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Premier League 2009/2010 Preview #32 – Drei Punkte um jeden Preis

Freitag, 26. März 2010 10:08

Sieben Spieltage sind noch zu absolvieren. Machbare Aufgaben für die Titelkandidaten, schon schwierigere Herausforderungen für die Mannschaften im Abstiegskampf. Spieltag 32 wartet mit sieben Spielen am Samstag auf, dazu zwei am Sonntag und es gibt wieder ein Monday Night Game. Fünf Live-Spiele bei Sky – also alles wie gehabt.

FC Chelsea – Aston Villa

Sky Sport 1 live, Samstag ab 15:55 Uhr, Kommentar: Markus Gaupp

Die Schocknachricht für die Fans der Blues kam gestern Mittag über die englischen Nachrichtenticker. Ricardo Carvalho wird mindestens vier Wochen wegen einer Knöchelverletzung nicht zur Verfügung stehen. Für die ehe schon dezimierte Abwehr der Blues – Bosingwa, Ashley Cole und Ivanovic fehlen ebenfalls mit Verletzungen – ein weiterer Rückschlag im Titelkampf. Und wenn es so etwas wie eine Schwachstelle bei Chelsea diese Saison gibt, dann ist es eben die Abwehr. Und diese Probleme werden garantiert nicht kleiner. Kann das Aton Villa mit dem schnellen Gabriel Agbonlahor und dem durchschlagskräftigen John Carew am Samstagnachmittag ausnutzen? Vor vier Wochen hätte ich diese Frage noch mit “Ja” beantwortet, doch Villa wirkt seit ein paar Spielen müde und kraftlos. Es wirkt so, als gehe den Villens in der entscheidenen Saisonphase wieder die Puste aus. Seit Jahreswechsel hat man nur drei von 10 Spielen gewonnen.  Zuletzt gab es nur zwei Unentschieden – gegen Wolverhampton und Sunderland. Teams, die man eigentlich schlagen sollte, wenn man sich für die Champions League qualifizieren will. Zu allem Überfluss fallen jetzt auch noch Heskey und Milner mit Verletzungen voraussichtlich aus.

Birmingham City – FC Arsenal

Im Fernduell mit dem FC Chelsea muss der FC Arsenal zu Birmingham City reisen, ein Spiel, das schon vor Anstoß genug Geschichten schreibt. Zum ersten Mal kehrt Eduardo nach seiner schweren Verletzung aus dem Jahr 2008 zurück in den St. Andrews Park. Das Spiel vor zwei Jahren war der Turning Point für Arsenal aus dem Meisterschaftsrennen auszuscheiden. Arsene Wenger hat dies gestern auf der Pressekonferenz verneint: “Das war sicherlich nicht der maßgebende Anlass. Hinzu kam, dass einige Spieler nicht fokussiert waren und mit ihren Gedanken schon bei ihrem neuen Verein im Sommer.” Aus diesem Grund hat Wenger vorerst alle Vertragsgespräche auf Eis gelegt um sich auf das Saisonfinale zu konzentrieren. Die Gunners reisen mit Personalsorgen nach Birmingham. Vermaelen ist nach seiner Notbremse aus dem West Ham Spiel gesperrt, Gallas fehlt noch eine Woche verletzt. Wahrscheinlich wird Alex Song in die Innenverteidigung rücken, alternativ können auch Silvestre und Campbell die Innenverteidigung bestreiten. City verlor die letzten beiden Auswärtsspiele, hat aber eine außerordentlich gute Heimbilanz. Aber das dürfte aus Arsenal Sicht ehe egal sein. Die Gunners müssten perfekt sein in den letzten Spielen, so Wenger. Was soviel heißt: drei Punkte um jeden Preis.

Tottenham Hotspur – FC Portsmouth

Es war eine Woche wie gemalt für die Spurs. Man besiegte im Wiederholungsspiel des FA-Cup an der White Hart Lane den FC Fulham mit 3:1 und profitierte in der Liga von den dem Remis von Villa und der Niederlage von Manchester City und geht nun auf der Pole Position in die letzten Spieltage bezüglich des Kampfes um den vierten Platz. Und die sollte man behalten im Aufeinandertreffen mit Pompey. Man darf also schon mal üben für die Auflage in Wembley in zwei Wochen, wenn man sich im Halbfinale des FA-Cup trifft. Alles andere als ein Sieg wäre eine große Enttäuschung. Verlassen kann man sich weiterhin auf die Sturmreihen. Nach der Verletzung von Jermain Defoe treffen jetzt eben Roman Pavlyuchenko (neun Tore in den letzten acht Spielen) und Winter-Neuzugang Eidur Gudjohnson, den Harry Redknapp laut diversen Medienberichten gerne länger im Norden Londons behalten würde.

West Ham United – Stoke City

Im Osten Londons brennt mehr als nur ein Baum. Enttäuschende Leistung und Heimniederlage unter der Woche gegen Wolverhampton, am Tag darauf wurde Gianfranco Zola von den Zeitungen schon als Trainer bei den Hammers begraben. Die Besitzer des Vereins meldeten sich aber und gaben Zola eine Gnadenfrist. Fragt sich nur, wie lange die halten soll. Ein Ultimatum für das Spiel am Samstag gegen Stoke scheint es nicht zu geben. Aber Zola und West Ham helfen sowieso nur Siege. Und auch wenn Stoke neun Punkte und fünf Plätze besser dasteht in der Tabelle – es ist ein Spiel, das West Ham gewinnen muss. Nicht unbedingt um den Klassenerhalt zu sichern, sondern Ruhe in den Verein zu bekommen. Und wie würde es denn aussehen, wenn die beiden Besitzer Gold und Sullivan Zola am Sonntag feuern müssten?

Hull City – FC Fulham

Den Starteffekt eines neuen Trainers hat man sich in Hull sicherlich auch anders vorgestellt. Die Tigers verloren in Portsmouth und stehen jetzt vor der Partie gegen Fulham mit dem Rücken zur Wand. Drei Punkte beträgt der Rückstand auf das rettende Ufer. In den letzten drei Spielen kassierte man 10 Gegentore. Also sicherlich keine Bilanz, die mit viel Selbstvertrauen ausstattet. Und jetzt heißen die nächsten Gegner Fulham, Stoke und Burnley oder anders ausgedrückt: Zwei Siege aus diesen drei Spielen sind zwingend notwendig um die Klasse zu halten. Samstag darf man gegen Fulham anfangen. Die Cottagers sind dank ihrer festgefahrenen Tabellenposition so ein bisschen die Wundertüte. Vielleicht kann man die Tüte ja einfach mal aufmachen und das Wunder weiter an die Tigers reichen.

Wolverhampton Wanderers – FC Everton

Sieben Punkte aus den letzten drei Spielen, darunter zwei Auswärtssiege bei West Ham und in Burnley. So spielt man im Abstiegskampf, wie die Wolves es derzeit tun. So konnte man immerhin sieben Punkte zwischen sich und den Abstiegsplätzen legen. Jetzt noch ein Heimsieg gegen Everton und man hätte die halbe Miete für den Klassenerhalt.

Bolton Wanderers – Manchester United

Sky Sport 1 live, Samstag ab 18:25 Uhr, Kommentar: Sascha Roos

Vor dem Champions League Spiel bei Bayern München hat der Spielplangestalter für die Red Devils das Auswärtsspiel bei den Bolton Wanderers gesetzt. Und das dürfte eine machbare Aufgabe werden. Bolton hat drei der letzten fünf Spiele gewonnen, aber vor allem gegen direkte Gegner im Abstiegskampf. Interessant sind wenigstens zwei Aspekte in dieser Begegnung. Gary Cahill kehrt bei Bolton zurück ins Team. Und man darf gespannt abwarten, ob Sir Alex Ferguson einige Spieler schonen wird vor dem Champions League Viertelfinale. Von offizieller Seite lies man verlautbaren, dass es Wechsel geben wird. Berbatov könnte Rooney ersetzen, Giggs und Scholes könnten in die Startelf rücken.

FC Burnley – Blackburn Rovers

Sky Sport 1 live, Sonntag ab 12:55 Uhr, Kommentar: Toni Tomic

Mit dem Aufstieg vom FC Burnley hat die Premier League seit dieser Saison ein weiteres brisantes Derby bekommen, das East Lancashire Derby zwischen Blackburn und Burnley, beide Stadien nur durch wenige Kilometer getrennt. Rund 20 Kilometer liegen zwischen beiden Städten, einmal die M65 gen Osten für die Fans der Rovers – und dann hat man Burnley erreicht. Die Sicherheitsvorkehrungen für diese Partie sind enorm hoch, Ausschreitungen werden für möglich gehalten. Die Polizei hat an alle Fans appelliert, sich friedlich zu verhalten. Mit Bussen werden die Fans von Blackburn zum Stadion gebracht, die Fans der Clarets werden gebeten früh und rechtzeitig ins Stadion zu kommen – um eine Konfrontation beider Fangruppen zu verhindern. Wollen wir hoffen, dass es neben dem Platz ruhig bleibt und dafür auf dem Spielfeld umso dramatischer zugeht. Zumindest für die Gastgeber ist es ja ein enorm wichtiges Spiel. Man liegt drei Punkte hinter einem Nichtabstiegsplatz und kommt von einer Niederlage gegen Wigan zurück – kassiert in der zweiten Minute der Nachspielzeit. Dazwischen gab es verstärkt Gerüchte, dass Trainer Brian Laws vor dem Rauswurf steht. Was sich nicht bestätigt hat. Aber alles keine guten Vorzeichen vor der Partie gegen Blackburn. Die Rovers können sowieso völlig befreit in diese Partie gehen. Und von der Heimstärke Burnleys ist auch nichts mehr geblieben. Letzter Heimsieg am 6. Februar gegen West Ham – der nächste müsste folgen.

FC Liverpool – FC Sunderland

Sky Sport 1 live, Sonntag ab 16:55 Uhr, Kommentar: Marcel Meinert

Und dann gibt es an jedem Spieltag ein Spiel, in dem ich nur bedingt Spannung reinschreiben kann. Heute ist es mal die Partie der Reds gegen Sunderland. Weil die Ausgangslage eben so klar wie schwierig ist. Liverpool liegt bei einem Spiel mehr vier Punkte zurück hinter Tottenham. Es heißt also gewinnen um jeden Preis. Und das scheint auch das Problem zu sein. Dieser Druck für die Reds jedes Spiel gewinnen zu müssen geht vermehrt auf die spielerische Qualität. Ich habe lange kein überzeugendes und erfrischendes Offensivspiel der Reds mehr gesehen. Man mach eher mit Schlagzeilen neben dem Platz aufmerksam. Albert Riera hat spätestens jetzt alle Chancen auf weitere Einsätze vergeben und dürfte demnächst in Russland zu finden sein. Und das war es auch schon zu dieser Partie. Vielleicht überzeugen mich die Reds dieses Wochenende ja mal wieder eine größere Lobeshymne auf die spielerischen Leistungen zu schreiben.

Manchester City – Wigan Athletic

Sky Sport 1 live, Montag ab 20:55 Uhr, Kommentar: Marco Hagemann

Immer wieder Rückschläge für Manchester City im Kampf um die Qualifikation für die Champions League. Nächstes Kapitel war die garantiert nicht eingeplante Heimniederlage am Mittwoch gegen den FC Everton. Nur ein Sieg aus den letzten drei Spielen ist schlicht zu wenig. Bei gleicher Spielzahl liegt man jetzt zwei Punkte hinter den Spurs. Und es gibt noch das direkte Duell beider Teams in einem Nachholspiel am 5. Mai (live bei Sky ab 20:55 Uhr), also vier Tage vor dem letzten Saisonspiel. Für City zählt jetzt am Montag erstmal nur ein Sieg gegen Wigan. Die Latics gewann letzte Woche das imminent wichtige Spiel gegen Burnley und könnten mit einem Punktgewinn einen guten Schritt Richtung Klassenerhalt machen.

Thema: Premier League | Kommentare (1) | Autor: medispolis

Premier League 2009/2010: No more room for errors im Titelkampf

Donnerstag, 25. März 2010 17:16

Nachdem der FC Chelsea gestern Tabellenschlusslicht FC Portsmouth mit 5:0 endgültig gen Championship geschickt hat, liegen zwischen den drei Titelkandidaten bei gleicher Spielanzahl gerade einmal zwei Punkte. Sieben Spieltage vor Schluss ist es also an der Zeit auf das Restprogramm der Titelanwärter zu schauen und eine vorsichtige Prognose abzugeben. Wobei das eigentlich unmöglich erscheint. Diese Premier League Saison hat schon so viele Turning Points erlebt, Mannschaften wurden vom Meisterschaftskampf abgeschrieben und sind acht Wochen später plötzlich wieder Geheimfavorit. Einem spannenden Saisonfinale steht also nichts im Weg. Keinen Spielraum mehr für Fehler, meinte Arsene Wenger nach der Partie gegen West Ham. Aber sie werden kommen – bei allen drei Teams.

Manchester United (1. Platz, 69 Pkt., +47 Tore)

Ausgangslage
Sieben Spieltage vor Schluss führen die Red Devils die Tabelle an. Haben einen Punkt Vorsprung vor Chelsea und wiederum einen vor dem FC Arsenal. Man ist gut in Form, man hat die letzten vier Ligaspiele in Folge gewonnen. Im Sturm ist die Abhängigkeit von Wayne Rooney weiterhin wahnsinnig groß. Sollte er sich nicht verletzen und weiter so beständig treffen, muss sich United keine Sorge machen. Zumal Spieler wie Nani und Park zum Ende der Saison ansteigende Form zeigen.

Restprogramm
27.03. A Bolton Wanderers
03.04. H FC Chelsea
11.04. A Blackburn Rovers
17.04. A Manchester City
24.04. H Tottenham Hotspur
01.05. A FC Sunderland
09.05. H Stoke City

Prognose
Ich sehe, wenn überhaupt, vier potentielle Stolperfallen für die Red Devils. Das Auswärtsspiel in Bolton sollte kein Problem sein, schwieriger sind dann die nächsten vier Wochen. Zuhause gegen Chelsea und Tottenham sind noch lange nicht gewonnen, insbesondere wenn beide Teams wieder zu ihrer Form zurückfinden. Blackburn spielt zwar nur eine höchstens durchschnittliche Saison, ist aber sehr heimstark. Und ein Derby gegen Man City ist praktisch nicht vorherzusagen. Wenngleich ich die Partie ist Eastlands für den kleinsten Stolperstein halte. Sollte Man Utd nach der Partie gegen Tottenham Tabellenführer sein, werden sie auch Meister. Und das dann auch verdient. Das ist aber besonders im April kein leichtes Programm, hinzu kommt die Belastung aus der Champions League.
Für Manchester United kalkuliere ich eine Niederlage und ein Unentschieden ein. Der Rest der Spiele wird gewonnen. Man Utd holt in den verbleibenden Spielen demnach noch 16 Punkte und würde am Ende der Saison bei 85 Punkten stehen.

FC Chelsea London (2. Platz, 68 Pkt., +47 Tore)

Ausgangslage
Chelsea hat durch den Sieg im Nachholspiel gegen Portsmouth wieder beide Füße im Titelrennen, liegen einen Punkt hinter Man Utd und einen vor dem FC Chelsea FC Arsenal. Die Probleme liegen zum Großteil eher neben dem Platz. Nach der Niederlage gegen Inter und dem Remis in Blackburn brauste ein Orkan durch die Bridge und wollte von null auf hundert alles auf den Kopf stellen. Panikreaktionen kann man überhaupt nicht im Titelkampf gebrauchen. Was macht man denn, wenn man gegen Aston Villa im FA-Cup ausscheidet? Schwachpunkt bei Chelsea immer wieder die Defensive in dieser Saison.

Restprogramm
27.03. H Aston Villa
03.04. A Manchester United
13.04. H Bolton Wanderers
17.04. A Tottenham Hotspur
25.04. H Stoke City
01.05. A FC Liverpool
09.05. H Wigan Athletic

Prognose
Chelsea mag vielleicht den Vorteil haben, dass sie aus der Champions League ausgeschieden sind. Dafür spielen sie im Gegensatz zu Man Utd und Arsenal noch im FA-Cup. Chelsea wird fünf der restlichen sieben Partien gewinnen. Ich denke, dass die beiden Auswärtsspiele bei Man Utd und in Liverpool verloren gehen. Die Blues würden also noch 15 Punkte einholen und am Ender der Saison bei 83 Zählern angekommen sein.

FC Arsenal London (3. Platz, 67 Pkt., +40 Tore)

Ausgangslage
“Wir müssen unsere Spiele gewinnen, auf uns fokussieren – und dann schauen wir uns am Ende der Saison die Tabelle an. Ja, wir brauchen ein wenig Hilfe von der Konkurrenz, aber die können wir ja auch nur wahrnehmen, wenn wir unsere Leistung bringen und die Spiele gewinnen”, sprach Arsene Wenger heute Mittag auf der Pressekonferenz vor dem Spiel bei Birmingham. Arsenal war schon dreimal aus diesem Titelrennen ausgeschieden, gelten aber dank des eher einfachen Restprogramms als Geheimfavorit. Interessant wird sein, wie die Gunners mit der Doppelbelastung aus Premier League und Champions League. Die Partien gegen Barcelona werden physische wie psychische Herausforderung. Schwachpunkt bei Arsenal auch die Defensive. Gallas wird noch längere Zeit verletzt fehlen, Vermaelen ist erstmal ein Spiel gesperrt, Silvestre und Campbell sind nur bedingt brauchbare Alternativen. Und dann muss natürlich Cesc Fabregas verletzungsfrei bis zum Ende der Saison spielen. Große Hoffnungen könnte man vielleicht auch noch auf Robin van Persie setzen, der Mitte bis Ende April wieder spielen werden kann, so die derzeitigen Prognosen.

Restprogramm
27.03. A Birmingham City
03.04. H Wolverhampton Wanderers
14.04. A Tottenham Hotspur
18.04. A Wigan Athletic
24.04. H Manchester City
01.05. A Blackburn Rovers
09.05. H FC Fulham

Prognose
Ich denke, dass Arsenal, wenn sie ihre Form behalten, ohne weitere Niederlage die Saison beenden können. Es ist – gemessen an dem Tabellenstand der Gegner – das leichteste Restprogramm der Titelkandidaten. Trotzdem würde ich zwei Remis in die letzten Spiele einrechen wollen, bei Tottenham und in Blackburn. Arsenal würde also 17 Punkte holen und damit am Ende auf 84 Punkte kommen.

Nach meiner vorsichtigen Prognose würde Manchester United also den Titel verteidigen mit 85 Punkten, einen Punkt dahinter der FC Arsenal und wiederum einen Zähler der FC Chelsea. Heißt auch soviel, dass alle Teams am letzten Spieltag noch die Chance haben Meister zu werden. Das wäre doch was.

Thema: Premier League | Kommentare (2) | Autor: medispolis

Premier League 2009/2010 Preview #31 – The Sinking Ship

Freitag, 19. März 2010 7:24

Wir schreiben Spieltag 31 in der Premier League Saison 2009/2010. Acht Spieltage noch bis zum Saisonende. Keine Live-Blogs am Wochenende, da ich in Berlin verweile und nun die diversen Ticker auf dem iPhone als Ergebnisdienst habe. Ich versuche aber nächste Woche noch einmal genauer auf das Restprogramm der Titelkandidaten, der Mannschaften im Kampf um Platz 4 und die Abstiegskandidaten genauer zu schauen. Je nachdem wie es meine Zeit zulässt. Eight to go also – und mal wieder ein kompletter Spieltag mit 10 Partien.

Wie schnell sich die Dinge im Fußball ändern können, erlebt dieser Tage Roman Pavlyuchenko von den Tottenham Hotspur. Er spielte eine ganz schwache erste Saisonhälfte, war bei Trainer Harry Redknapp hinter Robbie Keane, Jermain Defoe und Peter Crouch teilweise nur vierte Wahl und hat im Januar seinen festen Entschluss gehabt den Verein zu verlassen. Nur fand sich damals kein Verein, der die von den Spurs geforderte Ablösesumme zu zahlen. Der Russe musste in London bleiben. Glücklicherweise gab man an der White Hart Lane dann Keane zu Celtic Glasgow ab, sodass sich die Konkurrenzsituation im Sturm ein wenig entspannte. Pavlyuchenko blühte immer mehr auf, in den letzten sechs Spielen für die Spurs erzielte er acht Tore, zuletzt ein Doppelpack beim 3:1 über die Rovers vergangenen Samstag. Mit Tottenham steht er noch im FA-Cup Halbfinale und es steht immer noch der Kampf um den vierten Platz im Vordergrund. Tottenham wird von den Experten immer der Status der grauen Maus zugeschrieben, die irgendwann schon einbrechen, weil sie ihre Chance einfach nicht nutzen können. Doch mit Pavlyuchenko könnte es diese Saison anders sein.

Nüchtern betrachtet steht der FC Liverpool im Viertelfinale der Europa League und hat noch überdurchschnittliche Chancen auf den vierten Platz in der Tabelle. Aber man kann es eben auch anders formulieren: Liverpool spielt eine höchstens durchschnittliche Saison, ist in der Liga meilenweit vom Titel entfernt und schon in der Gruppenphase der Champions League ausgeschieden. Zuletzt stabilisierte sich wieder die Form, aber die Gegner hießen auch nur Portsmouth und Lille. Und für Wigan reicht es nicht. Neben all den sportlichen Baustellen – Steven Gerrard macht derzeit mehr mit Ellbogenschlägen auf sich aufmerksam als mit genialen Aktionen auf dem Platz – gibt es zudem auch noch die finanzielle Ungewissheit. 237 Millionen Euro Verbindlichkeiten stehen bei der Royal Bank of Scotland – rund 100 Millionen müssen davon im Sommer zurückgezahlt werden -  und der amerikanischen Bank Wachovia aus, dazu die immer unkonkreter gestalteten Pläne für ein neues Stadion und die auftauchenden Gerüchte über einen Verkauf der Anteile der US-Besitzer Hicks und Gillett. Mal sind es US-Investoren, mal reiche Millionäre aus Asien. Wenn es noch sowas wie keine Baustelle gab, dann war es das Klima in der Mannschaft. Doch damit hat jetzt der Spanier Albert Riera aufgehört, der seinen Verein als “sinkendes Schiff” bezeichnet hat. Zudem rechnete er mit Trainer Benitez ab.

“When the coach doesn’t say anything to you and you are in good shape with no physical problems and training well, you have no choice but to think [the fact you are not playing] is personal. The team’s playing badly and needs changes. If I’m doing something badly and you’re my boss and you trust in me, then you would tell me what I am doing wrong and what I have to do to play. The fact that Benítez has not said anything is what most hurts.”

Quelle: Guardian

Aston Villa – Wolverhampton Wanderers

Sky Sport 1 live, Samstag 13:40 Uhr, Kommentar: Toni Tomic

Der Spieltag eröffnet mit dem Derby im Großraum Birmingham. Für beide Teams ein richtungsweisendes Spiel. Villa konnte unter der Woche bei Wigan Athletic mit 2:1 gewinnen und hat jetzt wieder Anschluss an den CL-Quali-Tabellenplatz. Mit einem Sieg im heimischen Villa Park könnte man vorübergehend auf Platz fünf vorrücken. Das sollte Anlass genug sein, die Erfahrungen der letzten Saison, als im letzten Saisondrittel die Puste ausging. Das will man vermeiden. Trainer Martin O’Neill sagt in Interviews derzeit immer nur kurz und knapp, man habe aus den Fehler der vergangenen Saison gelernt. Ob Villa das gemacht haben, können sie gegen die Wolves unter Beweis stellen. Die Gäste können ihren 1:0-Auswärtssieg vom letzten Wochenende in Burnley veredeln.

FC Portsmouth – Hull City

Beide Team standen diese Woche wieder in den Schlagzeilen. Fangen wir bei Pompey an. Der Verein hat jetzt im Zuge des Insolvenzverfahrens von der Premier League offiziell einen Abzug von neun Punkten bekommen. Damit ist Portsmouth, wenn sie es nicht ehe schon waren, abgestiegen aus der Premier League. Sportlich ist also alles verloren, trotzdem bleibt es spannend an der Südküste, aus wirtschaftlicher Hinsicht. Der Insolvenzverwalter des Klubs, Andrew Andronikou, versucht derzeit intensiv die Überlebenschancen des Vereins zu sichern. Noch ist gar nichts erreicht, Portsmouth braucht dringend Geld, man will irgendwie möglich den Klub noch nicht verkaufen. Andronikou steht in Verhandlungen mit der Premier League. Unter anderem wird diskutiert, ob Portsmouth Einnahmen aus den TV-Geldern bereits als Vorschuss bekommt, ob bereits jetzt Spieler verkauft werden könnnen, aber trotzdem noch im Verein bleiben und Portsmouth würde gerne bereits jetzt das Geld bekommen, das ihnen als Rettungsschirm für den Abstieg in die Championship zusteht. Noch ist keine Einigung erreicht. Sportlich geht es für Portsmouth nur noch um die Ehre.

Sozusagen das genaue Gegenteil zu Hull City, die mit allen Kräften sich gegen den Abstieg stemmen wollen. Und seit dieser Woche mit neuem Trainer. Phil Brown wurde nach der Heimniederlage gegen Arsenal gefeuert. Der Chairman, Adam Pearson, bis dato immer ein starker Unterstützer für Brown, hat dann doch die Reißlinie gezogen und die Gleichung Brown entspricht Abstieg aufgestellt. Neuer Mann an der Seitenlinie ist jetzt Iain Dowie, nachdem Avram Grant und auch Mark Hughes abgesagt hatten. Letzte Station von Dowie waren die Queens Park Rangers, hatte zuletzt als TV-Kommentator für Sky gearbeitet. Es ist das erste von neun Endspielen für Hull, drei Punkte sind erstmal auf das rettende Ufer aufzuholen. Und wenn nicht in Portsmouth, wo dann?

Wigan Athletic – FC Burnley

Direkte Abstiegsduelle gibt es natürlich auch an diesem Spieltag. Wigan empfängt Burnley und kann mit einem Heimsieg den Vorsprung auf die Clarets auf sieben Punkte ausbauen. Bei Burnley ist der Baum auch kurz vorm Lichterloh-Brennen. Es gab Medienberichte, wonach Trainer Brian Lwas vor der Rauswurf steht. Bis jetzt haben sich diese Gerüchte nicht bewahrheitet. Aber nach einer Niederlage in Wigan wird die Luft immer dünner. Burnley freut sich auf die Rückkehr von Stürmer Steven Fletcher, der die letzten drei Spiele mit einer gebrochenen Hand passen musste.

Stoke City – Tottenham Hotspur

Sky Sport 1 live, Samstag 15:55 Uhr, Kommentar: Marcel Meinert

Einzig und allein aus Sicht des Kampfes um den vierten Platz ist das eine zeigenswerte Partie. Stoke steht im gesicherten Mittelfeld. Da kann gar nichts mehr anbrennen. Die Potters sind aber trotzdem extrem heimstark und das wird eine richtig große Hürde für die Spurs. Jetzt können sie es den Kritikern mal zeigen, dass sie auch gewinnen können, wenn es drauf ankommt.

Desweiteren am Samstagnachmittag die Partien FC Sunderland – Birmingham City, in der Sunderland versuchen will den leichten Aufwärtstrend der letzten Woche fortzusetzen, und FC Everton – Bolton Wanderers.

FC Arsenal – West Ham United

Sky Sport 1 live, Samstag 18:25 Uhr, Kommentar: Markus Gaupp

Die Gunners sind mehr als nur im Titelkampf und wollen diese Position durch einen Heimsieg gegen die Hammers untermauern. Bei Arsenal kehren Fabregas und Rosicky in die Mannschaft zurück, ebenso Alex Song, der seine 2-Spiele-Sperre abgesessen hat. Willam Gallas wird weiterhin fehlen, von daher wird wahrscheinlich wieder Sol Campbell an der Seite von Thomas Vermaelen in der Innenverteidigung spielen. Nur damit der Name mal gehört wurde: Christian Eriksen ist ein 18-jähriger Däne, offensiver Mittelfeldspieler bei Ajax Amsterdam und nach Recherchen des Guardian ein ganz heißer Kandidat auf der Liste von Arsene Wenger. Und Wenger würde gerne zugreifen, der Däne hat noch ein Jahr Vertrag in der Ehrendivision. Ajax-Trainer Martin Jol hat Eriksen schon mit Wesley Sneijder und Rafael van der Vaart verglichen. Mal sehen, wie sich das entwickelt.

Manchester United – FC Liverpool

Sky Sport 1 live, Sonntag 14:15 Uhr, Kommentar: Andreas Renner

Ganz ehrlich, mich haut diese Ansetzung zu diesem Zeitpunkt jetzt nicht vom Hocker. Klar ist das ein Klassiker im englischen Fußball, ein Duell zweier ganz großer Klubs, aber in der jetzigen Phase sehe ich wenig Anzeichen, als wenn das ein spannendes Spiel werden würde. Tippe da auch ein deutlichen Sieg für Manchester United. Bei Liverpool läuft es nicht so richtig auf wie neben dem Platz. Wenn diese Partie sportlich vielleicht noch einen Reiz hat, dann den, dass Liverpool immer gut ausgesehen hat im Old Trafford und zumindest Stolperstein für die Red Devils spielen könnte. Nur so richtig glauben mag ich es nicht.

Desweiteren am Sonntagnachmittag FC Fulham – Manchester City. Mal sehen, ob sich die Cottagers schon vom Feiern erholt haben nach dem grandiosen 4:1 über Juventus Turin. City hatte viel Zeit zum Nachdenken und braucht die drei Punkte für die Champions League Qualifikation. Aber Fulham in dieser Form und mit dem Selbstvetrauen ist keine leichte Hürde.

Blackburn Rovers – FC Chelsea

Sky Sport 1 live, Sonntag 16:55 Uhr, Kommentar: Torsten Kunde

Ich verstehe den FC Chelsea nicht. Gut, man ist gegen einen sehr guten Gegner aus dem Achtelfinale der Champions League ausgeschieden und ist insgesamt unter seinen Möglichkeiten geblieben und hat eines seiner Ziele damit nicht erreicht. Und plötzlich gehen alle Alarmsirenen los. Geheimtreffen zwischen Ancelotti und Abramowitsch, und plötzlich soll mal wieder völlig neu eingekauft werden. Schweinsteiger, Aguero, Torres stehen auf der Liste. Ferreira, Deco, Beletti unter anderem auf der Abschussliste. Also wieder das große Geld anfassen, die Finanzkrise beim Russen scheint vorbei zu sein. Dabei steht man noch im FA-Cup Halbfinale und hat gute Chancen auf die Meisterschaft. Alles ein Anlauf von Panik? Erstmal gibt es das Auswärtsspiel in Blackburn, genau richtig um mal wieder auf den Boden der Tatsachen zu kommen.

Thema: Premier League | Kommentare (0) | Autor: medispolis

Premier League 2009/2010 #29, Wigan Athletic – FC Liverpool

Montag, 8. März 2010 21:51

[22h58] Endstand Wigan Athletic – FC Liverpool 1:0

Meine Güte, Liverpool, was für eine enttäuschende Leistung, die allen Fans richtig Sorgen machen muss. Defensiv in der ersten Hälfte wieder mit den bekannten Schwächen. Das wäre ja noch zu verkraften. Aber offensiv war das heute so harmlos und ungefährlich. Kirkland musste nicht einen Ball halten. Da warten ganz schwierige Wochen auf die Reds. Wigan insbesondere in der ersten Hälfte mit toller Leistung. In den zweiten 45 Minuten tat man so viel wie nötig.

Durch den Sieg verbessert sich Wigan auf Platz 14, hat jetzt vier Punkte Vorsprung auf die Abstiegszone. Liverpool verpasst den Sprung auf den vierten Platz. Man bleibt Sechster mit 48 Punkten, einen Punkt weniger als Man City auf 5, die aber noch zwei Spiele weniger haben. Siebter ist Aston Villa mit 45 Punkten, aber drei (!) Spielen weniger als Liverpool. Und die heutige Leistung gibt überhaupt keinen Anlass dafür, die Wörter Liverpool und Champions League noch einmal in den Mund zu nehmen. Wenn sie so weiter spielen, für länger Zeit nicht mehr.

[22h56] Und Liverpool ohne Chancen in der Nachspielzeit, kommen nicht in Nähe des Strafraums. Tolle Einzelaktion von Moses, der sich auf links gegen Johnson durchsetzt, Schuss aber nicht präzise genug aufs Tor. Aber bringt Zeit.

[22h52] Fünf Minuten Nachspielzeit. It’s Premier League.

[22h48] Letzter Wechsel Wigan: Hugo Rodallega geht, Jason Scotland für die letzten drei Minuten plus Nachspielzeit.

[22h47] Und der Gesichtsausdruck von Benitez auf der Bank spricht Bände, quasi nach dem Motto: “Leckt mich doch alle mal – und der Platz ist furchtbar schlecht.”

[22h44] Henry Thomas für Diame bei Wigan und Liverpool bringt Ryan Babel für Dirk Kuyt. Gerrard mit dem nächsten überflüssigen Foul. Der nächste gelbe Karton, die insgesamt sechste Verwarnung in dieser Partie.

[22h41] Torres mit dem Frustfoul nach überflüssigem Ballverlust. Liverpools gute Phase zwischen der 65. und 72. Minute ist komplett verpufft. Wigan wieder besser im Spiel, die Reds tun sich fast schon selbst Leid.

[22h38] Und da ist der Jackpot für den FC Liverpool, die riesengroße Chance zum Ausgleich. Flanke von links von Insua, Kuyt legt toll mit dem Kopf für Torres vor, dessen Seitfaltzieher ganz knapp am Pfosten vorbeigeht. Tolles Spiel jetzt, noch eine knappe Viertelstunde.

[22h35] Bei Wigan schwinden die Kräfte, kaum noch Entlastung oder gescheite Angriffe nach vorne. Man steht kompakt in der Defensive. Spiel kippt immer mehr in Richtung Liverpool. Jetzt mal wieder ein gefährlicher Konter für Wigan, Reina kann gut gegen Rodallega klären, am langen Pfosten kann Carragher gegen Scharner klären. Aber das sind eher Ausnahmen, wobei man sagen muss, dass Liverpool trotz mehr Ballbesitz weiterhin kaum gefährlich vor Kirkland auftaucht.

[22h31] Liverpool erhöht ein wenig den Druck. In den letzten fünf Minuten vier Ecken. Aber alle ungefährlich. Keine Torchancen. Zweiter Wechsel bei Liverpool. Aquilani kommt für Benayoun.

[22h29] Torres versucht es volley mit einem Torschuss, Ball geht ins Seitenaus. Martinez bringt Victor Moses für Moreno. Kam im Januar vom insolventen Chrystal Palace.

[22h24] Hut ab vor Wigan Athletic, wie die kämpfen und teilweise richtig ansehnlich nach vorne spielen. Konter über drei Stationen nach vorne. Langer Ball auf Moreno, der auf der rechten Außenbahn in die Mitte zieht. Abschluss dann aber zu zentral aufs Tor, direkt in die Arme von Reina. Und Liverpool fällt offensiv weiter wenig ein. Torres versucht es mal über die Flügel, dann fehlt er aber in der Mitte. Von Maxi Rodriguez ist gar nichts mehr zu sehen. Auch Gerrard ist abgetaucht.

[22h20] Meine Güte, was eine Szene. Reina kommt völlig übermotiviert aus seinem Tor, obwohl Kyrgiakos und Carragher bei Moreno sind. Reina fliegt am Ball vorbei, Carragher schießt Moreno an. Von dessen Fuß senkt sich der Ball fast ins Tor, bevor der Grieche noch den Ball über die Querlatte köpft. Das wäre es ja gewesen. Wie gesagt, Liverpool weiterhin mit katastrophalen defensiven Fehlern.

[22h16] Benitez mit dem ersten cleveren Wechsel. Glen Johnson kommt für Lucas. Damit der Ex-Pompey hinten rechts in der Kette. Mascherano rückt in die defensive Mittelfeldrolle. Das sollte vielleicht etwas mehr Stabilität verleihen.

[22h13] Partie mit mehr Tempo in die zweite Hälfte gestartet. Sieht ganz so aus, als habe Benitez seiner Mannschaft mitgegeben, mehr für die Offensive zu tun. Schien ja auch bitter nötig. Leider bleibt man defensiv weiter anfällig. Heißt für Wigan: Konterchancen. Und insbesondere über Rodallega ist man stets gefährlich. Auch Moreno macht einen vitalen Eindruck. Liverpool spielt schon nach 52 Minuten mit dem Feuer, weil sie 45 Minuten es nicht geschafft haben den Brand in der eigenen Defensive zu löschen.

[22h09] Und sollte Insua mit seiner gelben Karte im Hinterkopf weiterhin die Zweikämpfe so meiden und Gegenspieler an sich vorbeispazieren lassen, dann ist die Auswechselung eine Frage der Zeit. Oder der Gegentreffer.

[22h07] Beginn 2. Halbzeit

[21h56] Ich hatte mir ja eigentlich vorgenommen, die Partie komplett live mitzubloggen. Leider musste ich noch eine Website aktualisieren und erwartete noch einen wichtigen Anfruf. Von daher weiter unten eine schnelle Zusammenfassung der ersten Hälfte und jetzt in gewohnter Form die zweite Hälfte in Live-Blog-Form. Liverpool muss eine deutliche Leistungssteigerung zeigen, sollten noch drei Punkte mitgenommen werden.

[21h52] Halbzeit Wigan Athletic – FC Liverpool 1:0


1. Halbzeit

Stellen Sie sich mal vor, Sie wären Trainer eines Vereins, der in den letzten 13 Ligaspielen nur ein einziges Mal gewonnen hat. Und dann vergewissern Sie sich bitte noch einmal, dass Sie gerade Ihre erste Saison als Trainer in der Premier League absolvieren. Und nach einem guten, fast schon unerwarteten guten Saisonstart taumelt ihr Team jetzt unaufhaltsam dem Abstieg entgegen. Was gibt es dann Besseres für Sie als ein Monday Night Game in der Premier League gegen den immer noch großen FC Liverpool? Ein Spiel, in dem Sie – Team wie Trainer – doch eigentlich nur gewinnen können? Gut, natürlich können Sie nach diesem Spiel ohne Punkte dastehen. Aber wer würde das als große Überraschung verbuchen? Wahrscheinlich niemand. Sie haben die große Gelegenheit Ihr Team durch eine gute Leistung wieder mehr Selbstvertrauen zu geben. Und auch Sie können wieder ein wenig durchatmen. Das Team lebt, heißt es dann ja immer so schön.

Und genau diese Gedanken scheinen Roberto Martinez, dem Trainer von Wigan Athletic, vor dem wichtigen Spiel gegen den FC Liverpool durch den Kopf gegangen zu sein. Anders waren die ersten guten 20 Minuten von Wigan Athletic nicht zu erklären. Verglichen mit den letzten Aufgaben, war das Team fast schon wie ausgewechselt. Dem Gast aus Liverpool, Tabellensechster vor dieser Partie mit der Chance bei einem Sieg auf Platz Vier zu springen, gehörten zwar die ersten Minuten, aber danach fand Wigan viel besser in die Partie, hatte mehr Ballbesitz und verstand es exzellent, Liverpool früh im Spielaufbau zu stören. Die Reds verfielen in ihre diese Saison schon häufig gesehene Passivität und ließen Wigan machen. Den Latics fehlte allerdings die Qualität im Abschluss und die wirklich gefährlichen Torszenen.

Bei Liverpool spielte in der Abwesenheit von Glen Johnson – er saß immerhin schon wieder auf der Bank – Mascherano wieder auf der Position des Rechtsverteidigers. Krygiakos ersetzte Daniel Agger und Insua sprang für den verletzten Fabio Aurelio ein. Gerrard war eher mit defensiven Aufgaben bedacht, spielte eher die defensivere Sechser-Rolle. Passte nicht so ganz in den ersten 20 Minuten. Für Bewegung nach vorne sollten Benayoun und Maxi Rodriguez sorgen. Kuyt und Torres übernahmen die Sturmspitzen, der Holländer dabei leicht zurückgezogen. Bei Wigan spielte Marcelo Moreno, ehemals Werder Bremen, für Hendry Thomas. Melchiot stand für die Latics nicht zur Verfügung.

Nach 30 Minuten durfte man dann ein wenig in Ernüchterung fallen. Leider wenig Highlights, Gerrard scheiterte in der 25. Minute nach gutem Zuspiel von Benayoun an den eigenen Nerven und der guten Abwehrreihe von Wigan. Für die Gastgeber musste man bis dahin aber ein großes Kompliment aussprechen. Zumindest vom Kampf, der Leidenschaft und dem Einsatz war das eine sehr gute Leistung. Dass man spielerisch nicht überzeugen konnte, war fast nicht anders zu erwarten. Bei Liverpool fehlte das gewisse Etwas, man war zwar bemüht, aber da waren viele Fehler und Ungenauigkeiten dabei. Man ging wenig Risiko, setzte Wigan kaum unter Druck. Die typische Auswärtstaktik von Rafael Benitez. Und alle Liverpool-Fans, jetzt mal kurz weghören. Und genau deshalb steht ihr diese Saison nur auf Platz 6 derzeit und nicht da, wo derzeit Arsenal, Chelsea und Man Utd stehen. Aber das nur am Rande. Am interesantesten in der ersten Hälfte war noch die rigorose Kartenverteilung von Schiedsrichter Andre Marriner, der eine äußerst kleine Linie fuhr und nach 33 Minuten schon beide Innenverteidiger der Reds mit gelb verwarnte. Wigan belohnte sich in der 35. Minute mit der 1:0-Führung für die gute erste Hälfte – und Liverpool half kräftig mit. An einer langen Fehlerkette stand ein fürchterlicher Pass von Kuyt, Emmerson Boyce schnappte sich den Ball, tolle Flanke auf Rodallega, der Mascherano in der Mitte entwischt ist und aus kurzer Distanz nur noch über die Linie schieben muss. Keine Chance für Pepe Reina.

Bis zur Halbzeit war es dann ein deutlich munteres Spiel. Liverpool kam durch Torres zu einer guten Chance, Wigan blieb bei schnellen Gegenangriffen immer wieder gefährlich, auch weil Liverpool fürchterliche Fehlpässe spielte. Auf der Trainerbank der Reds bereitete derweil Rafael Benitez seine Pausenpredigt vor, die Notizzettel sahen sehr voll aufgeschrieben. Da passte einiges nicht. Defensiv klappte die Absicherung mit Lucas und Gerrard auf den eher defensiven Positionen kaum. Da waren die Lücken zu groß, wenig ging über die Flügel, Maxi Rodriguez und Benayoun waren da häufig auf sich alleine gestellt. Gerrard hatte auf seinen defensiveren Part schon nach 35 Minuten keinen Bock mehr und schaltete sich häufiger in die Offensive ein, was nur zur Folge hatte, dass Liverpools defensive Löcher noch größer wurden.

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Premier League 2009/2010 Preview #29 – (Not) Arsenal against the rest of the world

Freitag, 5. März 2010 23:21

Es ist ein etwas seltsamer Spieltag, der uns da in den nächsten Tagen bevorsteht. Nur fünf Spiele stehen an diesem Wochenende auf dem Programm, weil gleichzeitig zum Liga-Betrieb das Viertelfinale des FA-Cup staffindet. Und da sechs Premier League Vereine in fünf Begegnungen um den Pokal kämpfen, haben wir in der Premier League nur die halbe Zahl an Spielen. Drei der fünf ausgefallenen Nachholspiele (Aston Villa-Sunderland, Portsmouth-Chelsea und Blackburn gegen Birmingham) werden am Mittwoch, 24. März 2010, nachgeholt. Für die Begegnungen zwischen Tottenham und Manchester City sowie Fulham gegen Stoke gibt es noch keine genauen Nachholtermine. Was zum einen daran liegt, dass Fulhams Terminplan aufgrund der Europa League noch extrem eng ist und sich damit Zeiträume unter der Woche vorerst nicht ergeben. Auch Manchester City hat Terminkollisionen, weil man auch noch eine weitere Partie im Nachzug ist. Gegen Everton muss man am 24. März erstmal antreten und dann findet sich dann wohl im April ein Nachholtermin für das Spiel gegen die Spurs. Und dann soll da keiner mehr sagen, dass die Premier League kein Terminproblem hat. Bei den ganzen Nachholpartien verliert man langsam den Überblick. Und zu allem Überfluss gibt es nächste Woche parallel zur Champions League und Europa League noch drei Nacholpartien. Die stammen aber noch aus dem Januar, als ein Schneechaos England lahmlegte.

Auch in den Meisterschaftskampf greift der Terminplan jetzt ein, weil Chelsea am Wochenende ja pausieren muss. Zeit und Gelegenheit für Manchester United und den FC Arsenal Boden gut zu machen. Insbesondere die Gunners hatten nach der schweren Verletzung von Aaron Ramsey keine leichte Woche. Arsene Wenger war nach seinen Aussagen vom letzten Wochenende nach dem Spiel gegen Stoke – er hatte beklagt, dass seine Spieler sich gegen die Fouls nicht wehren können und das alles kein Zufall sei – auch in den letzten Tagen ein gefragter Mann für die Journalisten. Vorläufiger Höhepunkt die heutige Pressekonferenz des Arsenal-Trainers, als er sich fast mit einem Journalisten anlegte und danach mehrfach sehr gereizt auf die Fragen der Medienvertreter reagierte. Angesprochen auf das Foul von Willam Gallas an Mark Davies aus dem Spiel gegen die Bolton Wanderers im Januar (nachzulesen hier in meinem Live-Blog) und dem Hinweis des Journalisten, Davies habe daraufhin vier bis Wochen seinem Team gefehlt, gibt es den ersten kleinen Ausbruch von Wenger.

” What you say here is not true. He played less than 10 days later. That is exactly what we face on the other side: Offense that is not checked and we have to stand up for [...] It is not Arsenal against the rest of the world. What I say here is valid for the Arsenal players as well. I want the Arsenal players to go into the tackles like everybody else. To go into the tackles and be committed. What I say is not just for Stoke or Arsenal players, it is for everybody. I defend football. It is not that we are apart from anybody else. We are the same. I am continuing to defend the values that I believe are important for our club and football. That doesn’t mean we are angels and everyone else is the devil. It is for everybody.”

Mal sehen, ob Wenger den Kampf gegen die Journalisten diese Saison noch gewinnt. Jetzt ist er erstmal wieder in der Defensive.

FC Arsenal – FC Burnley

Sky Sport 1, Samstag live ab 15:55 Uhr, Kommentar: Sven Schröter

Das soll sein Team am Samstagnachmittag ganz sicherlich nicht sein. Die Gunners wollen ihre Siegesserie auf  vier Spiele ausbauen und Schritt halten mit Manchester United und Chelsea. Im Heimspiel gegen Burnley können sie vorlegen. Definitiv ausfallen werden verständlicherweise Ramsey und der gesperrte Alex Song. Gute Chancen bestehen, dass Arshavin und Denilson wieder ins Team zurückkehren können, hinter dem Einsatz von Abou Diaby steht noch ein kleines Fragezeichen. Burnley stauchelt stark der Championship entgegen. Man holte nur einen Punkt aus den letzten 16 Spielen und gehört zu den schlechtesten Auswärtsteams der Liga, nur ein magerer Punkt steht zu Buche. Damit dürfte die Ausgangslage klar genug sein. Burnley spielt am Wochenende mit Trauerflor. Die Mutter von Alex MacDonald, dem 19-jährigen Stürmer der Clarets, Janette Fackrell, ist am letzten Freitag im Alter von 40 Jahren nach langer Krankheit verstorben. “Inside I feel lost. I am trying to carry on my life as normal, trying to put a brave face around the lads.” Und immer wird klar, wie wirklich unwichtig Fußball sein kann.

West Ham United – Bolton Wanderers

Auch West Ham United will eine Serie aufrecht erhalten. Seit fünf Heimspielen ist man unbesiegt und hat sich mit dieser tollen, teils auch unerwarteten Bilanz vorerst aus dem Tabellenkeller geschoben. Mit Bolton kommt jetzt der nächste Kandidat, der um den Klassenerhalt kämpft. Mit einem Sieg könnten sich die Hammers bis auf sechs Punkte von der Abstiegszone entfernen.

Wolverhampton Wanderers – Manchester United

Sky Sport 1, Samstag live ab 18:25 Uhr, Kommentar: Toni Tomic

Ich versuche noch sowas wie einen guten Grund zu finden, dieses Spiel eventuell in der Wiederholung am Sonntag zu schauen ohne das Ergebnis zu kennen. Die Frage ist nur, ob sich das lohnt. Eigentlich sollte das eine klare Sache sein. Die Wolves gewannen nur eines der letzten neun Ligaspiele. Woher also die Hoffnung für dieses Spiel nehmen? Auch wenn Man Utd eigentlich in guter Form ist, haben die letzten Auswärtsleistungen gezeigt, dass man immer noch anfällig ist für einen Ausrutscher. Man siegte nur in zwei der letzten sechs Auswärtsspiele und hat bereits bei den anderen beiden Premier League Aufsteigern aus Burnley und Birmingham schon nicht gewonnen. Also zumindest etwas Hoffnung, dass dieses Spiel sich nicht völlig nur in eine Runde entwickelt. Es ist zudem das erste Spiel, in dem Sir Alex auf Michael Owen verzichten muss, der wohl diese Saison auch nicht mehr in der Premier League zu sehen sein wird.

FC Everton – Hull City

Sky Sport 1, Sonntag live ab 16:55 Uhr, Kommentar: Andreas Renner

Immerhin hat sich die Premier League noch mit einem Spiel in den Sonntag gerettet. Everton empfängt Hull City. Vor allem für die Tigers im Abstiegskampf ein imminent wichtiges Spiel, liegt man doch mit 24 Punkten auf dem ersten Abstiegsplatz. Für Everton im gesicherten Mittelfeld ist diese Partie längst nicht so von großer Bedeutung.

Wigan Athletic – FC Liverpool

Sky Sport 1, Montag ab 20:55 Uhr, Kommentar: Marco Hagemann

Da muss man den Spielplanersteller der Premier League schon mal hinterfragen. Da fällt schon die Hälfte der Spiele aus beziehungsweise muss verlegt werden und trotzdem streckt man den Spieltag dann über drei Tage. Im Monday Night Game empfängt Wigan Athletic den FC Liverpool. Die Reds können, weil Man City und Tottenham spielfrei haben, wieder auf den vierten Platz vorrücken. Wigan braucht jeden Punkt im Abstiegskampf. Also eine richtig interessante Konstellation und Ausgangslage. Mehr zu dem Spiel dann – eventuell, wenn ich Zeit finde -  am Montag ab kurz vor neun im Live-Blog an dieser Stelle.

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Premier League 2009/2010 #28, FC Chelsea – Manchester City

Samstag, 27. Februar 2010 13:33

[15h43] Endstand FC Chelsea – Manchester City 2:4

Dann wurde das ja in der zweiten Halbzeit noch eine richtig tolle Partie. Chelsea verspielte wieder mal eine Führung und offenbarte in der Defensive große Schwächen, die City eiskalt ausnutzte. Für die Gäste lief dann alles nach Plan, man konnte sich den Gegner zurecht legen und dann per Konter den Sack zuschnüren. Chelsea versuchte offensiv viel, es fehlte aber am Quäntchen Glück und Genauigkeit – oder man scheiterte wie Anelka am sehr guten Shay Given. Chelsea holt damit Man Utd und eventuell auch Arsenal wieder ganz dick ins Titelrennen zurück, City belegt jetzt Platz 4, aber Tottenham und Liverpool spielen ja erst morgen.

[15h38] 2:4, Frank Lampard, 90. Minute +1 (FE)

Barry mit dem Foul an Anelka im Strafraum, den Elfmeter muss man nicht unbedingt geben, aber sei es drum. Lampard verwandelt im Gegensatz zum Hinspiel, wo er noch an Given scheiterte, diesmal lässig und souverän.

[15h38] Elfmeter FC Chelsea

[15h37] So, die Chelsea-Fans dürfen noch mal richtig kräftig pfeifen. Tevez geht vom Platz, Silvinho kommt für die letzten Sekunden.

Fünf Minuten Nachspielzeit

[15h34] 1:4, Craig Bellamy, 87. Minute

Wird dann doch eine ziemliche Klatsche für die Blues. Toller Konter der Citizens, fünf gegen drei. Wright-Philips legt quer für den mitgelaufenen Bellamy, der nur noch einschieben braucht.

[15h33] Fünf Minuten noch regulär. Anelka scheiterte gerade eben am klasse reagierenden Shay Given. Das wäre noch einmal Pfeffer für die letzten Minuten gewesen. So bleibt es bei der komfortablen Führung für die Gäste, die das Spiel über die Zeit schaukeln wollen. Chelsea versucht alles.

[15h28] Platzverweis Michael Ballack/FC Chelsea

Mist, jetzt ist Ballack ja doch wieder in allen Zeitungsartikeln, aber negativ, denn nach 80 Minuten darf er völlig zurecht unter die Dusche. Hatte vorhin schon gelb wegen Meckerns bekommen, jetzt Frustfoul von hinten in Höhe der Mittellinie an Tevez. Chelsea nur noch zu neunt. Ballack und Beletti fehlen Chelsea damit im nächsten Ligaspiel am 13. März gegen West Ham United. Oder schon im FA-Cup am 7. März gegen Stoke. Das weiß ich jetzt nicht aus dem Kopf, wie da die Regel genau ist. Wer es weiß, darf sich gerne in den Kommentaren melden.

[15h26] Du meine Güte, was ist mit Mancini los? Führt 3:1 an der Bridge und bringt Stürmer für Linksverteidiger. Bridge darf Feierabend machen, Santa Cruz kommt aufs Feld. Wenn da nichts mehr passiert, hat das morgen jeder vergessen. Aber wäre mal sehr interessant zu erfahren, was er sich dabei gedacht hat.

[15h23] 1:3, Carlos Tevez, 76. Minute (FE)

Ist das die Entscheidung in diesem Spiel? Gareth Barry setzt sich wieder auf der linken Seite durch, ähnlich wie vorhin Bellamy, diesmal ist Belletti zu langsam und kann sich nur noch mit einem Foul helfen. Elfmeter geht völlig okay. Und Mike Dean ist knallhart und schickt Belletti wegen Notbremse auch noch vom Platz. Tevez verwandelt den Elfmeter sicher, keine Chance für Hilario. Und City mit der zweiten guten Szene in der zweiten Hälfte und dem zweiten Tor. Da ist ein Spiel ganz nach Wunsch verlaufen.

[15h22] Elfmeter Manchester City und Platzverweis Belletti/FC Chelsea

[15h20] Shaun Wright-Philipps hat seiner Einwechselung von vor zehn Minuten – er kam für Adam Johnson – auf rechts auch noch nicht viel bewegt. Überhaupt bleibt es jetzt zwar ein temporeiches, durchaus ansehnliches Spiel, aber es gibt wenige Torchancen. Chelsea macht Druck, aber City verteidigt gut. Beste Szene von Ballack so far. Schuss aus 20 Metern, aber Given auf dem Posten. Bei den Gastgebern fehlt der letzte Feinschliff.

[15h17] City wird noch mehr Platz bekommen, weil Chelsea zum letzten Mal wechselt. Kalou kommt für Carvalho, Stürmer für Innenverteidiger.

[15h11] Terry und Tevez geraten nach einem Zweikampf aneinander, können sich aber beide noch kontrollieren und schlagen nicht aufeinander ein. Referee Dean bittet beide zum Gespräch und belässt es bei einer Ermahnung. Und am Ende vertragen sich die beiden sogar.

[15h08] Ancelotti lässt wechseln, bringt Sturridge für den starken Joe Cole. Verstehe ich jetzt nicht. Aber ich bin auch nicht Trainer. Zudem kommt Belletti für Obi Mikel.

[15h04] City kommt dieser Spielstand natürlich jetzt sehr entgegen. Bellamy und Adam Johnson haben gezeigt, dass sie die Räume, die Chelsea jetzt anbietet, sehr gut nutzen können. City tut auch gut daran sich nicht völlig hinten einzuigeln. Die Blues versuchen derweil wieder mehr für das eigene Spiel nach vorne zu tun, wirkt aber alles zwar durchdacht und strukturiert, scheitert aber häufig an der Ausführung. Für alle deutschen Medien hier mal zum Mitschreiben: Ballack total unauffällig. Man muss ihn also nicht erwähnen.

[14h58] 1:2, Craig Bellamy, 51. Minute

Großes Tor von Bellamy, setzt sich auf links gegen Mikel durch, hat Tempo drauf und schafft es trotzdem einen präzisen Linksschuss ins lange Eck zu setzen. Hilario zu langsam unten. Und City hat dieses Spiel gedreht. Wieder keine gute defensive Leistung der Blues, zu offen auf den Außenbahnen und Bellamy hat das wunderbar ausgenutzt.

[14h56] John Terry sieht gelb nach Foul an dem quirligen Adam Johnson. Fans des FC Chelsea laufen aufs Spielfeld und wollen Wayne Bridge dafür verantwortlich machen, fordern Handschlag. Bridge schießt den Freistoß in die Mauer.

[14h53] Beginn 2. Halbzeit

Keine Wechsel auf beiden Seiten

[14h36] Halbzeit FC Chelsea – Manchester City 1:1

Dann war das ja doch noch ein wenig Spektakel in der ersten Hälfte nach ganz schwachen 30 Minuten. Chelsea tat dann mehr für die Offensive und ging verdient in Führung. City in der Defensive mit ordentlicher Leistung, im Angriff aber zu einfallslos. Höchstens Adam Johnson macht da einen ordentlichen Eindruck. Nichts desto trotz kam man glücklich zum Ausgleich, dank tatkräftiger Hilfe der Chelsea-Verteidigung. Verspricht also Spannung für den zweiten Durchgang.

[14h33] 1:1, Carlos Tevez, 45. Minute +1

Knappe vier Minuten hat die Führung für die Blues gehalten. Und dann macht Man City aus dem Nichts den Ausgleich. Und das war eigentlich gar keine Torchance. Unglückliche Kopfballverlängerung von Mikel auf Tevez, der hat keinen Mitspieler um sich herum, zieht aber trotzdem aufs Tor. Setzt sich gegen Terry und Carvalho durch und schießt fast schon im Liegen den Ball an Hilario, der wahrlich auch keine gute Figur macht, vorbei ins Tor. Tolle Einzelleistung von Tevez und fürchterliches Verteidigen bei Chelsea.

[14h32] Drei Minuten Nachspielzeit

[14h29] 1:0, Frank Lampard, 42. Minute

Chelsea hat in den letzten Minuten mehr für die Offensive getan und belohnt sich kurz vor Halbzeitpfiff mit der durchaus verdienten Führung. Lampard mit seinem 11. Saisontor. Schöner Pass von Joe Cole in die Schnittstelle der Abwehr, riesen Lücken in der City-Abwehr, Lampard mit dem Schuss an Given vorbei ins lange Eck, nimmt den Innenpfosten fast noch mit. Hat genau gepasst.

[14h24] Das war doch mal wenigstens etwas Aufregung – rein zufällig. Flanke von Ivanovic, City klärt den Ball zu kurz, Lampard will den Ball eigentlich aufs Tor schießen, produziert aber einen Querschläger, den Drogba aus der Drehung aufnimmt, aber über das Tor. An guten Tagen macht der Ivorer solche Gelegenheiten auch schon mal rein.

[14h18] Kein wirklich gutes Spiel, für die Ansprüche beider Teams schlicht zu wenig. Einen Hauch von Torgefahr gibt es nach Fernschüssen oder durch Zufallsprodukte Marke unglükliches Klären in der Abwehr. Passiert ganz wenig. Einzig die taktische Einstellung und das durchaus gute Defensivverhalten dürfte beide Trainer ein wenig zufrieden stellen.

[14h05] So langsam könnten sich die Spieler mal um mehr Torchancen kümmern, sonst ist dieser nicht vorhandene Handschlag das einzige Highlight in der ersten Hälfte. 17 Minuten gespielt, Freistoß von Adam Johnson, direkt ins Torwarteck auf Hilario. Null Gefahr.

[13h59] Erste kleine Chance in diesem Spiel. Distanzschuss von Malouda, aber über das Tor von Shay Given. Ansonsten ein sehr mäßiger Auftakt in den ersten 12 Minuten.

[13h53] Bin mal gespannt, wie weit sich Florent Malouda als Linksverteidiger nach vorne wagt. Ob das so offensiv wird wie bei Ashley Cole wage ich mal zu bezweifeln, weil die Rückwärtsbewegung des Franzosen sicherlich nicht so gut ist. Und Man City einen unbesetzte Außenbahn zu geben, dürfte nicht unbedingt das Ziel sein. Sonst schon was passiert? Nö, außer Szenenapplaus für John Terry nach einem erfolgreichen Tackling. Chelsea sucht den Weg nach vorne, die Citizens kompakt und eng am Gegenspieler.

[13h48] Beginn 1. Halbzeit

Dann man an den Sport. Chelsea mit Anstoß und ganz in blau von rechts nach links in den ersten 45. Minuten. Here we go.

[13h45] So, und Wayne Bridge hat John Terry nicht die Hand geschüttelt. Terry war bereit dazu, Bridge verweigerte. Hätten wir das auch abgehandelt.

[13h40] Die Aufstellungen an der Stamford Bridge

FC Chelsea: Hilario – Ivanovic, Carvalho, Terry, Malouda – Ballack, Mikel, Lampard – Anelka, Drogba, Joe Cole

Manchester City: Given – Richards, Kompany, Lescott, Bridge – Zabaleta, De Jong, Barry -  Bellamy, Tevez, Johnson

Beide Mannschaften plagen ein paar Personalsorgen. Chelsea muss Peter Cech ersetzen, Hilario tut das. Problem die Linksverteidigerposition. Ashley Cole und Zhirkov sind beide verletzt, also muss Malouda nach hinten links in die Viererkette. Insgesamt offensive Ausrichtung beider Mannschaften. Bei Man City kehrt Tevez ins Team zurück, Adam Johnson ersetzt den gesperrten Emmanuel Adebayor.

[13h33] Tach zusammen, bin gerade so fertig geworden mit Arbeit, Telefonaten und Mittag, von daher jetzt volle Konzentration auf den Auftakt zum 28. Spieltag der Premier League an diesem Wochenende. Und zum Glück bietet diese Partie genug sportliche Brisanz – Chelsea will die Tabellenführung ausbauen und Man City darf nicht den Anschluss an Platz 4 verpassen – sodass die Medien nicht vollends an der Saga Terry-Bridge ersticken.

Thema: Live-Blog, Premier League | Kommentare (3) | Autor: medispolis

Premier League 2009/2010 Preview #28 – Going into administration

Freitag, 26. Februar 2010 10:03

Es ist ein 28. Spieltag der Premier League 2009/2010 in der etwas abgespeckten Variante mit nur acht Spielen. Manchester United hatte ja bereits am Dienstagabend im vorgezogenen Spiel West Ham United mit 3:0 besiegt und damit weiter Ansprüche auf die Meisterschaft angemeldet. Da am Sonntag auch das Carling Cup Finale stattfindet, ist die Partie von Aston Villa gegen Hull CityAufbau verlegt worden. Einen Termin für das Nachholspiel gibt es noch nicht. Nichts desto trotz ist es ein sehr interessanter Spieltag mit zwei wichtigen direkten Duellen im Abstiegskampf und schwierigen Aufgaben der Titelkandidaten. Chelsea empfängt Manchester City und Arsenal muss zum heimstarken Stoke City reisen.

Aber zunächst der Blick an die Südküste, wie so häufig in den letzten Wochen und Monaten. Aber zumindest heute kann unter die Saga des FC Portsmouth ein erster kleiner Schlussstrich gezogen werden. Nachdem man in den letzten Tagen noch vermehrt und intensiv nach einem neuen Besitzer geschaut hat – der derzeitige Balram Chainrai war nur eine Übergangslösung -, gab es dann gestern die Bestätigung vom Verein, dass man nicht fündig geworden ist und Insolvenz anmelden muss. Alle nötigen Formalia dafür sollen heute abgeschlossen werden. Mit einer Entscheidung am High Court in London wird am Vormittag gerechnet. Portsmouth ist der erste Klub der Premier League, der einen solchen Schritt vollziehen muss.  Den Verein drücken Schulden in Höhe von 60 Millionen Pfund, zudem standen Steuernachzahlungen in Höhe von fast 12 Millionen Pfund aus, die umgehend geleistet werden mussten. Dem konnte Pompey aber nicht nachkommen. Nachdem die Premier League in den letzten Wochen schon den Stecker zog und TV-Einnahmen dem Verein verweigerte, macht Portsmouth jetzt selbst die Lichter aus.

Was sind die Folgen für den FC Portsmouth? Langfrisitig kann man das nur schwer abschätzen. Zunächst wird es einen Abzug von neun Punkten geben, was soviel bedeutet, dass der Abstieg schon jetzt in Stein gemeißelt ist. Man wird nächste Saison also in der Championship spielen. Ob man ein zweites Leeds United wird, kann heute niemand sagen. Neben den Punktabzügen wird auch über Gehaltskürzungen diskutiert. Wie paradox: Jetzt diskutiert man in Portsmouth über Gehaltskürzungen, dabei konnte man zuletzt überhaupt froh sein, dass man Geld auf seinem Konto vorfand. Aber wenn der Verein weniger überweisen muss, geht es vielleicht zügiger. Trainer Avram Grant hat heute Morgen seine Spieler zu einem Treffen eingeladen, bei dem ein solcher Schritt diskutiert wurde. Nach Berichten des Guardian sollen zwei Spieler mit diesem Vorschlag auf Grant zugekommen sein. Über die Zukunft des Trainer kann nur spekuliert werden. Ich tippe darauf, dass er nach der Saison den Verein verlassen wird. Schaut man sich seine gestrigen Ausführungen im Interview bei Sky Sports News an, dürfte klar sein, dass Grant mit der Situation bei Pompey alles andere als zufrieden ist und seine Wut über die Situation nur schwer verbergen kann.

Welche Konsequenzen hat die Insolvenz des FC Portsmouth nun für die Premier League? Zunächst einmal steht damit ein Absteiger fest, was für die anderen Konkurrenten heißt, dass die Chancen für den Klassenerhalt wieder ein wenig größer geworden sind. Natürlich wird es jetzt auch wieder eine Diskussion über den Zustand der Premier League mit der Eigentümerstruktur und den hohen Schulden der Vereine geben. So eine Debatte kann der Premier League aber nur helfen. Und bei aller Kritik an der mit Geld aufgeblähten Liga darf eben auch nicht übersehen werden, dass die Situation des FC Portsmouth nur bedingt auf andere Premier League Klubs anwendbar ist. Über die Hintergründe und die spezielle Situation des Vereins hatte ich einen längeren Beitrag bereits im September letzten Jahres geschrieben.

FC Chelsea – Manchester City

Sky Sport 1 live, Samstag ab 13:40 Uhr, Kommentar: Markus Gaupp

Natürlich kommt man bei diesem Duell nicht um das direkte Aufeinandertreffen von John Terry und Wayne Bridge herum. Terry hatte eine Affäre mit der Ex von Bridge. Seitdem hetzt der Boulevard eine exklusive Story nach der anderen durch den Blätterwald, wohl nicht nur deswegen hat Bridge gestern bekannt gegeben, dass er nicht mehr für die englische Nationalmannschaft zur Verfügung steht und damit nicht mit John Terry zusammenspielen möchte. Aber das ist dann am Samstagmittag hoffentlich nur eine Randnotiz, es bleibt zu hoffen, dass das Spiel vor allem sportliche Schlagzeilen schreibt. City schied am Mittwoch im FA-Cup bei Stoke City aus und muss Wiedergutmachung leisten, auch damit man im spannenden Kampf um den vierten Platz nicht zurückfällt. Chelsea will den Abstand auf Man Utd wieder auf vier Punkte aufbauen und die Niederlage bei Inter Mailand wieder vergessen machen. Verzichten müssen die Blues auf Peter Cech, der mit einer Wadenverletzung vier Wochen ausfallen wird. Vertreten wird er von Hilario. Bei City könnte Craig Bellamy wieder in der Startelf stehen.

FC Burnley – FC Portsmouth

Wenn der Tabellenvorletzte das Schlusslicht der Liga empfängt, kann man auf alle Fälle von einem Kellerduell sprechen. Blöd nur, dass Portsmouth schon fast außer Reichweite für den Klassenerhalt ist. Heißt konkret, dass es ausschließlich das Spiel des Jahres für den FC Burnley ist. Den Clarets fehlt ein Punkt auf das rettende Ufer – und wenn nicht gegen Pompey gewinnen, wann dann? Hoffnung für Burnley gibt es vor allem durch die Rückkehr von Verteidiger Graham Alexander, der nach vier Wochen Verletzungspause in den Überlegungen von Trainer Brian Laws wieder eine Rolle spielt. Interessant dürfte sein, wie Burnley den Schock aus der letzten Woche verkraftet hat, wo man in 12 Minuten vier Gegentore kassiert hatte. Wie gut, dass da ein Verteidiger wieder zurück ins Team kehrt.

Bolton Wanderers – Wolverhampton Wanderers

Sky Sport 1 live, Samstag ab 15:55 Uhr, Kommentar: Marcel Meinert

Nicht weniger interessant und dramatisch ist das Duell von Bolton gegen Wolverhampton, für das sich Sky in der Nachmittagsübertragung entschieden hat. Bolton belegt derzeit den ersten Abstiegsplatz und hat zwei Punkte Rückstand auf die Wolves, die derzeit den 16. Platz belegen. Mit einem Sieg könnten die Wanderers also an Wolverhampton vorbeiziehen. Bolton kommt mit einem negativen Erlebnis aus der Woche in den Spieltag, als man im FA-Cup Wiederholungsspiel mit 0:4 bei Tottenham unterging. Auch wenn die Wolves letzte Woche zuhause gegen Chelsea verloren haben, zeigt die Formkurve doch langsam nach oben. Vor allem die Leistungen auf dem Platz stimmen, die Ergebnisse fehlen noch. Bei den Gästen kommt Stürmer Andy Keogh zurück ins Team. Der irische Nationalspieler hat drei Monate gefehlt.

Birmingham City – Wigan Athletic

Birmingham City steht im gesicherten Mittelfeld der Tabelle und kann ganz ruhig und befreit in diesen Spieltag gehen. Der Druck in dieser Partie liegt vor allem auf Wigan Athletic, die zwei Punkte vor einem Abstiegsplatz stehen, aber eine der schlechtesten Tordifferenzen im Tabellenkeller haben. Wigan hatte zuletzt zwei Unentschieden erzielt, doch kann man sich dafür auf Dauer nicht so viel kaufen. Es bräuchte mal wieder einen Sieg. In den Schlagzeilen war der Verein unter der Woche, weil Trainer Roberto Martinez nach der Niederlage gegen Tottenham vom Wochenende in seiner Pressekonferenz für das Spiel in Birmingham eine Schiri-Schelte par excellance auslegte. Zum Verständnis: Das Führungstor der Spurs letzten Sonntag zählte trotz klarer Abseitsposition von Jermain Defoe. Martinez redete sich also in Rage: “Ich glaube, das wertet die Premier League ab, wenn man solche Aktionen sieht. Das war noch nicht mal knapp und das verwundert mich. Da war ein Spieler zwei Meter im Abseits. Ich kann nicht erklären, wie die beste Liga der Welt Leute beschäftigt, die solche Entscheidungen nicht richtig machen können. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich über eine gesamte Saison schon so viele Ungerechtigkeiten erlebt habe. Normalerweise gleicht sich das ja immer aus.”

Stoke City – FC Arsenal

Sky Sport 1 live, Samstag ab 18:25 Uhr, Kommentar: Toni Tomic

Stoke, Burnley, Hull, West Ham und Birmingham sind die nächsten fünf Gegner für den FC Arsenal. Das klingt nach vielen machbaren Aufgaben für die Gunners im Titelrennen und die Experten sind sich einig, dass bei erfolgreichem Abschneiden in diesen Begegnungen Arsenal beide Füße vehement im Titelrennen haben wird. Und da ist die Partie am Samstagabend in Stoke der ganz schwierige Auftakt und ein erneute Bewährungsprobe für das Team von Wenger. Alle Meisterschaftsträume könnten bei einer Niederlage bei den heimstarken Potters schon beendet sein, gleichzeitig könnte man bei einem Sieg aber mit richtig viel Selbstvertrauen in die nächsten einfacheren Aufgaben gehen. Wenger spricht nicht nur wegen der Niederlage im Januar im FA-Cup bei Stoke von einem Schlüsselspiel für sein Team: “Es ist ein Spiel, das wir gewinnen wollen, das aber nicht notwendigerweise mit den Ereignissen aus dem Januar verbunden ist. Wir müssen verhindern, dass Stoke seine Stärken ausspielen kann und wir selbst müssen stark und geschlossen auftreten.” Wenger muss dabei weiterhin auf Arshavin, Gallas und Diaby verzichten, noch unklar ist, ob Eduardo ins Team zurückkehrt, wenn ja aber noch nicht in die Startelf. Also wird Bendtner wieder einzige Spitze sein, flankiert von Walcott und Nasri auf den Außenbahnen.

Das wird eine ganz harte Nuss für den FC Arsenal zu knacken. Stoke ist extrem heimstark und kommt mit viel Selbstvertrauen in die Partie, unter der Woche besiegte man Manchester City nach Verlängerung im FA-Cup. Was aber auch heißt, dass Arsenal deutlich ausgeruhter in die Partie geht. Mal sehen, wie man damit umging zum ersten Mal seit Monaten eine komplett freie Woche zu haben. Arsenal muss vor allem verhindern, dass Stoke zu Standards kommt. 15 Tore hat City schon nach Standards erzielt, 14 davon zuhause, vor allem dank der langen Einwürfe von Roy Delap. Den wollte Arsene Wenger ja mal verbieten. Augenmerk auch auf den wieder erstarkten Stürmer der Potters, Dave Kitson.

Tottenham Hotspur – FC Everton

Wenn der FC Everton noch eine kleine Chance haben möchte im Kampf um die internationalen Plätze, dann muss ein Sieg bei den Spurs her, wass bedeuten würde, dass man den Rückstand auf Tottenham auf vier Punkte verkürzt. Aber nach der deutlichen Niederlage in Lissabon in der Europa League am Donnerstagabend dürfte das eher fraglich sein. Aber Everton hat schon mehrmals gezeigt, dass sie nach solchen Rückschlägen zurückkommen können. Auf der anderen Seite heißt es aber auch, dass Tottenham gewinnen muss um klare Ansprüche auf den vierten Platz anzumelden. Um Raphael Honigstein aus dem Guardian Football Weekly Extra zu zitieren: “Das sind diese Spiele, die Tottenham gewinnen muss, um den vierten Platz zu erreichen. Und sie werden es nicht machen, weil sie Spurs sind.”

FC Sunderland – FC Fulham

Respekt an den FC Fulham für die Leistungen auch in dieser Saison. Ähnlich wie Birmingham City hat man eigentlich nicht mehr viel zu verlieren in der Premier League. Trotzdem bringt man Woche für Woche gute Leistungen und kann schon für die neue Saison planen. Umso erfreulicher sind die Spiele für Fulham in der Europa League. In der Zwischenrunde mal schnell den Titelverteidiger ausgeschaltet. Da macht es sich, wenn man so einen alten Trainerfuchs wie Roy Hodgson an der Seitenlinie hat. Da hat der Gegner aus Sunderland schon ganz andere Probleme. Die Black Cats warten seit dem 21. November (damals 2:0 gegen den FC Arsenal) auf einen Sieg in der Liga. Man ist im freien Fall und die Zeit für Trainer Steve Bruce läuft langsam aber sicher ab.

FC Liverpool – Blackburn Rovers

Sky Sport 1 live, Sonntag ab 15:55 Uhr, Kommentar: Andreas Renner

Der Spieltag schließt am Sonntagnachmittag mit der Partie zwischen den Reds und den Rovers ab. Kein Spiel, das mich jetzt wirklich vom Hocker haut. Es bekommt seine Brisanz höchstens dadurch, dass Liverpool weiter gewinnen muss, um im Kampf für den vierten Platz mitreden zu können. Was so viel heißt: Um Benitez auch nach der Saison eine Jobgarantie zu geben. Immerhin konnte man jetzt das Achtelfinale in der Europa League erreichen. Blackburn geht als 12. mit großen Ruhepolster auf die Abstiegsplätze in diese Partie und kann Liverpool mal so richtig ärgern.

Wenn ich Zeit finde, gibt es am Wochenende ein Live-Blogging. Tippe mal auf Chelsea gegen Manchester City am Samstagmittag.

Thema: Premier League | Kommentare (0) | Autor: medispolis

Premier League 2009/2010 Review #27 – In Stein gemeißelt?

Montag, 22. Februar 2010 9:09

Es war jetzt nicht unbedingt der Spieltag, der aufgrund der dramatischen Spiele und der vielen Highlights in Erinnerung bleibt. Trotzdem war es ein richtungsweisender Spieltag für die weitere Saison. Denn immer mehr lassen sich jetzt die Tendenzen für das schon begonnene letzte Saisondrittel erkennen.

Es wird wohl einen Dreikampf um den Titel in der Premier League geben. Chelsea, Man Utd und Arsenal haben alle noch Chancen, die Trophäe zu holen. Die beste Ausgangslage haben die Blues aus London. Um den vierten Platz wird es einen Vierkampf geben. Von Platz 4 bis Platz 7 liegt nur ein Punkt Differenz nach dem mäßigen 0:0 von Liverpool und Manchester City. Tottenham und Aston Villa, beide mit souveränen Siegen, sind die anderen beiden Kontrahenten. Everton, Fulham, Birmingham, Stoke und Blackburn spielen um die goldene Ananas, platzieren sich im gesicherten Mittelfeld. Ab Platz 13 mit West Ham United beginnt dann die Abstiegsgefahr. Zwischen den Hammers und Burnley auf Platz 19 liegen nur vier Punkte. Portsmouth steht nicht nur vor einem finanziellen Scherbenhaufen, sondern scheint auch sportlich keine Perspektive mehr auf den Klassenerhalt zu haben. Wie gesagt, alles nur mehr oder weniger vorsichtige Tendenzen, die sich immer mehr in Stein meißeln lassen. Aber wer weiß, ob das am nächsten Spieltag sich nicht schon wieder ändert?

Die Zitate des Premier League Spieltags fassen das noch einmal gut zusammen.diesmal von Sir Alex Ferguson, Arsene Wenger, Gianfranco Zola, Avram Grant und Rafael Benitez:

Sir Alex Ferguson:

“Our second-half performance was very poor and when you are going for the championship you expect Manchester United to respond to the importance of the game. This is a bad result and at this time of the year we can’t afford results like that.”

Arsene Wenger:

“The only thing we can do is win our games and hope the others drop points. The top two will drop points because they play against each other. Everton have beaten them both and there are plenty of other teams where you can drop points.”

Avram Grant:

“Everything is going wrong.”

Gianfranco Zola:

“The whole team is getting better; the more confidence you get, the more the players can give.”

Rafael Benitez:

“It was difficult. We were working very hard, we had control. I thought we could win, we could lose. Very close. At the end maybe a draw is fair. As a manager you have to see your team as strong in defence, in attack we have to be a little bit better. Both teams were working hard trying to stop the other.”

Spieltag 28 am nächsten Wochenende, unter anderem mit Chelsea gegen Manchester City, Arsenal muss zu Stoke reisen, Liverpool emfängt Blackburn und Tottenham muss sich gegen Everton beweisen. Bereits morgen empfängt Manchester United in einem vorgezogenen Spiel West Ham United. Am kommenden Wochenende steht nämlich auch das Carling Cup Finale zwischen den Red Devils und Aston Villa auf dem Programm.

Thema: Premier League | Kommentare (0) | Autor: medispolis

Zitat des Tages: Donnerstag, 18. Februar 2010 – Konzentration auf den Abstiegskampf

Donnerstag, 18. Februar 2010 13:47

Eine kurze persönliche Anmerkung: Ich bin ab heute Nachmittag über das Wochenende auf einem Workshop in Dortmund und weiß daher noch nicht, ob ich es schaffe eine Vorschau auf den Premier League Spieltag zu schreiben. Wenn nicht, gibt es aber auf alle Fälle eine Rückschau.

Derweilt teilt Darren Bent vom FC Sunderland mit:

“I had a good chat with the manager recently and I just thought with the run we’re on at the moment, I needed to get rid of the distractions. I have to solely focus on getting Sunderland out of the relegation battle and I have shut the Twitter down. I don’t even go on it any more to look at what other people are posting.”

Also volle Konzentration auf den Abstiegskampf. Da ist Twitter nur störend.

[ via Sunderland Echo]

Thema: Premier League, Zitat des Tages | Kommentare (0) | Autor: medispolis

“Armageddon” für West Ham United oder “too good to go down”?

Mittwoch, 10. Februar 2010 7:44

Keine einfachen Zeiten für West Ham United und die Fans der Hammers in diesen Tagen. Der Verein kämpft ums sportliche und wirtschaftliche Überleben. Einer der neuen Besitzer des Vereins, David Sullivan, sprach gestern sogar von einem “Armageddon”, sollte West Ham absteigen müssen. Gleichzeitig kündigte er einen Sparkurs samt drastischer Gehaltskürzungen für die nächste Saison an. Jede Position im Verein sei überbezahlt. West Ham steht kurz vor dem finanziellen Kollaps. Nach Berichten der Sun steht der Verein bei anderen Mannschaften mit 15 Millionen Pfund in der Kreide.

Für West Ham beginnen mit dem heutigen Heimspiel gegen Birmingham City entscheidene Wochen, die vielleicht die ganze Saison definieren könnten. Anlass genug um genauer auf die Lage bei dem Traditionsklub aus dem Osten Londons zu schauen. Und wer könnte das besser tun als ein Hammers-Fan. Mit Wolfgang/Rapidhammer sprach ich über die sportliche und finanzielle Krise von West Ham und die derzeitige Stimmungslage bei den Anhängern der Hammers. Wolfgang wohnt in Wien und bloggt über West Ham United auf Rapidhammer Footballunited und ist via Twitter unter @rapidhammer zu erreichen.

*****
Vielen Dank für deine Zeit. Für alle, die dein Blog nicht kennen, erzähl doch mal ganz kurz, wie es dazu gekommen ist, dass du Fan von West Ham United geworden bist.

Ich glaube, der Beginn der Begeisterung für einen Verein kann oft nicht richtig erläutert werden. Das hat auch was Mystisches, Unerklärliches. Nick Hornby meinte einmal: “I fell in love with football as I would later fall in love with women suddenly, uncritically, giving no thought to pain it would bring”. Bei uns gab es schon im Gymnasium eine starke Fraktion von Fans des englischen Fußballs. Wir freuten uns damals vor allem über die im Sonntag-Abendsport gezeigten besten Torszenen aus der “First Division”, und da fielen mir auch die “Hammers” mit ihren für das kontinentale Auge ungewohnten “claret and blue”-Trikots auf. Bobby Moore, die Academy, die Liebe zu London und mehrfache Aufenthalte dort taten ein Übriges. Es gibt auch Parallelen zu meinem heimatlichen Klub Rapid Wien (da bin ich wirklich ein “lifelong supporter”): Rapid wurde als “1. Wiener Arbeiter Fußballklub” gegründet, West Ham als “Thames Ironworkers” – beide also richtige Arbeiterklubs! Und schließlich ist da vielleicht noch “die moralische Autorität des Außenseiters”, die Nick Hornby den West Ham-Fans einmal zugebilligt hat – ein Klub für “glory hunters” ist das jedenfalls nicht.

Momentan ist es ja nicht gerade einfach Anhänger der Hammers zu sein. Seit dem sechsten Spieltag steckt man im Tabellenkeller, nach der Niederlage in Burnley ist man weiterhin auf einem Abstiegsplatz. Was sind die Hauptgründe für die sportliche Krise im Osten Londons?

Die gesamte Saison war geprägt von ökonomischer Unsicherheit. Nachdem die Gläubiger von Björgulfur Gudmundsson – der isländische Eigentümer war im Zuge der Wirtschaftskrise bankrott gegangen – über eine “CB Holding” den Klub übernommen hatten, wusste man nie so richtig, wie es weitergehen sollte. Die Kaderzusammenstellung im Sommer war – vor allem aus finanziellen Gründen – nicht optimal, sowohl im Angriff als auch in der Verteidigung hatte man zuwenig “cover” für verletzte Spieler. Junge Spieler, die letzte Saison erfolgreich in die Mannschaft eingebaut wurden, spielten im Herbst nicht konstant. Und wenn es auch blöd klingt, viele Spiele gingen wirklich knapp verloren, da war sicher auch Pech dabei, das sich im Verlauf dieser bisherigen Saison noch nicht “ausgeglichen” hat. Mit dem Eigentümerwechsel sollte nun Ruhe eingekehrt sein.

Gibt es denn noch Hoffnung für West Ham? In der Wintertransferperiode konnten immerhin Mido von Middlesbrough, Benny McCarthy aus Blackburn und der Brasilianer Ilan aus St. Etienne geholt werden. Wie können die drei den Hammers weiterhelfen?

Natürlich gibt’s Hoffnung: man erinnere sich nur an den “greatest escape” 2007, als West Ham noch neun Runden vor Schluss auf dem letzten Platz lag. Ein Carlos Tévez ist zwar diesmal nicht im Kader, aber an sich haben die Hammers genug Qualität, um nicht abzusteigen. Mido wurde von Middlesbrough ausgeliehen, spielte aber zuletzt bei einem Klub in seiner Heimat Ägypten. Wie fit er ist, wird sich weisen. Er spielt aber um eine minimale Gage und möchte echt nochmal beweisen, was in ihm steckt. Der Brasilianer Ilan muss sich an das Spiel in der Premier League wohl erst gewöhnen, er hat aber Torinstinkt und gleich bei seinem Debüt getroffen. Am meisten halte ich von Benedict McCarthy, auch wenn er bei seinem ersten Spiel am Wochenende gegen Burnley noch nicht voll überzeugen konnte.

Leistungsträger bei West Ham insbesondere im Sturm ist Carlton Cole, schon sieben Saisontreffer in 16 Einsätzen, aber auch immer wieder verletzt. Überhaupt ist die Offensive mit 30 Treffern, darunter fast ¾ Stürmertore, nicht das größte Problem. Warum dann aber kaum Verstärkungen für die Defensive im Winter?

Ich hätte zwar auch noch einen Verteidiger geholt, aber die drei neuen Stürmer sollten dem bisherigen Alleinunterhalter im Angriff, Carlton Cole, helfen und für die entscheidenden Siege sorgen können. Seit sich Cole und dann auch Guillermo Franco verletzt hatten, sah’s im Angriff müde aus: nur 7 Tore in den 11 Spielen seit Anfang Dezember!

Es sah im Angriff doch müde aus, weil inbesondere das Mittelfeld extrem ungefährlich ist. Nur neun Mittelfeldtore von vier verschiedenen Spielern. Das war letzte Saison ähnlich. Warum schafft es West Ham nicht gerade bei der doch offensiv ausgerichteten Spielweise ein torgefährliches Mittelfeld zu erzeugen? Das würde doch auch den Sturm entlasten.

Da liegt wohl ein echtes Problem: die Stürmer hängen oft in der Luft, weil aus dem Mittelfeld zu wenig Brauchbares kommt. Grund: einerseits sind frühere Leistungsträger nicht in Form. Vor allem Mark Noble (bis zum Erreichen der Altersgrenze Kapitän des englischen U21-Teams) und der junge Jack Collison lassen heuer ziemlich aus. Dann war Behrami länger verletzt und sein Ersatz Radoslav Kovac ist einfach nicht gut genug. Scott Parker, eigentlich der Star im Mittelfeld, hatte auch mit Verletzungen zu kämpfen; bei ihm fehlt mir die Konstanz. Andererseits war die Einkaufspolitik bei den midfielders alles andere als glücklich. Da haben wir Alessandro Diamanti: bei ihm wechseln Licht und Schatten – ein neuer Paolo di Canio wird der nicht mehr. Und der zweite Neue für’s offensive Mittelfeld, Jimenez, kam in London nie richtig an – er hat im Jänner zurück nach Italien gewechselt. Savio detto, er ging schon im August zurück nach Italien.
Alles in allem: es fehlt ein echter Kreativer, ein “flair player”, Assistgeber und Heckenschütze, wie es zum Beispiel bis vor zwei Saisons Yossi Benayoun war. Oder auch ein Kieron Dyer sein könnte, wenn er fit wäre. Lee Bowyer hat man abgegeben, der spielt jetzt eine super Saison bei Birmingham. Matty Etherington hat man abgegeben – eine super Saison bei Stoke. Gegen Burnley hat Junior Stanislas in der zweiten Halbzeit recht gut gespielt. Wenn Scott Parker und Valon Behrami fit bleiben und sich Noble wieder fängt, wären die vier mein Wunsch-Mittelfeld. Bei Diamanti bin ich mir nicht so sicher, ob der noch einschlägt…

Gleichzeitig las man in den Tageszeitungen, dass West Ham gerne Van Nistelrooy, Robbie Keane aus Tottenham und Mateja Kezman von Paris St. Germain holen wollte – alle wieder Stürmer. Alle sind trotz lukrativer Angebote nicht nach London gewechselt. Belastet die finanzielle Ungewissheit des Vereins den Wechsel von Neuzugängen, einfach, weil man sich nicht sicher sein kann, ob in einem Jahr noch das Gehalt gezahlt wird?

Ein Abstiegskampf in der Premier League ist wohl auch nicht so attraktiv wie mit HSV in der Europa League zu spielen. Und die neuen Eigentümer haben ein schonungsloses Bild vom hohen Schuldenstand bei den Hammers gezeichnet, da überlegt man sich’s als Spieler, ob man dorthin wechseln möchte. Robbie Keane war den Hammers aber, glaube ich, definitiv zu teuer.

Wie groß findest du denn die Auswirkungen der finanziellen Krise des Vereins auf die sportlichen Leistungen des Teams?

Das ständige Gerede von einem bevorstehenden Eigentümerwechsel und hohen Schulden hat sich sicher ausgewirkt. Und wenn’s einmal nicht gut läuft, dann kommt auch Pech und mangelndes Selbstvertrauen hinzu. “In football it’s all about confidence”, heißt es nicht zu unrecht.

Eine Serie zu starten ist ja auch nicht einfach. Ich kann mich an die gute Leistung von West Ham gegen Portsmouth Ende Dezember erinnern. Anschließend sah ich dann eine richtig schlechte Performance bei den Spurs. Nach den wenigen Siegen diese Saison folgte in der nächsten Partie sofort ein Rückschlag. Komischerweise zeigte man vor allem gegen die großen Teams der Liga gute Leistungen. Ist der Abstiegskampf bei den Spielern schon angekommen?

Das frage ich mich auch. Vor allem die ewigen netten Interviews von Gianfranco Zola nach Niederlagen lassen mich daran zweifeln, dass man den Ernst der Lage schon erkannt hat. “Too good to go down” – das sollte man rasch aus den Hirnen rauskriegen.

Die neuen Besitzer des Vereins, David Sullivan und David Gold, haben nach ihrer Übernahme sehr schnell mitgeteilt, dass den Verein Schulden in Höhe von 110 Millionen Pfund plagen, für einen kleinen Premier League Klub eine enorme Summe. Gleichzeitig sagte Sullivan, es mache ökonomisch überhaupt keinen Sinn in den Verein zu investieren, er mache das nur, weil er Fan der Hammers sei. Einerseits rettet jemand den Klub, sagt aber auch, dass die Zukunft sehr schwierig wird. Wie kommt sowas bei den Anhängern an?

Ich denke, da will jemand bewusst ganz anders antreten als vor gut drei Jahren die Isländer, die damals den Klub übernommen haben. Wahrscheinlich sollen diese Hinweise auf den Schuldenstand und vor allem die hohen laufenden Kosten eine Vorbereitung auf kommende Umbrüche sein. Man wird sich im Sommer wohl noch von dem einen oder anderen besonders gut verdienenden Spieler trennen. Vor allem aber dürfte es auch um das Senken von anderen Personalkosten gehen. In einem aktuellen Interview teilte Sullivan mit, man habe  höherrangigen Klubmitarbeitern bereits den Vorschlag gemacht, auf 25 Prozent ihres Gehalts zu verzichten, wenn sie ihren Job behalten möchten. Im Sommer könnte man sich von “zwanzig bis dreißig” Mitarbeiten trennen. Indem Sullivan die hohen Einkünfte in dem Interview auch zahlenmäßig benennt, versucht er – glaube ich – öffentlichen Druck aufzubauen und Verständnis bei den Anhängern zu erwecken. Für die Anhänger geht’s jetzt mal um’s Überleben in der Premier League. Auch wenn sich viele den dynamischen Unternehmer Tony Fernandes als neuen Eigentümer gewünscht haben anstatt der beiden alten Eastender mit schlüpfriger Vergangenheit – jeder ist nun froh, dass die Eigentümerfrage endlich gelöst wurde und man sich wieder auf’s Sportliche konzentrieren kann. Bis zum Saisonende jedenfalls…

…wenn dann Spieler, wie zum Beispiel Carton Cole, Scott Parker oder Alessandro Diamanti, verkauft werden müssen. Wird die nächste Saison nach einem möglichen Klassenerhalt nicht noch viel schwieriger und würden die Fans Verkäufe von Leistungsträgern einfach so akzeptieren?

Matthew Upson wird schon derzeit als möglicher Kandidat für einen Transfer genannt. Bei Cole und Parker habe ich eher das Gefühl, dass sie nicht abgegeben werden. Auch Tormann Robert Green könnte gehen. Dass es zu einem Ausverkauf kommt, glaube ich aber nicht.

Schweißt die schwierige Situation die Fans eigentlich zusammen? Du bist da vielleicht näher dran als ich. Gib doch mal einen kurzen aktuellen Stimmungseinblick in die Seele eines Hammers-Fan.

Im Augenblick macht sich bei mir ein gewisser Fatalismus breit. “Never a dull moment with West Ham United”, heißt es so schön – aber leider wird’s vor allem deshalb nicht langweilig, weil in den letzten Jahren was schiefgehen konnte, auch schiefging: 2006 das FA-Cup-Finale durch einen Fernschuss von Steven Gerrard praktisch Sekunden vor dem Schlusspfiff verloren, bei der Carlos Tévez-Affäre 8,5 Millionen Pfund Strafe und bis zu 20 Mio Pfund Schadenersatz an Sheffield Utd bezahlt, der letzte Eigentümer gerade aus dem Land, das von der Finanzkrise am härtesten getroffen wurde, unser Stürmer-Star bei seinem ersten Einsatz im Nationalteam schwer verletzt und mittlerweile in “Frühpension”. Fehlt nur noch, dass man heuer in die Championship absteigt! Aber das wird nicht passieren, denn auch wir Anhänger sind der Meinung: “too good to go down”!

West Ham steht schon seit knapp zwei Jahren immer wieder negativ in den Schlagzeilen wegen der finanziellen Situation des Vereins. Wie geht man als Fan damit um und ändert man seine Haltung gegenüber dem Verein?

Die ärgsten negativen Schlagzeilen machte wohl zunächst die Carlos-Tévez-Affäre, als der Klub im Frühjahr 2007 wegen unzulässiger Vertragsklauseln bei der Verpflichtung des Argentiniers und seines Landsmannes Javier Mascherano fürchten musste, Punkte abgezogen zu bekommen. Man kam dann zwar mit einer horrenden Geldbuße davon, aber der Ruf des Klubs war ramponiert. Und gegen Absteiger Sheffield United war West Ham in einen jahrelangen Rechtsstreit verwickelt, der schließlich mit einem Vergleich endete. Aufgrund dessen muss West Ham einen zig-Millionen-Betrag als Schadenersatz an Sheffield Utd zahlen. Gleichzeitig kam die Wirtschaftskrise, die Island besonders getroffen hat – und West Ham hatte das Pech, einen isländischen Eigentümer zu haben. Man bleibt natürlich ein Fan des Klubs, aber man betrachtet vieles kritischer.

Nun hatte man letzte Saison und dem 9. Platz als Abschluss eine tolle Spielzeit unter Trainer Gianfranco Zola gespielt. 2009/2010 läuft es bisher nicht zufriedenstellend. Wie viel Kredit hat denn Zola noch bei den Fans?

Als im Zuge der Übernahme durch Sullivan/Gold das Gerücht auftauchte, dass diese den Trainer auswechseln würden, wurde gleich eine Petition “pro Zola” gestartet, und die beiden Neuen bestätigten unverzüglich, dass “GZ” Trainer bleiben werde. Die Zahl der Kritiker unter den Fans nimmt aber natürlich mit jedem enttäuschenden Resultat zu, wobei Zola vor allem eine gewisse taktische Ahnungslosigkeit vorgeworfen wird. Der italienische Manager hat aber zweifellos noch viel Kredit bei den Fans, vor allem weil er sein Team seit jeher den tradionellen “West Ham Way” spielen lässt (gepflegtes Kombinationsspiel statt “kick and rush” mit hohen Flanken in den Strafraum, und dazu baut Zola, dem West Ham-Selbstverständnis entsprechend, immer wieder Eigenbauspieler aus der vereinseigenen Academy in die Mannschaft ein). Ich hoffe nur, dass man heuer nicht “in Schönheit stirbt”, zumal die Zola-Philosphie nicht gegen jeden Gegner und in jedem Spiel umgesetzt werden kann.

Wenn das System Zola nicht flexibel genug ist, erklärt das vor allem, dass man gegen Chelsea und Arsenal, wo man Raum zum Kombinieren hatte, gute Leistungen zeigte. Gegen Burnley oder Stoke sind aber andere Elemente von Nöten. Haben die Fans der Hammers zu hohe qualitative Ansprüche an den gespielten Fußball?

Der West Ham-Fan wird sich nie mit einer langweiligen statischen Spielweise zufrieden geben. Als man bemerkte, dass “GZ” ganz anders spielen ließ als sein Vorgänger Alan Curbishley, löste das eine echte Euphorie aus. Und in der ersten Saison des Italieners lief es ja auch prächtig: ein “top ten”-Finish und beinah die Qualifikation für einen Europa League-Startplatz. Aber für den “relegation dog fight” könnte Zolas bevorzugte Spielweise schön langsam zum Bumerang werden. Wobei man dazusagen muss, dass Zola ohnehin immer wieder herum experimentiert. Am Anfang trat er mit einem dezitierten 4-3-3 an und ließ auch in der Reserve und in den Jugendteams auf diese Taktik umstellen, dann wurde oft Carlton Cole als Solostürmer eingesetzt, und jetzt mit den Stürmer-Neuerwerbungen wird man wahrscheinlich meistens 4-4-2 spielen, wie zuletzt gegen Burnley. Da hatten die Hammers übrigens beachtliche “11 attempts on target” zu verzeichnen, so schlecht war das nicht, nachdem man – leider viel zu spät nach einem allzu defensiven Beginn – in die Partie hineingefunden hatte. Es wird aber Zeit, dass “GZ” und sein Co-Trainer Steve Clarke das Team so einstellen, dass Angriffsspiel, Mittelfeld und solide Verteidigung wieder so ineinander greifen, wie das in der letzten Saison der Fall war.

Noch einmal Thema Verletzungen: Kieron Dyer kam 2007 als großer Hoffnungsträger von Newcastle nach West Ham. Seitdem hat er nur 18 Pflichtspiele absolviert. Sullivan legt ihm den Rücktritt vom Profisport nahe – damit West Ham auch hier Kosten sparen kann. Ein richtiger Schritt?

Ich kann nicht beurteilen, wie Dyer wirklich gesundheitlich beisammen ist. Aber die Situation erinnert an Stürmer Dean Ashton, der nach seiner schweren Knöchelverletzung im Sommer 2006 – das war eigentlich der Beginn der großen Pechsträhne bei West Ham – nicht mehr ganz gesund geworden ist und seinen Abschied vom Fußball bekannt geben musste. Wenn die Situation bei Dyer ähnlich ist, dann muss man einen Schlussstrich ziehen.

Ein kurzer Ausblick auf die nächsten Spiele. West Ham hat drei schwere Auswärtsspiele demnächst, bei Manchester United, Chelsea und Arsenal. Die nächsten Heimspielgegner heißen nach der heutigen Partie gegen Birmingham unter anderem Hull City, Wolverhampton, Bolton und Stoke. Wo steht West Ham Ende März in der Tabelle?

Die nächsten Spiele werden entscheidend sein. Mittwoch gegen Birmingham (zu Hause) und dann nochmals zu Hause gegen Hull müssen zwei Siege her – was gegen Brum alles andere als leicht werden wird. Entscheidend werden die direkten Duelle gegen die “fellow strugglers” im unteren Tabellendrittel sein, und da haben die Hammers viele Heimspiele. Ende März muss schon ein Respektabstand zum “Strich” da sein, egal wie die drei Auswärtsspiele gegen die Großen ausgehen!

Sollte es mit den Siegen im Februar nicht klappen, wäre dann ein Rücktritt von Zola denkbar?

Ja. Wenn man keine neuen Spieler mehr holen kann, holt man einen neuen Trainer. Diesem Gesetz würden sich wahrscheinlich auch Sullivan/Gold nicht entziehen können. Hoffen wir, dass es nicht so weit kommen wird…

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Ich bedanke mich recht herzlich beim Rapidhammer, dass er für das Interview zur Verfügung stand.

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