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TV-Tipp: Fernsehdebatte der Demokraten in Texas

Donnerstag, 21. Februar 2008 10:07

Vielleicht ist es Hillary Clintons allerletzte Chance für eine Wende im Vorwahlkampf bei den Demokraten. In den TV-Debatten hat sie eigentlich immer gut ausgesehen. Vor den wohl entscheidenen Vorwahlen in Texas am 04. März findet heute Nacht die erste von zwei großen TV-Debatten statt. Die Themen werden neben den bekannten Politikfeldern vor allem sehr Texas-spezifisch sein, wie Sicherung der Grenzen, Einwanderung und die Rolle der Hispanics. Interessant wird zu sehen sein, wie Hillary Clinton das ganze angeht. Setzt sie weiter auf die Angriffskarte gegen Obama und alles oder versucht sie eher ruhig für ihre Programmatik zu überzeugen? Denn unter Druck steht nur sie. Wird also sicherlich eine interessante Veranstaltung.

Die TV-Debatte der Demokraten aus Austin/Texas heute Nacht ab 02h00 live auf CNN. Eine Wiederholung gibt es morgen Vormittag um 11h00.

Thema: TV und Radio, US Wahl 2008 | Kommentare (0) | Autor: medispolis

Das Momentum für Barack Obama und die Szene der Nacht

Mittwoch, 20. Februar 2008 11:14

Ich konnte die letzte Nacht überhaupt nicht gut schlafen und habe dann nebenbei CNN laufen gehabt mit dem Situation Room. Zwischendurch bin ich zwar mal wieder eingeschlafen, aber pünktlich zu den ersten Ergebnissen aus Wisconsin gegen 03h00 morgens wieder aufgewacht.

Die Szene der Nacht folgte dann kurz darauf. Man war bei CNN live bei der Rede von Hillary Clinton, die sich vornehmlich kaum zu den Ergebnissen geäußert hat, sondern ihre Anhänger für Texas und Ohio einschwörte. Die Rede lief schon einige Minuten, war aber noch längst nicht am Ende, als plötzlich bei CNN die Alarmglocken schrillten. Mitten in der Rede von Clinton brach man die Live-Übertragung ab, weil gleichzeitig Barack Obama in Houston vor die Mikrofone trat. Einfach so. Hillary Clinton zählt nicht mehr. Wenn es eines Beweises brauchte, dass das Momentum klar in Richtung Barack Obama ausgeschlagen hat, dann war es diese Szene, denn auch immer mehr die Berichterstattung der Medien konzentriert sich vornehmlich in positiver Weise auf den schwarzen Senator aus Illinois.

Und Obama ist weiter auf einem Höhenflug. Er gewann die beiden Vorwahlen in Wisconsin und auf Hawaii mehr als deutlich. Gerade in Wisconsin konnte man von so einem deutlichen Sieg nicht ausgehen, aber Obama hat es wieder geschafft Hillary Clinton ihre traditionellen Wählergruppen abzunehmen. Auf Hawaii kommt Obama auf einen Stimmenanteil von 74%, während Clinton angeschlagen bei 26% liegt. In Wisconsin steht es nach den Auszählungen 58 zu 41% pro Obama. Obama führt jetzt auch in den Delegiertenstimmen etwas deutlicher. CNN schätzt seinen Vorsprung auf knapp 60 Delegierte ein, 1.294 zu 1.234 für Obama.

Bei den Republikanern hat John McCain weiter alles im Griff. Ihm fehlen nur noch wenige Delegiertenstimmen, bereits in zwei Wochen kann er die notwendigen 1.191 erreichen. Hat Hillary Clinton noch eine Chance? Ja, aber nur wenn sie Texas und Ohio gewinnt. Dass das mehr als schwer werden wird, dürfte klar sein.

So, jetzt sind erstmal zwei Wochen Pause. Alles konzentriert sich dann auf Texas und Ohio. Hier kann sich entscheiden, wer der Kandidat der Demokraten wird. Sollte Clinton beide Staaten nicht deutlich für sich entscheiden, dürfte es das dann so langsam gewesen sein. Die Wahlnacht aus Texas und Ohio am 04. März werde ich live mitbloggen.

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Zitat des Tages: Mittwoch, 13. Februar 2008 – Tonight We’re On Our Way

Mittwoch, 13. Februar 2008 10:40

Gestern fanden die Potomac Primaries statt, also die Vorwahlen in der Hauptstadt Washington D.C., in Maryland und Virginia. Und ganz ehrlich, ich hätte nicht gedacht, dass Barack Obama Hillary Clinton so deutlich hinter sich lässt. Und auch im Situation Room von CNN war man mehr als erstaunt, als die ersten Zahlen eintrudelten. In Washington D.C. kommt Obama auf 75% der Stimmen, in Maryland auf 60% und in Virginia auf 65%. Damit liegt erstmals Barack Obama in den Delegiertenstimmen vor Hillary Clinton, zwar nur ein knapper Vorsprung, aber dennoch vielleicht ein kleiner Wendepunkt. Dementsprechend zuverlässig zeigte sich auch Barack Obama:

“The change we seek swept through Chesapeake and over the Potomac. We won the state of Maryland. We won the commonwealth of Virginia. And though we won in Washington, D.C., this movement won’t stop until there is change in Washington, D.C., and tonight we’re on our way.”

In einer Woche geht es dann in Wisconsin und auf Hawaii weiter, aber diese Vorwahlen sind eher zu vernachlässigen. Richtig dramatisch wird es nochmal am 04. März, wenn unter anderem in den bevölkerungsreichen Staaten Texas und Ohio gewählt wird. Dann werden noch mal knapp 500 Delegiertenstimmen verteilt. Dementsprechend liegt dort auch die Hoffnung von Hillary Clinton:

“We’re going to sweep across Texas in the next three weeks, bringing our message about what we need in America … I’m tested, I’m ready. Let’s make it happen.”

Aber die Probleme für Hillary Clinton sind offenbar. Sie hat den Anschluss verloren und erstmals bei den Vorwahlen gestern keine Mehrheit gefunden bei den Latinos, bis dato eine starke Zustimmungsgruppe für Clinton. Auch hier hat Obama die Mehrheit geholt. Lediglich bei weißen Frauen kann Hillary Clinton noch mehr Stimmen gewinnen als Barack Obama. Texas und Ohio sind jetzt “Must-Wins” für Hillary Clinton, das wird richtig interessant.

Bei den Republikanern hat sich das Bild nicht wesentlich verändert. John McCain hat alle drei Vorwahlen gewonnen und benötigt lediglich nur noch knapp 400 Delegiertenstimmen.  Mike Huckabee will weiterkämpfen, bis im Lager der Republikaner eine Entscheidung feststeht.

Nochmal zur Hillary Clinton. Ich habe großen Respekt vor deren politischer Arbeit und vor der Person und frage mich deshalb auch, wie man sich in so einer Zeit wie dieser jetzt fühlen muss. Vor gut einem Monat in allen landesweiten Umfragen noch über 30% vor Obama gelegen zu haben, und jetzt nicht mehr die Gejagte, sondern die Jägerin zu sein muss unglaublich frustrierend sein. Und eines nehme ich Hillary Clinton mal so spontan nicht ab. Dass sie nicht nervös ist und dass es nicht auch rumort in ihrem Wahlkampflager. Gestern Nacht trat ihr stellvertretender Wahlkampfmanager zurück. Hillary Clinton steht unter Druck. Alles andere als wirklich überzeugende Siege in Texas und Ohio würden eventuell das Ende bedeuten.

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Zitat des Tages: Sonntag, 10. Februar 2008 – Aller guten Dinge sind drei für Barack Obama

Sonntag, 10. Februar 2008 13:12

“Today, the voters from the West Coast to the Gulf Coast to the heart of America stood up to say yes, we can. We won in Louisiana, we won in Nebraska, we won in Washington state, we won North, we won South, we won in between, and I believe that we can win Virginia on Tuesday if you’re ready to stand for change.”

Tja, aller guten Dinge waren gestern drei für Barack Obama. Er gewann alle drei Vorwahlen souverän und sehr überzeugend mit großem Vorsprung gegenüber Konkurrentin Hillary Clinton. In Washington State betrug der Vorsprung betrug 37%, in Nebraska 36% und in Lousiana mehr als 20%. Barack Obama kommt durch die drei Siege auf 1.070 Delegierte und liegt nur noch 25 Delegierte hinter Hillary Clinton. Obama konnte seinen positiven Trend nach dem Super Tuesday also weiter fortsetzen. Hillary Clinton gab sich aufgrund der deutlichen Niederlage auch entsprechend zurückhaltend in ihren Formulierungen:

“Jemand wird auf den Stufen des Kapitol stehen und seine – oder ihre Hand auf die Bibel legen und dann wird er oder sie als 44. Präsident vereidigt. Wir müssen dafür sorgen, dass dieser Präsident ein Demokrat ist.”

Bereist heute am Sonntag sind noch Caucuses in Maine, also ganz im Nordosten der USA. Dienstag geht es dann weiter im District of Columbia, Maryland und Virginia.

Bei den Republikanern konnte Mike Huckabee die Vorwahlen in Kansas, Washington State und Lousiana gewinnen, was wiederum zeigt, dass John McCain erhebliche Probleme hat im konservativen Lager der Republikaner Stimmen zu bekommen. Aber eigentlich ist es auch egal: John McCain wird Kandidat der Republikaner.

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Die Demokraten vor dem Super Tuesday: Der Edwards – Faktor

Samstag, 2. Februar 2008 17:06

Oder auch Giga Tuesday oder, wer noch ein Superlativ braucht, Tsunami Tueday. Am kommenden Dienstag entscheidet sich wohl mutmaßlich, wer als Kandidat der Demokraten ins Rennen um die Präsidentschaft im November geht. In Alabama, Alaska, Arizona, Arkansas, Colorado, Conneticut, Delaware, Georgia, Idaho, Illinois, Kansas, Massachussetts, Minnesota, Missouri, Montana, New Jersey, New Mexico, New York, North Dakota, Oklahoma, Tennessee und Utah halten die Demokraten ihre Vorwahlen ab. Wer dabei noch über alle Umfrageergebnisse den Überblick behalten will, ist wohl auf weiter Spur, denn das ist nicht unbedingt nötig. Wichtig ist vor allem auf die umkämpften und wichtigen Staaten – sprich Staaten mit vielen Delegierten – zu schauen. Aber auch da dann das Problem, das in vielen Staaten nocht gar nichts entschieden sei. Also mal schauen, ob wir an dieser Stelle mal einen kurzen Überblick geben können.

Zur Ausgangslage: Seit Donnerstag ist es jetzt auch rein formal und offiziell ein Zweikampf der Demokraten, nachdem John Edwards in Konsequenz des schwachen Abschneidens bei den Primaries in Florida seine Kandidatur zurückgezogen hat. Das bringt jetzt zwar mehr Übersichtlichkeit mit sich, stellt die bisherigen Kandidaten aber auch vor große Herausforderungen, zumal John Edwards ihnen in keiner Weise entgegenkommen wird – und das vor allem aus taktischen Gründen. Denn Edwards gilt als heißer Favorit auf den Posten des Vize-Präsidenten, falls der nächste Präsident von den Demokraten kommen sollte, wovon wohl auszugehen ist. Für Edwards wäre es also taktischer Unfug sich und seinen Wählern die klare Empfehlung zur Unterstützung von Obama oder Hillary Clinton zu geben, denn der Schuss könnte nach hinten los gehen und der Posten des Vize-Präsidenten wäre in Gefahr. Dieses Risiko will Edwards nicht gehen, heißt also, dass sich Obama und Hillary selbst um die ehemaligen Wähler von John Edwards kümmern müssen. Und der schwarze Gouverneur von Illinois hat das zumindest bei der TV-Debatte am Donnerstag recht geschickt gemacht. Während Hillary Clinton in ihrem Eingangsstatement keine Silbe über Edwards verlies, waren die ersten Worte von Barack Obama der Dank an den Zurückgetretenen für eine faire und kontroverse Debatte. Vielleicht zumindest ein kleiner Pluspunkt, zumal er mit Senator Edward Kennedy, dem jüngsten Bruder von John F. Kennedy, diese Woche einen prominenten Untersützung bekam.

Das Duell Clinton gegen Obama steht die nächsten Wochen also im Mittelpunkt. Jetzt heißt es nur noch: Er oder Sie? Man könnte meinen, dass nun einen Schlammschlacht sondergleichen auf dem Programm stehen würde, aber eher das Gegenteil ist der Fall. Die CNN-Debatte und auch die Auseinandersetzungen der letzten Tage haben gezeigt, dass man durchaus Unterschiede herausstellt und die Programmatik vom “Gegner” abgrenzt, das aber alles auf einer sehr harmonischen, teils sogar freundschaftlichen Basis, die man eigentlich gar nicht für möglich gehalten hat. Wenn ich spekulieren würde, wird es dabei nicht ganz bleiben, aber immerhin ist man im Lager der Demokraten weit davon entfernt wie im Verlaufe der Vorwahlen, als man sich gegenseitig niedermachte und vor allem stark persönlichkeitsbezogen diskutierte. Dass sich Ehemann Bill Clinton die letzte Woche sehr zurückgehalten hat, spricht ein Übriges dafür. Barack Obama stellte ja ganz süffisant fest, dass er manchmal gar nicht wisse, gegen wen er eigentlich antrete, gegen Bill oder gegen Hillary. Auch die ehemalige First Lady hat wohl gemerkt, dass man es nicht übertreiben sollte mit den Auftritten des ehemaligen Präsidenten, zumal die Taktik vor allem in South Carolina auch nicht wirklich aufging. Bill Clinton, gerne als “erster schwarze Präsident” der USA tituliert aufgrund der Beliebtheit unter den Black Americans brachte Ehefrau Hillary nicht die gewünschte Untersützung unter der mehrheitlich schwarzen Bevölkerung in South Carolina. Hier konnte Barack Obama klar vor Hillary Clinton liegen. Die Debatte ist also sehr von Harmonie geprägt, die Wähler trauen laut einer Umfrage von Fox News am ehesten Hillary Clinton zu, dass sie wirklich alles tuen würde für einen Sieg im parteiinternen Wettbewerb um das Rennen um die Präsidentschaft. Aber vielleicht hat sie das ja auch gar nicht nötig.

Vor allem auf einen Staat konzentriert sich das Engagment der beiden Kandidaten, nämlich Kalifornien. Der bevölkerungsreichste Staat der USA könnte entscheidend bei der Verteilung der Delegiertenstimmen sein. In den letzten Umfragen liegt Clinton leicht vor Barack Obama. Einen Stimmungsbericht und viele Infos und Fakten bietet die Los Angeles Times. Auch viele Delegiertenstimmen bieten die jeweiligen Heimatstaaten der Kandidaten, wobei dort eigentlich entschieden ist. Obama führt klar in Illinois, Senator Clinton in New York. Und in allen anderen Staaten ist das Rennen völlig offen, Hillary Clinton liegt zwar in vielen Staaten vorne, doch besonders komfortabel ist der Vorsprung nicht. Eine gute Übersicht über die aktuelle Delegiertenverteilung gibt es bei CNN.

Und ein schöne Erklärung des Super Tuesday im Video von CNN.

Morgen dann die Vorschau auf die Republikaner und am Montag noch eimal ein allgemeiner Überblick, unter anderem auch mit einem Überblick über die TV-Zeiten der Berichterstattung. Nur soviel: N24 können wir vergessen. Die zeigen lieber die Doku “Wirbelsturm mit Düsentriebwerk – Die Erfolgsgeschichte des Kampfjets Tornado.”

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Zitat des Tages: Freitag 01. Februar 2008 – Harmonische Demokraten

Freitag, 1. Februar 2008 10:04

Hillary Clinton has done — she’s run a — we’re running a competitive race, but it’s because we both love this country, and we believe deeply in the issues that are at stake.

I believe we’re at a defining moment in our history. Our nation is at war; our planet is in peril. Families all across the country are struggling with everything from back-breaking health care costs to trying to stay in their homes. And at this moment, the question is: How do we take the country in a new direction? How do we get past the divisions that have prevented us from solving these problems year after year after year? I don’t think the choice is between black and white or it’s about gender or religion. I don’t think it’s about young or old. I think what is at stake right now is whether we are looking backwards or we are looking forwards. I think it is the past versus the future.
Eingangsstatement von  Barack Obama bei der gestrigen TV-Debatte der Demokraten in Los Angeles

Es war eine interessante und unterhaltsame Debatte, nicht sehr geprägt von großen inhaltlichen Unterschieden, dennoch machten beide ihre Position deutlich. Es war aber auch nach all den Streitigkeiten der letzten Woche eine sehr harmonische Debatte, wie das Eingagsstatement zeigen soll. Auch wenn Barack Obama inhaltlich nie ganz präzise wird, ich bin immer wieder begeistert von seinen rhetorischen Fähigkeiten.

Ansonsten war es eine Debatte, die ich so auch gerne mal in Deutschland sehen würde. Zwei kompetente Moderatoren, aufmerksames Publikum, zwei Kandidaten, die sich gegenseitig ausreden lassen und nicht ins Wort fallen. Spätestens da wäre bei uns Schluss.

CNN hat die Debatte nach Themengebieten aufgeteilt. Die einzelnen Schwerpunkte kann man sich hier nochmal im Video anschauen.

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3 Vorwahlen, 3 Sieger, aber nur ein wirklicher Gewinner – Spannung steigt vor dem Super Tuesday

Sonntag, 20. Januar 2008 9:03

Dreimal Vorwahl gestern in den USA mit sehr unterschiedlichen Ausgängen. Bereits gestern am späten Abend kamen über die News-Ticker die ersten Prognosen, die durch die jetzt fast feststehenden Ergebnisse alle bestätigt wurden. Knapp zwei Wochen vor dem Super Tueday am 05. Februar 2008 steigt die Spannung immer mehr. Ausgang völlig offen, wobei es in beiden Lagern Favoriten gibt.

Schauen wir zunächst auf die Demokraten, die gestern den Caucus in Nevada abhielten. Den Jackpot in Las Vegas hat keiner geknackt. Hier die Ergebnisse:

Hillary Clinton 51%, Barack Obama 46%, John Edwards 4%.

Ganz optisch betrachtet kann Hillary Clinton also einen weiteren Erfolg verbuchen, wenn auch nur knapp. Insgesamt bekommt sie in Nevada aber einen Delegierten weniger als Barack Obama aufgrund der Proportionalität der Stimmen. John Edwards entfernt sich immer mehr aus dem Rennen um die Präsidentschaft. Spätestens jetzt ist es auch von den Zahlen ein Zweikampf. Insgesamt sieht die Delegiertenverteilung bei den Demokraten jetzt wie folgt aus. Hillary Clinton kommt auf 203 Delegierte, Barack Obama auf 148 und John Edwards auf 50. Insgesamt sind für die Nominierung 2.026 Nominierte notwendig. Zumindest zwischen Clinton und Obama ist noch alles offen im Rennen um die Präsidentschaft. Und wer weiß, wann Edwards aus dem Rennen aussteigt…

Weiter ins Lager der Republikaner, die gestern gleich zwei Vorwahlen abhielten. Und die beiden Favoriten setzten sich durch, wobei von einem Sieg ein deutliches Zeichen ausgeht. Schauen wir zunächst wieder nach Nevada zu den Caucus der Republikaner. Zu den Ergebnissen:

Mitt Romney 51%, Ron Paul 14%, John McCain 13%, Mike Huckabee 8%, Fred Thompson 8%, Rudolph Giuliani 4%, Duncan Hunter 2%

Duncan Hunter zog daraufhin seine Kandidatur zurück. Irgendwie haben die Republikaner sowieso viel zu viele Kandidaten, und erst langsam kristallisieren sich zwei Favoriten raus. Da hat man bei den Demokraten die deutlich bessere Übersicht. Aber ich gehe davon aus, dass nach dem Super Tuesday auch bei den Republikanern kräftig aussortiert wird. Mitt Romney kann also seinen dritten Sieg verbuchen, und das sehr überlegen vor dem “Internet-Kandidat” Ron Paul. Alles weitere ist nicht von Bedeutung. Und wie Rudolph Giuliani die Kurve bekommen will nach solch miserablen Zahlen, ist mir immer mehr ein Rätsel.

Nevada war so ein bisschen die Randerscheinung am diesem Samstag in den USA, fast alle Augen richteten sich auf die Primaries der Republikaner in South Carolina. Seit 1980 wurde der Sieger in South Carolina stets auch Präsidentschaftskandidat der Republikaner. Auch wenn John McCain davon noch ein ganz großes Stück weg ist, so war sein Sieg am Samstag doch eine große Überraschung und eine klare Kampfansage an Giuliani und Romney, dass mit dem 71-jährigen zu rechnen ist. Das Ergebnis aus S.C.

John McCain 33%, Mike Huckabee 30%, Fred Thompson 16%, Mitt Romney 15%, Ron Paul 4%, Rudy Giuliani 2%

Auch wenn es nur ein knapper Sieg war und auch Mike Huckabee sich wieder ins Rampenlicht drängte, ist John McCain der große Gewinner des Abends. Für die Delegiertenstimmen haben die Ergebnisse aus Nevada und South Carolina folgende Auswirkungen. So ist der aktuelle Stand: Mitt Romney 59 Delegierte vor Mike Huckabee (38), dann John McCain mit 32. Alle weiteren können vernachlässigt werden. Für den Hinterkopf: Giuliani hat eine Delegiertenstimme schon sicher. Insgesamt sind 1.191 Delegiertenstimmen für die Kandidatur notwendig. Ich rechne Mike Huckabee dauerhaft keine großen Chancen ein, von daher wird es eine Frage der Zeit sein, bis John McCain ganz langsam zu Mitt Romney aufschließen wird. Aber – und das muss auch erwähnt werden, liegt der ehemalige Gouverneur klar vorne. Inwieweit Rudolph Giuliani mit seinem vollen Fokus auf Florida und den Super Tuesday – dort finden in 24 Staaten Vorwahlen statt – noch reinkommen kann, bleibt ebenfalls interessant abzuwarten.

Weiter im Wahlmarathon geht es am 26. Januar, wenn die Demokraten ihre Primaries in South Carolina abhalten. Ganz viel Spannung gibt es dann nochmal am 29. Januar, wenn beide Parteien in Florida ihre Primaries abhalten. Dann wird sich auch zeigen, ob Rudolph Giuliani sein Comeback feiern kann. Und dann setzen alle Kandidaten ihre volle Kraft auf den Super Tuesday.

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Neue Vorwahl, neues Glück: Der Kampf der Republikaner um Stimmen in Michigan

Dienstag, 15. Januar 2008 8:41

Bevor wir uns ganz den Republikanern widmen, wollen wir zunächst ins Lager der Demokraten schauen. Dort gibt es theoretisch auch heute Vorwahlen in Michigan, aber die sind nicht von großer Bedeutung für die Demokraten. Die Partei hat dem US-Staat die Delegiertenstimmen für den Wahlparteitag Ende August entzogen, weil er sich nicht an die Regeln für die Terminansetzung der Vorwahl gehalten hat, also können wir diesen Abend aus Sicht der Demokraten vernachlässigen. Das Augenmerk bei den Demokraten richtet sich heute Abend auf eine Fernsehdebatte in Nevada, die von den Afro-Amerikanern veranstaltet wird. Am Freitag sind Primaries in Nevada, also können Edwards, Obama und Clinton heute Abend noch einmal die Gelegenheit nutzen für ihre Programmatik zu werben. Die letzten Tage im Lager der Demokraten verliefen turbulent, Clinton und Obama griffen sich verbal vermehrt an, machten sich gegenseitig schlecht und versuchten anderen die Programmatik schlecht zu reden. Erst gestern hat man dann den Schlussstrich gezogen. Nachdem Hillary Clinton am Wochenende die schwarze US-Bürgerrechtsbewegung herabgewürdigt hat, sagte sie am Montag in New York: “Jedes Mal, wenn Du Dich für Gerechtigkeit einsetzt, stehst Du für den Geist von Dr. King.” So was nennt man dann wohl Zurückrudern. Auch Barack Obama versuchte die Wogen zu glätten. Der Wahlkampf dürfe nicht zu einem „Wie-Du-mir-so-ich-Dir“ verkommen. Scheint alles wieder in Butter zu sein, wir sehen es dann spätestens am Freitag bei den Primaries in Nevada.

Kommen wir zu den Republikanern, die heute ihre Vorwahlen in Michiga abhalten. Wenn ich mir die aktuelle Situation bei den Republikanern so anschaue, weiß ich immer noch nicht, auf welchen Kandidaten man setzen könnte. Ist es John McCain, der nach seinem Triumph in New Hampshire in der Gunst wieder vorne liegt? Und was ist mit Mitt Romney oder gar Rudolph Giuliani? Der ehemalige Bürgermeister New Yorks, der seiner Ansicht der beste jemals war, verhält sich sehr sehr defensiv, setzt ganz auf Florida und der Super Tuesday. Ich habe Zweifel, ob diese Strategie aufgehen kann. Jedenfalls versucht er seine Programmatik etwas zu modifizieren. “Ich bin nicht gekommen, um Sie um Ihre Stimme zu bitten. Ich bitte sie um etwas sehr Besonderes und Wichtigeres, um Ihre Gebete”, sagte er gestern in Miami und ließ damit seine sonst so liberalen Positionen erstmal vergessen machen. Da Giuliani auch in Michigan nicht antritt bzw. keinen Wert auf Stimmen legt, entscheidet sich das ganze im Staat der Großen Seen ganz zwischen John McCain und Mitt Romney. Letzten Umfragen zu Folge liegt der Sieger von New Hampshire, McCain, leicht vorne vor Romney, Mike Huckabee hat nur Außenseiterchancen, entschieden ist aber auch nichts. Sollte McCain ein weiteres Mal gewinnen, würde das seine Bewerbung für eine Kandidatur erheblich verstärken. Ein großer Themenkomplesx in Michigan ist die Wirtschaftspolitik. Der Standort Detroit als Magnet für die Automobilindustrie hat in letzen Jahren viel an seinem Einfluss und auch viele Arbeitsplätze verloren. Die Konkurrenz aus dem Ausland ist groß, vor allem Asien macht den Unternehmen in Detroit zu schaffen. Dennoch sehen fast alle Kandidaten die Zukunft der Wirtschaft in Detroit auf einem guten Wege. Auf der Auto-Show in Detroit hatten alle aber ganz unterschiedliche Ansätze. McCain setzte ganz auf die Umweltschiene, sagte, dass die Chancen Amerikas und seiner Automobilindustrie vor allem in der Entwicklung neuer Technologien liege. McCain ist Republikaner. Alle anderen setzen auf die Perspektive Hoffnung und Zuversicht.

Schauen wir mal, wie sich das entwickelt. Volle Konzentration auf die Republikaner. Wird interessant.

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Überraschungen der Comeback Kids – Clinton und McCain siegen in New Hampshire

Mittwoch, 9. Januar 2008 9:04

Manchmal kommt es ganz anders, als man erwartet und ich teilweise auch gehofft habe. hier sind die vorläufigen Ergebnisse der Primaries in New Hampshire:

Demokraten: Hillary Clinton 39%, Barack Obama 37%, John Edwards 17%, Richardson 5%

Republikaner: John McCain 37%, Mitt Romney 32%, Mike Huckabee 11%, Rudolph Giuliani 9%, Ron Paul 8%, Fred Thompson 1%.

Tja, wer hätte das gedacht, dass Hillary Clinton das Ruder noch einmal herumreißt. In allen Umfragen lag sie gestern auch noch deutlich hinter Barack Obama, konnte aber letztendlich ein paar 1000 Stimmen mehr für sich verbuchen. Entsprechend selbstbewusst zeigte sie sich nach dem Sieg und sprach davon, dass sie nie alleine im Wahlkampf sei, sondern Millionen von Menschen hinter ihrer Politik. Amerika sei es wert für das Land im Wahlkampf zu kämpfen. Obama gratulierte Hillary Clinton, vermied in seiner Dankesrede das Wort Niederlage und kündigte weiter einen harten Kampf an. Bei den Republikanern setzte sich McCain dann erwartungsgemäß durch und ist somit wieder voll im Rennen um die Nominierung. Mitt Romney zum zweiten Mal auf dem zweiten Platz, deutlich vor dem Überraschungssieger in Iowa, Mike Huckabee. Rudolph Giuliani, der null Anstrengung in New Hampshire zeigte, kann immerhin 9% für sich verzeichnen.

Hat sich also durch New Hampshire etwas wesentlich verändert? Von den Grundmustern her nein, in Einzelheiten durchaus. Bei den Demokraten läuft es immer mehr auf den angekündigten Zweikampf zwischen Clinton und Obama hinaus, John Edwards wird es schwer haben da mitzuhalten. Wenn das Pendel in den letzten Tagen klar in Richtung Barack Obama ausgeschlagen hat, dann ist es jetzt wieder mehr in die Mitte gerückt, wenn nicht sogar leicht zu Hillary Clinton, die durch den kurzfristigen und überraschenden Sieg wieder mehr Schwung in die anstehenden Aufgabe nimmt. Für Obama kommt es jetzt darauf an seinen Supportern und auch den Wechselkandidaten deutlich zu machen, dass noch nichts entscheiden sei und er immerhin Iowa klar für sich entscheiden konnte. Das kurzfristige Momentum liegt bei Clinton, insgesamt gesehen ist es aber weiterhin ausgeglichen. Bei den Republikanern ist die Ausgangslage für John McCain deutlich besser geworden. Experten sehen ihn in einem Wettstreit mit Rudolph Giuliani um die Nominierung bei den Republikanern. Der ehemalige Bürgermeister von New York konzentriert sich vor allem auf Florida und die Staaten des Super Tuesday am 05. Februar 2008. Mike Huckabee und mitt Romney müssen sich versuchen gegen diese beiden prominienten und deutlich erfahrenen Kandidaten duchsetzen. Wenn ich eine Prognose abgeben sollte, wird es sowohl bei Demokraten und Republikanern einen Zweikampf geben. Der Ausgang ist aber völlig offen.

Wie geht es jetzt weiter? Morgen gibt es mal wieder eine Debatte, diesmal die Kandidaten der Republikaner bei Fox. Die Demokraten haben ihre nächste interne Diskussion am 15. Januar im Rahmen der Caucus der AfroAmerican in Nevada. Am 15. Janaur sind zudem Primaries in Michigan, am 19. Janaur dann Primaries der Republikaner in South Carolina. Dann wird interesant zu sehen sein, ob John McCain und Rudolph Giuliani sich von den anderen Kandidaten schon haben absetzten können.

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Der Anfang vom Ende für Hillary Clinton?

Dienstag, 8. Januar 2008 23:28

Es ist jetzt kurz vor Mitternacht deutscher Zeit. Die Vorwahlen in New Hampshire laufen noch, doch es sieht bisher zumindest alles nach einem Sieg für Barack Obama aus. In Dixville Notch gab es sieben von insgesamt 17 Stimmen für Obama, keine für Hillary Clinton. Auch in Hart’s Location konnte Obama gewinnen. Insgesamt ist ein sehr hohe Wahlbeteiligung zu erwarten. Bei den Republikanern führt wie erwartet John McCain. Die letzten Entwicklungen im Election Center von CNN.

Ich mag immer noch nicht so dran glauben, aber im Moment sieht es alles andere als gut und komfortabel aus für Hillary Clinton. Erst die deutliche Niederlage in Iowa, dann ihre Tränenrede und heute wurden Meldungen bekannt, wonach die Verantwortlichen für Hillary Clintons Wahlkampagne über Neuerungen nachdenken. Über Neuerungen und Wechsel, die vielleicht schon zu spät stattfinden.

Es könnte sein, dass das als so spannende Rennen um die Nominierung bei den Demokraten morgen eine erste Vorentscheidung erleben wird. Und dann ist vor allem die Kür bei den Republikanern wieder die Interessantere. Das hatten sich viele ganz anders vorgestellt, auch Hillary Clinton.

Aber morgen früh wissen wir mehr.

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