Wieviel Zeit bekommt Mark Hughes noch bei Manchester City?
Montag, 22. Dezember 2008 14:30
Weihnachten steht vor der Tür in der Premier League. Auch wenn es diesmal zwischen Weihnachten und Neujahr nur zwei volle Spieltage gibt, sind die Ansetzungen am 2. Weihnachtsfeiertag und kurz vor dem Jahreswechsel immer etwas Besonderes, kann man doch aufgrund der Dichte der Spiele einiges an Boden gut machen und natürlich auch Abstand verlieren.
Und diese Saison ist es aufgrund der Tabellenkonstellation besonders dramatisch, dadurch bekommen die nächsten Spieltage noch ein bisschen mehr Adrenalin. Wahrscheinlich genug Adrenalin hat dieser Tage schon Mark Hughes, Trainer beim ambitionierten Manchester City. Ich hatte es Samstag ja schon in der Preview geschrieben, dass es bei einer Niederlage am Sonntag bei West Bromwich Albion richtig eng werden könnte. Richtig eng ist es momentan noch nicht, es gibt bis jetzt keinerlei Anzeichen, dass Hughes noch vor Weihnachten oder gat im Januar entlassen werden könnte. Ohne jetzt das Spiel gestern gesehen zu haben (nur einen kurzen Spielbericht bei Sportsline auf Sky News gestern Abend), muss man sich aber fragen, ob Hughes – gerade auch bei den erfolgshungrigen Fans – noch Kredit hat und auch der richtige Trainer für Man City ist. Der gestrige Nachmittag war eigentlich wie gemalt für die aktuelle Situation von Manchester City. Man spielt auswärts beim Tabellenschlusslicht West Bromwich Albion und ist über die gesamten 90 Minuten die schlechtere Mannschaft und liegt fünf Minuten vor Schluss völlig verdient mit 0:1 hinten. Kurz darauf unterläuft WBA-Torwart Carson ein Eigentor. 1:1, vier Minuten vor Schluss. Für City nach der äußerst mäßigen Leistung ein fast schon gewonnener Punkt. Mund abputzen und einfach mal so mitnehmen. Doch City hat innerhalb von den drei Minuten Nachspielzeit die ganze Schwäche der Mannschaft aufgezeigt. Unnötiger Ballverlust im Spielaufbau, große Lücken im Mittelfeld, die Außenbahnen nicht besetzt, sodass es in Leichtes war für Gianni Zuiverloon eine maßgeschneiderte Flanke zu schlagen. Und in der Mitte steht völlig allein ohne Gegenspieler Roman Bednar, der in der Nachspielzeit den Siegtreffer per Kopf für West Brom erzielt.
Manchester City steht mit 18 Punkten auf dem 18. Platz. Wenn man in dem Tempo weitermacht, ist die Gefahr groß, dass man nächste Saison gegen Charlton statt Chelsea spielt. Im Januar sollen jetzt die großen Stars kommen um das Team zu stärken. Aber auf einen UEFA-Cup Platz sind es bereits jetzt 13 Punkte Rückstand. Wer bitte geht im Januar zu Man City, wenn es relativ unwahrscheinlich ist, dass man nächste Saison international spielt? Da müssen die Besitzer schon mit viel Geld durch die Länder ziehen.
Wie geht es jetzt also weiter für Mark Hughes bei Manchester City? Rein sportlich am Boxing Day gegen Hull und dann zwei Tage später gegen Blackburn. Und gerade der Sonntag gegen die Rovers dürfte imminent wichtig werden. Um wirklich durchatmen zu können, bräuchte City eigentlich sechs Punkte aus den beiden Partien. Und man möge sich aus City-Sicht gar nicht die Story ausmalen, wenn der kleine Aufsteiger aus Hull das ambitionierte Man City noch weiter in die Krise stürzt. Noch bleibt aber alles beim Alten. Mark Hughes selbst sagte gestern in der BBC, dass er auch über den Januar hinaus Trainer in Eastlands bleibt. Und auch Alan Hanson von der BBC schreibt in seiner Kolumne, dass er es für wahrscheinlich halte, dass City an Hughes festhält. Frei nach dem Credo: Hughes ist ein guter Manager und brauche mehr Zeit. Dass stimmt zwar, doch dieses ungeschriebene Gesetzt gilt schon lange nicht mehr in der Premier League. Und ich sehe momentan kein Grund, warum es noch für Mark Hughes gelten sollte. Zu schlecht waren die sportlichen Leistungen der letzten Monate. Noch gibt es von allen Seiten Rückendeckung, die Besitzer hätten ihm sogar versichert, dass er über den Januar hinaus Trainer bleibe. Dass er zwischen den Spieltagen – beispielsweise nach einem schlechten Spiel gegen Hull – ausgetaucht wird, glaube ich auch nicht. Aber sollte es gegen Blackburn nicht besonders erfolgreich verlaufen, lösen sich solche internen Absprachen auch sicherlich ganz schnell auf. Wie gesagt: Den einzigen Grund, den ich sehe, warum derzeit noch an Mark Hughes festgehalten wird, ist, dass er das Steuer über die Feiertage noch selbst rumreißen kann.
Schaut man sich die Meinungen der Fans im Sportblog des Guardian an, glauben die wenigsten, dass Hughes noch lange bleibt in Manchester, viele sprechen ihm auch die nötige Qualität ab ein Team wie City (sic!) zu trainieren. Gerade auch die letzten Spiel im UEFA-Cup bei Santander und zuletzt bei WBA waren fürchterlich. Kein Aufwärtstrend ersichtlich. Und über Weihnachten die Kurve zu bekommen, fällt immer besonders schwer. Aber sollte das Hughes schaffen, hat er es erstmal verdient weiterzumachen. Mark Hughes braucht Zeit. Gut eine Woche dürfte er vielleicht noch haben. Und auch Mittelfeldspieler Shaun Wright-Phillips spricht von ganz schwierigen Zeiten in Eastlands.
Ergebnisse stimmen nicht, Spielweise, Einstellung und auch taktische Fehler zuhauf. Eigentlich alles keine Argumente pro Mark Hughes. Die einzige Hoffnung, die man in Manchester zurzeit hat, sind die Transferperiode und dadurch eine signifikante Stärkung des Kader. Bisschen wenig. Mal sehen, ob die Besitzer der Abu Dhabi United Group noch 2008 umkippen.
Thema: Premier League | Kommentare (0) | Autor: medispolis

