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NBA Playoffs 2008 Eastern Conference Final Spiel 6, Detroit Pistons – Boston Celtics 81:89

Freitag, 30. Mai 2008 12:19

Nachdem vergangene Nacht die LA Lakers dank einer überragenden Veranstaltung von Kobe Bryant die NBA Finals 2008 erreicht haben, wartet das Team von Trainer Phil Jackson jetzt auf den Gegner aus der Eastern Conference. Boston führt die Serie mit 3:2, braucht also einen Auswärtssieg um die Serie zu einem Ende zu bringen. Das gelang in den Playoffs 2008 bisher nur einmal – ausgerechnet in Detroit. Aber die Pistons versuchen ihre Heimstärke dagegen zu setzen.

Es war eine gespannte Atmosphäre vor Spiel 6 in Palace of Auburn Hills in Detroit. Die Pistons standen unter Druck, mussten Spiel 6 gewinnen um weiter Chancen auf das NBA Final zu haben, Boston konnte etwas beruhigter in dieses Spiel gehen auch wohlwissend, dass man schonmal auswärts in dieser Serie bei den Pistons gewonnen hatten. Die Celtics in der Starting Five wieder mit den Großen Drei, Kevin Garnett, Paul Pierce und Ray Allen wurden von Kendrik Perkins und Rajon Rondo unterstützt. Auch die Pistons konnten ihre beste Mannschaft aufs Parkett schicken mit Tayshaun Prince, Antonio McDyess, Rasheed Wallace, Richard Hamilton und Chanuncey Billups. Für Detroit kam es vor allem darauf an die Kreise von Kevin Garnett halbwegs wieder einzugrenzen, was in Spiel 5 überhaupt nicht gelang. Wichtig auch für das Team aus Michigan die einfachen Jump Shots der Celtics wieder effektiver zu verteidigen.

Nach zwei ersten ausgeglichenen Vierteln stand es 40:37 für die Boston Celtics, keine Mannschaft konnte sich wirklich absetzen, beide Teams spielten ihren Spielstil, konnten aber die gut stehenden Defensivreihen nicht immer überwinden. Einen Leistungsunterschied gab es aber überhaupt nicht festzustellen. Beide Teams vor allem von der Dreier-Linie mit einer erschreckenden Bilanz, erst kurz vor Ende des 1. Viertels konnte Ray Allen den ersten Dreier für Boston im Korb unterbringen.

So ausgeglichen die ersten beiden Viertel waren, desto spannender und rassanter wurde die zweite Halbzeit. Zum ersten Mal hatte man das Gefühl, das Spiel könnte zu Gunsten einer Mannschaft kippen – und zwar in Richtung Detroit. Auch die ersten Minuten des dritten Viertels waren wieder ausgeglichen, drei Minuten vor Ende stand es 58:58, doch dann ein kleiner Schlüsselmoment im dritten Spielabschnitt pro Detroit. Die Pistons führen 64:58, als Paul Pierce ein Wurf von Downtown versenkt, kassiert dabei aber ein mehr als fragwürdiges Offensivfoul. Statt 61:64 aus Sicht von Boston stand es dann 66:58 für Detroit, weil Tayshaun Prince beide Free Throws verwandelte. Mit einer 68:60-Führung ging Detroit in das letzte Viertel, das Momentum klar auf der Seite. Es war spannend zu sehen, wie Boston das vierte Viertel angehen würde. Ganz ehrlich, ich hatte damit gerechnet – auch aufgrund der bisherigen Auswärtsschwäche – dass Detroit das dann souverän nach Hause schaukeln würde, aber da habe ich mich wohl getäuscht.

Denn was die Boston Celtics in den letzten 12 Minuten da für einen Basketball zelebrierten, das war absolut NBA-Champion würdig. Vielleicht war sich Detroit schon etwas zu sicher aufgrund der Führung und wurde dann vom Garnett-Pierce-Express förmlich überrollt. Richard Hamilton eröffnete das vierte Viertel per Jump Shot zum 70:60, danach folgte ein 10:0-Lauf der Celtics, 70:70 knapp sieben Minuten vor Schluss, 72:74 knapp fünf Minuten vor Schluss. Und was der Schlüsselmoment für die Pistons im dritten Moment war, war dieser für die Celtics eine glänzende Einzelvorstellung von Paul Pierce, der nach tollem Zug zum Korb das Foul von Rodney Stuckey aufnahm und per 3-Punkt-Spiel zum 75:74 traf. Erste Führung für die Boston Celtics seit Mitte des dritten Viertels. Und von dort an lief es fast von selbst, man spielte sich in einen kleinen Schlussrausch und brachte die Führung sicher und souverän nach Hause. Am Ende stand es 89:81 für die Boston Celtics. Das vierte Viertel entschied man mit 29:13 für sich.

Am Ende war es vor allem Paul Pierce, der mit 27 Punkten und 8 Rebounds Boston den Sieg ermöglichte, Kevon Garnett kam auf 16 Zähler, Ray Allen konnte 17 Punkte für sich verbuchen. Mannschaftlich waren die Celtics einfach einen Tick geschlossener und kompakter, auch die 29 Punkte von Chauncey Billups und die 21 Zähler von Richard Hamilton konnten Boston letztendlich nicht gefährden. Die Pistons mit schwacher Trefferquote von der Dreierlinie, nur 6 von 21(28,6%), zudem 16 Turnovers. Pistons Coach Flip Saunders steht nach Informationen von ESPN vor einer ungewissen Zukunft, er hat noch einen gültigen Vertrag für die kommende Saison in Detroit, es bleibt aber fraglich, ob er diesen auch erfüllt.

Damit kommt es ab kommenden Donnerstag also zum für viele Experten selbst ernannten Traumfinale zwischen den LA Lakers und den Boston Celtics, ein Spiel, das so viele Geschichten erzählt, dass man gar nicht weiß, wo man anfangen soll. Zum achten Mal treffen sich beide Teams in einem NBA-Finale, zuletzt gewannen 1985 und 1987 jeweils die LA Lakers mit 4:2, aber mehr Tradition in einem NBA-Finale wie diesen gibt es nicht. Schauen wir mal, was wir erwarten können. Mehr dazu dann in den nächsten Tagen.

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NBA Playoffs 2008 Conference Semifinals Spiel 7, Boston Celtics – Cleveland Cavaliers

Samstag, 17. Mai 2008 22:36

Showdown in Neuengland. Während die Detroit Pistons schon seit ein paar Tagen für das Finale der Eastern Conference üben können, müssen Boston und Cleveland Überstunden machen. Nachdem die Cavs Spiel 6 für sich entscheiden konnten, kommt es jetzt zum “do or die” am Sonntagmittag an der Ostküste der USA. Können die Cleveland Cavaliers mit dem ersten Auswärtssieg in dieser Serie ins Conference Final einziehen? Ab 21h15 wird hier live mitgebloggt.

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NBA Playoffs 2008 Conference Semifinals Spiel 4, Utah Jazz – Los Angeles Lakers 123:115 n.V.

Montag, 12. Mai 2008 10:18

Es gibt Spiele, bei denen weiß man schon nach den ersten Spielminuten, dass sie das Potential für ein spannendes und dramatisches Finish besitzen. Als die Utah Jazz zu Beginn mit ihren schnellen Fastbreaks die noch löchrige Defense der Lakers ein ums andere Mal förmlich auseinandernahm und der Lärmpegel in der Energy Solutions Arena fast das Dach zum Wegfliegen brachte, nahm Lakers-Trainer Phil Jackson keine Auszeit, sein Team sollte sich beweisen, sich zurückkämpfen. Das klappte auch – aber erst ganz am Ende der regulären Spielzeit. Bis dahin gab es zunächst 48 Minuten guten Basketball, aber vor allem ein enges Spiel. Utah konnte erst zu Beginn des vierten Viertels richtig wegziehen, aber paradoxerweise wurden dann gerade die Lakers am stärksten.

Die Ausgangslage vor Spiel 4 im Mormonenstaat war ganz klar definiert. Utah brauchte aufgrund der Heimstärke der Lakers den zweiten Sieg vor eigenem Publikum um die Serie am Leben zu halten. Und so begannen sie auch dieses Spiel, lagen schnell in Führung und nutzen zu Beginn die Abwesenheit von Derek Fisher, der zu Beginn des Spiels schnell zwei unnötige Fouls kassierte. Danach war es über lange Zeit ein durchaus ausgeglichenes Spiel, die Lakers konnten zwar nie den Vorsprung der Jazz wirklich zum Schmilzen bringen, blieben aber auch immer noch im Spiel, hatten höchstens acht Punkte Rückstand Mitte des dritten Viertels. Den Unterschied machte vor allem die Treffsicherheit von der Freiwurflinie der Jazz, insbesondere Kobe Bryant hatte dort einige selten gezeigt Schwächen. Und weiterer Pluspunkt für die Jazz: Die Bankspieler, die die nötigen Punkte mehr brachten als die Superstars ihre Pausen machten. Mannschaftlich geschlossener gingen die Jazz ins vierte Viertel und konnten dort zu Beginn ihren höchsten Vorsprung in diesem Spiel verzeichnen. 12 Punkte Mitte des vierten Viertels standen zu Buche. Doch diesen Vorsprung konnten die Lakers noch egalisieren – auch mit der Hilfe von Kobe Bryant, der kurz vor Schluss mit dem 3-Punkt-Spiel auf einen Punkte zum 103:104 verkürzte. Zuvor hatte Derek Fisher mit einem herrlichen Dreier die Aufholjagd eingeleitet, die mit dem Tip-Shot von Odom zum 108:108 vier Sekunden vor Schluss beendet wurde. Es ging in die Verlängerung.

Die Verlängerung ging dann verdientermaßen an die Jazz, die Lakers wirkten etwas erschöpft, insbesondere Kobe Bryant konnte leicht gehemmt durch eine Rückenverletzung aus dem ersten Viertel seinem Team nicht helfen. Die kurioseste Szene gab es knapp eine Minute vor Schluss in der Energy Solutions Arena. Bryant verkürzt mit schhönem Layup zum 110:112 aus Sicht von Los Angeles Lakers. Plötzlich arbeitet die Defense, kurz vor Schluss der 24-Sekunden Uhr muss Kyle Korver werfen, verzieht, aber der Rebound fällt in die Arme von Mehmet Okur, der dann zu Willams gibt, die Jazz können neu aufbauen. Kirilenko kriegt den Ball, setzt zum Dunk an, wird von Odom gefoult. Korb fällt. Spiel gelaufen. Utah schlägt die Lakers 123:115 nach Verlängerung.

Bester Werfer auf dem Platz Deron Williams mit 29 Punkten. Diese Serie ist jetzt völlig offen. Utah hat gezeigt, dass sie die Lakers besiegen können. Und jetzt stehen die Lakers unter Druck. Eine Heimniederlage in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag kann man sich angesichts der bärenstarken Heimvorstellungen der Jazz nicht leisten. Würde mich nicht wundern, wenn diese Serie über die vollen sieben Spiele gehen wird. Aber mindestens einmal müssen die Jazz auch in LA gewinnen, wenn sie das Finale in der Western Conference erreichen wollen.

PREMIERE zeigt Spiel 5 der Serie zwischen den Lakers und den Jazz in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag ab 04h30 live.

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Der Playoff-Krieger und seine nicht vorhandene Armee

Mittwoch, 30. April 2008 7:43

“We didn’t play well enough to win this series,” sagte ein enttäuschter Dirk Nowitzki nach dem Playoff-Aus der Dallas Mavericks. Das Team aus Texas verlor Spiel 5 im Viertelfinale der Western Conference bei den New Orleans Hornets mit 94:99. Das Ergebnis sieht enger aus als der Spielverlauf es vielleicht erwarten lässt. Die Mavericks spielten wieder eine äußerst bescheidene erste Hälfte, konnten am Ende zwar eine kleine Aufholjagd starten, am Ende kam man noch mal auf 94:97 ran, doch vertendelte bei Ballbesitz den eigenen Angriffszug. Auch diese fünfte Partie der Dallas Mavericks in den Playoffs 2008 offenbarte wieder alle spielerischen Schwächen dieser Saison. Bezogen auf Spiel 5 sprechen die Zahlen des Matches einfach nicht für ein funktionierendes und gut organisiertes Team in den Playoffs, das Chancen auf den Titelgewinn hat. Nur 40% Trefferquote aus dem Feld, lediglich 25% von Downtown. Außer Dirk Nowitzki, der wirklich alles versuchte, hat sich kein Spieler der Dallas Mavericks gegen die Niederlage gewehrt. Der Würzburger kam auf recht gute 22 Punkte und 13 Rebounds – danach kam lange nichts. Hoffnungsträger, wie Jason Kidd und Josh Howard, wirken wie Fremdkörper in einem Spielberichtsbogen, wie Neulinge, die gerade versuchen in ihrem ersten Jahr ihre persönliche Wurfstatistik aufzubessern. Dagegen zeigten die Stars der New Orleans Hornets guten, effektiven und durchdachten Basketball. Man spielte wie ein Team, das dieses Spiel von Anfang an gewinnen wollte.

Zum zweiten Mal also in Folge scheiden die Dallas Mavericks in der ersten Runde der Playoffs aus, letztes Jahr gegen die Emporkömmlinge von den Goldon State Warriors, diesmal gegen das zweitbeste Team der Western Conference in der regular Season. Im Prinzip ist ein Ausscheiden gegen die Hornets kein Beinbruch, allerdings darf dies nicht der Art und Weise wie bei den Mavs geschehen. Was wurde nicht alles geschrieben vor den Playoffs, die Mavs hätten eine reale Chance gegen die Playoff-unerfahrenen Hornets. Nur hat dabei keiner berechnet, dass auch die Mavericks ihre besten Leistung zeigen müssen. Und dies war eben nicht der Fall. Insbesondere Spiel 1 und 4 waren negative Schlüsselerlebnisse. Zum Auftakt lag man n New Orleans lange in Führung und gab dann ein sicher geglaubtes Spiel aus den Händen, in Spiel 4 vor eigenem Publikum zeigte man eine erschreckende Vorstellung. Spätestens da wurden alle Schwächen dieser Mannschaft aufgelegt. Schwächen, die auch vergangene Nacht nochmal deutlich auferlegt wurden.

Wie also weiter bei den Dallas Mavericks? Die Dallas Morning News schreiben: “There is no debate now. One early vacation is a fluke. Two is a trend nobody in the organization wants to accept. Failing to get out of the first round for the second consecutive season is a clear sign of how far the team has fallen.” Die Medien in Texas haben sich also auf die Mannschaft eingeschossen. Dass Trainer Avery Johnson eine Zukunft bei den Texaner hat, ist ausgeschlossen. Marc Cuban hat aber nicht nur die Aufgabe einen neuen Trainer zu finden, sondern auch die Pflicht ein neues Team aufzustellen. Denn in dieser Zusammensetzung gewinnen die Mavericks keinen Blumentopf mehr. Außer Dirk Nowitzki konnte kein Spieler gute Leistungen dauerhaft in den Playoffs zeigen, inbesondere in den ersten drei Spielen zeigte der Deutsche fantastische Leistungen, was lokale Medien zum Anlass nahmen, ihn als “Playoff-Krieger” zu titulieren. Die Playoffs haben aber auch gezeigt, dass ein Playoff-Krieger ohne eine vernünftige Armee keine Chance hat. Jason Kidd konnte in keiner Playoff-Partie sein in ihn gesteckten Hoffnungen erfüllen, Josh Howard war viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt. Und dann war dann eben auch die Komponente Avery Johnson, begann die ersten beiden Spiele mit dem erfahrenen Jarry Stackhouse in der Starting Five, was nicht den erwünschten Effekt gab. Spiel 3 in Dallas füllte dann Jason Terry diese Position aus und tat dies ganz fantastisch. Allerdings eben nur in Spiel 3. Gestern bekam Jarry Stackhouse wieder mehr Spielzeit und verabschiedete sich mit zwei technischen Fouls vorzeitig aus dieser Partie. Wenn es eines Sinnbildes brauchte, dann war es dieser Abgang stellvertretend für das ganze Team.

In der Western Conference haben neben den New Orleans Hornets die San Antonio Spurs (4-1 gegen die Phoenix Suns) das Halbfinale erreicht. Ebenso qualifiziert sind die Los Angeles Lakers. In der vierten Partie führen die Utah Jazz 3-2 gegen die Houston Rockets, die Texaner konnten aber vergangene Nacht verkürzen. In der Eastern Conference sind die Orlando Magic als bisher einziges Team qualifiziert. Cleveland führt gegen die Wizards 3-1, Detroit gewann Spiel 5 gegen die Philadelphia 76ers und führt jetzt 3:2 in der Serie. Und zwischen den Boston Celtics und den Atlanta Hawks steht es 2:2, Spiel 5 ist in der kommenden Nacht.

Nochmal kurz zurück zu den Dallas Mavericks. Dirk Nowitzki gab zu Protokoll: “We didn’t play well enough to win this series.” Aus neutraler Sicht kann man auch sagen, dass seine Mitspieler nicht gut genug waren. Die zweite Enttäuschung in Folge. The Same Procedure every year? Hoffentlich nicht. Also auf ein Neues in den Playoffs 2009, wenn sie denn erreicht werden. Schönen Urlaub.

Thema: US-Sport | Kommentare (0) | Autor: medispolis