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Wind Of Change: Die US-Präsidentschaftswahlen 2008

Dienstag, 4. November 2008 22:15

[05h54] So, dann verabschiede ich mich mal. 90 Minuten Schlaf sollten es dann doch noch sein. Wünsche einen schönen Mittwoch, danke fürs Lesen und Kommentieren. Schreibe heute Abend vielleicht noch ein paar Sätze mehr.

[05h50] Mr President, wenn Sie sich nicht gleich mit den Europäern querstellen wollen, dann halten Sie jetzt bitte ihre Rede.

[05h39] Barack Obama gewinnt Colorado und Nevada, John McCain gewinnt Arizona. Sieben Staaten konnte Obama damit den Republikanern abnehmen. In Washington D.C. finden Feiern auf den Straßen aus.

[05h33] George Bush hat Barack Obama telefonisch zum Wahlsieg gratuliert.

[05h32] Mit Florida zusammen kommt Obama auf 324 Wahlmänner so far.

[05h30] Barack Obama wird in den nächsten Minuten im Grant Park in Chicago erwartet.

[05h18] John McCain spricht: “Wir sind am Ende einer langen Reise. Das Volk hat gesprochen – und es hat deutlich gesporchen. Ich gratuliere Barack Obama zu seinem Triumph. Sein Erfolg verdient meinen vollen Respekt. Das ist eine historische Wahl. Ich bewundere und erkenne den Stolz der Afro-Amerikaner an. Es gibt keinen besseren Beweis, dass die USA die großartigste Nation der Welt sind durch die Wahl von Barack Obama. Ich bedauere, dass seine Großmutter diesen besonderen Tag nicht mehr erleben kann. Ich biete ihm meine Hilfe an um Amerika durch diese schwierige Zeit zu führen. Wir müssen Wege finden unsere Unterschiede zu überwintern um zusamenzukommen. Was immer unsere Unterschiede sind, wir sind Amerikaner. Natürlich sind wir enttäuscht, aber wir müssen darüber kommen. Es ist mein Scheitern, nicht eueres. Ich hätte mir ein anderes Ergebnis gewünscht. Ich bin so dankbar für eure Unterstützung, für die Hilfe während dieser langen Kampagne. Mein besonderer Dank gilt Sarah Palin, eine der besten Wahlkämpferin, die ich je gesehen habe. Eine Kraft für Reform. Wir können uns auf ihre zukünftige politische Arbeit in unserer Partei freuen. Diese Wahl hat mir viel bedeutet, eurer Glauben, eure Untersützung. Auch ich habe meine Fehler gemacht, und ich verspüre Respekt und Ehre für die Unterstützung durch euch und ich möchte, dass ihr Barack Obama und Joe Biden unterstützt. Wir geben nicht auf. Glaubt an das Versprechen, an den amerikanischen Traum.”

Buhrufe aus dem Publikum, John McCain-Rufe wechseln sich ab. Aber eine tolle Rede, sehr staatsmännisch. Sehr ehrlich.

[05h16] Associated Press: Barack Obama gewinnt Florida !

In Kürze soll sich John McCain äußern. Mehr gibt es an Neuigkeiten nicht. Ich bewundere gerade die ganzen Bilder.

[05h09] Was für Bilder. Lieber Boston Globe, ich will davon eine große Serie im “Big Picture”.

[05h05] Meine Güte, die Expertenrunde bei CNN hat Tränen in den Augen. Was für Szenen.

[05h04] CNN: Obama gewinnt Kalifornien, Oregon, Washington State und Hawaii

[05h02] Er ist der 44. Präsident der Vereinigten Staaten und der erste Afro-Amerikanische Präsident der USA. Jubelbilder in Chicago. Unglaubliche Szenen.

[05h00] CNN: Barack Obama ist Präsident der Vereinigten Staaten!!!

[04h59] Gleich ist es dann so weit…

[04h58] CNN: Barack Obama gewinnt Virginia (220:135)

[04h57] Vorsprung von Barack Obama in Florida ist mittlerweile recht konstant. Also, wie wäre es, Fox News, traut ihr euch?

[04h55] Sky ist auf der Wahlparty in Arizona, Stimmung jenseits von Beerdigung. Totale Stille.

[04h48] Sollte Fox richtig liegen, hätte Obama jetzt 220 Wahlmänner. Mit Kalifornien (55 Wahlmänner) kann er US-Präsident werden. Associated Press bestätigt Virginia für Barack Obama.

[04h46] Virginia, Ohio, Pennsylvania – die Demokraten müssen sich die Augen reiben. Wer hätte das gedacht, dass Obama so deutig gewinnt.

[04h44] Das wären dann noch mal 13 Wahlmänner für den Senator aus Illinois. Und in einer Viertelstunde ist dann auch alles offiziell, denn dann schließen die Wahllokale in Kalifornien, Oregon, Washington State, Hawaii und Idaho.

[04h42] Fox News: Barack Obama gewinnt Virginia !

[04h41] Sky News mal wieder auf Stimmenfang am Strand von Mimai auf einer kleinen Beach-Party. Es ist einfach großartig.

[04h37] Auch bei den Wahlen zum Senat und Repräsentantenhaus sind die Demokraten auf der Siegerstraße.

[04h34] Vorsprung von Obama in Florida liegt immer so zwischen 1 und 3 Prozent, in Virginia noch knapper, teilweise nur wenige Zehntausend Stimmen Unterschied zwischen beiden Kandidaten.

[04h29] Sarah Palin soll innerhalb der nächsten 30 Minuten eine Rede halten, angeblich hat John McCain sogar schon Barack Obama gratuliert und wird seine Niederlage eingestehen.

[04h26] Obamas Vorsprung in Florida ist wieder kleiner geworden, das wird wohl noch länger dauern. In Virginia sind 90% ausgezählt, 40.000 Stimmen Vorsprung für Obama.

[04h25] CNN: John McCain gewinnt Mississippi (207:135)

[04h24] Die Republikaner haben übrigens auch erkannt, dass sie nicht mehr gewinnen können.

[04h21] CNN: John McCain gewinnt Texas (207:129)

[04h17] Latino Voters: 2/3 zu 1/3 pro Barack Obama. Sogar in Florida Lations mit 57:42 für Obama. Vor vier Jahren noch Bush stärker als Kerry in dieser Wählergruppe.

[04h11] CNN: Arkansas geht zu John McCain (207:95)

[04h07] Ja, auch die Zahlen von CNN sehen wieder einen größeren Vorsprung von Obama in Florida. Aber das wird noch minimum eine Stunde dauern. Und hey, eigentlich könnten wir ja alle schlafen gehen, weil es so gut wie durch ist. Aber will das jemand? Ich bleibt bis zur Rede von Obama auf und schlafe dann später wo auch immer.

[04h04] Es gibt keine Prognosen bezüglich Nevada (Tendenz Obama) und Montana (Tendenz McCain)

[04h03] Die Experten von CNN sagen, dass Obama nur zwei von drei sehr sicheren Staaten gewinnen muss. Solche Sorgen muss man haben.

[04h00] CNN: Barack Obama gewinnt Iowa und John McCain gewinnt Utah und Kansas. Damit haben wir einen Stand von 207 zu 95 bei den Wahlmännern. Florida, wir warten auf dich. Oder Virginia. Eins von beiden. Die Westküste ist ja ehe teifblau.

[03h57] Vorsprung für Obama auch in Virginia jetzt. Fast 90% ausgezählt, 10.000 Stimmen Vorsprung.

[03h53] Florida wird ein echter Thriller: Fast 2/3 sind ausgezählt. Obama führt 51% zu 49%, Unterschied bei knapp 140.000 Stimmen. Vorsprung also etwas kleiner geworden. Also an Florida hängt jetzt das offizielle Ergebnis. Bevor wir da nicht Klarheit haben, wird es, denke ich, auch keine Auftritte der Kandidaten geben.

[03h50] Sehr enges Ergebnis beim Popular Vote, aber da fehlt noch Kalifornien. Und dann wird das auch deutlicher pro Barack Obama. Und das Popular Vote ist ehe völlig egal.

[03h48] CNN: Barack Obama gewinnt New Mexico und John McCain gewinnt Lousiana (Wahlmänner: 199 zu 78)

[03h47] Die nächsten Staaten, die ihre Ergebnisse mitteilen könnten, sind um 04h00 deutscher Zeit Iowa, Utah, Montana und Nevada.

[03h41] John King geht die politische Landkarte der USA durch und was können wir sagen: John McCain wird es auf 270 nicht schaffen, auch mit Florida nicht.

[03h40] McCain soll auf dem Weg zu der Veranstaltung nach Arizona sein.

[03h37] Wie gesagt, jetzt fehlt nur noch Florida. Man muss es sich mal auf der Zunge zergehen lassen, falls Obama alle diese drei Staaten gewinnen würde.

[03h34] CNN: Ohio geht zu Barack Obama. (194:69) Der zweite Big-Point des Abends.

[03h33] In Pennsylvania hat es McCain nach ersten Analysen nicht geschafft die Clinton-Wähler auf seine Seite zu ziehen.

[03h31] John King zeigt, dass Obama fantastisch abschneidet in Ohio.

[03h29] In Virginia nur 15.000 Stimmen Unterschied bisher.

[03h27] In Florida 54% ausgezählt, Obama 51 zu 48% vorne, Unterschied absolut bei 170.000 Stimmen. Too close to call.

[03h25] John McCain kann ja schon mal in Arizona auf die Bühne treten unter der Musik von Mike and the Mechanics: “All I Need Is A Miracle”.

[03h23] CNN: John McCain gewinnt West Virginia (174:69)

[03h20] Associated Press meldet, dass die Demokraten auch im US-Senat die Mehrheit bekommen werden.

[03h18] Also jetzt nochmal: Fox News gibt Ohio an Barack Obama. Damit der Senator aus Illinois kurz vor der Präsidentschaft. Florida dürfte auch gleich dran sein.

[03h17] Also mehrere Breaking News Dienste melden auf Berufung von Fox, dass Ohio an Obama geht. Scheinbar ist dem doch nicht so. Also erstmal Kommando zurück, vorerst.

[03h13] CNN: John McCain gewinnt Georgia (174:64)

[03h12] Sollte Ohio zu Obama gehen, fehlen nur noch ein paar Wahlmänner zum Sieg. Eigentlich war es dann das fast. Abwarten.

[03h08] Fox News: Obama gewinnt New Mexico und Ohio !!!

[03h05] Es läuft für Barack Obama. Florida und Ohio werden den letzten Schritt machen. Gewinnt Obama einen dieser beiden Staaten, dann ist er Präsident.

[03h03] Rasse war laut CNN kein entscheidener Wahlfaktor. Also kein Bradley-Effekt.

[03h00] CNN: Obama gewinnt Rhode Island, Michigan, Wisconsin, Minnesota, New York. John McCain gewinnt Wyoming und North Dakota. Damit 174: 49 für Barack Obama

Sogar der Home-State von McCain, Arizona, ist too close too call. Ebenso Texas.

[02h58] CNN: McCain geht an Alabama. (102:43 für Barack Obama)

[02h57] Mir fällt gerade auf, dass in genau fünf Stunden meine Straßenbahn ins Büro fährt.

[02h55] Gleich kommt ein ganzer Schwung an neuen Ergebnissen, aber alles hängt jetzt an Florida und Ohio. Momentan kommt Obama unter Berücksichtigung der sicheren Staaten auf 239 Wahlmänner, plus die 27 von Florida wären dann 266 und so gut wie am Ziel.

[02h50] Bin mal gespannt, welcher Sender sich als erster mit Florida und Ohio hervortut. In beiden Staaten liegt Obama vorne, wenn auch nur knapp. In Indiana beide Kandidaten fast gleichauf.

[02h48] Die nächsten wichtigen Staaten, die den Walgang beenden, sind in Kürze unter anderem New York, Wisconsin, Michigan, Colorado und New Mexico

[02h45] Sky News rechnet nochmal vor: Sollte Barack Obama Florida gewinnen, wäre er der neue Präsident der Vereinigten Staaten.

[02h39] CNN: Pennsylvania geht an Barack Obama Jubel in Chicago und im demokratischen Lager. Damit dürfte ein großer Schritt geschafft sein. Jetzt noch Florida und Obama ist ganz nah an der Präsidentschaft. 102:34 lt. CNN in Anzahl der Wahlmänner.

[02h38] Mittlerweile berichten Sender, dass McCain Arkansas und Georgia gewonnen hatt. Obama liegt weiter in Florida in Führung. Momentaner Zwischenstand bezüglich der Wahlmänner:

  • ABC – 103:49
  • CBS – 102:45
  • NBC – 103:34
  • CNN – 102:34
  • Fox – 102:45

[02h35] ABC News berichtet, dass John McCain Alabama gewinnt.

[02h33] CNN und CSB haben PA noch nicht vergeben, ansonsten sind alle Sender wieder halbwegs auf Linie, was die Gemeinsamkeiten der Wahlmänner angeht.

[02h30] CNN: New Hampshire geht an Barack Obama. Damit 81:34 laut CNN, die PA immer noch too close to call sehen.

[02h30] Sky News: Barack Obama gewinnt Pennsylvania

[02h28] Bei Sky News schlägt ein Wahlkampfstratege der Demokraten schon mal vor den Champagner kalt zu stellen

Überlege gerade, ob sich die TV-Anstalten in den USA einen Wettkampf liefern, wer was zuerst verkündet. Mittlerweile hat auch BBC America Pennsylvania an Obama vergeben.

[02h26] Was sind das für Gänsehaut-Bilder vor der Skyline von Chicago?

[02h22] Mittlerweile haben alle Sender in den USA und Sky sowie CNN andere Rechnungen bezüglich der Wahlmännerverteilung. Ich bleine hier mal bei der CNN-Rechnung, die momentan bei 77:34 liegt, wie gesagt ohne PA und NH, die einige Sender schon mit einberechnet haben.

[02h20] Ein Drittel der Stimmen in Florida ausgezählt, Obama 53:47 im Sonnenstaat in Führung.

[02h18] Nimmt man die derzeit sicheren Staaten mit ihren Wahlmännern dazu, käme Obama auf 214 Wahlmänner und McCain auf 118.

[02h16] CNN sieht frühen Vorsprung für Obama in Ohio und West Virginia. Führung für McCain in Georgia. New Hampshire ist nur noch von CNN als too close to call klassifiziert.

[02h14] CBS News vergibt jetzt New Hampshire auch an Obama, bei Pennsylvania ist man noch konservativ und gibt keine Prognose ab.

[02h12] In Florida führt Obama 57:38 bei 2% ausgezählten Stimmen, in Indiana 52:47 für McCain bei 12% ausgezählten Stimmen.

[02h10] ABC News und MSNBC: Pennsylvania und New Hampshire gehen an Barack Obama Das wären dann zusätzliche 25 Wahlmänner. Wären dann 103: 34.  Allerdings noch sehr unsicher.

[02h08] John King erklärt die CNN-Strategie. Solange keine Stimmen gezählt sind, gibt es kein Ergebnis seitens CNN. Anders ABC News und MSNBC, die Pennsylvania schon an Barack Obama geben. Wenn dies so sein sollte, wäre dies ein großer Schritt. Aber wie gesagt, in PA wurde noch nichts ausgezählt.

[02h06] Alle anderen Staaten, wie Pennsylvania, New Hampshire, Florida, Missouri und Alabama, sind too close to call.

[02h04] Aktueller Zwischenstand bei den Wahlmännern ist 78:34 für Barack Obama

[02h02] CNN: John McCain gewinnt Oklahoma und Tennessee

[02h00] CNN: Barack Obama gewinnt Massachussetts, Illinois, Conneticut, New Jersey, Maine, Delaware, Maryland und District of Columbia

[01h57] CNN schenkt South Carolina jetzt auch an McCain.

[01h53] Insgesamt 15 Staaten und der District of Columbia schließen gleich die Wahllokale. Alle Spannung liegt auf Pennslyvania. Und John King zeigt, dass in Indiana noch nichts entschieden ist. Indianapolis geht an Barack Obama, aber viele demokratisch dominierte Gebiete haben noch keine Ergebnisse genannt.

[01h51] Ganz netter Vergleich eben bei CNN: In den Exit Polls der Vorwahlen hatte Barack Obama bessere Zahlen als jetzt am Wahltag.

[01h48] NBC: South Carolina geht an John McCain. Auch erwartet worden. Weitere acht Wahlmänner für McCain, Zwischenstand 21:3

[01h48] Alle Augen dann ab den nächsten Minuten auf Pennsylvania. McCain muss diesen Staat gewinnen, das hat er selbst gesagt.

[01h46] CNN-Reporterin in Chicago kann nicht gegen die Zuschauermassen anreden. Beamt doch mal die Zuschauer weg, liebes CNN.

[01h45] Die nächsten Staaten, die ihre Wahllokale schließen, sind in knapp 15 Minuten: Florida, Pennsylvania, Massachussetts, New Jersey, Illinois und Missouri.

[01h42] CBS und Fox News: John McCain gewinnt West Virginia. Damit fünf Wahlmänner für den Republikaner. Aktueller Zwischenstand 13:3. Auch Sky News vergibt Vest Virginia an McCain. Alles wie erwartet, keine große Überraschung.

[01h40] Habe noch ein Drinking Game: “It’s very early.”

[01h38] Leichte Führung für Obama in North Carolina, etwas deutlicher in Florida, weiter knapp in Indiana. Aber alles noch too close too call. National würde Obama momentan mit 3% führen. Zählt aber wenig, weil ja Wahlmänner vergeben werden.

[01h34] RealityCheck berichtet in den Kommentaren, dass Fox News West Virginia an John McCain vergibt. Das wären dann fünf Wahlmännner. Bisher hat man diese Meldung noch exklusiv.

[01h30] Also Schließen der Wahllokale jetzt in Ohio, West Virginia und North Carolina. Nochmal zur Erinnerung: Noch nie ist ein Kandidat US-Präsident geworden ohne Ohio zu gewinnen.

[01h27] John King zeigt an der Magic Wall, dass erst zwei Bezirke in Virginia ausgezählt sind. McCain liegt vorne. In Indiana ist der Unterschied zur Wahl 2004 verblüffend. Damals über 20% Vorsprung für Bush. Obama mit gutem Start in Indiana, viele demokratische Hochburgen haben ihr Ergebnis noch nicht gemeldet. Competitive race in Indiana. Obama hat alle Chancen auf den Sieg hier.

[01h25] Erste Zahlen aus Florida. Führung für John McCain, acht Prozent mehr für den Republikaner. Aber noch nicht mal alle Wahllokale geschlossen und weniger als 1% ausgezählt.

[01h24] Mein Speiseplan für heute Nacht: Momentan noch Tee und ein paar geschmierte Brote, aber ich steige gleich auf Chips, Cola und Gummibärchen um.

[01h21] NBC berichtet, dass über 90% der schwarzen Bevölkerung in Virginia Barack Obama gewählt hat. Auch eine der eher durchaus interessanten, letzlich aber wieder schnell unwichtige Exit Polls.

[01h18] “You are a terrific hologram” Und ich sage jetzt mal was ganz Sachliches: In Indiana und Virginia ist das alles noch too close to call. Auch Virginia. In letzten Umfragen lag Obama hier knapp vorne. Alles noch zu früh. Die Nacht wird lang.

[01h15] CNN Virtual View. Die Korrespondentin aus Chicago wird ins Studio gebeamt und steht da jetzt als virtuelles Wesen auf einem roten Punkt und Blitzer kriegt sich vor Freude gar nicht mehr ein. Hach, wie intim das alles bei CNN ist. In Chicago pilgern die Menschenmassen Richtung Grant Park.

[01h13] Sechs Prozent der Stimmen sind in Indiana ausgezählt. McCain liegt 51% zu 48% vorne. Unterschied etwas mehr als 7.000 Stimmen.

[01h11] Ein Journalist bei Sky News gibt folgende These: Sollte McCain Pennsylvania gewinnen, könnte es eine lange Wahlnacht werden. Sollte Obama bereits in Indiana gewinnen, hätten die Republikaner massive Probleme. Indiana wird wahrscheinlich auch der nächste Staat sein, der sein Ergebnis bekanntgegeben wird.

MSNBC sagt, dass Indiana too close to call ist.

[01h10] Mittlerweile bestätigt auch MSNBC den Sieg von McCain in Kentucky. Danke an probek für den Link.

[01h08] Die nächsten Wahllokale schließen um 01h30 deutscher Zeit in West Virginia und Ohio. Aktueller Zwischenstand nach Wahlmännern ist 8:3 für John McCain.

[01h05] Was Indiana angeht, sehr knappes Rennen, nur tausend Stimmen Unterschied. Mark Warner gewinnt den Senatssitz für die Demokraten in Virginia. Hier wurden die Republikaner schon einmal abgelöst.

[01h03] Vor allem in ländlichen Gebieten konnte McCain in Kentucky punkten.

[01h00] CNN: John McCain gewinnt Kentucky und Barack Obama Sieger in Vermont Damit acht Wahlmänner für den Republikaner und drei für Obama. Alles wie erwartet. Alle anderen Staaten haben noch keinen verkündbaren Ergebnisse. Wäre auch zu schön gewesen.

[01h00] Gerade mal gerechnet. Nehmen wir mal die sicheren Staaten als sicher, könnte Obama bei Siegen in Virginia und Indiana fast schon Präsident sein. Hätte dann 264 Wahlmänner.

[00h58] Experten bei CNN sind ich einig. Barack Obama habe einen der besten und modernsten Wahlkämpfe in der Geschichte der Vereinigten Staaten geführt.

[00h54] Fokus hier vor allem auf Georgia und Virginia. Beides umkämpfte Staaten, in Georgia McCain leicht vorn, in Virginia ist es Barack Obama. Virginia hat 2004 übrigens auch für George Bush gestimmt.

[00h52] Nächster step für heute Abend: In wenigen Minuten schließen die Wahllokale in Georgia, Indiana, Kentucky, South Carolina, Vermont und Virginia.

[00h48] Was ich an Sky News auch so liebe. Die Reporter sind immer draußen und immer an besonderen Orten. In New York sendet man aus einem Studio über den Dächern von New York mit toller Aussicht auf die beleuchtete Stadt, in Miami hattte eine Villa direkt am Strand, in Chicago steht man am Grant Park und in San Francisco in der Nähe der Golden Gate Bridge. Einfach, aber gut.

[00h43] In Kentucky bleibt der Vorsprung von John McCain relativ konstant, je mehr Stimmen ausgezählt sind, desto enger wird das Rennen in Indiana. 2% sind ausgezählt, 51% zu 48% für Barack Obama.

[00h39] Bei CNN wirkt das alles ein bisschen hektisch heute. Ganz das Gegenteil ist Sky News. Eben ein fast 10-minütiges Interview mit Carolyn Maloney, der Kongressabgeordneten der Demokraten im Bundesstaat New York. Die Demokraten hätten das Momentum. Und wenn man solch einen ruhigen, erfahrenen Moderator wie Jeremy Thompson hat, bekommt man ein großartiges Interview. Manchmal ist weniger eben mehr.

[00h31] Im Internet kursieren erste Gerüchte, wonach Barack Obama einen großen Vorsprung in Pennsylvania hat. Enges Rennen in Florida und North Carolina. Aber alles unbestätigt und ohne Gewähr.

[00h28] !Erste Ergebnisse aus Indiana sehen eine Führung von Barack Obama! Allerdings erst 2% der Stimmen ausgezählt. Demnach liegt Obama mit 55% zu 44% vorne. Alles nur eine Tendenz. Auch Indiana war umkämpft.

[00h26] !Erste Ergebnisse aus Kentucky sehen eine Führung von John McCain! 62% zu 36% für McCain. Das war erwartet worden, McCain führte hier teilweise zweistellig in den Umfragen. Wie gesagt, noch sind in einigen Teilen die Wahlurnen nicht geschlossen. Aber eine erste Tendenz pro John McCain.

[00h22] Während CNN eine Korrespondentenschalte durch die Swing-States macht und bei Sky News es ein sehr bewegendes Interview mit David Dinkins , Afro-Amerikaner und ehemaliger Bürgermeister von New York, gibt, redet in der ARD Sandra Maischberger mit Otto Schily. Das sagt alles.

[00h18] CNN jetzt mit durch den Raum schwebenden Grafiken über die Wahl für den US-Senat. Manche Staaten könnten man bereits angesichts der Umfragewerte den Republikanern oder Demokraten zuordnen. Interessant auch die Wahl für das Repräsentantenhaus. Sollten die Demokraten eine Mehrheit im Kongress bekommen und Obama Präsident werden, würde das das Regieren erheblich erleichtern. Anhand der Umfragen haben die Demokraten 39 sichere Sitze, die Republikaner 26 Sitze.

[00h16] Ach, wie ich sie vermisst habe. Campbell Brown ist auch da.

[00h11] In North Carolina wird in einigen Bezirken die Stimmabgabe verlängert, und zwar um eine Stunde. Also bis 02h30 deutscher Zeit. Das liegt daran, dass es zu Beginn Schwierigkeiten bei der Stimmabgabe gab.

[00h05] Auch die letzte “Poll of Polls” sieht weiterhin einen 7%-Vorsprung von Barack Obama. Sky News schaltet sich durch das ganze Land. Der Korrespondent in Arizona, der Heimatstadt von John McCain, berichtet von einer angespannten Atmosphäre. In Chicago im Grant Park ist es mittlerweile dunkel geworden, Arbeiter nehmen letzte Vorbereitungen an der Bühne vor. In Kalifornien an der Westküste strahlender Sonnenschein. Auch hier wird von einem Andrang an den Wahlurnen berichtet, und das trotz des großen Vorsprungs in den Umfragen für Obama hier.

[00h02] Fast 94% der US-Bürger sehen die Wirtschaft in einem schlechten Zustand. Und wie man einen Vorspann zu den US-wahlen macht, können sich alle Fernsehanstalten bei Sky News abschauen.

[23h59] In Teilen von Kentucky und Indiana schließen die Wahllokale. Insgesamt gibt es zusammen 19 Wahlmänner zu verteilen ( 8 in Kentucky und 11 in Indiana)

[23h57] Bereits heute früh haben ja einige Wähler in New Hampshire abgestimmt, klar zu Gunsten von Barack Obama. Auch das waren eher sichere Bezirke für die Republikaner. Ein Omen für die heutige Wahlnacht. In wenigen Minuten schließen die ersten Wahllokale.

[23h54] Die Swing-States. Darauf kommt es heute an. Ich habe nochmal eine kleine Übersicht über die Battlegrounds für heute Abend. Angegeben sind die letzten Umfragewerte:

  • Florida (27 Wahlmänner); Obama +2,5
  • North Carolina (15); Unentschieden
  • Missouri (11); McCain +0,4
  • Indiana (11); McCain +1,4
  • Georgia (15); McCain +3
  • Montana (3); McCain +3,8
  • Arizona (10); McCain +3,5
  • Virginia (13); Obama +4,2
  • Ohio (20); Obama +4,3

Das sieht jetzt auf den ersten Blick für McCain recht angenehm aus, aber alle diese Staaten gingen 2004  an George Bush, teilweise mit deutlichem Vorsprung. Um diese muss McCain jetzt kämpfen. Die Hochburgen der Demokraten an den Küsten sind sowieso Obama-Land, in Kalifornien hat er fast 25% Vorsprung.

[23h39] CNN hatte eben Live-Bilder aus Chicago, wolkenloser Himmel, Sonnenuntergang im Hintergrund. Der Grant Park noch leer, nachher sollen 1 Million Menschen erwartet werden.

[23h45] Hier teffen dann die Ergebnisse ein: Das CNN Election Center.

[23h42] Neue Exit-Polls: Über 70% der Erstwähler haben Barack Obama gewählt.

[23h41] Und es gibt gefälschte Textmessages mit der Nachricht: “Due to very long lines, all Obama voters are asked to vote on Wednesday. Thank you. Please forward to everyone.”

[23h39] Auch Colorado meldet eine extrem hohe Wahlbeteiligung. Was ich mich frage die ganze Zeit ist, wie es dazu kommen kann, dass man teilweise Stunden lang bis zur Wahl warten muss. Ist die Infrastruktur in den USA soviel schlechter und die Dichte der Wahllokale so viel geringer als im Vergleich zum Beispiel zu Deutschland?

Mittlerweile rufen bei CNN die Leute an und melden Probleme bei der Wahl.

[23h37] Bei Sky laufen gerade die Tore der Champions League. Was für eine Elfmeterentscheidung in Liverpool, mein lieber Mann.

[23h34] Einer war noch nicht vor den Kamera, richtig, aber jetzt bei CNN: Rudy Giuliani. Sieht es als genetisch an, dass Demokraten höhere Wirtschaftskompetenz als die Republikaner haben. Genauso wie die Republikaner in der Bekämpfung des Terrorismus. Das wäre auch ein lustiger Wahlkampf geworden, wenn Rudy Kandidat gewesen wäre. Amerika sei ein Land mit Patrioten, das Land sei geeint. Aber Politik muss wieder das Vertrauen zu ihnen gewinnen. Amerika wisse aber, wie man mit Herausforderungen umgeht. Rudy Giuliani schließt ein weiteres Engagement in der Politik aus.

[23h32] Nur 9% sahen Terrorismus und Gesundheitsversorgung als wichtigstes Thema für ihre Wahlentscheidung. Einerseits schlecht für McCain, aber auch nicht gerade ein Vertrauensbeweis für beide Kandidaten. War das Thema Gesundheit doch sehr zentral im Wahlkampf.

[23h30] Wenn man sich durch die Websiten und Programme zappt, dann hat man fast alle wichtigen politischen Größen der USA vor der Kamera gehabt. Nur einen nicht – der derzeitigen Präsidenten George W. Bush.

[23h28] Jemand für ein Drinking-Game mit “the best political team on television” bereit?

[23h27] Eindrücke aus Virginia bei CNN: Probleme bei den Wahlcomputern werden bestätigt, allerdings nur Einzelfälle. Liegt aber auch am Wetter. Seit Stunden prasselt Dauerregen über die Ostküste.

[23h26] Wie gesagt. Ich würde mir wünschen, wenn Obama die Wahl gewinnen würde, hätte aber auch keine Probleme, wenn McCain es dennoch schaffen sollte. Ich glaube aber, dass die USA und die Welt besser mit Obama dran wären.

Außerdem bin ich gespannt, ob Obama wirklich die Welt verändern wird. Denn an dieser Aussage muss er sich messen lassen.

[23h23] Ein kleiner Nachteil bei CNN ist übrigens der doch etwas hohe Anteil an Werbung.

[23h16] Neue Exit-Polls: 10% für Irak als wahlbeherrschendes Thema. Und von diesen 10% würden angeblich 63% für Obama sprechen. Wie gesagt, das sind nur erste Zahlen und Erhebnungen aus Befragungen am Wahltag. Und CNN fängt schon wieder zu spielen an.

In den Kommentaren gibt es ein Screenshot mit Bildern aus Florida, wo Wähler drei Stunden vor Wahllokalen warten müssen. Dass die dann nicht alle weggehen, sollte zeigen, wie wichtig diese Wahl in den Augen vieler Bürger ist.

[23h14] 60% gegen laut Associated Press an, dass Wirtschaft das Thema für die Wahlentscheidung war. Würde für einen Sieg von Barack Obama sprechen.

[23h10] Erste Exit Polls bei CNN: Wirtschaft beherrschendes Thema bei der Wahlentscheidung.

[23h08] Sky News ist im Grant Park in Chicago, da, wo Obama seine Siegesrede halten will. Im Moment ist es noch leer, aber Menschenmassen warten, müssen sich vor Eintritt ausführlich kontrollieren lassen. Eine riesige Bühne ist aufgebaut, zwei große Scheinwerfer links und rechts und dann ein Gang in die Menschenmasse hinein. Ungefähr 20 US-Flaggen wehen und bilden dann das Hintergrundbild, wenn Obama sich im TV erklärt.

[23h06] Ist es eigentlich ein gutes Zeichen, wenn John McCain heute noch durch drei Staaten bereist um Wahlkampf zu machen. Der unbändige Willen zum Kampf vs. die verzweifelte Versuch der Überzeugung der amerikanischen Bürger.

Sarah Palin möchte morgen mit John McCain ihre Arbeit beginnen. Lachte in die Kameras und verschwand.

[23h04] Bilder vom Tage bei Sky News: Obama mit Siegessicherheit, als er das Flugzeug betritt. Auch McCain zeigt sich selbstbewusst.

[23h02] Ich frage mich gerade, was dieser Wahlnacht mehr Emotionalität geben würde. Wenn Barack Obama der erste schwarze Präsident der USA wird oder John McCain allen Experten und Umfragen zum Trotz das Rennen doch nochmal umbiegen kann.

[22h57] Und John King schon wieder an der magic wall, zeigt, wo die ersten Ergebnisse eintreffen. Kann man dafür mal einen alternativen Nobelpreis verleihen?

Probleme in Texas an den Wahlcomputern sollen sich bestätigen. Angeblich wurden sogar Stimmen den falschen Kandidaten zugeordnet. Ich habe gerade das blöde Gefühl, dass es doch eine längere Nacht werden könnte. Mal sehen, wie sich das entwickelt.

[22h55] Was ist also bisher heute so passiert in den USA. Es ist ein bisschen die Ruhe vor dem Sturm.

  • Beide Präsidenschaftskandidaten haben ihre Stimme bereits am Morgen abgegeben. Anschließend ging John McCain noch auf Stimmenfang.
  • Ansonsten scheint es Probleme mit der Wahlautomaten zu geben. Aus Texas werden massive Schwierigkeiten gemeldet, es gab zudem Probleme mit durchnässten Wahlzetteln in zahlreichen Staaten. Einmal im Regen – und der Automat streikt. Die Republikaner mosern bereits herum
  • Allgemein sind die Menschen in Massen an die Wahlurnen geströmt, es wird mit einer Rekordbeteiligung gerechnet.
  • Sogar Bushs ehemaliger Berater Rove prognostiziert einen Wahlsieg von Barack Obama. Das sollte als Votum ausreichen.
  • In Chicago herrscht derweil schon Siegesstimmung, tausende Menschen strömen zu dem Platz, wo eventuell Barack Obama seine Siegesrede halten wird.
  • Auch Arnold Schwarzenegger hat gewählt.
  • “I hope that works”. Zitat des Tages bisher von Barack Obama. Zum Wählen brauchte er 16 Minuten.

[22h44] Mal sehen, wie sich die politische Karte der USA verändern wird. 2004 war da sehr viel rot, blau für die Demokraten nur an der Küste. Jetzt könnte Barack Obama sogar tradtionelle Hochburgen der Republikaner für sich einnehmen. Dass wäre dann beeindruckend für Obama, hätte aber zudem auch viel längerfristige Konsequenzen für die politische Landschaft der USA.

[22h39] Bei den Straßen von Berlin wird bereits seit heute Vormittag gebloggt, ebenfalls wird alles live begleitet bei Spiegel Online und der BBC. Die New York Times und der Guardian mit dem etwas anderen Fahrplan für die Wahlnacht.

[22h30] Das Team John McCain gibt schon mal eine Pressemitteilung raus und beschwert sich über Unregelmäßigkeiten bei der Wahl, vor allem in Pennsylvania.

[22h28] Ich werde heute Abend zwischen CNN und Sky News zappen und auch ein bisschen deren Berichterstattung begutachten. Gerne darf in den Kommentaren über andere Sender ergänzt werden.

[22h25] Ich bin ja starker Anhänger der These, dass wenn Barack Obama Florida gewinnt er auch Präsident der Vereinigten Staaten wird. Interessant sind ja heute nur noch die Swing-States, also vor allem eben Florida, Georgia, North Carolina, Indiana, Virginia und Ohio. In Pennsylvania sieht der Vorsprung von Obama recht komfortabel aus.

So schließen die Wahllokale (angegeben ist die deutsche Zeit)

24h00: Indiana und Kentucky

01h00: Florida, Georgia, South Carolina, Virginia

01h30: Ohio, West Virginia, North Carolina

02h00: Pennsylvania, Missouri und zahlreiche Neuengland-Staaten

03h00: Arizona

04h00: Montana, Nevada

[22h15] Schwarz gegen weiß, jung gegen alt, charismatischer Emporkömmling gegen politischen Haudegen. Die Amerikaner wählen ihren 44. Präsidenten. Wunderschönen guten Abend zum Live-Blogging der Wahlnacht. Ich bin eingerichtet und freue mich auf spannende und emotionale Stunden.

Thema: Live-Blog, TV und Radio, US Wahl 2008 | Kommentare (118) | Autor: medispolis

Letzte News vor der US-Wahl / 10 Dinge, über die ich mich in der Wahlnacht freuen würde

Montag, 3. November 2008 21:08

Noch knapp 30 Stunden und wir dürften wissen, wer der 44. Präsident der Vereinigten Staaten wird. Heute touren Obama und McCain noch einmal durch die wichtigen Swing-States, auch morgen soll es noch Veranstaltungen geben. Alle Umfragen sehen Obama mit sieben Prozentpunkten vor John McCain, fünf Prozent der Wähler sind noch unentschieden. Eine neue Umfrage von NBC und dem Wall-Street-Journal sieht Obama ebenfalls mit sieben Prozent vorne, der Vorsprung ist aber leicht geschmolzen. Es wird morgen mit einer der höchsten Wahlbeteiligung jemals bei den Präsidentschaftswahlen gerechnet.

Da ich heute Nachmittag etwas eher Feierabend gemacht habe, konnte ich nebenbei ein bisschen die Nachmittagsnachrichten von Sky News schauen, die fast schon rund um die Uhr aus den USA berichten. Ohne viel Show, sehr sachlich, mit einer Review der US-Tageszeitungen, Live-Schalten zu den wichtigsten Reden und zahlreichen Interviews. Sehr angenehm zu schauen. Es gab eine tolle Reportage über New York, bei der man Ground Zero und die Wall Street besuchte und mit ganz normalen Bürgern an zwei nostralgischen Punkten der US-Geschichte der letzten Jahre über die Wahl sprach, zudem interviewte man einen Journalisten und eine Händlerin an der Börse, alles unterlegt von malerischer Musik, begleitet immer wieder durch das Flötenspiel eines Obdachlosen auf den Straßen New Yorks. Sehr viel besser kann man Atmosphäre nicht rüberbringen.

Sky News brachte dabei heute einen interessanten Vergleich ins Spiel, den ich erst für völlig abwegig hielt, bei längerem Nachdenken finde ich den aber sehr zutreffend. Man verglich die jetzige Situation in den USA mit der von GB kurz vor der Wahl von Tony Blair 1997. Damals wollte auch England Veränderung – und dann kam Tony Blair mit so einem großen Vorsprung ins Amt und wusste gar nicht, was er zuerst anfangen sollte. Ähnlich könnte es ja auch Obama ergehen. Mit einem deutlichen Sieg würden sich die Erwartungen enorm erhöhen, aber Obama ist eher unerfahren und die Probleme des Landes sind lang. Wie brachte es ein NBC-Journalist so treffend auf den Punkt: Politiker sind auch nur Menschen. Manchmal glaube er, dass es zu hohe Erwartungen an Obama und McCain gebe. Na ja, wenn Obama verspricht die Welt zu verändern, dann darf man ja auch etwas erwarten.

Einen schönen Stimmungsbericht aus dem Swing-State Florida gibt es beim Miami Herald.

10 Dinge, über die ich mich in der Wahlnacht freuen würde.

  • 1. Wenn John King bei CNN an seiner Magic Wall zwischen Tampa Bay, Columbus und Raleigh wieder wie ein Verrückter hin und her schaltet und zeigt, welcher Platz neben dem örtlichen Supermarkt noch abstimmen muss, damit wir sichergehen können, dass der Staat an McCain oder Obama geht.
  • 2. Wenn Sky News wieder mit einfachen Leuten vor den Wahllokalen spricht: “Hi, sorry, we are Sky News, from London, England.” Großartig.
  • 3. “Too close to call”
  • 4. ZDF-Berichterstattung im Internet mit Claus Kleber. Aber, liebes ZDF, warum gibt es den Klaus nur im Internet?
  • 5. Wahlsieg von Barack Obama
  • 6. “The best political teeeeem on television”, wo man aufpassen muss, dass man angesichts der ganzen Moderatoren nicht den Überblick verliert und Moderatoren mit Experten verwechselt. Wie wäre es, wenn die sich mal Namenschilder machen?
  • 7. Die Rede des neuen US-Präsidenten
  • 8. Wenn sich die Bewohner des “I-4-Korridor” auch mal entscheiden könnten
  • 9. Dass in Ohio diesmal richtig gezählt wird.
  • 10. Wenn das Ergebnis auch morgen Nacht feststehen würde.

Na denn, ich freue mich auf die Wahlnacht und werde hier ab 23h00, also nach der Champions League, die Ereignisse aus den USA live mitbloggen. Mal schauen, wann der neue US-Präsident feststeht. Wie gesagt, wenn wir wissen, wie die Ostküste abgestimmt hat, dann dürfte es soweit sein. Sollte so gegen 03h00 deutscher Zeit sein.

Thema: US Wahl 2008 | Kommentare (5) | Autor: medispolis

Win When You’re Swinging – Die USA zwei Tage vor der Wahl

Sonntag, 2. November 2008 20:16

Es wird langsam spannend in den Vereinigten Staaten zwei Tage vor der Präsidentschaftswahl. Gestern sickerten neue Zahlen durch, wonach John McCain in den Umfragen nochmal ein wenig aufholen konnte. Die allerneuste Umfrage von CNN sieht Obama sieben Prozent vor John McCain. Die neuste Gallup-Umfrage sieht sogar einen Vorsprung von Obama in Höhe von 11 Prozentpunkten. Ich gebe bei Wahlen grundsätzlich eher wenig auf Zahlen und Umfragen, von daher glaube ich, dass noch nichts entschieden ist, wenngleich ich Obamas Chancen besser einschätze. Im Prinzip richtet sich die Aufmerksamkeit auch nur noch auf die Swing-States.

Nach den letzten Umfragen (die Grafik stammt von Pollster) kommt Barack Obama auf 264 sichere Wahlmänner, John McCain auf 129. Die Tendenz spricht für Obama. Er liegt in einigen wenigen Staaten knapp vor McCain und könnte nochmal 47 Wahlmänner auf sich verzeichnen und hätte dann die nötige Mehrheit. Zu den Staaten, die zu Obama tendieren, gehört auch Virginia und Ohio. Aber vor allem in Ohio hat McCain über das Wochenende alle Register aufgefahren, unter anderem Auftritte mit Arnold Schwarzeneger, von daher sehe ich das vor allem in Ohio für völlig offen.

Kommen wir mal zu dem Swing-State überhaupt, nämlich Florida. Hier sind 27 Wahlmänner zu vergeben. Sollte Obama Florida gewinnen, dann hat er auch die Präsidentschaft sicher. Er hätte dann, vorausgesetzt er bekäme die 264 sicheren Wahlmänner, auf eine Anzahl von 291 und damit deutlich mehr als die 270. Dann kann Mc Cain auch Ohio, Georgia und Indiana gewinnen – es würde ihm alles nichts nützen. In den letzten Umfragen liegt Obama mit 2,5 Prozentpunkten vor McCain. Sollte McCain gewinnen, würde es nochmal spannend werden. Dann brächte Barack Obama die 15 Wahlmänner von North Carolina, liegt hier in Umfragen mit 1,3% vor John McCain. Alle Blicke gehen am Dienstag also nach Florida, Georgia, North Carolina und Ohio. Wenn wir wissen, wie diese Staaten abgestimmt haben, dann wissen wir auch, wer der nächste Präsident der Vereinigten Staaten wird.

Thema: US Wahl 2008 | Kommentare (1) | Autor: medispolis

Deshalb verehre ich die BBC so

Mittwoch, 8. Oktober 2008 17:04

Die letzten Arbeitstage waren bei mir sehr anstrengend. Gestern Abend um 23h00 nach Hause gekommen, heute morgen um 6h30 aufgestanden. An ein Anschauen der TV-Debatte zwischen Barack Obama und John McCain war nicht zu denken, habe ich es doch gerade mal geschafft, ein Käsebrot gestern Abend zu essen. Bei der Daily Show bin ich eingeschlafen – man möge es mir verzeihen.

Ich plante mir beim Frühstück am Morgen einen kurzen Überblick über das TV-Duell zu machen und es dann heute Nachmittag zu schauen. Also, für ein erstes Eintauchen heute um 6h45 den PC angemacht und zuerst bei der Tagesschau vorbeigeschaut. Vielleicht gibt es ja schon einen Bericht von den ARD-Hörfunkkorrespondenten.

Leider, weit gefehlt. Einzig ein kleiner Agenturbericht (Stand 04h01) berichtet vom TV-Duell. Stand 04h01, fast drei Stunden später schaue ich vorbei. Nicht eine Angabe zu möglichen Blitzumfragen. Ein reiner Agenturbericht, der eigentlich nur an den Artikel vom Vorabend vorgehängt wurde. Erst um 08h27 kommt der Bericht von Ralph Sina, Hörfunkkorrespondent des WDR in Washington. Keine Angabe über einen möglichen Sieger oder Umfrageergebnisse.

Also rüber zu BBC: Und was ich da sehe, verschlägt mir schon wieder die Sprache. Bereits um 06h45 gibt es einen langen Bericht mit den wichtigsten Zitaten, es gibt schon einige Highlightvideos zu den wichtigsten Kernaussagen. Um 07h00 folgt eine sehr ausführliche Analyse, die komplette Debatte wird ins Internet gestellt. Da war bei der ARD immer nur noch der Agenturbericht auf der Seite. Und nicht zu vergessen das exzellente Live-Blogging der BBC live aus Nashville. So stelle ich mir eine ausführliche, fundierte und ausgewogene Berichterstattung vor.

Das soll kein Frontalangriff auf die ARD sein, aber die BBC zeigt, wie man schnell und gut seine Leser informieren kann. Vielleicht kann sich die ARD da mal eine Scheibe von abschneiden. Denn nur ein mickriger Artikel auf tagesschau.de ist schlicht sehr wenig. Beim nächsten Mal wird gleich bei der BBC geschaut.

Thema: TV und Radio, US Wahl 2008 | Kommentare (4) | Autor: medispolis

All I Need Is A Game Changer

Montag, 6. Oktober 2008 20:46

Ein neuer Werbespot, neue Attacken gegen Barack Obama, und man holt sich Rat von einem ausgewiesenen Experten.

Ich finde es immer noch bedenklich, wenn John McCain jetzt wieder über die mangelnde Erfahrung von Barack Obama herzieht, wenn er gleichzeitig Seit an Seit mit Sarah Palin auftritt. Ob das gut gehen kann?

Und was sagt Barack Obama: They’re running out of time. Und schaltet einen 13-Minuten-Spot über McCains Scheitern in der Finanzpolitik und gibt sich gleichzeitig als der Handelnde in der Krise. Die Obama-Kampagne hat auch erkannt, dass man mit dem Thema Wirtschaft punkten kann, allerdings nur solange, wie es auf der Agenda steht. Das will John McCain verhindern, gelingt aber nur sehr bedingt. Fallende Aktienkurse sorgen halt momentan für mehr Angst als eine angebliche Verbindung zwischen Obama und Terroristen.

John McCain braucht im Moment scheinbar mehr als nur einen Game Changer. Er braucht Fehler von Obama, aber der scheint souveräner denn je.

Thema: US Wahl 2008 | Kommentare (0) | Autor: medispolis

The End is just…

Samstag, 4. Oktober 2008 12:04

Ich habe gerade in der Straßenbahn die neue Ausgabe des Economist angefangen und musste mal wieder herzlich über die Karikatur von Kevin Kallaugher lachen.

Im Mittelpunkt der neuen Ausgabe steht natürlich die Finanzkrise. Es gibt aber auch einen nach erstem Überfliegen sehr lesenswerten Special Report auf 25 Seiten über die US-Wahlen und den Kampf zwischen Barack Obama und John McCain, bezogen auf wesentliche programmatische Aspekte, sei es Außenpolitik, Wirtschaft oder auch Wertevermittlung.

Der Special Report mit dem Titel “The Battle of Hope and Experience” ist auch als pdf-Datei für alle Interessierten verfügbar (5,3 MB).

Thema: US Wahl 2008, Zeitungen/Zeitschriften | Kommentare (0) | Autor: medispolis

“I think Senator Obama does not understand…”

Samstag, 27. September 2008 9:03

In der vergangenen Nacht also das erste TV-Duell zwischen den beiden Präsidentschaftskandidaten, Obama und McCain. In Oxford im US-Bundesstaat Mississippi gab es aber 90 Minuten Magerkost, keine Überraschungen, wenig Spektakuläres. Ehrlich gesagt: Ich hatte viel mehr erwartet.

Mit Ausnahme der ersten 30 Minuten, in denen sehr ausführlich und sachlich über die Finanzkrise gesprochen wurde, war es von beiden Kandidaten ein Herunterspulen ihrer bisherigen Aussagen des Wahlkampfs. Alles hatte sogar ich schon mal irgendwo wörtlich so gehört oder gelesen, von daher darf man sich schon fragen, on irgendein interessierter, unentschlossener US-Wähler, der tagtäglich und überall mit dem US-Wahlkampf in Kontakt kommt, irgendein Erkenntnisgewinn bekam und sich für einen Kandidaten entscheiden konnte. Denn darum sollte es beiden Anwärtern ja gehen. In einem TV-Duell wird man mit Sicherheit keine großen Wählerschichten verlieren, es sei denn man macht große Schnitzer. Aber gerade die Unentschlossenen können sich erstmals ein Bild machen, haben quasi den direkten Vergleich, können zu bestimmten Positionen die Einschätzungen der Kandidaten gegenüberstellen. Doch bekam sie gestern irgendeinen neuen Erkenntnisgewinn?

Nein, beide sprachen in ihren festen Strukturen. John McCain hat vor allem im Teil zur Außenpolitik Obama als den unerfahrenen, nicht geeinigten Kandidaten darstellen wollen. nd das gelang zumindest teilweise, von daher sah ich McCain zumindest inhaltlich im diesem Gebiet leicht vorne. Ungefähr 50 Mal begann McCain mit dem Satz “I think Senator Obama does not understand…” und setzte dann seine Liste fort. Obama sei nicht in Pakistan, im Iran, in Nordkorea und überall gewesen. Er habe sich nie ein Bild vor Ort gemacht. Von daher verbietet es sich, dass Obama über wichtige außenpolitische Sachverhalte entscheiden darf. Streng formuliert war das die Haltung von John McCain. Natürlich brachte der Senator aus Arizona auch seine Positionen zum Thema Außenpolitik deutlich hervor, ohne aber stets darauf hinzuweisen, wen er wo und überall schon alles getroffen habe. John McCain ist auf dem Bereich der Außenpolitik ein richtig toller Hengst und hat dies in jedem Satz weit und breit erklärt. Das ist legitim, hat mich aber persönlich stets genervt. Seine Via sollte doch den meisten Wählern bekannt sein. Barack Obama gab nur am Ende eine kleine persönliche Anekdote, als er an seinen Vater erinnert hat. Der Senator aus Illinois hat vor allem die acht Jahre Außenpolitik der Regierung Bush auseinandergenommen, den Irak-Krieg als falsch bezeichnet und McCain vorgeworfen, dafür gestimmt zu haben. Er habe also das bessere Urteilsvermögen in wichtigen außenpolitischen Entscheidungen. Brisant wurde es nur einmal, als es darum ging, wie man diplomatisch mit dem Iran oder auch Nordkorea umgehen sollte. Beide machten ihre bekannten Positionen hier deutlich und verstrickten sich dann in den üblich festgefahrenen Ansichten, sprich: Obama unerfahren in Außenpolitik, McCain nicht mit dem Urteilsvermögen, nicht daran interessiert Amerikas Stellung und Ansicht in der Weltpolitik zu verbessern.

Begonnen hatte die Debatte mit einer halbstündigen Diskussion über die aktuelle Finanzkrise. Beide betonten, dass Amerika in einer ernsten Krise sei und das dies Auswirkungen auf ihre Präsidentschaft habe. Eine neue Position wurde dann doch deutlich: McCain möchte eine umfassende Ausgabenbegrenzung, Obama weiter an seinen Investitionen festhalten und unnütze Ausagen, sprich Steuersenkungen für die Wohlhabenden und Unternehmen, zurücknehmen. Im Bereich der Wirtschafts- und Finanzpolitik sah ich Obama leicht vorne.

Insgesamt kommt dann von der inhaltlichen Ebene ein Unentschieden heraus. Rhetorisch sah ich ebenfalls beide gleichauf. Obama wirkte in seinen Aussagen sehr viel präsenter und präziser, McCain angriffslustiger und aggressiver. Ich bin gespannt, ob diese Strategie von McCain aufgeht. Die nächsten Umfragen werden es zeigen. Unter der Berücksichtigung, dass das Thema Wirtschaft immer mehr an Bedeutung gewinnt, könnte ich mir vorstellen, dass McCain den Vorsprung nicht wesentlich vergrößern wird. Denn ich fand Obama in diesem Abschnitt des TV-Duells sehr viel überzeugender. Insgesamt hatte ich mir aber mehr erwartet, und zwar vor allem in der direkten Interaktion zwischen den Kandidaten, in der Auseinandersetzung über einzelne Positionen. Häufig war es ein Vortragen seiner eigenen Position mit dem Verweis darauf, dass der Gegenkandidat in diesem Punkt die falsche Ansicht habe und diese Versäumnisse aufweisen kann.

Mal schauen. Wenn das Thema Außenpolitik im Moment den Wahlkampf beherrschen würde, könnte John McCain sehr viel Rückenwind mitnehmen. So wird sich in den Umfragen vielleicht nur geringfügig etwas ändern. Zu wenig Überraschungen, zu viel Bekanntes. Und gerade im Bereich der Wirtschaft hat Obama durch einige sehr gute Aussagen punkten können. Richtig Bewegung könnte dann die Debatte der Vizepräsidentschaftskandidaten geben. Denn beide stehen nicht so sehr im Rampenlicht und müssen für ihre Kandidaten werben. Insbesondere im Bereich der Außenpolitik hat dann hier McCain das Nachsehen, verfügt seine Kandidatin Palin über nicht den größten Horizont. Aber zum Glück hat der Senator aus Arizona da schon mal die Positionen abgesteckt. Es könnte aber im falschen Themengebiet gewesen sein. Im Moment sind für die Amerikaner die eigenen Dollarscheine wichtiger als Afghanistan oder der Irak. Und was nützt es dann, wenn McCain alle diese Länder schon besucht hat, wie er immer wieder betont hat? I do not understand that.

Thema: US Wahl 2008 | Kommentare (0) | Autor: medispolis

Vor dem TV-Duell zwischen Obama und McCain

Donnerstag, 25. September 2008 21:51

Eigentlich hatte ich damit gerechnet, dass die Freitagabend stattfindende TV-Debatte zwischen McCain und Obama schon Tage vorher die Schlagzeilen beherrscht. Aber da hat man wohl die Absprache mit der Wall Street nicht getroffen. Amerika taumelt in der Finanzkrise – und den Bürgern (und auch John McCain) sind Konten, Aktienkurse und Zinsen wichtiger als Debatten über die Außenpolitik, Redezeiten und Wortduelle.

So sieht die Lage einen Tag vor dem ersten von drei TV-Duellen zwischen den Präsidentschaftskandiaten aus. Stattfinden wird das TV-Duell aber doch. Da konnte John McCain noch so viel Krisenpanik schieben und noch so verantwortungsvoll sich für das Land einsetzen, das Obama-Team hat der Verschiebung nicht zugestimmt. Man kann jetzt trefflich drüber spekulieren, ob Obama das aus rein wahlkampftaktischen Gründen gemacht hat um McCain die kalte Schulter zu zeigen, quasi nach dem Motto, dass er sich von den Republikanern nicht diktieren lasse. Demgegenüber steht die auch von Obama geäußerte Ansicht, dass ein möglicher Präsident mehrere Aufgaben zu erledigen hat und wenn es nötig sei Schwerpunkte zu verschieben sind.

Wahrscheinlich ist es eine Mischung aus beidem. Begonnen mit der Vermischung Finanzkrise-Wahlkampf hat sowieso John McCain. Sinkende Umfragewerte für den Veteranen aus Arizona, die Wähler machen die Republikaner für die Finanzkrise mehrheitlich verantwortlich – was liegt näher daran, alls Wahlkampftermine auszusitzen und das TV-Duell erstmal zu verschieben. Vielleicht hat sich bis dahin die Situation etwas entschärft. John McCain hat einen mutigen Schritt gemacht, den zweiten bereits nach der Nominierung von Sarah Palin. Aber ob dieser Schritt auch den gewünschten Erfolg bringt? Sarah Palin hatte durchaus einen positiven Effekt, aber der jetzige Plan wirkt für mich so ein bisschen die Flucht aus schwachen Umfragewerten und den Wahlkampfterminen. Im Moment bietet Barack Obama wenig Angriffsfläche – also machen die Republikaner einfach mal Pause.

Aber eben nur bis Freitag. Ich freue mich schon auf das TV-Duell. Ursprünglich sollte vor allem um Außenpolitik gesprochen werden. Jetzt dürfte DAS Thema aber klar sein. John McCain darf dann die Flucht nach vorne beginnen. Die BBC fasst die Rolle des TV-Duelles in Zeiten von Wahlkampf wunderbar zusammen. Ich werde das Duell in der Nacht von Freitag auf Samstag live mitbloggen.

Thema: US Wahl 2008 | Kommentare (0) | Autor: medispolis

So scheint der amerikanische Wähler zu ticken

Mittwoch, 10. September 2008 10:05

Ich war gestern den ganzen Tag unterwegs, habe die Sonne genossen und zwei Zugfahrten hinter mir gehabt. In diversen Tageszeitungen, die ich gestern in die Hände bekam, standen Artikel von der spektakulären Aufholjagd von John McCain gegenüber Barack Obama in den Umfragen für die US-Wahl im November. 50% zu 46% für den Gouverneur von Arizona in den landesweiten Umfragen. Ich frage mich die ganze Zeit schon, wie McCain es schafft beständig in den Umfragen aufzuholen. Wollen sich die Amerikaner wirklich nochmal fünf Jahre Herrschaft der Republikaner antun, nochmal über das größte Defizit in der Geschichte der USA, über tausende Kriegstote im Irak und Isolation auf der Weltbühne stolpern? Waren acht Jahre George W. Bush nicht genug? In jedem anderen demokratischen Land wäre die jetzige Regierungspartei doch schon in den Umfragen abgeschmiert und ohne jegliche Chance auf den Wahlerfolg. Wie tickt also der amerikanische Wähler? Ich hatte bisher keine Antwort darauf. Seit gestern Abend bin ich wenigstens ein bisschen schlauer.

Anruf in den USA, bei meiner Gastmutter, zu der ich seit meinem Schüleraustauschjahr in den USA noch gute Kontakte habe. Sie hatte gestern Geburtstag, ich hatte vergessen ein Paket mit Gummibärchen, Pumpernickel und Schokolade hinzuschicken, von daher dann wenigstens der Anruf. Passte ja auch ganz gut. Geburtstag und US-Wahlkampf. Ich versuchte sie zuhause zu erreichen, dachte, sie hat sich wohl freigenommen. Also Anruf ins wunderschöne Oregon, ins Tal des Willamette River, 100 Kilometer südöstlich von Portland. Sie war da, hat sich gefreut. Über alles geredet, was so anstand, fast 90 Minuten. Ich habe ihre Geburtstagsvorbereitungen aus dem Zeitplan gebracht.

Meine Gastmutter würde ich schon als sehr konservativ bezeichnen. Sie arbeitet in der Gemeinde, engagiert sich politisch, wir sind damals zwei Mal pro Woche zur Kirche gegangen, meistens zweimal am Sonntag. Sie ist sehr religiös, liest viel in der Bibel. Aber sie ist trotzdem eine der tollsten Frauen auf der Welt, die ich kenne. Vor längerer Zeit haben wir schon mal über die US-Wahlen gesprochen, sie erzählte mir damals, dass sie von Barack Obama und seiner Art begeistert war und sie sich vorstellen kann ihn zu wählen. Sie war damals bei Obamas Rede in Portland. Als wir während des Gespräches auf die US-Wahlen gekommen sind und ich gefragt habe, wie es mit der Unterstützung für Barack Obama aussehe, sagte sie mir, dass sie weiter da ist, sie aber in Zweifel kam, ob sie ihn noch wählt, seitdem Sarah Palin an der Seite von John McCain auftritt.

Und sie hat mir dann einen Einblick gegeben in ihre Ansichten und auch in die Meinungen der anderen Leute, die sie kennt und mit denen sie über Politik spricht. Ihre Entscheidung für John McCain habe gar nicht so sehr mit einer Abhaltung gegen Barack Obama zu tun, vielmehr sei es eine Entscheidung für John McCain. Sie meinte, dass sie mit John McCain in vielen Punkten nicht konform gehe, ihn für zu liberal halte, jetzt aber ihre konservativen Ansichten durch Sarah Palin vertreten sieht. Die strikte Ablehnung von Abtreibung sei mittlerweile der Grund, warum sie wieder mehr zu McCain tendiert. Obama bringe zwar einen Politikwechsel, aber sei ihr in vielen Punkten zu liberal. Durch die Stärkung der konservativen Flügels bei John McCain könne sie sich wieder mehr vorstellen die Republikaner zu wählen. Als ich gefragt habe, ob die letzten acht Jahre nicht als Beweis dafür gelten sollten, dass es vielleicht an der Zeit sei, einen Regierungswechsel in Washington zu erwägen, meinte sie, dass sie das durchaus begrüßen würde, solange konservative Ansichten aber vertreten werden.

John McCain scheint also in der Tat ein Coup gelungen zu sein, der ihm die Chancen auf einen Wahlsieg erheblich vergrößert. Es ist nicht die Person McCain, es ist die Person Palin und ihre konservativen Ansichten. Dass letztendlich McCain gewählt wird, scheint nur eine untergeordnete Rolle zu spielen. Die Amerikaner scheinen jetzt ihre konservativen Wurzeln wieder zu entdecken, die vor allem von John McCain nur selten wirklich vertreten worden. Irgendwie musste er sich ja auch von George W. Bush abgrenzen. Aber jetzt das konservative Herz, die strikte Ablehnung von Abtreibung und das Erlauben von Waffenbesitz, wieder richtig zu schlagen. Man kann die Vereinigten Staaten von Amerika und seine Leute nicht immer verstehen, aber ich kann zumindest nachvollziehen, wie sie sich verhalten. Es gibt in den USA, gerade in den ländlichen Gebieten, eine sehr starke konservative Verwurzelung, die teilweise durch mehrere Generationen getragen wird. Und scheinbar kommt genau diese durch Sarah Palin wieder zum Wachsen.

Oregon ist bei weitem nun kein Musterbeispiel für einen konservativen Bundesstaat, ganz im Gegenteil, ich habe seine Menschen und Haltung damals überwiegend als sehr liberal empfunden. Barack Obama liegt hier in den letzten Umfragen auch deutlich vor John McCain. Aber wenn sogar hier schon einige darüber nachdenken von Obama zu McCain zu wechseln, wie ist es dann in den wirklich konservativen Staaten und gerade auch in den Swing-States? McCain scheint im Moment auf dem besseren Pfad zu sein.

Vielleicht scheint dieses Land in der Tat für change nicht bereit genug zu sein. Da möchte man lieber Verlässlichkeit und konservative Ansichten in Washington vertreten sehen. Die Politik, die dann zur Abstimmung steht, ist erstmal zweitrangig.

Thema: US Wahl 2008 | Kommentare (7) | Autor: medispolis

US-Wahl 2008 TV-Tipp: McCain revealed

Freitag, 29. August 2008 17:51

Vor knapp zwei Stunden hat der designierte Präsidentschaftskandidat der US-Republikaner, John McCain, seine Kandidatin für den Vize-Präsidenten benannt: Sarah Palin, Gouverneurin von Alaska.

Am kommenden Montag beginnt dann der viertätige Parteitag der US-Republikaner in Minneapolis/St. Paul. Dann steht der Kalte Krieger (SPIEGEL) im Mittelpunkt der Weltöffentlichkeit. Anlässlich dieses Ereginisses hat CNN eine Dokumentation über das private und politische Leben von John McCain erstellt. Alle wichtigen Stationen seines Lebens werden beleuchtet und mit persönlichen Einschätzungen von ihm ergänzt.

“It’s a life already made for the movies. He survived a plane crash during flight school, a catastrophic fire on a U.S. naval ship, and five years as a prisoner of war (P.O.W.) in Vietnam. Politically, he’s considered a self-styled maverick.”

McCain revealed am morgigen Samstag um 16h00 und 21h00 auf CNN.

Thema: TV und Radio, US Wahl 2008 | Kommentare (0) | Autor: medispolis