicksalsschlag durch den Tod von Robert Enke hat man den Eindruck, dass es auf dem Platz nicht wirklich einen Spieler gibt, der das Team mitzieht, der die Mannschaft nach Rückständen wach rüttelt, der die Mitspieler bei guten Situationen lobt, der sie pusht in den entscheidenen Phasen des Spiels. Jemand, der mal ein Zeichen setzt, der sich auch mal mit dem Schiedsrichter anlegt (im Rahmen der Regeln natürlich). Die gesamte Mannschaft wirkt zu brav auf dem Platz. Eine Mentalität, die im kräftetreibenden und nervenzehrenden Abstiegskampf nicht zielführend ist. Natürlich war der Tod von Robert Enke eine Zäsur und eine extreme Belastung für das Team, aber so ein Ereignis muss man auch mal hinter sich lassen, so schwer es fällt. Das darf ich von solchen Menschen erwarten. Man muss dazu eben nur bereit sein.

Stimmung in Hannover: Die Fans sind enttäuscht von der Mannschaft, die hohen Erwartungen in Hannover sind mal wieder nicht erfüllt worden. Gegen Nürnberg kamen gerade mal 26.000 Zuschauer in die AWD-Arena. So etwas wie ein klares Bekenntnis zum Verein, ein Unterstützen in schwierigen Zeiten, das permanente Anfeuern während des Spiels, der Stadionbesuch auch gegen vermeintlich kleine Mannschaften – all das findet nicht mehr statt. Aber es wäre gerade in dieser schwierigen Phase sowas von notwendig. Eine Verbindung von Fans und Vereinen, scheinbar ist es dazu jetzt schon zu spät, vor allem, wenn weiterhin die Erfolge ausbleiben. Auch das kann ein entscheidener negativer Faktor im Abstiegskampf sein. Wenn ich sehe, wie die Hertha zum Beispiel versucht ihre Fans im Abstiegskampf zu mobilisieren, wenn ich feststelle, wie die Fans des 1. FC Nürnberg ihr Team anfeuern und das mit der derzeitigen Stimmung in Hannover vergleiche, sind da riesengroße Unterschiede zu erkennen. Wo ist das Aufeinanderzugehen beider Gruppen, wo ist das Entgegenkommen des Vereins gegenüber den Fans. Wenn der Verein eine solch lethargische Außendarstellung abgibt, wie soll da irgendein Funke der Mobilisierung auf die Fans überspringen? Im Moment wirkt das alles so, als bereite man sich schon auf die eigene Beerdigung vor. Die hannoverschen Medien haben nach der Verpflichtung von Slomka zumindest ein, zwei Tage versucht sowas wie Aufbruchstimmung zu konstruieren. Da war sogar von “Slobama” zu lesen. Im Nachhinein hat das eher geschadet als genutzt, und die Aufbruchstimmung hat auch nicht lange angehalten. Mittlerweile gibt es auch in den Medien nur noch selten positive Artikel über 96.

All das sind nur einige von vielen Puzzleteilen, die das derzeitige Innenleben und Außenbild von Hannover 96 ausmachen. Es ist schlimm – und ich habe den Eindruck, dass viele das noch gar nicht begriffen haben. Momentan sehe ich den Abstieg als sehr viel wahrscheinlicher als den Klassenerhalt. Da sind Verbesserungen in Hoffenheim ein kleines positives Puzzleteil in einem Strom von vielen negativen. Noch möchte ich mir nicht ausmalen, was passiert, sollte 96 absteigen. Das wäre für die Stadt, den Verein und die ganze Region eine mittlere Katastrophe. Und das Positive ist ja, dass noch genug Zeit da ist um die Entwicklung umzukehren. Nur muss man damit jetzt langsam mal anfangen. Weg von den Durchhalteparolen – sondern auf die Spieler setzen, die sich wirklich dafür einsetzen den Klassenerhalt schaffen zu wollen. Und wenn dann eben nur 14 übrig bleiben, dann hat der Kader für ein Spiel eben nur so viele. Und dann reicht es eben von der sportlichen Führung auch nicht zu sagen, dass dann irgendwann auch mal ein Sieg rausspringen muss, wie Herr Slomka das zur Protokoll gab. Die Mannschaft will, wie Herr Kind ausführt, ist schlicht übertrieben. Da waren gestern mindestens die Hälfte, die nicht wollen oder eben nicht können. Wobei das im Endeffekt diegleichen Auswirkungen für die Mannschaft hat. Aber eben nicht für die sportliche Führung. Denn die hätte sehen müssen, dass das Team mehr Verstärkungen braucht, gerade auch aufgrund der Anfälligkeit von Verletzungen. Wenn Slomka meint, er könne seinem Team keinen Vorwurf machen, übersieht er weite Teile der zweiten Hälfte. Das ist schlicht realitätsfremd, wie so vieles gerade bei Hannover 96. Wenn man sich nicht endlich mit der Wirklichkeit anfreundet, dann gehen langsam aber sicher die Lichter aus.

Thema: Fußball | Kommentare (5) | Autor: medispolis

Review aufs Sportwochenende

Sonntag, 17. Januar 2010 19:04

Ob ich ein schönes Wochenende hatte, beurteile ich zum großen Teil danach, was ich gemacht habe, wen ich gesehen und was an Ereignissen nächste Woche ansteht. Und zu einem kleinen Teil eben auch an den sportlichen Ereignissen von Freitag bis Sonntag. Gradmesser sind dabei immer die Leistungen von Werder, Hannover 96, dem FC Arsenal und den Hannover Scorpions. Auch wenn das nur ein kleiner Teil meines Wohlbefindens ist, kann es ein gutes Wochenende schon mal ein wenig schlechter machen oder natürlich auch umgekehrt. Und gehe ich mit schlechter Laune am Montagmorgen aus dem Haus zur Uni, dann hat es meistens mit den sportlichen Ereignissen der letzten Tage.

Fragt mich einer nach diesem Wochenende, weiß ich eigentlich so gar nicht, wo ich es einordnen soll. Tendenziell eher negativ. Daran können auch die durchwegs guten Leistungen der Hannover Scorpions nichts ändern. Heimsieg am Freitag gegen Augsburg, heute zwar eine Niederlage im Penaltyschießen gegen die stark formverbeserten Pinguine aus Kreefeld. Aber vier Punkte mehr, weiterhin auf Platz drei und alle Chancen offen sich am Saisonende unter den ersten sechs der Tabelle zu platzieren. Von daher war das aus Eishockey-Sicht ein doch gutes Wochenende.

Was man vom Fußball nicht unbedingt behaupten kann. Werder Bremen verlor in Frankfurt mit 0:1 und verpatzt den Rückrundenauftakt. Vor sechs Wochen sprach Klaus Allofs noch von der Meisterschaft, heute gab es die Standpauke für die Spieler und die Erwähnung des ach so tollen Begriffes “Mittelmaß”. Und genau da steht Werder zumindest von der Form der letzten Wochen auch. Im Prinzip war die Leistung in Frankfurt eine Fortsetzung der Performance gegen Schalke und Hamburg. Viel zu lethargisch, nicht zielstrebig, halbherzig im Spielaufbau. Als wollte man dieses Spiel gar nicht gewinnen oder hoffte, Frankfurt würde mit einem spektakulären Eigentor für den Sieg der Hanseaten sorgen. Özil war alles andere als präsent auf dem Platz, Marin tauchte insbesondere in der zweiten Hälfte auch ab. Dann ist es klar, dass Rosenberg, Pizarro und Almeida vorne keine Impulse setzen können. Wenn es überhaupt etwas Positives zu erwähnen gab, dann das Debüt vom Linksverteidiger Abdennour. Hatte einige gute Ansätze. Wenn er das noch ein wenig verbessern kann, wird das ein vielversprechender Transfer. Weitere Einschätzungen zum Werder-Spiel in Frankfurt gibt es bei Meine Saison.

Bei Hannover 96 herrschen derzeit die Alarmglocken nach der peinlichen Heimniederlage gegen Hertha BSC Berlin. Wühlt man sich durch die Fanforen und die Kommentare unter den Artikeln der Hannoverschen Allgemeine, sieht man nur Frustabbau und das Infragestellen von nahezu allen Elementen im Verein, Trainer wie Spieler, Präsident. Nur die Fans will keiner entlassen. Zu allem Übel kommt jetzt noch die Verletzung von Ya Konan, der fast zwei Monate ausfallen wird. Wobei der Sturm gar nicht das größte Problem ist. Mit Stajner, Schlaudraff und auch Hanke sind hier Alternativen zumindest vorhanden. Sorgen macht mir auch für das Auswärtsspiel in Mainz die Abwehr. Schulz fehlt wegen der 5. gelben Karte, Karim Haggui ist noch mit Tunesien beim Afrika-Cup. Mario Eggimann hat gestern gezeigt, dass er in seiner momentanen Form keine Verstärkung und ein adäquater Ersatz ist, um es einmal vorsichtig zu formulieren. Und so hängt die Zukunft von Trainer Bergmann und auch ein bisschen des Vereins am nächsten Spiel in Mainz. Sollte dort nicht gewonnen werden, dann dürfte die Amtszeit von Bergmann beendet sein. Und die Vorzeichen sprechen ja nun wirklich nicht gerade dafür, dass Hannover in Mainz gewinnt. Personalprobleme, Selbstvertrauen, das jenseits von gut und böse sein wird, extremer Druck gewinnen zu müssen, dazu ist Mainz noch das fünftbeste Heimteam der Liga. Natürlich ist es jetzt ein leichtes zu sagen, man sollte Andreas Bergmann entlassen. Trotzdem finde ich die jetzige Strategie richtig. Vielleicht gelingt ja doch ein Coup in Mainz und mit Selbstvertrauen dann ein Sieg gegen Nürnberg – und dann sieht die Tabellenkonstellation schon ganz anders aus. Bergmann bekommt noch eine Chance, seine letzte.

Äußerst erfreulich hingegen das Ergebnis des FC Arsenal. Die Gunners gewannen 2:0 in Bolton dank eines wieder mal überragenden Cesc Fabregas. Man festigt damit Platz 3 und hat jetzt sieben Punkte Vorsprung auf Manchester City. Bolton zeigte sich unter dem neuen Trainer Owen Coyle in vielerlei Hinsicht schon stark formverbessert, konnte die vielen Chancen aber nicht nutzen. Arsenal insgesamt mit einer guten Leistung im Spiel nach vorne, man ließ aber defensiv zu viele Möglichkeiten für die Wanderers zu. Insbesondere in den ersten 30 Minuten der zweiten Halbzeit bettelte man förmlich um den Ausgleichstreffer. Aber am Ende ist alles gut gegangen. Noch erwähnenswert: Craig Eastmond, 19-jähriger Engländer, gab beim FC Arsenal heute sein Premier League Debüt von Beginn an.

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Vorschau Bundesliga-Rückrunde: Hannover 96

Freitag, 15. Januar 2010 10:23

Abschließend einige Gedanken der Sportblogger zur Situation bei Hannover 96 vor der Rückrunde. Weil letztens irgendwo auch die Frage aufkam, welchem Team ich näher stehe, also Werder oder 96, dann ist das ganz klar Bremen. Ich finde nach wie vor, dass bei 96 nicht so alles läuft, wie es laufen konnte. Ich tue mich immer schwer mich als richtiger 96-Fan zu identifizieren, nichts desto trotz habe ich für den Verein zumindest große Sympathien und beobachte regelmäßig, was im Verein und im Umfeld passiert. Infos zur Bundesliga-Rückrundenvorschau der Sportblogger finde sich zu Beginn dieses Eintrags an dieser Stelle.

Wie gut klappt es mit Trainer Andreas Bergmann? Ich kenne Bergmann aus seiner St. Pauli-Zeit nicht unbedingt als mitreißendsten Trainer. Kann so ein Charakter in Hannover überhaupt langfristig arbeiten?

medispolis: Schwierige Frage. Bergmann ist alles andere als ein mitreißender Trainer, sondern wirklich eher ruhig und besonnen, in der Außendarstellung und wohl auch im Umgang mit seinen Spielern. Bei den Fans ist er unglaublich beliebt, bei den Spielern auch. Im Vereinsumfeld ist er längst nicht mehr so unumstritten wie zu Beginn seiner Tätigkeit. Martin Kind hatte um den Jahreswechsel herum von Bergmann einen energischeren Umgang mit seinen Spielern gefordert, Bergmann sei zu weich und freundlich mit seinen Spielern.

Nach der peinlichen Leistung im Testspiel gegen Union Berlin ist Schmadtke dann ja mit der Mannschaft Schlitten gefahren und hat wohl eine ziemlich drastische Kabinenansprache in der Halbzeit geliefert. Könnte ich mir bei Bergmann nie vorstellen, deswegen hat es wohl auch der Sportdirektor gemacht. Bergmann ist nach dem Tod von Enke eigentlich nur einmal deutlich geworden, als er seine Spieler ermahnte, man dürfe sich leistungsmäßig nicht hinter dem Tod von Enke verstecken. Dann kam das 2:3 gegen Bochum nach 2:0-Führung. Und seitdem hängt das alles so ein bisschen in der Schwebe in Hannover. Entscheidend wird der Rückrundenstart. Heimspiele gegen Hertha und Nürnberg, dazwischen auswärts in Mainz. Wenn dort nicht ordentlich gepunktet wird (optimal wären sechs Punkte aus den beiden Heimspielen), glaube ich dürfte Bergmann sehr schnell weg sein.

Kurtspaeter: Interessant finde ich die Tatsache, das man aus der Zeit bei St.Pauli ganz andere Stimmen zu Bergmann hört. Demnach hat er sich (vorallem gegen Ende) den Fans gegenüber als extrem arrogant und den Spielern gegenüber als eher unflätiger Derrwisch dargestellt. Ich sehe das aber ähnlich, wenn Hannover gut in die Rückrunde kommt, dann bleibt er bis zum Saisonende.

Ist es richtig, durch das Abhängen von Enkes Trikots zum Rückrundenbeginn das Thema “Enke” schon wieder auf den Tisch zu bringen?

medispolis: In Hannover zumindest war das Thema Enke nie wirklich unter dem Tisch. Und das scheint wohl auch das größte Problem gewesen zu sein in den letzten Spielen der Hinserie. Von daher finde ich es angebracht, das Trikot abzunehmen, auch wenn dann das Thema noch einmal ausführlich besprochen wird. Aber das dauerte gar nicht so lang. Scheinbar haben sich die meisten damit abgefunden, dass das Trikot jetzt weg ist, die Diskussion ist sehr schnell zu Ende gegangen. Und ich denke, es hilft auch den Spielern.

Heinzkamke: Der Zeitpunkt in der Winterpause war meines Erachtens richtig gewählt (wenn auch vielleicht so nicht vorgesehen). Der Gedanke, man hätte es wenige Spieltage vor Schluss getan, unter Betonung irgendeines medial intensiv aufbereiten Zusammenhangs zwischen Trikot und Mannschaftsleistung, ist mir deutlich unangenehmer.

Enno: Für mich ist Hannover der Abstiegskandidat Nummer Eins. Die Mannschaft kann nicht mehr gewinnen, das ist jetzt schon offensichtlich und wird nach dem Beginn der Rückrunde in eine abgrundtiefe Negativspirale enden. Das klingt zwar platt und pietätlos. Aber die Mannschaft hat den Tod von Robert Enke nicht verkraftet.

Hannover 96 – Forsell, Hanke – besteht noch Hoffnung für die Stürmer mit dem einst wohlklingenden Namen?

medispolis: Nein! Bei Forsell übrigens noch weniger als bei Hanke. Forsell kam ja schon mit einer langwierigen Verletzung aus Birmingham nach Hannover. Seitdem mehr verletzt gewesen als gespielt. Bei Hanke sehe ich noch ein wenig bessere Chancen. Und im Moment ist es für beide sowieso schwierig sich in die Mannschaft zu spielen. Ya Konan scheint gesetzt, wenn es eng wird, spielt Stajner zweite Spitze, ansonsten im System Bergmann nur ein Stürmer oder vielleicht ja mal wieder Schlaudraff als hängende Spitze.

Kurtspaeter: Forsell hat einen wohlklingenden Namen, von dem ich immer noch nicht weiß, warum der eigentlich so wohlklingend sein soll. Abgesehen von seinem halben Jahr in Gladbach ist er nur durch Verletzungen aufgefallen. Und Hanke wird von Magath nach Schalke zurückgeholt und dann noch einmal groß rauskommen…

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Leon Andreaaaaaaaasen

Sonntag, 1. Februar 2009 16:30

Leon Andreasen wechselt bekanntlich vom FC Fulham aus der Premier League zu Hannover 96. Das war natürlich auch gestern Thema im Stadion. Doch es wurde nicht über seine Stärken und Schwächen diskutiert, oder ob er überhaupt ins Spielsystem von Hannover 96 passt (was ich zum Beispiel eher skeptisch sehe, aber das ist ein anderes Thema), sondern die Gespräche drehten sich alle um die Aussprache seines Nachnamens.  Die Leute hinter uns haben sich sofort auf “Andröösen” festgelegt. Begründung war, dass das Rolf Töpperwien irgendwann mal im ZDF so gesagt haben soll. Ich konnte mich da zwar leise dran erinnern, habe aber keinen Nachweis mehr dafür, dass er das wirklich so sagte. Zumal sich das Bilden einer Meinung basierend auf einer Aussage von Rolf Töpperwien ich sowieso für sehr zweifelhaft halte.

Als Leon Andreasen noch bei Werder Bremen spielte, war eigentlich für jeden Fan im Stadion die Sache mit dem Namen klar. Andreasen, und das “a” darf gerne etwas länger gesprochen werden. So hat es Arnd Zeigler als Stadionsprecher immer getan, und niemand hat sich beschwert von den Fans, dem Verein oder der Spieler selbst. Von daher dieser Hinweis für alle 96-Fans und unseren Stadionsprecher. Sollte er auch einmal ein Tor schießen, kann man das “a” auch gerne noch etwas länger ziehen.

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Sechsundneunzig!

Dienstag, 4. November 2008 21:06

Neues Projekt in Abu Dhabi. Nachdem die Jungs aus den Vereinigten Arabischen Emiraten die Palme und die Welt im Wasser geschaffen hatten, grübelten sie, was noch als Nächstes kommen könnte. Und sie hatten diesen fantastischen Einfall – einfach einzigartig.

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Bundesliga 2008/2009 3. Spieltag, VfB Stuttgart – Hannover 96

Sonntag, 31. August 2008 16:35

[18h53] Endstand Aston Villa – FC Liverpool 0:0 Insgesamt schwache Partie. Nur drei Torchancen für Villa, zwei für die Reds. Insgesamt beide mit etwas zu viel Handbremse in der ersten Hälfte. Nach dem Wechsel mehr Tempo, aber weiter kaum Chancen. Gegen Ende Villa mit der Schlussoffensive, aber verdient wäre ein Sieg hier auch nicht.

[18h49] Endstand VfB Stuttgart – Hannover 96 2:0 Null Punkte, null Tore, aber wenigstens ein bisschen Hoffnung dank guter erster 20 Minuten. Etwas Licht am Ende des Tunnels. Die Partie gegen Möchengladbach in zwei Wochen kann die Stimmung weiter aufhellen. Eigentlich ist dies auch zwenigend nötig.

[18h43] Noch knapp fünf Minuten im Villa Park. Es ist immerhin packend und spannend, wenn nicht auch spielerisch toll anzusehen. Aston Villa in den letzten Minuten wieder mit mehr Zug zum Tor. Von den Reds offensiv nur noch wenig los.

[18h32] Liverpool mit der großen Chance zur Führung. Langer Ball auf Robbie Keane, der frei auf Brad Friedel zuläuft. Er überlegt einen Moment zu lange und dann rauscht von hinten Nigel Reo-Coker an, haut Keane um, der Ball war schon weg, aber für einen Elfmeter war es zu wenig. Und hätte Keane nicht abgestoppt und wäre durchgelaufen, würde es hier 0:1 stehen. Sonst sind Chancen weiter Mangelware.

[18h30] Zwanzig Minuten vor Schluss die beste Chance von Hannover 96 im zweiten Durchgang. Hanke per Kopfball an die Latte. Das ganze nach einer Ecke von rechts durch Stajner.

[18h28] Miroslav Klose weiß also doch noch, wo das Tor steht. 4:0 für die Bayern gegen Hertha BSC Berlin.

[18h23] James Milner, frischer Neuzugang aus Newcastle, ist bei Aston Villa in der Partie. Das wäre jetzt doch mal ein Einstand. Die Führung schießen und Liverpool noch ein bisschen mehr unter Druck setzen.

Von Liverpool kommt offensiv in der Abwesenheit von Steven Gerrard zu wenig Substanz und Durchdachtes. Villa hat hier gute Chancen drei Punkte mitzunehmen. Dafür müsste man aber noch etwas mehr Risiko wagen.

[18h19] Wechsel Hannover: Chavdar Yankov für Altin Lala. Ich hoffe es war das letzte Spiel für Lala in der 96-Startelf.

[18h16] Hannover kommt nicht besonders gut in diese zweite Hälfte, viele Abspielfehler. Teilweise legt man den Stuttgartern den Ball förmlich in den Fuß. Würde Gomez die Chancen konsequenter nutzen, stünde es hier 4:0. Die Roten im Moment mit dem Ergebnis gut bedient.

Bei Hannover mittlerweile Stajner für Bruggink in der Partie. Auch Stuttgart wechselt. Boulahrouz für Arthur Boka.

[18h10] Aston Villa drückt ein bisschen aufs Gaspedal. Spielen jetzt variabel in der Offensive, mehr über die Flügel. Nach einer Ecke kommt Carew zum Kopfball, knapp über das Tor. Aber auch Liverpool mit Chancen. Keane deckt den Ball wunderbar ab, gibt zurück zu Alonso, dessen Schuss leicht abgefälscht knapp über das Tor geht. Und nach der Ecke gleicht die nächste Chance, Friedel kann eine verunglückte Flanke von Lucas gerade noch so über die Latte lenken. Deutlich mehr Tempo und Leben jetzt in der Partie.

Bayern erhöht auf 3:0 durch Philipp Lahm (54.) und Bastian Schweinsteiger (56.)

[18h07] Fast hätten wir das Buch zuklappen können. Ein Pass hebelt die gesamte 96-Verteidigung aus, Hinzelsperger mit toller Vorarbeit für Gomez, der frei vor Enke auftaucht. Sensationell reagiert von Enke. Nur Ecke.

[18h05] Altin Lala wieder mit einer sehr mäßigen Leistung. Schade, dass Balitsch heute verletzt fehlt. Dann würde aus dem Mittelfeld Richtung Offensive mehr kommen als nur Fehlpässe und ungenaue Zuspiele.

[18h02] Wechsel Stuttgart: Khedira für Marica, der verletzt in der Kabine geblieben ist.

[17h46] Halbzeit VfB Stuttgart – Hannover 96 2:0 Ich fordere die Einwechslung von Jiri Stajner. Ganz schnell. Hannover muss sich vorwerfen lassen: Chancen vorne nicht gemacht, hinten wieder teilweise den Hühnerhaufen gespielt. Was nützt es da, dass man die ersten 20 Minuten besser war?

Halbzeit Aston Villa – FC Liverpool 0:0 Kein gutes Spiel. Villa noch zu vorsichtig, die Reds laufen gegen eine Betonmauer an. Reo-Coker und Carew die einzigen beiden, die offensiv für etwas Unterhaltung sorgen.

Bayern München führt 1:0 und Manchester City fährt nach einem 3:0 bei Sunderland feucht fröhlich nach Hause. Ist in der Blitztabelle jetzt Dritter hinter Chelsea und Liverpool.

[17h40] VfB Stuttgart – Hannover 96 2:0, Pavel Pardo, 40. Minute Ganz sicher verwandelt, Enke verladen, rechts hoch geschossen. Führung geht auch in der Höhe absolut in Ordnung. Defensiv hat Hannover 96 weiterhin nicht die Ordnung gefunden.

[17h39] Elfmeter Stuttgart Foul von Christian Schulz an Lanig. Entscheidung geht absolut ok.

[17h36] Nach gespielten 35 Minuten gibt es die erste Torchance aus Birmingham zu vermelden, für Aston Villa. Endlich spielt man sich mal schnell durch das Mittelfeld, Barry steht nicht im Abseits, gibt in die Mitte, wo der Schuss von Young gerade noch so abgeblockt wird. Sonst ist das eine sehr übersichtliche Angelegenheit.

Fernando Torres musste verletzt raus. David Ngog stürmt jetzt an der Seite von Robbie Keane.

[17h28] Meine Fresse. Erneuter Ballverlust der Schwaben im Spielaufbau, Hannover hat Überzahl, drei gegen zwei. Und was Bastian Schulz. Anstatt abzugeben schießt er direkt aufs Tor. Aber nicht so, dass Lehmann mit Ball ins Tor fliegt, sondern so, dass Lehmann den Ball fast per Fuß stoppen kann. Erneut eine gute Chance für die Roten, kläglich vergeben. So viele gute Chancen wird man nicht mehr bekommen. Und wenn ich mir die Unsicherheit in der Defensive von Hannover anschaue, fällt hier wenn eher das 2:0. 96 spielt nicht schlecht, doch Stuttgart wird mit der Führung im Rücken souveräner.

[17h26] Die Partie im Villa-Park ist von den ersten Eindrücken genauso ein Langweiler wie vorhin an der Stamford Bridge. Villa steht tief, zieht sich weit zurück, überlässt Liverpool das Mittelfeld. Die Reds spielen sich aber immer wieder an der Defensive von Aston Villa fest. Nach vorne geht bei beiden Teams noch eher wenig.

[17h17] VfB Stuttgart – Hannover 96 1:0, Mario Gomez, 18. Minute Ecke von links, Chaos im Fünfer vor Robert Enke. Der Torwart sieht den Ball spät, kriegt nur eine Hand an den Ball, der Gomez dann genau vor die Füße fällt. Und Führung für die Schwaben. Viertes Gegentor, das 96 nach einer Standardsituation bekommt. Und wir haben vier Innenverteidiger im Verein.

Bayern München geht derweil mit 1:0 in Führung durch Luca Toni. Und Manchester City erhöht auf 3:0. Doppelpack von Shaun Wright-Philipps

[17h11] FC Sunderland – Manchester City 0:2, Shaun Wright-Philipps, 50. Minute Der erste Treffer des Neuzugangs vom FC Chelsea. Hat sich ja schon mal gelohnt.

[17h09] Fantastische Gelegenheit zur Führung für die Niedersachsen. Osorio mit dem Ballverlust, Bruggink schickt Rosenthal, der freistehend an Lehmann scheitert. In einem Anflug von Elan verfolgt der VfB-Keeper Rosenthal noch, der wieder hinter dem Ball her ist. Das VfB-Tor ist leer, doch Stuttgart kann letzlich klären.

Insgesamt noch eher verteiltes Spiel. Stuttgart mit mehr Ballbesitz, aber die beste Chance hatte Hannover. Und setzt noch gleich einen drauf. Schlaudraff auf Forsell, der nicht im Abseits steht, sich wunderbar durchsetzt. Der Schuss geht ganz knapp am langen Pfosten vorbei.

[17h05] Verpatzter Saisonstart für den AC Mailand in der Serie A. 1:2-Heimniederlage gegen Bologna. Die Roma mit einem 1:1 gegen den SSC Neapel.

[17h02] Die Aufstellungen im Villa-Park

Aston Villa: Friedel – Young, Laursen, Davies, Shorey – Reo-Coker, Petrov, Barry, Young – Carew, Agbonlahor

FC Liverpool: Reina – Arbeloa, Carragher, Skrtel, Dossena – Kuyt, Alonso, Mascherano, Lucas – Keane, Torres

Die Reds ohne ihren verletzten Kapitän Steven Gerrard. Dossena spielt für Fabio Aurelio.

[16h58] Pfiffe von den Villa-Fans, als Benitez das Stadion betritt. Freundlicher Händeschlag der beiden Trainer. Mehr aber auch nicht.

[16h54] Die Aufstellungen in der Mercedes Benz Arena

VfB Stuttgart: LehmannOsorio, Tasci, Delpierre, BokaPardoLanig, HitzlspergerBastürkMarica, Gomez

Hannover 96: EnkeCherundolo, Eggimann, Vinicius, Christian SchulzLalaRosenthal, Bastian SchulzBruggink, SchlaudraffForssell,

Die Niedersachsen mit fünf Veränderungen. Mike Hanke nur auf der Bank, Forssell dafür im Sturm neben Schlaudraff. Eggimann ersetzt Ismael in der Innenverteidigung. Desweiteren Huszti, Pinto und Balitsch raus, Rosenthal, Bastian Schulz und Cherundolo rein.

[16h49] FC Sunderland – Manchester City 0:1, Stephen Ireland, 45. Minute

[16h49] Der Vorlauf bei PREMIERE ist eine einzige Katastrophe. Dieter Nickles fragt Uli Hoeneß zwei Minuten lang, ob es noch Neuzugänge für die Bayern gibt. Dabei hat das Rummenigge gestern bei PREMIERE konsequent ausgeschlossen. Weshalb diese Frage dann?

[16h47] Brisanz (II) – Dieter Hecking musste sich die vergangene Woche in Hannover erstmal richtig Kritik anhören. Er würde die falschen Spieler aufstellen, nicht die richtige Taktik spielen. Und mit seiner Schelte gegen die Fans, die das Team nach dem 0:0 gegen Cottbus ausgepfiffen haben, hat er sich auch keine neue Freunde gemacht. Wir brauchen nicht lange um den heißen Brei herumreden. Heute eine Niederlage – und Hannover stehen turbulente Wochen bevor. Am Freitag hat Hecking Valerien Ismael aus dem Kader für das Spiel gestrichen.

[16h41] Brisanz (I) – Gareth Barry spielt heute zum ersten Mal mit Aston Villa gegen den FC Liverpool, seit vor ein paar Monaten Liverpools Trainer Raphael Benitez am Rücken der Villa-Verantwortlichen vorbei den Mittelfeldspieler an die Anfield Road lotsen wollte. Barry wollte ebenfalls den Verein verlassen, es gab Streit mit Trainer Martin O’Neill. Villa war bereit Barry abzugeben, doch die Führungsriege bei Liverpool war nicht bereit den Preis zu zahlen. Jetzt bleibt alles beim alten – und Freunde werden alle wohl auch nur wieder sehr sehr langsam.

[16h35] Die ersten überarbeiteten Takte der Bundesliga-Fanfare klingen übrigens scheußlich. Als wenn da irgendjemand den falschen Knopf gedrückt hätte.

[16h32] So, dann geht es weiter mit der Bundesliga. Ich werde selbstverständlich auch auf die Premier League schauen. Mal sehen, welches Spiel mehr verspricht.

Thema: Fußball, Live-Blog, Premier League | Kommentare (0) | Autor: medispolis

Fußball-Tristesse in Hannover

Samstag, 23. August 2008 20:55

Ich war gestern Abend beim ersten Heimspiel von Hannover 96 gegen Energie Cottbus. Ich gehe seit Jahren immer zum ersten Heimspiel und konnte diesmal acht Personen, darunter drei Frauen, überreden mitzukommen. Zumindest die weibliche Begleitung werde ich so schnell nicht mehr überzeugen können. “Da ist das Passspiel der Frauennationalmannschaft genauer”, war der gemeinsame Tenor der Damen. Recht haben sie.

Aber das nur als Randnotiz. Wir saßen wieder recht gut im Unterrang auf der Westtribüne mit bester Sicht auf das Spielfeld. Ich habe bei weitem kein Kantersieg von Hannover 96 erwartet, sondern ein sehr enges und vielleicht auch phasenweise sehr zähes Spiel. Aber da war ich wohl auch der einzige. Alle Fans, mit denen ich gesprochen habe und die in näherer Umgebung saßen, sprachen vor dem Spiel von einem überzeugenden Sieg, träumten von gutem offensiven Fußball. Cottbus habe gegen Hoffenheim verloren, dann müsse doch Hannover 96 keine Probleme mit den Lausitzern haben. Das war kurz vor dem Spiel. In der 80. Minute waren dann einige vom Pfeifen schon müde und bereuten ihre Dauerkarte für die laufende Saison. Gegen Ende des Spiels pfiff das ganze Stadion, die Mannschaft traute sich nicht mal mehr vollständig zum Fanblock zu gehen. Der Frust der Fans saß richtig tief.

Wie gesagt, ich habe von der Hecking-Truppe keine Wunderdinge erwartet, zumal klar war, dass Cottbus mit 10 Mann die Defensive ausfüllen würde und sich Hannover mit solch einer Taktik des Gegners schon immer etwas schwerer getan hat. Doch was ich erwartet habe, waren Einsatz, Laufbereitschaft, eben eine gewisse Leidenschaft für die Arbeit. Aber die war mit Ausnahme der ersten 10 Minuten nicht zu sehen. Das war die eigentliche Enttäuschung. Und auch Trainer Dieter Hecking und die Vereinsführung um Präsident Martin Kind müssen sich meiner Meinung nach langsam mal Gedanken darüber machen, wie sie mit Hannover 96 umgehen möchten. Mitte Juli hat Martin Kind in einem Interview mit der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung das Saisonziel internationales Geschäft ausgegeben, möglichst gleich direkt in den UEFA-Cup. Was das im Vereinsumfeld und bei den Fans ausgelöst hat, konnte man gestern erfahren: Hohe, ja schon überhöhte Erwartungen. Mit so einer Leistung wie heute kämpfen wir gegen den Abstieg, war der Tenor auf der Tribüne. Wenn man sich in den Zeitungen heute die Stimmen zum Spiel durchliest, hört man Dieter Hecking sagen, dass es zwar eine enttäuschende Leistung gewesen sei, die Mannschaft aber eben noch Zeit brauche und er über mehrere Jahre hier ein Team aufbauen möchte. Also was denn nun? Direkter Einzug in den UEFA-Cup oder eine langfristige Perspektive für eine jetzt noch nicht völlig eingespielte Mannschaft? Da sollte man sich im Vereinsumfeld mal einig werden. Und wohlgemerkt: Mit Jan Schlaudraff und stand gestern ein Spieler in der Anfangself, der nicht in der letzten Saison in Hannover gespielt hat.

Der gestrige Abend hat eindrucksvoll gezeigt, dass Hannover 96 nicht die spielerische Qualität hat eine defensiv eingestellte Mannschaft wie Cottbus auszuspielen. Und auch Dieter Hecking muss sich Fehler in der taktischen Ausrichtung vorwerfen lassen. Gehen wir die Mannschaftsteile mal im einzelnen durch. Wir können uns glücklich schätzen, dass wir Robert Enke im Tor stehen haben. Gutes Stellungsspiel, souverän und mit guten Paraden. Enke war es zu verdanken, dass es beim Unentschieden blieb. Die Viererkette in der Abwehr bestand gestern aus Hanno Balitsch auf rechts, in der Innenverteidigung spielten Vinicius und Valerien Ismael, linker Verteidiger war Christian Schulz. Defensiv stand man weitesgehend sicher, wenngleich der gestrige Abend auch gezeigt hat, dass Balitsch auf hinten rechts nicht der richtige Mann ist, weil dadurch die Impulse aus dem Mittelfeld fehlen. Das war gestern dadurch bedingt, dass Steven Cherundolo erst spät von der Nationalmannschaft zurückkehrte. Der US-Boy kam dann Mitte der zweiten Halbzeit. Und spielte dann im rechten Mittelfeld. Lieber Herr Hecking, warum geht dann Cherundolo nicht auf seine etatmäßige Position als Rechtsverteidiger und Balitsch kann ins Mittelfeld vorrücken? Es kam praktisch kein gescheiter Angriff in der letzten Phase des Spiels, der mal über die Flügel ging. Stattdessen nur langer Hafer von Vinicius und Ismael.

Aber die Verteidigung ist – mit Ausnahme der Standardsituationen – das geringste Problem. Besonders im Mittelfeld drückt der Schuh. Da spielt ein Altin Lala seit mehreren Jahren, teils schon in der dritten Liga, den defensiven Part im Mittelfeld. Und Altin Lala hat schlicht nicht mehr die Qualität in der 1. Liga zu spielen, wird von Dieter Hecking aber konsequent aufgestellt. Altin Lala ist eine Fleißbiene, kämpft um jeden Ball. Das rechne ich ihm hoch an. Aber wer auf vier Metern den freien Mann mehrmals nicht sieht und dem Gegner den Ball in die Füße pfannenfertig spielt, hat da eher nichts verloren. Und somit kommen eben auch keine Impulse aus dem Mittelfeld für den offensiven Part und die Stürmer. Gleiches wie für Altin Lala geht für Sergio Pinto. Und wenn aus einem Mittelfeld mit vier Akteuren schon mal zwei keinen Impuls nach vorne bringen, fällt die Last auf zwei Schultern. Das waren gestern Szabolcs Huszti und Arnold Bruggink. Dass die dann gegen eine dicht gestaffelte Cottbusser Defensive dann hoffnungslos überfordert sind, ist kein Wunder. Sie bekommen keine Unterstützung aus dem defensiven Mittelfeld und finden vorne in Mike Hanke einen Stürmer, der durch Lustlosigkeit, fehlende Laufbereitschaft, ständiges Gemeckere und Schwalben am Stück auffällt. Nur eines tut er nicht. Sich konsequent anzubieten – und zwar so, dass man ihn auch auf dem sicheren, einfachen Wege anspielen kann. Hankes Leistung gestern war eine Frechheit. Zumal er stets mit der großen Klappe ins Mikrofon spricht, einen Platz in der Nationalelf beansprucht, es aber gleichzeitig nicht schafft sich in ein Spiel reinzuhängen, zu kämpfen und seine Mitspieler aufzurütteln. Am besten hat mir gestern Jan Schlaudraff gefallen, zumindest in der ersten Hälfte. Da konnte man so etwas wie Spielkultur erkennen, da war Bemühen zu sehen. Gleiches gilt auch für Christian Schulz, der auf der Position des Linksverteidigers aber auch “verschenkt” wird. Im linken Mittelfeld wäre er besser aufgehoben. Doch Michael Tarnat fällt mit Verletzung noch länger aus. Hannover 96 möchte in den UEFA-Cup, der etatmäßige Linksverteidiger fällt längerfristig aus. Christian Schulz ist auf hinten links eine Notlösung. Aber Präsident Martin Kind und auch Trainer Dieter Hecking sehen keinen Handlungsbadarf für einen weiteren Transfer. Verstehe das wer will. Stattdessen können wir uns mit Innenverteidigern langsam zuballern.

Und wenn dann neben den ganzen spielerischen Defiziten und taktischen Unzulänglichkeiten auch noch fehlende Laufbereitschaft dazukommt, dann sehen wir eben so ein Spiel wie gestern, wo ab der 50. Minute Vinicius und Ismael in regelmäßiger Beständigkeit die Bälle hoch und lang nach vorne schießen. Es muss sich spielerisch, taktisch und personell einiges ändern auf dem Platz. Vorerst noch auf dem Platz. Vielleicht auch bald darüberhinaus im Verein.

Denn Fußball-Tristesse gab es schon zu häufig in Hannover. Einen Mann hat man gestern öfter gehört auf der Tribüne. Ralf Rangnick. Das war Spektakel in Hannover, eben aber nicht immer ganz erfolgreich. Dann ging ein Spiel gegen die Bayern eben mal 3:3 aus. Besser als ein lustloses 0:0 gegen Cottbus. Allemal. Wie gesagt, Dieter Hecking ist das kleinere Problem. Man kann seine Handschrift erkennen, nur muss auch er langsam mal einsehen, dass es mit dem Personal und der Taktik nicht das Optimale aus der Mannschaft rausholt. Das Personal können wir ja leider nicht mehr groß verändern, von daher wäre es mal Zeit für ein neues Spielsystem. Vielleicht eine Stärkung des offensiven Mittelfelds mit nur einem Stürmer. Denn Mike Hanke ist derzeit am besten auf der Bank aufgehoben.

Thema: Fußball | Kommentare (4) | Autor: medispolis